Festgeld anlegen: So finden Sie das optimale Festgeldkonto

Können Sie über einen länge­ren Zeit­raum auf Ihr Er­spar­tes ver­zich­ten? Dann ist eine Fest­geld­an­lage eine gute Idee. Die Zinsen sind in letzter Zeit stark gestie­gen, sodass viele Ban­ken jetzt attra­ktive Zin­sen für ein Fest­geld­kon­to an­bie­ten. Wir haben Tipps, wie Sie in Fest­geld an­le­gen.

Höhere Zinsen mit Festgeld

Festgeld ist ein festverzinstes Anlageprodukt mit Top-Rendite. Aktuelle Angebote finden Sie in unserem Festgeld Vergleich.

Was ist Festgeld und was ist ein Festgeldkonto?

Fest­geld, auch Ter­min­geld ge­nannt, ist neben Tages­geld eine der be­lieb­tes­ten An­lage­for­men in Deutsch­land. Wie funk­tio­niert ein Fest­geld­kon­to? Bei die­ser Anlage­form parken Sie Ihr Geld für einen be­stimm­ten Zeit­raum auf ei­nem Fest­geld­konto. Ihre Bank zahlt Ihnen im Gegen­zug einen fes­ten Zins­satz auf den Be­trag, den Sie als Fest­geld an­le­gen.

An­ders als beim Tages­geld­kon­to haben Sie wäh­rend der verein­bar­ten Lauf­zeit keinen Zu­griff auf Ihre Fest­geld­an­lage. Dafür zah­len Ban­ken aber auch höhe­re Fest­geld­zin­sen, denn durch die län­ger­fris­ti­ge Geld­an­lage kön­nen Ban­ken bes­ser mit Ihrem Geld pla­nen. Ein wei­te­rer Vor­teil: Wäh­rend der gesam­ten Lauf­zeit bleibt der Zins gleich. Vor den übli­chen Markt­schwan­kun­gen ist Ihr Geld auf einem Fest­geld­kon­to ge­schützt. Zu­dem wis­sen Sie, wenn Sie ein Fest­geld­konto er­öff­nen, be­reits genau, wie viel Zins­er­trag Ihnen die Geld­an­lage ein­bringt.

Wie eröffne ich ein Festgeldkonto?

Um von guten Fest­geldzinsen zu pro­fi­tie­ren, müssen Sie ein Fest­geld­kon­to er­öff­nen. Dies funk­tio­niert mit weni­gen Schrit­ten:

  1. Ver­glei­chen Sie Ange­bo­te und wäh­len Sie ein Fest­geld­kon­to: Unser Fest­geld Ver­gleich bie­tet Ihnen einen Markt­über­blick. Haben Sie sich für eine An­lage­sum­me ent­schie­den, müs­sen Sie nur noch das für Sie pas­sen­de Zins­an­ge­bot wäh­len, zu dem Sie Ihr Fest­geld an­le­gen möch­ten.
  2. Stel­len Sie einen Konto­an­trag: Be­vor die Bank Ihnen das Fest­geld­kon­to frei­schal­ten kann, müssen Sie zu­erst einen Konto­an­trag mit Ihren Kontakt­da­ten aus­fül­len. Den An­trag drucken Sie im An­schluss aus und unter­schrei­ben ihn.
  3. Bestä­ti­gen Sie Ihre Iden­ti­tät: Vor Eröff­nung Ihres Fest­geld­kon­tos ist die Bank nach den Auf­la­gen des Geld­wäsche­ge­set­zes ver­pflich­tet, Ihre Iden­ti­tät fest­zu­stel­len. Bei Online-Ban­ken ohne Filial­netz ge­schieht dies per Post­ident- oder Video­ident-Ver­fah­ren. Beim Post­ident-Ver­fah­ren über­prüft ein Mitar­bei­ter der Post Ihre Iden­ti­tät über Ihren Perso­nal­aus­weis oder Reise­pass. Im An­schluss wer­den Ihre Unter­la­gen an die Bank weiter­ge­lei­tet. Beim Video­ident-Ver­fah­ren ge­schieht die Prü­fung inner­halb weni­ger Minu­ten on­line über einen Video­an­ruf.
  4. Über­wei­sen Sie Ihren Anlage­be­trag auf das Fest­geld­konto: Inner­halb weni­ger Tage nach Ab­sen­den des Konto­an­trags er­hal­ten Sie von Ihrer Bank alle nöti­gen Unter­la­gen für Ihr Fest­geld­kon­to. Haben Sie sich mit Ihren Zu­gangs­da­ten an­ge­mel­det, kön­nen Sie den An­lage­be­trag auf Ihr Fest­geld­kon­to trans­fe­rie­ren.
Stellen Sie einen Freistellungsauftrag

Wenn Sie Ihren Sparer­pausch­be­trag nicht be­reits für ande­re Anlage­kon­ten benö­ti­gen, soll­ten Sie Ihrer Bank einen Frei­stellungs­auf­trag schicken. Damit befrei­en Sie Ihre Zins­er­trä­ge bis zu 801 € bzw. für Paare bis zu 1.602 € von der Ab­gel­tungs­steuer.

Sie hoch sind die Festgeldzinsen aktuell?

In der fol­gen­den Ta­bel­le se­hen Sie, wel­che aktu­el­len Fest­geld-Zin­sen und Er­trä­ge Sie für eine Fest­geld­an­lage bei unter­schied­lichen Lauf­zei­ten er­hal­ten.

Die aktuell besten Zinsen und Zinserträge für Festgeld inkl. Zinseszins bei unterschiedlichen Laufzeiten

Laufzeit Anlagebetrag Zins Zinsertrag
1 Jahr 10.000 € 2,75 % 275 €
2 Jahre 10.000 € 3,10 % 620 €
3 Jahre 10.000 € 3,25 % 1.007 €
4 Jahre 10.000 € 3,30 % 1387 €
5 Jahre 10.000 € 3,55 % 1.906 €
10 Jahre 10.000 € 3,10 % 3.570 €

Quelle: Vergleich.de Festgeld Vergleich, Stand: 28.11.2022

Die kon­kre­te Hö­he der Fest­geld­zin­sen hängt zum ei­nen von der Lauf­zeit und zum ande­ren von der Bank ab. Eine lan­ge Lauf­zeit hat für die Bank den Vor­teil, dass sie län­ger mit Ihren Spar­ein­la­gen ar­bei­ten kann. Diese Planungs­sicher­heit beloh­nen die Geld­insti­tu­te in der Re­gel mit höhe­ren Zin­sen. Meist fal­len die Zins­sät­ze bei kur­zen Lauf­zei­ten gerin­ger aus. Außer­dem unter­schei­den sich die Zins­an­ge­bote der ein­zel­nen Ban­ken z. T. er­heb­lich. Für die oben­ste­hen­de Tabelle haben wir die bes­ten Angebote aus unserem Festgeld Vergleich zusam­men­ge­stellt.

Wo bekomme ich die besten Zinsen für mein Geld?

Direktbanken bie­ten Ihnen in der Re­gel höhe­re Zins­sät­ze als Filial­ban­ken. Das ist mög­lich, weil sie wie z. B. die BMW Bank oder 1822direkt kein Filial­netz be­trei­ben und so weni­ger Kos­ten tra­gen als Filial­ban­ken. Die bes­ten Fest­geld­zin­sen bie­ten oft aus­län­di­sche Finanz­dienst­leis­ter, z. B. Renault Bank direkt, ING (früher ING DiBa), Banca Progetto, Bigbank, inbank, J&T Banka, PAYRAY, Crédit Agricole oder Klarna. Manch­mal wer­den Fest­geld­an­lagen im Aus­land von Platt­formen wie WeltSparen ver­mit­telt.

Vorsicht bei Fremdwährungskonten

Riskanter als Fest­geld kann die Geld­anlage in fremden Wäh­run­gen sein. Einige Ban­ken wer­ben mit hohen Rendi­ten auf Fremd­währungs­kon­ten, wo die Zins­er­trä­ge deut­lich höher aus­fal­len kön­nen als bei Geld­an­lagen in Euro-Wäh­rung. Hier besteht aller­dings die Gefahr, dass es auf­grund nega­tiver Wechsel­kurs­ent­wick­lun­gen zu Ver­lus­ten kommt. Diese kön­nen auch hoch sein.

Wann ist Festgeld sinnvoll?

Festgeld macht nur dann Sinn, wenn Sie auf das ange­leg­te Geld in dem ver­ein­bar­ten Zeit­raum nicht zu­grei­fen müs­sen. In diesem Fall ist Fest­geld attrak­tiver als Tages­geld, weil die Fest­geld-Zin­sen höher sind.

Lohnt sich Fest­geld? Das kommt auf Ihre indi­vi­du­elle Bewer­tung von Risi­ko und Ren­di­te an. Fest­geld oder Termin­geld ist beson­ders interes­sant für Anle­ger, die auf Sicher­heit be­dacht sind. Der Er­trag einer Fest­geld­an­lage lässt sich sicher und ohne Risi­ken kal­ku­lie­ren. Ein Ver­lust­risi­ko oder Kurs­schwan­kun­gen exis­tie­ren nicht, wenn Sie Fest­geld an­le­gen. Wer also die Gefah­ren eines Aktien­ge­schäfts scheut, ist hier am besten auf­ge­ho­ben.

Wie viel Geld Sie in Fest­geld anle­gen, hängt von Ihrem indi­vidu­el­len Ver­mö­gen ab. Ideal ist es, verschie­de­ne Anlage­for­men zu mischen. Den­ken Sie je­doch daran, dass Rück­la­gen, die schnell ver­füg­bar sein müs­sen, am bes­ten auf einem Tages­geld­kon­to aufge­ho­ben sind.

Lohnt sich Festgeld auch bei hoher Inflation?

Bei einer hohen In­fla­tions­rate wie im Mo­ment ist die rea­le Ren­di­te einer Fest­geld­an­lage nega­tiv, da die Geld­ent­wer­tung durch die In­fla­tion höher ist als die Zin­sen, die Sie auf Ihr Er­spar­tes erhal­ten. Den Real­zins be­rech­nen Sie, indem Sie die Infla­tions­rate vom Zins­satz bzw. der Ren­dite abziehen. Wir haben für Sie eine Bei­spiel­rechnung durch­geführt. Sehen Sie, wie die Er­trä­ge bei Tages- und Fest­geld in Gegen­über­stellung zu einem MSCI-World-ETF aus­se­hen.

Realrendite verschiedener Arten der Geldanlage 2022

Anlageform Rendite Inflationsrate Realrendite

Tagesgeld

1,1 % (garan­tierter Beispiels­zins)

10,4 %

-9,3 %

Festgeld

2,5 % (garan­tierter Beispiels­zins)

10,4 %

-7,9 %

MSCI World ETF

9 % (durch­schnittl. jährl. Rendite seit 1975)

10,4 %

-1,4 %

Bei einer Infla­tions­rate von 10,4 % ist die Real­rendi­te von siche­ren Geld­an­la­gen wie Tages­geld und Fest­geld deut­lich nega­tiv. Je­doch schmä­lern Sie die Ent­wer­tung Ihres Geldes mit bei­den Anlage­for­men im Ver­gleich dazu, Ihr Geld ein­fach auf einem Giro­kon­to par­ken, auf dem Sie gar keine Zin­sen er­hal­ten.

Die Infla­tion schla­gen kön­nen Sie der­zeit wahrscheinlich nicht einmal mit risiko­rei­che­ren Geld­an­la­gen wie Ak­tien oder einer Inves­ti­ti­on in einen MSCI-World-ETF. Dieser börsen­notier­te Index­fonds setzt breit ge­streut auf über 1.500 Unter­neh­men aus 23 Indus­trie­staa­ten. Er er­ziel­te seit 1975 eine durch­schnitt­liche Ren­dite von 9 % pro Jahr. Je­doch ist ein Gewinn nicht sicher, auch Ver­lus­te sind mög­lich. Des­halb soll­ten Sie bei ETFs einen lan­gen An­lage­hori­zont von 15 Jahren haben. In diesem Zeit­raum hat ein An­leger mit einem ETF auf den MSCI World Index noch nie Ver­lust ge­macht.

Wie sicher ist Festgeld?

Beim Fest­geld sind Ihre Spar­ein­la­gen durch verschie­de­ne Ein­lagen­siche­rungs­sys­teme ge­schützt. Im Falle einer Banken­plei­te wer­den Sparer von der gesetz­lichen Ent­schädi­gungs­ein­rich­tung deut­scher Banken EdB ent­schä­digt. Diese Ein­lagen­siche­rung garan­tiert eine Ent­schädi­gung bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank. Gemein­schafts­kon­ten sind bis zu 200.000 € ge­schützt.

Darüber hin­aus gibt es zu­sätz­liche frei­willi­ge Siche­rungs­sys­teme der verschie­de­nen Ban­ken und Spar­kas­sen, die auch da­rüber­hinaus­ge­hen­de Sum­men ab­sichern. Wie hoch diese Be­trä­ge genau sind, erfah­ren Sie auf der Inter­net­sei­te der jewei­li­gen Bank.

Wie hoch ist das Risiko einer Festgeldanlage in der EU?

Die gesetz­liche Ein­lagen­siche­rung gilt für deut­sche Ban­ken sowie im EU-Aus­land. Ihr Er­spar­tes ist also auch dort durch die Ein­lagen­siche­rung bis zu 100.000 € ab­ge­sichert. In unse­rem Fest­geld Ver­gleich sehen Sie auf einen Blick, wie und in wel­cher Höhe Ihre Spar­ein­lage ge­schützt ist. Falls die Ein­lagen­siche­rung nicht aus­rei­chen soll­te, wenn eine Bank pleite­geht, bürgt das jewei­lige EU-Land für Ihre Spar­ein­lagen. Daher empfeh­len wir, dass Sie auf das Länder­ra­ting schau­en, das für die Bank Ihrer Wahl gilt. Dieses gibt wieder, wie Rating­agen­tu­ren die Boni­tät des Lan­des ein­schät­zen.

Wenn Sie auf gute Fest­geld-Ange­bote aus dem Aus­land stoßen, kann es sein, dass dahin­ter Platt­for­men wie Welt­Spa­ren oder Zins­pi­lot als Ver­mitt­ler ste­hen. Diese sind seriös. Wenn Sie z. B. über WeltSparen Fest­geld anlegen wollen, fin­den Sie auch diese Ange­bote in unse­rem umfang­rei­chen Fest­geld Ver­gleich.

Wie lange soll man Festgeld anlegen?

Die Lauf­zeit für Fest­geld liegt in der Re­gel zwischen 1 Monat und maximal 10 Jahren. Je nach Markt­zins­lage empfiehlt sich eine kürze­re oder länge­re Lauf­zeit. Sind die Zin­sen nied­rig, soll­ten Sie Ihr Fest­geld nicht län­ger als für höchs­tens 3 Jahre fest­schrei­ben. Wenn Sie zeit­nah stei­gen­de Zin­sen er­war­ten, le­gen Sie Ihr Geld lie­ber nur für einen kürze­ren Zeit­raum, z. B. 1 Jahr oder 2 Jahre, an.

Der Grund: Die Höhe der Zinsen ist maßgeb­lich von der Geld­poli­tik der Euro­päi­schen Zentral­bank (EZB) ab­hän­gig. Lan­ge lag der Leit­zins der EZB auf einem histo­ri­schen Tiefst­stand. Im Juli 2022 läu­te­te die EZB die Zins­wen­de ein und hob den Leit­zins zum ers­ten Mal seit 11 Jahren an. Weitere große Er­hö­hungen schlossen sich an. Noch mehr Zins­schrit­te sol­len fol­gen. Damit stei­gen auch die Zin­sen für Fest­geld. Bei einer lan­gen Lauf­zeit Ihrer Fest­geld­an­lage profi­tie­ren Sie als Anle­ger vom stei­gen­den Zins­niveau aber nicht. Zu kurz sollte die Lauf­zeit je­doch auch nicht aus­fal­len, wenn Sie Fest­geld an­le­gen, denn die Zins­höhe für Fest­geld orien­tiert sich vor allem an der Lauf­zeit.

Rechenbeispiel: So verändert sich der Zins bei unterschiedlichen Laufzeiten

Das fol­gen­de Rechen­bei­spiel zeigt, wie sich Zins und Er­trag für ein Anlage­be­trag von 10.000 € bei unter­schied­lichen Lauf­zei­ten mit eventuellem Zinses­zins än­dert. Für die Berech­nung haben wir immer den güns­tigs­ten An­bie­ter aus unse­rem Fest­geld Ver­gleich (Stand: 13. Oktober 2022) heran­ge­zo­gen:

Laufzeit Anlagebetrag Zins Zinsertrag

6 Monate

10.000 €

1,60 %

80 €

2 Jahre

10.000 €

2,70 %

540 €

5 Jahre

10.000 €

3,05 %

1.525 €

Legen Sie Ihre 10.000 € für 6 Mona­te an, erhal­ten Sie 1,60 % Zin­sen. Bei einer Lauf­zeit von 2 oder 5 Jah­ren sind es hinge­gen schon 2,70 % bzw. 3,05 % für Ihre Fest­geld­an­lage. Es lohnt sich des­halb, sich im Vor­feld genau aus­zu­rech­nen, wie viel Zins­ge­winn Sie bei wel­cher Lauf­zeit mit Ihrem Fest­geld­kon­to tat­säch­lich er­zie­len. Erst dann soll­ten Sie sich für die passen­de Lauf­zeit ent­schei­den und Fest­geld an­le­gen. Unser Fest­geld Ver­gleich zeigt Ihnen nach Ein­gabe der Lauf­zeit und des An­lage­be­trags für jeden Zins­satz die genaue Höhe Ihres Zins­ge­winns an. Auch eventuelle Zinseszinsen sind hier schon einberechnet.

Mit einer Festgeldtreppe bleiben Sie flexibel

Wenn Sie unter­schied­liche Fest­geld-Lauf­zei­ten kombi­nie­ren und eine Zins­treppe bilden, erhal­ten Sie sich die Chan­ce auf stei­gen­de Zin­sen und bewah­ren sich Flexi­bili­tät. Eine Fest­geld­trep­pe erhal­ten Sie, indem Sie ihren Anlage­be­trag auf unter­schied­liche Lauf­zei­ten auf­tei­len. Neh­men wir an, Sie möch­ten 50.000 € als Fest­geld an­le­gen. Dann tei­len Sie den Be­trag durch 5 und legen 10.000 € als Fest­geld für 1 Jahr an, 10.000 € für 2 Jahre, 10.000 € für 3 Jahre, 10.000 € für 4 Jahre und 10.000 € für 5 Jahre an. Nutzen Sie je­weils unse­ren Fest­geld Ver­gleich, um das güns­tigs­te Ange­bot zu fin­den.

Mit der Zins­trep­pe sind Sie so­wohl bei stei­gen­den Zin­sen als auch bei fallen­den Zin­sen auf der siche­ren Seite: Ste­hen bei der Aus­zah­lung des ein­jäh­ri­gen Fest­gel­des die Zin­sen in­zwi­schen hö­her, kön­nen Sie für die Wieder­an­lage ein neues Ange­bot wäh­len und sich so das Zins­plus sichern. Falls die Zin­sen statt­des­sen zwi­schen­zeit­lich gesun­ken sein soll­ten, legen Sie ent­we­der zu den nied­ri­ge­ren Zin­sen wie­der an. Sie ha­ben aber auch die Frei­heit, sich jetzt gegen eine Wieder­an­lage zu ent­schei­den und eine ande­re Anlage­form zu wäh­len. In je­dem Fall ist Ihr Risi­ko we­gen der gesplit­te­ten Anlage­be­trä­ge be­grenzt.

Wie waren die Festgeldzinsen in den letzten 20 Jahren?

In den letz­ten 20 Jah­ren sind die Zin­sen im Gro­ßen und Gan­zen ge­fal­len, wie der Blick in die Ver­gan­gen­heit zeigt. Im Jahr 2000 gab es noch kräf­tige Spar­zin­sen, dann san­ken sie. Aller­dings ging es von 2003 bis 2008 wieder kurz auf­wärts mit den Zin­sen. In den Jahren 2008/2009 be­ka­men die An­le­ger laut einer Untersuchung der FMH-Finanzberatung bis zu 5 % Zin­sen für 3-jähriges Festgeld in Deutschland. Nach der Finanz­krise fie­len die Zin­sen dann lang­fris­tig. Die Euro­päi­sche Zentral­bank (EZB) senk­te den Leit­zins von 4 % im Jahr 2008 fast durch­ge­hend ab – bis auf null im Jahr 2016. Diese Niedrig­zins- und sogar Null­zins­poli­tik drückte die Zin­sen auf Spar­ein­la­gen. Von 2014 an er­hiel­ten Fest­geld-Spa­rer nur noch ca. 1 % oder weniger Ren­di­te. Erst seit Juli 2022 hebt die EZB den Leit­zins wie­der an. Banken geben die Stei­ger­ung über höhe­re Zin­sen auf Tages­geld und Fest­geld an ihre Kun­den wei­ter.

Kann ich mein Festgeldkonto während der Laufzeit kündigen?

Eine Kündi­gung des Fest­geld­kon­tos wäh­rend der Lauf­zeit ist in der Re­gel nicht mög­lich. In einigen Fäl­len stim­men Ban­ken einer vor­zeiti­gen Kündi­gung je­doch aus Ku­lanz zu. Hier­bei kann die Bank je­doch auf die Ver­zin­sung Ihrer Fest­geld­an­lage kom­plett ver­zich­ten oder den Anlage­be­trag zu einem wesent­lich niedri­ge­ren Zins als verein­bart aus­zah­len. Zusätz­lich kann die Bank für die vor­zei­ti­ge Auf­lö­sung des Fest­geld­kon­tos Gebüh­ren er­he­ben, deren Höhe nicht vom Gesetz gere­gelt ist. Was der Gesetz­ge­ber nach § 314 des Bürger­lichen Gesetz­buch (BGB) aller­dings gere­gelt hat, ist das Recht, dass ein laufen­der Ver­trag von jeder Vertrags­par­tei „aus wichti­gem Grund ohne Ein­hal­tung einer Kündi­gungs­frist“ gekün­digt wer­den darf. Dies ist unter ande­rem der Fall, wenn der Kredit­neh­mer Arbeits­losen­geld II (Hartz 4) bezieht oder der Bank eine Insol­venz droht.

Muss ich mein Konto zum Laufzeitende kündigen?

Das hängt von den jeweili­gen Ver­trags­bedin­gun­gen Ihres Fest­geld­kon­tos ab. Steht im Ver­trag, dass das Fest­geld­konto nach Ab­lauf der Lauf­zeit auto­ma­tisch auf­ge­löst wird, müs­sen Sie gar nichts tun. Ihre Bank trans­feriert den Anlage­be­trag zusam­men mit dem Zins­er­trag auf Ihr Refe­renz­kon­to. Viele Ban­ken ver­lan­gen von ihren An­le­gern je­doch eine schrift­liche Kündi­gung zum Ende der Lauf­zeit. Passiert dies nicht, wird der Anlage­be­trag für den­sel­ben Zeit­raum er­neut und dann zu den aktu­el­len Zins­kondi­tio­nen ange­legt. Hier­bei spricht man von einer „auto­matischen Prolon­ga­tion“. Bei eini­gen Ban­ken kön­nen Sie die auto­ma­tische Wieder­an­lage je­doch be­reits im Konto­an­trag aus­schlie­ßen.

Kündigungsfrist nicht verpassen

In jedem Fall soll­ten Sie vor Ver­trags­ab­schluss klä­ren, ob eine akti­ve Kündi­gung zum Ende der Lauf­zeit not­wen­dig ist. Ist dies der Fall, soll­ten Sie sich eine Erinne­rung für die Kündi­gung setzen. Wich­tig: Beach­ten Sie hierbei auch die Kündi­gungs­fris­ten der jewei­ligen Ban­ken! Wenn Sie sicher­gehen wol­len, schicken Sie die Kündi­gung gleich nach Eröff­nung des Fest­geld­kon­tos schrift­lich an Ihre Bank.

Beispiel für eine auto­ma­tische Pro­lon­ga­tion: Sie haben Ihr Fest­geld in Höhe von 10.000 € für 3 Jahre zu 2,70 % ange­legt. Kündi­gen Sie Ihre Fest­geld­an­lage nicht recht­zei­tig, legt die Bank Ihren Fest­geld­be­trag samt Zin­sen nach Lauf­zeit­ende er­neut für 3 Jahre zu den aktu­el­len Zins­kondi­tio­nen an. In unserem Bei­spiel­szena­rio ist der Zins dieser Bank in der Zwischen­zeit je­doch auf 1 % gesun­ken.

Veränderung des Zinsertrages bei automatischer Prolongation

  Anlagebetrag Zins Zinsertrag

1. Laufzeit

10.000 €

2,70 %

810 €

2. Laufzeit (Wiederanlage)

10.000 €

1 %

300 €

Durch die Wieder­an­lage erhalten Sie für 3 Jah­re Lauf­zeit ohne Zinses­zins statt 810 € nur noch 300 €. Zudem ist Ihnen die Mög­lich­keit ent­gan­gen, selbst ein besse­res Zins­an­ge­bot zu suchen und zu ei­nem ande­ren An­bie­ter zu wech­seln. Die auto­ma­tische Prolon­ga­tion muss je­doch nicht zwangs­läu­fig ein Nach­teil sein: Bei einem stei­gen­den Zins­niveau kann Ihr Fest­geld durch die Wieder­an­lage mehre­re Jahre ohne Auf­wand Ihrer­seits eine gute Ren­di­te er­wirt­schaf­ten.

Was sind bei Festgeld die Vorteile und Nachteile?

Vorteile eines Festgeldkontos

  • Das Festgeld­konto ist eine beson­ders siche­re Geld­an­lage.
  • Die Bank zahlt Ih­nen über die gesam­te Lauf­zeit einen fes­ten Zins.
  • Ihr Anlage­betrag ist vor Markt­schwan­kun­gen geschü­tzt.
  • Die Fest­geld­an­lage bietet Ihnen Planungs­sicher­heit.
  • Durch Zins­gut­schrif­ten kön­nen Sie vom Zinses­zins­effekt profi­tie­ren.

Nachteile eines Festgeldkontos

  • Sie können wäh­rend der Lauf­zeit nicht über das ange­leg­te Kapi­tal ver­fü­gen.
  • Stei­gen die Zin­sen währ­end der Lauf­zeit, kön­nen Sie nicht davon pro­fi­tieren.
  • Kommen Sie in eine finan­ziel­le Schief­lage, kommen Sie nur schwer an Ihr Er­spar­tes.

Wie sollte man sein Vermögen streuen?

Am besten tei­len Sie Ihr Er­spar­tes auf verschie­de­ne Töp­fe auf. Sie benö­ti­gen zu­nächst ein­mal eine oft Not­gro­schen genann­te Rück­lage, auf die Sie jeder­zeit zu­grei­fen kön­nen, etwa bei Nach­zah­lun­gen für Strom und Gas, für an­stehen­de Repa­ra­tu­ren oder bei länge­ren Krank­hei­ten. Dafür eig­net sich ein Tages­geld­kon­to. Es soll­te ca. sechs Netto-Monats­ge­häl­ter um­fas­sen. Erst Geld, das Sie darüber­hin­aus­ge­hend übrig­haben, soll­ten Sie für eine andere Geld­an­lage ins Auge fas­sen. Besse­re Zin­sen trotz eben­falls hoher Sicher­heit erhalten Sie für Fest­geld. Hier kennen Sie Lauf­zeit und Zins­satz und haben völlige Planungs­sicher­heit. Über­le­gen Sie sich, wel­chen Anteil Ihres Ver­mögens jenseits des Not­groschens Sie auf diese Weise risiko­los inves­tie­ren wol­len. Beden­ken Sie aber auch, dass Sie beim Fest­geld an­le­gen an­ge­sichts der hohen Inflations­rate der­zeit eine nega­tive Real­ren­dite erwirt­schaf­ten, d.­ h. Ihr Ver­mö­gen schmilzt trotz der Zin­sen weiter, wenn auch lang­samer.

Histo­risch betrach­tet, erzie­len Sie durch­schnitt­lich eine deut­lich höhe­re Ren­di­te von ca. 9 % mit einer Geld­an­lage in börsen­notier­te Index­fonds, kurz ETFs. Dies gilt beson­ders, wenn Sie min­des­tens 15 Jahre inves­tiert blei­ben. Legen Sie Wert auf mehr Gewinn und scheu­en das höhe­re Risi­ko nicht, legen Sie Ihr Geld in Ak­tien oder in einen Index­fonds wie einen MSCI-World-ETF an.

Sicher­heits­orien­tier­te Anle­ger set­zen oft ganz oder zu ca. 60 % auf Fest­geld oder Staats­an­leihen und nur bis zu 40 % auf Inves­ti­tio­nen in Ak­tien oder Fonds. Risiko­orien­tier­te An­le­ger gehen dage­gen oft mit bis zu 100 % Ihres Ver­mö­gens an die Bör­se. Als aus­ge­wo­gen gilt eine Strate­gie mit 50 % An­lei­hen und Fest­geld sowie 50 % ETFs oder Ak­tien. Ihre eige­ne Mischung muss Ihren persön­lichen Zielen und Ihrer Veran­la­gung ent­spre­chen. Weite­re Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie auf der Seite Anlage­tipps.

Häufige Fragen zum Festgeld

  • Gibt es beim Festgeldkonto eine Mindestanlage?

    Ja, einige Ban­ken verlan­gen für ein Fest­geld­konto eine Min­dest­an­la­ge­sum­me. Die Höhe vari­iert von Anbie­ter zu Anbie­ter. Bei Fest­geld liegt sie bei den meis­ten Ban­ken bei 2.500 bis 5.000 €. Bei eini­gen geht es aber auch schon ab 1.000 € los, andere verlan­gen mindes­tens 10.000 €. Es gibt auch Kon­ten ohne Mindest­an­lage­sum­me. Die genaue Höhe des Min­dest­an­lage­be­trags fin­den Sie auf der je­wei­li­gen Ange­bots­sei­te der Bank oder in den Vertrags­bedin­gun­gen.

    Be­den­ken Sie je­doch, dass mit der Höhe der An­lage­sum­me auch Ihre Zins­er­träge stei­gen. Wenn Sie also einen guten Zins­ge­winn er­rei­chen möch­ten, soll­te der Anlage­be­trag nicht zu nied­rig aus­fal­len. Eini­ge Ban­ken le­gen bei Ab­schluss eines Fest­geld­ver­tra­ges auch eine Maxi­mal­an­lage­sum­me fest, die sich je­doch meist im sechs­stel­li­gen Be­reich befin­det.

  • Warum muss ich für die Festgeldanlage ein Referenzkonto angeben?

    Bei einem Fest­geld­kon­to han­delt es sich um ein rei­nes Anlage­kon­to. Über­wei­sun­gen oder Last­schrif­ten wie bei einem nor­ma­len Giro­kon­to kön­nen Sie über die­ses Kon­to nicht vor­neh­men. Um Ein- und Aus­zah­lun­gen auf Ihr Fest­geld­kon­to vor­zu­neh­men, benö­tigt Ihre Bank des­halb ein Refe­renz­konto. Nach Ende der Lauf­zeit wird das ange­leg­te Fest­geld inklu­sive der ange­spar­ten Zin­sen dann auf das ange­gebe­ne Kon­to über­wie­sen.

    Unsere Empfeh­lung: Wäh­len Sie als Referenz­kon­to ein ver­zins­tes Konto. So er­hal­ten Sie für Ihr Er­spar­tes auch nach der Auf­lö­sung des Fest­geld­kon­tos Zin­sen auf den aus­ge­zahl­ten Be­trag. Als Refe­renz­kon­to kön­nen Sie bei­spiels­weise ein verzins­tes Giro­kon­to oder ein Tages­geld­kon­to ver­wen­den. Das Kon­to kann auch bei einer an­de­ren Bank lau­fen. Einzi­ge Vor­aus­set­zung: Es muss bei einer deut­schen Bank ge­führt wer­den. Ach­ten Sie zudem da­rauf, dass das Refe­renz­kon­to gebühren­frei ist. Der Grund: Ein Fest­geld­kon­to ist in der Re­gel kosten­los. Ist das Fest­geld­kon­to je­doch an ein gebühren­pflich­tiges Refe­renz­kon­to ge­knüpft, schmä­lert die Ge­bühr Ihren Zins­ge­winn.

  • Warum lohnt es sich, einen Freistellungsauftrag zu stellen?

    Mit einem Frei­stel­lungs­auf­trag bewah­ren Sie Ihre Zins­er­träge bis zu einem be­stimm­ten Be­trag vor der Be­steue­rung. Der Sparer­pausch­be­trag be­trägt pro Person 801 €, für Paare 1.602 €. Grund­sätz­lich müs­sen An­le­ger auf Zins­er­träge, auch von Fest­geld, pau­schal 25 % Ab­geltungs­steuer plus Soli­daritäts­zu­schlag und gegebenen­falls Kirchen­steuer zah­len. Deut­sche Ban­ken sind seit der Ein­füh­rung der Ab­geltungs­steuer 2009 gesetz­lich dazu ver­pflich­tet, die Steuer von Ihren Zins­er­trä­gen abzu­zie­hen und di­rekt an das Finanz­amt abzu­füh­ren.

    Haben Sie den Frei­stellungs­auf­trag nicht recht­zei­tig ge­stellt, ist es mög­lich, das Geld mit der nächs­ten Ein­kom­mens­steuer­er­klä­rung vom Fis­kus zurück­zu­for­dern. Gering­ver­die­ner wie Rent­ner oder Stu­den­ten kön­nen statt des Frei­stel­lungs­auf­trags eine Nicht­ver­an­lagungs­be­schei­ni­gung ein­rei­chen. Die Beschei­ni­gung wird vom Finanz­amt aus­ge­stellt und gilt für maxi­mal 3 Jah­re.

  • Wann erfolgt die Zinsgutschrift beim Festgeldkonto?

    Bei einer Fest­geld­an­lage mit einer Lauf­zeit unter 12 Mona­ten er­folgt die Zins­aus­zah­lung in der Re­gel am Ende der Lauf­zeit. Le­gen Sie Ihr Geld für mehre­re Jah­re an, bieten einige Ban­ken auch monat­liche, vier­tel- oder jähr­liche Zins­gut­schrif­ten an. Diese Aus­schüt­tung in Inter­val­len ist vorteil­haft für Sie: Schreibt die Bank Ihnen bei­spiels­weise bei einer drei­jähri­gen An­lage je­des Jahr Zin­sen in Form einer Wieder­an­lage auf Ihr Fest­geld­kon­to gut, profi­tie­ren Sie vom soge­nann­ten Zinses­zins­effekt.

    Denn: Durch die jähr­lichen Zins­gut­schrif­ten kann sich Ihre Anlage­sum­me erhö­hen. Dann wird jedes Jahr eine hö­he­re Sum­me auf Ihrem Fest­geld­kon­to ver­zinst – Sie machen mit Ihrer Fest­geld­an­lage also am Ende mehr Gewinn. Falls Ihnen Ihre Bank den Zins­ge­winn direkt auf Ihr Refe­renz­konto über­weist, haben Sie bereits wäh­rend der Lauf­zeit jedes Jahr zusätz­liches Geld zur freien Verfü­gung. Ob Ihre Bank Ihnen die Zin­sen auf Ihren Anlage­be­trag oder auf Ihr Refe­renz­kon­to gut­schrei­ben soll, kön­nen Sie in den meis­ten Fäl­len bei der Konto­er­öff­nung be­stim­men.

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