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Immobilienfinanzierung

Anschlussfinanzierung: rechtzeitig planen und tausende Euro sparen!

Läuft die Zinsbindung Ihrer Baufinanzierung aus, benötigen Sie eine Anschlussfinanzierung. Mit einem günstigen Anschlusszins können Sie mitunter mehrere tausend Euro sparen. Worauf Sie bei Ihrem Anschlussdarlehen achten sollten und wie Sie genau vorgehen, lesen Sie in unserem Artikel.

Anschlussfinanzierung
  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist eine Anschlussfinanzierung?

      Bei Abschluss einer Immobilienfinanzierung legen Sie mit Ihrer Bank die Konditionen (außer bei einem Volltilgerdarlehen) nicht für die gesamte Laufzeit, sondern nur für eine bestimmte Zeitspanne fest – meist zwischen 5 und 25 Jahren. Viele Baufinan­zierungen erreichen jedoch Laufzeiten von 35 Jahren oder länger, bis sie vollständig getilgt sind. Ist am Ende der Zinsbindung noch eine Restschuld offen, benötigen Sie eine Anschlussfinanzierung. Das bedeutet: Sie unterschreiben bei Ihrer Hausbank oder einem anderen Anbieter einen neuen Vertrag für die nächste Zinsbindung.

      Schließen Sie eine Anschlussfinanzierung zu günstigeren Konditionen als bisher ab, zahlen Sie in der nächsten Zinsperiode weniger für Ihre Baufinanzierung. Das Geld können Sie dann wiederum in die zügigere Tilgung stecken oder für andere Zwecke verwenden. Gerade in Niedrigzinsphasen, wie wir sie momentan erleben, überbieten sich die Banken mit günstigen Angeboten. Ein Bankwechsel kann deshalb interessant sein. Aber Vorsicht: Wechseln Sie für das Anschlussdarlehen die Bank, fallen auch neue Gebühren an. Überlegen Sie deshalb gut, ob sich der Wechsel tatsächlich rechnet.

      Wie hoch sind aktuell die Zinsen bei einer Anschlussfinanzierung?

      Mit unserem Rechner können Sie jetzt sofort das beste Zinsangebot für Ihre individuelle Anschlussfinanzierung berechnen. Wir zeigen Ihnen, wie hoch die Zinsen für eine Anschlussfinanzierung aktuell sind.

      Anschlussfinanzierung Rechner

      Mit dem richtigen Zinsangebot bei der Anschlussfinanzierung können Sie viele tausend Euro sparen. Damit Sie bei den zahlreichen Angeboten am Markt nicht den Überblick verlieren, unterstützt Sie unser Baugeld Vergleich bei der Suche nach den besten Konditionen für eine günstige Anschlussfinanzierung. Über die Suchmaske des Baukredit Vergleichs erhalten Sie durch die Eingabe Ihrer Postleitzahl schnell und einfach die auf Sie zugeschnittenen Angebote aus Ihrer Region.

      Was beeinflusst die Zinsen eines Anschlussdarlehens?

      Ähnlich wie beim Erstabschluss eines Baudarlehens spielen auch bei der Anschlussfinanzierung eines Hypothekendarlehens verschiedene Faktoren eine Rolle:

      • Die Bank: Vergleichen Sie unbedingt die aktuellen Bauzinsen von Anschlussfinanzierungen verschiedener Kreditinstitute. Zwischen einem teuren und einem günstigen Angebot können – abhängig von Restschuld und Zinskonditionen – mehrere tausend Euro Unterschied bestehen.
      • Der Objektwert: Derzeit haben Sie enorme Sparchancen. Ihre Immobilie ist heute sehr wahrscheinlich mehr wert als zum Zeitpunkt des Kaufs, weil die Immobilienpreise stark angezogen haben. Gleichzeitig haben Sie einen Teil des Darlehens abbezahlt. Durch beide Faktoren ergibt sich ein niedrigerer Beleihungswert. Die höhere Sicherheit honorieren Banken mit günstigeren Zinsen.
      • Erwerbstätigkeit: Wenn Sie die Anschlussfinanzierung Ihrer Immobilie bei einer neuen Bank abschließen, spielt auch Ihre Erwerbstätigkeit eine Rolle. Angestellte und Beamte haben es oft leichter als Freiberufler, Selbstständige oder Rentner. Bei den letzten drei Gruppen halten die Banken das Kreditausfallrisiko für höher – und das lassen sie sich in der Regel durch einen Zinsaufschlag bezahlen.
      • Darlehenshöhe: Als Faustregel gilt: Je höher die Kreditsumme, die Sie für die Anschlussfinanzierung Ihres Baudarlehens benötigen, desto höher sind auch die Zinsen.
      • Laufzeit: In der aktuellen Niedrigzinsphase sind kurze Laufzeiten für Anschlussdarlehen von Immobilien in der Regel besonders günstig. Große Sprünge gibt es häufig zwischen einer Laufzeit von 10 und 15 Jahren. Aus Bankensicht sind kurze Kreditlaufzeiten momentan sinnvoll: Sollten die Zinsen wieder steigen, können sie ihren Kunden relativ schnell ein teureres Angebot unterbreiten. Sie als Kunde sollten hingegen gut abwägen: Manchmal kann es sich lohnen auf Nummer Sicher zu gehen und das etwas teurere Angebot mit einer längeren Zinsbindung zu wählen. Denn dadurch können Sie gleichzeitig besser planen.

      Wie werden sich die Zinsen entwickeln?

      Wie sich die Zinsen für eine Anschlussfinanzierung künftig entwickeln werden, lässt sich nie genau vorhersagen. Experten sehen in ihrer Zinsprognose kurzfristig aber keine steigenden Zinsen.

      Wie viel Geld kann ich mit einem günstigeren Anschlussdarlehen sparen?

      Wie die Kosten für Ihre Anschlussfinanzierung ausfallen, wenn Sie ein Angebot mit einem günstigeren Zins finden, macht das folgende Beispiel deutlich: Nehmen wir an, Ihre Zinsbindung ist ausgelaufen und Ihre Restschuld beträgt 150.000 €. Im nachfolgenden Rechenbeispiel vergleichen wir zwei Angebote für eine Anschlussfinanzierung miteinander, die sich beim Sollzins um lediglich 0,6 % voneinander unterscheiden:

      Vergleich zweier Baudarlehen mit einem Zinsunterschied von 0,6 %

       Darlehen 1Darlehen 2
      Darlehensbetrag150.000 €150.000 €
      Sollzinsbindung20 Jahre20 Jahre
      Sollzins0,9 %1,5 %
      Tilgung4,62 %4,02 %
      Rate690 €690 €
      Zinszahlungen über die gesamte Zinsbindung13.854,03 €25.138,45 €
      Restschuld nach 20 Jahren0 €9.458,31 €

      Fazit: Investieren Sie die Zinsersparnis von 0,6 % in die Tilgung, sind Sie bei gleicher monatlicher Rate am Ende der Zinsbindung schuldenfrei! Ein weiterer Vorteil: Sie zahlen weniger Zinsen, Ihre Kosten sind also geringer. Wie viel Geld Sie mit einer günstigen Anschlussfinanzierung sparen können, berechnen Sie mit mithilfe unseres Tilgungsrechners.

      Wie funktioniert eine Anschlussfinanzierung und welche Art von Anschlussdarlehen passt zu mir?

      Bei der Anschlussfinanzierung stehen Ihnen am Ende der Zinsbindung zwei Varianten zur Auswahl:

      • Die Prolongation: Sie führen die Baufinanzierung bei Ihrer Hausbank fort.
      • Die Umschuldung: Sie wechseln zu einem günstigeren Anbieter.

      Vor Ablauf der Zinsbindung können Sie sich ein günstiges Zinsniveau bei der Prolongation oder der Umschuldung außerdem in Form eines Forward Darlehens sichern:

      • Das Forward Darlehen: Sie sichern sich die günstigen Zinsen für einen späteren Zeitpunkt.

      Doch was unterscheidet die einzelnen Arten der Anschlussfinanzierung konkret voneinander und welche Vor- und Nachteile bieten sie Ihnen?

      Die Prolongation − Anschlussfinanzierung bei der bisherigen Bank

      Die Prolongation ist die klassische Variante des Darlehens bei einer Anschlussfinanzierung. Bei dieser Darlehensform schließen Sie mit Ihrer Hausbank einen neuen Vertrag für eine weitere Zinsbindung – jedoch zu neuen Konditionen – ab. Ihr persönliches Prolongationsangebot erhalten Sie von Ihrer Bank spätestens 3 Monate vor Ende der Zinsbindung. Eine Prolongation bietet Ihnen den Vorteil, dass eine Übertragung der Grundschuld an eine neue Bank und die damit verbundenen Gebühren sowie eine erneute Bonitätsprüfung entfallen. Viele Immobilienbesitzer entscheiden sich auch für die Prolongation, weil der damit verbundene Aufwand als geringer eingeschätzt wird. Dabei lohnt sich ein Vergleich der Anschlussfinanzierungen. Denn Sie sollten nicht davon ausgehen, dass Ihre Hausbank Ihnen als langjährigen Kunden automatisch auch den am Markt günstigsten Zins bietet.

      Vorteile

      • Es müssen keine Änderungen im Grundbuch vorgenommen werden, das spart Gebühren
      • keine erneute Prüfung der Bonität notwendig
      • Die Bank hat bereits alle Ihre Unterlagen vorliegen

      Nachteile

      • Der Markt bietet oft noch günstigere Zinsen als die Hausbank

      Umschuldung − Wechsel zu einem anderen Anbieter

      Wechseln Sie nach Ablauf der Zinsbindung zu einer neuen Bank, handelt es sich hierbei um eine Umschuldung. Diese Form der Anschlussfinanzierung lohnt sich, wenn die neue Bank Ihre Baufinanzierung zu besseren Konditionen als Ihre bisherige weiterfinanziert. Allerdings fallen für die Übertragung der Grundschuld auch Notar- und Grundbuchkosten an. Hinzu kommt, dass die neue Bank vor Abschluss des Vertrags erneut Ihre Bonität prüft. Die entsprechenden Unterlagen sollten Ihnen jedoch noch von der Bonitätsprüfung der Erstfinanzierung vorliegen. Sie sollten sich also durch den bürokratischen Aufwand und die Kosten nicht von einer Umschuldung abschrecken lassen. Wie einfach ein Anbieterwechsel ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Umschuldung.

      Vorteile

      • Sie haben die Möglichkeit, eine günstigere Finanzierung abzuschließen
      • Durch den günstigeren Zinssatz sparen Sie Geld

      Nachteile

      • Es fallen Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren an
      • Sie müssen sich einer erneuten Bonitätsprüfung unterziehen

      Das Forward Darlehen − günstige Zinsen bereits im Voraus sichern

      Mit einem Forward Darlehen können Sie sich günstige Zinsen bereits bis zu 5 Jahre vor Ablauf Ihrer Zinsbindung sichern. Sie frieren sich das günstige Zinsniveau sozusagen bis zum Ende Ihrer noch laufenden Zinsbindung ein und schließen zu diesen Konditionen dann ein Anschlussdarlehen ab. Allerdings lassen sich Banken die Sicherung der Zinsen mit einem Aufschlag bezahlen. Wie hoch der ausfällt, hängt davon ab, wie lange im Voraus Sie sich die Zinsen sichern. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie unbedingt mehrere Forward Darlehen vergleichen.

      Ein Forward Darlehen lohnt sich für Sie, wenn die Zinsen aktuell günstig sind und Sie in den kommenden Monaten oder Jahren mit einem Anstieg der Bauzinsen rechnen. Beachten Sie aber, dass die Kreditvereinbarung für Sie und Ihre Bank verbindlich ist. Das heißt: Sie müssen zu diesen Konditionen auch später Ihre Anschlussfinanzierung abschließen. Fallen die Zinsen bis dahin, haben Sie keine Möglichkeit mehr, sich diese für Ihren Anschlusskredit zu sichern.

      Vorteile

      • Sie sichern sich gegen steigende Zinsen ab
      • Das Darlehen verschafft Ihnen Planungssicherheit

      Nachteile

      • Für das Forward Darlehen berechnet die Bank einen Zinsaufschlag
      • Sinken die Zinsen weiter, können Sie sich diese nicht mehr sichern

      Schon gewusst? Das Ende Ihrer Zinsbindung liegt noch in weiter Ferne, Sie würden sich aber gerne jetzt schon die aktuell günstigen Zinsen sichern? Das kann trotz langer Restlaufzeit auch ohne einen Aufschlag möglich sein. Denn Kreditnehmer haben 10 Jahre nach Vollauszahlung des Darlehens das Recht, den Vertrag mit einer Frist von 6 Monaten ohne zusätzliche Kosten zu kündigen (Sonderkündigungsrecht gemäß § 489 BGB Punkt 2). Das bedeutet: Haben Sie ein Immobiliendarlehen für 20 Jahre abgeschlossen, können Sie bei einem günstigen Zinsniveau nach ca. 10 Jahren kündigen und Ihr Darlehen zu dem aktuell günstigsten Zins umschulden.

      Kann ich ein Anschlussdarlehen bei der KfW bekommen?

      Ein Anschlussdarlehen von der KfW bekommen Sie nur unter einer bestimmten Voraussetzung:

      • Sie haben ein Baudarlehen bei der KfW, dessen Zinsbindung bald ausläuft, während die Vertragslaufzeit noch einige Jahre weitergeht. In diesem Fall müssen Sie den Vertrag mit der KfW weiterführen. Vor Ablauf der Zinsbindung wird die KfW Ihnen die neuen Zinssätze mitteilen. Sie können dann in der Regel zwischen einer Vertragslaufzeit von 5 oder 10 Jahren wählen.

      Wenn Sie dagegen eine Umschuldung planen, bekommen Sie kein KfW-Darlehen. Auch wenn Sie ein KfW-Darlehen haben, bei dem bald sowohl die Zinsbindung als auch die Vertragslaufzeit enden, können Sie kein neues KfW-Darlehen bekommen oder den bestehenden Vertrag verlängern. Sie müssen die Anschlussfinanzierung über eine normale Bank regeln.

      Kann ich einen Bausparvertrag als Anschluss­finanzierung nutzen?

      Ja, es ist grundsätzlich möglich einen Bausparvertrag als Anschlussfinanzierung zu nutzen. Diese Variante hat durchaus einige Vorteile:

      • Sehr frühe Planung: Einen Bausparvertrag können Sie bereits 15 Jahre im Voraus abschließen und sich somit extrem früh den Zinssatz für Ihr Hypothekendarlehen sichern. Sollten die Zinsen steigen, spielt das für Sie keine Rolle.
      • Keine Abnahmeverpflichtung: Im Unterschied zu einem Forward-Darlehen müssen Sie einen Bausparvertrag nicht bei Zuteilungsreife in Anspruch nehmen. Sollten also die Zinsen gesunken sein, wenn Sie ein Anschlussdarlehen benötigen, können Sie anderweitig ein Hypothekendarlehen abschließen und den Bausparvertrag weiter besparen oder die bereits angesparte Summe anderweitig verwenden.

      Allerdings birgt ein Anschlussdarlehen mittels Bausparen auch Nachteile:

      • Die Zuteilungsreife: Sobald Sie etwa 40 % der Vertragssumme angespart haben, wird ein Bausparvertrag zuteilungsreif. Allerdings garantiert Ihnen die Bausparkasse keinen fixen Auszahlungstermin. Denn Bausparkassen funktionieren nach dem Solidaritätsprinzip: Sobald genügend Bausparer in die Kasse eingezahlt haben, wird Ihnen der Kredit zur Verfügung gestellt. Ist noch nicht genügend Geld im Topf, kann sich die Auszahlung verzögern. Benötigen Sie diese Summe aber, um bei der Bank Ihren Kredit abzulösen, wird es schwierig.

      Checkliste: Darauf sollten Sie bei einem Baukredit für ein Anschlussdarlehen achten

      • Rechtzeitig Angebote einholen: Holen Sie sich mindestens 3 bis 6 Monate vor Ablauf Ihrer Baufinanzierung Angebote bei Ihrer Hausbank und anderen Anbietern ein. Unser Baugeld Vergleich hilft Ihnen bei der Suche nach den günstigsten Bauzinsen.
      • Konditionen und Vertragsbedingungen vergleichen: Vergleichen Sie die unterschiedlichen Angebote der Banken sorgfältig miteinander und rechnen Sie sich genau aus, welches Angebot sich wirklich lohnt. Achten Sie dabei nicht nur auf den Zinssatz, sondern beziehen Sie alle anfallenden Kosten wie z.B. Notarkosten mit ein.
      • Auf die Nebenbedingungen achten: Vergleichen Sie nicht nur die Zinssätze, sondern auch die Nebenbedingungen der einzelnen Angebote miteinander. Bietet eine Bank neben einem günstigen Zins Sondertilgungen oder eine Option zum Tilgungssatzwechsel an, kann dies bei der Wahl den Ausschlag geben.
      • Verhandeln Sie mit Ihrer Hausbank: Auch wenn das erste Angebot Ihrer Hausbank Sie nicht zufrieden stellt: Die Konditionen für das Anschlussdarlehen sind auch immer Verhandlungssache. Legen Sie Ihrer Bank günstigere Zinsangebote vor und gehen Sie selbstbewusst in das Finanzierungsgespräch. Bedenken Sie, dass Sie für die Bank als langjähriger Kunde, der seine Raten pünktlich bezahlt, ein geringeres Investitionsrisiko darstellen. Es lohnt sich also für Ihre Bank, Sie als Kunden zu behalten.
      • Kündigung der aktuellen Baufinanzierung prüfen: Läuft Ihre Baufinanzierung länger als 10 Jahre, haben Sie nach § 489 BGB ein Sonderkündigungsrecht. Aber auch ohne Sonderklausel kann sich der vorzeitige Ausstieg lohnen. Mit unserem Vorfälligkeitsentschädigungsrechner berechnen Sie, wieviel Sie das kostet.
      • Wählen Sie die richtige Zinsbindung: Sichern Sie sich günstige Zinsen mit einer möglichst langen Zinsbindung. Bei einem hohen Zinsniveau ist es dagegen besser, eine Anschlussfinanzierung mit kurzer Zinsbindung zu wählen. Damit bleiben Sie flexibel und können bei sinkenden Zinsen schneller reagieren.
      • Zinsersparnis in Tilgung investieren: Wenn Sie bei der Anschlussfinanzierung durch einen niedrigeren Zins Geld sparen, sollten Sie dieses nach Möglichkeit in eine höhere Tilgung investieren. Das hat den Vorteil, dass Ihr Darlehen schneller abbezahlt ist und Sie damit am Ende wesentlich mehr Geld sparen als durch einen niedrigeren Zinssatz. 

      FAQ zur Anschlussfinanzierung

      Weiteren wichtige Fragen zum Thema Anschlussfinanzierung haben wir Ihnen im folgenden FAQ zusammengefasst.

      • Gibt es Anschlussdarlehen mit variablem Zinssatz?

        Ja, die gibt es. Bei diesem sogenannten variablen Darlehen schließen Sie eine Baufinanzierung ohne Sollzinsbindung ab. Alle 3 Monate werden die Hypothekenzinsen an die aktuelle Marktsituation angepasst. Richtwert dafür ist der sogenannte Drei-Monats-Euribor.

        Größter Vor- und zugleich Nachteil einer Anschlussfinanzierung mit variablem Zins ist ihre Flexibilität, denn Ihr Finanzierungsvertrag lässt sich kurzfristig kündigen. Wenn Sie sich für ein solches Darlehen entscheiden, sollten Zinsschwankungen von 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten Sie nicht nervös machen.

      • Bekommen Rentner eine Anschlussfinanzierung?

        Statistisch gesehen gelten Rentner für Banken auf Grund ihrer geringeren Lebenserwartung als Risikogruppe. Das Geldinstitut möchte schließlich in jedem Fall sichergehen, dass es alle vereinbarten Raten auch erhält. Das höhere Risiko lassen viele Banken sich mit einem Zinsaufschlag bezahlen.

        Vor Mai 2018 durften Kreditinstitute Anfragen sogar ablehnen, wenn die Rückzahlung innerhalb der statistischen Lebenserwartung nicht möglich war. Durch die sogenannte Immobiliar-Kreditwürdigkeitsrichtlinien-Verordnung wurde diese Regel gelockert.

        Wenn Sie Rentner sind, sollten Sie bei einem Anschlussdarlehen möglichst folgende Aspekte berücksichtigen:

        • Einnahmen- und Ausgabenrechnung bei der Bank vorlegen
        • hohe Tilgung wählen
        • Sondertilgungsmöglichkeiten in den Vertrag aufnehmen

        Manche Banken sehen inzwischen auch Vorteile darin, wenn Kunden bereits in Rente sind. Ihre monatlichen Bezüge sind schließlich sicher und auf Grund Ihres Alters haben viele bereits Vermögenswerte, beispielsweise Immobilien, erworben, die zusätzlich als Sicherheit für einen Kredit dienen können.

      • Bekomme ich trotz SCHUFA-Eintrag eine Anschlussfinanzierung?

        Wenn Sie einen neuen Kredit abschließen wollen und einen SCHUFA-Eintrag haben, wird das schwierig. Eine Anschlussfinanzierung ist aber nicht unbedingt ausgeschlossen. Wir erklären Ihnen, wie Sie am besten vorgehen:

        • Fordern Sie bei der SCHUFA Informationen darüber an, ob überhaupt ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt. Einmal im Jahr können Sie diese SCHUFA-Selbstauskunft kostenlos bekommen. Manchmal sind Einträge dort auch fehlerhaft. Sollte das der Fall sein, klären Sie den Sachverhalt und lassen den Eintrag löschen.
        • Sollte es in Ihrer Kartei einen negativen Eintrag geben, kommt es sehr darauf an, worum es sich genau handelt. Sollten Ihre Kinder beispielsweise ein Abo auf Ihren Namen abgeschlossen haben, dessen Betrag Sie nicht bezahlt haben, ist das sicherlich weniger gravierend, als wenn Sie bereits früher eine Baufinanzierung hatten und deren Raten nicht bedient haben.

        Letztlich entscheidet die Bank anhand des Gesamteindrucks, ob Sie ein Anschlussdarlehen erhalten oder nicht.

      • Gibt es ein Widerrufsrecht für Anschlussfinanzierungen?

        Als Privatverbraucher haben Sie das Recht, jeden Vertrag binnen 14 Tagen zu widerrufen, ohne dass hierfür Kosten entstehen. Das gilt auch für Anschlussdarlehen.

      • Was bedeutet die Wohnimmobilienkreditrichtlinie für Anschlussfinanzierungen?

        Die sogenannte Wohnimmobilienkreditrichtlinie gilt seit 2016 und soll verhindern, dass sich Verbraucher mit Ihren Kreditraten übernehmen. Konkret heißt das: Die Banken müssen sorgfältiger prüfen, ob Sie als Kreditnehmer über die gesamte Vertragslaufzeit in der Lage sein werden, die Rate zu zahlen. Gehen Sie während der Kreditlaufzeit in Rente, arbeiten Sie in einer Branche, in der Entlassungen drohen, oder erwarten Sie bald ein Kind, kann das die Kreditaufnahme erschweren.

        Ursprünglich sollte diese umfangreiche Prüfung bei einer Anschlussfinanzierung erneut erfolgen. Mittlerweile wurden die Regeln aber gelockert: Wer bei derselben Bank bleibt, wird nicht erneut geprüft. Entscheiden Sie sich für eine Umschuldung und einen Wechsel des Kreditinstituts, steht erneut eine aufwändige Prüfung an und Sie müssen wieder viele Unterlagen einreichen.

      • Welche Kosten kommen bei einer Anschlussfinanzierung auf mich zu?

        Entscheiden Sie sich für einen Verbleib bei Ihrer Hausbank, entstehen keine zusätzlichen Kosten für Sie. Ihre Baufinanzierung läuft einfach zu den neu ausgehandelten Konditionen weiter. Schulden Sie am Ende der Zinsbindung zu einer günstigeren Bank um, fallen für die Übertragung der Grundschuld Notar- und Grundbuchkosten an. Diese liegen je nach Vertragskonditionen bei 0,1 - 0,2 % der Darlehenssumme. Bei einer Restschuld von 150.000 € wären das jedoch nur wenige hundert Euro. Als Faustformel gilt hier: Liegt der neue Zins mindestens 0,2 % unter Ihrem bisherigen, lohnt sich die Umschuldung.

        Je länger im Voraus Sie sich ein Forward-Darlehen sichern, desto höher ist in der Regel auch der Zinsaufschlag, den Sie dafür zahlen. Einige Banken verlangen in den ersten Monaten der Vorlaufzeit keinen Zinsaufschlag. Allerdings gelten diese Konditionen häufig nur bei kurzfristig gültigen Angeboten. Im Durchschnitt beträgt der Aufschlag 0,02 Prozentpunkte pro Monat. Je nach Bank fällt der Aufschlag aber unterschiedlich aus.

      Vergleich.de Tipp

      Für eine Anschlussfinanzierung zahlen Sie sehr wahrscheinlich geringere Zinsen als für Ihr bisheriges Hypothekendarlehen. Diese Gelegenheit sollten Sie nutzen, um das Anschlussdarlehen schneller zu tilgen. Dadurch sind Sie früher schuldenfrei und leben dann in einer abbezahlten Immobilie.

      Tipps für Ihren Immobilienkredit

      Von der Wahl der passenden Kreditsumme bis zur günstigen Angebotsfindung und vieles mehr. Mit unseren Tipps und Faustregeln sind Sie für die Finanzierung der eigenen vier Wände gut gerüstet.

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      Negative Bauzinsen werden immer wahrscheinlicher. Banken bereiten sich darauf vor und Kunden hoffen auf Geldgeschenke von der Bank. Doch welche Vorteile sind damit wirklich verbunden?

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      Finanzierungsrechner
       

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