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Studienkredit: Mit günstigen Zinsen das Studium finanzieren

Miete, Essen, Kleidung – über 900 € geben Studenten pro Monat aus. Die meisten bekommen dabei Unterstützung durch ihre Eltern oder erhalten Bafög. Wenn dennoch zu wenig Geld da ist, kann ein Studienkredit helfen. Welche Vorteile und Risiken dieser birgt, erfahren Sie bei Vergleich.de.

Was ist ein Studienkredit?

Bei einem Studienkredit handelt es sich um eine spezielle Darlehensform, die grundsätzlich allen Studenten und Doktoranden offensteht. Er kann bei der Finanzierung des gesamten Studiums oder auch nur einer bestimmten Studienphase helfen.

Gemeinsam haben alle Studentenkredite, dass sie in monatlichen Raten ausgezahlt werden. Die Kreditlaufzeit teilt sich also auf in eine Auszahlungsphase und eine Rückzahlphase, die zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt beginnt. Dazwischen kann eine Karenzzeit von bis zu 2 Jahren liegen.

Studienkredite gibt es in verschiedenen Varianten

Es gibt unterschiedliche Arten der Förderung und zahlreiche Anbieter, die Studentenkredite vergeben:

  • Allgemeine Studentenkredite

    Allgemeine Studentenkredite dienen zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten. Zu den bekanntesten Anbietern für Studienkredite gehört die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Derzeit liegt der effektive Jahreszins dort bei 3,55 % (Stand Juni 2018). Er ist allerdings variabel und wird jeweils zum 1. April und 1. Oktober angepasst. Auch das Bundesverwaltungsamt und Studentenwerke vergeben Studienkredite.

    Neben diesen staatlichen Anbietern haben außerdem einige Banken und Sparkassen Studentenkredite im Portfolio, zum Beispiel die Sparkassen Dortmund, Heidelberg und Leipzig sowie die Studentische Darlehnskasse: ein gemeinnütziger Verein, der von Studierenden für Studierende unter Aufsicht von Professoren verwaltet wird, und sehr günstige Zinsen anbietet.

  • Bildungsfonds

    Aus einem Bildungsfonds werden ausgewählte Studenten gefördert, die besondere Qualifikationen oder Leistungen nachweisen können. Die Rückzahlung basiert auf einem fixen Prozentsatz des späteren Einkommens und fließt in die Förderung neuer Studenten ein. Anbieter sind zum Beispiel Deutsche Bildung, Brain Capital und CareerConcept.

  • Bildungskredite

    Besonders günstige Zinssätze bieten Abschlusskredite einiger Anbieter, die für die Prüfungszeit bzw. für die fortgeschrittene Ausbildungsphase der Studenten bestimmt sind. Diese Kredite werden auch Bildungskredite genannt. Meist bieten sie sehr günstige Zinssätze und können auf Wunsch auf einmal ausgezahlt werden, wenn das Geld für Bücher, Arbeitsmittel oder Auslandsaufenthalte bestimmt ist. Gefördert werden zudem Zweit- und Folgeausbildungen. Der Bildungskredit wird z.B. vom Bundesverwaltungsamt vergeben.

  • Spezielle Angebote von Hochschulen und Stiftungen

    Es gibt hochschulspezifische Angebote, die bei der Finanzierung von Studiengebühren privater Hochschulen unterstützen. Die E.W. Kuhlmann Stiftung zum Beispiel bietet Studierenden kurz vor Abschluss ihres Studiums ein zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 2.000 €, sofern es innerhalb von 5 Jahren zurückgezahlt wird.

Worauf muss ich bei einem Studienkredit achten?

Interessieren Sie sich für einen Studienkredit, sollten Sie zunächst prüfen, ob die Rahmenbedingungen auf Sie zutreffen. Der bekannteste Anbieter, die KfW, vergibt ihren Studienkredit etwa nur an deutsche Staatsbürger und Staatsbürger der EU mit dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland. Andere Kriterien sind folgende:

  • Alter: Bei vielen Studienkrediten gibt es eine Altersbegrenzung. Einen Studentenkredit der KfW können zum Beispiel 18- bis 44-Jährige beantragen.
  • Studiendauer: Die meisten Anbieter geben eine maximale Studiendauer vor. Sie sollten realistisch prüfen, ob Sie das Studium in dieser Zeit schaffen werden.
  • Studienfach: Wer sich für die Förderung eines Bildungsfonds interessiert, muss sich informieren, ob das eigene Studienfach unterstützt wird. Ein Studium an einer Kunsthochschule fällt z.B. oft nicht darunter.
  • Art des Studiums: Die KfW fördert sowohl Erst- und Zweitstudium, postgraduale Studien sowie Promotionen. Für Studienprogramme an Fernhochschulen, Berufsakademien und andere Weiterbildungseinrichtungen, die berufsbegleitend laufen, kann man meist keinen Studienkredit aufnehmen.

Das sollte ein guter Studentenkredit leisten

Wenn es darum geht, einen Kreditanbieter auszuwählen, beachten Sie vor allem folgende Kriterien:

  • Flexibilität: Erlaubt der Kreditanbieter einen Studienfachwechsel oder ein Urlaubssemester? Klären Sie ab, ob die Konditionen der Anbieter dafür Raum lassen.
  • Zinssätze: Variable oder feste Zinssätze? Viele staatliche Anbieter haben variable Zinssätze, sie steigen also während der Laufzeit. Private Geldinstitute lassen sich auch auf feste Zinssätze ein, sie sind aber meist höher.
  • Rückzahlung: Hier liegt das größte Risiko für Studenten. Beim Studienkredit der KfW haben Sie nach der letzten Auszahlung 18 Monate Zeit, um mit der Tilgung zu beginnen. Andere gewähren eine Karenzzeit bis zur ersten Anstellung. Außerdem sollten Sie prüfen, ob Sondertilgungen möglich sind oder Sie einen festen Zinssatz für die Rückzahlung vereinbaren können.

Das gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung (kurz: CHE) veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zu den deutschen Studienkreditanbietern, in dem man sich einen guten Überblick verschaffen kann. Es bewertet nach den Kategorien Kosten, Zugang, Kapazität, Risikobegrenzung und Flexibilität.

Wieviel kostet ein Studienkredit?

Die Gesamtkosten für einen Studienkredit hängen von mehreren Faktoren ab. Wer zum Beispiel nur für eine lernintensive Examensphase einen Kredit benötigt, kann bei vielen Studentenwerken ein zinsfreies Abschlussdarlehen beantragen. Dann müssen Sie nur die geliehene Summe zurückzahlen und die Kreditkosten liegen bei Null. Oft ist die Kreditsumme dabei jedoch begrenzt. Benötigen sie für einen längeren Zeitraum Geld, werden üblicherweise Zinsen fällig und die Kreditkosten steigen.

Beeinflussen können Sie die Kreditkosten mit folgenden Stellschrauben:

  • Kreditbetrag: Wieviel Geld brauchen Sie? Je höher die monatlichen Auszahlungen sind und je länger Sie diese in Anspruch nehmen, desto höher ist der Kreditbetrag. Weil Sie dadurch meist länger für die Rückzahlung brauchen, steigen die Zinskosten.
  • Tilgungsrate: In der Rückzahlphase bestimmen Sie, welchen Betrag Sie monatlich zurückzahlen wollen. Je niedriger die Tilgung, desto länger müssen Sie zahlen – und dadurch zahlen Sie auch mehr Zinsen.
  • Zinssatz: Suchen Sie nach einem Anbieter mit einem möglichst niedrigen Zinssatz. Je niedriger der Effektivzins ist, desto günstiger sind auch die Kreditkosten.
  • Karenzphase: Viele Anbieter bieten eine Pause von bis zu 23 Monaten zwischen Auszahlungs- und Rückzahlungsphase, in der Sie sich zum Beispiel in Ruhe einen Job suchen können. In dieser Zeit zahlen Sie nur die Zinsen für den geliehenen Betrag – aber auch diese summieren sich am Ende und verteuern die Kreditkosten. Je eher Sie aber mit der Rückzahlung beginnen, desto besser.

Ist ein Studentenkredit immer günstiger als ein Ratenkredit?

Je nach Rahmenbedingungen lohnt sich ein Vergleich mit einem normalen Ratenkredit mit freier Verwendung. Je nach Darlehensbetrag und Laufzeit können hier die Zinsen günstiger ausfallen. Wollen Sie zum Beispiel 5.000 € über 2 Jahre finanzieren, finden Sie in unserem Kredit Vergleich aktuell viele Angebote, die unter dem Effektivzins von 3,55 % der KfW-Bank liegen (Stand: Juli 2018).

Beachten Sie jedoch den größten Unterschied zwischen einem Studienkredit und einem Ratenkredit:

  • Ein Studienkredit wird Ihnen während der Auszahlungsphase in Raten ausgezahlt. Darauf folgt eine von Ihnen bestimmte Karenzzeit, während der Sie nur die Zinsen zahlen. Danach beginnt die Rückzahlphase, während derer Sie Ihren Studienkredit in Raten rückzahlen.
  • Mit einem Ratenkredit bekommen Sie die gewünschte Kreditsumme auf einen Schlag ausgezahlt. Wollen Sie damit über einen bestimmten Zeitraum Ihre Lebenshaltungskosten bestreiten, müssen Sie sich diese Summe selbst einteilen. Die meisten Anbieter von Ratenkrediten erwarten aber bereits einen Monat nach der Auszahlung die erste Rückzahlungsrate.

Wie kann ich einen Studienkredit beantragen?

 Folgende Punkte sollten Sie bei dem Antrag eines Studienkredits beachten:

  1.  Rechtzeitig planen: Vom Antrag bis zur ersten Zahlung kann es einige Wochen dauern. Gerade kurz vor Semesterbeginn steigt die Zahl der Anträge, was die Bearbeitung in die Länge zieht. Wenn Sie das Geld rechtzeitig zu Semesterbeginn benötigen, sollten Sie das berücksichtigen.
  2. Bedarf ermitteln: Kalkulieren Sie, wie viel Geld Sie im Monat benötigen. Beim Studentenkredit gilt als grobe Faustregel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Das ist die Grundlage für die weitere Recherche. Muster für eine Finanzkalkulation finden Sie zum Beispiel beim Centrum für Hochschulförderung oder der KfW. Gut zu wissen: Bei einigen Studienkrediten kann man gleichzeitig Bafög beziehen. Prüfen Sie also, ob eine Mischfinanzierung – Kredit + Bafög oder Kredit + Nebenjob – in Frage kommt.
  3. Unabhängige Beratung: Gerade als Student hat man in der Regel noch nicht besonders viele Erfahrungen mit Krediten und Finanzprodukten gesammelt. Viele Studentenwerke bieten eine unabhängige Finanzberatung an, die bei der Entscheidung hilft.
  4. Angebote einholen: Lassen Sie sich von mehreren Instituten Angebote machen und vergleichen Sie diese. Wichtig: Unbedingt das Kleingedruckte lesen: Was steht dort zu Kreditlaufzeit, Karenzphase, Rückzahlungsdauer oder Sondertilgung?
  5. Mit Gewissheit entscheiden: Gehen Sie in sich, was Ihre Studienwahl betrifft. Wer sein Studium abbricht, erhält keine Zahlungen mehr und muss in den meisten Fällen sofort mit der Tilgung beginnen.

Schritt für Schritt: So beantragen Sie online Ihren Studienkredit am Beispiel KfW

Viele Studienkredite kann man inzwischen online beantragen. Beim Studienkredit der KfW etwa ist der Antrag unkompliziert:

  • Sie füllen den Online-Antrag aus, drucken diesen aus und unterschreiben ihn.
  • Zusammen mit Personalausweis, Studienbescheinigung und Nachweis über ein Girokonto legen Sie den Antrag einem Vertriebspartner der KfW vor. Das sind zum Beispiel Studentenwerke oder Banken.
  • Die Bearbeitung durch die KfW dauert etwa 2 Wochen, dann erhält man in der Regel die erste Auszahlung. Bei kleineren Anbietern wie den Studentenwerken bekommt man die Anträge meist direkt.

Wann lohnt es sich, einen Studienkredit umzuschulden?

Falls Sie merken, dass Ihr aktueller Studienkredit nicht mehr zu Ihren Lebensumständen passt, können Sie über eine Umschuldung nachdenken. Vergleichen Sie dafür die Konditionen mit denen eines Ratenkredits. Auch wenn der Anbieter des Studienkredits nur eine kurze Karenzzeit gewährt und Sie Schwierigkeiten haben, bis zum Beginn der Rückzahlphase eine Anstellung zu finden, kann eine Umschuldung sinnvoll sein.

Pro:

  • Bei einem günstigen Ratenkredit können Sie von einer niedrigeren Monatsrate profitieren.
  • Sie vermeiden einen Schufa-Eintrag, wenn Sie mit den Rückzahlraten für Ihren Studienkredit in Verzug geraten.

Contra:

  • Die Zinsen liegen je nach Laufzeit zum Teil höher als beim Studienkredit.
  • Die Laufzeit verlängert sich erneut.

Eine Umschuldung ist (vorerst) nicht nötig, wenn Sie...

  • eine großzügige Karenzzeit des Anbieters vereinbart haben (bei dem Studienkredit der KfW sind das z.B. 18 Monate, bei einem Bildungskredit sogar 4 Jahre).
  • den Kredit erst zurückzahlen müssen, wenn Sie eine Anstellung haben.

Welche Alternativen zum Studienkredit gibt es?

Bevor Sie einen Studienkredit aufnehmen, sollten Sie überlegen, ob es vielleicht doch eine andere Möglichkeit zur Finanzierung Ihres Studiums gibt. Neben finanzieller Unterstützung von den Eltern und einem klassischen Nebenjob (auf den keine Steuern anfallen, sofern er nicht mehr als 9.000 € im Jahr einbringt) könnten folgende Alternativen für Sie in Frage kommen: 

Beim Bafög gibt es einige Voraussetzungen

Sie können Bafög beantragen. Das ist ein finanzieller Zuschuss vom Staat, von dem Sie später nur die Hälfte zurückzahlen müssen. Der Höchstsatz für Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, beträgt 735 €. Ob der Bafög-Antrag erfolgreich ist, hängt von mehreren Kriterien ab, zum Beispiel vom Einkommen der Eltern, vom Alter und der Anzahl der Geschwister.

Stipendien bekommen nicht nur Hochbegabte

Eine weitere Möglichkeit an Geld zu kommen, ist ein Stipendium. Etwa 4 % der Studenten in Deutschland bekommen derzeit Geld von Unternehmen, Stiftungen oder Kommunen. Es lohnt sich, zu recherchieren: Oft werden für einzelne Studiengänge, aber auch ehrenamtlich engagierte Studenten Gelder vergeben. 

Fazit – Ist der Studienkredit der richtige Weg für mich?

Klar ist: Schuldenfrei durch das Studium zu kommen, ist immer die bessere Lösung. Doch wenn das nicht möglich ist, kann ein Studienkredit in manchen Situationen eine gute Lösung sein. Dies gilt besonders für die Abschlussphase: Sie können sich auf die Prüfungen konzentrieren und bei vielen Anbietern ein günstiges oder sogar zinsfreies Darlehen beantragen. Je länger die Laufzeit sein soll, desto wichtiger ist der Vergleich – auch mit normalen Ratenkrediten.

Auf jeden Fall sollten Sie versuchen, Bafög zu beantragen, da viele Anbieter einen Bezug von Bafög und Geld aus einem Studienkredit gleichzeitig gestatten. Schlussendlich sollten Sie vor dem Antrag genau wissen, wie Auszahlungs-, Karenz- und Rückzahlungsphase ablaufen werden. Wenn dies in Ihre Planung passt, dann lohnt sich auch ein Studienkredit.

Vergleich.de Tipp

Ein Auslandsaufenthalt ist für viele Studenten heute Standard, manche absolvieren dort gleich ihr gesamtes Studium. Allerdings gestatten das nicht alle Kreditgeber. Wer einen Studienkredit beantragen will, sollte dies bei seiner Planung unbedingt beachten. Ist ein Auslandssemester nicht mit dem Studentenkredit vereinbar, können Sie Auslands-Bafög beantragen.

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