Tagesgeldzinsen: So bekommen Sie die besten Zinsen für Ihr Tagesgeld!

Das Tages­geld­konto ge­hört zu den belieb­tes­ten Geld­an­la­gen in Deutsch­land. Durch die Zins­wen­de der Euro­päi­schen Zen­tral­bank wirft die Anlage­form wieder mehr Ren­di­te ab. Wir er­klä­ren, wie Sie bei den aktu­ell stei­gen­den Zin­sen beson­ders gute Tages­geld­zin­sen er­hal­ten.

Zinsen berechnen
Tagesgeldzinsen berechnen

Wie hoch sind auf einem Tagesgeldkonto aktuell die Zinsen?

Sie erhalten aktuell auf ein Tages­geld­kon­to Zin­sen zwi­schen 0,10 und ca. 2 %. Hohe Tages­geld­zin­sen zah­len oft aus­län­di­sche Ban­ken wie die Big­bank oder die Re­nault Bank direkt. Häu­fig erhal­ten Sie bei Online- oder Direkt­ban­ken wie der DKB, ING oder der Consors­bank besse­re Tages­geldzin­sen als bei Filial­ban­ken und der Spar­kas­se. Das ist aber keine all­ge­mein­gül­ti­ge Re­gel: Die Com­direct offe­riert z. B. der­zeit nur sehr gerin­ge Tages­geldzin­sen.

Wie hoch sind die aktu­el­len Tages­geld­zin­sen? Schau­en Sie sich am bes­ten die Ange­bo­te im Einzel­nen an, da sie sich oft än­dern kön­nen. Die tages­aktu­ell bes­ten Tages­geld­zin­sen fin­den Sie in unse­rem Tages­geld Ver­gleich. Dort er­hal­ten Sie auch die Ant­wort auf die Frage: Wo gibt es die meis­ten Zin­sen für Tages­geld? Die fol­gen­de Ta­bel­le zeigt die bes­ten Tages­geld­zin­sen 2022 aus unserem Vergleich für einen Spar­be­trag in Höhe von 10.000 €.

Unsere aktuell besten Zinsen für Tages­geld bei einem Anlage­betrag von 10.000 €
Zinssatz Bank Land
2,10 % Consorsbank Deutschland
2,10 % Opel Bank Frankreich
2,00 % Advanzia Bank Luxemburg
2,00 % Renault Bank direkt Frankreich
2,00 % Bigbank Estland

Quelle: Tagesgeld Vergleich, 25.01.2023

Trotz des noch nied­rigen Zins­niveaus bie­tet die Geld­an­lage Tages­geld eini­ge Vor­tei­le für Spa­rer. Sie kön­nen Ihr Geld fle­xi­bel und für einen kur­zen Zeit­raum an­le­gen. An­ders als bei Fest­geld ha­ben Sie jeder­zeit die Frei­heit, auf Ihr Er­spar­tes zu­zu­grei­fen. Trotz­dem er­hal­ten Sie auf Ihr Konto Zin­sen für Ihre Ein­la­gen.

Tradi­tionel­le An­lage­for­men, die frü­her be­liebt wa­ren, bei­spiels­weise ein Spar­buch, sind heute deut­lich weni­ger attrak­tiv für An­le­ger. Spar­kon­tozin­sen sind in der Re­gel sehr nied­rig. Sie ha­ben bei dieser Art der Geld­an­lage zu­dem weni­ger Flexi­bili­tät als bei Tages­geld, da Sie eine Kündi­gungs­frist ein­hal­ten müs­sen und der Be­trag, den Sie monat­lich ab­he­ben dür­fen, be­schränkt ist. Und ein Giro­kon­to, das zwar Flexi­bili­tät bie­tet, ist im Hin­blick auf die Rendi­te eine schlech­tere Wahl als Tages­geld mit Zin­sen. Schließ­lich er­hal­ten Sie auf Ihr Tages­geld­kon­to Zin­sen, die nicht uner­heb­lich sind.

Wie bekomme ich die besten Zinsen für Tagesgeld?

Bei stei­gen­dem Zins­niveau ste­hen die Chan­cen auf höhe­re Tages­geld­zin­sen gut. Wir ha­ben für Sie fünf Mög­lich­kei­ten zu­sam­men­ge­fasst, wie Sie für Ihre Geld­an­lage Zin­sen in attrak­ti­ver Höhe er­hal­ten.

  • 1. Ein Tagesgeldkonto im Ausland bietet oft bessere Zinsen

    Vor allem aus­län­di­sche Direkt­ban­ken zah­len für ein Tages­geld­konto oft hohe Zin­sen, um Kun­den zu bin­den und sich güns­tig Ein­la­gen zu sichern. In der Ver­gangen­heit zahl­te z. B. die Bank of Scot­land oft attrak­ti­ve Tages­geld­zin­sen, jetzt gibt es von anderen Geld­insti­tu­ten besse­re Zin­sen aufs Tages­geld­kon­to. Die Ange­bote kön­nen sich aber jeder­zeit än­dern. Wenn Sie sich nach den bes­ten Tages­geld­kon­to-Zin­sen um­se­hen, wer­den Sie auf vie­le Ange­bo­te aus dem Aus­land sto­ßen. Auch die für Sie er­hält­li­chen Tages­geld-Zin­sen aus dem Aus­land fin­den Sie, wenn Sie mit unse­rem Ver­gleich einen Tages­geld-Zin­sen-Ver­gleich durch­füh­ren.

    Wie sieht es mit der Sicher­heit bei einem Tages­geld­kon­to im EU-Aus­land aus? Geld­an­lagen im EU-Aus­land sind durch die euro­päi­sche Ein­lagen­siche­rung bis zu 100.000 € pro An­le­ger ab­ge­sichert. Es haf­tet je­doch immer die natio­nale Ein­lagen­siche­rung des be­treffen­den EU-Staa­tes. Es haf­ten nicht alle EU-Län­der gemein­sam. Da­her soll­ten Sie sich vor Ab­schluss Ihres Tages­geld­kon­tos – beson­ders bei sehr hohen Zins­ange­bo­ten - genau über die Boni­tät der Bank und des je­wei­li­gen Staa­tes in­for­mie­ren. Der Grund: Geht die Bank plei­te und reicht der natio­na­le Einlagen­siche­rungs­fonds nicht aus, gibt es die Mög­lich­keit, dass das EU-Land ein­springt und die Spa­rer ent­schä­digt. Ob es die Kraft dazu hat, lässt sich an­hand des Länder­ra­tings der drei großen Rating­agen­tu­ren Stan­dard & Poor’s, Moody’s und Fitch ein­schät­zen. Stif­tung Waren­test empfiehlt Tages­geld nur in Län­dern anzu­le­gen, die mit den Best­no­ten be­wer­tet wur­den.

  • 2. Neukunden erhalten die besten Zinsen auf Tagesgeld

    Neu­kun­den profi­tie­ren nicht sel­ten von besse­ren Zins­sät­zen, denn viele Ban­ken locken mit Sonder­zin­sen, die sie ab Konto­er­öff­nung in der Re­gel für eini­ge Mona­te garan­tie­ren. Sie er­hal­ten also wie bei den Fest­geld­zin­sen eine Zins­garan­tie für einen fest­geleg­ten Zeit­raum. Diese Zeit­räu­me für Garantie­zin­sen lie­gen meist zwi­schen 3 Mona­ten und 1 Jahr. Läuft der Garan­tie­zins aus, sin­ken die Zin­sen für das Tages­geld­kon­to aller­dings in der Re­gel auf das Ni­veau für Be­stands­kun­den.

    Wollen Sie Ihr Tages­geld über den Garantie­zeit­raum hin­aus an­legen, em­pfeh­len wir Ih­nen, den Aktions­zins mit dem niedrige­ren An­schluss­zins zu ver­rech­nen. Da­durch ermit­teln Sie den wirk­lichen Zins Ihrer Geld­an­lage und las­sen sich nicht von Lock­zin­sen blen­den. Am bes­ten schau­en Sie sich jedoch nach Ende des Garantie­zeitraums nach den aktu­ell bes­ten Tages­geld­zin­sen um, z. B. in unserem Tages­geld Ver­gleich.

  • 3. Garantiezinsen haben Vor- und Nachteile

    Ein fest­geleg­ter Garantie­zins für eini­ge Mona­te lohnt sich vor al­lem, wenn in Zu­kunft mit einem sin­ken­den Zins­niveau zu rech­nen ist. In diesem Fall soll­ten Sie nach Mög­lich­keit Ange­bo­te mit einem lan­gen Aktions­zeit­raum wählen. Ein Garantie­zins bie­tet aber nicht nur Vor­tei­le: Steigt das Zins­niveau im Garantie­zeit­raum, können Sie von den besse­ren Kondi­tio­nen nicht profi­tie­ren. Denn Garantie­zinsen sind nicht varia­bel und werden des­halb nicht an das aktu­elle Zins­niveau ange­passt. Es steht Ihnen bei Tages­geld jedoch frei, Ihre Anlage­summe jeder­zeit abzu­ziehen und woan­ders zu besse­ren Kondi­tio­nen anzu­le­gen. Sie sind nicht ver­pflich­tet, während des Garantie­zeit­raums bei einer bestimm­ten Bank zu blei­ben.

    Beson­ders bei stei­gen­dem Zins­niveau lohnt es sich, sich regel­mä­ßig über die aktu­el­len Tages­geld-Ange­bo­te zu infor­mie­ren. Alles zum Thema Zin­sen mit aktu­el­ler Zins­prog­nose er­fah­ren Sie in unse­rem Rat­ge­ber aktu­elle Zin­sen.

  • 4. Anlagestrategie „Zins-Hopper“ anwenden

    Sie können Neu­kun­den-Ak­tio­nen der Ban­ken für sich beson­ders gut nutzen, indem Sie das so­ge­nann­te „Zins-Hopping“ als Anlage­strate­gie an­wen­den. Dabei er­öff­nen Sie als Neu­kun­de bei einer Bank mit Garantie­zins ein Tages­geld­kon­to und zie­hen so­fort nach Ab­lauf der Zins­garan­tie das Geld wie­der von diesem Kon­to ab. Im An­schluss suchen Sie sich wie­der eine neue Bank mit einem gu­ten Neu­kun­den-Ange­bot. Durch diese Stra­te­gie bekom­men Sie immer die bes­ten Tages­geld­zin­sen am Markt. Zins-Hopping funktio­niert aber nur, wenn Sie sich regel­mä­ßig über die bes­ten Zins­ange­bote am Markt infor­mieren und bereit sind, immer wie­der das Tages­geld­kon­to zu wech­seln.

    Um Ihr Geld ander­wei­tig anzu­le­gen, ist es nicht not­wen­dig, dass Sie Ihr Tages­geld­konto kündi­gen. Sie kön­nen Ihre Anlage­sum­me ein­fach auf Ihr Refe­renz­konto über­wei­sen und von dort nach Be­lie­ben weiter­ver­tei­len. Je­doch kann es von Vor­teil sein, eine Kündi­gung zu ver­schicken, da Sie auf diese Weise den Kunden­sta­tus ver­lie­ren und später in der Regel wieder als Neukunde gewer­tet werden.

    Beach­ten Sie, dass viele Ban­ken ihre Kun­den nach der Kündi­gung für einen bestimm­ten Zeit­raum für weite­re Neu­kun­den-Ange­bo­te sper­ren. Erst nach Ab­lauf der Sperr­frist, die je nach Bank einige Mona­te oder Jahre dauern kann, werden Sie von der Bank wieder als Neu­kun­de ange­se­hen und kön­nen er­neut von höhe­ren Tages­geld­zin­sen für Neu­kun­den profi­tie­ren. Eini­ge Ban­ken schlie­ßen ehe­mali­ge Kun­den sogar für immer von Neu­kun­den-Ange­bo­ten aus.

  • 5. Der maximale Anlagebetrag beeinflusst die Höhe der Tagesgeldzinsen

    Ban­ken le­gen bei der Ver­zin­sung von Tages­geld in der Re­gel einen Maxi­mal­be­trag fest. Über­schrei­tet Ihr Anlage­be­trag diese Summe, zahlt Ihnen die Bank für den da­rüber liegen­den Be­trag keinen oder nur noch einen gerin­gen Zins. Die da­run­ter lie­gen­de Sum­me bleibt von der Zins­sen­kung meist unbe­rührt. Die Kon­di­tio­nen kön­nen je­doch von Bank zu Bank stark vari­ieren. Es ist auch mög­lich, dass dann Ihre gesam­te Ein­lage niedri­ger ver­zinst wird. Achten Sie des­halb bei Ab­schluss eines Tages­geld­kon­tos genau da­rauf, bis zu wel­chem Be­trag Ihre Bank Ihnen wel­chen Zins­satz zahlt.

    Zin­sen aufs Tages­geld be­kom­men Sie oft bereits ab einem An­lage­be­trag von 1 Cent. Doch auch hier gibt es Aus­nah­men: So kann je nach Ver­trags­kondi­tionen eine Mindest­an­lage für die Er­öff­nung eines Tages­geld­kontos die Vor­aus­set­zung sein.

Wie sieht die Zinsentwicklung bei Tagesgeld aus?

Experten ge­hen da­von aus, dass die Zin­sen für Tages­geld­an­la­gen in nächs­ter Zeit wei­ter stei­gen. Die Prog­no­se für Tages­geld­zin­sen ist posi­tiv. Der Grund: Die Euro­päi­sche Zentral­bank (EZB) hat den Leit­zins be­reits mehr­fach ange­ho­ben und weite­re Zins­er­hö­hun­gen ange­kün­digt. Da die Infla­tion wei­ter hoch ist, tut die EZB dies, um die Teue­rung zu be­kämp­fen. Das bedeu­tet für Anle­ger: Sie be­kom­men vor­aus­sicht­lich in Zu­kunft bes­se­re Tages­geld-Kondi­tio­nen als jetzt. Die Zinsent­wick­lung für Tages­geld ist auf­stei­gend. Da­her lohnt es sich, über unse­ren Tages­geld Ver­gleich regel­mä­ßig die aktu­el­len Tages­geld­zin­sen in Er­fah­rung zu brin­gen und von attrak­tiven Zin­sen zu profi­tie­ren. Diese Flexi­bili­tät ha­ben Sie bei Tages­geld, aber nicht, wenn Sie Ihr Geld als Fest­geld mit lan­ger Lauf­zeit an­le­gen.

Zinsentwicklung: Wie haben sich die Tagesgeldzinsen historisch entwickelt?

In den letz­ten 15 Jah­ren sind die Zin­sen für Tages­geld stark gefal­len und stei­gen jetzt lang­sam wie­der. Se­hen Sie in der fol­gen­den Gra­fik den Ver­lauf der durch­schnitt­lichen Tages­geld­zin­sen von Januar 2008 bis Sep­tem­ber 2022 für eine An­lage­summe von 5.000 €.

Der Blick in die Ver­gan­gen­heit zeigt, dass die Tages­geld­zin­sen im Gro­ßen und Gan­zen ge­fal­len sind. Auf dem Höhe­punkt be­fan­den sie sich laut dem Tages­geld­in­dex von Tages­geld­ver­gleich.net im No­vem­ber 2008. Damals zahl­ten die Ban­ken im Durch­schnitt 4,50 % Zin­sen auf eine Tages­geld­an­la­ge von 5.000 €. Dann san­ken die Zin­sen. Von Novem­ber 2021 bis Juni 2022 er­reich­ten sie mit 0,03 % ihren bis­heri­gen Tief­punkt. Seit­dem geht es wieder nach oben – wenn auch lang­sam. Die Ant­wort auf die Frage: „Seit wann stei­gen Tages­geld­zin­sen wie­der?“, lautet: Seit der Zins­wen­de der EZB im Juli 2022.

Wählen Sie überdurchschnittlich hohe Zinsen

So rele­vant und inte­res­sant Durch­schnitts­wer­te sind, so un­wich­tig sind sie doch letzt­lich für Ihre eige­ne, konkre­te Tages­geld­an­la­ge, wenn Sie eine Bank mit einem deut­lich besse­ren Ange­bot fin­den. Dies kön­nen Sie mit Hilfe unse­res Tages­geld Ver­gleichs jeder­zeit tun. Ein Bei­spiel: Am 7. Dezember 2022 be­trug der Durch­schnitts-Tages­geld­zins laut Tabel­le ledig­lich 0,38 %. Es gab je­doch mit der Big­bank gleich­zei­tig ein Geld­insti­tut aus Est­land, bei dem sie 1,75 % Zin­sen auf Ihr Tages­geld er­hiel­ten. Die Consorsbank, die unter die deut­sche Ein­lagen­siche­rung fällt, bot immer­hin 1,65 %.

Vergleich von Durchschnitts- und Höchstzins bei einer Tagesgeldanlage (ohne Zinseszins)

Anlageform

Zins

Anlage­summe

Zeitraum

Zinsertrag

Tages­geld­an­lage mit Durch­schnitts­zins

0,38 %

50.000 €

1 Jahr

190 €

Tages­geld­an­lage mit Höchst­zins

1,75 %

50.000 €

1 Jahr

875 €

Tages­geld­an­lage mit Höchst­zins aus Deutsch­land

1,65 %

50.000 €

1 Jahr

825 €

Stand: 7. Dezember 2022

Die tabella­rische Gegen­über­stel­lung zeigt: Wäh­rend Sie mit dem Durch­schnitts­zins ledig­lich 190 € Zins­er­trag für Ihre Tages­geld­an­lage von 50.000 € erhiel­ten, erziel­ten Sie mit dem Höchst­zins beim gleich ho­hen Anlage­be­trag und der­sel­ben Lauf­zeit mehr als das Vierfache. Mit dem Höchst­zins aus Deutsch­land be­kamen Sie unter den­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen immer­hin 825 €. Bedenken Sie jedoch auch, dass der Zinssatz meist nur für einige Monate und nicht für ein ganzes Jahr garantiert wird und sich ändern kann.

Tagesgeld oder Festgeld – welche Geldanlage ist besser?

Ob Tages­geld oder Fest­geld die rich­ti­ge An­lage für Ihre Er­spar­nis­se ist, hängt vor allem von Ihren Spar­zie­len ab: Möch­ten Sie eine mög­lichst hohe Ver­zin­sung Ihrer Geld­an­lage er­rei­chen und kön­nen Sie lang­fris­tig auf Ihr Geld ver­zich­ten, dann ist Fest­geld eine gute An­lage­form. Möch­ten Sie hin­ge­gen nur kleine­re Sum­men an­le­gen, regel­mäßig auf Ihre Ein­la­gen zu­grei­fen und öfter die Bank wech­seln, ist Tages­geld die rich­tige Wahl.

Achten Sie auf das aktuelle Zinsniveau

Bei der Frage nach der richt­igen An­lage­form spielt auch das aktu­el­le Zins­niveau eine wich­ti­ge Rol­le:

  • Sind die Zin­sen hoch, kann sich eine Fest­geld­an­la­ge eher für Sie loh­nen. So kön­nen Sie sich das gute Zins­niveau für einen mög­lichst lan­gen Zeit­raum sich­ern und sind gegen fallen­de Zin­sen ab­ge­sichert.
  • Ist das all­ge­meine Zins­niveau hinge­gen sehr nied­rig, machen Sie mit Tages­geld nichts falsch: Denn soll­te das Zins­niveau stei­gen, kön­nen Sie sofort auf Ihr Geld zu­grei­fen und es zu besse­ren Kondi­tio­nen an­le­gen.

Nehmen wir an, Sie legen 30.000 € zu 1,75 % als Tages­geld bei einer Bank an. Gleich­zei­tig inves­tie­ren Sie 30.000 € in Fest­geld. Das Fest­geld ist für 2 Jahre fest­ge­schrie­ben und mit 3,10 % ver­zinst.

Vergleich des Ertrags von Tagesgeld-/Festgeld-Zinsen beim aktuellen Zinsniveau

  Tagesgeld Festgeld
Anlagesumme 30.000 € 30.000 €
Zins 1,75 % 3,10 %
Zeitraum 2 Jahre 2 Jahre
Zinserstrag 1.050 € 1.860 €

Wir gehen bei dieser Rech­nung davon aus, dass der variab­le Zins für Tages­geld über den Zeit­raum von 2 Jah­ren kon­stant bei 1,75 % bleibt. Am Ende der 2 Jahre haben Sie mit Ihrem Tages­geld­kon­to Zin­sen in Höhe von 1.050 € ver­dient (Anlage 1). Die An­lage 2 (Festgeld) hat Ihnen im sel­ben Zeit­raum 1.860 € gebracht. Zinses­zin­sen haben wir nicht berück­sich­tigt.

Wechsel zwischen Tagesgeld und Festgeld kann sich lohnen

Auf den ers­ten Blick er­scheint die oben beschrie­be­ne Fest­geld­an­lage die besse­re Anlage­varian­te für Ihre Spar­ein­la­gen zu sein. Sie ha­ben bei Fest­geld aller­dings keine Mög­lich­keit, belie­big auf Ihr Geld zu­zu­grei­fen. Das bedeu­tet für Sie: Steigt das Fest­geld­zins­niveau im Anlage­zeit­raum, kön­nen Sie sich den besse­ren Zins nur sich­ern, wenn Sie Ihr Geld vor­her in Tages­geld ange­legt ha­ben. Bei Tages­geld haben Sie immer Zu­griff auf Ihre Ein­la­gen und kön­nen somit auch jeder­zeit zu einem besse­ren Zins­ange­bot wech­seln.

Haben Sie bei­spiels­weise zu einem Zins­satz von 1,75 % in Tages­geld inves­tiert und stei­gen die Fest­geld­zinsen nach einem Jahr auf 4,5 % für 1 Jahr, können Sie Ihr Geld vom Tages­geld­kon­to ab­zie­hen und es zu den neuen Kondi­tio­nen auf ein Fest­geld­kon­to trans­fe­rie­ren. Die Rech­nung für Ihre An­lage 1 sieht für die beiden Jah­re dann wie folgt aus.

  Tagesgeld Festgeld
Zeitraum im 1. Jahr im 2. Jahr
Anlagesumme 30.000 € 30.000 €
Zins 1,75 % 4,5 %
Zinsertrag 525 € 1.350 €

Sie haben die 30.000 € im ers­ten Jahr als Tages­geld an­ge­legt und in die­ser Zeit für Ihr Tages­geld­kon­to Zin­sen in Höhe von 525 € er­hal­ten. Nach einem Jahr haben Sie die 30.000 € auf ein mit 4,5 % ver­zins­tes Fest­geld­kon­to ver­scho­ben. Da­durch er­hal­ten Sie am Ende des zwei­ten Jah­res noch­mal 1.350 € Zin­sen. Ins­ge­samt neh­men Sie in den 2 Jahren also 1.875 € an Zin­sen ein.

Hinzu kommt, dass Sie im ers­ten Jahr durch die Geld­an­lage in Tages­geld zu­sätz­lich noch von dem Zinses­zins-Effekt profi­tie­ren, denn beim Tages­geld werden Ihnen im Gegen­satz zu vie­len Fest­geld-An­la­gen die Zin­sen immer sofort auf Ihr Anlage­kon­to gut­ge­schrie­ben. Da­durch erhal­ten Sie auf die be­reits er­ziel­ten Zins­er­trä­ge noch ein­mal Zin­sen. Beim Fest­geld fin­det die Zins­aus­schüt­tung da­ge­gen oft erst am Ende der Lauf­zeit oder zu­min­dest jähr­lich statt.

Wie viel Geld sollte man auf dem Tagesgeldkonto haben?

Einen Not­gro­schen in Höhe von min­des­tens 3–6 Monats­gehäl­tern soll­ten Sie stets ver­füg­bar auf einem Tages­geld­kon­to vor­hal­ten. Sie kön­nen dafür auch ein Giro­kon­to wäh­len, aber als Tages­geld er­hal­ten Sie für Ihr Er­spar­tes besse­re Zin­sen.

Eine Tages­geld­an­lage soll­te auch erste Wahl sein, wenn Sie für bestimm­te An­läs­se spa­ren, etwa auf einen Ur­laub, oder Geld für mög­liche Ener­gie-Nach­zah­lun­gen zurück­le­gen wol­len. Sie kön­nen monat­lich fes­te Be­trä­ge z. B. als Dauer­auf­trag von Ihrem Giro­kon­to auf Ihre ver­schie­de­nen Tages­geld­kon­ten über­wei­sen.

Realzins: So viel Rendite werfen Tagesgeldzinsen tatsächlich ab

Ihr Geld verliert durch die Inflation jedes Jahr an Kaufkraft. Ziehen Sie die Inflationsrate von 8,6 % (Stand: Dezember 2022) von den zurzeit möglichen Tagesgeldzinsen ab, wird schnell deutlich, dass die Zinserträge den Kaufkraftverlust des Geldes nur abdämpfen können. Eine positive Realrendite lässt sich mit den Tagesgeldzinsen zurzeit nicht erwirtschaften. Das folgende Beispiel zeigt, wie die Realrendite bei einem Tagesgeldzins von 2 % und einer angenommenen Inflation von 8,6 % nach einem Jahr ausfällt:

Reale Rendite einer Tagesgeldanlage nach Abzug der Inflationsrate

Anlage­summe Tages­geld­zins Inflations­rate Realzins Auszahlung 1 Jahr Tatsächlicher Wert Inflation eingerechnet
10.000 € 2 % 8,6 % -6,6 % 10.200 € 9.392 €

Legen Sie Ihr Geld für 1 Jahr flexibel auf einem Tages­geld­konto mit 1,75 % Zinsen an und bleibt der Tages­geld­zins wäh­rend der Lauf­zeit kon­stant, er­hal­ten Sie über das Jahr gerech­net für Ihr Tages­geld­kon­to Zin­sen in Höhe von 175 €. Rech­net man in Ihre Zins­ein­nah­men nun die Infla­tions­rate von 10,0 % hin­ein, be­trägt der tat­säch­liche Wert Ihres Gut­ha­bens je­doch nur noch ca. 9.225 €. Sie haben also Geld ver­lo­ren, denn Ihre rea­le Tages­geld-Ren­di­te ent­spricht nicht +1,75 %, son­dern -8,25 %.

Loh­nen sich die Tages­geld­zin­sen aktu­ell? Das müs­sen Sie selbst ent­schei­den. Immer­hin haben Sie mit den Tages­geld­zin­sen den In­fla­tions­ver­lust ab­ge­mil­dert. Ohne die Zins­er­trä­ge hät­te die Infla­tions­rate Ihr Gut­ha­ben noch stär­ker ent­wer­tet.

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Welche Alternative gibt es zu Tagesgeldzinsen?

Mehr Rendi­te als Tages­geld bietet Fest­geld. Ban­ken zah­len für diese eben­falls sehr siche­re Geldan­lage Zin­sen, die in der Regel deut­lich höher sind. Die aktu­el­len Ange­bote fin­den Sie in unse­rem Fest­geld Ver­gleich. Auch hier kann es sich loh­nen, dass Sie Ihr Geld im Aus­land an­legen.

In der Vergan­gen­heit erziel­ten An­le­ger mit ETFs, also börsen­notier­ten Index­fonds, eine weit­aus höhe­re Ren­di­te als mit Tages- oder Fest­geld. Ein MSCI-World-ETF, der über 1.500 Unter­nehmen aus 23 Industrie­natio­nen um­fasst, erziel­te seit 1975 eine durch­schnitt­liche jähr­liche Ren­di­te von ca. 9 %. In der Regel schla­gen Sie damit die Infla­tion.

Realrendite verschiedener Arten der Geldanlage 2023

Anlageform Rendite Inflationsrate Realrendite

Tagesgeld

2 % (garan­tierter Beispiels­zins)

8,6 %

-6,6 %

Festgeld

3 % (garan­tierter Beispiels­zins)

8,6 %

-5,6 %

MSCI World ETF

9 % (durch­schnittl. jährl. Rendite seit 1975)

8,6 %

+0,4 %

Mit einer Inves­ti­tion in einen MSCI-World-ETF mit einer durch­schnitt­lichen Ren­dite von 9 % pro Jahr schlagen Sie knapp die Infla­tion und ma­chen mit Ihrem Geld einen kleinen rea­len Gewinn. Bei einer In­fla­tions­rate von 8,6 % (Dezember 2022) erzielen Sie eine Rendite von 0,4 %.

Tagesgeldkonto und Zinsen: Wann muss ich Ab­geltungs­steuer zahlen?

Tages­geld­zin­sen sind für Sing­les bis 1.000 € und bei Ver­heira­te­ten bis zu 2.000 € steuer­frei. Die Ab­gel­tungs­steu­er in Höhe von 25 % zuzüglich Soli­dari­täts­zu­schlag und gegebenen­falls Kirchen­steu­er wird erst für darüber­liegen­de Zins­er­trä­ge fäl­lig. Verges­sen Sie also nicht, für Ihr Tages­geld­kon­to einen Frei­stel­lungs­auf­trag einzu­rich­ten. Dies ist bei allen deut­schen Ban­ken mög­lich und klappt in der Regel un­kompli­ziert im Online-Ban­king. Ha­ben Sie kei­nen Freistel­lungs­auf­trag ein­ge­rich­tet, müs­sen Sie auf alle Zins­er­trä­ge Abgeltungs­steu­er in Höhe von 25 % zu­züg­lich Soli­dari­täts­zu­schlag und gegebenen­falls Kir­chen­steu­er be­zah­len, auch auf eine Summe, die noch im Rah­men Ihres Sparer­frei­be­trags liegt. Sie kön­nen sich je­doch die als Steu­ern einbe­hal­tenen Tages­geld­zin­sen über die Steuer­er­klä­rung zurück­ho­len, falls Sie den Frei­stellungs­auf­trag verges­sen ha­ben.

Häufige Fragen zu Tagesgeldgeldzinsen

  • Was sind Tagesgeldzinsen?

    Tages­geld­zin­sen sind Zinsen, die Sie auf Ihre Tages­geld­an­lage er­hal­ten. Das heißt: Sie eröff­nen ein Tages­geld­konto und zah­len eine bestimm­te Summe ein. Auf diese Spar­ein­lage erhal­ten Sie dann Zin­sen. Haben Sie bei­spiels­weise 10.000 € als Tages­geld angelegt und be­trägt der Zins­satz 1,75 %, so erhal­ten Sie jähr­lich 175 € als Tages­geld­zin­sen.

  • Wie sicher ist Tagesgeld?

    Tages­geld ist eine sehr siche­re An­lage­form. Ebenso wie Fest­geld ist es durch die gesetz­li­che Ein­lagen­siche­rung ge­schützt. Geht Ihre Bank plei­te, so haf­tet das Ein­lagen­siche­rungs­system für min­des­tens 100.000 € pro Kunde und pro Bank. Bei Gemein­schafts­kon­ten liegt die Gren­ze bei 200.000 €. Dies gilt nicht nur in der Bundes­repu­blik, son­dern EU-weit. In Deutsch­land sind die meis­ten Ban­ken, Spar­kas­sen und Genos­sen­schafts­ban­ken zu­sätz­lich durch wei­te­re Siche­rungs­fonds geschützt. Z. T. sind auf diese Weise bis zu mehrere Millionen Euro abgesichert. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Website der Bank.

  • Wie viel Zinsen be­kommt man für 50.000 € auf dem Tages­geld­konto?

    Die Zinsen, die Ihnen für Tages­geld in Höhe von 50.000­ € gut­geschrie­ben wer­den, sind davon ab­hän­gig, wie hoch der Zins­satz ist, mit dem Ihr Tages­geld­konto ver­zinst wird. Bei einem kon­stan­ten Zins­satz von 1,75 % er­hal­ten Sie für 50.000 € Tages­geld jedes Jahr 875 € Zin­sen. Zinses­zin­sen sind dabei noch nicht berück­sich­tigt. Die einzel­nen Ban­ken bie­ten je­doch unter­schied­lich hohe Zin­sen bzw. Zins­sätze an. Fragen Sie sich: Welche Bank bie­tet die bes­ten Tages­geld­zin­sen? Die aktuell günstigs­ten Zin­sen fin­den Sie in un­se­rem Tages­geld Ver­gleich.

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