Aktuelle Kreditzinsen: Höhe, Entwicklung und Kreditkosten

Die Kredit­zinsen sind gestiegen, damit verbun­den wurden Kredite für Ver­braucher teurer. Daher lohnt sich ein Ver­gleich umso mehr. Günsti­ge Kredit­zin­sen liegen immer noch deut­lich unter dem Durch­schnitt. Wir zeigen, wie hoch die Zinsen sind, was Kre­dite kosten und wie Sie günsti­ge Ange­bote fin­den.

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Wie hoch sind die aktuellen Kreditzinsen 2024?

Klaus Fechner
Zuständiger Redakteur für die Bereiche Kredit und Strom & Gas
Stand: 26.02.2024

Die aktuellen Zinsen für einen Raten­kredit betra­gen im Durch­schnitt 8,36 % effektiver Jahres­zins. Die Spanne zwischen dem günsti­gsten und höchs­ten Zins­satz liegt im Bereich von 6,45–12,64 %. Die derzeiti­gen Zinsen sind damit deut­lich höher als vor 1 Jahr, als sie im Schnitt bei 7,49 % lagen.

Diese Kredit­kondi­tio­nen stam­men aus unserem Raten­kredit Ver­gleich und gel­ten für einen Kredit über 10.000 €, den Neu­kun­den mit einer Lauf­zeit von 6 Jah­ren auf­nehmen können. Sie geben den Zwei­drittel­zins wieder, also den Zins­satz, den eine große Mehr­heit der Kun­den für einen Kredit aktuell zahlt.

Infografik: Durchschnittlicher Kreditzins

Welche Bank hat aktuell die niedrigsten Zinsen?

Es gibt mehrere Banken mit niedrigen Kredit­zinsen. Dazu gehö­ren aktuell die SKG Bank, die Targobank, die Deut­sche Bank und die DSL Bank. Die Zinsen lie­gen dort für einen Kredit über 10.000 € mit einer Lauf­zeit von 6 Jahren knapp unter 7 %.

Folgende Tabelle zeigt einen Ver­gleich aktuell nied­riger Kredit­zinsen in Deutsch­land.

Diese fünf Banken haben die niedrigsten Zinsen

Bank Effektivzins

Kredithöhe

Laufzeit

DKB 6,45 %

10.000 €

72 Monate

SKG Bank 6,69 %

10.000 €

72 Monate

DSL Bank 6,89 %

10.000 €

72 Monate

Targobank

6,95 %

10.000 €

72 Monate

ING

6,99 %

10.000 €

72 Monate

Quelle: Ratenkredit Vergleich, Vergleich.de, Stand: 26.02.2024

In der Tabelle wird der Zweidrittel­zins ange­ge­ben, den zwei Drittel der Kunden erhal­ten. Viele Ban­ken werben mit Zinsen im Bereich von 1–3 %, die damit deut­lich unter den genann­ten liegen. Es han­delt sich dabei aber um Kredit­zin­sen, die aus­schließ­lich an Kun­den mit sehr guten Voraus­set­zun­gen und damit an eine kleine Minder­heit verge­ben wer­den.

Wie finde ich den günstigsten Kreditzins?

Um die aktuellen Zinsen für einen Bank­kredit zu ermit­teln, nutzen Sie unseren Raten­kredit Ver­gleich. Er bietet Ihnen einen Über­blick über die aktuel­len Ange­bote, die Sie nach Ihren individuel­len Anforde­run­gen heraus­fil­tern.

In drei Schritten zum Kredit mit günstigen Zinsen

  1. Geben Sie die erforderliche Kredit­summe, die gewünschte Lauf­zeit und den Verwen­dungs­zweck in die Eingabe­maske ein. Zusätz­lich können Sie in den Filter weitere bevor­zugte Merkmale Ihres Kredites ein­ge­ben. Dazu gehört z. B. die Mög­lich­keit zu einer kosten­losen Sonder­tilgung.
  2. Jetzt wird Ihnen eine Liste mit unverbind­lichen Ange­boten ange­zeigt, die zu Ihren Ein­gaben passen. Der niedrigste Zins­satz steht oben.
  3. Haben Sie sich für ein Angebot ent­schieden, gelan­gen Sie in die Antrag­strecke. Dort tragen Sie Infor­ma­tionen zu Ihrer persön­lichen und finan­ziellen Situa­tion ein.

Nun erhalten Sie ein konkretes und auf Ihre Angaben zuge­schnit­tenes Angebot. Sollte es Ihnen zusagen, stellen Sie den abschlie­ßenden Kredit­an­trag.

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Warum sollte man beim Vergleich der Kreditzinsen auf den Effektivzins achten?

Der Effektiv­zins ist für einen Zins­ver­gleich besser geeignet als der Soll­zins, da er bereits alle an­fallen­den Neben­kos­ten enthält. Der effektive Jahres­zins ist ein wenig höher als der Soll­zins und gibt damit sehr viel realis­tischer die Kos­ten wieder, die wirk­lich auf Sie zukommen.

Ein anderer Begriff für Soll­zins ist Nominal­zins, der heutzu­tage aber nur noch selten benutzt wird.

Wie haben sich die Zinsen bei Ratenkrediten entwickelt?

Die Entwicklung der Kredit­zinsen geht seit dem Früh­jahr 2022 nach oben. Zuvor lagen die Zin­sen einige Jahre kon­stant deut­lich darun­ter. Folgende Grafik stellt die Zins­ent­wick­lung bei Raten­kre­di­ten der vergan­ge­nen 5 Jahre dar. Sie zeigt den effekti­ven Jahres­zins bei neu abgeschlos­senen, priva­ten Raten­kre­diten, die eine Laufzeit von 5 Jahren und länger haben.

Infografik: Entwicklung der Kreditzinsen bei privaten Ratenkrediten

Warum steigen die Kreditzinsen aktuell?

Die Entwicklung der Kredit­zinsen 2024 hängt mit der Zins­politik der Europäischen Zentral­bank (EZB) zusam­men. Um die sehr hohe Infla­tion zu bekämp­fen, hat die EZB seit Sommer 2022 den EZB-Leit­zins schritt­weise von 0 % auf aktuell 4,5 % ange­hoben. Das macht es für Banken in Europa deut­lich teurer, sich unter­einan­der Geld zu leihen. Das bedeutet eine Kosten­stei­ge­rung, die über hohe Kredit­zin­sen an die Ver­braucher weiter­ge­ge­ben wird.

Übrigens steigen die Zinsen auch in anderen Bereichen, was sich bei der Geld­an­lage und beim Sparen posi­tiv bemerkbar macht. Wer sein Geld z. B. in Tages­geld oder Fest­geld anlegt, profi­tiert von dieser Ent­wick­lung mit höheren Spar­zin­sen.

Steigen die Kreditzinsen auch in der Zukunft weiter an?

Eine Prognose zur Entwicklung der Kreditzinsen 2024 ist schwierig. Die weitere Zinsentwicklung ist von der Politik der EZB abhängig und diese wiederum von der Inflation. Die Inflation wird aber von vielen Faktoren bestimmt. Dazu gehören z. B. die weltpolitische Lage infolge des Ukraine-Krieges und bestehende Lieferengpässe verschiedener Rohstoffe und Güter.

Hoffnung auf ein Ende des Anstiegs der Kredit­zinsen macht Oliver Maier, Geschäfts­führer unseres Koope­rations­partners Verivox: „Wenn sich die Inflation weiter rück­läufig entwickelt und sich die Währungs­hüter mit weiteren Zins­schritten zurück­halten, könnte es gut sein, dass wir bei den Kredit­zinsen allmählich den Gipfel erreicht haben und es nicht mehr allzu weit nach oben geht.“

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Kreditzinsen?

Neben den zins­politischen Rahmen­bedin­gun­gen, die die EZB vor­gibt, beein­flus­sen auch persön­liche Fakto­ren die Höhe der Raten­kre­dit­zinsen. Kredit­geber schauen sich ganz genau die finan­ziellen Ver­hält­nisse jedes Antrag­stellers an. Dazu gehö­ren:

  • die Bonität des Antrag­stellers: Eine gute Bonität spricht dafür, dass Sie den Kredit wie verein­bart zurück­zahlen. Banken erkun­digen sich in den meisten Fällen bei der SCHUFA nach Ihrer Kredit­würdig­keit. Je schlechter Ihre Bonität ausfällt, desto mehr Zinsen müssen Sie zahlen.
  • das Einkommen: Ein sicheres und regel­mäßiges Ein­kom­men belohnen Banken mit besseren Zinsen. Das bedeutet, ein Beam­ter wird eher niedri­gere Kredit­zinsen erhalten als ein befris­tet Ange­stell­ter oder ein Arbeits­loser.
  • die Ausgaben: Banken schauen auch auf Ihre regel­mäßigen Aus­gaben. Diese sollten in einem Verhält­nis zu Ihren Ein­nah­men stehen, das noch aus­reichend Spiel­raum für die monat­lichen Raten­zah­lungen lässt.
  • die persönlichen Verhält­nisse des Kredit­nehmers: Dazu gehört z. B. Ihr Alter. Je älter Sie sind, desto höher ist das Ausfall­risiko. Darum erhal­ten jüngere Leute häufig bessere Zinsen. Auch Ihr Wohnort kann eine Rolle spielen. Wenn Sie in einer Stadt oder in einem Bezirk wohnen, in dem häufig nega­tive SCHUFA-Einträge vor­kommen, kann auch das Ihre Kredit­zinsen erhöhen.
  • vorhandene Sicherheiten: Wenn Sie zum Beispiel Erspar­tes vor­weisen können, ein Haus besitzen oder in Tagesgeld oder Festgeld angelegt haben, dann kann das zu besseren Kredit­zinsen für Sie führen. Die Banken nutzen diese Werte als Sicher­heiten bei Zahlungs­schwierig­kei­ten.
  • der Ver­wen­dungs­zweck: Einen Autokredit dürfen Sie nur für die An­schaffung eines Autos ver­wenden und eine Immo­bilien­finan­zierung nur für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung. In diesen Fällen wird die Bank häufig einen niedri­geren Zins anbie­ten, weil die mit dem Kredit gekauf­ten Gegen­stände als Sicher­heit dienen.

Außerdem gilt: Bei hohen Krediten gehen die Banken ein höheres Risiko ein, da sie mehr Geld verlei­hen. Das führt in der Regel zu höhe­ren Zinsen. Das gleiche gilt für längere Lauf­zeiten des Kredi­tes. Je länger die Laufzeit ist, desto höher sind in den meisten Fällen die Zinsen.

Was sind Kreditkosten?

Die Kreditkosten beschreiben den Preis, den Sie für einen Kredit zahlen. Sie setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Das sind

  • Zinsen
  • Provisionen
  • Auslagen und Nebenkosten

Diese Kosten werden im Effektivzins zusammengefasst und geben wieder, wie teuer der Kredit für Sie ist. Die Höhe der Kosten variiert je nach dem Zinssatz, zu dem Sie einen Kredit aufnehmen. Ein günstiger Kredit kann unter 100 € kosten, ein teurer mit einem hohen Darlehenszins dagegen mehrere tausend Euro.

Generell gilt: Ein hoher Zinssatz bedeutet hohe Kreditkosten, wie folgende Tabelle deutlich macht.

Vergleich der Kreditkosten bei unterschiedlichen Zinsen

 

niedriger Zinssatz

mittlerer Zinssatz

hoher Zinssatz

Kredithöhe

10.000 €

10.000 €

10.000 €

Laufzeit

84 Monate

84 Monate

84 Monate

Zinshöhe

6,89 %

8,99 %

12,80 %

Monatsraten

149,37 €

159,07 €

177,09 €

Kreditkosten gesamt

2.547,08 €

3.361,88 €

4.875,56 €

Quelle: Vergleich.de. Ratenkredit Rechner, Stand: 26.02.2024

Die Tabelle zeigt, dass bereits ein Unter­schied von 2,1 Prozent­punkten bei den Kredit­zinsen die Kosten für den Kredit bei diesem Beispiel um fast 800 € erhöht. Noch drasti­scher ist die Kosten­steige­rung bei einem Ver­gleich niedriger mit sehr hohen Zinsen. In diesem Fall zahlen Sie als Kredit­nehmer fast das Doppelte für die gleiche Kredit­summe.

Mit Umschuldung Kreditkosten sparen

Zahlen Sie bereits einen Kredit mit hohen Zinsen ab? Dann kann sich ein Umschul­dungs­kredit lohnen. Das ist immer dann der Fall, wenn Sie einen Kredit mit aktuell deutlich besse­ren Kredit­zinsen als beim beste­hen­den Kredit fin­den. So redu­zieren Sie die Kredit­kos­ten. Mit unserem Umschul­dungs­rechner ermit­teln Sie den Betrag, den Sie mit einer Umschul­dung sparen.

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Fazit: Steigende Kreditzinsen sorgen für Mehrkosten

Die aktuellen Kreditzinsen sind seit Juli 2022 von durchschnitt­lich knapp über 6 % auf 8,36 % deutlich gestie­gen. Auslöser für diese Ent­wicklung ist die geän­derte Zins­poli­tik der Europä­ischen Zentral­bank, die die Leit­zinsen in mehreren Schrit­ten erhöht hat. Mit dem Anstieg der Kredit­zinsen haben auch die Kosten, die bei einer Kredit­auf­nahme entstehen, zugelegt. Alle Arten von Kre­diten, sowohl Ver­braucher­kredite, Immo­bilien­finan­zierungen und Dispo­kre­dite, sind 2023 teurer gewor­den.

Häufige Fragen zu den aktuellen Kreditzinsen

  • Was ist der Zweidrittelzins?

    Der Zweidrittel­zins beschreibt den Zins­satz, den zwei Drittel und somit die Mehr­heit aller Kunden bei einer Bank erhal­ten. Die Anga­be des Zweidrittel­zinses ist seit 2010 gesetz­lich vor­ge­schrie­ben. So sind die verschie­de­nen Ange­bote für Ver­brau­cher besser zu verglei­chen.

  • Wie hoch sind aktuell die Zinsen für einen Autokredit?

    Momentan liegt der durchschnitt­liche Zins­satz für einen Auto­kre­dit zwischen 8 und 9 %. Dieser Wert ergibt sich aus den aktuel­len Ange­bo­ten in unserem Auto­kre­dit Ver­gleich und gibt den Zwei­drittel­zins für Neu­kun­den wieder, die einen Auto­kredit mit einer Lauf­zeit von 6 Jahren über 10.000 € auf­neh­men.

  • Wie kann ich meine Kreditzinsen reduzieren?

    Wenn Sie einen Kredit gemein­sam mit einer anderen Person auf­nehmen, z. B. mit einem Familien­mit­glied, sind beide Kredit­nehmer gleicher­maßen für die Rück­zah­lung verant­wort­lich. Die Bank erhält dadurch eine höhere Sicher­heit, was sie mit niedri­ge­ren Zin­sen belohnt. Das gleiche gilt, wenn Sie einen Kredit mit Bür­gen auf­neh­men. In diesem Fall bürgt eine andere Person für die ordnungs­ge­mäße Rück­zah­lung des Kre­dites, was das Risiko der Bank redu­ziert und zu besseren Kredit­zin­sen führen kann.

  • Was bedeutet fester Zinssatz und variabler Zins?

    Die Kreditzinsen bei einem klassi­schen Raten­kredit sind in den meisten Fällen über die gesamte Lauf­zeit fest­ge­schrie­ben. Darum werden sie als fixe oder gebun­dene Zinsen bezeich­net. Selbst wenn sich die Lage am Kapital­markt ändert, darf die Bank den Zins nicht verän­dern. Das ist anders bei variablen Zinsen. Sie sind ungebunden und verän­dern sich entsprechend den Zinsen am Kapital­markt. Ein Beispiel für variable Zinsen ist der Dispo­kredit. Die Banken können ihre Dispo­zinsen erhöhen, wenn die Zinsen am Geld­markt steigen.

    Bei sehr hohen Krediten mit langen Lauf­zeiten wie einer Bau­finan­zierung ist es üblich, einen festen Zins­satz nur für einen be­stimm­ten Zeit­raum aus­zu­machen. Nach dem Ende dieser Sollzinsbindung wird eine An­schluss­finan­zierung fest­gelegt. In Zeiten niedri­ger Zinsen ist es rat­sam eine lange Zins­bindung zu ver­ein­baren, weil damit die niedrigen Zinsen für viele Jahre fest­ge­schrieben werden.

  • Kann ich Kreditzinsen steuerlich absetzen?

    Haben Sie einen Kredit für den priva­ten Ver­brauch auf­ge­nom­men, können Sie die Kredit­kos­ten nicht steuer­lich geltend machen. Das ist nur mög­lich, wenn der Kredit für beruf­liche Zwecke genutzt wird, z. B. für Investi­tio­nen in ein Unter­neh­men. Aller­dings lassen sich nur die Zins­kos­ten von der Steuer ab­set­zen und nicht der Til­gungs­an­teil.

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