Strompreise 09/2022: Das kostet Strom aktuell in Deutschland

Die Strompreise steigen im Zuge der Energiekrise rasant, obwohl die Öko­strom-Um­lage zum 1. Juli 2022 weggefallen ist. Wir zeigen Ihnen, was Strom aktuell kostet, warum es zu immer neuen Strom­preis­stei­gerungen kommt, wo Strom beson­ders teuer wird und wie Sie den Anbie­terwett­bewerb für Ihren Strom­preis­vergleich nutzen!

zum Stromvergleich

Newsticker – aktuelle Informationen zu den Strompreisen

  • 20. September 2022 +++ in Thüringen ist Strom am teuersten

    +++ der günstigste Strompreis lag am 19. September deutschlandweit bei durchschnittlich 38,12 Cent pro Kilowattstunde +++ den höchsten Preis mussten Verbraucher in Thüringen zahlen +++ das günstigste Bundesland ist das Saarlannd +++ das geht aus Daten des Strompreis-Atlas hervor, der täglich die Strompreise von Neuverträgen in ca. 6.300 deutschen Städten auswertet +++ danach ist Strom in Cottbus, Brandenburg an der Havel, Bochum, Schweinfurt und Uelzen am teuersten +++

  • 16. September 2022 +++ E.ON kündigt Stromkunden die Verträge

    +++ nach zahlreichen kleineren Stromanbietern hat auch der Energiekonzern E.ON Kunden die Stromverträge gekündigt +++ in wenigen Fällen wurden bestehende Verträge nicht verlängert + die genaue Anzahl der betroffenen Kunden ist unbekannt +++ da die Kündigungen zum Laufzeitende der Verträge vorgenommen wurden, sind sie rechtmäßig, so Verbraucherschützer +++

  • 15. September 2022 +++ EU plant Entlastung für Stromkunden

    +++ EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat in Brüssel einen Gesetzentwurf zur Senkung der Stromkosten vorgestellt +++ danach sollen besonders hohe Gewinne von Stromproduzenten gedeckelt werden +++ außerdem sollen die EU-Staaten eine einmalige Sondersteuer auf die Profite von Gas-, Öl- und Kohlekonzernen erheben +++ mit diesen Einnahmen sollen Hilfsprogramme für Bürger und kleine Firmen finanziert werden +++

  • 5. September 2022 +++ Bundesregierung kündigt Strompreisbremse an

    +++ um die Verbraucher bei den Strompreisen zu entlasten, will die Koalition eine Strompreisbremse einführen +++ diese soll durch die Abschöpfung von Zufallsgewinnen bei Energiefirmen finanziert werden +++ Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einer Erlösobergrenze für diejenigen Stromunternehmen, die für die Stromerzeugung nicht auf das teure Gas angewiesen sind +++ im Idealfall gelinge eine EU-weite Regelung, ansonsten würde die Änderung national zügig umgesetzt +++

Was kostet 1 kWh Strom 2022 in Deutschland?

Der aktuelle Strom­preis liegt laut Verivox derzeit bei 51,58 Cent/kWh (Stand: September 2022). Damit zahlt ein Haus­halt mit einem Ver­brauch von 3.500 kWh pro Jahr ca. 1.800 € an Strom­kosten. Bei diesem Strom­preis handelt es sich um einen Durch­schnitts-Wert. Denn Strom­preise unter­scheiden sich sowohl regio­nal als auch nach der Verbrauchs­menge und hängen auch stark vom gewähl­ten Tarif ab. So sind heute sogar Tarife in der Grund­versorgung nicht mehr unbedingt teurer als Tarife bei alter­nativen Anbie­tern. Im Gegenteil: In vielen Fällen ist der Tarif der Grundversorgung der günstigste. Die altuellen Strompreise finden Sie in unserem Strompreisvergleich.

In der folgenden Tabel­le zeigen wir Ihnen, wie unter­schied­lich die Strom­kosten eines Beispiel­haus­halts in Berlin je nach Strom­verbrauch und Tarif aus­fallen können – berechnet jeweils im güns­tigsten Öko­strom-Tarif und dem güns­tigsten konven­tionel­len Strom­tarif ohne Einrech­nung von Boni des Anbie­ters. In der rechten Spalte sehen Sie einen Vergleich der jährlichen Stromkosten zwischen Öko- und konventionellen Strom.

Aktuelle Strompreise im September 2022 pro kWh für Haushalte in 10409 Berlin

Stromverbrauch im JahrStrompreis im günstigsten ÖkostromtarifStrompreis im günstigsten konventionellen TarifStromkosten pro Jahr
2.000 kWh51,11 Cent/kWh50,11 Cent/kWh1.022,20 € vs. 1.002,20 €
3.000 kWh49,03 Cent/kWh48,33 Cent/kWh1.470,90 € vs. 1.449,90 €
3.500 kWh48,44 Cent/kWh47,82 Cent/kWh

1.695,25 € vs. 1.673,75 €

4.500 kWh47,64 Cent/kWh47,14 Cent/kWh2.143,95 € vs. 2.121,45 €
5.000 kWh47,37 Cent/kWh46,91 Cent/kWh2.368,30 € vs. 2.345,30 €

Quelle: Vergleich.de, Stand: 26.09.2022

Warum ist Strom so teuer?

Der zuletzt starke Preis­anstieg hängt mit einer Besonderheit der Strom­börsen in Leipzig und in Paris zusammen. Dort wird Strom aus allen Teilen der Welt gehandelt. Ihr Stroman­bieter kauft dort Strom ein.

Als Erstes wird der Strom der günstigsten Strom­produzenten versteigert, das sind in der Regel Solar- und Wind­kraft­anlagen sowie Atom- und Braunkohle­kraftwerke. Sind diese Mengen verkauft, wird der teurere Strom gehandelt. In vielen Fällen handelt es sich dabei um gasgetriebene Kraftwerke. Bei den zurzeit sehr hohen Gas­preisen, ist dieser Strom extrem teuer.

Bei der endgültigen Preisfestlegung wird an der Börse ein Verfahren angewendet, das sich „Merit Order“ nennt. Allen Strom­produzenten wird der höchste Preis bezahlt. Auch der zuvor günstig verkaufte Strom wird dadurch teurer. Das hat zur Folge, dass diese Strom­hersteller enorme Gewinne einfahren, denn sie erhalten einen Verkaufs­preis, der deutlich über dem eigentlichen Preis liegt. Für Strom­kunden bedeutet das weiter steigende Preise.

Neben den hohen Gaspreisen kommen seit dem Jahres­wechsel 2021/22 weitere Ursachen für teuren Strom hinzu:

  • eine weltweit starke Nachfrage
  • gestiegene Rohstoffpreise z. B. für Kohle
  • zeitweise Probleme bei Frankreichs Atomreaktoren, so dass Frankreich Strom in Deutschland kaufen musste, was die Nachfrage weiter erhöht hat
  • Lieferprobleme bei Kohlekraftwerken, weil wegen der niedrigen Pegelstände der Flüsse der Schiffsverkehr behindert ist
  • eingeschränkte Produktion bei Wasserkraftwerken in der Schweiz aufgrund der Dürre und Wassermangels
Zum Artikel Energiekrise

Das bietet der Strompreisvergleich

Wir stellen Ihnen unseren Strom­rechner in Koopera­tion mit Verivox zur Ver­fügung. Das bietet er Ihnen:

  • unabhängige Anbieterauswahl
  • Vergleich von mehr als 20.000 Strom­tarifen
  • tagesaktuelle Tarife
  • Zuverlässigkeit und Transparenz
  • optionale Vorauswahl durch Such­filter­einstellungen
  • einfache Bedienung

Wie unterscheiden sich Stromkosten nach Haushaltsgröße?

Ein Faktor, der die Höhe der Strom­kosten bestimmt, ist die Anzahl der Personen im Haus­halt. Vier Personen ver­brau­chen mehr Strom als eine Person. Doch es kommt auch auf die Wohn­form an.

Wir zeigen Ihnen drei Beispiel­haus­halte vom Single-Haushalt bis zur Klein- und Zwei-Kind-Familie in verschie­denen Wohn­formen in der Mitte von Deutsch­land (53111 Bonn).

Strom Preisvergleich nach Haushaltsgröße

Personen im HaushaltWohnformStromverbrauchStrompreis / Jahr in einem günstigen Tarif
SingleWohnung1.500 kWh1.133,15 €
Eltern + 1 KindZweifamilienhaus3.500 kWh2.457,41 €
Eltern + 2 KinderEinfamilienhaus4.250 kWh2.951,50 €

Quelle: Strom­preis­vergleich, Ver­gleich.de mit empfohlenen Einstel­lungen ohne Bonus-Einrech­nung, Stand: 26.09.2022

Ratgeber zum Stromverbrauch nach Haushaltsgröße

Strompreisvergleich: Wie unterscheiden sich Stromkosten nach Tarif?

Die Strompreise fallen je nach Tarif verschieden hoch aus. Unter­nehmen haben viele Jahre in der Grundversorgung deutlich höhere Preise verlangt als bei alternativen Anbietern. Das ist seit dem Beginn der Energiekrise 2021 nicht mehr unbedingt so. Je nach Ihrem Wohnort kann die Grundversorung günstiger sein als das beste Angebot anderer Anbieter. Ein Strom­vergleich lohnt sich daher!

Der kWh-Preis für Strom sinkt in den verschie­denen Tarifen auch mit stei­gendem Ver­brauch. Daher ver­gleichen wir in der folgen­den Tabel­le die durch­schnitt­lichen Strom­preise pro kWh gestaffelt nach Jahres­verbrauch jeweils im Taif der Grundversorgung und im Tarif beim güns­tigsten konven­tionellen Anbie­ter:

Aktuelle Strompreise in Deutschland nach Tarif und Jahresverbrauch
Stromverbrauch im JahrStromkosten im Tarif der GrundversorgungStromkosten im Tarif des günstigsten Versorgers
1.500 kWh432 € / Jahr778 € / Jahr
2.500 kWh721 € / Jahr1.226 € / Jahr
3.500 kWh1.008 € / Jahr1.674 € / Jahr

Quelle: Vattenfall und Vergleich.de mit empfoh­lenen Einstel­lungen ohne Bonus-Ein­rechnung für 10409 Berlin, Stand: 26.09.2022

Strompreise im Öko-Tarif: Wie teuer ist der grüne Strom?

Die Strompreise von Öko­strom-Anbie­tern liegen mittler­weile nicht mehr zwingend höher als die vieler konventio­neller Anbie­ter. Außerdem unter­stützen Sie mit einem solchen Tarif aktiv die Energie­wende. Denn Öko­strom ist Strom aus erneuer­baren Energie­quellen wie Wasser, Wind, Sonne oder Bio­masse.

Mit unserem Strom­preis­vergleich können Sie unterschied­lichen Strom­preise direkt verglei­chen. Dabei haben Sie die Möglich­keit, sich auch nur Öko­strom-Tarife mit Güte­siegel anzei­gen zu lassen. Mit dem Güte­siegel ist gewähr­leistet, dass der jeweilige Anbie­ter ausschließ­lich regene­rative Energie­quellen nutzt und es sich nicht um einen Mix aus alten und neuen Energie­quellen handelt.

Die Tabelle gibt Ihnen einen ersten Über­blick über mög­liche Mehr- oder Minder­kosten von Ökostrom-Anbie­tern im Ver­gleich mit dem Tarif der Grund­versor­gung. Ausge­wählt haben wir den güns­tigsten Öko-Tarif mit Güte­siegel (ohne Bonus).

Ökostrom vs. konventioneller Strom im Preisvergleich

Stromverbrauch im JahrStromkosten GrundversorgungGünstigster Ökostromtarif mit Gütesiegel
1.500 kWh432 € / Jahr796 € / Jahr
2.500 kWh721 € / Jahr1.244 € / Jahr
3.500 kWh1.008 € / Jahr1.692 € / Jahr

Quelle: Vattenfall und Vergleich.de mit empfohlenen Einstel­lungen ohne Bonus-Einrech­nung für 10409 Berlin, Stand: 26.09.2022

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Strompreise regional vergleichen: Was kostet Strom in meinem Bundesland?

Je nach Wohnort ist Ihr Strompreis höher oder niedriger. Der Hauptgrund dafür sind die regional unterschiedlich hohen Netz-Nutzungsentgelte. So zahlen Verbraucher im ländlichen Raum in der Regel mehr als Verbraucher in der Stadt.

Das liegt an unterschiedlich hohen Investitionen in den Netzausbau. Laut „Verivox“ trägt aber auch die Energiewende dazu bei. Wenn im Norden beispielsweise viel Windenergie erzeugt wird, muss der Netzbetreiber teure Stabilitätsmaßnahmen ergreifen. Diese fließen dort in den Strompreis.

Die Tabelle zeigt Ihnen am Beispiel eines Verbrauches von 3.500 kWh im Jahr, wie viel Strom wo kostet: Am teuersten ist der Strom demnach in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Am billigsten dagegen fahren die Kunden in Bremen.

Strompreise nach Bundesländern

 Strompreis im Tarif des lokalen AnbietersStrompreis im Tarif des günstigsten Ökostrom-Anbieters
Baden-Württemberg41,33 Cent/kWh40,13 Cent/kWh
Bayern37,22 Cent/kWh39,68 Cent/kWh
Berlin35,93 Cent/kWh39,66 Cent/kWh
Brandenburg37,87 Cent/kWh41,83 Cent/kWh
Bremen25,23 Cent/kWh38,68 Cent/kWh
Hamburg37,08 Cent/kWh42,78 Cent/kWh
Hessen37,66 Cent/kWh39,96 Cent/kWh
Mecklenburg-Vorpommern41,64 Cent/kWh42,42 Cent/kWh
Niedersachsen37,38 Cent/kWh39,65 Cent/kWh
Nordrhein-Westfalen39,09 Cent/kWh40,61 Cent/kWh
Rheinland-Pfalz35,26 Cent/kWh40,05 Cent/kWh
Saarland31,81 Cent/kWh41,14 Cent/kWh
Sachsen35,01 Cent/kWh39,97 Cent/kWh
Sachsen-Anhalt35,35 Cent/kWh40,14 Cent/kWh
Schleswig-Holstein39,02 Cent/kWh44,39 Cent/kWh
Thüringen45,27 Cent/kWh40,30 Cent/kWh

Quelle: Stromauskunft.de und Vergleich.de, Stand 19.09.2022

Es handelt sich bei den in der Tabelle genannten Preisen um eine Momentaufnahme, die einen Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern ermöglicht. Aktuelle Preise können auf Grund der schnellen Entwicklung am Markt davon abweichen.

Warum sinken und steigen Strompreise?

Der Strompreis ist keine fixe Größe. Für die jährliche Preis­berechnung verant­wort­lich sind Staat, Netz­betreiber und Strom­anbieter, die ihrerseits Kosten haben, welche Schwan­kungen unter­liegen. Diese Kosten treiben den Strom­preis:

  • Kosten für Strom­beschaf­fung und Vertrieb (Versorger)
  • Kosten für Steuern, Abgaben und Umlagen (Staat)
  • Kosten für den Transport durch die Netze, Messung und Abrech­nung (Netzbetreiber)

Ent­sprechend der Dynamik dieser Kosten ändert sich am Ende auch der Strom­preis. Als zweiter Faktor tritt letztlich der Strom­markt hinzu: An der Leip­ziger Strom­börse schwankt der Preis pro kWh entsprech­end Ange­bot und Nach­frage. Im komplexen Zusammen­spiel all dieser Fakto­ren steigt und fällt am Ende auch Ihr Strom­preis.

Wie haben sich die Stromkosten in den vergangenen Jahren entwickelt?

Seit der Liberalisierung des Strom­marktes im Jahr 1998 sind die Strompreise in Deutsch­land enorm gestie­gen. Damals lag der Strom­preis pro kWh bei umge­rechnet 17,11 Cent. Aufgrund des Anbie­terwett­bewerbs fiel er bis zum Jahr 2000 auf 13,94 Cent und verteu­erte sich dann dras­tisch, denn damals führte die Bundes­regierung fünf verschie­dene neue Umla­gen zur Finan­zierung der Energie­wende ein. 2012 lag der durchschnittliche Preis pro kWh schon bei 24,93 Cent.

Die Kosten für Steuern und Umla­gen sanken zuletzt zwar wieder. Dafür stiegen wie schon die Jahre davor die Kosten für Beschaf­fung und Vertrieb sowie die Ent­gelte zur Nutz­ung und den Aus­bau des Strom­netzes. Mit dem Ukrainekrieg und der Gasknappheit sind die Stromkosten dann drastisch in die Höhe geschossen. Derzeit liegt der Preis laut Verivox bei knapp über 51 Cent pro kWh (Stand: September 2022).

Die fol­gende Tabelle zeigt Ihnen die Strom­preisent­wicklung der vergan­genen 20 Jahre bis heute.

Strompreisentwicklung in den vergangenen 20 Jahren

JahrStrompreis in kWh
200417,96 Cent/kWh
200619,46 Cent/kWh
200821,65 Cent/kWh
201023,69 Cent/kWh
201225,89 Cent/kWh
201429,14 Cent/kWh
201628,80 Cent/kWh
201829,42 Cent/kWh
202031,37 Cent/kWh
202132,16 Cent/kWh
2022 (September)51,58 Cent/kWk

Quelle: BDEW, Stand: September 2022

Strompreisentwicklung: Wie entwickelt sich der Strompreis 2022?

Die Prognose lautet leider: Die Strom­preise werden 2022 weiter steigen.

Gründe für den weiteren An­stieg sind haupt­sächlich der Ukrainekrieg und die Gasknappheit durch die stark zurückgegangene Liefermenge von Russland. Relevant für den Preis sind außerdem CO2-Abgaben für die Energie­wende sowie Netz­gebühren und Beschaf­fungs­kosten. Damit ist der Preis für den Strom­einkauf an der Leip­ziger Strom­börse gemeint, den die Versor­ger selbst zahlen müssen. Durch die Energieknappheit sind die Beschaf­fungs­kosten in letzter Zeit enorm in die Höhe geschossen.

Wechsel des Anbieters kann sich lohnen

Die Strompreise werden in Zukunft vermut­lich weiter steigen. In jedem Netz­gebiet konkurrie­ren jedoch laut Bundes­netz­agentur bis zu 112 Stroman­bieter. Nutzen Sie den Wett­bewerb mit Strom­preis­vergleichen und wechseln Sie jährlich den Anbie­ter. So können Sie den Strom­preis­anstieg mindern oder sogar ausgleichen.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strom­preis besteht aus mehre­ren Bau­steinen, die jeweils größe­ren oder klein­eren Anteil an der Preis­bildung haben. So machen nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Steuern, Umlagen und Abga­ben heute ca. 29 % des Strom­preises aus, Netz­entgelte ca. 22 % und die eigent­liche Strom­erzeu­gung und -beschaf­fung ca. 49 %. Der Ein­fluss der Stroman­bieter auf den Preis ist also relativ beschränkt.

Aus folgen­den Komponen­ten setzt sich der Strom­preis zusammen:

  • Stromsteuer: Sie besteuert seit 1999 den Energie­verbrauch und wird auch Energie­steuer genannt.
  • Umsatzsteuer: Strom wird in Deutsch­land mit 19 % Umsatz­steuer belegt.
  • Konzessions­abgabe: Kommunen erhalten regional unterschied­lich hohe Konzessions­abgaben dafür, dass ihre Straßen und Wege für den Betrieb von Strom­leitungen benutzt werden dürfen.
  • KWK-Umlage: Diese Umlage finanziert den Strom aus Kraft-Wärme-Koppelung (KWK), zum Beispiel aus Block­heiz­kraftwerken, die gleich­zeitig Strom und Wärme produ­zieren.
  • § 19 Umlage: Genauer heißt sie „§ 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage“. Sie entlas­tet die Indus­trie bei den Netz­ent­gelten.
  • Offshore-Netzumlage: Die vormalige „Offshore-Haftungs­umlage“ finan­ziert die Kosten für die Netz­anbindung von Offshore-Wind­parks.
  • Erzeugung/ Vertrieb: Das sind die Kosten, die den Versor­gern entstehen, inklusive Strom­produktion, Services und Dienst­leistungen.
  • Netzentgelte, Messung, Abrechnung: Diese Kosten entstehen für den Trans­port des Stromes durch die Netze, deren Aus­bau und Unter­halt sowie Messungen und Abrechnungen durch die Netz­betreiber.
EEG-Umlage wurde am 1. Juli 2022 auf 0 % abgesenkt

Die Bundesregierung hat die EEG-Umlage abgeschafft. Das geschah am 1. Juli 2022 und damit ein halbes Jahr früher, als es im Koalitionsvertrag vorgesehen war, um alle Haushalte wegen der stark gestiegenen Energiekosten zu entlasten. Die Stromanbieter müssen die Absenkung in vollem Umfang an die Endverbraucher weitergeben. Ein 4-Personen-Haushalt spart dadurch ungefähr 150–200 € im Jahr. Die EEG-Umlage war im Jahr 2000 eingeführt worden und diente dazu, die Förderung des Ausbaus von Solar-, Wind-, Biomasse- und Wasserkraftwerken zu finanzieren. 

Infografik: So setzen sich die Strompreise zusammen

FAQ: Wichtige Fragen zum Strompreis 2022

Ihre wichtigsten Fragen zum Strompreis beantworten wir hier in Kurzform.

  • Wie berechnen sich die monatlichen Abschläge meines Stromanbieters?

    Die Abschlags­zahlungen orien­tieren sich jeweils am Strom­verbrauch im alten Verbrauchs­jahr. Sprich: Je nachdem wie hoch Ihr Ver­brauch im Vorjahr war, fallen die Ab­schläge für das kommende Vertrags­jahr nied­riger oder höher aus. Gibt es noch keinen Vor­jahres­verbrauch, zum Beispiel, weil Sie Ihr neuge­bautes Haus erst­mals bezie­hen, schätzt Ihr Versor­ger den Ver­brauch. Zu viel oder zu wenige bezahlte Ab­schläge werden am Ende des Vertrags­jahres verrech­net. Daher gibt es pro Jahr nur 11 Abschläge. Der „12. Ab­schlag“ ist die Jahres­end­rechnung.

  • Was ist ein Grundversorger?

    Grund­versorger sind meist die ört­lichen Stadt­werke. Vor der Deregu­lierung des Mark­tes 1998 hatten sie das Mono­pol auf die Strom­versor­gung. Heute sind die Strom­preise der Stadt­werke nicht mehr unbedingt höher als andere Tarife. Wer keinen Vertrag bei einem anderen Strom­anbieter abschließt – zum Bei­spiel beim Ein­zug in ein neues Haus – fällt auto­matisch in die Grund­versorgung.

  • Was ist der sogenannte Arbeitspreis bei Strom?

    Der Arbeits­preis ist der reine Strom­preis. Er bezeichnet die Kosten für den Ver­brauch von 1 Kilowatt­stunde (kWh). Je nach Verbrauchs­menge fällt dieser Preis höher oder nied­riger aus. Daneben gibt es noch den Grund­preis, den Ihr Anbie­ter pauschal für den Strom­anschluss verlangt.

  • Was ist mit Discounter- oder Billigstrom gemeint?

    Spricht man von Discounter- oder Billig­strom, sind sehr günstige Strom­tarife gemeint, die den Fokus klar auf Niedrigst­preise setzen. Unter diesen Anbietern tummeln sich viele schwarze Schafe, deren verbraucher­feind­liche Strategien regel­mäßig die Gerichte beschäf­tigen. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie den Strom­anbieter wechseln.

  • Meine Stromrechnung ist plötzlich sehr hoch – warum?

    Wenn Ihre Strom­rechnung sprung­haft gestiegen ist, kommen mehrere Ur­sachen in Frage:

    1. Sie haben einen höheren Ver­brauch, eventuell durch neue oder defekte Geräte. Strom­klau kommen Sie auf die Schliche, indem Sie alle Sicher­ungen aus­schalten und beobach­ten, ob Ihr Zähler dennoch weiter­läuft.
    2. Es handelt sich um einen Abrechnungs­fehler. Checken Sie alle Rechnungs­details von der Zähler­nummer über die von Ihnen gemel­deten Zähler­stände.
    3. Ihr Anbie­ter hat die Preise erhöht. Dies darf er jedoch nur nach vorheriger Ankündi­gung! Dabei haben Sie immer ein Sonder­kündigungs­recht.
  • Habe ich ein Sonderkündigungsrecht bei einer Strompreiserhöhung?

    Ja, bei einer Preis­erhöhung durch den Versor­ger haben Sie ein Sonder­kündigungs­recht für Strom. Wir empfeh­len Ihnen in diesem Fall, über einen Strom­preis­vergleich zu ermit­teln, ob Sie bei einem anderen Anbie­ter einen güns­tigeren Strom­preis bekommen, und dann konse­quent zu wechseln.

    Gut zu wissen: Im Fall einer Strom­preis­erhöhung hat Ihr Anbie­ter die Pflicht, Sie auf die Möglich­keit der sofor­tigen Kündi­gung aufmer­ksam zu machen. Unter­lässt er den Hin­weis auf das Sonder­kündigungs­recht, gilt die Preiser­höhung als unwirksam!

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