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Geldanlage

Aktuelle Zinsen: Holen Sie das Beste aus Ihrer Geldanlage heraus!

Niedrige Zinsen machen Sparen immer unattraktiver. Das Geld unters Kissen packen und auf höhere Zinsen hoffen ist aber keine Lösung. Wegweisende Tipps zu den besten Tagegeldzinsen, Festgeldzinsen und anderen Geldanlagen sowie zur aktuellen Zinsentwicklung finden Sie hier.

Top Festgeldzins

1,80 %

Anlagebetrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Jahre, Zinsertrag: 549,78 €, Stand: 02.12.2016

Mit Festgeld sichern Sie sich hohe Zinsen über die gesamte Laufzeit und erzielen eine gute Rendite. Attraktive Festgeldzinsen gibt es bereits ab 12 Monaten.

Festgeld Vergleich

Top Tagesgeldzins

1,10 %

Anlagebetrag: 10.000 €, Zinsertrag 1. Monat: 9,17 €, Stand: 02.12.2016

Das Tagesgeld, der Klassiker unter den Geldanlagen: bessere Zinsen als beim Sparbuch und aufgrund seiner Flexibilität immer beliebter bei den Deutschen.

Tagesgeld Vergleich

Girokontozinsen

0,00 %

Guthabenzinsen für ein Girokonto bieten Banken aktuell nicht an.

Wer sein Geld auf dem Girokonto lässt, verschenkt bares Geld. Bei Zinsen um 0 % ist Vermögensaufbau nicht möglich. Zum Sparen die schlechteste Wahl. 

Girokonto Vergleich

Sparen in Zeiten niedriger Zinsen – lohnt das?

Wer einen Immobilienkauf plant oder einen Kredit aufnehmen möchte, für den ist das aktuell niedrige Zinsniveau ein Traum. Denn die Gebühren, die Sie der Bank als Kreditzinsen für das geliehene Geld zahlen, befinden sich auf Rekordtief. Mit anderen Worten, die Zeiten sind gut, um sich zu verschulden.

Sparfüchse haben es in Zeiten mickriger Zinsen dagegen schwer. Geldanlagen mit hohen Zinsen, die sicher und rentabel sind, gibt es nur wenige. Dennoch lohnt es sich, das Geld auf einer niedrig bzw. mittelgut verzinsten Geldanlage zu parken als es auf dem Girokonto oder im Sparstrumpf daheim zu horten. Wer risikobereit ist, kann zudem von guten Zinsrenditen profitieren.

Für Ihr Geld gibt es hier die besten Zinsen

Gerne würden wir Ihnen empfehlen, in eine bestimmte Geldanlage zu investieren, die Sie reich macht. Leider ist dies nicht möglich, da für den Vermögensaufbau neben den Zinsen weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Möchten Sie Geld anlegen, dann lassen Sie sich nicht nur von einer hohen Verzinsung blenden. Prüfen Sie ausgiebig, ob es sich um eine sichere oder risikoreiche Geldanlage handelt, wie hoch die Rendite ist und ob Sie flexibel über Ihr Geld verfügen können. Wie sich die aktuellen Zinsen bei den einzelnen Geldanlagen unterscheiden, zeigen wir Ihnen im Folgenden:

  • Fremdwährungszinsen

    Anders als im Euroraum gibt es im Ausland höhere Sparzinsen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank beläuft sich der durchschnittliche Zinssatz für langfristige Spareinlagen von einem Jahr auf 0,34 % in Deutschland, in Großbritannien auf 1,20 %, in Frankreich auf 1,38 % und in Polen auf 1,75 %. Wer in eine fremde Währung investiert, kann somit von höheren Zinsgewinnen profitieren.

    Unsere Empfehlung: Lassen Sie sich nicht mit vermeintlich hohen Zinsen locken, denn die Rendite bei einem Fremdwährungskonto hängt auch vom Wechselkurs ab. Zudem werden teilweise hohe Gebühren fällig und wie sich die fremde Währung im Vergleich zum Euro entwickelt, lässt sich nur schwer prognostizieren. Generell sind Fremdwährungskonten unsicher und sollten nicht leichtfertig abgeschlossen werden. Eine Alternative zur Investition in eine fremde Währung ist die Anlagemöglichkeit in den Euro, d.h. einem anderen Land, das den Euro führt.

  • Sparbriefzinsen

    Sparbriefe sind ähnlich wie das Festgeld eine langfristige Geldanlage mit festgeschriebenen Zinsen. Der Unterschied zu Festgeld ist besonders in der Laufzeit und der Zinsausschüttung vorzufinden. Bei Sparbriefen werden oft nur jährliche Laufzeiten angeboten und neben der jährlichen Verzinsung gibt es wie bei Festgeld auch noch die Zinsgutschrift am Ende der Laufzeit. Zusätzlich können Anleger aber noch die Variante der abgezinsten Sparbriefe wählen: der Abzug der Zinsgewinne vom Kaufpreis des Sparbriefs.

    Für einen zweijährigen Sparbrief bewegen sich die Zinsen zwischen 0,01 % und 1,85 %, im Durchschnitt bei 0,49 %.

    Unsere Empfehlung: Grundsätzlich unterliegen Sparbriefe der Einlagensicherung und sind somit eine sichere Geldanlage. Lediglich bei Sparbriefen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist das nicht der Fall. Bei einer Bankenpleite erfolgt die Absicherung durch Einlagensicherungsfonds.

  • Festgeldzinsen

    Beim Festgeld überlassen Sie der Bank Ihr Geld für einen bestimmten Zeitraum. In dieser Zeit können Sie jedoch nicht frei über das Geld verfügen. Dafür belohnt Sie die Bank auf einem Festgeldkonto aber mit höheren Zinsen als bei Tagesgeld. Bei einer Laufzeit von 12 Monaten beträgt der Festgeldzins 0,00 % bis 1,61 %, im Durchschnitt 0,36 %. Je länger Sie auf das Geld verzichten können, desto höher fallen die Festgeldzinsen aus.

    Unsere Empfehlung: Festgeld ist auch bei niedrigen Zinsen eine attraktive Geldanlage. Können Sie absehen, dass die Zinsen steigen, dann sollten Sie sich nicht zu lange an ein Festgeldkonto binden.

  • Tagesgeldzinsen

    Wer jederzeit über sein Erspartes verfügen und dabei noch angemessene Zinsen verbuchen möchte, für den ist ein Tagesgeldkonto die richtige Wahl. Bereits 49 % der Deutschen profitieren von Tagesgeldzinsen. Der aktuelle Tagesgeldzins liegt zwischen 0,00 % und 1,25 %, im Durchschnitt bei 0,33 %.

    Unsere Empfehlung: Besonders gute Tagesgeldzinsen erhalten Neukunden. Ein häufiger Wechsel der Bank, das sogenannte Zins-Hopping, kann sich deshalb lohnen.

  • Sparbuchzinsen

    Nach wie vor ist das Sparbuch mit 65 % die beliebteste Geldanlage der Deutschen, so das Statistik-Portal Statista. Obwohl sich hier die Zinsen im Promillebereich bzw. nahe der Nulllinie bewegen. Der Sparbuchzins liegt zwischen 0,00 und 0,31 %, im Durchschnitt bei 0,16 % für einen Anlagezeitraum von einem Jahr. Experten empfehlen, sich nach Alternativen umzuschauen, denn wer sein Vermögen auf dem Sparbuch lässt, verschenkt Geld.

    Unsere Empfehlung: Lösen Sie bestehende Sparbücher auf und nutzen Sie höher verzinste Anlagen wie z. B. Tagesgeld. Vor einem Neuabschluss eines Sparbuchs raten wir Ihnen ab.

  • Girokontozinsen

    Zum Sparen ist das Girokonto nicht geeignet! Aktuelle Guthabenzinsen belaufen sich überwiegend auf 0 %. In diesem Fall können Sie Ihr Geld tatsächlich auch unter Ihr Kopfkissen legen, die Rendite ist nämlich die gleiche: Null Zinsertrag.

    Unsere Empfehlung: Bewahren Sie auf Ihrem Girokonto nur so viel Geld, wie Sie für die täglichen Ein- und Ausgaben sowie die fixen Kosten benötigen. Höhere Beträge über einen längeren Zeitraum sollten nicht auf dem Girokonto aufbewahrt werden.

Haben Sie eine passende Geldanlage gefunden, sind die Zinserträge am Ende des Jahres zu versteuern. Seit 2009 wird auf Zinsgewinne eine Abgeltungssteuer von 25 % erhoben. Steuerfrei ist dabei ein Freibetrag von 801 € (bei Ledigen) und von 1.602 € (bei Ehepartnern). Voraussetzung dafür ist aber ein Freistellungsauftrag, der bis Ende des Jahres gestellt werden muss.

Die EZB – der Währungshüter des Euros bestimmt die Höhe der Zinsen

Warum sind die Zinsen für Sparkonten aktuell eigentlich so niedrig? Die Folgen der Finanzkrise von 2007 und die stark verschuldeten Staaten der Euro-Zone sind maßgeblich für die aktuell niedrigen Zinsen verantwortlich. Aber auch die Geldpolitik der Europäische Zentralbank (EZB), die versucht, dem entgegenzuwirken. Das vorrangige Ziel der EZB ist die Gewährleistung der Preisstabilität und der Erhalt des Euros. Das bedeutet, die EZB möchte die Inflationsrate möglichst unter bzw. bei 2,0 % halten und das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Dafür benutzt die EZB den Leitzins.

Mario Draghi

Stillstand in der Geldpolitik – Leitzins bleibt unverändert

EZB-Sitzung vom 20. Oktober 2016: Die aktuellste Entwicklung in der Geldpolitik von Mario Draghi finden Sie hier zusammengefasst.

Keine Veränderung in der Geldpolitik

Die aktuellste Notenbanksitzung vom 20. Oktober 2016 ist wohl die kürzeste in der Geschichte der EZB, schreibt Welt.de. In den 45 Minuten der Pressekonferenz gab es keine Antworten darauf, wie es mit der lockeren Geldpolitik oder mit dem Anleihenprogramm weitergeht. Es bleibt alles, wie es ist:

  • Der Leitzins, zu dem sich Banken bei der Notenbank Geld leihen können, bleibt auf dem Rekordtief von 0%.
  • Einen Strafzins von -0,4 % zahlen Banken weiterhin, wenn sie überschüssiges Geld parken.
  • Das Anleihenprogramm bleibt bis März 2017 mit einem Investitionsvolumen von 1,74 Billionen Euro bestehen. Den Kauf von Staatsanleihen und Wertpapieren fördert die EZB bis dahin mit rund 80 Milliarden Euro monatlich.
  • Über Helikoptergeld, d. h. Geld, das die Notenbank an den Staat und die Bürger verschenkt, wurde nicht gesprochen.
Die Politik des billigen Geldes

Finanzexperten sehen die Geldpolitik von Mario Draghi kritisch. Sie glauben nicht, dass trotz Mini-Inflation das angestrebte Ziel von Wirtschafts­wachstum im EURO-Raum und eine Inflationsrate von 2% erreicht werden:

  • Unternehmen und Verbraucher halten sich mit Investitionen zurück, da sie auf noch billigeres Geld hoffen.
  • Für Privatpersonen wird das Sparen immer unattraktiver, da es noch kaum Zinsen gibt.
  • Und aufgrund überhöhter Immobilienpreise und niedriger Bauzinsen wird über einen Immobilienblase spekuliert.

Mehr Klarheit zum Vorgehen der EZB erhoffen sich Beobachter mit der Dezembersitzung, auf die Mario Draghi verwies.

EZB-Sitzungstermine 2016

8. Dezember 2016

Zinsprognose

Kurzfristig: gleichbleibend

Langfristig: gleichbleibend

Was ist der Leitzins?

Die EZB legt mit dem Leitzinsfest fest, zu welchem Zinssatz sich Banken bei der EZB Geld leihen können. Dabei orientiert sich die EZB an den wirtschaftlichen Gegebenheiten der Länder im Euroverbund. Der Leitzins hat damit einen direkten Einfluss auf den Geldmarkt, d. h. den Markt, auf dem sich die Zentralbank und Geschäftsbanken gegenseitig Geld leihen.

Der Einfluss des Leitzinses auf Spareinlagen

Der sogenannte Refinanzierungszinssatz entscheidet, zu welchem Preis sich Banken mit Geld bei der EZB eindecken können und damit, wie hoch Kreditzinsen, Tagesgeldzinsen oder Festgeldzinsen ausfallen. Im Mittelpunkt der Banken steht die Absicht, möglichst hohe Margen zu erzielen. Zum Beispiel verdienen Banken an Kreditzinsen, die sie durch die Vergabe von Ratenkrediten einnehmen. Gleichzeitig müssen sie das verliehene Geld refinanzieren, also leihen sie es sich bei der EZB oder holen es über Spareinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld herein. Das bedeutet, je niedriger der Leitzins ist, desto

  • günstiger können Banken sich Geld am Geldmarkt beschaffen,
  • günstiger sind die Möglichkeiten zur Refinanzierung der Kreditzinsen,
  • weniger sind sie auf die Sparguthaben Ihrer Kunden angewiesen.

Gut zu wissen: Wenn der Leitzins niedrig ist, können sich Banken günstig Geld beschaffen und haben somit weniger Interesse an den Ersparnissen Ihrer Kunden. Deshalb sind die Zinsen für Spareinlagen niedrig, wenn der Leitzins niedrig ist. Das günstige Geld geben die Banken lieber in Form von Krediten an ihre Privatkunden weiter und nehmen dafür Kreditzinsen ein. Die Höhe der Kreditzinsen wird durch den Wettbewerb unter den Banken bestimmt. Je mehr Geld eine Bank verleiht, desto mehr nimmt sie durch Kreditzinsen ein.

Folgen einer Leitzinserhöhung oder -senkung

Die Entwicklung der Tagesgeldzinsen wie auch der Festgeldzinsen ist eng mit der Entwicklung des Leitzinses verbunden. Erhöht die EZB den Leitzins, erhöhen die Banken infolge auch die Sparzinsen. Der Grund: Bei einem hohen Leitzins ist die Vergabe von Krediten für die Banken unattraktiv, denn Kredite sind dann teuer und weniger nachgefragt.

Da die Banken aber Gewinne erzielen möchten und sich nicht ausreichend über die Kreditvergabe refinanzieren können, sind sie auf die Ersparnisse ihrer Kunden angewiesen. Um den Kunden zum Abschluss eines Tagesgeld- oder Festgeldkontos zu bewegen, müssen dem zur Folge gute Zinsen angeboten werden. Im Umkehrschluss bedeutet das, je niedriger der Leitzins ist, desto

  • niedriger Fallen Tagesgeldzinsen oder Festgeldzinsen aus,
  • weniger lohnt sich Sparen, speziell wenn der Leitzins bei nahezu 0 % liegt,
  • weniger Rendite lässt sich mit sicheren Geldanlagen erzielen.

Gut zu wissen: In Phasen eines niedrigen Leitzinses erhalten Sie günstige Kredite. Steigt der Leitzins, können sich Sparer über gute Tagesgeldzinsen oder Festgeldzinsen freuen. Einziger Wermutstropfen: Günstige Kredite und attraktive Sparzinsen gibt es am Finanzmarkt selten gleichzeitig zu finden.

Was Nullzinsen für Sparer bedeuten

Bewegt sich der Leitzins bei 0 %, hat das für Sparer dramatische Folgen: Sparen lohnt sich so gut wie gar nicht mehr. Bei Geldanlagen mit einer variablen Verzinsung, wie beim Tagesgeld, werden die Tagesgeldzinsen dem Niveau des Leitzinses angepasst. Günstige Angebote erhalten allenfalls Neukunden, Bestandskunden müssen mit noch weniger Zinsen rechnen. In dem Zuge werden auch die Festgeldzinsen weiter sinken. Wer jetzt noch Sparen möchte, muss seine Anlagestrategie überdenken, eine Umverteilung des Vermögens erwägen oder in risikoreiche Geldanlagen an der Börse investieren.

Einen realen Verlust erleiden Sparer allerdings nur, wenn die Inflationsrate höher ist als die Verzinsung von Guthaben. Aktuell liegt diese bei 0,7 % (Stand: September 2016). Mit steigenden Ölpreisen wird ein Anstieg der Inflationsrate spätestens für 2017 auf bis zu 2,0 % erwartet. Bleiben die Zinsen bis dahin weiterhin so niedrig, müssen Sparer mit Verlusten und schlimmstenfalls mit Negativzinsen rechnen.

Die Erhöhung des Strafzinses

Negativzinsen, auch Strafzinsen oder Minuszinsen genannt, sind im Prinzip Gebühren für Spareinlagen. Statt dafür bezahlt zu werden, der Bank Geld zu leihen, müssen Großanleger inzwischen bei einigen wenigen Banken eine Gebühr für ihr Guthaben zahlen. Grund dafür ist die Finanzpolitik der EZB. Die Zentralbank erhebt aktuell einen Strafzins in Höhe von 0,4 % von Geldhäusern, die Geld lieber bei ihr parken, anstatt es als Kredit an Unternehmen, Institute oder Haushalte weiterzugeben. Kleinsparer sind vom Negativzins noch nicht betroffen.

Das passiert bei Negativzinsen mit Ihren Finanzen

Die Angst, dass Kunden ihre Konten räumen und das Geld unter die Matratze legen, wenn der Strafzins für Privatpersonen eingeführt wird, ist bei einigen Banken verflogen. So erhebt die Altenburger Skatbank für Einlagen über 500.000 € einen Strafzins von 0,5 %, die Raiffeisenbank Gmund 0,40 % auf Einlagen für Spar- und Girokonten und die Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG erhebt ab dem ersten Euro Gebühren und Strafzinsen. Bei einer Einlage von 10.000 € fällt sogar ein Strafzins von 0,6 % an.

Die Gründe für die Erhebung des Strafzinses: Banken müssen schauen, wie sie ihr Geld verdienen. In Zeiten niedriger Zinsen geht das am besten mit der Vergabe von Krediten. Der teuerste Kredit, den eine Bank vergeben kann, ist der Dispokredit. Um den Ertragsverlusten aufgrund des Negativzinses vorzubeugen, bedienen sich Banken aber weiterer Maßnahmen wie der Erhöhung des Dispozinses, der Steigerung von Kontoführungsgebühren oder Bearbeitungsgebühren.

Schlechte Aussichten für die Altersvorsorge

Die Niedrigzinspolitik der EZB hat auch gravierende Folgen für die Altersvorsorge. Den versprochenen Garantiezins können Versicherungen kaum noch erwirtschaften, da

  • Investitionen in sichere Geldanlagen wie Staatsanleihen kaum noch Gewinne abwerfen
  • und für das geparkte Geld obendrein noch der Strafzins erhoben wird.

Die laufende Verzinsung aus dem Garantiezins Ihrer Lebens- oder Rentenversicherung sinkt damit stetig. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Verträge zu überprüfen. Kann das Garantieversprechen von Ihrer Versicherung nicht eingehalten werden, haben Sie die Möglichkeit einer Beitragsfreistellung. Von einer Kündigung der Versicherung raten wir dagegen ab. Wer Verträge aus den 80er oder 90er Jahren, mit einer hohen Verzinsung besitzt, sollte daran festhalten.

Zinsauszahlung: Wann werden Zinsen gutgeschrieben?

Die Intervalle bei der Zinsauszahlung sind entscheidend. Wie gut die Rendite bei Ihrer Geldanlage ausfällt, hängt nicht nur von der Zinshöhe ab, sondern auch von der Häufigkeit der Zinsgutschrift. Je nach Geldanlage sind monatliche oder jährliche Zinsauszahlungen üblich sowie Zinsgutschriften am Ende der Laufzeit. Grundsätzlich gilt: Je häufiger Zinsen gutschrieben werden, desto besser ist das für Sie. Weshalb? Weil laut Albert Einstein dann das achte Weltwunder eintritt: der Zinseszinseffekt.

Monatliche Zinszahlung vs. jährliche Zinszahlung

Monatliche Zinszahlungen bzw. Zinsausschüttungen je Quartal kommen häufig auf Tagesgeldkonten vor. Die Tagesgeldzinsen werden Ihnen jeden Monat auf Ihr Erspartes gutgeschrieben. In einem Jahr erfolgen somit zwölf Zinsausschüttungen.

Bei Zinsauszahlungen pro Quartal gibt es pro Jahr insgesamt vier Zinsauszahlungen. Bei Festgeldkonten sind jährliche Zinsgutschriften bzw. Zinszahlungen am Ende der Vertragslaufzeit üblich. Entscheiden Sie sich für eine jährliche Zinsgutschrift, können Sie sich die Festgeldzinsen am Ende des Jahres auf dem Konto gutschreiben, bei manchen Anbietern auch auszahlen lassen. Bei Zinszahlungen am Ende der Laufzeit erfolgt eine einmalige Zinsausschüttung. Im Gegenzug dafür sind die Festgeldzinsen häufig etwas höher als bei der jährlichen Zinsgutschrift.

Was ist besser, eine monatliche oder jährliche Zinsgutschrift?

Je kürzer das Intervall bei der Zinsausschüttung ist, desto größer ist Ihr Gewinn. Häufige Zinsauszahlungen führen nämlich dazu, dass Ihr Vermögen schneller wächst. Besonders, wenn Sie sich die Zinsen auf dem Konto gutschreiben lassen. Denn auf diese Zinsen werden wiederum Zinserträge berechnet, die am Ende zu einer höheren Auszahlung und zum Zinseszinseffekt führen.

Was ist der Zinseszinseffekt?

Der Zinseszinseffekt funktioniert wie folgt: Sie legen eine beliebige Summe beispielsweise auf einem Festgeldkonto an. Die Festgeldzinsen lassen Sie sich über die gesamte Laufzeit auf das Konto auszahlen. Ihr Sparguthaben erhöht sich damit immer um den ausgezahlten Zinsertrag, auf den wiederum neue Zinsen berechnet werden. Der Zinseszinseffekt, auch exponentielle Verzinsung genannt, tritt ein. Der Effekt verstärkt sich, je länger Sie das Geld und die Zinsen liegen lassen. Werden die Zinsen immer nur auf die Anlagesumme gutgeschrieben, wird von linearer Verzinsung gesprochen. An unserer Beispielrechnung möchten wir Ihnen den Effekt verdeutlichen.

Zins berechnen – Sparguthaben mit und ohne Zinseszinseffekt

Sie legen 10.0000 € zu einem Zins von 5,0 % an. Die jährlich ausgezahlten Zinsen lassen Sie sich immer auf Ihrem Konto gutschreiben. Zu Beginn steigt beim Zinseszinseffekt die Zinsgutschrift erst langsam, mit den Jahren aber immer stärker an. 

Jahr Verzinsung mit Zinseszins Guthaben mit Zinseszins Verzinsung ohne Zinseszins Guthaben ohne Zinseszins
1 500 € 10.500,00 € 500 € 10.500,00 €
2 525 € 11.025,00 € 500 € 11.000,00 €
3 551,25 € 11.576,25 € 500 € 11.500,00 €
4 578,81 € 12.155,06 € 500 € 12.000,00 €
5 607,75 € 12.762,82 € 500 € 12.500,00 €
6 638,14 € 13.400,96 € 500 € 13.000,00 €
7 670,05 € 14.071,00 € 500 € 13.500,00 €
8 703,55 € 14.774,55 € 500 € 14.000,00 €
9 738,73 € 15.513,28 € 500 € 14.500,00 €
10 775,66 € 16.288,95 € 500 € 15.000,00 €

Nach 10 Jahren ist Ihr Kapital um 6.288,95 € auf 16.288,95 € gestiegen. Ohne Zinseszinseffekt hätten Sie dagegen nur einen Zinsgewinn von 5.000 € erreicht und lediglich 15.000 € angespart.

  Verzinsung mit Zinseszins Guthaben mit Zinseszins Verzinsung ohne Zinseszins Guthaben ohne Zinseszins
Gesamtsumme 6.288,95 € 16.288,95 € 5.000,00 € 15.000,00 €

In der unteren Grafik wird der Unterschied zwischen der exponentiellen und linearen Verzinsung deutlich ersichtlich.

Zinseszinseffekt

Referenzzinssätze und weitere Begrifflichkeiten

Die Entwicklung der Tagesgeldzinsen, Festgeldzinsen oder Kreditzinsen ist in Europa nicht nur vom Leitzins abhängig. Die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder ist ein weiterer Faktor. Das führt wiederum dazu, dass die Zinsen in den Ländern der EU unterschiedlich hoch sind. Zur Festsetzung der Zinshöhe dienen neben dem Leitzins folgende Referenzzinssätze:

EURIBOR: Die Abkürzung steht für Euro Interbank Offered Rate. Dieser Referenzzinssatz dient vielen europäischen Banken als Basiswert für Kreditzinsen. Zu diesem Zinssatz leihen sich die Banken untereinander Geld. Der EURIBOR wird für acht unterschiedliche Laufzeiten ermittelt. An der Höhe des EURIBOR orientieren sich die Kreditzinsen, die Sie der Bank zahlen müssen.

EONIA: Der Euro Overnight Index Average ist ein durchschnittlicher Zinssatz, der die Grundlage für Tagesgeldzinsen in Europa bildet. Die EZB ermittelt den EONIA täglich, anhand tatsächlich getätigter Tagesgeldumsätze, die sie von mehr als 30 Banken übermittelt bekommt.

Zinsen ABC – weitere Begrifflichkeiten

Es gibt unterschiedliche Arten von Zinsen. Den Leitzins und Negativzins haben wir Ihnen bereits ausführlich vorgestellt. Daneben gibt es aber noch weitere Zinsarten, die wir Ihnen hier kurz erläutern möchten:

Zinsart  
Sollzins Der Sollzins, auch Nominalzins genannt, ist der Zins, den Sie bei einem Darlehen an den Kreditgeber zurückzahlen.
Effektivzins Der effektive Zinssatz gibt an, wie hoch die Kreditkosten inkl. Sollzins sind, die bei einem Darlehen auf Sie zukommen. Auf der Suche nach einem günstigen Kredit, sollten Sie sich ausschließlich am Effektivzins und nicht am günstigeren Sollzins orientieren.
Habenzins Habenzinsen sind Zinsen, die Kreditinstitute für Spareinlagen als Tagesgeldzinsen oder Festgeldzinsen an Ihre Kunden zahlen.
Realzins Der Realzins gibt an, wie sich die Wertveränderung eines Vermögens unter Berücksichtigung der Inflation verhält. Der Nominalzins minus Inflationsrate ergibt den Realzins.
Geldmarktzins Der Geldmarktzins ist der durchschnittliche Zins, der von mehreren Banken für kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld vergeben wird.
Variabler Zinssatz Ein variabler Zinssatz wird immer an das aktuelle Zinsniveau angepasst und ist an keine Laufzeit gebunden. Bei Tagesgeldzinsen handelt es sich üblicherweise um variable Zinssätze.
Fester Zinssatz Ein fester Zinssatz wird für eine bestimmte Laufzeit festgeschrieben und kann während dieser nicht an das aktuelle Zinsniveau angepasst werden. Der Festgeldzins gehört beispielsweise dazu.
Vergleich.de Tipp

Warten Sie bei der Steuererklärung mehr als 15 Monate auf Ihren Steuerbescheid, dann stehen Ihnen sogenannte Erstattungszinsen zu. Für die steuerliche Erstattung wird ein Zinssatz von 0,5 % pro Monat berechnet. Dieser Zins gilt aber nur, wenn Sie Geld vom Finanzamt erhalten und nicht, wenn Sie Steuern nachzahlen müssen.

So geht sicheres Online-Banking

Online-Banking erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Datenklau und Hackerangriffe sind dennoch keine Seltenheit. Wir zeigen Ihnen, wie sicheres Online-Banking ohne Phishing funktioniert.

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