Baufinanzierung ohne Eigenkapital: Wann ist sie möglich?

Kann ich auch ohne Eigen­kapital ein Haus kaufen? Grund­sätzlich ja. Aller­dings erhöht eine Voll­finan­zierung meist die Finanzierungs­kosten. Wir zeigen, wann sie mög­lich ist, welche Voraus­setzungen gelten und welche Risiken sowie Kosten Käufer dabei rea­listisch einplanen sollten.

Baufinanzierung Vergleich

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Baufinan­zierung ohne Eigen­kapital ist grund­sätzlich möglich.
  • Banken verlangen eine sehr gute Bonität, ein stabiles Ein­kommen und eine sichere finanzielle Situation für eine Haus­finan­zierung ohne Eigen­kapital.
  • In der Regel wird eine Baufinan­zierung ohne Eigen­kapital teurer, weil der Darlehens­betrag höher ist und Banken damit ein größeres Risiko eingehen. Das gleichen sie mit einem Zins­aufschlag aus.
  • Nach dem Ende der Zins­bindung bleibt meist eine hohe Rest­schuld übrig, die die Anschluss­finanzierung schwierig machen kann.

Kann man ein Haus ohne Eigenkapital finanzieren?

Zuständige Redakteurin für den Bereich Immobilien
Stand: 12.06.2026

Ja, grundsätzlich kann ein Haus auch ohne Eigenkapital finanziert werden. Dabei über­nimmt das Darlehen der Bank entweder nur den Kauf­preis der Immo­bilie oder zusätz­lich auch die Kauf­nebenkosten. Dies wird auch Voll­finan­zierung genannt.

Ob eine Baufinanzierung ohne Eigen­kapital möglich ist, hängt insbe­sondere von der finan­ziellen Situation des Antrag­stellers ab. Typischer­weise prüfen Banken: 

  • die Höhe und Stabilität des Einkommens,
  • die Bonität,
  • die berufliche Situation sowie
  • den verfügbaren Haushalts­über­schuss nach Abzug aller laufenden Ausgaben. 

Neben dem Kredit­nehmer spielt die Immo­bilie selbst eine wichtige Rolle. Häuser und Wohnungen in gefragten Lagen und mit stabilem Markt­wert gelten für Banken als Sicher­heit. Sollten Sie während der Kredit­lauf­zeit zahlungs­unfähig werden und die Raten nicht mehr bezahlen können, kann die Bank notfalls die Immo­bilie verstei­gern und so die Kredit­summe absich­ern. Bei einer gut ausge­stat­teten Immo­bilie in guter Lage ist die Bank eher bereit, eine Finan­zierung mit geringem oder fehlendem Eigen­kapital anzubieten.

Wichtig ist jedoch: Die Möglichkeit zum Haus­kauf ohne Eigen­kapital bedeutet nicht auto­matisch, dass sie für jeden die beste Lösung ist. Da Banken ein höheres Risiko eingehen, verlangen sie häufig höhere Zinsen als bei Finan­zierungen mit Eigen­kapital. Dadurch steigen sowohl die monat­liche Belastung als auch die Gesamt­kosten des Kredits. Ent­scheidend ist deshalb nicht nur, ob eine Bank die Finan­zierung bewilligt, sondern auch, ob die Rate lang­fristig tragbar bleibt.

Kurz-Fazit: Wann Sie eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital bekommen können

Sollten Sie ein gutes und sicheres Ein­kommen haben und eine wertvolle Immo­bilie in guter Lage kaufen wollen, dann besteht die Möglich­keit zu einem Immobilien­kredit ohne Eigen­kapital.

Was ist der Unterschied zwischen einer 100-Prozent-Finanzierung und einer 110-Prozent-Finanzierung?

Bei einer 100-Prozent-Finanzierung finanziert die Bank den voll­ständigen Kauf­preis der Immo­bilie. Die Neben­kosten beim Hauskauf – etwa Grund­erwerbsteuer, Notar- und Grundbuch­kosten sowie gegebenen­falls Makler­gebühren – müssen Käufer in der Regel selbst bezahlen.

Bei einer 110-Prozent-Finanzierung übernimmt die Bank zusätzlich zum Kauf­preis alle Kaufneben­kosten. Diese Neben­kosten können je nach Bundes­land um 15 % des Kauf­preises aus­machen. Die folgende Tabelle verdeut­licht diesen wesent­lichen Unter­schied noch einmal.

Unterschiede zwischen 100- und 110-Prozent-Finanzierung

Merkmal100-Prozent-Finanzierung110-Prozent-Finanzierung
Umfang der Finanzierungnur der KaufpreisKaufpreis plus alle Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten

(ca. 15 % des Kaufpreises)

nicht enthaltensind enthalten
andere BezeichnungKaufpreisfinanzierungVollfinanzierung
Darlehenshöhe bei einem Immobilienpreis von 300.000 €

300.000 €

(Kaufpreis)

345.000 €

(Kaufpreis 300.000 + Nebenkosten 45.000 €)

Quelle: Vergleich.de, Stand: Juni 2026

Warum ist eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital teurer?

Eine Baufinanzierung ohne Eigen­kapital ist in der Regel teurer als eine Finan­zierung mit Eigen­kapital. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Banken verlangen aufgrund eines größeren Ausfall­risikos höhere Zinsen und die Kredit­summe fällt höher aus.

Fehlendes Eigenkapital erhöht das Ausfallrisiko der Banken

Eine Baufinanzierung ohne Eigen­kapital ist teurer, weil Banken ein höheres Risiko eingehen und dieses Risiko über die Kredit­kondi­tionen berücksichtigen: Sie erhöhen die Zinsen.

Entscheidend ist dabei der sogenannte Beleihungs­auslauf. Er beschreibt das Verhältnis zwischen Darlehens­summe und dem von der Bank ange­setzten Wert der Immobilie. Je mehr Eigen­kapital Käufer einbringen, desto geringer fällt der Finanzierungs­bedarf aus und desto niedriger ist der Beleihungs­auslauf. Für die Bank bedeutet das mehr Sicherheit.

Fehlt Eigenkapital, muss ein größerer Teil des Kauf­preises – oder sogar der gesamte Kaufpreis inklusive Kauf­neben­kosten – finanziert werden. Dadurch steigen der Beleihungs­auslauf und das Risiko für die Bank. Kommt es zu Zahlungs­aus­fällen oder muss die Immo­bilie verkauft werden, kann die Bank ihr Geld unter Umständen nicht voll­ständig zurück­erhalten.

Um dieses Risiko auszu­gleichen, verlangen Banken bei Finan­zierungen ohne Eigen­kapital häufig höhere Zinsen als bei vergleich­baren Finan­zierungen mit Eigenkapital. 

Fehlendes Eigenkapital erhöht die Restschuld

Da die Darlehens­summe bei einer Baufinan­zierung ohne Eigen­kapital insge­samt höher ist und ein größerer Teil der Monats­rate zunächst für Zinsen verwendet wird, wird während der Zins­bindung oft weniger vom Darlehen zurückgezahlt. Nach Ablauf der Zins­bindung verbleibt daher häufig eine höhere Rest­schuld als bei einer Finan­zierung mit Eigenkapital.

Das wird zum Nachteil für den Kredit­nehmer, wenn die Zinsen bei der Anschluss­finanzierung höher liegen als zum Zeit­punkt des Immo­bilienkaufs. Je höher die verblei­bende Restschuld ausfällt, desto stärker wirken sich Zins­ände­rungen auf die zukünftige Monats­rate der Anschluss­finanzierung aus.

Unterschiede einer Baufinanzierung mit vorhandenem und fehlendem Eigenkapital

Baufinanzierung mit EigenkapitalBaufinanzierung ohne Eigenkapital
geringere Darlehenssummehöhere Darlehenssumme
niedrigerer Beleihungsauslaufhöherer Beleihungsauslauf
meist niedrigere Zinsenmeist höhere Zinsen
geringere Monatsratehöhere Monatsrate
niedrigere Gesamtkostenhöhere Gesamtkosten
geringere Restschuldhöhere Restschuld

Quelle: Vergleich.de, Stand: Juni 2026

Ein typischer Denkfehler: Viele Käufer betrachten nur die monat­liche Rate. Ent­scheidend sind jedoch die gesamten Finan­zierungs­kosten über die Lauf­zeit und die Höhe der Restschuld nach Ablauf der Zins­bindung. Die Tabelle zeigt klar: Eine Finan­zierung ohne Eigen­kapital ist nicht nur wegen der höheren Zinsen teurer. Die Kombi­nation aus höherer Darlehens­summe, höheren Finanzierungs­kosten und einer größeren Rest­schuld kann die Gesamt­kosten der Baufinan­zierung über viele Jahre deutlich erhöhen.

Welche Risiken hat eine Vollfinanzierung?

Das größte Risiko einer Vollfinan­zierung ist eine lang­fristig stärkere finan­zielle Belastung z. B. durch höhere Zinsen und einer höheren Rest­schuld am Ende der ersten Zins­bindung. Darüber hinaus verringert sich der finan­zielle Spiel­raum für uner­wartete Aus­gaben. Im Folgenden beschreiben wir die Risiken einer Baufinan­zierung ohne Eigen­kapital ausführlich.

Höhere finanzielle Belastung

Wer kein Eigen­kapital einbringt, finanziert einen größeren Kredit­betrag. Dadurch fallen die monat­lichen Raten meist höher aus als bei einer Finan­zierung mit Eigen­kapital. Gleichzeitig steigen die gesamten Zins­kosten über die Laufzeit.

Höhere Restschuld zum Ende der Zinsbindung

Da der Kredit­betrag höher ist, wird in den ersten Jahren oft weniger Schulden­last abgebaut. Nach Ablauf der Zins­bindung bleibt deshalb häufig eine höhere Rest­schuld übrig. Diese muss an­schließend über eine Anschluss­finanzierung weiter finanziert werden.

Risiko steigender Anschlusszinsen

Ein wichtiger Unsicherheits­faktor sind die Zinsen nach Ablauf der ersten Zins­bindung. Liegen die Markt­zinsen dann höher als heute, kann die Anschluss­finanzierung deutlich teurer werden. Je höher die verbleibende Rest­schuld ist, desto stärker wirkt sich ein Zins­anstieg auf die zukünf­tige Monats­rate aus.

Geringere finanzielle Flexibilität

Wer die Immobilie vollständig finanziert, bindet einen größeren Teil seines monat­lichen Budgets an die Kredit­rate. Dadurch bleibt oft wenig finan­zieller Spielraum für Moderni­sierungen, uner­wartete Aus­gaben oder persön­liche Veränderungen.

Risiko bei sinkenden Immobilienwerten

Fallen die Immobilienpreise nach dem Kauf, kann der Markt­wert der Immo­bilie zeit­weise unter der verbleibenden Kredit­summe liegen. Das ist vor allem dann rele­vant, wenn die Immo­bilie verkauft werden muss oder eine Anschluss­finanzierung ansteht.

Höhere Belastung bei Arbeitslosigkeit oder Einkommensverlust

Eine Vollfinanzierung funktioniert meist nur mit einer dauer­haft tragbaren Haushalts­rechnung. Kommt es zu Arbeits­losigkeit, Eltern­zeit oder einem anderen Einkommens­rückgang, fällt es schwerer, die monat­lichen Kredit­raten zu tragen als bei einer Finan­zierung mit höherem Eigenkapitalanteil.

Kurz-Fazit: Die Finanzierung muss langfristig passen

Die größten Risiken einer Vollfinan­zierung entstehen nicht beim Kauf der Immo­bilie, sondern durch spätere Verände­rungen der persön­lichen oder wirtschaft­lichen Rahmen­bedingungen. Deshalb sollte die Ent­scheidung nicht allein von der Finan­zierungs­zusage der Bank abhängen, sondern von der Frage, ob die Finan­zierung auch lang­fristig zur eigenen Lebens­situation passt.

Wenn Sie Ihren finan­ziellen Spiel­raum rea­listisch einschätzen möchten, kann unser Budget­rechner helfen, die lang­fristige Belast­barkeit der Finan­zierung besser zu beurteilen.

Wann kann eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital trotzdem sinnvoll sein?

Eine Baufinanzierung ohne Eigen­kapital ist nicht auto­matisch die schlech­tere Lösung. Unter bestimmten Voraus­setzungen kann es sinnvoll sein, auf eine hohe Eigen­kapital­quote zu verzichten oder vorhan­dene Rück­lagen bewusst nicht voll­ständig einzusetzen. Ent­scheidend ist dabei immer die Abwägung zwischen niedri­geren Finan­zierungs­kosten und finanzieller Flexi­bilität.

In welchen Situationen eine Vollfinanzierung sinnvoll sein kann

Eine Finanzierung ohne Eigen­kapital kommt vor allem für Käufer infrage, die über ein stabiles Ein­kommen, eine sichere beruf­liche Situation und aus­reichend finan­zielle Reserven verfügen. In solchen Fällen kann die höhere monat­liche Belas­tung häufig besser aufge­fangen werden.

Auch die Immobilie selbst spielt eine Rolle. Immo­bilien in gefragten Lagen mit lang­fristig stabiler Nach­frage gelten oft als weniger risiko­behaftet als Objekte in Regionen mit unsicherer Wert­entwicklung.

Darüber hinaus eignet sich eine Voll­finanzierung eher für Käufer, die ihre Finan­zierung langfristig planen und aus­reichend Spiel­raum für spätere Sonder­tilgungen oder eine Anschluss­finanzierung einplanen.

Warum manche Käufer bewusst Rücklagen behalten

Nicht jeder Käufer setzt vorhan­denes Ver­mögen voll­ständig als Eigen­kapital ein. Manche ent­scheiden sich bewusst dafür, einen Teil ihrer Erspar­nisse als finan­zielle Reserve zurück­zuhalten.

Der Vorteil: Es bleibt ein Puffer für Repara­turen, Moderni­sierungen oder uner­wartete Aus­gaben erhalten. Gerade nach dem Immobilien­kauf entstehen häufig Kosten, die vorab nicht vollständig kalku­lierbar sind.

Dem stehen allerdings höhere Finan­zierungs­kosten gegen­über, weil ein größerer Teil des Kauf­preises über das Darlehen finanziert wird.

Mehr Eigenkapital oder mehr Flexibilität?

Ob möglichst viel Eigenkapital einge­setzt oder ein Teil der Rück­lagen bewusst behalten werden sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Strate­gien verfolgen unter­schied­liche Ziele.

Mögliche Strategien zum Einsatz von Eigenkapital

Zielmögliche Strategie
Finanzierungskosten senkenmehr Eigenkapital einsetzen
finanzielle Reserven erhaltenRücklagen teilweise behalten
Flexibilität bei der Rückzahlung schaffenSondertilgungen vereinbaren
Restschuld reduzierenKreditbetrag von Anfang an verringern

Quelle: Vergleich.de, Stand: Juni 2026

Typischer Denkfehler: Mehr Eigen­kapital ist nicht auto­matisch die beste Lösung. Wer sämt­liche Rück­lagen in die Finan­zierung einbringt, senkt zwar die Finan­zierungs­kosten, verfügt danach aber möglicher­weise über keinen aus­reichenden finan­ziellen Puffer mehr.

Kurz-Fazit: Die passende Strategie hängt von den persönlichen Prioritäten ab

Ob eine Baufinan­zierung ohne Eigen­kapital sinn­voll sein kann, hängt nicht allein von der Höhe des vorhan­denen Ver­mögens ab. Ent­scheidend ist, wie gut die Finan­zierung zur eigenen Einkommens­situation, zum Sicherheits­bedürfnis und zur lang­fristigen Finanz­planung passt.

Wer auch nach dem Immo­bilienkauf aus­reichend Reserven behält und die monat­liche Belas­tung dauer­haft tragen kann, muss vorhan­dene Rück­lagen nicht zwangs­läufig voll­ständig als Eigen­kapital einsetzen.

Welche Rolle spielen die Kaufnebenkosten?

Wer ein Haus ohne Eigen­kapital finanzieren möchte, sollte die Kauf­neben­kosten besonders genau im Blick behalten. Viele Käufer konzen­trieren sich auf den Kauf­preis der Immo­bilie und unter­schätzen die zusätz­lichen Kosten, die beim Erwerb anfallen. Je nach Bundes­land und indi­vidu­eller Situation können diese 15 % und mehr des Kauf­preises ausmachen.

Zu den wichtigsten Kauf­neben­kosten gehören:

Aus Sicht vieler Banken gilt die Finan­zierung der Kauf­neben­kosten als besonders risiko­reich, da sie keinen direkten Gegen­wert in Form der Immo­bilie schafft. Deshalb verlangen viele Kredit­institute, dass zumindest diese Kosten aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Wenn Sie als Käufer die Neben­kosten selbst tragen können, verbessert das häufig die ange­botenen Konditionen.

Ist das nicht der Fall, liegt die Finan­zierungs­summe über dem eigent­lichen Wert der Immo­bilie und Banken tragen ein höheres Ausfall­risiko. Das kann zu strengeren Anforde­rungen, höheren Zinsen oder einer Ablehnung der Finan­zierung führen. Für Kredit­nehmer bedeutet eine 110-Prozent-Finan­zierung zudem eine höhere monat­liche Belastung und höhere Gesamt­kosten über die gesamte Laufzeit.

Reichen die Kaufnebenkosten bereits als Eigenkapital?

Ja, in vielen Fällen können die Kauf­neben­kosten als ausreichender Eigen­kapital­anteil gelten. Die Finan­zierung der Neben­kosten aus eigenen Mitteln verbessert häufig die Chancen auf eine Zusage und führt oft zu besseren Konditionen.

Kurz-Fazit: Eigenkapital für die Nebenkosten hilft bei der Finanzierung

Die Kaufnebenkosten ent­scheiden oft darüber, ob aus einer 110-Prozent-Finan­zierung eine 100-Prozent-Finan­zierung wird. Wer zumindest diese Kosten aus eigenen Mitteln tragen kann, verbessert häufig seine Finan­zierungs­möglich­keiten und redu­ziert das Risiko einer besonders hohen Kredit­belastung.

Fazit: Eine Vollfinanzierung ist möglich – aber nicht für jede Situation sinnvoll

Eine Baufinan­zierung ohne Eigen­kapital kann funktionieren – vor allem bei sicherem Einkommen, stabiler Bonität und einer Immo­bilie mit realis­tischem Kaufpreis. Sie ermöglicht den Immobilien­kauf auch dann, wenn noch kein größeres Ver­mögen aufgebaut wurde.

Gleichzeitig erhöht eine Voll­finan­zierung meist die Zins­kosten, die monat­liche Belastung und das Risiko bei der Anschluss­finan­zierung. Schon kleine Zins­ände­rungen können sich deut­lich auf die Gesamt­kosten auswirken. Deshalb ist nicht nur ent­scheidend, ob eine Bank die Finan­zierung grund­sätzlich ermög­licht, sondern auch, ob die Rate lang­fristig tragbar bleibt.

Wer ausreichend Rück­lagen, einen rea­listischen Puffer und eine stabile Haus­halts­rechnung hat, kann eine Voll­finan­zierung sinn­voll nutzen. Fehlen diese Sicherheits­reserven, steigt das Risiko deutlich.

Häufige Fragen zur Baufinanzierung ohne Eigenkapital

  • Ja, eine Finanzierung von 400.000 € ohne Eigen­kapital ist grund­sätzlich möglich, aber nur bei sehr guter Bonität und einem hohen, stabilen Ein­kommen. Der zentrale Zusammen­hang ist: Ihr Ein­kommen bestimmt den mög­lichen Kredit­betrag. Der Haushalts­über­schuss (Ein­kommen minus feste Kosten) ist der wichtigste Indi­kator, denn nur ein guter Über­schuss sichert die Monats­rate langfristig. 

    Außerdem sind hohe Kredit­summen ohne Eigen­kapital besonders zins­sensibel, weil sich jede Zins­änderung über­propor­tional auswirkt, da keine Eigen­kapital-Puffer vorhanden sind. Schon kleine Zins­steige­rungen erhöhen die Gesamt­belastung erheblich. Da die gesamte Kredit­summe finanziert wird, fallen Monats­rate und Finan­zierungs­kosten meist deutlich höher aus als bei Finan­zierungen mit Eigen­kapital.

  • Vollfinanzierungen werden von verschiedenen Banken und Finan­zierungs­vermittlern angeboten. Ob eine Finan­zierung ohne Eigen­kapital möglich ist, hängt jedoch weniger von der Bank als von der individu­ellen Situation des Käufers ab.

    Entscheidend sind vor allem Bonität, Ein­kommen, Haushalts­über­schuss und die Qualität der Immobilie. Da die Anforde­rungen je nach Anbieter unter­schied­lich ausfallen, kann ein Vergleich mehrerer Finan­zierungs­angebote sinnvoll sein.

  • Eine Vollfinanzierung ohne Eigen­kapital kann sinn­voll sein, ist aber nicht für jede Situation die beste Lösung. Für Käufer mit einem stabilen Ein­kommen, einer sicheren beruf­lichen Situation und aus­reichenden Rück­lagen kann eine Voll­finan­zierung eine Möglich­keit sein, den Immo­bilien­kauf umzusetzen. 

  • Sollten Sie negative SCHUFA-Einträge haben, stehen Ihre Chancen auf einen Immo­bilien­kredit ohne Eigen­kapital schlecht. Da die Grund­voraus­setzung für eine Voll­finan­zierung eine sehr gute Bonität ist, erfüllen Sie dieses Kriterium mit einem schlechten SCHUFA-Score nicht. Sie werden in Deutschland voraus­sichtlich keine Bank finden, die das Risiko eingeht und Ihnen unter diesen Voraus­setzungen einen Haus­kredit ohne Eigen­kapital gibt.

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