Können wir helfen?
Kostenlos, Mo. bis Fr. von 8 bis 18 Uhr
Kredit

Mit Autoleasing zum Traumauto: optimale Finanzierung oder Kostenfalle?

Möglichst schnell zum Neuwagen, ohne lange dafür sparen zu müssen: Mit Autoleasing scheint der Traum machbar. Hersteller locken vermehrt mit vermeintlich günstigen Leasingangeboten. Wir zeigen, ob sich diese Form der Autofinanzierung wirklich lohnt. 

Mit Autoleasing zum Traumauto?

Wie Sie ein Auto leasen

Ein Neuwagen mit sämtlichen Extras gegen einen geringen monatlichen Obolus – für viele Autofahrer klingt das verführerisch. Autoleasing macht es möglich. Beim Leasing – zu Deutsch: Vermietung – sind Sie nicht Besitzer, sondern bezahlen lediglich dafür, dass Sie das Fahrzeug nutzen können. Deshalb sind die monatlichen Kosten, die so genannten Leasingraten, in der Regel geringer als Kreditraten. Allerdings ist es häufig nicht ganz so einfach, wie es klingt. Das günstige Traumauto kann sich zu einer Kostenfalle entwickeln.

Diese Faktoren beeinflussen die Leasingrate

Wenn Sie ein Auto leasen, zahlen Sie über die Dauer des Leasingvertrages eine monatliche feste Rate. Einen Leasingvertrag erhalten Sie ab einer Laufzeit von einem Jahr, die gängigste Variante hat eine Dauer von drei Jahren. Während dieser Zeit besteht keine Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen. Das heißt, dass Sie, wenn Sie die monatlichen Raten, beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit, nicht mehr tragen können, nicht aus dem Vertrag herauskommen.

Von Vorteil ist, dass die Höhe der Leasingrate durch eine Sonderzahlung zu Beginn des Vertrags – bis zu 20 % des Kaufpreises – reduziert werden kann. Aber: Es lauern versteckte Zusatzkosten in den verschiedenen Vertragsvarianten und -zusätzen, die Leasing am Ende zu einem teuren Vergnügen machen. Dabei handelt es sich um folgende Klauseln:

Wie das Kilometerleasing am Ende zur Falle werden kann

Eine gängige Variante des Leasingvertrags ist die mit Kilometerklausel, auch Kilometerleasing genannt. Hier vereinbaren Sie bei Vertragsabschluss eine maximale Anzahl an Kilometern, die Sie während der Laufzeit zurücklegen dürfen. Verfahren Sie weniger, werden diese finanziell vom Leasinggeber  ausgeglichen. Viele Leasinggesellschaften gewähren aus Kulanz eine gewisse Anzahl an kostenfreien Mehrkilometern, häufig zwischen 2.500 und 3.000 km. Überschreiten Sie diese jedoch, fällt ein Mehrkilometersatz an, Sie müssen also draufzahlen. Das sind bei einem Mittelklassewagen zwischen 10 und 15 Cent pro gefahrenen Kilometer.

Mit der Restwertklausel kommt häufig das dicke Ende zum Schluss

Beim Restwertleasing wird im Vertrag festgelegt, wie viel das Fahrzeug zum Laufzeitende wert sein sollte. Dabei wird festgestellt, ob die Kratzer im Lack und Flecken auf den Bezügen noch zur normalen Abnutzungserscheinung gehören oder ob ein übermäßiger Gebrauch vorliegt. Häufig kommt es dabei zum Streit zwischen Händler und Kunden. In diesem Fall muss ein unabhängiger Gutachter entscheiden, wie viel das Auto noch wert ist.

Wenn der Wagen aufgrund vieler Gebrauchspuren einen geringeren Erlös als geplant bringt, müssen Sie den Verlust ausgleichen. Sie tragen also das so genannte  Restwertrisiko. Dies ist der häufigste Streitfall bei dieser Variante des Autoleasings. In der Praxis ist es schon vorgekommen, dass Händler den Restwert des Fahrzeugs so hoch angesetzt haben, dass er bei der Rückgabe niedriger ausfallen musste, sodass der Kunde eine Nachzahlung zu leisten hatte.

Versteckte Kosten durch Inspektionen, Reparaturen und Versicherung

Sie sind während der Laufzeit für die Pflege und Wartung des Leasingfahrzeugs zuständig. Das heißt, dass Sie vertraglich dazu verpflichtet sind, Inspektionstermine in der Markenwerkstatt einzuhalten. Die Kosten liegen bei Ihnen. Auch nötige Reparaturen müssen Sie selbst bezahlen, sind aber auch hier dazu verpflichtet, die Markenwerkstatt aufzusuchen, die in der Regel teuer ist als eine freie Werkstatt. Obwohl viele Leasingfirmen das so genannte Full-Service-Leasing anbieten, bei dem diese Kosten inklusive sind, schrecken viele Kunden von dieser Leistung ab. Denn dadurch erhöht sich die monatliche Rate. Damit sparen sie aber am falschen Ende, denn häufig ist es günstiger, die Full-Service-Leistung zu bezahlen als jeden einzelnen Werkstattbesuch.

Außerdem wird beim Leasing häufig vereinbart, dass das Auto mit einer Vollkaskoversicherung versichert werden muss. Sie zahlen daher höhere Beiträge als bei einer Teilkaskoversicherung.

Autoleasing: Niedrige Raten, aber hohe Gesamtkosten

Niedrige Leasingraten, aber hohe Gesamtkosten

Wer ein Auto least, schätzt daran in der Regel die Möglichkeit, regelmäßig das Auto wechseln und so immer wieder die neuesten Modelle fahren zu können. Doch dieser Luxus ist nicht billig. Denn als Faustformel gilt: Autoleasing kostet etwa 130 % vom Kaufpreis des Fahrzeugs, übersteigt also die Anschaffungskosten um ca. 30 %.

Das folgende Beispiel verdeutlicht, wie viel Sie als Privatperson beim Autoleasing in die Miete des Fahrzeugs stecken, ohne es auch nur ansatzweise zu besitzen. Nach drei Jahren hat Sie in unserem Beispiel die reine Nutzung des Fahrzeugs bereits die Hälfte des Gesamtwerts gekostet. Versicherungsgebühren und Haltungskosten sind hier noch nicht berücksichtigt.

Leasingauto 
Audi A4, Neupreis30.650 €
Laufzeit Leasingvertrag3 Jahre
im Vertrag festgehaltene jährliche Fahrleistung10.000 km
einmalige Sonderzahlung (20 % des Fahrzeugwerts)6.130 €
monatliche Rate253 €
Gesamtbetrag nach 3 Jahren15.238 €

(Quelle: Audi Leasing-Rechner, Februar 2016)

Um es an dieser Stelle noch einmal zu verdeutlichen: Sie haben mit 15.238 € lediglich dafür gezahlt, dass Sie das Fahrzeug nutzen durften, es handelt sich dabei nicht um eine Anzahlung für das Fahrzeug.

Was passiert zum Ende der Autoleasing-Laufzeit?

Wenn der Leasingvertrag ausläuft, haben Sie mehrere Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Sie verlängern Ihren Leasingvertrag

Möchten Sie das Auto weiterhin leasen, können Sie einen Vertrag über ein Anschlussleasing abschließen. Die neue Leasingrate orientiert sich dann am Restwert des Fahrzeugs und ist deshalb niedriger.

Möglichkeit 2: Sie kaufen den Wagen

Wenn Sie das Auto nach der Laufzeit kaufen möchten, sollten Sie das schon bei Vertragsabschluss mit der Leasingfirma vereinbart haben. Dabei kommt häufig die so genannte Ballonfinanzierung oder Schlussratenfinanzierung zum Einsatz.

Bei dieser Finanzierungsvariante zahlen Sie während der Laufzeit das Fahrzeug nur zu einem geringen Teil ab und begleichen die restliche Summe am Vertragsende über eine hohe Schlussrate. Berücksichtigen Sie bei dieser Variante, dass Sie während der Laufzeit zum einen die Leasingrate bezahlen und eventuell gleichzeitig die Schlussrate ansparen müssen.

Diese Variante kann empfehlenswert sein, wenn Ihnen zum Ende der Laufzeit eine größere Geldsumme zur Verfügung steht, beispielsweise eine Teilauszahlung einer Kapitallebensversicherung.

Möglichkeit 3: Sie geben das Leasingfahrzeug zurück

Wenn Sie das Fahrzeug zurückgeben, ist es vom Zustand des Fahrzeugs und der gefahrenen Kilometern abhängig, ob Sie Geld zurück erhalten oder ob Sie eine Nachzahlung leisten müssen. 

Für Selbstständige kann sich Autoleasing lohnen

Für Selbstständige und Unternehmer kann das Autoleasing vorteilhaft sein. Zum einen ist es für diese Personengruppe häufig schwer, einen Kredit zu erhalten. Das liegt daran, dass den Banken bei Personen ohne regelmäßiges Einkommen die Sicherheit fehlt. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum sich in einigen Fällen ein Leasingvertrag für Selbstständige empfiehlt. Die monatlichen Raten können Sie in Ihrer Steuererklärung als Betriebsausgaben geltend machen, das heißt, Sie reduzieren mit den Leasingkosten Ihr zu versteuerndes Einkommen. Wir empfehlen jedoch, vorher genaue Kalkulationen mit einem Steuerberater durchzuführen.

Vor- und Nachteile des Autoleasings auf einen Blick

Vorteile des Autoleasings:

  • Sie müssen nicht auf einmal eine große Summe aufbringen
  • geringere monatliche Rate als bei einem Ratenkredit
  • nach Ende der Laufzeit können Sie einen anderen Neuwagen aussuchen
  • Selbstständige und Unternehmer können die Kosten von der Steuer absetzen

Nachteile des Autoleasings:

  • Leasing ist in der Regel teurer als ein Autokredit
  • gegebenenfalls Mehrkosten aufgrund von übermäßigen Gebrauchsspuren bei der Fahrzeugrückgabe (das Restwertrisiko) oder zu viel verfahrenen Kilometern
  • Leasingraten gelten lediglich für die Miete des Fahrzeugs, nicht als Anzahlung
  • Mehrkosten durch die Verpflichtung zur Vollkaskoversicherung
  • Mehrkosten durch die Bindung an die Vertragswerkstatt
  • Verpflichtung zu penibler Pflege und Einhaltung von Inspektionsterminen
  • keine freie Verfügungsgewalt über das Fahrzeug, da Sie nicht der offizielle Eigentümer sind
  • keine Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung des Leasingvertrages vor Laufzeitende
Vergleich.de Tipp

Bei einem Totalschaden müssen Sie trotz Vollkaskoversicherung häufig noch für die Differenz zwischen dem Wiederbeschaffungswert, den die Versicherung bezahlt, und dem im Leasingvertrag festgelegten Restwert des Fahrzeugs aufkommen. Davor schützt eine so genannte GAP-Deckung, die Bestandteil des Leasingvertrags sein kann. Achten Sie bei Vertragsabschluss auf diese Zusatzversicherung.

Ganz einfach zum Wunschkredit

Unser unabhängiger Ratenkredit Vergleich hilft Ihnen, lang gehegte Träume zu verwirklichen. Hier finden Sie den passenden Anbieter und die besten Zinsen – jetzt schnell und unverbindlich vergleichen.

Ratenkredit Vergleich
Kennen Sie Ihre Kreditwürdigkeit?

Fehlerhafte SCHUFA-Einträge können Ihre Bonität verschlechtern und schlimmstenfalls zur Kreditablehnung führen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Bewertung einsehen und Ihre Kreditwürdigkeit verbessern können.

Bonität
So sparen Sie durch Umschuldung

Einen laufenden Kredit mit hohen Zinsen können Sie einfach gegen einen günstigeren austauschen! Wie das funktioniert, wann sich das lohnt und was dabei zu beachten ist, lesen Sie bei uns.

Umschulden
 

Vergleich.de verwendet Cookies, um Ihr Nutzungserlebnis zu verbessern. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.