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Immobilienfinanzierung

KfW-Förderung im Überblick: alle KfW-Programme für Ihre Baufinanzierung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse, mit denen Sie Ihre Immobilie oder einzelne Baumaßnahmen finanzieren können. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Programme und wofür Sie welche KfW-Förderung bekommen.

KfW-Förderung: Nutzen Sie die Finanzspritze vom Staat
  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist die KfW-Förderung?

      Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Privatpersonen im Rahmen einer Immobilienfinanzierung bei Maßnahmen, die den Energieverbrauch bei bestehenden Gebäuden senken und bei Neubauten möglichst geringhalten. Für diese umweltbewusste Bauweise vergibt die KfW zum einen zinsgünstige Darlehen, zum anderen können Sie auch einen KfW-Zuschuss beantragen, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Bei größeren Maßnahmen ist die KfW-Förderung oft ein Teildarlehen von mehreren.

      Für die Förderung durch die KfW gelten folgende Rahmenbedingungen:

      • Bei vielen Förderprogrammen der KfW sind Sollzinsbindungen bis zu 20 Jahre möglich. Damit können Sie sich aktuell niedrige Zinsen langfristig sichern.
      • Zur KfW-Förderung gehört außerdem, dass eine tilgungsfreie Zeit zum Beginn der Laufzeit möglich ist.
      • Verschiedene Förderprogramme der KfW sind miteinander kombinierbar. So kann die mögliche Kreditsumme erhöht werden.
      • Die KfW-Förderung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Gebäude müssen z. B. bestimmten Standards der Energieeffizienz entsprechen und bei vielen Förderprogrammen ist ein Energieexperte als Gutachter und Berater Voraussetzung. Beim Baukindergeld durften bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

      Gut zu wissen: Die KfW wurde 1948 gegründet. Als staatliche Förderbank unterstützt sie Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und damit auch zum energieeffizienten Bauen und Sanieren von Wohngebäuden. Außerdem legt sie Programme zur Förderung von Bildungsmaßnahmen, von Unternehmen und von Kommunen sowie zur Entwicklungshilfe auf. Sie erzielt pro Jahr ein Gesamtfördervolumen von rund 80 Milliarden €.

      Was unterstützen die KfW-Förderprogramme?

      Die KfW-Förderprogramme dienen zum großen Teil der Finanzierung des Wohnungsbaus in Deutschland. Die Schwerpunkte der KfW-Förderung liegen beim Hauskauf, dem Neubau, der Sanierung und der Modernisierung. Bei den meisten Förderprogrammen spielen energieeffiziente Standards eine wichtige Rolle.

      Übersicht zur KFW-Förderung

      Mehrere KfW-Programme können nicht mehr beantragt werden

      Am 1. Juli 2021 wurden die häufig beantragten KfW-Programme 151, 152 und 430 durch andere Fördermaßnahmen im Rahmen der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude ersetzt (Wohngebäude Kredit 261 und 262 sowie Wohngebäude Zuschuss 461). Ausführliche Informationen finden Sie hier.

      Welche KfW-Programme gibt es?

      Die KfW bietet eine Vielzahl von Programmen, die an Privatpersonen vergeben werden und den Wohnungsbau oder die Erneuerung von Wohnraum fördern. Dem Bereich der energieeffizienten Maßnahmen lassen sich die Programme 261, 262 und 461 zuordnen. Weitere Programme zur Förderung des Wohnungsbaus, bei denen die Energieeffizienz nicht im Mittelpunkt steht, sind KfW 124/134, KfW 159, KfW 270, 424 und 455.

      Die folgenden Tabellen beschreiben die einzelnen Programme, deren Inhalte und die Höhe der Darlehen und Tilgungszuschüsse.

      Die KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen, Sanieren oder Kaufen in der Übersicht

       InhaltWas wird wie gefördertHöhe der Förderung
      KfW 261komplettes Wohngebäude energieeffizient Bauen und SanierenDarlehen mit Tilgungs­zuschuss für Bau oder Kauf eines neuen KfW-Effizienz­hauses oder Komplettsanierung eines alten Gebäudes
      • Kredit bis 150.000 €
      • Zuschuss bis 75.000 €
      KfW 262energieeffizient Sanieren mit EinzelmaßnahmenDarlehen und Tilgungs­zuschuss für einzelne Maßnahmen, z. B. Einbau einer neuen Heizung
      • Kredit bis 60.000 €
      • Zuschuss bis 30.000 €
      KfW 461energieeffizient Sanierendirekter Zuschuss für komplette Sanierung oder einzelne Maß­nahmen
      • Zuschuss bis 75.000 €

      Während die obere Tabelle die Programme auflistet, bei denen eine erhöhte Energieeffizienz gefördert wird, finden Sie in der unteren Tabelle weitere Förderprogramme der KfW zum Hausbau, Umbau oder Hauskauf.

      KfW-Förderprogramme zu weiteren Maßnahmen in Haus und Wohnung

       InhaltWas wird wie gefördertHöhe der Förderung
      KfW 124WohneigentumDarlehen für den Kauf oder Bau eines selbst­genutzten Eigen­heimsbis 100.000 €
      KfW 134WohneigentumDarlehen für den Kauf von Genossenschafts­anteilenbis 50.000 €
      KfW 159altersgerecht UmbauenDarlehen für Abbau von Bar­rie­ren und besseren Einbruch­schutzbis 50.000 €
      KfW 455altersgerecht UmbauenZuschuss für Abbau von Bar­rieren und besseren Einbruch­schutzbis 6.250 €
      KfW 424BaukindergeldZuschuss für Familien zum Bau oder Kauf von Wohneigentum12.000 € pro Kind
      KfW 270erneuerbare EnergienDarlehen für Errichtung oder Erwerb von An­lagen zur Nutzung erneuerbarer Energienbis 50 Millionen €

      Was bedeutet Effizienzhaus KfW 55?

      Der Begriff Effizienzhaus KfW 55 steht für einen bestimmten Energiestandard, der eingehalten werden muss, um bei der KfW die Förderung mit besonders günstigen Darlehen zu erhalten.

      Die Zahl 55 beschreibt den Jahresprimärenergiebedarf des geförderten Gebäudes im Vergleich zu einem Neubau. Der Energiebedarf beträgt in diesem Fall höchstens 55 %, ist also deutlich geringer als bei nicht energieeffizienten Gebäuden. Mit einem KfW-Effizienzhaus 55 können Sie Förderungen aus den besonders beliebten Programmen KfW 261, 262 und 124 erhalten.

      Der Standard KfW 55 ist nur einer von mehreren, die die KfW entwickelt hat. Weitere sind z. B. das KfW-Effizienzhaus 40 und 70.

      Wie und wo beantrage ich eine KfW-Förderung?

      Für die Antragstellung einer KfW-Förderung gibt es zwei Wege, je nachdem ob Sie ein Darlehen oder einen Tilgungszuschuss bzw. einen direkten Zuschuss beantragen. Wie Sie dabei am besten vorgehen, beschreiben wir Ihnen im Folgenden. Möchten Sie ein KfW-Darlehen beantragen, müssen Sie sich an eine Bank oder Sparkasse als durchleitendes Kreditinstitut wenden. Da die KfW ihre Förderung nicht selbst vergibt und kein eigenes Filialnetz besitzt, ist immer der Weg über diese Finanzierungspartner notwendig.

      Schritt 1: Informationen sammeln

      Informieren Sie sich über die Fördermöglichkeiten und prüfen, welches KfW-Förderprogramm zu Ihrem Vorhaben passt. Förderfähig sind sowohl große Vorhaben wie der Neubau eines Gebäudes, aber auch Einzelmaßnahmen wie die Förderung der energieeffizienten Erneuerung der Dämmung, von Fenster, Haustür oder Dach. In vielen Fällen geht es bei der KfW-Förderung um den Einbau einer neuen Heizung oder dem altersgerechten Umbau des Bades.

      Die KfW informiert auf Ihrer Website in einem Produktfinder ausführlich über alle passenden Förderkredite für Ihr Bauvorhaben oder für Ihren Hauskauf.

      Schritt 2: Beratung durch einen Energieexperten

      Anschließend benötigen Sie die Unterstützung eines Energieeffizienz-Beraters. Er erstellt eine gründliche Analyse zum energetischen Zustand des betreffenden Gebäudes. Außerdem bespricht er mit Ihnen ein sinnvolles Maßnahmen-Konzept und legt den Sanierungsumfang fest. Der Experte stellt Ihnen auch eine Bestätigung über die Beratung aus, die Sie für den Darlehensantrag benötigen. Die Kosten für einen Energieberater betragen in den meisten Fällen einige hundert Euro. Die KfW übernimmt mit einem speziellen Programm einen Teil davon.

      Schritt 3: Antrag stellen bei Bank

      Nun können Sie bei Ihrer Hausbank einen Antrag zur KfW-Förderung stellen. Hier erhalten Sie alle weiteren Informationen zur Förderung. Werden später die Fördermittel von der KfW bewilligt, zahlt sie den Darlehensbetrag an die Bank, die ihn an Sie weiterleitet. Ihre Hausbank verwaltet das KfW-Darlehen mit einer eigenen Kontonummer genauso wie andere Kredite.

      Schritt 4: Förderzusage abwarten

      Erst wenn Sie die Kreditzusage der KfW erhalten haben, schließen Sie den Kreditvertrag mit Ihrer Bank. Denn Anträge für ein KfW-Darlehen müssen bei fast allen Programmen vor dem Beginn des Vorhabens gestellt werden. Damit ist entweder der Baubeginn oder der Abschluss des Kaufvertrages gemeint. Die Finanzierung bereits begonnener Vorhaben oder die Umschuldung bestehender Baufinanzierungen sind ausgeschlossen.

      Schritt 5: mit den geplanten Maßnahmen beginnen

      Nachdem Sie die Zusage erhalten haben, können Sie mit den geplanten Maßnahmen beginnen und Aufträge an Bauträger und Fachhandwerker erteilen oder den Kaufvertrag unterschreiben.

      So beantragen Sie einen KfW-Zuschuss

      Sind Sie an einem KfW-Tilgungszuschuss im Rahmen eines Kredites oder an einem direkten Zuschuss interessiert, dann nutzen Sie das Zuschuss-Portal der KfW. Dort finden Sie für die verschiedenen Zuschüsse alle Informationen über Voraussetzungen und einzureichende Unterlagen. Die Antragstellung für einen Zuschuss kann komplett online erfolgen.

      • Der Tilgungszuschuss wird nach der Bewilligung nicht an Sie ausgezahlt. Die KfW verrechnet die bewilligte Summe mit der Restschuld Ihres Darlehens, so dass Sie Ihr KfW-Darlehen deutlich schneller zurückzahlen können.
      • Der direkte Zuschuss wird dagegen an Sie ausgezahlt, Sie erhalten ihn nach Abschluss der Baumaßnahmen.

      Sie müssen sich entscheiden, ob Sie einen Kredit mit Tilgungszuschuss oder einen direkten Zuschuss für Ihr Bauvorhaben benötigen.

      Achtung! Sind die Baumaßnahmen beendet, benötigen Sie eine Bestätigung über die Ausführung der Arbeiten. Damit belegen Sie die fachgerechte Durchführung der Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Bestätigung stellt Ihnen Ihr Energieberater aus.

      Fazit: Vor- und Nachteile der KfW-Förderung

      Im Jahr 2020 wurden 460.000 Wohneinheiten beim energieeffizienten Neubau oder der Sanierung von der KfW gefördert. Das ist mit Vor- und Nachteilen für den Kreditnehmer verbunden.

      Vorteile der KfW-Förderung für den Kreditnehmer:

      • niedrige Zinsen
      • lange Sollzinsbindungen bis zu 20 Jahre sind möglich
      • niedrige Monatsraten zu Beginn der Laufzeit durch tilgungsfreie Jahre
      • Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen
      • mehrere KfW-Förderprogramme können kombiniert werden

      Nachteile der KfW-Förderprogramme:

      • sollte der Kredit nicht rechtzeitig abgerufen werden, müssen Bereitstellungszinsen gezahlt werden
      • im Fall einer Sondertilgung ist meistens eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig
      • der Einsatz eines Energieberaters verursacht zusätzliche Kosten
      • die technischen Anforderungen an die geförderten Baumaßnahmen sind anspruchsvoll
      Vergleich.de Tipp

      Einige Programme der KfW lassen sich mit Förderungen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kombinieren. Es unterstützt energieeffiziente Techniken sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizen. Durch diese Möglichkeit können Sie mehrere zinsgünstige Darlehen verbinden.

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