Wann lohnt sich Heizstrom – und wann nicht?

Heiz­strom oder normaler Strom­tarif – das fragen sich viele Eigen­tümer von Wärme­pumpen und Nacht­speicher­heizungen. Wir zeigen, welche Rolle der Verbrauch, die Zähler­konfiguration, PV-Anlagen und Tarif­modelle spielen und erklären, in welchen Fällen sich Heiz­strom lohnt – und wann nicht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ob sich ein eigener Wärme­strom­tarif lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Verbrauch, der vorhandenen Zähler­konfiguration, etwaigen PV-Anlagen und regionalen Tarif­modellen ab.
  • Heiz­strom­tarife eignen sich vor allem bei Wärme­pumpen und Nacht­speicher­heizungen mit einem jährlichen Strom­verbrauch von über 4.000 Kilowatt­stunden (kWh).
  • Ist der jährliche Strom­verbrauch mit unter 3.000 kWh sehr niedrig, lohnt sich ein Heiz­strom­tarif in der Regel nicht.
  • Wird eine Photo­voltaik-Anlage genutzt, reicht häufig ein regulärer Strom­tarif aus.

Heizstrom oder normaler Stromtarif: Was ist wann die bessere Wahl?

Zuständige Redakteurin für die Bereiche Strom & Gas und DSL & Handy
Stand: 03.03.2026

Ein Heiz­strom­tarif lohnt sich vor allem für Wärme­pumpen und Nacht­speicher­heizungen, wenn der Strom­verbrauch hoch ist und der Heiz­strom getrennt vom Haushalts­strom gemessen wird. Ob ein spezieller Wärme­strom­tarif für Sie sinn­voll ist, hängt vor allem vom jährlichen Strom­verbrauch, der Konfiguration der Strom­zähler und den regionalen Preisen ab. In den folgenden Abschnitten erklären wir, in welchen Fällen sich ein Heiz­strom­tarif lohnt, wann Sie eher auf einen regulären Strom­tarif setzen sollten und welchen Einfluss eine Photo­voltaik-Anlage auf diese Entscheidung haben kann.

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Wann lohnt sich ein Wärmestromtarif?

Fall 1: Wärme­pumpe mit hohem Strom­verbrauch

Für die meisten Haus­halte mit einer Wärme­pumpe lohnt sich ein separater Wärme­strom­tarif, wenn diese über 4.000 kWh pro Jahr verbraucht. Ist gleich­zeitig auch der Strom­verbrauch für Haushalts­strom hoch, rechnen sich üblicher­weise zwei getrennte Strom­verträge. Voraus­setzung ist dafür aller­dings eine getrennte Messung des Strom­verbrauchs für Heiz- und Haushalts­strom.

Doch Achtung: Gibt es noch keinen zweiten Strom­zähler, verursacht auch dessen Einbau Kosten – im Schnitt rund 200–300 €, sofern Platz für einen zweiten Zähler vorhanden ist. Muss dagegen der gesamte Zähler­schrank erneuert werden, liegen die Kosten schnell bei über 1.000 €.

Fall 2: Nacht­speicher­heizung mit hohem Strom­verbrauch

Auch Nacht­speicher­heizungen verursachen einen hohen Strom­verbrauch, daher können Sie bei dieser Heizungs­art eben­falls von einem speziellen Heiz­strom­tarif profitieren. Ähnlich wie bei einer Wärme­pumpe lohnt sich auch bei einer Nacht­speicher­heizung mit einem Strom­verbrauch von mehr als 4.000 kWh pro Jahr ein eigener Nacht­strom­tarif. Wichtig ist dabei, dass eine getrennte Messung von Hoch- und Nieder­tarif möglich ist.

Fall 3: Wärme­pumpe im Neubau

Ob bei einer neu eingebauten, modernen Wärme­pumpe ein eigener Heiz­strom­tarif sinnvoll ist, kommt auf die individuelle Situation an. Ist der Verbrauch niedrig, ist ein regulärer Strom­tarif oft günstiger, da dann je nach Region genauso wie einem Heiz­strom­tarif reduzierte Netz­entgelte greifen. Verbraucht die Wärme­pumpe mehr als 4.000 kWh pro Jahr, lohnt sich dagegen der Heiz­strom Vergleich und ein eigener Heizstrom­tarif.

Im Neubau immer Platz für einen zweiten Zähler einplanen

Es ist ratsam, im Neu­bau oder bei einer Modernisierung immer Platz für einen zweiten Zähler einzu­planen – selbst wenn Sie diesen aktuell nicht benötigen. So bleiben Sie einer­seits flexibel, falls Sie später einen eigenen Heiz­strom­zähler nach­rüsten wollen.

Anderer­seits kostet Sie dann das Nach­rüsten des zweiten Zählers meist nur einen niedrigen drei­stelligen Betrag. Muss jedoch der gesamte Zähler­schrank erneuert werden, um Platz für einen zweiten Zähler zu schaffen, fallen oft Kosten von mehreren tausend Euro an.

Wann ist ein Heizstromtarif nicht sinnvoll?

Ist der Strom­verbrauch fürs Heizen sehr gering – unter 3.000 kWh pro Jahr –, lohnt sich meist kein eigener Heiz­strom­tarif. Insbesondere, wenn die Wärme­pumpe ab 2024 eingebaut wurde, fahren Sie oft mit einem regulären Strom­tarif günstiger.

Haben Sie zudem noch keinen eigenen Zähler für Wärme­pumpen­strom, rechnet sich der Einbau oft nicht. Häufig sind die Grund­gebühren und die Kosten für die Nach­rüstung so hoch, dass sie mit der jährlichen Strom­kosten­ersparnis durch einen günstigen Heiz­strom­tarif meist nicht im Verhältnis stehen – sprich, Sie zahlen drauf.

Gleiches gilt, wenn auch der Strom­verbrauch für Haushalts­strom niedrig ist. Bei zwei getrennten Tarifen zahlen Sie jeweils zweimal den Grund­preis, der unabhängig vom Verbrauch anfällt. Haben Sie nur einen Strom­vertrag, fällt der Grund­preis bei einem etwas höheren Gesamt­verbrauch weniger ins Gewicht als bei zwei separaten Verträgen mit niedrigerem Verbrauch. Mit einem Heiz­strom Vergleich können Sie genau prüfen, ob sich für Ihre Situation ein eigener Heiz­strom­vertrag lohnt.

Entscheiden Sie sich dafür, einen günstigen regulären Strom­tarif abzuschließen, können Sie als Neu­kunden ebenfalls bei einem Wechsel sparen. Unser Strom­vergleich sowie unser Ökostrom Vergleich helfen Ihnen bei der Suche nach passenden Angeboten.

Lohnt sich Heizstrom auch beim Eigenverbrauch durch PV-Anlagen?

Haben Sie eine Photo­voltaik-Anlage sowie eine Wärme­pumpe, lohnt sich ein eigener Heiz­strom­tarif nur dann, wenn der jährliche Netz­bezug der Heizung über 3.500 kWh beträgt. Insbesondere, wenn Sie in einem gut gedämmten Neu­bau mit PV-Anlage wohnen und der Eigen­verbrauch hoch ist, wird ein Heiz­strom­tarif aufgrund der Fix­kosten für den zweiten Zähler schnell un­wirtschaft­lich. Hier ist in aller Regel ein regulärer Haus­halts­strom­tarif die günstigere Wahl.

Anders sieht es aus, wenn es sich um ein sanierungs­bedürftiges älteres Haus handelt, da hier meist ein größerer Wärme­bedarf besteht. Dadurch benötigt die Wärme­pumpe häufig deutlich mehr Strom aus dem Strom­netz, da der aus der PV-Anlage erzeugte Strom den Bedarf nicht abdecken kann. Liegt hier der Strom­verbrauch der Wärme­pumpe bei über 3.000 kWh pro Jahr, ist ein Heiz­strom Vergleich sinn­voll, um einen günstigen Wärme­strom­tarif abzus­chließen.

Fazit: Wann ist ein Heizstromtarif sinnvoll und wann nicht?

Ein Heizstromtarif ist sinn­voll, wenn:

  • eine Wärme­pumpe oder Nacht­speicher­heizung genutzt wird.
  • der jährliche Strom­verbrauch der Heizungs­anlage über 4.000­kWh liegt.
  • ein separater Heiz­strom­zähler vorhanden ist.

Ein Heiz­strom­tarif lohnt sich in der Regel nicht, wenn:

  • die Wärme­pumpe einen niedrigen Strom­verbrauch bis 3.500­kWh pro Jahr hat.
  • der Eigen­verbrauch durch eine PV-Anlage den Strom­verbrauch der Wärme­pumpe kompensiert.
  • Heiz­strom und Haushalts­strom über einen gemeinsamen Zähler ohne Unter­scheidung zwischen Hoch- und Niedertarif gemessen werden.

Nutzen Sie eine Wärme­pumpe oder Nacht­speicher­heizung, die die Voraus­setzungen für einen separaten Heiz­strom­tarif erfüllt, sollten Sie immer einen Heiz­strom Vergleich durch­führen. Nur so können Sie die Preise vergleichen und auf Basis der Angebote ent­scheiden, ob ein eigener Wärme­strom­tarif für Ihren Haushalt sinn­voll ist oder ob für Ihre Situation ein regulärer Strom­tarif die bessere Wahl ist.

Häufige Fragen zum Thema Heizstrom

  • Ja, Heiz­strom ist auch mit einem Eintarif­zähler möglich. Ein Zweitarif­zähler mit Hoch- und Nieder­tarif­zeiten kann zusätzliche Spar­potenziale bieten, ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist allerdings, dass der Heiz­strom getrennt vom Haushalts­strom gemessen werden kann.

  • Ein Heiz­strom­tarif ist meist bei einem hohen Verbrauch und einem vorhandenen, separaten Zähler günstiger. Ein normaler Strom­tarif kann sinn­voll sein, wenn kein eigener Heiz­strom­zähler vorhanden ist oder der Verbrauch gering ist. Ein Tarif­vergleich schafft Klar­heit über die bessere Option.

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