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Versicherung

Schadenfreiheitsklasse: So berechnen, übertragen und erhalten Sie Ihre SF-Klasse

Die Schadenfreiheitsklasse entscheidet darüber, wie teuer die KFZ- und die Vollkaskoversicherung Ihres Autos sind. Wir erklären, wie Sie Ihre SF selbst berechnen, wie sie sich übertragen lässt und was bei der Auswahl der Versicherung eine Rolle spielt.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was sind Schadenfreiheitsklassen?

      Schadenfreiheitsklassen (abgekürzt SF-Klasse) geben Auskunft darüber, wie viele Jahre ein Versicherter bereits unfallfrei Auto gefahren ist. Ein unfallfreies Jahr wird immer dann erreicht, wenn der Versicherte keinen Schaden meldet und von der Versicherung regulieren lässt.

      Es existieren getrennte Schadenfreiheitsklassen für die Haftpflicht und Schadenfreiheitsklassen für die Vollkasko. Aus den jeweiligen Schadenfreiheitsklassen ergibt sich dann auch der Beitragssatz, den Autofahrer für ihre Versicherung bezahlen.

      Die Teilkasko unterliegt hingegen keiner Schadenfreiheitsklasse. Ihr Beitrag bleibt immer bei 100 %. Auch dann, wenn ein Versicherter einen Schaden geltend macht.

      Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?

      Grundsätzlich ist es so, dass jeder Versicherer das Recht hat, seine eigenen Schadenfreiheitsklassen zu entwickeln. Die niedrigste Schadenfreiheitsklasse haben Sie – je nach Anbieter - wenn Sie mindestens 31 bis 36 Jahre unfallfrei gefahren sind. Häufig sehen die unterschiedlichen Klassen aber so aus:

      Verschiedene Schadenfreiheitsklassen

       Schadensfreie JahreBeitragssatz
      Schadenfreiheitsklasse 31 - 35/3631 – 35/36ca. 20 %
      Schadenfreiheitsklasse 26 – 3026 – 30ca. 25 %
      Schadenfreiheitsklasse 16 – 2516 – 25ca. 35–30 %
      Schadenfreiheitsklasse 9 – 159 – 15ca. 45–40 %
      Schadenfreiheitsklasse 5 – 85 – 8ca. 55–50 %
      Schadenfreiheitsklasse 44ca. 60 %
      Schadenfreiheitsklasse 33ca. 70 %
      Schadenfreiheitsklasse 22ca. 85 %
      Schadenfreiheitsklasse 11ca. 100 %
      Schadenfreiheitsklasse 1/2Für Personen mit mehr als 3 Jahren Fahrerlaubnis, die das erste eigene Auto versichern ca. 100 - 140 %
      Schadenfreiheitsklasse SRückstufung von Versicherten mit Schadenfreiheitsklasse 1 ca. 150–175 %
      Schadenfreiheitsklasse 0Schadenfreiheitsklasse für Fahranfänger, deren Führerschein jünger als 3 Jahre ist ca. 200–260 %
      Schadenfreiheitsklasse M Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse für Fahranfänger mit SF ½ oder 0, nachdem Sie einen selbst verschuldeten Unfall verursacht haben (M steht für Malusklasse)ca. 240–280 %

      Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer Auswahl eines Versicherungsanbieters immer auf die konkreten Beiträge und nicht in erster Linie auf die Prozentsätze achten. Denn ein Anbieter, der in der SF 5 50 % ansetzt, kann trotzdem teurer sein als ein Anbieter, der 55 % ansetzt, dafür aber einen niedrigeren Beitrag zugrunde legt. In unserem KFZ-Versicherungsvergleich können Sie die Angebote unterschiedlicher Anbieter miteinander vergleichen.

      SF-Klassen für Haftpflicht und Vollkasko werden getrennt berechnet

      Da es getrennte Schadenfreiheitsklassen für die Haftpflicht und die Vollkasko gibt, kann es auch passieren, dass Sie hier unterschiedlich eingestuft werden. Ein Beispiel: Sie melden Ihrer Versicherung einen Haftpflichtschaden, aber keinen Vollkaskoschaden. Dann werden Sie in der Schadenfreiheitsklasse Haftpflicht zurückgestuft, während Ihre Schadenfreiheitsklasse Vollkasko bestehen bleibt.

      Wie berechne ich meine Schadenfreiheitsklasse?

      Viele Autofahrer fragen sich: Welche Schadenfreiheitsklasse habe ich? In welche Schadenfreiheitsklasse Sie aktuell eingestuft sind, erfahren Sie, wenn Sie sich Ihre letzte Beitragsrechnung anschauen. Dort ist Ihre Schadenfreiheitsklasse notiert.

      Sie können Ihre Schadenfreiheitsklasse aber auch selbst ermitteln, sofern Sie wissen, seit wie vielen Jahren Sie schon ein Auto versichert haben, ohne Ihrer Vollkasko- oder der Haftpflichtversicherung einen Schaden gemeldet zu haben. Von dieser Zahl ziehen Sie 1 Jahr ab – das dürfte ausreichen, um Ihre aktuelle Schadenfreiheitsklasse zu berechnen.

      Haben Sie in der Vergangenheit einen Schaden bei Ihrer Kfz-Haftpflicht- oder Vollkaskoversicherung gemeldet, erkundigen Sie sich zur Sicherheit direkt bei Ihrer Versicherung nach Ihrer aktuellen Schadenfreiheitsklasse.

      Welche Schadenfreiheitsklasse habe ich als Fahranfänger?

      Fahranfänger müssen zwei Szenarien unterscheiden:

      • Ihr Führerschein ist jünger als 3 Jahre: In diesem Fall wird es leider teuer und Sie werden als Fahranfänger in die SF Klasse 0 eingestuft und zahlen je nach Versicherung ca. 200 bis 260 % des Versicherungsbeitrags.
      • Ihr Führerschein ist bereits älter als 3 Jahre: In diesem Fall wird es schon deutlich günstiger: Sie werden in die SF Klasse ½ eingestuft und zahlen je nach Versicherung zwischen 100 und 140 %.

      Wann kommt die nächste Schadenfreiheitsklasse?

      Mit jedem Jahr, das Sie unfallfrei fahren, werden Sie eine Schadenfreiheitsklasse höher eingestuft. Die beste Schadenfreiheitsklasse ist erreicht, wenn Sie – je nach Versicherung – zwischen mindestens 31 und 36 Jahren unfallfrei Auto fahren.

      Wann kommt es zu einer Rückstufung bei der SF Klasse?

      Wenn Sie einen Unfall haben, kommt es im Folgejahr in der Regel zur Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse. Vorausgesetzt Sie melden Ihrer Versicherung den Schaden und diese kommt dafür auf. Eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse bedeutet: Der Beitrag, den Sie bezahlen müssen, steigt. Je nach Anbieter variiert durchaus auch die Anzahl der SF-Klassen, um die Sie zurückgestuft werden. In Ihren Versicherungsunterlagen sollten Sie eine sogenannte Rückstufungstabelle finden, in der Sie nachschauen können, wie Ihr Anbieter Sie im Falle eines Schadens zurückstuft.

      Wenn Sie zwei Schäden innerhalb eines Jahres melden, erfolgt auch zwei Mal eine Rückstufung. Ab drei Schäden pro Jahr stufen Versicherer Sie in der Regel in die SF-Klasse M (Malus) ein. Das ist dann besonders teuer.

      Besonders schlimme Folgen hat eine Rückstufung der SF-Klasse in der Regel für Fahranfänger und alle Versicherten in niedrigen Schadenfreiheitsklassen. Für sie wird es beim Abstieg in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse gleich drastisch teurer.

      Bis zu welcher Schadenhöhe lohnt sich die Selbstübernahme der Kosten?

      Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Letztlich müssen Sie immer abwägen und ausrechnen, ob es für Sie günstiger ist, den Schaden selbst zu begleichen oder ob Sie den Schaden durch Ihre Versicherung begleichen lassen und dafür in Kauf nehmen, dass Sie in Ihrer SF-Klasse herabgestuft werden. Ob sich das rechnet, hängt natürlich auch davon ab, um wie viele Klassen sie herabgestuft würden.

      Was ist ein Schadenrücklauf?

      Übernimmt Ihre Versicherung zunächst die Regulierung eines Schadens, muss sie Ihnen im Nachgang immer einen Schadenrücklauf anbieten. Das bedeutet, dass Sie nach der Regulierung des Schadens bis zu 6 Monate Zeit haben, um die Kosten für den Schaden doch noch selbst zu begleichen und der Versicherung das Geld zurückzuzahlen. Damit können Sie verhindern, dass Sie im Folgejahr in eine schlechtere SF-Klasse eingestuft werden.

      Aber: Ein Schadenrücklauf ist nur bei der Haftpflichtversicherung möglich. Bei einem Vollkasko-Schaden müssen Sie immer vor der Regulierung entscheiden, ob Sie selbst für den Schaden aufkommen oder ob Ihr Versicherer die Reparatur übernehmen soll.

      Wie kann ich eine Schadenfreiheitsklasse übertragen?

      Schadenfreiheitsklassen können unter Umständen auf andere Personen übertragen werden. Häufig setzen Versicherungen dafür voraus, dass die Personen (ersten Grades) verwandt sind oder gemeinsam in einem Haushalt leben. Manchmal ist es aber auch möglich, dass Arbeitgeber eine SF-Klasse auf einen Arbeitnehmer übertragen.

      Wichtig ist immer, dass der Empfänger der Schadenfreiheitsklasse das Fahrzeug, um das es geht, regelmäßig selbst gefahren ist. Außerdem muss er seinen Führerschein schon so lange haben, dass er sich die entsprechende SF Klasse auch selbst hätte erfahren können. Wenn das nicht der Fall ist, wird die SF-Klasse entsprechend herabgestuft.

      Ein Beispiel: Wer seit 4 Jahren Auto fährt und eine SF-Klasse 5 übernehmen soll, wird auf Klasse 4 zurückgestuft.

      Welche Schadenfreiheitsklasse habe ich, wenn ich die Versicherung wechsle?

      Wenn Sie die Kfz-Versicherung wechseln, dann teilt Ihre bisherige Versicherung der neuen Versicherung Ihre Schadenfreiheitsklasse mit. Hier gilt, dass eine neue Versicherung unter Umständen höhere Prozentsätze ansetzen kann als die alte. Am Ende kann der Beitrag aber trotzdem niedriger sein, wenn der zugrunde liegende Tarif günstiger ist.

      Für den Fall, dass Sie einen Schaden verursacht haben, teilt die bisherige Versicherung auch diese Information der neuen Versicherung mit und Sie werden entsprechend bei der neuen Versicherung in den Schadenfreiheitsklassen zurückgestuft.

      In welche Schadenfreiheitsklasse werden Zweitwagen eingestuft?

      Ihre SF-Klasse gilt immer nur für ein Fahrzeug. Melden Sie einen Zweitwagen an, wird dieser in der Regel in die SF-Klasse ½ eingestuft. Voraussetzung dafür ist, dass Sie mit Ihrem Erstwagen mindestens in der SF-Klasse ½ oder höher eingestuft sind.

      Unter Umständen kann es sich aber lohnen, die Schadenfreiheitsklasse zu wechseln. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Sie sich einen teuren Zweitwagen anschaffen und für Ihren Erstwagen eine bessere SF-Klasse als ½ innehaben. Nutzen Sie die bessere SF-Klasse für das teurere Fahrzeug. So können Sie Kosten sparen.

      Welche Schadenfreiheitsklasse gibt es bei Motorrädern?

      Auch für Motorräder gibt es Schadenfreiheitsklassen. In welche Schadenfreiheitsklasse Ihr Motorrad eingestuft wird, lässt sich aber nicht pauschal beantworten, denn jede Versicherung hat hierfür ein eigenes System. Wenn Sie bislang Motorrad gefahren sind und künftig nur noch Auto fahren wollen, können Sie Ihre SF-Klasse in der Regel mitnehmen. Viele Versicherungen bieten Ihnen dann ähnliche Konditionen an, wie sie bisher für Ihr Motorrad gegolten haben.

      Wenn Sie Ihr Motorrad nur in der warmen Jahreszeit fahren, kann sich das auf die SF-Klasse auswirken. Manche Versicherungen koppeln diese nämlich daran, ob das Fahrzeug nur mit einem Saisonkennzeichen für bis zu 6 Monate im Jahr genutzt wird.

      Sind Sie lange Zeit nicht Motorrad gefahren und nehmen die Versicherung erneut auf, kann es passieren, dass Ihre Versicherung Sie und Ihr Motorrad in eine neue Schadenfreiheitsklasse einstuft.

      Wie ändert eine Unterbrechung der Versicherung die Schadenfreiheitsklasse?

      Wenn Sie den Vertrag für weniger als 6 Monate unterbrechen, hat das gar keine Folgen. Darüber hinaus hängen die Folgen von den konkreten Bedingungen der jeweiligen Versicherung ab: Manche stufen den Versicherungsnehmer schon mit jedem einzelnen Jahr der Unterbrechung herab. Unter Umständen kann es sich deshalb lohnen, die SF-Klasse vorübergehend auf eine andere Person zu übertragen.

      Wie lange lässt sich eine SF-Klasse reaktivieren?

      Manche Versicherungen erhalten die Schadenfreiheitsklasse für 7–10 Jahre, andere sogar unbegrenzt. Hier sollten Sie aber immer bei Ihrer Versicherung nachfragen.

      Spartipps bei der Schadenfreiheitsklasse

      Fahranfänger können häufig Geld sparen, indem sie ihr Auto als Zweitwagen der Eltern anmelden. Sparen können Sie als Fahranfänger auch, wenn Sie warten, bis Ihr Führerschein mindestens 3 Jahre alt ist. Denn dann werden Sie in eine bessere Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Auch Führerscheine von Mofas oder Mopeds werden auf diese 3 Jahre häufig angerechnet.

      Ein anderer Tipp: Wer häufiger Unfälle baut, für den kann sich ein sogenannter Rabattschutz lohnen. Denn dann werden Sie nach einem Unfall nicht in der Schadenfreiheitsklasse herabgestuft.

      Vergleich.de Tipp

      Der Versicherungsbeitrag hängt auch vom konkreten Auto ab. Ältere und schnelle Fahrzeuge sind teurer. Einen Unterschied gibt es auch zwischen Benzinern und Dieselfahrzeugen. Ist bekannt, dass mit einem bestimmten Auto-Typ besonders viele Unfälle verursacht werden, wirkt sich auch das aus. Es lohnt sich, genau abzuwägen, welche Auswirkungen das konkrete Auto auf den Versicherungsbetrag haben wird.

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