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Immobilienfinanzierung

Zinsentwicklung beim Baugeld: So finden Sie den richtigen Zeitpunkt für Ihre Baufinanzierung

Wie teuer eine Baufinanzierung wird, ist hauptsächlich von den Zinsen abhängig: je niedriger der Zins, desto günstiger der Kredit. Aber wie werden sich die Bauzinsen entwickeln? Wir helfen Ihnen mit Zinschart und Prognosen dabei, die Zinsentwicklung richtig einzuschätzen.

Bleiben Sie bei der Bauzinsen-Entwicklung auf dem Laufenden

Der richtige Zeitpunkt  beim Abschluss eines Baudarlehens kann eine Kostenersparnis von mehreren Tausend Euro ausmachen. Egal, ob Sie zum ersten Mal eine Immobilie finanzieren oder bereits eine Anschlussfinanzierung abschließen – in der Regel geht es dabei um mehrere hunderttausend Euro. In dieser Größenordnung können schon wenige Prozentpunkte beim Zinssatz über die Laufzeit hinweg einen großen Unterschied bei den Gesamtkosten des Darlehens ausmachen, wie unsere Beispielrechnung verdeutlicht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie über die Zinsentwicklung informiert sind.

Zinschart zur Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

Unser Zinschart bildet die Entwicklung der Hypothekenzinsen seit 2010 bis heute mit unterschiedlich langen Zinsbindungen ab.  5, 10 und 15 Jahre sind die gängigen Laufzeiten für die Sollzinsbindung einer Baufinanzierung. Gleichzeitig stellen wir in unserem Zinschart den Verlauf des Leitzinses der Europäischen Zentralbank (EZB) dar:

Zinschart zur Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

Mithilfe des Zinscharts die Zinsentwicklung besser einschätzen

Der Überblick über die allgemeine Marktsituation durch unser Zinschart hilft Ihnen dabei, besser einzuschätzen, wie sich die Darlehenszinsen entwickeln könnten. Zum Beispiel erkennen Sie, dass Zinssprünge um mehrere Prozent pro Jahr eher unwahrscheinlich sind. Der Zinssatz kann sich allerdings innerhalb eines Jahres um gut einen Prozent nach oben oder unten bewegen – wie beispielsweise von 2011 bis 2012. Außerdem können Sie ablesen, dass der Leitzins der EZB und die Baufinanzierungszinsen sich zwar ähnlich entwickeln, der Leitzins aber keinen unmittelbaren Einfluss auf die Bauzinsen hat.

Beispielrechnung zur Zinsentwicklung

Im Jahr 2014 stand der durchschnittliche Zinssatz für eine Baufinanzierung zu den unten genannten Bedingungen bei etwa 2,5 %, ein Jahr später bei rund 1,5 % (siehe Zinschart). Das heißt, wer 2014 mit einer Senkung der Darlehenszinsen gerechnet und deshalb mit der Finanzierung des Eigenheims bis 2015 gewartet hat, konnte mit einer günstigeren monatlichen Rate rund 18.000 € Zinskosten sparen.

Wir empfehlen bei niedrigen Bauzinsen eine Tilgung von 2 % oder höher. In unserem Beispiel wäre die monatliche Rate mit dem Zinssatz von 2015 bei einer Tilgung von 3 % mit 563 € genauso hoch wie 2014 mit einer niedrigeren Tilgungsrate von 2 %. Ihre Restschuld wäre aber geringer, dadurch wären Sie schneller schuldenfrei und Sie hätten weniger Zinskosten.

Annahmen: Immobilienwert 210.000 €, Darlehenshöhe 150.000 €, Zinsbindung 15 Jahre

 201420152015
Zinssatz2,5 %1,5 %1,5 %
Anfangstilgung2 % 2 % 3 %
Monatliche Rate563 €438 €563 €
Restschuld nach 15 Jahren95.470 €99.571 €74.356 €
Bisherige Zinskosten46.719 €28.321 €25.606 €

Nutzen Sie für Ihre persönliche Rechnung unseren Tilgungsrechner und erfahren Sie, wie sich die monatliche Rate und die Gesamtlaufzeit der Finanzierung bei unterschiedlichen Zins- und Tilgungshöhen verhalten.

Prognose: Aktueller Kommentar zur Zinsentwicklung

Wie entwickeln sich die Darlehenszinsen für Baugeld in der nächsten Zeit? Hier erfahren Sie, was die Experten von Dr. Klein & Co. AG zur aktuellen Bauzinsen-Entwicklung sagen. Lesen Sie, welche kurz- oder langfristige Zinsentwicklung sie prognostizieren und welche Faktoren oder aktuellen Geschehnisse die Bauzinsen nachhaltig beeinflussen. 

Leichter Anstieg der Baufinanzierungszinsen zu verzeichnen

Zinskommentar von Stephan Gawarecki
Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG
16. März 2017

Bauzinsen steigen minimal

Der Bestzins für 10-jährige Hypothekendarlehen liegt aktuell bei 1,09% (Stand: 15.03.2017). Das Zinsniveau bleibt damit weiterhin attraktiv und niedrig. Bei der Zinsentwicklung der Bauzinsen ist jedoch ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Dieser ist auf die gestiegenen Renditen von Pfandbriefen und Staatsanleihen zurückzuführen, die 0,2 Prozentpunkte betragen. Das aktuell niedrige Zinsniveau nutzen Verbraucher vor allem, um sich die günstigen Zinsen für ein Forward Darlehen zu sichern. Der Anteil am Forward Darlehen ist zum Vormonat um 1,63 Prozentpunkte auf 17,5 % gestiegen. Wie der tagesaktuelle Kurs für Bauzinsen steht, können Sie in unserem Baugeld Vergleich sehen.

Zinsprognose

Kurzfristig: gleichbleibend

Langfristig: steigend

Was beeinflusst die Entwicklung der Bauzinsen?

Viele denken, dass der Zinssatz für Baufinanzierungen unmittelbar vom Leitzins beeinflusst wird, also dem Zinssatz, zu dem sich Banken von der Europäischen Zentralbank Geld leihen. Das ist aber nicht so. Viel mehr wirken sich im Wesentlichen zwei anderen Faktoren direkt auf die Bauzinsen aus: Pfandbriefe und deutsche Staatsanleihen. Wie das zusammenhängt, möchten wir Ihnen im Folgenden erklären.

Pfandbriefe: Um ihren Kunden das Geld für Baufinanzierungen zur Verfügung stellen zu können, geben viele Banken Pfandbriefe in dem entsprechenden Wert an Anleger aus, um das Geld hereinzuholen. Der Zinssatz dieser Pfandbriefe orientiert sich an der Rendite der Staatsanleihen.

Staatsanleihen: Die Rendite der deutschen Staatsanleihen wiederum hängt zum einen von der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Staates, zum anderen von der Nachfrage ab. Staatsanleihen sind sehr gefragt, wenn andere Anlageformen weniger rentabel sind. Dies ist der Fall, wenn der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) niedrig ist und deshalb Festgeld oder Tagesgeld gering verzinst sind.

Fazit zum Leitzins: Im Umkehrschluss heißt das: Wenn der Leitzins hoch ist, bieten Festgeld und andere Geldanlagen hohe Erträge, Staatsanleihen dagegen sind für Anleger weniger interessant. Aufgrund der niedrigen Nachfrage sinkt auch ihr Preis, die Rendite steigt. Da Staatsanleihen der Orientierungswert für die Pfandbriefzinsen sind, steigen auch ihre Renditen. Und weil Baudarlehen von den Banken durch Pfandbriefe refinanziert werden, steigen aus diesem Grund, wenn auch zeitverzögert, die Bauzinsen. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank hat also nur indirekt Einfluss auf die Zinsen für Baufinanzierungen. Nutzen Sie eher die Entwicklung der Pfandbriefe als Orientierungsgröße bei der Zinsentwicklung.

Schon gewusst?

Die Höhe der Darlehenszinsen bestimmt nicht allein die Gesamtkosten einer Finanzierung. Neben den persönlichen Faktoren des Darlehensnehmers wie Einkommenshöhe oder Kreditwürdigkeit wirken sich auch die individuellen Vertragsbedingungen auf den Zinssatz aus. Das kann zum Beispiel eine Vereinbarung über einen kostenlosen Wechsel des Tilgungssatzes während der Zinsbindungsfrist sein oder die Option einer Sondertilgung. Diese Möglichkeiten bietet Ihnen einen gewissen Rahmen an Flexibilität: die Anpassung der monatlichen Ratenzahlung auf die jeweilige Lebenssituation und eine schnelle Rückzahlung des Baudarlehens. Sprechen Sie Ihren Bankberater auf diese Optionen an.

Vergleich.de Tipp

In Zeiten niedriger Bauzinsen ist ein Forward Darlehen eine gute Möglichkeit, sich die günstigen Konditionen für die Anschlussfinanzierung im Voraus zu sichern. Sie können sich so einen Zinssatz bis zu fünf Jahre vor Ende der Zinsbindungsfrist reservieren.

Kosten für die Baufi berechnen

Wie viel Haus kann ich mir wirklich leisten? Ist das aktuelle Zinsniveau günstig? Mit unseren Baufinanzierungsrechnern ermitteln Sie schnell und einfach alle anfallenden Kosten für Ihre Immobilie.

Baufinanzierungsrechner
Wie soll ich weiterfinanzieren?

Die Zinsbindungsfrist Ihrer Baufinanzierung läuft bald aus? Oder Sie möchten sich den aktuellen Zinssatz für später sichern? Dann lesen Sie bei uns alles über Prolongation, Umschuldung oder Forward Darlehen!

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