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Immobilienfinanzierung

Negativzinsen bei der KfW: Infos und Hintergründe

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wirbt mit einem negativen Jahreszins von -2,43 % für ihre Kredite. Allerdings handelt es sich dabei aktuell noch um keinen „echten“ Negativzins, die Konditionen ergeben sich vielmehr durch die Kombination mit staatlichen Zuschüssen.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Gibt es bei der KfW Negativzinsen?

      Ja, die gibt es wirklich. Das bedeutet, Sie als Kreditnehmer müssen weniger als die geliehene Kreditsumme zurückzahlen. Allerdings sind es keine „echten“ Negativzinsen, die für jeden Kredit berechnet werden. Sie kommen nur bei speziellen Förderprogrammen in Kombination mit staatlichen Zuschüssen zustande. Dabei handelt es sich um folgende Programme:

      • KfW 151 zur Förderung von energieeffizientem Sanieren von ganzen Gebäuden oder für einzelne energetische Maßnahmen
      • KfW 153 zur Förderung des Baus oder Kaufes eines KfW-Effizienzhauses

      So können Sie nach einer Beispielrechnung der KfW ein Darlehen in Höhe von 120.000 € für die Gebäudesanierung nach einem festgelegten Energiestandard zu einem Sollzins von 0,75 % von der KfW bekommen. Erhalten Sie zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 36.000 €, den Sie nicht zurückzahlen müssen, ergibt sich daraus ein Effektivzins von -2,43 %.

      Achtung: Der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins liegt darin, dass der Sollzins angibt, wie viel Sie allein für die Leihe des Kredites zahlen müssen. Dagegen enthält der Effektivzins weitere Kostenfaktoren, die die Bank berechnet.

      Beispiele für KfW Negativzinsen

      Folgende Tabellen verdeutlichen, unter welchen Bedingungen ein Negativzins bei Darlehen der KfW entsteht. Das erste Rechenbeispiel zeigt die Werte für ein Darlehen in Höhe von 120.000 € für energieeffizientes Sanieren eines gesamten Gebäudes nach dem KfW-Programm 151 mit einem tilgungsfreien Zeitraum von 1 Jahr.

      Die in der Tabelle genannten Bezeichnungen Effizienzhaus 55, 70 und weitere stehen für bestimmte Standards der Energieeffizienz. So beschreibt zum Beispiel Effizienzhaus 55 ein Gebäude, das nur 55 % so viel Energie benötigt wie ein vergleichbarer Neubau, der den maximal zulässigen Wert nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) erreicht. Das bedeutet, je niedriger der Wert ist, desto energiesparender ist die Bauweise des Gebäudes.

      Kreditzinsen beim KfW-Förderprogramm 151 mit Berücksichtigung des Tilgungszuschusses

       LaufzeitZinsbindungSollzinsTilgungszuschuss Effektivzins
      Effizienzhaus 5530 Jahre10 Jahre0,75 %48.000 €- 4,37 %
      Effizienzhaus 7030 Jahre10 Jahre0,75 %42.000 €- 3,31 %
      Effizienzhaus 8530 Jahre10 Jahre0,75 %36.000 €- 2,43 %
      Effizienzhaus 10030 Jahre10 Jahre0,75 %33.000 €- 2,04 %
      Effizienzhaus 11530 Jahre10 Jahre0,75 %30.000 €- 1,68 %

      Quelle: Vergleich.de, Stand: März 2020

      Im zweiten Beispiel sehen Sie die KfW Zinsen 2020 für ein Darlehen in Höhe von 120.000 € für das Bauen oder Kaufen eines Effizienzhauses nach dem Förderprogramm 153.

      Kreditzinsen beim KfW-Förderprogramm 153 mit Berücksichtigung des Tilgungszuschusses

       LaufzeitZinsbindungSollzinsTilgungszuschuss Effektivzins
      Effizienzhaus 40 Plus30 Jahre10 Jahre0,75 %30.000 €- 1,68 %
      Effizienzhaus 4030 Jahre10 Jahre0,75 %24.000 €- 1,04 %
      Effizienzhaus 5530 Jahre10 Jahre0,75 %18.000 €- 0,49 %

      Quelle: Vergleich.de, Stand: März 2020

      Die Beispiele verdeutlichen: Je energieeffizienter das Gebäude ist, desto höher ist der maximale Tilgungszuschuss und damit verringert sich der Effektivzins, den Sie zahlen müssen. Das macht das Ziel der KfW klar, umweltbewusstes Bauen und Sanieren zu fördern.

      Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich hier um Beispielrechnungen handelt. Ändern sich die Eckpunkte des Darlehens wie die Laufzeit, die Dauer der Zinsbindung oder die Höhe des staatlichen Zuschusses, dann ergeben sich andere Werte beim Effektivzins.

      Gut zu wissen: Die KfW hat 2019 Förderkredite in Höhe von 43,4 Milliarden € vergeben. Der größte Anteil ging mit 20,6 Milliarden € an private Kunden für energieeffizientes Bauen oder Sanieren.

      Was bedeutet KfW Tilgungszuschuss?

      Die Berechnungen im vorherigen Kapitel zeigen, dass Negativzinsen durch die Berücksichtigung von Tilgungszuschüssen zustande kommen. Doch was sind diese Tilgungszuschüssen genau? Die KfW unterstützt Maßnahmen zum Bau und Kauf sowie zur Sanierung von Immobilien nicht nur mit zinsgünstigen Krediten. Zusätzlich gewährt sie auch Tilgungszuschüsse. Diese werden nicht ausgezahlt, sondern sie reduzieren als Gutschrift die Darlehenssumme, so können Darlehen schneller zurückgezahlt werden. Das ist ein Unterschied zum Baukindergeld, das direkt an die geförderten Familien ausgezahlt wird.

      Je energieeffizienter ein Vorhaben ist, desto höher fällt der Tilgungszuschuss aus. Er liegt maximal bei 40 % der Kreditsumme und ist an ein Förderprogramm der KfW gebunden. Einen Tilgungszuschuss können Sie bei Ihrer kreditgebenden Bank beantragen, über die Sie auch das KfW-Darlehen abwickeln.

      Erhalte ich 2020 echte Negativzinsen von der KfW?

      Das steht hoch nicht fest, sie sind aber geplant. Die KfW hat im Dezember 2019 „echte“ Minuszinsen angekündigt. Also einen Kredit, für den Sie weniger zurückzahlen als sie aufgenommen haben. Und das ohne die Anrechnung von Tilgungszuschüssen.

      Wie kommt es zu KfW Minuszinsen?

      Die KfW vergibt ihre Förderkredite nicht selbst. Das geschieht über Banken oder Sparkassen, bei denen Sie als Kunde die Förderungen beantragen. In einem ersten Schritt wird von der KfW ein „negativer Bankeneinstand“ vorgenommen. Das bedeutet, die Angebote für die staatlichen Förderkredite werden mit negativen Bauzinsen an die Banken geleitet. Die KfW erwartet, dass die Geschäftsbanken diese günstigen Konditionen in einem zweiten Schritt an ihre Kunden weitergeben, sodass Kredite mit Negativzinsen vergeben werden.

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      Wann kommen KfW Minuszinsen?

      Das ist noch ungewiss, frühestens aber im Herbst 2020 oder erst 2021. Es müssen noch notwendige technische Voraussetzungen geschaffen werden. Denn die Systeme der Banken zur Berechnung von Krediten und Zinsen sind nur auf einen Zins bis 0 % eingestellt. Eine Berechnung im Minusbereich ist noch nicht machbar. Die notwendige Neuprogrammierung der Banken-IT soll noch in diesem Jahr durchgeführt werden.

      Warum bietet die KfW Negativzinsen?

      Die KfW reagiert damit auf die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre und das günstige Zinsumfeld. Sie finanziert ihre Kredite am Kapitalmarkt zu Minuszinsen, da sie als staatliche Bank bei den Ratingagenturen Bestnoten hat. Diesen Vorteil will sie für ihre Förderkredite nutzen und gibt die günstigen Konditionen mit Negativzinsen insbesondere an Bauherren und Unternehmen weiter. Dabei hat die KfW die Themen Klimaschutz und energieeffizientes Bauen im Blick.

      Wie hoch sind die Zinsen bei der KfW aktuell?

      Im Rahmen einer Immobilienfinanzierung sind besonders die Programme interessant, die energieeffizientes Sanieren, Bauen sowie altersgerechtes Umbauen und die Schaffung von Wohneigentum fördern. In diesem Bereich müssen Sie mit KfW-Zinsen zwischen 0,75 % und 0,78 % rechnen. Es handelt sich dabei um die Programme 124, 151, 152, 153, 159 und 167.

      Vergleich.de Tipp

      Die Förderprogramme der KfW lassen sich auch kombinieren. Planen Sie z.B. Ihr Haus barrierefrei umzubauen, dann kann es sich lohnen, gleichzeitig Energiesparmaßnahmen durchzuführen oder eine Photovoltaikanlage zu errichten. Auf diesem Weg besteht die Möglichkeit, zwei Förderprodukte der KfW zu erhalten.

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