Das Wichtigste in Kürze
- Heizstrom ist ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen, der getrennt vom Haushaltsstrom gemessen und oft günstiger angeboten wird.
- Voraussetzungen sind eine elektrische Heizung, ein separater Stromzähler und die Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG.
- Schon kleine Preisunterschiede beim Heizstromtarif wirken sich bei hohem Verbrauch deutlich auf die Heizstromkosten aus.
- Durch einen regelmäßigen Heizstromvergleich, niedrige Arbeitspreise, effiziente Wärmepumpen-Einstellungen und ggf. Photovoltaik lassen sich mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Was ist Heizstrom?
Heizstrom ist Strom, der speziell zum Betrieb von elektrischen Heizsystemen wie Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen genutzt wird. Heizstrom wird in der Regel über einen eigenen Stromzähler erfasst und getrennt vom Haushaltsstrom abgerechnet. Da der Stromverbrauch für das Heizen deutlich höher ist als beim normalen Haushaltsstrom, gibt es für Heizstrom in vielen Fällen separate Tarife, die auf diesen besonderen Bedarf zugeschnitten sind.
Heizstrom, Wärmestrom und Nachtspeicherstrom: Was ist der Unterschied?
Der Begriff Heizstrom dient als Oberbegriff für Strom zum Heizen. Wärmestrom wird häufig synonym verwendet und beschreibt Strom für Heizsysteme wie Wärmepumpen. Nachtspeicherstrom ist eine spezielle Form des Heizstroms, die vor allem für Nachtspeicherheizungen genutzt wird und oft günstigere Preise zu bestimmten Tageszeiten bietet.
Die Unterschiede liegen also weniger im Strom selbst, sondern in der Nutzung und Tarifgestaltung. So sind Heizstromtarife üblicherweise günstiger als regulärer Haushaltsstrom und für den hohen Stromverbrauch von Heizsystemen optimiert. Sie können entweder rund um die Uhr gleich günstig sein, oder tageszeitabhängig günstiger bezogen werden. Bei letzterem wird dann zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) unterschieden.
Warum ist Strom nachts günstiger?
Die Nachfrage nach Strom ist nachts deutlich geringer als tagsüber. Dadurch kommt es zu einem Überangebot an Strom, da Energiequellen wie Wind- und Wasserkraftwerke rund um die Uhr Strom produzieren und nachts nicht abgestellt werden können. Um eine gleichmäßige Auslastung des Stromnetzes zu gewährleisten, bieten Netzbetreiber daher besonders günstige Stromtarife an – entweder als Nachtstromtarif oder in dynamischen Stromtarifen.
Was ist der Unterschied zwischen Heizstrom und Haushaltsstrom?
Haushaltsstrom wird für alle elektrischen Geräte im Alltag genutzt, etwa für Lampen, Küchengeräte oder Unterhaltungselektronik. Heizstrom hingegen ist ausschließlich für den Betrieb der Heizung – üblicherweise eine Wärmepumpe oder eine Nachtspeicherheizung – vorgesehen. Er wird meist getrennt gemessen und abgerechnet und folgt eigenen Tarifmodellen. Ob Heizstrom im Einzelfall günstiger ist als Haushaltsstrom, hängt von Verbrauch, Zählerart und Tarif ab.
Welche Voraussetzungen gibt es für Wärmestrom?
Wärmestrom kann nur genutzt werden, wenn bestimmte technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sind. Hierzu gehören:
- eine geeignete Heizungsanlage: Heizstrom kann nur mit einer elektrischen Heizung wie einer Wärmepumpe oder einer fest installierten Nachtspeicherheizung genutzt werden.
- die separate Messung des Heizstroms: Ein eigener Zähler für den Wärmestrom ist nötig, um Wärmestromtarife zu nutzen.
- Steuerbarkeit nach § 14a EnWG: Die Heizungsanlage muss vom Netzbetreiber steuerbar sein, sodass sie in Spitzenlastzeiten kurzzeitig gedrosselt werden kann (Sperrzeiten).
- Anmeldung der Heizanlage beim örtlichen Netzbetreiber: Die Anlage muss beim Netzbetreiber als unterbrechbare Verbrauchseinrichtung angemeldet sein.
Im Gegensatz dazu können Verbraucher mit Öl-, Gas- oder Fernwärmeheizungen keine Wärmestromtarife nutzen, da hier der Stromverbrauch für die Wärmeerzeugung bzw. den Betrieb der Heizanlage nicht nennenswert ins Gewicht fällt.
Sperrzeiten durch den Netzbetreiber und gesetzliche Vorgaben
Neu installierte Wärmepumpen mit einer Leistung über 4,2 Kilowatt gelten seit 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Geregelt ist dies in Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes, kurz EnWG. Demnach können Netzbetreiber bei diesen Wärmepumpen die Heizleistung kurzzeitig drosseln, um bspw. Überlastungen des Stromnetzes zu vermeiden. Möglich ist dies über eine Steuerbox am Stromzähler; diese sollen bis 2032 flächendeckend installiert werden.
Diese sogenannten Sperrzeiten sind meist auf wenige Stunden begrenzt und haben in der Regel für die Verbraucher keine Auswirkung – soll heißen, Sie sitzen auch bei der kurzzeitigen Absenkung der Heizleistung nicht plötzlich im Kalten. Allerdings profitieren Sie als Ausgleich für die Sperrzeiten von günstigeren Netzentgelten – entweder über einen Pauschalrabatt, wenn Sie einen regulären Stromtarif nutzen oder über einen günstigen Wärmestromtarif. Der Rabatt liegt laut Bundesnetzagentur je nach Region zwischen 110 und 190 € pro Jahr und wird beim Bezug des Pauschalrabatts auf der Stromrechnung gutgeschrieben.
Getrennte Messung von Heizstrom und Haushaltsstrom
Für Wärmestrom ist ein eigener Stromzähler erforderlich. So kann der Stromverbrauch der Heizung getrennt vom Haushaltsstrom erfasst und abgerechnet werden. Dadurch können Sie sich für beide Abnahmestellen von unterschiedlichen Energieversorgern beliefern lassen, d. h. also einen Stromanbieter für Haushaltsstrom und einen anderen Stromversorger für den Heizstrom haben.
Wollen Sie einen Wärmestromtarif nutzen, kommen unterschiedliche Zählermodelle infrage:
- Eintarifzähler: ein einheitlicher Preis pro verbrauchte Kilowattstunde
- Zweitarifzähler: Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedertarifzeiten
Je nachdem, welche Art des Stromzählers eingebaut ist, sind verschiedene Zählerkonfigurationen möglich.
Am häufigsten kommen die Konstellationen mit je einem Eintarifzähler für Haushalts- und Heizstrom sowie die Variante eines Eintarifzählers für Haushaltsstrom und eines Zweitarifzählers für den Wärmestrom zum Einsatz. Alternativ kommen auch moderne Messeinrichtungen oder Smart Meter infrage, sofern sie eine getrennte Erfassung ermöglichen.
Wie setzen sich die Heizstromkosten zusammen?
Genauso wie der reguläre Strompreis setzt sich auch der Heizstrompreis aus einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis und einem festen Grundpreis zusammen. Wie hoch Ihre Heizstromkosten ausfallen, hängt von Ihrem jährlichen Stromverbrauch, vom gewählten Tarif und von regionalen Preisbestandteilen ab. Angesichts des hohen Stromverbrauchs von Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen wirken sich selbst kleine Preisunterschiede beim Wärmestromtarif auf die Gesamtkosten aus.
Arbeitspreis und Grundpreis – das sind die Unterschiede
Ein Heizstromtarif setzt sich aus zwei zentralen Preisbestandteilen zusammen:
- Arbeitspreis in Cent pro kWh: Er bezeichnet den Preis pro verbrauchter Kilowattstunde Strom. Je höher der Verbrauch, desto stärker wirkt sich der Arbeitspreis auf die Gesamtkosten aus.
- Grundpreis in Euro pro Monat bzw. Jahr: Dies ist ein fester Betrag, der unabhängig vom Verbrauch anfällt. Er deckt unter anderem Abrechnungs- und Verwaltungskosten ab, darunter auch die regionalen Netzentgelte.
Ob Sie bei der Wahl Ihres Wärmestromtarifs vor allem auf den Arbeitspreis oder auch auf den Grundpreis schauen sollten, hängt von Ihrem Stromverbrauch ab. Ist dieser eher niedrig, fällt der Grundpreis stärker ins Gewicht; haben Sie dagegen einen hohen Heizstromverbrauch ist ein möglichst niedriger Arbeitspreis besonders wichtig.
Wie kommt es zu den Preisunterschieden bei Wärmepumpenstrom?
Dass es teils deutliche regionale Preisunterschiede beim Wärmepumpenstrom gibt, liegt vor allem an zwei Faktoren: den Netzentgelten und dem Angebot seitens der örtlichen Stromanbieter. Diese sind nämlich seit 2007 nicht mehr verpflichtet, günstige Wärmestromtarife anzubieten. Stellenweise kostet daher Heizstrom fast genauso viel wie der reguläre Haushaltsstrom. Ein Heizstrom Vergleich gibt Ihnen jedoch einen guten Überblick über alle verfügbaren Tarife für Ihren Wohnort.
Ebenso entfällt ein Teil des Heizstrompreises auf regulierte Bestandteile wie Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Mehrwertsteuer. Die Netzentgelte sind hierbei ein wichtiger Faktor, da sie von den jeweiligen Netzbetreibern festgelegt werden. Zwar sind die Abgaben für Heizstrom insgesamt geringer als beim Haushaltsstrom, trotzdem können sich die Heizstrompreise je nach Wohnort deutlich unterscheiden.
Beispielrechnung: So wirken sich Preisunterschiede aus
Mit einem Beispiel verdeutlichen wir, wie sich schon geringe Preisunterschiede auf die Heizstromkosten auswirken können. Hierfür gehen wir zum einen vom durchschnittlichen Neukunden-Strompreis aus, der aktuell bei 23,4 Ct/kWh liegt (Stand: 18. Februar 2026). Zum anderen rechnen wir mit einem Heizstrompreis von 20,0 Ct/kWh – dies ist der Heizstrompreis des aktuell günstigsten Tarifs unseres Heizstrom Vergleichs für 10409 Berlin.
Für das Beispiel gehen wir von einem durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt mit einer modernen Wärmepumpe aus. Der jährliche Stromverbrauch für Heizung und Haushaltsstrom beträgt zusammengenommen 7.000 kWh; gemessen wird jeweils mit einem Eintarifzähler.
Beim aktuellen Neukunden-Strompreis für Normalstrom entstehen für unseren Beispielhaushalt jährliche Stromkosten von 1.638 €. Mit einem günstigen Heizstromtarif zahlt der Beispielhaushalt jedoch nur 1.400 € pro Jahr – und profitiert so von einer Ersparnis von 238 € jährlich. Sinkt der Heizstrompreis auf 18 Ct/kWh, ist die Ersparnis mit 378 € bei gleichem Stromverbrauch sogar noch deutlich größer, wie die folgende Tabelle veranschaulicht.
Beispielrechnung Normalstromtarif vs. Heizstromtarif
Szenarien | Normalstromtarif zu 23,40 Ct/kWh | Heizstromtarif zu 20,00 Ct/kWh | Heizstromtarif zu 18,00 Ct/kWh |
|---|---|---|---|
Stromverbrauch gesamt | 7.000 kWh | 7.000 kWh | 7.000 kWh |
Kosten gesamt | 1.638 € | 1.400 € | 1.260 € |
Ersparnis | - | 238 € | 378 € |
Wie sieht ein guter Heizstromtarif aus?
Ein günstiger Heizstromtarif zeichnet sich durch die folgenden Punkte aus:
- niedriger Arbeitspreis
- angemessener Grundpreis
- faire Vertragslaufzeit von maximal 12 Monaten
- transparente Vertragsbedingungen
- Preisgarantie über die Mindestvertragslaufzeit
- monatliche Abschläge
- keine Vorauszahlung der Jahresrechnung
Wer mit einem Heizstrom Vergleich nach einem passenden Wärmestromtarif sucht, sollte die Angebote anhand dieser Kriterien bewerten – und nicht nur nach dem Gesamtpreis.
Wie kann ich beim Heizstrom sparen?
Heizstrom verursacht aufgrund des hohen Stromverbrauchs von Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen oft einen Großteil der jährlichen Energiekosten. Wenn Sie gezielt sparen, können Sie Ihre Heizkosten aber spürbar senken. Einsparpotenziale liegen sowohl in der Wahl des passenden Wärmestromtarifs als auch in einem effizienten Betrieb der Heizungsanlage.
Tipp 1: Heizstromtarife regelmäßig vergleichen
Der einfachste und wirkungsvollste Sparhebel ist ein regelmäßiger Heizstrom Vergleich. Da sich die Preise je nach Tarif, Anbieter und Region teils deutlich unterscheiden, sind Einsparungen von mehreren hundert Euro pro Jahr möglich. Der Tarifwechsel ist in der Regel unkompliziert und schnell erledigt. Wir empfehlen, mindestens einmal pro Jahr die aktuellen Heizstromtarife für Ihren Wohnort und Ihren Stromverbrauch zu prüfen.
Tipp 2: Auf den Arbeitspreis statt nur auf Boni achten
Gerade bei einem hohen Heizstromverbrauch ist der Arbeitspreis – also der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde – entscheidend. Schon wenige Cent Unterschied wirken sich deutlich auf die Gesamtkosten aus. Ein einmaliger Neukundenbonus kann zwar im ersten Jahr attraktiv sein, langfristig ist jedoch ein niedriger Arbeitspreis wichtiger. Achten Sie deshalb nicht nur auf die Höhe des Bonus, sondern auf die Gesamtkosten.
Tipp 3: Niedertarifzeiten nutzen
Haben Sie einen Zweitarifzähler mit Hoch- und Niedertarif, können Sie verbrauchsintensive Aktivitäten wie bspw. die Nutzung der Wärmepumpe oder auch das Laden eines E-Autos in die günstigeren Nachtstunden verlegen. So beziehen Sie den Strom vor allem im günstigeren Niedertarif, was die Gesamtkosten senken kann.
Tipp 4: Wärmepumpe effizient einstellen
Auch der Betrieb der Heizungsanlage beeinflusst die Stromkosten. Achten Sie hierbei auf die passende Einstellung der Wärmepumpe, damit diese möglichst effizient arbeiten kann. Hierzu gehört auch eine regelmäßige Wartung der Anlage.
Tipp 5: Heizstrom und Photovoltaik kombinieren
Wer eine Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, kann den selbst erzeugten Strom für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen. Je höher der Eigenverbrauch, desto weniger Strom muss aus dem Stromnetz bezogen werden, was die Stromkosten deutlich senken kann. Wichtig hierbei ist allerdings, genau zu prüfen, ob sich ein Heizstromtarif dann überhaupt noch für Sie rechnet. Ob sich die Kombination lohnt, hängt vom individuellen Verbrauch und der Anlagengröße ab.
Fazit: Mit speziellen Tarifen für Wärmepumpe und Nachtspeicherheizung sparen
Heizstrom ist ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen, der getrennt vom Haushaltsstrom gemessen und häufig günstiger angeboten wird. Voraussetzungen sind eine geeignete elektrische Heizung, ein separater Stromzähler sowie die Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Im Gegenzug profitieren Verbraucher von reduzierten Netzentgelten und auf den hohen Heizstromverbrauch zugeschnittenen Tarifen.
Da sich bereits wenige Cent Unterschied pro Kilowattstunde deutlich auf die jährlichen Heizstromkosten auswirken, lohnt sich ein regelmäßiger Heizstrom Vergleich. Wer zusätzlich auf einen niedrigen Arbeitspreis, effiziente Einstellungen der Wärmepumpe, die Nutzung von Niedertarifzeiten oder die Kombination mit Photovoltaik achtet, kann seine Strom- und Heizkosten langfristig spürbar senken.
Häufige Fragen zu Heizstrom
Ein Heizstromtarif lohnt sich in der Regel bei Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen mit hohem Stromverbrauch und separatem Zähler. Bei Gas-, Öl- oder Fernwärmeheizungen kann kein spezieller Heizstromtarif genutzt werden. Ein Heizstrom Vergleich zeigt schnell, ob ein Heizstromtarif günstiger ist als ein regulärer Stromtarif.
Bei einem Umzug kann der bestehende Heizstromvertrag meist mitgenommen werden, sofern der Anbieter am neuen Wohnort verfügbar ist und die technischen Voraussetzungen wie ein separater Zähler gegeben sind. Informieren Sie den Anbieter auf jeden Fall rechtzeitig über den Umzug; in manchen Fällen können Sie auch ein Sonderkündigungsrecht nutzen.
Ja, Heizstrom ist auch im Neubau möglich, insbesondere bei Wärmepumpen. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann ein Heizstromtarif sinnvoll sein, wenn auch weiterhin Netzstrom genutzt und getrennt gemessen wird. Die Wirtschaftlichkeit hängt allerdings vom Eigenverbrauch und dem Heizstromtarif ab; es lohnt sich also die Preise zu vergleichen und anhand dessen die Entscheidung für oder gegen einen eigenen Wärmestromtarif zu treffen.
