Bausparvertrag im Vergleich: Wann ist er sinnvoll?

Wann sich Bausparen lohnt und was Sie beachten sollten

  • mit Bausparen gegen steigende Bauzinsen absichern
  • staatliche Förderung nutzen
  • Angebote direkt im Vergleich kostenlos und unverbindlich anforden

Was ist ein Bausparvertrag? Kurzfassung

Der Bausparvertrag gehörte lange zu den beliebtesten Anlageformen der Deutschen – meist mit dem Ziel, eine Immobilie zu finanzieren. Genau das wird vor dem Hintergrund gestiegener Bauzinsen jetzt wieder attraktiv.

Die Phasen beim Bausparvertrag

  1. In der ersten Phase (Sparphase) sparen Sie zunächst ein Mindestguthaben von 40–50 % der Bausparsumme an. Wie hoch die Bausparsumme ausfällt, setzen Sie vertraglich mit der Bausparkasse fest.
  2. In der zweiten Phase (Zuteilungsphase) haben Sie die Möglichkeit sich das Mindestguthaben von der Bausparkasse auszahlen zu lassen und dieses mit einem Darlehen zuzüglich Zinsen in Anspruch zu nehmen. Hier spricht man auch davon, dass der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, d.h. Sie haben 40–50 % der Bausparsumme angespart und eine vorher definierte Mindestzeit abgewartet (meist 7–10 Jahre).
  3. In der dritten Phase (Darlehensphase) verfügen Sie über die gesamte Bausparsumme und zahlen diese zu einem vorher vereinbarten Zinssatz ab.

Ein Bausparvertrag Vergleich lohnt sich

Beim Abschluss eines Bausparvertrags gilt grundsätzlich: Vergleichen Sie die unterschiedlichen Bauspartarife miteinander und gleichen Sie diese mit Ihrem Vorhaben ab – also Bausparen als Immobilienfinanzierung oder Bausparen als Geldanlage. Nur so stellen Sie fest, ob sich ein Bausparvertrag lohnt.

Das Bausparprinzip

Nach dem Bausparprinzip zahlen alle Bausparer in einen gemeinsamen Geldtopf ein. Aus diesem kommt dann das Bauspardarlehen, über das Sie in der dritten Phase verfügen können.

Die Rückzahlung des Darlehens fließt dann wiederum in den Geldtopf ein. So bleibt der Geldtopf immer gefüllt und kann für neue Bausparverträge verwendet werden, so die Leitidee des Bausparprinzips. 

Eine Garantie, dass dies so ist, wird von den Bausparkassen aber nicht gewährt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Haben nicht genügend in den Geldtopf eingezahlt, fehlt den Bausparkassen das nötige Kapital und die Auszahlung Ihrer Bausparsumme ist gefährdet.

Kontogebühren sind nicht zulässig

Der Bundesgerichtshof hat im November 2022 ent­schie­den, dass Bau­spar­kassen keine Konto­ge­bühren mehr bei Bau­spar­ver­trägen er­heben dürfen. Das gilt sowohl für die Dar­lehens­phase als auch für die An­spar­phase. Als Bau­sparer müssen Sie also in Zukunft nur noch die Ab­schluss­gebühr be­zahlen. Bei bereits be­ste­hen­den Ver­trä­gen könnten Sie Er­stat­tungs­an­sprüche gel­tend machen.

Mit einem Bausparvertrag vor steigenden Bauzinsen schützen?

Oft weiß man erst nach 10 oder 20 Jah­ren, ob der Bau­spar­ver­trag wirk­lich eine gute Idee war. Aktu­ell er­gibt sich aber ein spannen­der Zeit­punkt: Die Bau­zin­sen sind sprung­haft an­ge­stie­gen und lie­gen jetzt über dem Zins­niveau vieler Bau­spar­ver­trä­ge. Schon jetzt schnei­det der Bau­spar­ver­trag im Ver­gleich zum Bau­kre­dit sehr gut ab, was die fol­gen­de Rech­nung ver­deut­lichen soll.

In dem Bei­spiel soll eine Eigen­tums­woh­nung mit einem Kre­dit in Höhe von 300.000 € finan­ziert wer­den. Die Kauf­neben­kos­ten in Höhe von 25.500 € sind als Eigen­kapi­tal vor­han­den. Inner­halb von höchs­tens 30 Jah­ren soll die Woh­nung ab­be­zahlt sein. Zur Aus­wahl ste­hen nun ein klassi­sches Voll­tilger­dar­lehen, das einem Annuitäten­dar­lehen mit einer Zins­bin­dung von 30 Jah­ren ent­spricht. Hier liegt der Zins bei 3,92 %. Alter­na­tiv ist ein Bau­spar­ver­trag mög­lich, der 15 Jahre be­spart wird und dann zu­teilungs­reif wird. Bis dahin finan­zieren Sie die Woh­nung mit einem til­gungs­frei­en Bau­kre­dit, bei dem Sie nur die Zin­sen an die Bank zah­len. Ihre monat­liche Rate setzt sich hier als aus dem Bau­spar­be­trag und den Zins­kos­ten für den Bank­kre­dit zusam­men.

 

Tilgungsfreies Darlehen + Bauspar­vertrag

Volltilger­darlehen

Kreditsumme

300.000 €

300.000 €

Zinsbindung

15 Jahre + Bauspar­vertrag

30 Jahre

Zinssatz

3,44 % + 2,35 %

3,92 %

Anfängliche Tilgung

0 %

1,76 %

Rate

1.420 €

1.420 €

Laufzeit

28 Jahre

30 Jahre

Zinskosten

154.800 € (Bank) + 32.606,80 €

(Bauspar­kasse) = 187.406,80 €

210.134,40 €

Vorteil

22.728,60 €

 

Stand: Juni 2022

Weil die Zinsen beim Bausparvertrag deutlich niedriger sind als beim Volltilgerdarlehen, profitieren Sie am Ende der Laufzeit von einer Ersparnis von 22.728,60 €. Und das, obwohl Sie in den ersten 15 Jahren nicht einmal tilgen. Zudem sind Sie 2 Jahre eher mit der Finanzierung fertig. In diesem Fall gewinnt also der Bausparvertrag.

Experten-Interview: Wann ist ein Bausparvertrag sinnvoll?

Björn Pätzold

Über einen Bausparvertrag können Sie sich günstige Zinsen sichern. Während der historischen Niedrigzinsen der vergangenen Jahre ging das auch direkt über einen Baukredit. Wird Bausparen aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung und stark angestiegenen Bauzinsen jetzt wieder attraktiv? Und was gilt für Anleger? 

Wir haben mit dem Experten Björn Pätzold, Spezialist für Baufinanzierungen bei dem Finanzierungsvermittler Dr. Klein in Mettmann gesprochen. 

Für wen ist ein Bauspar­vertrag jetzt sinnvoll?

Björn Pätzold: "Eigent­lich ist es für je­den interes­sant, der eine Immo­bilie hat oder ha­ben möch­te. Wer schon eine Immo­bilie hat, kann seine Rest­schuld plan­bar ab­sichern oder den Ver­trag nut­zen als Sammel­topf für Eventua­litä­ten, z. B. Sanie­run­gen. Wer spä­ter ein Objekt kau­fen möch­te, kann mit dem Bau­spar­ver­trag sowohl Eigen­kapi­tal auf­bau­en als auch die Zin­sen für spä­ter sichern. Noch haben Bau­spar­kas­sen Tarife, die aus der Niedrig­zins­phase stam­men – da kann ich also noch mit einem Zins von etwa 2,3 % rech­nen, was ich so aktuell von keiner Bank mehr be­kom­me."

Wie weit im Voraus muss ich beim Bau­sparen planen?

Björn Pätzold: "Ein Bauspar­ver­trag braucht immer eine gewis­se An­lauf­zeit, je nach Tarif brau­chen Sie 7–10 Jah­re, bis er zuteilungs­reif ist. Wenn Sie aber in 2 Jah­ren ein Objekt fin­den, können Sie es trotz­dem kaufen – Sie brau­chen dann nur bis zur Zu­teilungs­reife des Bauspar­ver­trags einen Bau­kre­dit. Und weil er eine kurze Lauf­zeit von 5–8 Jahren hat, bekom­men Sie günsti­ge Kondi­tio­nen. Danach lösen Sie es mit Ihrem Bau­spar­dar­le­hen ab.

Wenn Sie also sagen, dass ein Bau­spar­ver­trag für Sie interes­sant ist, um sich Zinsen zu sichern, soll­ten Sie direkt star­ten. Immer­hin wis­sen Sie nie, wann Sie ein Objekt fin­den, das kann sich viel län­ger zie­hen als ge­plant."

Ein Bauspar­ver­trag hat eine lange Lauf­zeit. Wie flexi­bel bleibe ich da über­haupt?

Björn Pätzold: "Bau­spa­ren ist gar nicht so un­flexi­bel wie sein Ruf. Man kann auf viele Din­ge auch wäh­rend der Lauf­zeit noch rea­gieren. Möchte ich etwa für 500.000 € etwas kaufen und 200.000 € davon über Bau­sparen ab­sichern, und ich fin­de nach 6 Jahren ein Objekt, wenn der Ver­trag eigent­lich noch nicht zuteilungs­reif ist. Dann kann ich den Vertrag auch tei­len und die „fer­tigen“ 100.000 € in meine Finan­zierung neh­men, während die anderen 100.000 € weiter be­spart wer­den."

Worauf muss ich mich zu Anfang festlegen?

Björn Pätzold: "Was man in der Tat vor­ab über­legen muss, ist die Bau­spar­sum­me. Will ich eine mög­lichst hohe Summe ab­sichern, ist auch meine Ab­schluss­gebühr hoch. Wer da­ge­gen viel­leicht erst­mal nur 50.000 € nimmt, kann zwar spä­ter noch er­hö­hen – das geht aber nur, so­lan­ge es den Tarif noch gibt. Und aktu­ell muss man davon aus­ge­hen, dass die Tari­fe bald ange­passt wer­den.

Außer­dem muss ich mich für einen Tarif ent­schei­den. Jede Bau­spar­kas­se hat meis­tens fünf oder sechs zur Aus­wahl. Der Schau­fenster­tarif kann 0,35 % Darlehens­zins ha­ben, das ist natür­lich Hammer. Aber diese Tarife haben meist fol­gen­de Kehr­seite: Sie sind in der Ent­wick­lung sehr träge, also bis sie zuteilungs­reif sind. Und man hat eine rela­tiv hohe Zins- und Tilgungs­leis­tung zu zahlen. Gene­rell steht diese Leis­tung immer fest und liegt zwischen 3 und 10 Pro­mille der Bau­spar­sum­me. Bei einer Summe von 500.000 € macht es schon einen Unter­schied, ob ich monat­lich 1.500 € oder 5.000 € zah­len muss. Die aus­ge­woge­nen Tari­fe für einen Bau­spar­ver­trag lie­gen bei etwa 2 % Zin­sen. Und im Ideal­fall habe ich auch das Bau­spar­ziel im Auge. Also wann brau­che ich das Dar­le­hen bzw. die An­schluss­finan­zierung? Dann kann ich meinen Taschen­rech­ner neh­men und weiß, was ich bis dahin ange­spart haben muss. Das muss übri­gens nicht monat­lich sein, son­dern funktio­niert auch un­regel­mäßig durch Ein­mal­zah­lun­gen."

Die Zinssicherheit erkaufe ich mir durch eine Ab­schluss­ge­bühr in Höhe von 1–1,6 % der Bau­spar­sum­me. Das ist ja schon eini­ges!

Björn Pätzold: "Ja – und auch wieder nein. Bei 500.000 € sind das 5.000–8.000 €. Ange­nom­men, Sie krie­gen das Bau­spar­dar­le­hen für 2,35 % und damit 0,8 % günsti­ger als bei der Bank. Dann spa­ren Sie allein im 1. Jahr mehre­re Tau­send Euro. Angst haben viele jetzt vor einem Zins­niveau von 4–5 %, da hät­ten Sie die Ab­schluss­ge­bühr noch viel schnel­ler drin. Und das Ge­fühl der Sicher­heit ist nicht zu unter­schät­zen. Ein Bau­spar­ver­trag ist für Leute, die ein­fach Sorge ha­ben, dass der Zins in 10, 15 Jahren so viel höher ist, dass sie in Zahlungs­schwierig­kei­ten kom­men."

Bausparen – die ideale Lösung für Modernisierungen

Ob Sie nun den Wert Ihrer Immobilie mit einer Modernisierung steigern möchten oder die ersten anstehenden Instandhaltungsmaßnahmen in Blick haben: Mit einem Bausparvertrag lassen sich gut Rücklagen für die Maßnahmen der Modernisierung bilden. Oft lohnt es sich zu diesem Zweck, das Bausparen parallel zu einem Baukredit zu beginnen. Bei einer Summe von 20.000 € (etwa für eine neue Heizanlage) sparen Sie mit einem Bausparvertrag zunächst circa 40 % an, also 8.000 €. Die restlichen 12.000 € für die Modernisierung erhalten Sie dann über ein zinsgünstiges Darlehen von Ihrer Bausparkasse. 

Alternativ können Sie das Geld auch auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Steigen die Tagesgeldzinsen, ist das für Ihr Erspartes von Vorteil, denn der Zins für Tagesgeld wird täglich aktualisiert. Aber: Steigen Guthabenzinsen, steigen auch die Zinsen für Kredite. Dass bedeutet, wenn Sie die 8.000 € über ein Tagesgeldkonto ansparen, benötigen Sie immer noch die restlichen 12.000 €. Diese müssen Sie dann über einen teureren Kredit finanzieren lassen. Ein Bausparvertrag ist bei niedrigen Zinsen somit eine gute Entscheidung, um Rücklagen zu bilden. Denn Sie können sich das aktuelle Zinsniveau auf Jahre im Voraus sichern.

Ist der Bausparvertrag zum Sparen geeignet?

Als reine Geldanlage lohnt sich ein Bausparvertrag aktuell nicht, weil die Guthabenverzinsung sehr niedrig ist. Es gibt zwar einige spezielle Tarife, die kleine Renditen versprechen, das lohnt sich jedoch auch nur dann, wenn Sie zusätzlich staatliche Förderungen (Vermögens­wirksame Leistungen und Wohnungsbauprämie) erhalten. Ist das nicht der Fall, eignet sich der Bausparvertrag nicht zum Sparen und Sie sollten besser auf Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld ausweichen. 

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Sie bei einem Bausparvertrag mit hohen Guthabenzinsen in der Darlehensphase höhere Bausparzinsen tilgen müssen. Einen Bausparkredit mit hoher Verzinsung sollten Sie deshalb eher zum Sparen verwenden und nicht unbedingt für eine Immobilienfinanzierung, jedenfalls dann nicht, wenn die allgemeinen Bauzinsen niedriger stehen. Worauf Sie auf der Suche nach der passenden Geldanlage achten müssen, zeigen wir Ihnen in unseren Anlagetipps.

Lohnt sich ein Bausparvertrag 2022?

Aufgrund der sprunghaft angestiegenen Bauzinsen ergibt sich aktuell ein interessanter Zeitpunkt für den Abschluss eines Bausparvertrags. Denn weil Bausparkassen noch Altverträge ausgeben, sind auch die Zinsen für die Darlehensphase niedrig – auf jeden Fall deutlich niedriger als der aktuelle Bauzins. Der konkrete Sollzins hängt z. B. von der Spar- und Tilgungsrate ab, aber Sie können tatsächlich noch Verträge mit einem Darlehenszins von unter 1,0 % bekommen (Quelle: Schwäbisch Hall). Gleichzeitig sichern Sie sich gegen weiter steigende Bauzinsen ab, von denen viele Experten ausgehen.

Bausparen wird damit interessant für alle, die jetzt in mittel- bis langfristiger Zukunft eine Investition planen. Das kann ein Immobilienkauf oder eine Modernisierung sein. Das betrifft ebenso alle, die nach Ablauf ihrer jetzigen Baufinanzierung noch eine Restschuld haben im Sinne einer Anschlussfinanzierung.

Für Sparer ändert sich an der Situation nicht viel: Die Guthabenzinsen in der Ansparphase liegen je nach Tarif und Mindestbausparguthaben weiterhin zwischen 0,10–0,0 %. Hier lohnt sich ein Bausparvertrag nur, wenn Sie von den staatlichen Förderpaketen (Wohnungsbauprämie und Vermögenswirksame Leistungen) profitieren.

Generell empfehlen wir:

  • Führen Sie immer einen Bausparvertrag Vergleich durch. Holen Sie sich dazu Angebote unterschiedlicher Bausparkassen ein und vergleichen Sie die Tarife und Bausparzinsen miteinander. Lassen Sie sich dabei immer Ihre Rendite im Detail aufzeigen.
  • Ziehen Sie als Alternative zum Bausparen andere Geldanlagen heran. Wer sparen möchte, sollte Geldanlagen wie Tagegeld, Festgeld oder z. B. einen ETF-Sparplan mit dem Bausparvertrag vergleichen und prüfen, wo höhere Renditen erzielt werden können.
  • Für die Immobilienfinanzierung sollten Sie neben dem Bausparvertrag Vergleich einen Baugeld Vergleich machen. Auch wenn die Bauzinsen zuletzt deutlich angestiegen sind, befinden sie sich immer noch auf einem günstigen Niveau. Zudem besteht eine Baufinanzierung nie ausschließlich aus einem Bauspardarlehen, sondern wird dadurch ergänzt.
  • Ein Bausparvertrag lohnt sich aktuell besonders, wenn Sie diesen als Rücklage für eine spätere Modernisierung verwenden möchten. Kleinere Darlehenssummen zwischen 10.000–50.000 € sind häufig über den Bausparvertrag günstiger als über eine klassische Immobilienfinanzierung oder einen klassischen Ratenkredit. Aber auch hier gilt: Wer sparen möchte, muss die unterschiedlichen Angebote und Geldanlagen miteinander vergleichen.
  • Denken Sie an Ihre Kinder: Der Bausparvertrag könnte hier tatsächlich ein Revival erleben. Falls sich die Bauzinsen auf 3 % oder mehr einpendeln sollten, sichern Sie Ihrem Nachwuchs ein unschlagbares Zinsniveau für spätere Investitionen.

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Baufinanzierung Vergleich

Der Bausparvertrag Vergleich: Darauf sollten Sie achten

Damit sich ein Bausparvertrag lohnt und am Ende tatsächlich zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt, ist ein Bausparvertrag Vergleich immer zu empfehlen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, weshalb ein Vergleich so wichtig ist und worauf Sie dabei achten müssen.

Beachten Sie die Rückzahlung der Abschlussgebühr

In der Ansparphase sollten Sie die Abschlussgebühr über die monatlichen Sparraten verrechnen können. Die Abschlussgebühr wird von jeder Bausparkasse bei Vertragsabschluss erhoben. Die Höhe der Abschlussgebühr beläuft sich häufig auf 1,0–1,6 % der Bausparsumme. Das bedeutet: Ihr Bausparkonto wird bei Vertragsabschluss zunächst mit der Abschlussgebühr belastet. Da Sie noch nichts angespart haben, befindet Sie sich zunächst im Minus. Bei einer Bausparsumme von 100.000 € wären das beispielsweise 1.000–1.600 €, mit denen Sie Ihr Bausparkonto belasten. Diesen Betrag müssen Sie nun während der Sparphase an die Bausparkasse zurückzahlen.

monatliche Sparsumme

ohne VWL und Zinsen

Abschlussgebühr von 1.000 €

Rückzahlung

Abschlussgebühr von 1.600 €

Rückzahlung

50 € 1 Jahr und 8 Monate 2 Jahre und 8 Monate
100 € 10 Monate 1 Jahr und 4 Monate
150 € 7 Monate 11 Monate
200 € 5 Monate 8 Monate

Im Rechenbeispiel zeigen wir Ihnen, wie lange Sie für die Rückzahlung der Abschlussgebühr benötigen. Dabei sind Vermögenswirksame Leistungen und Guthabenzinsen nicht inbegriffen. Bei einem monatlichem Sparbetrag von 100 € benötigen Sie für die Rückzahlung der Abschlussgebühr somit circa 10 Monate.

Im Klartext bedeutet das: Mit der Ansparung des Mindestguthabens beginnen Sie erst ab dem 11. Monat. Die Ansparphase verlängert sich also automatisch und Sie müssen länger drauf warten, bis der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Sofern Sie Ihnen zustehen, nutzen Sie die Vermögenswirksamen Leistungen und die Wohnungsbauprämie. So können Sie während der Sparphase die Abschlussgebühr über die staatlichen Förderungen zurückzahlen.

Baukredit oder Bausparvertrag: der Vergleich

Ein Bausparvertrag ist nicht unbedingt für sehr hohe Kreditsummen gedacht. Deshalb läuft in aller Regel nicht die komplette Finanzierung des Eigenheims über den Bausparvertrag. Bei einer Vertragssumme von 200.000 € müssen Sie in der Ansparphase mindestens 80.000 € ansparen, damit der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Das bedeutet, jeden Monat ca. 670 € über 10 Jahre hinweg sparen. Auch wenn wir in unsere Berechnung die staatlichen Förderungen oder den Guthabenzins miteinbeziehen würden, bleibt die monatliche Belastung hoch. Diese müssen Sie nämlich neben Ihrer Miete und allen weiteren Kosten, die im Haushalt anfallen, aufbringen. Möglich sind allerdings auch Einmalzahlungen, falls Sie bereits Eigenkapital angespart haben.

Hinzu kommt, dass Sie in der Darlehensphase den restlichen Betrag von 120.000 € zurückzahlen müssen. Die Höhe der Tilgung ist vom jeweiligen Bauspartarif abhängig und wird zu Beginn der Vertragslaufzeit festgelegt. Bei einem unterstellten Bausparzins von 2,5 % müssten Sie innerhalb von 15 Jahren monatlich ca. 670 € zurückzahlen, um einen Restbetrag von Null zu erreichen.

Bei höheren Kreditsummen sollten Sie daran denken, dass Bausparverträge schneller getilgt werden müssen als klassische Immobilienkredite. Für die Rückzahlung einer Baufinanzierung benötigen Sie rund 20 bis 40 Jahre, bei einem Bausparvertrag müssen Sie den Bausparkredit bereits in 15 bis 20 Jahren tilgen. Dass bedeutet, dass Sie bei einem Bausparvertrag mit einer höheren monatlichen Belastung rechnen müssen als bei einem Baukredit.

Kombikredite – Die Alternative zum Bausparvertrag

Einige Bausparkassen bieten aktuell Kombikredite als Alternative zum klassischen Bausparvertrag an. Der Vorteil gegenüber dem Bausparvertrag: Sie erhalten das Darlehen sofort ausgezahlt und können dieses für die Finanzierung einer Immobilie aufwenden. Der Kombikredit setzt sich dabei aus einem Bausparvertrag und aus einem Vorausdarlehen zusammen.

  • Mit dem Vorausdarlehen finanzieren Sie die Immobilie. Dabei zahlen Sie an die Bausparkasse lediglich die anfallenden Zinsen zurück. Eine Tilgung des Darlehens, also die Rückzahlung des Darlehens, findet noch nicht statt.
  • Parallel dazu überweisen Sie monatlich einen Betrag auf den Bausparvertrag. Das machen Sie solange, bis dieser zuteilungsreif ist. Mit der angesparten Summe lösen Sie dann die Immobilienfinanzierung, in Form des Vorausdarlehens, ab. Ab diesen Zeitpunkt setzt sich Ihre monatliche Rate des Bausparkredits, wie bei einem herkömmlichen Annuitätendarlehen, aus Zins und Tilgung zusammen.

Kostenfalle Kombikredit

Kombikredite sind an sich eine gute Lösung, wenn Sie jetzt eine Immobilie kaufen und sich gleichzeitig die Zinsen für später sichern möchten. Stiftung Warentest warnt bei der  Bausparsofortfinanzierung aber vor fehlender Transparenz. Diese bezieht sich dabei auf den Effektivzins.

Anhand des effektiven Jahreszinses lassen sich Kredite leichter miteinander vergleichen. Dies ist bei Kombikrediten nur möglich, wenn der Bausparvertrag am Ende der Zinsbindung, des Vorausdarlehens, zugeteilt wird, so Stiftung Warentest. Nur dann stehen Zinsen und Raten für die gesamte Laufzeit fest. Endet dagegen die Zinsbindung des Vorausdarlehens noch bevor der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, ist ein Vergleich zwischen den Angeboten einer Bausparkasse und der Finanzierung über eine Bank nur schwer möglich. Zudem kann der Kunde in eine Kostenfalle geraten. Denn ist der Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif, aber die Laufzeit für das Vorausdarlehen abgelaufen, wird eine Zwischenfinanzierung benötigt. Diese kann teuer werden, wenn in der Zwischenzeit die Zinsen gestiegen sind.

Unsere Empfehlung

Bei eher komplizierten Finanzierungen wie dem Kombikredit mit Bausparvertrag sollten Sie sich mehrere Angebote einholen, die Bausparverträge ausführlich vergleichen und sich beispielsweise von der Verbraucherzentrale oder einem Vermittler dazu beraten zu lassen. 

Nur so können Sie sicherstellen, ob ein Bauspar-Kombikredit, ein klassischer Bausparvertrag oder eine Baufinanzierung sinnvoller für Ihr Vorhaben ist.

Bausparvertrag abschließen – darauf sollten Sie achten

Einen Bausparvertrag können Sie einfach online beantragen oder vor Ort bei Ihrer Bank nachfragen. Grundsätzlich gilt: Entscheiden Sie sich nicht für das erstbeste Angebot! Nehmen Sie den Aufwand in Kauf, holen Sie sich Angebote unterschiedlicher Bausparkassen ein und vergleichen Sie die Bauspartarife miteinander. Nur so können Sie feststellen, ob der Bausparvertrag zu Ihren Vorhaben passt und sich am Ende tatsächlich lohnt.

1. Finden Sie den passenden Bauspartarif

Für welchen Bauspartarif Sie sich entscheiden, ist in erster Linie von Ihrem Vorhaben abhängig. Legen Sie den Fokus auf Sparen, dann ist ein Bauspartarif mit einer hohen Guthabenverzinsung zu empfehlen. Möchten Sie dagegen mit dem Bausparvertrag eine Immobilie finanzieren, ist ein Tarif mit niedrigen Darlehenszinsen wichtig. Können Sie sich aktuell aber noch nicht auf ein Vorhaben festlegen, ist Optionsbausparen die ideale Lösung. Beim Optionsbausparen entscheiden Sie erst am Ende der Sparphase, ob Sie den Bausparvertrag mit Sparzinsen in Anspruch nehmen, oder ob Sie diesen als günstiges Darlehen zur Finanzierung verwenden.

Die Verzinsung des Bausparvertrags variiert von Vorhaben und Bauspartarif. Achten Sie bei der Wahl des Bauspartarifs auf einen möglichst hohen Zinsbonus, der beim Verzicht auf das Baudarlehen gewährt wird. Fragen Sie bei Ihrer Bausparkasse zudem nach, ob ein späterer Wechsel in einen renditefreundlicheren Bausparvertrag kostenlos und jederzeit möglich ist.

2. Legen Sie die Höhe der Bausparsumme fest

Lassen Sie sich zu der Höhe der Bausparsumme ausgiebig beraten. Auf keinen Fall sollten Sie diese zu hoch ansetzen. Ist die Bausparsumme zu hoch angesetzt, dauert es nämlich lange bis der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Zum anderem müssen Sie mit höheren Kosten bei der Rückzahlung des Darlehens rechnen. Und dieses müssen Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurückzahlen.

3. Sparen Sie monatlich

Ihr Bausparguthaben wächst kontinuierlich an. Dies geschieht durch Ihre monatlichen Sparraten, die mit vermögenswirksamen Leistungen aufgestockt werden können. Je nach Vertrag können zudem eventuelle Sonderzahlungen erfolgen. Nutzen Sie die Möglichkeit der Einmalzahlung, um so das Sparziel schneller zu erreichen.

4. Beantragen Sie die staatliche Förderung

Bausparen ist eine der wenigen Geldanlagen, die auch staatlich gefördert wird. Mit etwas Glück profitieren Sie gleich doppelt von der staatlichen Förderung, da sich grundsätzlich zwei einkommensabhängige Fördermöglichkeiten unterscheiden lassen:

  • Die Arbeitnehmersparzulage erhalten alle Arbeitnehmer, die ihre vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag investieren.
  • Im Rahmen der Wohnungsbauprämie werden Einzahlungen auf einen Bausparvertrag mit staatlichen Zuschüssen belohnt.

Die Anträge auf staatliche Förderung sendet Ihnen die Bausparkasse zu. Den ausgefüllten Antrag für die Wohnungsbauprämie senden Sie an Ihre Bausparkasse zurück, den Antrag für die Arbeitnehmersparzulage reichen Sie mit Ihrer Einkommensteuererklärung beim Finanzamt ein.

5. Ihr Guthaben wird inklusive Zinsen und Zuschüssen ausgezahlt

Wenn Sie die Sparphase beendet haben, zahlt die Bausparkasse Ihr angespartes Guthaben und die restliche Vertragssumme als Baudarlehen an Sie aus. Ist dieser Zeitpunkt nach einer Laufzeit von 7 Jahren, erhalten Sie zudem Zuschüsse vom Staat, wenn Sie darauf Anspruch haben.

Wenn Sie einen Bauspartarif mit Wahlzuteilung vereinbart haben, können Sie auch schon nach 2 Jahren die Auszahlung des Darlehens beantragen, ohne das Mindestguthaben von 40–50 % angespart zu haben. Dabei entfallen jedoch die staatlichen Förderungen. Die Bedingungen für die Wahlzuteilung sind individuell mit Ihrer Bausparkasse zu vereinbaren und unterliegen bestimmten Voraussetzungen, die sich von Bausparkasse zu Bausparkasse unterscheiden.

Vorteile und Nachteile von Bausparverträgen

  • Bausparen ist planbar und sicher. Denn bereits bei Vertragsbeginn vereinbaren Sie den Zinssatz für die Spar- und Darlehensphase. Dieser Zinssatz ändert sich dann nicht mehr.
  • Über einen Bausparvertrag bekommen Sie aktuell sehr günstige Zinsen.
  • Bausparen erhält staatliche Förderung in Form von vermögenswirksamen Leistungen (VL) und der Wohnungsbauprämie.
  • Sie bleiben flexibel und entscheiden selbst, wofür Sie das angesparte Geld verwenden (bei VL nach Ablauf einer 7-jährigen Sperrfrist).
  • Ein Bausparvertrag lässt sich auf Familienmitglieder übertragen, wenn Sie ihn nicht selbst nutzen möchten.
  • In einer Niedrigzinsphase ist der Guthabenzins in der Sparphase niedriger ist als bei anderen Geldanlagen.
  • Beim Abschluss eines Bausparvertrags fällt eine Abschlussgebühr an, die von den ersten Spareinlagen abgezogen wird. Diese kann bis zu 1,6 % der Bausparsumme betragen.
  • Der Effektivzins ist beim Bausparen deutlich höher als der Sollzins, unter anderem wegen des Agios, den viele Bausparkassen als Aufschlag (früher Gebühr) berechnen.
  • Bis ein Bausparvertrag vollumfänglich zuteilungsreif ist, dauert es 8–10 Jahre. Durch geschicktes Kombinieren oder Teilen lässt er sich aber auch vorher schon nutzen.

Zusammenfassung – Wann ist Bausparen sinnvoll und wann nicht?

  • Da die Mindestlaufzeit bei einem Bausparvertrag 18 Monate beträgt, ist ein Bausparkredit nichts für kurzentschlossene Immobilienkäufer. In diesem Fall ist eine klassische Baufinanzierung empfehlenswerter, da diese binnen kürzester Zeit in Anspruch genommen werden kann.
  • Steht der Immobilienkauf erst in einigen Jahren an, kann die Finanzierung der Immobilie über den Bausparkredit sinnvoll sein. Besonders, wenn beim Vertragsabschluss die Zinsen niedrig sind und mit einem Zinsanstieg zu rechnen ist. Der Grund: Bausparzinsen werden beim Vertragsabschluss einmalig festgeschrieben und unterliegen damit keinen Zinsschwankungen.
  • Zur Bildung von Rücklagen, z. B. für Maßnahmen der Modernisierung, sind Bausparkredite besonders gut geeignet. Bei geringeren Kreditsummen sparen Sie die 40–50 % Mindestguthaben verhältnismäßig schnell an und profitieren bei der Kreditaufnahme wiederum von niedrigen Kreditzinsen.
  • Möchten Sie den Bausparvertrag als reine Sparanlage nutzen, dann lohnt sich das Bausparen nur, wenn die Guthabenzinsen hoch sind und Sie zusätzlich von staatlichen Förderungen profitieren.
  • Aktuell lohnt sich ein Bausparvertrag zur Bildung von Rücklagen oder für die spätere Teilfinanzierung einer Immobilie. Wenn Sie schon eine Immobilie finanzieren, können Sie ein Bauspardarlehen für die spätere Anschlussfinanzierung nutzen und den Kredit mit dem Bausaprvertrag ablösen.
  • Sinnvoll kann ein Bausparvertrag auch für Kinder sein, wenn Sie die aktuell sehr günstigen Zinsen für später sichern möchten.
  • Vor Abschluss eines Bausparvertrags sollte grundsätzlich ein Bausparvertrag Vergleich durchgeführt werden. Nur so können Sie feststellen, welcher Bauspartarif am besten zu Ihrem Vorhaben passt.

Bausparvertrag – die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Muss ein Bausparvertrag später zum Bauen verwendet werden?

    Nein. Sie haben die freie Wahl, ob Sie Ihr angespartes Geld später für den Erwerb von Wohneigentum, für die Modernisierungen oder in ein neues Auto investieren wollen. Reine Renditesparer erhalten bei einem Verzicht auf das Bauspardarlehen manchmal sogar einen Zinsbonus, der das Bausparen noch attraktiver macht.

    Das Bauspardarlehen ist allerdings an wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden.

  • Lohnt sich ein Bausparvertrag, wenn man nicht bauen will?

    Als Geldanlage aktuell nicht. Man bekommt zwar Vermögenswirksame Leistungen und die Wohnungsbauprämie, aber wer nicht bauen will, kann auch andere Förderungen in Anspruch nehmen.

    Bausparen kann aber auch für Mieter interessant sein, die ihre Wohnung renovieren möchten: Bis 40.000, 50.000 € sind Bausparverträge ja blanko, d.h. es erfolgt kein Eintrag ins Grundbuch. Das Darlehen muss aber immer wohnwirtschaftlich genutzt werden.

  • Kann ich meinen Bausparvertrag kündigen?

    Bei Bedarf können Sie Ihren Bausparvertrag kündigen, in der Regel mit einer 3- bis 6-monatigen Kündigungsfrist. Hierbei entfällt jedoch Ihr Darlehensanspruch, eine etwaige Abschlussgebühren-Rückerstattung und bei einer Kündigung innerhalb der ersten 7 Jahre die staatliche Förderung.

  • Kann ich ein Annuitätendarlehen mit einem Bausparvertrag ablösen? Oder sogar eine komplette Finanzierung über einen Bausparvertrag laufen lassen?

    In der Regel löst man ein Annuitätendarlehen nach der ersten Zinsbindung mit einem Bauspardarlehen ab, etwa nach 10 Jahren. Nach dieser Zeit ist die Restschuld geringer als der ursprüngliche Kredit war und gleichzeitig ist der Objektwert hochgegangen. Weil man dazu parallel angespart hat, liegt die Finanzierung deutlich unter 60 % und ist damit im Hinblick auf den Beleihungsauslauf bausparkassenkonform.

    Ein Objekt lässt sich auch komplett über ein fertiges Bauspardarlehen finanzieren, da 40 % der Summe immer bereits angespart sind.

  • Was tue ich, wenn mein Vertrag zuteilungsreif wird?

    Sie haben folgende Möglichkeiten:

    • Sie nehmen die Zuteilung an und beantragen das Bauspardarlehen. Sie erhalten Ihr Guthaben plus Zinsen und staatlicher Förderung sowie Ihr Darlehen ausgezahlt. Es beginnt die Tilgung. Das Darlehen kann übrigens ausschließlich für die Immobilie selbst oder Dinge verwendet werden, die fest mit einer Immobilie verbaut werden.
    • Sie nehmen die Zuteilung an und erhalten Ihr Guthaben inklusive Zinsen ausgezahlt. Das Darlehen können Sie sich später auszahlen lassen. Je nach Tarif bis zu einem Jahr nach Auszahlung des Guthabens.
    • Sie verzichten auf Ihr Darlehen. So wird Ihnen Ihr Sparguthaben nebst Zinsen ausgezahlt. Manche Bausparkassen zahlen in diesem Fall einen zusätzlichen Bonuszins aus, der die Rendite Ihres Bausparvertrages erheblich steigert.
    • Sie erhöhen die Bausparsumme Ihres Vertrages und sparen weiter an.
    • Sie lassen sich das Guthaben und Darlehen erst später auszahlen und beantragen, dass die Zuteilung verschoben wird.
  • Wann lohnt sich Bausparen für Kinder?

    Vor allem, wenn sie in der Ausbildung oder kurz davor sind, denn dann können auch VL eingezahlt werden. Zusammen mit der Wohnungsbauprämie hat man dann 90 €, die es quasi geschenkt gibt. „50.000 € ist zudem ein Baustein, den man später toll in einen Wohnungskauf einbringen kann“, sagt Björn Pätzold. Auch nicht zu vergessen: Über einen Bausparvertrag kann man nicht spontan verfügen. Das gesparte Geld kann man nicht einfach abheben, sondern man müsste schon den ganzen Vertrag auflösen.

  • Wird der Bausparvertrag versteuert?

    Ja! Wie bei jeder Geldanlage, die Renditen bringt, fällt die sogenannte Abgeltungssteuer an. Diese besagt, dass Gewinne aufgrund von Zinsen oder Dividenden an das Finanzamt abgeführt werden müssen. Dies ist auch bei Bausparzinsen der Fall. Mit einem Freistellungsauftrag können Sie sich die Steuer aber sparen. Diesen müssen Sie jedoch bis Ende des Jahres bei Ihrer Bausparkasse stellen.

  • Ist ein Bausparvertrag auch für Kapitalanleger interessant?

    Für Inves­toren findet Björn Pätzold ein Konstant­dar­lehen pas­send, weil der Zins­an­teil für einen fest­geschrie­benen Zeit­raum immer gleich­bleibt. Diese Zin­sen kön­nen sie jedes Jahr steuer­lich gel­tend machen. Wenn sie nach 10, 15 Jahren um­finan­zieren wol­len, ha­ben sie zu­dem wieder ein gewis­ses Eigen­kapital ange­spart, womit sie etwas Neues kau­fen kön­nen.

Fragen & Antworten zum Bausparvertrag