KfW 300: So fördert der Staat Wohn­eigentum für Familien

Das eigent­liche Bau­kinder­geld als staat­liche För­de­rung konn­te bis Ende 2022 bean­tragt wer­den. Mit seinem Nachfolger können Familien zins­verbillig­te Kre­dite bei der KfW erhal­ten. Alle Infos zur neuen staat­lichen För­de­rung KfW 300 beim Haus­kauf mit Kin­dern!

Katharina Fuhrin
Zuständige Redakteurin für die Bereiche Immobilien und Versicherung
Stand: 19.02.2024

Programm „Wohneigentum für Familien“ (WEF) ist das neue Baukindergeld

Familien, die ein Haus bauen oder ein neues Haus kau­fen möch­ten, kön­nen seit 1. Juni 2023 wie­der eine KfW-Förde­rung bekom­men. An­ders als beim al­ten Baukinder­geld bie­tet das Nach­fol­ger-Pro­gramm KfW 300 aller­dings kei­nen direk­ten Zu­schuss mehr. Statt­des­sen erhal­ten Fami­lien unter dem Namen „Wohn­eigen­tum für Fami­lien“ einen zins­günsti­gen Kre­dit als Bau­stein für ihre Bau­finan­zie­rung. Derzeit liegen die Zinsen zwischen 0,01 und 0,83 %.

Der Staat möch­te mit dieser neuen Eigen­heim­zu­lage vor allem Fami­lien mit niedri­gem und mittle­rem Ein­kom­men auf dem Weg ins Eigen­heim unter­stüt­zen. Neu ist, dass der Fokus gleich­zeitig auch auf Klima­schutz-Vor­gaben liegt. Während beim alten Bau­kinder­geld der Kauf jeder Immo­bilie geför­dert wur­de, gibt es das Kinder­bau­geld 2024 nur noch für klima­freund­liche Neu­bau­ten, die min­des­tens dem Effizienz­haus-Stan­dard 40 ent­spre­chen.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für Familien 2024?

Beim neuen Pro­gramm „Wohn­eigen­tum für Fami­lien“ han­delt es sich um einen Förder­kre­dit mit einer Zinsbindung über 10 Jahre. Als Antrag­stel­ler bekom­men Sie je nach Voraus­set­zun­gen ein bestimm­tes Kredit­volu­men, dessen Zins­satz deut­lich unter den übli­chen Markt­zin­sen liegen soll. Damit las­sen sich Zins­kos­ten ein­spa­ren, die in ihrer Höhe dem al­ten Baugeld für Familien ent­spre­chen kön­nen. Beim alten Bau­kinder­geld gab es Zu­schüs­se von 12.000 € pro Kind.

Sie können zwischen zwei Formen der Finanzierung wählen: Annuitätendarlehen und endfälliges Darlehen. 

Konditionen KfW 300: Annuitätendarlehen

Laufzeit Zinsbindung tilgungsfreie Anlaufzeit Sollzinsbindung p.a. Effektiver Jahreszins
4 –10 Jahre 10 Jahre 1–2 Jahre 0,01 % 0,01 %
11–25 Jahre 10 Jahre 1–3 Jahre 0,47 %  0,47 %
26–35 Jahre 10 Jahre 1–5 Jahre 0,70 % 0,70%

Konditionen KfW 300: endfälliges Darlehen

Laufzeit & Zinsbindung Sollzinsbindung p.a. effektiver Jahreszins
4–10 Jahre 0,83 % 0,83 %

Quelle: KfW.de, Stand: 19.02.2024

An Anschlussfinanzierung des Förderkredits denken

Förder­ange­bote der KfW gel­ten nur für die erste Zins­bin­dung, maxi­mal für 10 Jahre. Ab 1. März 2024 soll im Programm "Wohneigentum für Familien" die maximale Zinsbindungsfrist auf 20 Jahre erhöht werden. Wählen Sie die Lauf­zeit Ihres Kre­dits län­ger als diesen Zeitraum, weil Sie ihn nicht inner­halb dieser Zeit komplett zu­rück­zah­len können, macht Ihnen die KfW kurz vor Ende der Zins­bin­dung ein Ange­bot für eine An­schluss­finan­zierung. Aller­dings wird der neue Zins­satz markt­üblich sein, weil es keine Ver­billi­gung aus Mitteln des Bun­des mehr gibt. Sie kön­nen dann alter­na­tiv auch zu einer ande­ren Bank um­schul­den.

Tipp: Förderkredit als Eigenkapital angeben

Die Kredit­sum­me, die Sie von der KfW als Wohn­eigen­tums­förde­rung be­kom­men, kön­nen Sie als Eigen­kapi­tal für den übri­gen Bau­kre­dit ange­ben. Da­durch bekom­men Sie besse­re Kondi­tio­nen von der kredit­geben­den Bank und spa­ren Zins­kos­ten!

Top-Bauzins Anbieter finden
Bauzinsen vergleichen

Welche Kreditsumme bekomme ich höchstens im KfW-Programm 300?

Die maximal geförderte Kredit­summe liegt zwi­schen 170.000–270.000 €. Sie rich­tet sich nach der An­zahl der Kin­der und ob der Neu­bau zusätz­lich eine Nach­haltig­keits­zerti­fizie­rung (Qualitäts­siegel Nachhal­tiges Gebäu­de" (QNG) vor­weist.

Übersicht Kredithöchstbeträge im KfW-Programm „Wohneigentum für Familien“

 

Förderstufe „Klima­freund­liches Wohn­ge­bäu­de“ (Effizienz­haus­stand­ard 40)

Förder­stufe „Klima­freund­liches Wohn­gebäu­de mit QNG“

1 oder 2 Kinder

max. 170.000 €

max. 220.000 €

3 oder 4 Kinder

max. 200.000 €

max. 250.000 €

ab 5 Kindern

max. 220.000 €

max. 270.000 €

Da viele Wohnun­gen und so gut wie je­des Haus als Neu­bau deut­lich teu­rer als diese Sum­men sind, ist die Eigen­heim­zula­ge 2023 als ein Teil Ihrer Bau­finan­zie­rung ge­dacht. Sie kön­nen das KfW-Pro­gramm 300 (WEF) in einen Bau­kre­dit inte­grie­ren oder unter Um­stän­den mit anderen KfW-För­de­run­gen kombi­nie­ren.

Voraussetzungen: Wer bekommt das Baukindergeld 2024?

Grund­sätz­lich sind Fami­lien mit mindes­tens einem Kind unter 18 Jah­ren förder­berech­tigt, die ein klima­freund­liches Haus bauen oder einen Neu­bau kau­fen möch­ten und bestimm­te Ein­kommens­gren­zen nicht über­schrei­ten. Für die neue staat­liche Förde­rung beim Haus­kauf mit Kin­dern gibt es zu­dem einige Voraus­set­zun­gen zu beach­ten, die deut­lich über jene beim alten Bau­kinder­geld hinaus­ge­hen.

Was ist zu versteuerndes Einkommen?

Das zu versteu­ernde Einkommen meint das Brutto­ein­kommen abzüg­lich Werbungs­kosten, sonstigen Aufwen­dun­gen und Frei­be­trägen. Es ist daher deutlich niedriger als Ihr Brutto­ein­kommen! Sie finden den Wert in Ihrem (Einkommen-)Steuer­be­scheid.

Wohneigentum für Familien: Voraussetzungen für Antragsteller

Sie können einen Antrag auf Bau­kinder­geld 2024 stel­len, wenn

  • mindes­tens ein Kind unter 18 Jahren (Zeit­punkt der Antrag­stel­lung) in Ihrem Haus­halt lebt
  • Ihr zu versteuern­des Jahres­ein­kom­men nicht über 90.000 € liegt (für jedes weitere im Haus­halt leben­de minder­jähri­ge Kind er­höht sich die Gren­ze um 10.000 €)
  • Sie neu bauen oder einen Neu­bau inner­halb von 12 Mona­ten nach Fertig­stel­lung erst­malig kau­fen
  • Sie den geför­der­ten Neubau als Eigen­tü­mer selbst bewoh­nen wer­den (min. zu 50 %)
  • Sie bei Antrags­stel­lung noch keine Immo­bilie besit­zen
  • Sie nicht das alte Bau­kinder­geld in An­spruch genom­men ha­ben

Anforderungen an die Immobilie im KfW-Programm 300

An die Immobilien, für die eine Förde­rung in Fra­ge kommt, gel­ten ähnli­che An­sprü­che wie beim eben­falls neu­en Förder­pro­gramm „Klima­freund­licher Neu­bau“ (KfW 297/298):

  • Für die Förder­stu­fe „Klima­freund­liches Wohn­gebäu­de“ muss die Immo­bilie den KfW-Effizienz­haus-Stand­ard 40 errei­chen sowie bestimm­te Grenz­wer­te in Bezug auf Treib­haus­gas­emissio­nen wäh­rend des Gebäude­lebens­zyk­lus ein­hal­ten.
  • Für die Förder­stu­fe „Klima­freund­liches Wohn­ge­bäude – mit QNG“ müs­sen darü­ber hinaus auch alle An­forde­run­gen an das „Qualitäts­siegel Nach­hal­tiges Ge­bäu­de“ erfüllt sein und ein Nach­haltig­keits­zerti­fi­kat einer akkre­di­tier­ten Zer­ti­fi­zierungs­stel­le vor­lie­gen.

Wo beantrage ich die KfW-Förderung für Familien?

Anträge auf Förder­kredite kön­nen Sie nicht selbst bei der KfW stel­len, sondern las­sen die An­frage über eine Bank weiter­lei­ten. In der Regel han­delt es sich dabei um die Bank, die auch den Rest Ihrer Bau­finan­zie­rung über­nimmt.

Am besten küm­mern Sie sich bereits dann um das Thema Haus­finan­zie­rung, wenn bei Ihnen der Wunsch nach einem Eigen­heim auf­kommt. So kön­nen Sie in Ruhe nach einem passen­den Finan­zierungs­part­ner su­chen, früh­zei­tig alle erforder­lichen Unter­la­gen für das Kinder­bau­geld zusammen­stel­len und alle Fragen in einem Finan­zierungs­ge­spräch klä­ren.

Wann muss ich das Baukindergeld 2024 beantragen?

Anders als beim alten Bau­kinder­geld müs­sen Sie die neue Wohn­eigen­tums­förde­rung zu Beginn Ihres Vor­ha­bens bean­tra­gen: beim Neu­bau also vor Ab­schluss eines Liefe­rungs- oder Leis­tungs­ver­trages und beim Kauf vor Ab­schluss des Kauf­ver­trags. Wenn Sie sich bera­ten las­sen haben und dieses Ge­spräch dokumen­tiert ist, ist der spätes­te Ter­min der Beginn der Bau­ar­bei­ten.

Welche Nachweise brauche ich?

Wichtig ist, dass Sie Ihr Vor­ha­ben von einem Exper­ten für Energie­effi­zienz be­glei­ten las­sen. Für die zwei­te Förder­stu­fe muss er oder sie zu­dem eine QNG-Zerti­fi­zie­rung aus­stel­len kön­nen. Zu­dem müs­sen Sie fol­gen­de Doku­men­te für das Bau­kinder­geld 2024 vor­le­gen (einige zu Be­ginn, einige zu Ab­schluss des Pro­jekts):

  • Ein­kommens­steuer­be­schei­de für das vor- und vor­vor­let­zte Jahr
  • Geburts­ur­kun­den aller minder­jähri­gen Kin­der, die im Haus­halt leben
  • Melde­bestäti­gung
  • Grund­buch­aus­zug (da­raus muss hervor­ge­hen, dass Sie und Ihre Fami­lie zu mindes­tens 50 % Eigen­tü­mer der Wohn­ein­heit sind)

Welche Alternativen gibt es zum Baukindergeld?

Sollten Sie mit Ihrem Jahreseinkommen über den vorge­schrie­be­nen Grenzen liegen, gibt es alterna­tive KfW-Förde­rungen. Je nach Vor­haben könnten für Sie in Frage kommen:

Was war das Baukindergeld (KfW 424) ursprünglich?

Die Große Koali­tion hatte im Rah­men einer Wohn­raum­offen­sive 2018 ein Bau­kinder­geld ein­ge­führt. Damit sollte es Fami­lien er­leich­tert wer­den, ein eige­nes Haus bau­en oder kau­fen zu kön­nen.

Die Voraus­set­zun­gen für das Bau­kinder­geld wur­den so ge­stal­tet, dass beson­ders Fami­lien mit einem mitt­le­ren Ein­kom­men einen An­spruch auf diese staat­liche För­de­rung zum Haus­bau und Haus­kauf hat­ten. Das zu ver­steuern­de Jahres­ein­kom­men durf­te nicht mehr als 75.000 € betra­gen. Zusätz­lich zu diesem Grenz­wert kam noch ein Frei­be­trag von 15.000 € für jedes Kind. Bei einer vier­köpfi­gen Fami­lie mit zwei Kin­dern er­höhte sich damit die Summe des zu ver­steuern­den Jahres­ein­kom­mens auf 105.000 €.

Wie hoch war das Baukindergeld?

Es gab Bau­kinder­geld in Höhe von 1.200 € für jedes Kind pro Jahr. Und das über einen Zeit­raum von bis zu 10 Jahren. Bei einer vier­köpfi­gen Fami­lie konnte damit ein Be­trag von 24.000 € zusam­men­kom­men.

Zusätz­lich zum Bau­kinder­geld des Bun­des bot Bayern eine weitere Förde­rung, das Bayerische Bau­kinder­geld Plus. Neben den 1.200 € vom Bund er­höh­te Bay­ern mit 300 € pro Kind und Jahr die Förde­rung zusätz­lich. In 10 Jahren wa­ren dann statt den 12.000 € insge­samt 15.000 € an Förde­rung mög­lich.

Baukindergeld ersetzte die alte Eigenheimzulage

Die Idee des Bau­kinder­gel­des ist nicht neu. Zwi­schen 1996 und 2005 gab es eine Eigen­heim­zu­lage mit einer Kinder­zu­lage, die eben­falls den Bau und Kauf von Wohn­eigen­tum för­dern soll­te. Die Eigen­heim­zu­lage wurde bis zu 8 Jahre lang ge­währt und be­trug zu­letzt 800 € pro Kind. Zusätz­lich gab es einen Zu­schuss je nach Höhe der An­schaffungs­kos­ten. Berech­tigt wa­ren Fami­lien mit einem Jahres­ein­kom­men bis 200.000 € (bei zwei Kindern).

Seit 2006 wird die Eigen­heim­zu­lage nicht mehr ge­währt, weil das Förder­ziel er­reicht wur­de. Nach Anga­ben der dama­ligen Bundes­regie­rung war die Wohnungs­situa­tion zu die­sem Zeit­punkt ent­spannt. Außer­dem belas­te­te die staat­liche Bau­förde­rung den Bundes­haus­halt, die frei­wer­den­den Gel­der soll­ten für ande­re Be­reiche wie Bil­dung und For­schung inves­tiert wer­den.

Entwicklung der Bauzinsen

Werden die Darlehenszinsen der Baufinanzierung steigen oder fallen? Unser Zinschart sowie die Experten-Prognosen helfen Ihnen dabei, die Zinsentwicklung besser einzuschätzen. 

Zinsentwicklung
Finanzspritze vom Staat

Der Staat fördert den Kauf, Bau und die Modernisierung von Wohneigentum. Dabei handelt es sich um günstige KfW-Darlehen bis 120.000 € sowie Tilgungszuschüsse. Wie Sie da rankommen, erfahren Sie bei uns.

KfW-Förderung
Kosten für die Baufi berechnen

Wie viel Haus kann ich mir wirklich leisten? Ist das aktuelle Zinsniveau günstig? Mit unseren Baufinanzierungsrechnern ermitteln Sie schnell und einfach alle anfallenden Kosten für Ihre Immobilie.

Finanzierungsrechner