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Immobilienfinanzierung

Zinsentwicklung: So finden Sie den richtigen Zeitpunkt für Ihre Baufinanzierung – mit Zinschart!

Wie teuer eine Baufinanzierung wird, ist hauptsächlich von den Zinsen abhängig: Je niedriger der Zins, desto günstiger der Kredit. Aber wie werden sich die Bauzinsen entwickeln? Wir helfen Ihnen mit Zinschart und Prognosen dabei, die Zinsentwicklung richtig einzuschätzen.

Zinsentwicklung Baufinanzierung beobachten
  • Inhaltsverzeichnis
    • Die Zinsentwicklung mit dem Zinschart bewerten

      Die Zinsentwicklung 2020 wird für Bauherren voraussichtlich sehr günstig bleiben. Um die Marktlage zu beobachten, können Sie sich gut an unserem Zinschart orientieren. Dieser bildet die Entwicklung der Hypothekenzinsen über verschiedene Zeiträume ab. Er hilft Ihnen, ein Gefühl für die Zinsentwicklung der Bauzinsen zu bekommen – und eine Einschätzung, welche Folgen schon kleine Änderungen haben. Die Frage, wie sieht die Zinsentwicklung aus, lässt sich so leichter beantworten.

      Zinschart: aktuelle und frühere Entwicklung der Bauzinsen im Vergleich

      Sie können sich in unserem Bauzinsen Chart die aktuelle Zinsentwicklung abbilden lassen – rückblickend von 7 Tagen über 1 Monat bis längerfristig hin zu 10 Jahren. Außerdem können Sie sich die Zinsen für verschieden lange Sollzinsbindungen der Immobilienkredite ansehen. Das ist der Zeitraum, in dem Sie Ihr Baudarlehen zu einem festen Zinssatz zurückzahlen. Das können 5 Jahre sein, aber auch bis zu 30 Jahre. Am besten legen Sie zuerst die von Ihnen angedachte Dauer der Zinsbindung fest. Dann verändern Sie die Zeitangaben für den Rückblick.

      Gut zu wissen: Es gibt einen Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins. Der Sollzins gibt an, was Sie für die Verleihung des Geldes zahlen müssen. Der Effektivzins enthält zusätzlich zum Sollzins die anfallenden Kosten wie für die Kontoführung oder Gebühren für Sonderabsprachen.

      Bleiben Sie bei der Bauzinsen-Entwicklung auf dem Laufenden

      Der richtige Zeitpunkt  beim Abschluss eines Baudarlehens kann eine Kostenersparnis von mehreren tausend Euro ausmachen. Egal, ob Sie zum ersten Mal eine Immobilie finanzieren oder bereits eine Anschlussfinanzierung abschließen – in der Regel geht es dabei um mehrere hunderttausend Euro. In dieser Größenordnung können schon wenige Prozentpunkte beim Zinssatz über die Laufzeit hinweg einen großen Unterschied bei den Gesamtkosten des Darlehens ausmachen, wie unsere Beispielrechnung verdeutlicht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie über die Zinsentwicklung informiert sind. Die Frage nach einer Zinsprognose, z. B. „Was ist die Zinsentwicklung für die nächsten 15 Jahre?“ wird Ihnen niemand seriös beantworten können. „Wie sieht die Zinsentwicklung aus?“, das lässt sich für kürzere Zeiträume aber gut beobachten.

      Wie wirkt sich die Zinsentwicklung auf die Kosten der Baufinanzierung aus?

      Selbst in der aktuellen schon mehrere Jahre anhaltenden Phase mit niedrigen Zinsen gibt es Entwicklungen mit spürbaren Auswirkungen. An zwei Beispielen zeigen wir die Folgen der Entwicklung der Bauzinsen. Eindrucksvoll ist dabei, wie viel Geld Sie sparen können, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt für die Baufinanzierung wählen.

      Beispiel 1: Einfluss der Zinsentwicklung auf die Zinskosten

      Alleine von Januar 2019 bis August 2020 gab es Zinsänderungen, die sich mit mehreren tausend Euro bemerkbar machen. Im folgenden Beispiel geht es um eine Immobilie im Wert von 300.000 €, für die ein Darlehen von 200.000 € und 15 Jahren Zinsbindung aufgenommen wurde.

      Wurde die Immobilienfinanzierung im Januar 2019 abgeschlossen, entstehen dem Kreditnehmer fast 30.000 € Zinskosten. Die gleiche Kreditsumme wurde im August 2020 deutlich günstiger verzinst, wodurch sich die Zinskosten um rund 16.000 € verringerten.

      Vergleich der Zinskosten bei unterschiedlich hohem Sollzins
       Januar 2019August 2020
      Sollzins1,3 %0,6 %
      Tilgungsrate3 %3 %
      Monatliche Rate717 €600 €
      Restschuld nach 15 Jahren100.684 €105.850 €
      Zinskosten29.685 €13.850 €

      Wer statt im Januar 2019 erst im August 2020 ein günstigeres Baudarlehen abschloss, reduzierte außerdem für einen Zeitraum von 15 Jahren bei gleichbleibender Tilgung seine monatliche Belastung um über 100 €. Allerdings besteht wegen der niedrigeren Raten nach den 15 Jahren Zinsbindung eine höhere Restschuld.

      Beispiel 2: Einfluss von Zinsentwicklung und Tilgungssatz auf die Restschuld

      Mit der nächsten Beispielrechnung wollen wir Ihnen zeigen, wie hoch die Einsparungen sein können, wenn Sie einen günstigen Zeitpunkt für die Kreditaufnahme nutzen und zusätzlich den gewonnenen Zinsvorteil in einen höheren Tilgungssatz stecken. Mit einer erhöhten Tilgung können Sie die Restschuld bei Ablauf der Zinsbindung deutlich verringern.

      Folgende Tabelle vergleicht die Zinskosten und Restschuld bei denselben Rahmenbedingungen wie im ersten Beispiel oben (Kredithöhe 200.000 € bei 15 Jahren Zinsbindung). Allerdings wurde hierbei nicht die monatliche Rate reduziert, sondern sie blieb wegen der höheren Tilgungsrate unverändert. Die im August 2020 niedrigeren Zinsen sorgten nicht nur für geringere Zinskosten, auch die Restschuld sank deutlich.

      Vergleich der Restschuld bei unterschiedlich hohem Tilgungssatz
       Januar 2019August 2020
      Sollzins1,3 %0,6 %
      Tilgungsrate3 %3,7 %
      Monatliche Rate717 €717 €
      Restschuld nach 15 Jahren100.684 €83.882 €
      Zinskosten29.685 €12.882 €

      In diesem Fall blieb die monatliche Rate unverändert, aber wer im August 2020 den Kredit aufnahm, sparte fast 17.000 € an Zinskosten gegenüber Januar 2019.

      Tipp: Für die Berechnung Ihres persönlichen Hauskredites nutzen Sie einfach unseren Darlehensrechner. Dort erfahren Sie, wie sich die monatliche Rate und die Gesamtlaufzeit der Finanzierung bei unterschiedlichen Zins- und Tilgungshöhen verändern.

      Wie entwickeln sich die Zinsen aktuell?

      Die Entwicklung der Hypothekenzinsen ist für Bauherren weiterhin äußerst günstig. Ein Ende des niedrigen Zinsniveaus ist auf längere Sicht nicht absehbar. Für die Baufinanzierung sagt die Zinsen-Prognose konstant niedrige Werte voraus. Die aktuelle Zinsentwicklung kann allerdings immer wieder kleinere Verschiebungen bringen, die bei einem langfristigen Kredit wie dargestellt die Kosten erheblich erhöhen oder senken kann.

      Baufinanzierungsrechner

      Finden Sie mit unserem Baufinanzierung Vergleich Ihr bestes Angebot aus vielen regionalen und überregionalen Anbietern.

      Zinsprognose: Aktueller Kommentar zur Zinsentwicklung

      Wie entwickeln sich die Darlehenszinsen für Baugeld in der nächsten Zeit? Hier erfahren Sie, was die Experten von Dr. Klein & Co. AG zur aktuellen Bauzinsen-Entwicklung sagen. Lesen Sie, welche kurz- oder langfristige Zinsentwicklung sie prognostizieren und welche Faktoren oder aktuellen Geschehnisse die Bauzinsen nachhaltig beeinflussen. 

      Bauzinsen sinken weiter

      Zinskommentar von Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, 27. August 2020

      Hohe Tilgungsrate hilft bei Rückzahlung

      Am 30. Juli gab das Statistische Bundesamt die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes bekannt. Das Ergebnis: Noch nie ist die deutsche Wirtschaft so stark geschrumpft wie zwischen April und Juni 2020, die Corona-Pandemie verursachte einen Rekordeinbruch von rund 10 %. Die Bauzinsen gaben in der darauffolgenden Woche auch noch einmal nach und fielen mit 0,32 % auf den tiefsten Wert seit dem Beginn der Krise im März. Die Corona-Krise und ihre Folgen werden uns noch längere Zeit begleiten, auf Sicht der nächsten Monate sehe ich daher keine nachhaltigen Zinssteigerungen. Kurzfristige Schwankungen sind allerdings nicht ausgeschlossen.

      Auch längere Zinsbindungen bleiben günstig und deuten weiterhin auf ein langfristig niedriges Zinsniveau hin. Bei Darlehen mit 20 Jahren Zinsbindung liegt der Bestzins mit 0,93 % weiterhin unter der 1-%-Marke, die Anfang 2020 zum ersten Mal in der Geschichte durchbrochen wurde. Viele Menschen glauben, dass sie bei günstigen Zinsen auch schneller schuldenfrei sind. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ein Darlehen mit niedrigem Zinssatz läuft bei gleicher anfänglicher Tilgungsrate deutlich länger als eines mit hohem Zins. Darlehensnehmer sollten die günstigen Zinsen nicht für eine geringere Monatsrate, sondern für eine höhere anfängliche Tilgung nutzen. Mindestens 2, besser 3 % sind empfehlenswert, um das Darlehen schnell zurückzuzahlen.

      Wie der tagesaktuelle Kurs für Bauzinsen steht, können Sie in unserem Baugeld Vergleich sehen.

      Zinsprognose

      Kurzfristig: gleichbleibend

      Langfristig: gleichbleibend

      Was beeinflusst die Entwicklung der Bauzinsen?

      Viele denken, dass der Zinssatz für Baufinanzierungen unmittelbar vom Leitzins beeinflusst wird, also dem Zinssatz, zu dem sich Banken von der Europäischen Zentralbank Geld leihen. Das ist aber nicht so. Vielmehr wirken sich im Wesentlichen zwei andere Faktoren direkt auf die Bauzinsen aus: die Preise für Pfandbriefe und für deutsche Staatsanleihen. Was die Zinsentwicklung beeinflusst, möchten wir Ihnen im Folgenden erklären.

      • Pfandbriefe: Um ihren Kunden das Geld für Baufinanzierungen zur Verfügung stellen zu können, geben viele Banken Pfandbriefe in dem entsprechenden Wert an Anleger aus, um das Geld hereinzuholen. Der Zinssatz dieser Pfandbriefe orientiert sich an der Rendite der Staatsanleihen.
      • Staatsanleihen: Die Rendite der deutschen Staatsanleihen wiederum hängt zum einen von der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Staates, zum anderen von der Nachfrage ab. Staatsanleihen sind sehr gefragt, wenn andere Anlageformen weniger rentabel sind. Dies ist der Fall, wenn der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) niedrig ist und deshalb Festgeld oder Tagesgeld gering verzinst sind.

      Fazit zum Leitzins: Im Umkehrschluss heißt das: Wenn der Leitzins hoch ist, bieten Festgeld und andere Geldanlagen hohe Erträge, Staatsanleihen dagegen sind für Anleger weniger interessant. Aufgrund der niedrigen Nachfrage sinkt auch ihr Preis, die Rendite steigt. Da Staatsanleihen der Orientierungswert für die Pfandbriefzinsen sind, steigen auch ihre Renditen. Und weil Baudarlehen von den Banken durch Pfandbriefe refinanziert werden, steigen aus diesem Grund, wenn auch zeitverzögert, die Bauzinsen. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank hat also nur indirekt Einfluss auf die Zinsen für Baufinanzierungen. Nutzen Sie eher die Entwicklung der Pfandbriefe als Orientierungsgröße bei der Zinsentwicklung.

      Welche Empfehlungen ergeben sich aus der aktuellen Zinsentwicklung?

      Solange die europäische Wirtschaft schwächelt, dürften die Bauzinsen niedrig bleiben. Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen.

      Empfehlung für Hauskäufer oder Bauherren

      Vergleichen Sie in unserem Zinschart bei einem anstehenden Kauf oder Bauvorhaben deshalb vor allem die kurzfristige Entwicklung binnen 3 oder 6 Monaten. Liegen die aktuellen Zinsen dabei im oberen Bereich, sollten Sie abwarten – es sei denn, weitere Erhöhungen sind wahrscheinlich (siehe Zinskommentar). Ist der Zinschart auf einem niedrigen Niveau, sollten Sie die Kreditaufnahme angehen.

      Empfehlung für die bevorstehende Anschlussfinanzierung

      Egal, ob Sie Ihren Kredit vor 5 Jahren oder vor 20 Jahren abgeschlossen haben: Sie werden das Geld jetzt günstiger bekommen. Bei Ihnen sollte die Frage im Mittelpunkt stehen, ob Sie das niedrige Zinsniveau dafür nutzen, mit der nun bevorstehenden Anschlussfinanzierung den Kredit vollständig zu tilgen. Bedenken sollten Sie, dass die Konditionen für kürzere Laufzeiten günstiger sind – eine hohe Tilgung und eine kurze Laufzeit könnten das günstigste Modell sein.

      Was beeinflusst noch die Kosten einer Finanzierung?

      Die Höhe der Darlehenszinsen bestimmt nicht allein die Gesamtkosten einer Finanzierung. Neben den persönlichen Faktoren des Darlehensnehmers wie Einkommenshöhe oder Kreditwürdigkeit wirken sich auch die individuellen Vertragsbedingungen auf den Zinssatz aus. Das kann zum Beispiel eine Vereinbarung über einen kostenlosen Wechsel des Tilgungssatzes während der Zinsbindungsfrist sein oder die Option einer Sondertilgung. Diese Möglichkeiten bieten Ihnen einen gewissen Rahmen an Flexibilität: die Anpassung der monatlichen Ratenzahlung auf die jeweilige Lebenssituation und eine schnelle Rückzahlung des Baudarlehens. Sprechen Sie Ihren Finanzierungsberater auf diese Optionen an.

      Vergleich.de Tipp

      In Zeiten niedriger Bauzinsen ist ein Forward Darlehen eine gute Möglichkeit, sich die günstigen Konditionen für die Anschlussfinanzierung im Voraus zu sichern. Sie können sich so einen Zinssatz bis zu 5 Jahre vor Ende der Zinsbindungsfrist reservieren.

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