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Immobilienfinanzierung

Baukindergeld 2018: So viel Eigenheimzulage bekommen Familien!

Die Bundesregierung plant ein Baukindergeld als staatliche Förderung beim Hausbau und Hauskauf. Familien mit Wohneigentum sollen 1.200 € pro Kind und Jahr für einen Zeitraum von 10 Jahren erhalten. Wir verraten, wie hoch das Baukindergeld sein wird und wer die neue Eigenheimzulage bekommt.

+++ Newsticker: Bundestag beschließt Haushalt für 2018 mit Baukindergeld+++

6. Juli 2018: +++ für 2018 sind 263 Millionen € für das Baukindergeld veranschlagt +++ für die nächsten Haushaltsjahre sind weitere 3 Milliarden € als Verpflichtungsermächtigung für das Baukindergeld eingeplant +++ damit sind die Voraussetzungen für Start des Baukindergelds geschaffen +++

Das steht im Gesetz:
  • Das Baukindergeld wird rückwirkend zum 1. Januar 2018 gezahlt.
  • Die Förderung beträgt 12.000 € pro Kind, über einen Zeitraum von 10 Jahren.
  • Das Baukindergeld bekommen Familien mit mittleren Einkommen, die das erste Mal bauen oder ein Haus kaufen.
  • Die Einkommensgrenze liegt bei 75.000 € des zu versteuernden Jahreseinkommens plus 15.000 € Freibetrag pro Kind.
  • Maßgebend ist das Familieneinkommen der letzten beiden Kalenderjahre vor dem Hauskauf oder -bau.
  • Eventuell wird das Baukindergeld über die KfW-Förderung abgewickelt.
Das bedeutet für Sie:
  • Sie können Baukindergeld erhalten, auch wenn Sie schon in diesem Jahr ein Haus gekauft oder mit dem Bau begonnen haben. Möglicherweise ist als Nachweis dafür das Datum der Baugenehmigung oder des Kaufvertrages ausschlaggebend. 
  • Voraussichtlich können ab August die Anträge auf Baukindergeld gestellt werden.
  • Falls Sie in diesem Jahr einen Antrag auf Baukindergeld stellen wollen, können Sie schon jetzt Ihre Steuerbescheide der vergangenen beiden Jahre zurechtlegen. Anhand dieser wird entschieden, ob Sie die Einkommensgrenze erreichen oder nicht.

Für die Umsetzung des Baukindergelds werden im Bausektor Abschreibungen für den Wohnungsbau gefördert sowie mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt. Der Städtebau wird stabilisiert und auf dem Niveau von 2018 gehalten, so Unionsfraktionschef Volker Kauder im ARD-Morgenmagazin.

Was ist Baukindergeld?

Die Große Koalition plant im Rahmen einer Wohnraumoffensive ein Baukindergeld einzuführen. Im Koalitionsvertrag steht: „Wir unterstützen Familien beim Erwerb von Wohneigentum: Baukindergeld in Höhe von 1.200 € je Kind pro Jahr.“ Diese Kauf- und Bauförderung gilt „für den Ersterwerb von Neubau oder Bestand“, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Damit will es die neue Bundesregierung Familien erleichtern, ein eigenes Haus bauen oder kaufen zu können. Der Zuschuss vom Staat soll eine Baufinanzierung leichter möglich machen.

Wer bekommt Baukindergeld?

Das zu versteuernde Familieneinkommen darf nicht mehr als 75.000 € betragen. Wer über diesen Grenzwert liegt, erhält kein Baukindergeld. Zusätzlich zu diesem Grenzwert kommt noch ein Freibetrag von 15.000 € für jedes Kind. Bei einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern erhöht sich damit die Summe des zu versteuernden Jahreseinkommens, bis zu der ein Anspruch auf das neue Kinderbaugeld besteht, auf 105.000 €.

Die Voraussetzungen für das Baukindergeld wurden so gestaltet, dass besonders Familien mit einem mittleren Einkommen einen Anspruch auf diese staatliche Förderung zum Hausbau und Hauskauf haben.

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In welcher Höhe gibt es Baukindergeld?

Nach den Planungen der Großen Koalition (GroKo) gibt es Baukindergeld in Höhe von 1.200 € für jedes Kind pro Jahr. Und das über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren. Bei einer vierköpfigen Familie kann damit ein Betrag von 24.000 € zusammenkommen, wie folgende Beispiele zeigen.

So hoch ist das Baugeld pro Kind

Anzahl Kinder:Pro JahrIn 10 Jahren
Förderung bei einem Kind1.200 €12.000 €
Förderung bei zwei Kindern2.400 €24.000 €
Förderung bei drei Kindern3.600 €36.000 €

Was spricht gegen die staatliche Förderung beim Hauskauf?

Die geplante staatliche Familienförderung zur Schaffung von Wohneigentum in Form von Baukindergeld bringt auch einige Risiken mit sich. Dazu gehören steigende Immobilienpreise und die mögliche Verschuldung von einkommensschwachen Familien. Hier folgen die Kritikpunkte im Einzelnen:

  • Wenn das Baukindergeld ein Erfolg und von vielen Familien genutzt wird, entsteht eine steigende Nachfrage nach Baugrundstücken, fertigen Häusern und Eigentumswohnungen. Dieser Effekt könnte zu weiter steigenden Immobilienpreisen führen, was zur Folge hätte, dass es für viele noch schwieriger werden könnte, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen.
  • Besonders einkommensschwache Familien könnten nach dem Wegfall des Baukindergeldes nach der 10-jährigen Laufzeit Probleme mit der weiteren Kreditrückzahlung bekommen. Auf der einen Seite sind 200 € (bei zwei Kindern) weniger monatliche Einnahmen vorhanden, weil das Baukindergeld wegfällt. Wenn dann auf der anderen Seite gleichzeitig die Sollzinsbindung endet und die Anschlussfinanzierung nur mit höheren Zinsen möglich ist, kann es zu Zahlungsschwierigkeiten kommen.
  • Insgesamt sind für das Baukindergeld für einen Zeitraum von 4 Jahren knapp 2 Milliarden Euro im Bundeshaushalt vorgesehen. Da dieser Betrag aus Steuermitteln aufgebracht werden soll, kommt es zu einer Umverteilung der Steuergelder, die von allen gezahlt werden, hin zu Familien. Dieses Geld fehlt dann zum Beispiel im Bildungsbereich. 

Welche Fördermittel neben dem Baukindergeld gibt es vom Staat?

Günstige Darlehen für den Hauskauf- und bau werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. In den einzelnen Bundesländern bietet der Staat zudem eine Vielzahl von Förderprogrammen an, die preisgünstigen Wohnraum ermöglichen. Informieren Sie sich bei der Hausfinanzierung deshalb über KfW-Förderprogramme sowie die Wohnungsbauförderung der einzelnen Bundesländer.

Offene Fragen zur Familienförderung beim Hausbau

Bisher ist das Vorhaben, ein Baukindergeld einzuführen, noch nicht in einem Gesetzestext festgeschrieben. Wie und wann die Umsetzung genau über die Bühne geht, ist noch nicht vollständig klar. Daher können noch nicht alle Fragen abschließend beantwortet werden.

Ab wann kann ich Baukindergeld beantragen?

Voraussichtlich kann mit der Beantragung des Baukindergelds im August begonnen werden. Am 27. Juni 2018 hat die Große Koalition die Gesetzesvorlage für das Baukindergeld formuliert und alle wichtigen Eckdaten endgültig festgelegt. Wie lange das gesamte Gesetzgebungsverfahren dauert, ist jedoch ungewiss.

Wo kann ich die Förderung beantragen?

Welche Behörde für das Baukindergeld zuständig sein wird, ist noch nicht bekannt. Nach einem Vorschlag könnte das Verfahren über die KfW abgewickelt werden. Die Eigenheimzulage, die es bis Ende 2005 als staatliche Bauförderung gab, musste beim Finanzamt beantragt werden. Welche Zuständigkeiten es beim Baukindergeld geben wird, steht noch nicht endgültig fest.

Kann ich Baukindergeld rückwirkend beantragen?

Ja. Nach einem Beschluss der Regierungskoalition soll das Baukindergeld rückwirkend zum 1. Januar 2018 ausgezahlt werden. Das bedeutet, wenn Sie in 2018 oder auch später ein Haus bauen oder kaufen, dann können Sie einen entsprechenden Antrag stellen. 

Hab ich auch Anspruch auf die Förderung, wenn die Kinder bereits volljährig sind?

Ob ein Kind volljährig ist oder nicht, spielt beim Baukindergeld keine Rolle. Entscheidend wird voraussichtlich sein, ob ein genereller Kindergeldanspruch besteht. Das bedeutet, so lange wie die Familie für ein Kind Kindergeld bekommt, kann für dieses Kind zusätzlich Baukindergeld bezogen werden. Entfällt der Anspruch auf Kindergeld, etwa weil das Kind eine Ausbildung beendet hat, wird auch kein Baukindergeld mehr bezahlt. Allerdings muss auch hier die endgültige Festlegung im Gesetzestext abgewartet werden.

Bayerisches Baukindergeld Plus

Zusätzlich zum Baukindergeld des Bundes plant Bayern eine weitere Förderung, das Bayerische Baukindergeld Plus. Neben den 1.200 € vom Bund, möchte Bayern mit 300 € pro Kind und Jahr die Förderung zusätzlich erhöhen. In 10 Jahren wären dann statt den 12.000 € insgesamt 15.000 € an Förderung möglich.

Auch Alleinstehende und kinderlose sollen bei der Eigenheimfinanzierung unterstützt werden, mit der Bayerischen Eigenheimzulage. Diese soll einmalig in Höhe von 10.000 € ausgezahlt werden.

Eine Auszahlung des Bayerischen Baukindergeld Plus und der Bayerischen Eigenheimzulage könnte bereits ab September 2018 erfolgen. Näheres ist aber noch nicht bekannt.

Baukindergeld ersetzt die alte Eigenheimzulage

Die Idee des Baukindergeldes ist nicht neu. Zwischen 1996 und 2005 gab es eine Eigenheimzulage mit einer Kinderzulage, die ebenfalls den Bau und Kauf von Wohneigentum fördern sollte. Die Eigenheimzulage wurde bis zu 8 Jahre lang gewährt und betrug zuletzt 800 € pro Kind. Zusätzlich gab es einen Zuschuss je nach Höhe der Anschaffungskosten. Berechtigt waren Familien mit einem Jahreseinkommen bis 200.000 € (bei zwei Kindern).

Seit 2006 wird die Eigenheimzulage nicht mehr gewährt, weil das Förderziel erreicht wurde. Nach Angaben der damaligen Bundesregierung war die Wohnungssituation zu diesem Zeitpunkt entspannt. Außerdem belastete die staatliche Bauförderung den Bundeshaushalt, die freiwerdenden Gelder sollten für andere Bereiche wie Bildung und Forschung investiert werden.

Vergleich.de Tipp

Warten Sie nicht zu lange auf die gesetzliche Umsetzung des Baukindergeldes, denn Sie riskieren höhere Zinsen bei Ihrer Baufinanzierung. Es kann noch mehrere Monate dauern, bis das Baukindergeld kommt. Falls Sie zu lange warten, kann der EZB Leitzins gestiegen und die Phase der niedrigen Zinsen vorbei sein. Steigende Zinsen könnten den Gewinn aus dem Baukindergeld verringern oder sogar vernichten.

Entwicklung der Bauzinsen

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