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Geldanlage

Firmendepots: So funktioniert ein Depot für Unternehmen

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen Rücklagen er­wirt­schaften, stellt sich die Frage: Wie kann ich das Kapi­tal gewinn­bringend anlegen? Der Handel mit Aktien und Co. ver­spricht eine höhere Rendite als die Anlage auf einem Tages­geld­konto. Doch dafür ist ein Firmen­depot notwendig.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist ein Firmendepot?

      Mit einem Firmendepot kann ein Unternehmen Teile des Betriebs­ver­mö­gens in Wert­papiere an­legen, also Aktien und ETFs kaufen oder mit Krypto­wäh­rungen handeln. Das bietet sich an, wenn z. B. un­ge­nutzte liquide Mittel vor­handen sind und mit ihnen ein Ge­winn erzielt werden soll. Da grund­sätz­lich für das Ver­wahren von Wert­pa­pieren ein Depot be­nö­tigt wird, müssen Unter­nehmen eben­so wie Privat­per­sonen ein Depot eröffnen.

      Allerdings bieten nicht alle Banken und Online-Broker Depots für Unter­nehmen an. Das liegt daran, dass der Auf­wand höher ist als bei Privat­per­sonen: Die Depot­er­öffnung ist auf­wän­diger und die Be­voll­mächtigten des Unter­nehmens müssen jähr­lich über­prüft werden.

      Wer kann ein Firmendepot eröffnen?

      Ein Aktiendepot für Firmen kann nur von juristischen Personen eröffnet werden. Mit diesem Begriff sind Unter­nehmen ge­meint, die eine eigene Rechts­form und damit Ge­schäfts­fähig­keit be­sitzen, wie z. B.

      • eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
      • eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
      • eine Kommanditgesellschaft (KG)
      • eine Aktiengesellschaft (AG)
      • eingetragene Vereine oder Stiftungen

      Nicht jedes Unternehmen kann bei jedem Anbieter ein Depot eröffnen. Teil­weise werden Fir­men­de­pots nur an be­stimmte Rechts­formen ver­geben. Jede Bank legt ihre eigenen Re­ge­lungen fest.

      Welche Kosten gibt es bei einem Depot für Unternehmen?

      Die Depotkosten setzen sich aus drei Teilen zusammen:

      • die Kontoführungsgebühr: Einige Banken und Online-Broker ver­langen eine Ge­bühr für die Depot­füh­rung. Das ist eine Art Ver­wal­tungs- und Grund­gebühr, die monat­lich fällig wird. In der Regel be­trägt diese Gebühr rund 3–6 €. Es gibt aber immer mehr Firmen­depots, bei denen auf eine Konto­füh­rungs­gebühr ver­zichtet wird.
      • Order- und Transaktionskosten: Bei jedem Kauf oder Verkauf von Wert­pa­pieren über das Firmen­depot ent­stehen Kosten. Teil­weise wird ein fes­ter Preis pro Order ver­langt, teil­weise be­rech­net sich die Höhe an­hand des Trans­ak­tions­vo­lumens. Die Mindest­order­gebühr be­trägt ca. 2–10 €.
      • Handelsplatzgebühren: Diese Gebühr erhält die Börse, an der die je­wei­lige Order aus­ge­führt wird und rich­tet sich nach dem Verkaufs- oder Einkaufs­wert der Wert­pa­piere. Ein Beispiel: Die Frank­furter Börse ver­langt eine Min­dest­gebühr von 3,75 € für eine Transaktion.

      Wie hoch die Kosten für ein Firmendepot kon­kret aus­fallen, hängt vom je­wei­ligen An­bieter und der An­zahl und Höhe der durch­ge­führ­ten Trans­ak­tionen ab.

      Welche Anbieter von Depots für Unternehmen gibt es?

      Bei den meisten Anbietern von Firmendepots handelt es sich um Online-Broker. Viele Filial­banken bieten kei­ne De­pots für Unter­nehmen an, weil der Auf­wand auf­grund der ge­setz­lichen Vor­gaben höher ist als bei einer Privat­person, die ein De­pot er­öffnen will.

      Im Fol­gen­den haben wir Ihnen einen Ver­gleich zu­sammen­ge­stellt, der ei­nige be­lieb­te Bro­ker mit deren Be­sonder­heiten gegenüberstellt.

      Ausgewählte Firmendepots im Vergleich

      AnbieterKontoführungsgebührBesonderheiten
      Banxnein
      • für GmbH, AG, UG, KG, Ltd, GbR, Stiftung und e.V. möglich
      • kostenfreies Demokonto
      Captradernein
      • Kontoeröffnung online möglich
      • für alle Rechtsformen offen
      • kostenfreies Demokonto
      Comdirect

      nein

      (in den ersten 3 Jahren, danach mindestens 2 Trades pro Quartal)

      • nur für UG, GmbH und AG möglich
      • gehört zur Commerzbank
      Consorsbanknein
      • für alle Rechtsformen offen, außer Einzelunternehmen
      • keine Neukunden
      Etoro

      nein

      (mindestens 1 Order pro Jahr)

      • für alle Rechtsformen möglich
      • Kontoeröffnung online möglich
      Flatex

      nein

      (bei ETFs und Fonds, ansonsten 0,1 % des Kurswertes)

      • nur für GmbH, AG und KG 
      Lynxnein
      • UG, GmbH, AG, GbR und KG
      • kostenloses Demokonto
      onvistanein
      • keine Neukunden
      S-Broker

      nein

      (mindestens 1 Order pro Quartal)

      • für alle Rechtsformen möglich
      • gehört zur Sparkassen-Finanzgruppe
      Smartbrokernein
      • Kontoeröffnung online möglich

      Quelle: Vergleich.de, Stand: Juli 2021

      Die Übersicht macht deutlich, dass bei fast allen Firmen­depots keine Konto­führungs­gebühr er­hoben wird. Übri­gens sind die Unter­schiede bei den pro Trans­aktion auf­treten­den Kos­ten rela­tiv gering.

      Die besten Depots finden

      Einen sehr guten Überblick über die günstigsten Wert­papier­depots für Privat­per­sonen finden Sie in unserem Depot Ver­gleich. Dazu viele wei­tere Infor­ma­tionen rund um Themen wie Depot­auswahl und Depot­wechsel.

      Wie kann ich ein Firmendepot eröffnen?

      Im Gegensatz zur Eröffnung eines Privat­depots können Sie ein Fir­men­depot in vielen Fällen nicht voll­stän­dig digi­tal er­öffnen. Haben Sie sich für einen An­bieter eines Fir­men­depots ent­schieden, laufen Sie den dort üb­lichen An­melde­prozess durch, der aus drei Schritten besteht.

      1. Antrag zur Depoteröffnung ausfüllen (entweder online auf der Web­site des An­bie­ters oder auf einem Ausdruck)
      2. alle notwendigen Unterlagen einreichen (hoch­laden oder posta­lisch einschicken)
      3. Legitimation mit dem Postident-Verfahren nach­weisen (entweder on­line per Video­chat oder off­line in einer Postfiliale)

      Welche Unterlagen muss ich bei der Depoteröffnung vorlegen?

      Die Anforderungen können sich von einem zum an­deren An­bie­ter von Fir­men­de­pots un­ter­schei­den. Mit den ein­zu­reichen­den Unter­lagen be­le­gen Sie den Sta­tus des Un­ter­neh­mens und die Verant­wort­lich­keit der zu­stän­digen Per­son, z. B. des Geschäfts­führers oder des Gesell­schaf­ters. Zu den ge­for­derten Do­ku­menten ge­hören u. a.

      • Personalausweis oder Reisepass (in Kopie) der oder des Bevollmächtigten
      • Steueridentifikationsnummer
      • Adressnachweis der Bevollmächtigten, z. B. eine Meldebestätigung
      • Nachweis über die Unternehmensstruktur, z. B. Gesellschaftervertrag
      • Handelsregisterauszug
      • Adressnachweis der Firma, z. B. Kopie eines Kontoauszuges
      • Die LEI-Nummer (Legal Identity Identification Number, eine international gültige Unternehmenskennung)
      • Angaben zum Referenzkonto (IBAN)
      • US-Steuerformular (Formular W-8IMY für Personengesellschaften und W-8BEN-E für Kapitalgesellschaften)

      Muss man bei einem Depot für Unternehmen Steuern zahlen?

      Ja, wenn Sie mit Wertpapieren einen Gewinn er­wirt­schaften, müssen Sie Steu­ern zah­len. Das ist bei Unter­nehmen genauso wie bei Pri­vat­per­sonen. Nur die Art der Be­steue­rung ist eine an­dere, da es sich nicht um Pri­vat­ver­mögen, sondern um Firmen­ver­mögen handelt.

      Wie genau die Besteuerung erfolgt, hängt von der Rechts­form des Un­ter­neh­mens ab. Bei einer Kapi­tal­ge­sell­schaft müssen z. B. Körper­schafts­steuer und Gewerbe­steuer ent­rich­tet werden. Bei Einzel­unter­nehmern spielt der per­sön­liche Steuer­satz für die Höhe der Steuer­zahlung eine Rolle.

      Es ist unbedingt ratsam, sich an einen Steuer­be­rater zu wenden, um auf die Be­son­der­heiten des je­wei­ligen Einzel­falls ein­gehen zu können.

      Vor- und Nachteile eines Firmendepots

      Das Eröffnen eines Depots für Unter­nehmen ist mit Vor- und Nach­teilen verbunden.

      Vorteile eines Firmendepots:

      • höhere Rendite als bei Tagesgeld oder Festgeld möglich
      • auch ausgeschüttete Dividenden erhöhen den Gewinn der Aktienbesitzer
      • steuerliche Vorteile (z. B. bei Körperschafts- oder Erbschaftssteuer), abhängig von der Rechtsform

      Nachteile eines Firmendepots:

      • entstehende Kosten für das Firmendepot
      • Gewinne gehören dem Unternehmen
      • möglicherweise höhere IHK-Abgaben, abhängig von der Rechtsform
      Vergleich.de Tipp

      Viele Online-Broker bieten die Möglichkeit, ein kostenloses Muster­depot zu nutzen. Dort können Sie einen fik­tiven Geld­betrag an­legen und Wert­pa­piere handeln. Nutzen Sie dieses „Spiel­geld“, denn mit dem Demo­konto können Sie ein Gefühl ent­wickeln, welche Aktien oder ETFs zu wel­chem Zeit­punkt einen Gewinn ab­wer­fen. So können Sie un­ter­schied­liche Strate­gien aus­pro­bieren ohne ech­tes Geld zu riskieren.

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