Strompreise 04/2024: Das kostet Strom aktuell in Deutschland

Die Strompreise sind für Verbraucher 2024 immer noch hoch und steigen sogar, obwohl sie am Einkaufsmarkt der Lieferanten gefallen sind. Wir zeigen Ihnen, was Strom aktuell kostet, warum es zu immer neuen Strom­preis­stei­gerungen kommt und wie Sie den Anbie­terwett­bewerb für Ihren Strom­preis­vergleich nutzen!

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Was kostet 1 kWh Strom 2024 in Deutschland?

Klaus Fechner
Zuständiger Redakteur für die Bereiche Kredit und Strom & Gas
Stand: 15.04.2024

Der aktuelle Strom­preis liegt laut Verivox derzeit bei 26,10 Cent/kWh für Neukunden bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh (Stand: April 2024). Damit zahlt ein Haus­halt mit einem Ver­brauch von 3.500 kWh pro Jahr ca. 914 € an Strom­kosten. Bei diesem Strom­preis handelt es sich um einen Durch­schnitts-Wert. Denn Strom­preise unter­scheiden sich sowohl regio­nal als auch nach der Verbrauchs­menge und hängen auch stark vom gewähl­ten Tarif ab. Die aktuellen Strompreise finden Sie in unserem Strompreisvergleich.

In der folgenden Tabel­le zeigen wir Ihnen, wie unter­schied­lich die Strom­kosten eines Beispiel­haus­halts in Berlin je nach Strom­verbrauch und Tarif aus­fallen können – berechnet jeweils im güns­tigsten Öko­strom-Tarif und dem güns­tigsten konven­tionel­len Strom­tarif mit Einrech­nung von Boni des Anbie­ters. In der rechten Spalte sehen Sie einen Vergleich der jährlichen Stromkosten zwischen Öko- und konventionellen Strom.

Aktuelle Strompreise im April 2024 pro kWh für Haushalte in 10409 Berlin

Stromverbrauch im Jahr Strompreis im günstigsten Ökostromtarif Strompreis im günstigsten konventionellen Tarif Stromkosten pro Jahr
2.000 kWh 27,56 Cent/kWh 27,11 Cent/kWh 551 € vs. 542 €
3.000 kWh 25,45 Cent/kWh 24,77 Cent/kWh 763 € vs. 743 €
3.500 kWh 24,84 Cent/kWh 24,25 Cent/kWh

870 € vs. 849 €

4.500 kWh 24,04 Cent/kWh 23,57 Cent/kWh 1.082 € vs. 1.061 €
5.000 kWh 23,76 Cent/kWh 23,32 Cent/kWh 1.188 € vs. 1.166 €

Quelle: Stromvergleich auf Vergleich.de, Stand: 15.04.2024

Übrigens, wenn Sie nicht selbst die günstig­sten Strom­preise für Ihren Wohn­ort suchen wollen, hilft Ihnen dabei Wechselpilot*. Das Unter­nehmen filtert das Ange­bot nach Ihren Vor­gaben und empfiehlt Ihnen den für Sie pas­senden Tarif­vertrag. Und das in jedem Jahr aufs Neue.

Warum ist Strom 2024 so teuer?

Zwei Maßnahmen der Bundes­regierung im Rahmen der Haushalts­konsoli­dierung sorgten zum Jahres­auftakt 2024 für steigende Strom­preise. Zum einen fiel die Strom­preis­bremse weg, mit der 2023 der Preis für Haus­halte bei 40 ct/kWh gedeckelt wurde. Der Grund für den Wegfall ist das derzeitige Preis­niveau. Nach Ansicht der Bundes­regierung sind die Preise aktuell so niedrig, dass Strom­kunden die Möglich­keit haben, zu einem günstigen Anbieter zu wechseln.

Zum anderen stiegen die Netzentgelte, weil bisher eingeplante staat­liche Zuschüsse in Höhe von 5,5 Milliarden Euro gestrichen wurden. Netzent­gelte sind die Gebühren, die der Strom­lieferant an den Netz­betreiber zahlt. Diese Kosten werden über den Strom­preis an die Kunden weiter­gegeben. Da sich die Netzentgelte um rund 25 % erhöhen, könnten nach Schätzungen von Experten auf einen Haushalt, der 4.000 kWh Strom im Jahr verbraucht, Mehr­kosten von etwa 100 € zukommen.

Hinzu kommt eine Besonder­heit der Strom­börsen in Leipzig und Paris. Als Erstes wird dort der Strom der günstigsten Strom­produzenten versteigert, das sind in der Regel Solar- und Wind­kraft­anlagen sowie Atom- und Braunkohle­kraftwerke. Sind diese Mengen verkauft, wird der teurere Strom gehandelt. In vielen Fällen handelt es sich dabei um gasge­triebene Kraft­werke. Bei der endgültigen Preisfest­legung wird an der Börse ein Verfahren angewendet, das sich „Merit Order“ nennt. Allen Strom­produzenten wird der höchste Preis bezahlt. Für Strom­kunden bedeutet das weiter steigende Preise.Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur, sagt dazu: „Die Groß­handelspreise für Strom sind deutß­lich gefallen gegenüber 2022. Dennoch ist das Preis­niveau höher als vor dem russischen Angriffskrieg. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Die Zeit der billigen Energie ist vorbei; jedenfalls solange wir noch

große Mengen konven­tionell erzeugter Energie verbrauchen.“

Energiekrise

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Wir stellen Ihnen einen Strompreisvergleich zur Ver­fügung. Das bietet er Ihnen:

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  • Vorauswahl durch erweiterte Filter­einstellungen
  • einfache Bedienung

Warum ist die Strompreisbremse ausgelaufen?

Die Strompreisbremse, mit der Haushalte von den hohen Strompreisen entlastet wurden, lief Ende 2023 aus. Die Bundesregierung begründet das mit den aktuellen Preisen, die unterhalb des durch die Bremse garantierten Preisniveaus liegen. Dadurch gäbe es für Privatpersonen und Unternehmen die Möglichkeit von teuren in günstigere Tarife zu wechseln.

Die Strom­preis­bremse wurde auch als Strom­preis­deckel bezeich­net. Der Bund über­nahm mit dieser Maß­nah­me einen An­teil an den Kos­ten für Strom. Die Decke­lung der Strom­prei­se galt seit Janu­ar 2023, wurde mit Rück­sicht auf die Um­set­zung bei den Versor­gungs­unter­neh­men aber erst seit März 2023 aus­ge­zahlt. Die Finan­zie­rung der Strom­brem­se lief über den Wirt­schafts- und Sta­bili­sierungs­fonds (WSF).

Das gleiche Ver­fah­ren wurde für Gas­preise mit der Gas­preis­bremse ein­ge­setzt. Im Fol­gen­den be­schrei­ben wir die Ein­zel­hei­ten der Strom­preis­brem­se.

  • Wie funktionierte die Strompreisbremse?

    Der Strompreis be­trug nach Inkraft­tre­ten der Strom­preis­brem­se im Januar 2023 für einen Basis­ver­brauch nicht mehr als 40 Ct/kWh. Dieser grund­legen­de Ver­brauch wurde bei 80 % des Vor­jahres­ver­brau­ches fest­ge­legt. Für die übri­gen 20 % musste ein Ver­brau­cher den aktuell von sei­nem Anbie­ter gefor­der­ten regu­lä­ren Strom­preis bezah­len. So sollte der An­reiz zum Spa­ren beim Strom­ver­brauch für jeden Haus­halt erhal­ten blei­ben.

  • Wie wurde die Strompreisbremse berechnet?

    Der Strom­an­bieter berech­nete das Kontin­gent von 80 % Ihres Ver­brau­ches anhand des Ver­brauches im Vor­jahr. Das ge­schah auto­ma­tisch, Sie als Kunde mus­sten nichts unter­neh­men. Der bei 40 Cent pro Kilo­watt­stun­de gedeckel­te Preis tauchte dann in Ihrer Ab­rech­nung auf. Lag der regu­läre Strom­preis darü­ber, über­nahm der Staat die­sen An­teil.

    Eine Extra­rege­lung gab es für Unter­neh­men, die mehr als 30.000 Kilo­watt­stun­den pro Jahr ver­brau­chen. In diesem Be­reich lag der Preis­deckel bei 13 Ct/kWh für 70 % des Ver­brau­ches.

  • Wie lange galt die Strompreisbremse?

    Die Strom­preis­brem­se galt für alle Strom­kun­den seit Januar 2023. Die Aus­zah­lung der Entlas­tungs­be­träge für Januar und Februar er­folgte wegen kompli­zier­ter Berech­nungs- und Um­stel­lungs­pro­zes­se bei den Versor­gungs­unter­neh­men aber erst ab März 2023. Die Strom­preis­bremse sollte ursprünglich bis April 2024 gelten. Wegen der angespannten Haushaltslage lief sie aber bereits zum Jahresende 2023 aus.

Wie unterscheiden sich Stromkosten nach Haushaltsgröße?

Ein Faktor, der die Höhe der Strom­kosten bestimmt, ist die Anzahl der Personen im Haus­halt. Vier Personen ver­brau­chen mehr Strom als eine Person. Doch es kommt auch auf die Wohn­form an.

Wir zeigen Ihnen drei Beispiel­haus­halte vom Single-Haushalt bis zur Klein- und Zwei-Kind-Familie in verschie­denen Wohn­formen in der Mitte von Deutsch­land (53111 Bonn).

Strom Preisvergleich nach Haushaltsgröße

Personen im Haushalt Wohnform Stromverbrauch Strompreis / Jahr in einem günstigen Tarif
Single Wohnung 1.500 kWh 460 €
Eltern + 1 Kind Zweifamilienhaus 3.500 kWh 857 €
Eltern + 2 Kinder Einfamilienhaus 4.250 kWh 992 €

Quelle: Stromvergleich auf Vergleich.de ohne Bonus-Ein­rechnung für 53111 Bonn, Stand: 15.04.2024

Ratgeber zum Stromverbrauch nach Haushaltsgröße

Strompreisvergleich: Wie unterscheiden sich Stromkosten nach Tarif?

Die Strompreise fallen je nach Tarif verschieden hoch aus. Unter­nehmen haben viele Jahre in der Grundversorgung deutlich höhere Preise verlangt als bei alternativen Anbietern. Das ist seit dem Beginn der Energiekrise 2021 nicht mehr unbedingt so. Je nach Ihrem Wohnort kann die Grundversorung günstiger sein als das beste Angebot anderer Anbieter. Ein Strom­vergleich lohnt sich daher!

Der kWh-Preis für Strom sinkt in den verschie­denen Tarifen auch mit stei­gendem Ver­brauch. Daher ver­gleichen wir in der folgen­den Tabel­le die durch­schnitt­lichen Strom­preise pro kWh gestaffelt nach Jahres­verbrauch jeweils im Tarif der Grundversorgung und im Tarif beim güns­tigsten konven­tionellen Anbie­ter:

Aktuelle Strompreise in Deutschland nach Tarif und Jahresverbrauch
Stromverbrauch im Jahr Stromkosten im Tarif der Grundversorgung Stromkosten im Tarif des günstigsten Versorgers
1.500 kWh 744 € / Jahr 445 € / Jahr
2.500 kWh 1.158 € / Jahr

637 € / Jahr

4.000 kWh 1.779 € / Jahr 955 € / Jahr

Quelle: Stromvergleich auf Vergleich.de ohne Bonus-Ein­rechnung für 10409 Berlin, Stand: 15.04.2024

Strompreise im Öko-Tarif: Wie teuer ist der grüne Strom?

Die Strompreise von Öko­strom-Anbie­tern liegen mittler­weile nicht mehr zwingend höher als die vieler konventio­neller Anbie­ter. Außerdem unter­stützen Sie mit einem solchen Tarif aktiv die Energie­wende. Denn Öko­strom ist Strom aus erneuer­baren Energie­quellen wie Wasser, Wind, Sonne oder Bio­masse.

Mit unserem Strom­preis­vergleich können Sie unterschied­lichen Strom­preise direkt verglei­chen. Dabei haben Sie die Möglich­keit, sich auch nur Öko­strom-Tarife mit Güte­siegel anzei­gen zu lassen. Mit dem Güte­siegel ist gewähr­leistet, dass der jeweilige Anbie­ter ausschließ­lich regene­rative Energie­quellen nutzt und es sich nicht um einen Mix aus alten und neuen Energie­quellen handelt.

Die Tabelle gibt Ihnen einen ersten Über­blick über mög­liche Mehr- oder Minder­kosten von Ökostrom-Anbie­tern im Ver­gleich mit dem Tarif der Grund­versor­gung. Ausge­wählt haben wir den güns­tigsten Öko-Tarif mit Güte­siegel (ohne Bonus).

Ökostrom vs. konventioneller Strom im Preisvergleich

Stromverbrauch im Jahr Stromkosten Grundversorgung Günstigster Ökostromtarif mit Gütesiegel
1.500 kWh 744 € / Jahr 453 € / Jahr
2.500 kWh 1.158 € / Jahr 657 € / Jahr
4.000 kWh 1.779 € / Jahr 955 € / Jahr

Quelle: Ökostrom Vergleich auf Vergleich.de ohne Bonus-Ein­rechnung für 10409 Berlin, Stand: 15.04.2024

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Strompreise regional vergleichen: Was kostet Strom in meinem Bundesland?

Je nach Wohnort ist Ihr Strompreis höher oder niedriger. Der Hauptgrund dafür sind die regional unterschiedlich hohen Netz-Nutzungsentgelte. So zahlen Verbraucher im ländlichen Raum in der Regel mehr als Verbraucher in der Stadt.

Das liegt an unterschiedlich hohen Investitionen in den Netzausbau. Laut „Verivox“ trägt aber auch die Energiewende dazu bei. Wenn im Norden beispielsweise viel Windenergie erzeugt wird, muss der Netzbetreiber teure Stabilitätsmaßnahmen ergreifen. Diese fließen dort in den Strompreis.

Die Tabelle zeigt Ihnen am Beispiel eines Verbrauches von 3.500 kWh im Jahr, wie viel Strom wo kostet: Am teuersten ist der Strom demnach in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Am billigsten dagegen fahren die Kunden in Bremen und Hessen.

Strompreise nach Bundesländern

  Strompreis im Tarif des günstigsten Anbieters
Baden-Württemberg 27,80 Cent/kWh
Bayern 27,17 Cent/kWh
Berlin 27,52 Cent/kWh
Brandenburg 29,09 Cent/kWh
Bremen 25,57 Cent/kWh
Hamburg 30,84 Cent/kWh
Hessen 26,92 Cent/kWh
Mecklenburg-Vorpommern 30,41 Cent/kWh
Niedersachsen 26,56 Cent/kWh
Nordrhein-Westfalen 27,88 Cent/kWh
Rheinland-Pfalz 27,92 Cent/kWh
Saarland 29,04 Cent/kWh
Sachsen 26,99 Cent/kWh
Sachsen-Anhalt 27,16 Cent/kWh
Schleswig-Holstein 31,75 Cent/kWh
Thüringen 27,73 Cent/kWh

Quelle: Stromauskunft.de und Stromvergleich auf Vergleich.de, Stand 05.01.2024

Es handelt sich bei den in der Tabelle genannten Preisen um eine Momentaufnahme, die einen Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern ermöglicht. Aktuelle Preise können auf Grund der schnellen Entwicklung am Markt davon abweichen.

Strom selbst produzieren

Wer seinen Strom mit Photo­voltaik selbst herstellt, umgeht so die hohen Strom­preise. Für Immobilien­besitzer bietet sich eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach an. Unser PV-Rechner zeigt Preise und Anbieter in Ihrer Region. Mieter oder Eigentümer einer Wohnung können zu kleinen, kompakten Balkon­kraftwerken greifen. Diese werden von Start-ups wie Priwatt* und Yuma*, von bekannten Firmen wie Lichtblick aber auch von traditionellen Energie­unternehmen wie Vattenfall angeboten.

Warum sinken und steigen Strompreise?

Der Strompreis ist keine fixe Größe. Für die jährliche Preis­berechnung verant­wort­lich sind Staat, Netz­betreiber und Strom­anbieter, die ihrerseits Kosten haben, welche Schwan­kungen unter­liegen. Diese Kosten treiben den Strom­preis:

  • Kosten für Strom­beschaf­fung und Vertrieb (Versorger)
  • Kosten für Steuern, Abgaben und Umlagen (Staat)
  • Kosten für den Transport durch die Netze, Messung und Abrech­nung (Netzbetreiber)

Ent­sprechend der Dynamik dieser Kosten ändert sich am Ende auch der Strom­preis. Als zweiter Faktor tritt letztlich der Strom­markt hinzu: An der Leip­ziger Strom­börse schwankt der Preis pro kWh entsprech­end Ange­bot und Nach­frage. Im komplexen Zusammen­spiel all dieser Fakto­ren steigt und fällt am Ende auch Ihr Strom­preis.

Gibt es einen negativen Strompreis?

Ja, an den europäischen Strom­börsen entstehen negative Strom­preise, wenn es ein Über­angebot an Strom gibt, z. B. wenn besonders viel Strom aus erneuer­baren Quel­len zur Ver­fügung steht und gleich­zeitig wenig ver­braucht wird. Das kommt an einigen Tagen im Jahr vor, etwa an Wochen­enden. In diesem Fall sinkt der Beschaffungs­preis für eini­ge Stunden unter null.

Wer kann davon profi­tieren? Für die aller­meisten Ver­braucher sinkt dadurch der Strom­preis nicht, weil sie lang­fristige Verträge zu Fest­preisen mit ihrem Strom­anbieter einge­gangen sind. Nur bei einem dyna­mischen Strom­tarif ändert sich der Preis je nach Tages­zeit. Aller­dings besteht bei diesen Tarifen die Gefahr, dass die Preise auch steigen können und Ver­braucher dann mehr bezahlen müssen.

Stromkunden können die Zeiten geringer Preise aber nutzen, um große Strom­verbrau­cher einzu­schalten und so z. B. beim Laden ihres E-Autos zu sparen. Voraus­setzung ist dafür der Einbau eines digitalen Strommess­gerätes und das Nutzen einer speziellen App des Stroman­bieters.

Wie haben sich die Stromkosten in den vergangenen Jahren entwickelt?

Seit der Liberalisierung des Strom­marktes im Jahr 1998 sind die Strompreise in Deutsch­land enorm gestie­gen. Damals lag der Strom­preis pro kWh bei umge­rechnet 17,11 Cent. Aufgrund des Anbie­terwett­bewerbs fiel er bis zum Jahr 2000 auf 13,94 Cent und verteu­erte sich dann dras­tisch, denn damals führte die Bundes­regierung fünf verschie­dene neue Umla­gen zur Finan­zierung der Energie­wende ein. 2012 lag der durchschnittliche Preis pro kWh schon bei 24,93 Cent.

Die Kosten für Steuern und Umla­gen sanken zuletzt zwar wieder. Dafür stiegen wie schon die Jahre davor die Kosten für Beschaf­fung und Vertrieb sowie die Ent­gelte zur Nutz­ung und den Aus­bau des Strom­netzes. Mit dem Ukrainekrieg und der Gasknappheit sind die Stromkosten dann drastisch in die Höhe geschossen. Derzeit liegt der Preis laut Verivox bei 26,10 Cent pro kWh (Stand: April 2024).

Die fol­gende Tabelle zeigt Ihnen die Strom­preisent­wicklung der vergan­genen 20 Jahre bis heute.

Strompreisentwicklung in den vergangenen 20 Jahren

Jahr Strompreis in kWh
2004 17,96 Cent/kWh
2006 19,46 Cent/kWh
2008 21,65 Cent/kWh
2010 23,69 Cent/kWh
2012 25,89 Cent/kWh
2014 29,14 Cent/kWh
2016 28,80 Cent/kWh
2018 29,42 Cent/kWh
2020 31,37 Cent/kWh
2021 32,16 Cent/kWh
2022 40,07 Cent/kWh
2024 (April) 26,10 Cent/kWh

Quelle: BDEW und Verivox, Stand: April 2024

Strompreisentwicklung: Wie entwickelt sich der Strompreis 2024?

Die Prognose lautet leider: Die Strom­preise können 2024 wieder steigen.

Gründe für den erneuten An­stieg sind haupt­sächlich gestiegene CO2-Abgaben für die Energie­wende sowie Netz­gebühren und Beschaf­fungs­kosten. Damit ist der Preis für den Strom­einkauf an der Leip­ziger Strom­börse gemeint, den die Versor­ger selbst zahlen müssen. Dieser ist zwar teilweise gesunken. Allerdings handelt es sich um lang­fristige Lieferverträge, die keine Auswir­kungen auf die aktuellen Ver­braucher­preise haben. Weitere Gründe für einen Preisanstieg sind der Ukrainekrieg und die mögliche Gasknappheit durch die stark zurückgegangene Liefermenge von Russland.

Wechsel des Anbieters kann sich lohnen

Die Strompreise werden in Zukunft vermut­lich weiter steigen. In jedem Netz­gebiet konkurrie­ren jedoch laut Bundes­netz­agentur bis zu 112 Stroman­bieter. Nutzen Sie den Wett­bewerb mit Strom­preis­vergleichen und wechseln Sie jährlich den Anbie­ter. Mit unserem Stromvergleich können Sie den Strom­preis­anstieg mindern.

FAQ: Wichtige Fragen zum Strompreis 2024

Ihre wichtigsten Fragen zum Strompreis beantworten wir hier in Kurzform.

  • Wie berechnen sich die monatlichen Abschläge meines Stromanbieters?

    Die Abschlags­zahlungen orien­tieren sich jeweils am Strom­verbrauch im alten Verbrauchs­jahr. Sprich: Je nachdem wie hoch Ihr Ver­brauch im Vorjahr war, fallen die Ab­schläge für das kommende Vertrags­jahr nied­riger oder höher aus. Gibt es noch keinen Vor­jahres­verbrauch, zum Beispiel, weil Sie Ihr neuge­bautes Haus erst­mals bezie­hen, schätzt Ihr Versor­ger den Ver­brauch. Zu viel oder zu wenige bezahlte Ab­schläge werden am Ende des Vertrags­jahres verrech­net. Daher gibt es pro Jahr nur 11 Abschläge. Der „12. Ab­schlag“ ist die Jahres­end­rechnung.

  • Was ist ein Grundversorger?

    Grund­versorger sind meist die ört­lichen Stadt­werke. Vor der Deregu­lierung des Mark­tes 1998 hatten sie das Mono­pol auf die Strom­versor­gung. Heute sind die Strom­preise der Stadt­werke nicht mehr unbedingt höher als andere Tarife. Wer keinen Vertrag bei einem anderen Strom­anbieter abschließt – zum Bei­spiel beim Ein­zug in ein neues Haus – fällt auto­matisch in die Grund­versorgung.

  • Was ist der sogenannte Arbeitspreis bei Strom?

    Der Arbeits­preis ist der reine Strom­preis. Er bezeichnet die Kosten für den Ver­brauch von 1 Kilowatt­stunde (kWh). Je nach Verbrauchs­menge fällt dieser Preis höher oder nied­riger aus. Daneben gibt es noch den Grund­preis, den Ihr Anbie­ter pauschal für den Strom­anschluss verlangt.

  • Was ist mit Discounter- oder Billigstrom gemeint?

    Spricht man von Discounter- oder Billig­strom, sind sehr günstige Strom­tarife gemeint, die den Fokus klar auf Niedrigst­preise setzen. Unter diesen Anbietern tummeln sich viele schwarze Schafe, deren verbraucher­feind­liche Strategien regel­mäßig die Gerichte beschäf­tigen. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie den Strom­anbieter wechseln.

  • Meine Stromrechnung ist plötzlich sehr hoch – warum?

    Wenn Ihre Strom­rechnung sprung­haft gestiegen ist, kommen mehrere Ur­sachen in Frage:

    1. Sie haben einen höheren Ver­brauch, eventuell durch neue oder defekte Geräte. Strom­klau kommen Sie auf die Schliche, indem Sie alle Sicher­ungen aus­schalten und beobach­ten, ob Ihr Zähler dennoch weiter­läuft.
    2. Es handelt sich um einen Abrechnungs­fehler. Checken Sie alle Rechnungs­details von der Zähler­nummer über die von Ihnen gemel­deten Zähler­stände.
    3. Ihr Anbie­ter hat die Preise erhöht. Dies darf er jedoch nur nach vorheriger Ankündi­gung! Dabei haben Sie immer ein Sonder­kündigungs­recht.
  • Habe ich ein Sonderkündigungsrecht bei einer Strompreiserhöhung?

    Ja, bei einer Preis­erhöhung durch den Versor­ger haben Sie ein Sonder­kündigungs­recht für Strom. Wir empfeh­len Ihnen in diesem Fall, über einen Strom­preis­vergleich zu ermit­teln, ob Sie bei einem anderen Anbie­ter einen güns­tigeren Strom­preis bekommen, und dann konse­quent zu wechseln.

    Gut zu wissen: Im Fall einer Strom­preis­erhöhung hat Ihr Anbie­ter die Pflicht, Sie auf die Möglich­keit der sofor­tigen Kündi­gung aufmer­ksam zu machen. Unter­lässt er den Hin­weis auf das Sonder­kündigungs­recht, gilt die Preiser­höhung als unwirksam!

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