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Strom & Gas

Gaspreise 2019: So hoch sind die aktuellen Erdgaspreise

Der Gaspreis in Deutschland steigt! Lesen Sie hier, warum die Gaspreis­entwicklung 2019 nach oben geht, wo das Gas für Privathaushalte jetzt besonders teuer wird und wem ein Anbieterwechsel hilft, bares Geld zu sparen. Dazu haben wir nützliche Tipps, wie Sie Heizkosten sparen.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Wie hoch sind die aktuellen Gaspreise in Deutschland?

      Der Durchschnittspreis für 1 Kilowattstunde (kWh) Gas lag hierzulande im Juni 2019 bei 5,93 ct/kWh, wobei die tatsächlichen Kosten für jeden Haushalt – abhängig von Tarif, Region und/oder Anbieter – variieren können.

      Bei einem Haushalts-Verbrauch von 1.600 kWh Gas sind das rund 960 €, die für das Gas zu zahlen sind. Folgende Tabelle zeigt die aktuellen Gaskosten pro Jahr bei einem Gaspreis von rund 6 Ct/kWh und unterschiedlichem Verbrauch.

      Aktuelle Gaskosten nach Verbrauch bei einem Gaspreis von rund 6 Ct/kWh

      Verbrauch pro JahrGaspreisKosten pro Jahr
      1.400 kWh6 ct/kWh840 €
      1.600 kWh6 ct/kWh960 €
      1.800 kWh6 ct/kWh1.080 €

      Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit relativ günstigen Gaspeisen. Nach einer Untersuchung von Verivox ist das Gas am teuersten in Schweden. Es folgen Italien, Dänemark und Spanien. Deutschland liegt an zwölfter Stelle. Das liegt vor allem daran, dass der Steueranteil am Gaspreis mit 25,8 % im Vergleich mit anderen Ländern gering ist. Am höchsten ist der Steueranteil in Dänemark mit 54,3 %.

      Der Gaspreis in Deutschland: Warum kommt es zu regionalen Preisunterschieden?

      Aufgrund unterschiedlich hoher Netznutzungsgebühren gibt es in Deutschland regionale Unterschiede beim Erdgaspreis. Diese Gebühr zahlt der Gasanbieter für die Nutzung des örtlichen Verteilungsnetzes und gibt den Preis an den Kunden weiter. Da die Höhe der Netznutzungsgebühr in jeder Region anders ist und vom Alter und Zustand der Netze, der Besiedlungsdichte und der Geländeform abhängt, zahlen deutsche Gaskunden je nach Wohnort ganz unterschiedliche Gaspreise. Am höchsten ist der Gaspreis derzeit im Saarland, am günstigsten sind die Tarife in Berlin und Hamburg. Zum Vergleich:

      • im Saarland kosten 20.000 kWh im Jahr derzeit rund 1.328 €
      • Verbraucher in Berlin und Hamburg zahlen für den gleichen Umfang zwischen 1.000 und 1.041 €.

      Darüber hinaus gibt es ein Ost-West-Gefälle und einen Stadt-Land-Unterschied. Die Gaskosten in den alten Bundesländern sind um etwa 70 € pro Jahr niedriger als in den neuen. Und Bewohner großer Städte zahlen wneiger als Menschen auf dem Land.

      Wie lautet die Prognose zur Gaspreisentwicklung?

      Bezogen auf die Gaspreise 2019 kündigten zahlreiche Energieversorger eine Erhöhung an. Vielfach wurde diese bereits umgesetzt, doch Experten vermuten in Zukunft sogar noch weitere Erhöhungen. Konkret geht es aktuell um eine Gaspreiserhöhung von durchschnittlich über 8 % – je nach Bundesland können die angekündigten Erhöhungen jedoch stark variieren.

      Wie entwickeln sich die Gaspreise in Zukunft, also in den Jahren 2020 und 2021? Das hängt in erster Linie von der Weltwirtschaft ab. Handelskonflikte seitens der USA können zum Beispiel jederzeit die Gaspreisentwicklung beschleunigen. Weitere Faktoren sind der Atom- und der Kohleausstieg, die die Nachfrage und somit auch den Erdgaspreis mutmaßlich steigen lassen werden.

      Die Gaspreisentwicklung im Vergleich der Bundesländer

      Beim Gaspreis Vergleich der Bundesländer bleiben Berlin, Hamburg und Bremen vorerst von einer Preiserhöhung verschont, während sich Verbraucher in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr längst über eine Preissteigerung von 13 % ärgern. 10,2 % sind es in Niedersachen, 9,5 % in Brandenburg, 9,2 % in Sachsen-Anhalt und dem Saarland sowie 9,1 % in Baden-Württemberg.

      Warum steigt der Gaspreis?

      Wegen des geringen Erdgas-Vorkommens in Deutschland muss der Rohstoff zu über 90 % im Ausland gekauft werden. Zu den wichtigsten Gaslieferanten gehören Russland, Norwegen und die Niederlande. Die weltweite Erhöhung der Einkaufspreise gilt als entscheidender Grund für die aktuelle Gaspreisentwicklung. Denn dieser stieg innerhalb von nur zwei Jahren um stattliche 40 %.

      Die Ursachen: Zum einen folgen die Großhändler dem Trend der internationalen Rohstoffmärkte, die seit 2016 höhere Preise verlangen. Zum anderen erhöhen Klimaveränderungen, wie besonders warme und trockene Sommer, den Erdgas-Bedarf, da während trockener Perioden weniger Kohle verschifft wird.

      Tipp: In unserem Gaspreis Vergleich erhalten Sie – nach Angabe von Wohnort und geschätztem Gasverbrauch – die aktuell besten Tarif-Angebote auf einen Klick. Plus: alle Tipps und Tricks rund um den gelungenen Anbieterwechsel.

      Wie haben sich die Gaspreise in den vergangenen Jahren entwickelt

      In den vergangenen 3 Jahren sind die Gaspreise gesunken. Zum Hintergrund: Seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 2006 können deutsche Gaskunden ihren Anbieter frei wählen. Doch während der Einkaufspreis für Gas seit 2013 stetig fiel, gab der Großhandel diese Ersparnisse erst 2016 an die Endverbraucher weiter. Während der Haushaltspreis für Gas im Jahr 2008 bei 7,17 lag, kostete die Kilowattstunde Ende 2018 schließlich nur noch 5,93 Cent.

      Zu den Gründen für einige Jahre sinkende Preise auf dem Gasmarkt gehört die Verbesserung technischer Möglichkeiten, beispielsweise bei der Herstellung von Flüssiggas oder dem sogenannten „Fracking“ – einem Verfahren zur Gewinnung von Gas, das in undurchlässigem Gestein gebunden ist. Dies führte zu einem Überangebot an Gas auf dem Weltmarkt. Das Resultat: sinkende Preise.

      Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

      Ausschlaggebend für die Höhe des aktuellen Gaspreises pro kWh sind drei wesentliche Faktoren:

      • Einkauf (Gasbeschaffung) und Vertrieb
      • Steuern und Abgaben
      • Netznutzungs-Gebühren

      Die folgende Grafik zeigt die Verteilung der Anteile dieser drei Faktoren am Gesamtpreis. Den höchsten Anteil hat der Einkauf und Vertrieb des Erdgases.

      Zusammensetzung Gaspreis: Prozentualer Anteil der einzelnen Bestandteile

      Zusammensetzung des Gaspreises

      Der Anteil an Steuern und Abgaben beträgt bis zu 26 % des endgültigen Gaspreises. Im Detail geht es hierbei um:

      • Mehrwertsteuer
      • Erdgassteuer
      • Förderabgaben
      • Konzessionsabgaben (Zahlungen an Gemeinden, zum Beispiel für die Nutzung von Flächen zum Bau von Gasleitungen)

      Die Kosten für die Netznutzungen belaufen sich unterdessen auf 23 – 25 % des Gaspreises. Im Einzelnen geht es dabei um die Nutzung überregionaler Netze zur Verteilung des Erdgases innerhalb Deutschlands sowie die Nutzung regionaler Gasnetze örtlicher Grundversorger. Hinzu kommen Kosten für Messungen, Abrechnungen und Messstellenbetrieb.

      Häufige Fragen zum Gaspreis und zur Abrechnung

      Im Zusammenhang mit dem Preis für Gas und der jährlichen Abrechnung zum Gasverbrauch entstehen immer wieder die gleichen Fragen. Die wichtigsten haben wir beantwortet.

      • Was ist der Grundpreis und der Arbeitspreis beim Gas?

        Der Gaspreis, den Sie zahlen müssen, setzt sich aus dem Arbeitspreis und dem Grundpreis zusammen.

        • Der Grundpreis enthält alle festen Kosten wie Steuern, Abgaben, eine Gebühr für die Nutzung des Gasnetzes und die Gaszählermiete.
        • Der Arbeitspreis beziffert Ihren wirklichen Gasverbrauch anhand der genutzten kWh.

        Auf der jährlichen Rechnung wird der Arbeitspreis mit dem Grundpreis zusammengerechnet.

      • Was sind Abschlagszahlungen?

        Mit den durch den Versorger festgelegten monatlichen Abschlagszahlungen zahlen Sie Ihren voraussichtlichen Gasverbrauch. Zur Berechnung dieser Zahlungen werden Ihr vermuteter Jahresverbrauch sowie aktuelle Energiekosten und der Grundpreis Ihres jeweiligen Tarifes herangezogen. Anders ausgedrückt: Die erste Berechnung Ihrer Abschläge basiert auf einer „Schätzung“, die auf 12 Monate umgelegt wird. Ergibt sich nach Ablauf von 12 Monaten eine Überzahlung, erhalten Sie eine Gutschrift des Betrages. Haben Sie zu wenig gezahlt, müssen Sie eine Nachzahlung tätigen.

      • Was bedeutet die Angabe in Kubikmetern auf meinem Gaszähler?

        Ihr Gaszähler zeigt Ihren Verbrauch in Kubikmeter (m³) an. Diese Angabe wird von Ihrem Gasanbieter bei der Abrechnung in kWh umgerechnet. Daher ist der Gaspreis pro kWh für Ihren Tarif und beim Vergleich verschiedener Gasanbieter entscheidend.

      • Was bedeutet Preisgarantie beim Gas?

        Tarife mit einer Preisgarantie sichern Ihnen den vereinbarten Preis für einen bestimmten Zeitraum zu, etwa für 12 Monate oder 2 Jahre. Sie haben damit Planungssicherheit und müssen für die Vertragslaufzeit nicht mit Preiserhöhungen rechnen. Auf der anderen Seite können Sie auch nicht von sinkenden Preisen profitieren.

      Tipp: Vorsicht! Die Preisgarantie bezieht sich oft nur auf einen Teil des Preises, nämlich den Arbeitspreis, also den für Ihren tatsächlichen Verbrauch. Der zweite Bestandteil, der Grundpreis, ist von der Garantie häufig ausgenommen. So sichern sich Unternehmen zum Beispiel gegen mögliche Steuererhöhungen ab, die den Grundpreis erhöhen würden.

      Wieviel Gaskosten im Jahr sind normal?

      Rund jeder zweite deutsche Haushalt heizt mit Erdgas. Als Durchschnittswert gilt derzeit ein Verbrauch von rund 160 kWh/qm pro Haushalt. Bei der Berechnung des Gasverbrauchs ist in erster Linie die Größe der jeweiligen Wohnung oder des Hauses ausschlaggebend. Wenn Sie Ihren eigenen durchschnittlichen Gasverbrauch für die Heizung schätzen wollen, können Sie eine simple Faustformel nutzen:

      Wohnungsgröße x Durchschnittsverbrauch = Gasverbrauch

      Unter Berücksichtigung des aktuellen Gaspreises von rund 6 Cent/kWh ergeben sich demnach folgende durchschnittliche jährliche Gaskosten:

      Durchschnittliche Gaskosten nach Wohnungs- und Hausgröße

      Größe der Wohnung:Gasverbrauch / JahrGaskosten / Jahr (6 Cent/kWh)
      50 qm8.000 kWh480 €
      70 qm11.200 kWh672 €
      100 qm16.000 kWh960 €
      150 qm24.000 kWh1.440 €

      Für die Höhe des tatsächlichen Gasverbrauchs spielen weitere Faktoren eine Rolle:

      • Art und Lage des Hauses
      • Alter und Zustand des Gebäudes
      • Anzahl und Gewohnheiten der im Haushalt lebenden Personen
      • Nutzungsart des Erdgases: Geht es allein um das Heizen? Oder steigern die Warmwasserbereitung sowie das Kochen mit Gas Ihren individuellen Gasverbrauch?

      Ist Ökogas teurer?

      Wer mit Ökogas den Umweltschutz unterstützen will, muss nicht zwangsläufig tiefer in die Tasche greifen. Sowohl der Preis für Bio- als auch für Ökogas können mit herkömmlichen Gastarifen mithalten. Viele Verbraucher setzen auf klimafreundliche Varianten von Erdgas. Besonders zwei Formen spielend dabei eine Rolle.

      • Ökogas: Bei dessen Bezug wird der C02-Anteil, der bei der Förderung und Verbrennung des Erdgases entsteht, neutralisiert. Dabei wird die freigesetzte CO2-Menge berechnet und als Ausgleich an andere Stelle gebunden.
      • Biogas: Es entsteht bei der Zersetzung organischer Stoffe wie Jauche, Raps oder Mais.

      Kurzum: Vergleichen lohnt sich – auch hier!

      Tipp: Erhöht Ihr Versorger die Gaspreise, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt, Sie dürfen Ihren Vertrag kurzfristig kündigen, selbst wenn die Mindestlaufzeit noch nicht verstrichen ist. Ihre Sonderkündigung muss in der Regel spätestens einen Kalendermonat vor Tarifumstellung – schriftlich und per Einschreiben – an den Gasanbieter erfolgen. Außerdem gilt: Weist Ihr Versorger Sie im Zuge der Preiserhöhung nicht auf Ihr Sonderkündigungsrecht hin, ist die Preiserhöhung ungültig.

      So können Sie die eigenen Gaskosten effektiv senken

      Das größte Einsparpotenzial haben Sie, wenn Sie bislang noch nie gezielt einen speziellen Gasanbieter gewählt haben. Dann nämlich übernimmt automatisch der regionale Grundversorger die Belieferung mit dem benötigten Gas – und das zu einem oft höheren Preis, als bei Abschluss eines Sondervertrags. Ziel ist es daher, den Gaspreis der Anbieter in Ihrer Region zunächst gezielt zu vergleichen.

      Darüber hinaus gibt es einfache Maßnahmen, mit denen Sie im Alltag Ihren Gasverbrauch und Gaskosten verringern können. Dazu gehören:

      Tipps für weniger Gasverbrauch

      • Heizungsanlage regelmäßig, fachgerecht warten
      • Heizkörper nicht verdecken
      • im Winter nur Stoßlüften
      • Isolierfolie hinter der Heizung anbringen
      • Duschen statt Baden
      • alte Wärmepumpen austauschen
      • schlecht isolierte Fenster ersetzen
      Vergleich.de Tipp

      Sie wohnen zur Miete? Dann prüfen Sie die Höhe des Gaspreises bei der jährlichen Heizkostenabrechnung genau. Kommen Ihnen die Gaspreise im Vergleich zu hoch vor, fordern Sie Ihren Vermieter zum Wechsel des Gasanbieters auf. Ihre Forderung erhält mehr Nachdruck, wenn Sie sich mit Nachbarn zusammentun. Von günstigen Gaspreisen profitieren schließlich alle Hausbewohner.

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