Das Wichtigste in Kürze
- Ob sich ein eigener Wärmestromtarif lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Verbrauch, der vorhandenen Zählerkonfiguration, etwaigen PV-Anlagen und regionalen Tarifmodellen ab.
- Heizstromtarife eignen sich vor allem bei Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen mit einem jährlichen Stromverbrauch von über 4.000 Kilowattstunden (kWh).
- Ist der jährliche Stromverbrauch mit unter 3.000 kWh sehr niedrig, lohnt sich ein Heizstromtarif in der Regel nicht.
- Wird eine Photovoltaik-Anlage genutzt, reicht häufig ein regulärer Stromtarif aus.
Heizstrom oder normaler Stromtarif: Was ist wann die bessere Wahl?
Ein Heizstromtarif lohnt sich vor allem für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen, wenn der Stromverbrauch hoch ist und der Heizstrom getrennt vom Haushaltsstrom gemessen wird. Ob ein spezieller Wärmestromtarif für Sie sinnvoll ist, hängt vor allem vom jährlichen Stromverbrauch, der Konfiguration der Stromzähler und den regionalen Preisen ab. In den folgenden Abschnitten erklären wir, in welchen Fällen sich ein Heizstromtarif lohnt, wann Sie eher auf einen regulären Stromtarif setzen sollten und welchen Einfluss eine Photovoltaik-Anlage auf diese Entscheidung haben kann.
Wann lohnt sich ein Wärmestromtarif?
Fall 1: Wärmepumpe mit hohem Stromverbrauch
Für die meisten Haushalte mit einer Wärmepumpe lohnt sich ein separater Wärmestromtarif, wenn diese über 4.000 kWh pro Jahr verbraucht. Ist gleichzeitig auch der Stromverbrauch für Haushaltsstrom hoch, rechnen sich üblicherweise zwei getrennte Stromverträge. Voraussetzung ist dafür allerdings eine getrennte Messung des Stromverbrauchs für Heiz- und Haushaltsstrom.
Doch Achtung: Gibt es noch keinen zweiten Stromzähler, verursacht auch dessen Einbau Kosten – im Schnitt rund 200–300 €, sofern Platz für einen zweiten Zähler vorhanden ist. Muss dagegen der gesamte Zählerschrank erneuert werden, liegen die Kosten schnell bei über 1.000 €.
Fall 2: Nachtspeicherheizung mit hohem Stromverbrauch
Auch Nachtspeicherheizungen verursachen einen hohen Stromverbrauch, daher können Sie bei dieser Heizungsart ebenfalls von einem speziellen Heizstromtarif profitieren. Ähnlich wie bei einer Wärmepumpe lohnt sich auch bei einer Nachtspeicherheizung mit einem Stromverbrauch von mehr als 4.000 kWh pro Jahr ein eigener Nachtstromtarif. Wichtig ist dabei, dass eine getrennte Messung von Hoch- und Niedertarif möglich ist.
Fall 3: Wärmepumpe im Neubau
Ob bei einer neu eingebauten, modernen Wärmepumpe ein eigener Heizstromtarif sinnvoll ist, kommt auf die individuelle Situation an. Ist der Verbrauch niedrig, ist ein regulärer Stromtarif oft günstiger, da dann je nach Region genauso wie einem Heizstromtarif reduzierte Netzentgelte greifen. Verbraucht die Wärmepumpe mehr als 4.000 kWh pro Jahr, lohnt sich dagegen der Heizstrom Vergleich und ein eigener Heizstromtarif.
Es ist ratsam, im Neubau oder bei einer Modernisierung immer Platz für einen zweiten Zähler einzuplanen – selbst wenn Sie diesen aktuell nicht benötigen. So bleiben Sie einerseits flexibel, falls Sie später einen eigenen Heizstromzähler nachrüsten wollen.
Andererseits kostet Sie dann das Nachrüsten des zweiten Zählers meist nur einen niedrigen dreistelligen Betrag. Muss jedoch der gesamte Zählerschrank erneuert werden, um Platz für einen zweiten Zähler zu schaffen, fallen oft Kosten von mehreren tausend Euro an.
Wann ist ein Heizstromtarif nicht sinnvoll?
Ist der Stromverbrauch fürs Heizen sehr gering – unter 3.000 kWh pro Jahr –, lohnt sich meist kein eigener Heizstromtarif. Insbesondere, wenn die Wärmepumpe ab 2024 eingebaut wurde, fahren Sie oft mit einem regulären Stromtarif günstiger.
Haben Sie zudem noch keinen eigenen Zähler für Wärmepumpenstrom, rechnet sich der Einbau oft nicht. Häufig sind die Grundgebühren und die Kosten für die Nachrüstung so hoch, dass sie mit der jährlichen Stromkostenersparnis durch einen günstigen Heizstromtarif meist nicht im Verhältnis stehen – sprich, Sie zahlen drauf.
Gleiches gilt, wenn auch der Stromverbrauch für Haushaltsstrom niedrig ist. Bei zwei getrennten Tarifen zahlen Sie jeweils zweimal den Grundpreis, der unabhängig vom Verbrauch anfällt. Haben Sie nur einen Stromvertrag, fällt der Grundpreis bei einem etwas höheren Gesamtverbrauch weniger ins Gewicht als bei zwei separaten Verträgen mit niedrigerem Verbrauch. Mit einem Heizstrom Vergleich können Sie genau prüfen, ob sich für Ihre Situation ein eigener Heizstromvertrag lohnt.
Entscheiden Sie sich dafür, einen günstigen regulären Stromtarif abzuschließen, können Sie als Neukunden ebenfalls bei einem Wechsel sparen. Unser Stromvergleich sowie unser Ökostrom Vergleich helfen Ihnen bei der Suche nach passenden Angeboten.
Lohnt sich Heizstrom auch beim Eigenverbrauch durch PV-Anlagen?
Haben Sie eine Photovoltaik-Anlage sowie eine Wärmepumpe, lohnt sich ein eigener Heizstromtarif nur dann, wenn der jährliche Netzbezug der Heizung über 3.500 kWh beträgt. Insbesondere, wenn Sie in einem gut gedämmten Neubau mit PV-Anlage wohnen und der Eigenverbrauch hoch ist, wird ein Heizstromtarif aufgrund der Fixkosten für den zweiten Zähler schnell unwirtschaftlich. Hier ist in aller Regel ein regulärer Haushaltsstromtarif die günstigere Wahl.
Anders sieht es aus, wenn es sich um ein sanierungsbedürftiges älteres Haus handelt, da hier meist ein größerer Wärmebedarf besteht. Dadurch benötigt die Wärmepumpe häufig deutlich mehr Strom aus dem Stromnetz, da der aus der PV-Anlage erzeugte Strom den Bedarf nicht abdecken kann. Liegt hier der Stromverbrauch der Wärmepumpe bei über 3.000 kWh pro Jahr, ist ein Heizstrom Vergleich sinnvoll, um einen günstigen Wärmestromtarif abzuschließen.
Fazit: Wann ist ein Heizstromtarif sinnvoll und wann nicht?
Ein Heizstromtarif ist sinnvoll, wenn:
- eine Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung genutzt wird.
- der jährliche Stromverbrauch der Heizungsanlage über 4.000kWh liegt.
- ein separater Heizstromzähler vorhanden ist.
Ein Heizstromtarif lohnt sich in der Regel nicht, wenn:
- die Wärmepumpe einen niedrigen Stromverbrauch bis 3.500kWh pro Jahr hat.
- der Eigenverbrauch durch eine PV-Anlage den Stromverbrauch der Wärmepumpe kompensiert.
- Heizstrom und Haushaltsstrom über einen gemeinsamen Zähler ohne Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedertarif gemessen werden.
Nutzen Sie eine Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung, die die Voraussetzungen für einen separaten Heizstromtarif erfüllt, sollten Sie immer einen Heizstrom Vergleich durchführen. Nur so können Sie die Preise vergleichen und auf Basis der Angebote entscheiden, ob ein eigener Wärmestromtarif für Ihren Haushalt sinnvoll ist oder ob für Ihre Situation ein regulärer Stromtarif die bessere Wahl ist.
Häufige Fragen zum Thema Heizstrom
Ja, Heizstrom ist auch mit einem Eintarifzähler möglich. Ein Zweitarifzähler mit Hoch- und Niedertarifzeiten kann zusätzliche Sparpotenziale bieten, ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist allerdings, dass der Heizstrom getrennt vom Haushaltsstrom gemessen werden kann.
Ein Heizstromtarif ist meist bei einem hohen Verbrauch und einem vorhandenen, separaten Zähler günstiger. Ein normaler Stromtarif kann sinnvoll sein, wenn kein eigener Heizstromzähler vorhanden ist oder der Verbrauch gering ist. Ein Tarifvergleich schafft Klarheit über die bessere Option.
