Strom & Gas

Energiekrise 2022: Darum werden Strom und Gas immer teurer

„Energiekrise eska­liert“ und „Strom und Gas bis zu 400 % teurer“ – so lauten Schlag­zei­len der letz­ten Wo­chen. Die aktu­elle Energie­krise hat Aus­wir­kun­gen auf alle Ver­brau­cher. Wir erklä­ren die Ur­sachen und zei­gen, wie es weiter­geht. Dazu haben wir Tipps, was Sie tun kön­nen.

Newsticker – die aktuelle Entwicklung der Energiekrise

  • 23. Mai 2022 +++ Verbände warnen vor Mietschulden wegen Heizkosten-Nachzahlungen

    +++ die stark erhöhten Energiekosten könnten zu einem Anstieg der Mietschulden führen, darauf wies die Schuldnerberatung hin +++ zu möglichen Nachzahlungen in der Jahresabrechnung kämen erhöhte monatliche Abschläge hinzu +++ besonders Haushalte mit geringem Einkommen seien betroffen +++ die Deutsche Mieterbund fordert weitere Hilfen vom Staat zur Entlastung, sonst drohe eine Zunahme von Privatinsolvenzen +++

  • 11. Mai 2022 +++ Gasversorgung trotz Lieferstopp gesichert

    +++ die Versorgungssicherheit mit Erdgas in Deutschland ist weiterhin gewährleistet +++ das erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums +++ zuvor wurde die Lieferung von russichem Erdgas durch die Ukraine kriegsbedingt eingeschränkt +++ zusätzliche Gaslieferungen aus Norwegen würden für einen Ausgleich sorgen +++

  • 27. April 2022 +++ Bundes-Kabinett beschließt weiteres Entlastungspaket

    +++ das Bundes-Kabinett hat heute ein milliardenschweres Entlastungspaket beschlossen +++ damit sollen die hohen Energiekosten abgefedert werden +++ zu den Maßnahmen gehören eine Pauschale von einmalig 300 €, eine zusätzliche Kindergeldzahlung von 100 € pro Kind und eine befristete Senkung der Energiesteuer +++ außerdem soll bundesweit ein 9 €-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr angeboten werden +++ abschließend muss noch der Bundestag über das Paket beraten +++

  • 27. April 2022 +++ Gas-Lieferstopp führt zu höheren Gaspreisen in Europa

    +++ nach dem Lieferstopp für Erdgas an Polen und Bulgarien sind die Gaspreise am wichtigsten europäischen Handelsplatz, der Trading Natural Gas EU Dutch TTF, um mehr als 20 % gestiegen +++ zuvor hatte das russische Unternehmen Gazprom die Gaslieferungen an beide Länder eingestellt +++ begründet wurde das Vorgehen mit dem Streit um Zahlungen in Rubel +++ Experten betonen, dass es in Deutschland aktuell keine Lieferengpässe geben würde +++

Zuspitzung der Energiekrise durch Krieg in der Ukraine!

Der Krieg in der Ukraine wird zu höheren Strom- und Gaspreisen füh­ren, davon geht Bundes­wirtschafts­minister Robert Habeck aus. Russland könnte auf die Sanktionen der EU und der USA mit einer Reduzierung der Gas­lieferungen oder sogar mit einem kompletten Liefer­stopp reagieren. Nach Berechnungen der Bundes­regierung ist die Erdgas­versorgung in Deutschland auch ohne russische Gas­lieferungen gesichert. Die Vorräte der deutschen Speicher und kurzfristig eingekauftes Flüssig­gas würden ausreichen, um die Versorgung sicher­zustellen. Allerdings würde das zu deutlich höheren Kosten für jeden Haushalt führen.

Haben wir in Deutschland eine Energiekrise?

Mit dem Begriff Energie­krise ist aktuell ge­meint, dass sich Ener­gie – also Erd­öl, Gas, Strom – in einem kur­zen Zeit­raum stark ver­teuert. In Deutsch­land ist das 2021 und 2022 der Fall. Die Preis­er­hö­hun­gen bei Strom und Gas, aber auch bei Ben­zin und Heiz­öl, füh­ren für jeden Energie­ver­brau­cher zu Mehr­aus­ga­ben von mehre­ren hun­dert Euro im Jahr.

Ein weite­rer Effekt kommt hin­zu: Die hohen Energie­prei­se kur­beln die Infla­tion an, da die Pro­dukti­on und der Trans­port vieler Gü­ter teu­rer wer­den.

Ein Begriff, mehrere Bedeutungen

Von einer Energie­krise ist in verschie­de­nen Zusammen­hän­gen die Rede. Ge­prägt wurde der Be­griff in den 70er Jah­ren, als es zu einer Ver­knap­pung von Erd­öl auf den Welt­märk­ten kam, die im Krieg zwi­schen Irak und dem Iran 1979/1980 gipfel­te. Im Grun­de han­delt es sich meist um eine Energie­preis­krise, weil das Preis­ge­füge auf­grund von Ange­bot und Nach­frage durch­einan­der­ge­bracht wird. Eine echte Energie­krise meint die Situa­tion, in der vor­han­dene Ener­gie­reser­ven nicht mehr aus­rei­chen, um den Be­darf der Welt zu decken.

Auswirkungen der Energiekrise 2021/22

Wenn lebens­not­wen­dige Ener­gie immer teu­rer wird, hat das Fol­gen für jeden Einzel­nen beim Hei­zen, beim Tan­ken und im Haus­halt. An vier Bei­spie­len zeigen wir die dras­tischen Preis­an­stiege:

  1. Strom: Der durchschnittliche Strom­preis ist nach An­ga­ben des Bundes­ver­ban­des der Energie- und Wasser­wirt­schaft im Januar 2022 fast 13 % höher als 1 Jahr zuvor. Das bedeu­tet, ein Haus­halt mit 3.500 kWh Jahres­ver­brauch zahlt zum Jahres­be­ginn 2022 im Durch­schnitt 36,10 ct/kWh.
  2. Gas: Die Groß­handels­prei­se für Erd­gas haben im De­zem­ber 2021 einen Re­kord er­reicht. Für eine Mega­watt­stun­de muss­ten Gas­an­bie­ter beim Ein­kauf 211,50 € zah­len, damit hatte sich der Gaspreis inner­halb von 2 Wochen fast ver­dop­pelt. Eine Preis­erhö­hung, die an die Ver­brau­cher weiter­ge­ge­ben wird.
  3. Benzin: Mitte März 2022 war der Preis für Super­ben­zin der Sorte E10 so teuer wie nie zuvor. Im bundes­wei­ten Tages­durch­schnitt kos­tete ein Liter 2,195 €.
  4. Heizöl: Der Durch­schnitts­preis für Heiz­öl lag am 09. März 2022 bei 214 € pro 100 Liter. Das ist ein absoluter Höchst­wert. Damit müsste ein Haus­halt, der einen 3.000-Liter-Tank fül­len möch­te, ca. 6.400 € aus­ge­ben. 1 Jahr zuvor war die­sel­be Men­ge Heiz­öl ca. 4.000 € billi­ger.

Heizen und Strom im Mittelpunkt

Im Folgenden kon­zen­trieren wir uns auf die Bereiche Strom und Heizen, weil es hier in den ver­gan­ge­nen Mona­ten die größ­ten Preis­sprün­ge gab. Die Preis­an­stiege bei Strom und Gas waren zum Jahres­wech­sel 2021/22 sogar so hef­tig, dass einige Energie­ver­sor­ger wie z. B. Stromio und Eny­way Insol­venz an­mel­den muss­ten, weil sie Strom und Gas teu­rer ein­kau­fen müs­sen als sie an ihre Kunden ver­kau­fen kön­nen. Nach An­ga­ben der Bundes­netz­agen­tur muss­ten 39 Energie­ver­sor­ge 2021 ihr Ge­schäft auf­ge­ben.

Das hat zu einer Kündi­gungs­welle ge­führt und zehn­tau­sende Kun­den ver­lo­ren ihre bes­tehen­den Strom- und Gas­tarife. In der Folge lan­de­ten die Betrof­fe­nen in teuren Tari­fen der Grund­ver­sor­gung, die Mehr­aus­ga­ben von meh­re­ren hun­dert Euro pro Mo­nat bedeu­ten kön­nen.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Besonders betrof­fen sind energie­auf­wän­dige Produk­tio­nen wie in der Chemie- und Metall­indus­trie. Der Betrieb der Produktions­an­la­gen ver­teu­ert sich wegen der hohen Energie­kos­ten, was wiede­rum zu Preis­steige­run­gen bei den End­produk­ten führt. Durch die­sen Vor­gang steigt insge­samt die In­fla­tion: Im Janu­ar 2022 lag sie bei 4,9 %.

Die Ursachen der Energiekrise

Warum sind Heiz­öl, Gas und Strom so teuer gewor­den? Die ho­hen Heiz­öl-, Strom- und Gas­prei­se in Deutsch­land haben mehre­re Ur­sachen. Das sind zum einen eine welt­weit stark gestie­ge­ne Nach­frage und zum ande­ren politi­sche Rahmen­bedin­gun­gen.

Stark gestiegene Nachfrage

Einige Ur­sachen der Energie­krise haben mit der Welt­wirt­schaft und der Coro­na-Pande­mie zu tun, wie der deut­sche Bundes­ver­band der Ener­gie- und Wasser­wirt­schaft (BDEW) auf Nach­frage von Ver­gleich.de betont:  „Auf deren Höhe­punkt stürz­ten viele Volks­wirt­schaf­ten regel­recht ab. Ver­gange­nes Jahr setzte dann welt­weit eine wirt­schaftli­che Er­ho­lung ein. Das führ­te in allen Welt­regio­nen zu einer stark erhöh­ten Nach­frage nach Roh­stof­fen und Energie und ließ so die Preise flächen­deckend stei­gen“, sagt BDEW-Pressesprecher Jan Ulland.

Hinzu kamen nach An­sicht des BDEW weite­re globa­le Fakto­ren:

  • ein lang­anhal­ten­der Winter 2020/2021 mit der Folge stark gesun­ke­ner Gas­speicher­füll­stände
  • ein un­ge­wöhn­lich heißer Som­mer in China, der die Strom­nach­frage stark an­stei­gen ließ
  • eine große Energie-Nach­frage in Asien (Japan, Süd­korea, Tai­wan), ins­beson­dere nach Flüssig­gas-Liefe­run­gen
  • eine er­höh­te Nach­fra­ge nach Gas im süd­ameri­kani­schen Raum, ins­beson­de­re in Brasi­lien in­fol­ge ei­ner lang­an­hal­ten­den Dürre, die zum Produktions­stopp bei Wasser­kraft­wer­ken führte
  • eine ver­rin­ger­te Gas-För­de­rung in Nor­we­gen, weil an Gas-Pipe­lines War­tungs- und Repa­ra­tur­ar­bei­ten not­wen­dig waren
  • eine Wind­flau­te 2021 in Euro­pa, so­dass Wind­kraft­an­la­gen weni­ger Strom produ­zier­ten
  • eine gestie­ge­ne Nach­fra­ge nach Erd­öl (begrün­det u. a. durch hohe Gas­prei­se, denn Be­trei­ber von Kraft­wer­ken stei­gen aus Kosten­grün­den auf Erd­öl als Brenn­stoff um)

Russland beeinflusst die Gaskrise

Russland hat 2021 seine Gas­liefe­run­gen nach Deutsch­land ein­ge­schränkt und zeit­weise sogar ge­stoppt. Das führt zu Eng­päs­sen an den Gas-Groß­märk­ten und zu höhe­ren Prei­sen. Poli­tische Beo­bach­ter vermu­ten, dass die russi­sche Regie­rung Druck auf die deut­sche Bundes­regie­rung aus­üben und das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für die Gas-Pipe­line Nord Stream 2, die durch die Ost­see ver­läuft und Europa mit russi­schem Gas ver­sor­gen soll, be­schleu­ni­gen will.

Zusätzliche Ausgaben für den Klimaschutz

Auch die klima­poli­ti­schen Ziele der EU spie­len eine Rol­le bei der Preis­ent­wick­lung. Bis 2030 soll der CO2-Aus­stoß in Euro­pa um 55 % ge­senkt wer­den. Des­halb wurde in Deutsch­land das „Klima­paket“ beschlos­sen, das einen Preis für CO2 ent­hält. Diese CO2-Steuer wird seit 2021 ver­langt und im Jahres­rhyth­mus er­höht. Ein Effekt, der sich auch beim Heiz­öl bemerk­bar macht. Der Heiz­öl­preis stieg we­gen der CO2-Ab­ga­be An­fang 2021 um ca. 8 Cent je Liter und ver­teuer­te sich An­fang 2022 noch ein­mal um knapp 1,6 Cent pro Li­ter.

Darü­ber hin­aus be­steht euro­pa­weit seit 2013 das System des Emissions­han­dels mit CO2-Zerti­fi­katen. Der BDEW weist darauf hin, dass sich der Preis für CO2-Zerti­fi­kate in den ver­gan­ge­nen 24 Mona­ten mehr als ver­dop­pelt hat. Mit dem Kauf die­ser Zerti­fi­kate er­wirbt ein Un­ter­neh­men das Recht, eine bestimmte Men­ge an CO2 zu pro­du­zie­ren.

Die erste globale Energiekrise 1973

Die ara­bi­schen Öl­förder­staa­ten dros­sel­ten be­wusst die Produk­tion von Erd­öl, um die west­lichen Staa­ten mit einem Öl­liefer­boy­kott unter Druck zu set­zen. Hinter­grund waren poli­tische For­de­run­gen nach Gebiets­ab­tre­tun­gen von Is­ra­el. Die Prei­se für Ben­zin stie­gen schlag­ar­tig auf Rekord­wer­te von 70 Pfen­nig (ca. 35 Cent). Es kam in Deutsch­land zu Fahr­ver­boten und Tempo­limits.

Strom- und Gaskrise: Wie können Verbraucher Kosten sparen?

Strom, Gas und Heiz­öl werden immer teu­rer – eine Ten­denz, die voraus­sicht­lich noch länge­re Zeit an­hält. Als Kunde von Energie­liefe­ran­ten haben Sie eini­ge Mög­lich­kei­ten, Ihren Ver­brauch zu sen­ken und so Ihre Aus­ga­ben zu redu­zie­ren. Darauf weist Leono­ra Holling, die Vor­sit­zen­de des Bundes der Energie­ver­brau­cher, hin. Sie rät:„Bei Strom und Gas der­zeit auf jeden Fall den eige­nen Ver­brauch kontrol­lie­ren und mini­mie­ren. Nicht zu Billig­an­bie­tern wech­seln, die unseri­ös er­schei­nen.“ Was das bedeu­tet, beschreiben wir in den folgen­den Ab­sät­zen.

Wie kann ich kurzfristig meine Energiekosten reduzieren?

Sie haben zwei Mög­lich­kei­ten, Ihre Aus­ga­ben für Strom, Gas und Co. zu ver­rin­gern. Auf der einen Seite kön­nen Sie Ihren Ver­brauch redu­zie­ren. Wir ha­ben für Sie da­zu viele Tipps auf unse­rer Rat­geber­seite „Strom spa­ren“ zusammen­ge­stellt.

Auf der anderen Seite kön­nen Sie zu einem güns­tigen Gas- oder Strom­an­bie­ter wech­seln, dessen Gas- und Strom­tari­fe besser zu Ihnen pas­sen. Die Suche nach seriö­sen An­bie­tern geht einfach über unseren Gas­ver­gleich und Strom­ver­gleich. Dort fin­den Sie nach Ein­gabe eini­ger Daten güns­tige Ange­bote für Ihren Wohn­ort.

Achtung: Teure Tarife der Grundversorgung

Sind Sie von der Kün­di­gung durch Ihren Strom- oder Gas­an­bieter betrof­fen und in die oft sehr teure Grund­ver­sor­gung ge­rutscht? Gera­de dann kann sich ein Wech­sel zu einem ande­ren An­bie­ter loh­nen. In unse­rem Gas- und Strom­ver­gleich werden Ihnen die Erspar­nis­se an­ge­zeigt, die Sie mit dem Wech­sel pro Jahr er­rei­chen kön­nen. Die sind gerade für Neu­kun­den beim Grund­ver­sor­ger beson­ders hoch, weil viele Ener­gie­an­bie­ter speziel­le Neu­kun­den-Tari­fe ein­ge­führt ha­ben.

Wie erkenne ich seriöse Strom- und Gasanbieter?

Ver­brau­cher­schüt­zer em­pfeh­len auf fol­gen­de Punk­te zu ach­ten, um seriö­se Strom- und Gas­an­bie­ter zu erken­nen:

  • kurze Vertrags­lauf­zei­ten (höchs­tens 12 Monate)
  • Ver­län­ge­rung des Ver­tra­ges um max. 1 Monat
  • kurze Kündi­gungs­fris­ten (4–6 Wochen)
  • keine Vor­aus­zah­lung
  • monat­liche Zah­lun­gen
  • klare und trans­pa­ren­te Infor­ma­tio­nen auf der Web­site des An­bie­ters
  • posi­tive Kunden­bewer­tun­gen auf Ver­gleichs­por­ta­len

Eine effiziente Heizung bedeutet weniger Ausgaben für Energie

Die Ver­braucher­zen­tra­len wei­sen da­rauf hin, dass der Ein­bau einer neuen effi­zien­ten Hei­zung mittel­fris­tig viel Ener­gie spart und es damit zu einer Sen­kung der Heiz­kos­ten kommt. Denn Heiz­kes­sel, die bereits viele Jahre in Be­trieb sind, ar­bei­ten oft in­effek­tiv und erhö­hen den Energie­ver­brauch.

Das be­deu­tet: Wenn Sie schon län­ger Ihr Haus bewoh­nen, ein al­tes Haus sanie­ren oder ein Haus kau­fen, lohnt sich die Über­le­gung, wel­ches Heizungs­sys­tem und wel­cher Energie­trä­ger zu­künf­tig die meis­ten Vor­tei­le bie­ten. Even­tu­ell ist der Um­stieg auf eine Pellet­hei­zung oder Solar­thermie-An­lage für Sie die beste Lö­sung.

Hinzu kommt, dass nach dem Gebäude­energie­gesetz (GEG) vie­le Öl­hei­zun­gen, die älter als 30 Jahre sind, aus­ge­tauscht wer­den müs­sen und ab 2026 kei­ne neuen Öl­heizun­gen mehr ein­ge­baut wer­den dür­fen.

Staatliche Förderung beachten!

Da eine Heizungs­moder­ni­sie­rung bis zu 20.000 oder 30.000 € kos­ten kann, för­dert der Staat diese Maß­nah­men mit der Bundes­förde­rung für effi­ziente Ge­bäu­de (BEG) und Zu­schüs­sen von bis zu 55 % für den Heizungs­tausch. Zu­dem bie­ten viele Bundes­län­der eige­ne Pro­gram­me im Rah­men der Wohnungs­bau­förde­rung.

Zur Moder­nisie­rung der Hei­zungs­an­lage wird in den meis­ten Fäl­len eine Finan­zie­rung benö­tigt. Dabei kommt in vie­len Fäl­len ein Moder­ni­sie­rungs­kre­dit in­fra­ge.

Wie reagiert die Politik auf die Energiekrise?

Bisher hat die Regierungs­koalition zwei Entlastungs­pakete verabschiedet, die die Folgen der Belastungen durch gestiegene Energie­preise abfedern sollen.

Sofortmaßnahmen zur Entlastung der Haushalte

Zu den Maß­nah­men, die eine sofor­ti­ge Wir­kung erzie­len und in zwei Entlastungs­paketen bereits beschlossen wurden, gehö­ren z. B.

  • höhere Heiz­kosten­zu­schüsse für ein­kommens­schwache Haus­hal­te
  • eine Einmal­zah­lung in Höhe von 300 € für jede steuer­pflichtige Person
  • eine Absenkung der Energie­steuer für 3 Monate zur Reduzierung der Spritpreise
  • die frühe­re Ab­schaffung der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022
  • ein Einmalbonus von 100 € für jedes Kind
  • ein besonders günstiges Ticket für 9 € für den Öffent­lichen Personen­nahverkehr
  • eine Erhöhung der Pendler­pauschale

Langfristige politische Maßnahmen

Zusätz­lich zu den so­fort spür­baren Maß­nah­men sind Gesetzes­ände­run­gen mög­lich, die Ver­brau­cher in Zu­kunft besser schüt­zen.

  • Um eine weite­re Kündi­gungs­welle von Strom- und Gas­an­bie­tern wie zum Jahres­wech­sel 2021/22 zu verhin­dern, könnte das Energie­wirt­schafts­gesetz verän­dert wer­den. Vor­ge­sehen ist eine gesetz­lich gere­gelte Kündi­gungsfrist von 3 Mona­ten. Die Bundes­regie­rung über­legt auch, ein­heit­liche Tarife in der Grund­ver­sor­gung vor­zu­schrei­ben.
  • Der Bund der Energie­ver­brau­cher schlägt als weite­re Maß­nahme vor, die Befug­nisse der Bundes­netz­agen­tur zur Prü­fung un­soli­der Geschäfts­prakti­ken von Energie­ver­sor­gern zu stär­ken.
  • Außer­dem wird über­legt, die Ab­hängig­keit von russi­schen Gas­lieferun­gen zu redu­zieren. Deutsch­land und die EU ver­suchen mit weiteren Gas­lieferan­ten wie den USA, Aser­bai­dschan und Katar zu koope­rie­ren.
Kostenlose Hilfe bei Streitfällen

Bei Proble­men mit Ihrem Gas- oder Strom­an­bie­ter kön­nen Sie sich an die Schlich­tungs­stel­le Ener­gie wen­den. Sie hat die Auf­gabe Streitig­kei­ten zwischen Ver­brau­chern und Energie­ver­sor­gungs­unter­nehmen außer­gericht­lich bei­zu­legen. Getra­gen wird sie von den Ver­bän­den der Energie­wirt­schaft und dem Verbraucher­zen­trale Bundes­ver­band.

Wie entwickeln sich die Energiepreise 2022?

Viele Ver­brau­cher fra­gen sich, wie teuer wird Gas noch werden und wie lange bleibt Strom so teuer? Eine konkre­te Prog­nose ist schwie­rig. Leonora Holling, vom Bund der Energie­ver­brau­cher, wagt nur eine unge­fähre Vor­aus­sage: „Wie rech­nen leider nicht mit fallen­den Prei­sen. Mittel­fris­tig sind kaum Prog­no­sen mög­lich.“

Ähn­lich sehen es Exper­ten aus der Wirt­schaft, der Politik und vom Ver­brau­cher­schutz. Die Fach­leute sind sich einig, dass 2022 die Prei­se weiter stei­gen wer­den. Das wird mit der un­ver­än­dert hohen Nach­fra­ge nach Ener­gie und stei­gen­den Netz­ent­gelten be­grün­det. Hinzu kommt die Krisensituation in der Ukraine. Außer­dem sei durch die hohen Beschaf­fungs­preise an den Roh­stoff­märk­ten kaum noch Spiel­raum für güns­tige Ange­bote vor­han­den. Fazit: Ener­gie wird auch 2022 teurer - wie teuer genau, das ist unge­wiss.

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