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Strom

Strompreise 2019: So hoch sind die Stromkosten in Deutschland

Die Strompreise steigen 2019 wieder an. Wir zeigen Ihnen, warum es zur Strompreissteigerung kommt, wo Strom besonders teuer wird und wie Sie den Anbieterwettbewerb nutzen, um Ihre Stromkosten zu senken!

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was kostet 1 kWh Strom aktuell in Deutschland?

      Der aktuelle Strompreis liegt bei 30,5 Cent/kWh. Dieser Wert gibt den Strompreis im Durchschnitt an, denn die Preise unterscheiden sich regional und nach Verbrauchsmenge. Außerdem hängen sie vom gewählten Tarif ab.

      In der folgenden Tabelle zeigen wir Ihnen, wie unterschiedlich die Stromkosten eines Drei-Personen-Haushalts mit jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh in den unterschiedlichen Tarifen sind: im Tarif der Grundversorgung, im günstigsten Ökostrom-Tarif und im günstigsten konventionellen Stromtarif.

      Aktuelle Strompreise pro kWh für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh:

      Tarif-ArtStrompreis
      Grundversorgungstarif32,00 Cent/kWh
      Günstigster Ökostromtarif26,40 Cent/kWh
      Günstigster konventioneller Tarif26,16 Cent/kWh

      Quelle: Bundesnetzagentur 2019

      Warum sinken und steigen die Strompreise?

      Der Strompreis ist keine fixe Größe. Für die jährliche Preisberechnung verantwortlich sind Staat, Netzbetreiber und Stromanbieter, die ihrerseits Kosten haben, welche Schwankungen unterliegen.

      Diese Kosten treiben den Strompreis:

      • Kosten für Strombeschaffung und Vertrieb (Versorger)
      • Kosten für Steuern, Abgaben und Umlagen (Staat)
      • Kosten für den Transport durch die Netze, Messung und Abrechnung (Netzbetreiber)

      Entsprechend der Dynamik dieser Kosten ändert sich am Ende auch der Strompreis. Als zweiter Faktor tritt letztlich der Strommarkt hinzu: An der Leipziger Strombörse schwankt der Preis pro kWh entsprechend Angebot und Nachfrage.

      Im komplexen Zusammenspiel all dieser Faktoren steigt und fällt am Ende auch Ihr Strompreis.

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      Wie haben sich die Stromkosten in den vergangenen Jahren entwickelt?

      Seit der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 sind die Strompreise in Deutschland um 70 % gestiegen. Vor zwanzig Jahren lag der Strompreis pro kWh demnach noch bei umgerechnet 17,11 Cent. Er fiel aufgrund des Anbieterwettbewerbs bis zum Jahr 2000 auf 13,94 Cent. Und verteuerte sich dann drastisch, denn damals führte die Bundesregierung fünf verschiedene neue Umlagen zur Finanzierung der Energiewende ein.

      Als zweiter Faktor des Strompreisanstieges wirken immer höhere Entgelte für die Nutzung und den Ausbau der Stromnetze. Das folgende Schaubild zeigt Ihnen die Strompreisentwicklung der vergangenen zwanzig Jahre bis heute.

      Strompreisentwicklung

      Strompreisentwicklung: Wie entwickelt sich der Strompreis 2019?

      Nach der Erhöhung ihrer Strompreise um 4–5 % zum Jahreswechsel 2018 auf 2019 ist ein weiterer Strompreisanstieg abzusehen.

      Grund für den ersten Anstieg im Januar waren hauptsächlich drastisch gestiegene Beschaffungskosten. Damit ist der Preis für den Stromeinkauf an der Leipziger Strombörse gemeint, den die Versorger selbst zahlen müssen. Laut Branchenverband BdEW (Bund der Energiewirtschaft) stiegen die Beschaffungskosten in den vergangenen 2 Jahren um mehr als die Hälfte.

      Umlagen für die Energiewende verteuern den Strompreis

      Einfluss auf den Strompreis haben zudem Umlagen für die verbraucherfinanzierte Energiewende. So sank die EEG-Umlage, die die Energiewende finanziert. Dafür kam neu die sogenannte „Offshore-Netzumlage“ dazu, die seit dem 1. Januar die Kosten für den Netzanschluss von Offshore-Windparks finanziert und zum Start 0,416 Cent/kWh beträgt.

      Prognosen zufolge wird es künftig eher teurer als billiger: Die Kosten für CO2-Zertifikate, die etwa Braunkohle- und Gaskraftwerke zahlen müssen, haben sich schon in den vergangenen 12 Monaten verdreifacht. Der Ausstieg aus der Braunkohle wird den Strom an der Börse bis 2035 laut Experten um insgesamt 20 % verteuern.

      Schon heute sind die Strompreise in Deutschland die teuersten im EU-Vergleich!

      Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

      Der Strompreis besteht aus mehreren Bausteinen, die jeweils größeren oder kleineren Anteil an der Preisbildung haben.

      So machen Steuern, Umlagen und Abgaben heute ca. 55 % des Strompreises aus, Netzentgelte ca. 25 % und die eigentliche Stromerzeugung und -beschaffung nur ca. 20 %. Der Einfluss der Stromanbieter auf den Preis ist also relativ beschränkt.

      Aus den folgenden Komponenten setzt sich der Strompreis zusammen:

      • Stromsteuer: Sie besteuert seit 1999 den Energieverbrauch und wird auch Energiesteuer genannt.
      • Umsatzsteuer: Strom wird in Deutschland mit 19 % Umsatzsteuer belegt.
      • Konzessionsabgabe: Kommunen erhalten regional unterschiedlich hohe Konzessionsabgaben dafür, dass ihre Straßen und Wege für den Betrieb von Stromleitungen benutzt werden dürfen.
      • EEG-Umlage: Diese Umlage finanziert den Ausbau und die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien.
      • KWK-Umlage: Diese Umlage finanziert den Strom aus Kraft-Wärme-Koppelung (KWK), zum Beispiel aus Blockheizkraftwerken, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren.
      • § 19 Umlage: Genauer heißt sie „§ 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage“. Sie entlastet die Industrie bei den Netzentgelten.
      • Offshore-Netzumlage: Die vormalige „Offshore-Haftungsumlage“ finanziert die Kosten für die Netzanbindung von Offshore-Windparks.
      • Erzeugung/ Vertrieb: Das sind die Kosten, die den Versorgern entstehen, inklusive Stromproduktion, Services und Dienstleistungen.
      • Netzentgelte, Messung, Abrechnung: Diese Kosten entstehen für den Transport des Stromes durch die Netze, deren Ausbau und Unterhalt sowie Messungen und Abrechnungen durch die Netzbetreiber.

      Wie sich diese Bausteine jeweils anteilsmäßig auf den Strompreis im Ganzen auswirken, zeigt folgendes Schaubild:

      Der prozentuale Anteil der Komponenten am Strompreis 2019

      Warum sind die Strompreise regional unterschiedlich?

      Je nach Wohnort ist Ihr Strompreis höher oder niedriger. Der Hauptgrund dafür sind die regional unterschiedlich hohen Netz-Nutzungsentgelte. So zahlen Haushalte in den neuen Bundesländern bis zu 50 % mehr als Haushalte in den alten Bundesländern. Verbraucher im ländlichen Raum zahlen in der Regel mehr als Verbraucher in der Stadt.

      Hintergrund sind unterschiedlich hohe Investitionen in den Netzausbau. Laut „Verivox“ trägt aber auch die Energiewende dazu bei. Wenn im Norden beispielsweise viel Windenergie erzeugt wird, muss der Netzbetreiber teure Stabilitätsmaßnahmen ergreifen. Diese fließen dann dort in den Strompreis.

      Am teuersten ist der Strom in Schleswig-Holstein, Thüringen, Brandenburg und Berlin. Am billigsten fahren die Kunden in Bremen.

      Gut zu wissen: Nicht nur regional, auch national sind Strompreise höchst unterschiedlich. So liegt Deutschland im Nationenvergleich beim Strompreis vor dem ehemaligen Spitzenreiter Dänemark. Am billigsten ist der Strom in Bulgarien mit 9,69 Cent/kWh. Dafür fällt er dort bis zu fünfzig Mal öfter aus als bei uns.

      So unterscheiden sich die Stromkosten je nach Anzahl der Personen im Haushalt?

      Die Stromkosten unterscheiden sich regional, nach Tarif und nach der Größe des Haushalts. Wir zeigen Ihnen drei Beispielhaushalte vom Single-Haushalt bis zur Klein- und Drei-Kind-Familie in verschiedenen Wohnformen in der Mitte von Deutschland (Bonn).

      Vergleich der Stromkosten nach Haushaltsgröße

       Haushalt 1Haushalt 2Haushalt 3
      Personen im HaushaltSingleEltern + KindEltern + 2 Kinder
      WohnformWohnungZweifamilienhausEinfamilienhaus
      Stromverbrauch2.000 kWh3.500 kWh5.000 kWh
      Jahresstromkosten650 €1.200 €1.500 €

      Sie sehen, dass die Stromkosten nicht proportional mit jedem Haushaltsmitglied steigen. Denn viele Geräte laufen ohnehin, ob für eine Person oder für fünf.

      Wo kann ich aktuelle Strompreise vergleichen?

      In unserem Stromvergleich listen wir Ihnen verschiedene Tarif-Angebote auf. Sie brauchen dazu nur Ihren Jahresstromverbrauch und Ihre Postleitzahl einzugeben. Hier erklären wir Ihnen auch ausführlich, was Sie bei der Auswahl eines neuen Anbieters beachten sollten und wie Sie ganz einfach den Anbieter wechseln.

      FAQ: Wichtige Fragen zum Strompreis

      • Wie berechnen sich die monatlichen Stromabschläge meines Anbieters?

        Die Abschlagszahlungen orientieren sich jeweils am Stromverbrauch im alten Verbrauchsjahr. Sprich: Je nachdem wie hoch Ihr Verbrauch im Vorjahr war, fallen die Abschläge für das kommende Vertragsjahr niedriger oder höher aus. Gibt es noch keinen Vorjahresverbrauch, zum Beispiel weil Sie Ihr neugebautes Haus erstmals beziehen, schätzt Ihr Versorger den Verbrauch. Zu viel oder zu wenig bezahlte Abschläge werden am Ende des Vertragsjahres verrechnet. Daher gibt es pro Jahr nur 11 Abschläge. Der „12. Abschlag“ ist die Jahresendrechnung.

      • Was ist der sogenannte Arbeitspreis bei Strom?

        Der Arbeitspreis ist der reine Strompreis. Er bezeichnet die Kosten für den Verbrauch von 1 Kilowattstunde (kWh). Je nach Verbrauchsmenge fällt dieser Preis höher oder niedriger aus. Daneben gibt es noch den Grundpreis, den Ihr Anbieter pauschal für den Stromanschluss verlangt.

      • Was ist mit Discounter- oder Billigstrom gemeint?

        Spricht man von Discounter- oder Billigstrom, sind sehr günstige Stromtarife gemeint, die den Fokus klar auf Niedrigstpreise setzen. Unter diesen Anbieter tummeln sich viele schwarze Schafe, deren verbraucherfeindliche Strategien regelmäßig die Gerichte beschäftigen. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie den Stromanbieter wechseln.

      • Meine Stromrechnung ist zu hoch, warum?

        Wenn Ihre Stromrechnung sprunghaft gestiegen ist, kommen mehrere Ursachen in Frage:

        1. Sie haben einen höheren Verbrauch, eventuell durch neue oder defekte Geräte. Stromklau kommen Sie auf die Schliche, indem Sie alle Sicherungen ausschalten und beobachten, ob Ihr Zähler dennoch weiterläuft.
        2. Es handelt sich um einen Abrechnungsfehler. Checken Sie alle Rechnungsdetails von der Zählernummer über die von Ihnen gemeldeten Zählerstände.
        3. Ihr Anbieter hat die Preise erhöht. Dies darf er jedoch nur nach vorheriger Ankündigung!
      • Habe ich ein Sonderkündigungsrecht bei einer Strompreiserhöhung?

        Ja, bei einer Preiserhöhung durch den Versorger haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Wir empfehlen Ihnen in diesem Fall über einen Stromvergleich zu ermitteln, ob Sie bei einem anderen Anbieter einen günstigeren Strompreis bekommen und dann konsequent zu wechseln.

        Gut zu wissen: Im Fall einer Strompreiserhöhung hat Ihr Anbieter die Pflicht, Sie auf die Möglichkeit der sofortigen Kündigung aufmerksam zu machen. Unterlässt er den Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht, gilt die Preiserhöhung als unwirksam!

      Vergleich.de Tipp

      Die Strompreise werden in Zukunft vermutlich weiter steigen. In jedem Netzgebiet konkurrieren jedoch laut Bundesnetzagentur bis zu 112 Stromanbieter. Nutzen Sie den Wettbewerb mit Strompreisvergleichen und wechseln Sie jährlich den Anbieter. So können Sie den Strompreisanstieg zum Teil ausgleichen.

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