Strom & Gas

Energiekrise 2022: Darum werden Strom und Gas immer teurer

„Energiekrise eska­liert“ und „Strom und Gas bis zu 400 % teurer“ – so lauten Schlag­zei­len der letz­ten Monate. Die aktu­elle Energie­krise hat Aus­wir­kun­gen auf alle Ver­brau­cher. Wir erklä­ren die Ur­sachen und zei­gen, wie es weiter­geht. Dazu haben wir Tipps, was Sie tun kön­nen.

Newsticker – die aktuelle Entwicklung der Energiekrise

  • 30. September 2022 +++ Bund einigt sich auf Gas- und Strompreisdeckel

    +++ mit einem neuen Hilfspaket von 200 Milliarden Euro will die Bundesregierung die steigenden Energiekosten dämpfen +++ die Koalition beschloss u. a. eine Preisbremse für den Basisverbrauch bei Strom und Gas +++ diese soll sowohl Privathaushalten als auch Betrieben zugute kommen +++ die Gasumlage fällt weg +++

  • 20. September 2022 +++ Bundesbank befürchtet Inflation von 10 %

    +++ die deutsche Bundesbank rechnet wegen der anhaltenden Energiekrise mit einer wirtschaftlichen Rezession in Deutschland +++ außerdem könnte die Preissteigerung bis zu einer Inflationsrate von ca. 10 % fortschreiten +++ das geht aus dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank hervor +++

  • 15. September 2022 +++ von der Leyen stellt europäisches Gesetz zur Entlastung der Kunden vor

    +++ EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hat in Brüssel einen Gesetzentwurf zur Senkung der Energiekosten präsentiert+++ danach sollen besonders hohe Gewinne von Stromproduzenten gedeckelt werden +++ außerdem sollen die EU-Staaten eine einmalige Sondersteuer auf die Profite von Gas-, Öl- und Kohlekonzernen erheben +++ mit diesen Einnahmen sollen Hilfsprogramme für Bürger und kleine Firmen finanziert werden +++

  • 05. September 2022 +++ Regierung einigt sich auf drittes Entlastungspaket

    +++ mit 65 Milliarden € soll das dritte Entlastungspaket des Bundes die Haushalte angesichts der starken Preissteigerungen unterstützen +++ die Koalition hat insbesondere Zahlungen für Rentner, Studierende, Auszubildende sowie Menschen mit niedrigem Einkommen beschlossen +++ die Bundesregierung will zudem eine Strompreisbremse einführen +++ auch sollen mehr Menschen Wohngeld erhalten +++ 1,5 Milliarden € stehen zudem für einen Nachfolger des 9-€-Tickets bereit +++

Zuspitzung der Energiekrise durch Krieg in der Ukraine!

Bundes­wirtschafts­minister Robert Habeck hat am 23. Juni 2022 die zweite Stufe des Notfallplans Gas in Kraft gesetzt. Damit reagiert er auf die Reduzierung der Gaslieferungen von russischer Seite. Spürbare Auswir­kungen auf Verbraucher hat die Hochstufung nicht. Die Politik hat dadurch aber bessere Möglichkeiten das Marktgeschehen zu beobachten. Das Wirtschaftsministerium gibt damit auch ein Signal, um mehr Energie zu sparen. Dabei sieht Habeck sowohl die Industrie als auch private Haushalte in der Pflicht. Nach Berechnungen der Bundes­regierung ist die Erdgas­versorgung in Deutschland auch ohne russische Gas­lieferungen gesichert. Die Vorräte der deutschen Speicher und kurzfristig eingekauftes Flüssig­gas würden ausreichen, um die Versorgung sicher­zustellen.

Haben wir in Deutschland eine Energiekrise?

Mit dem Begriff Energie­krise ist aktuell ge­meint, dass sich Ener­gie – also Erd­öl, Gas, Strom – in einem kur­zen Zeit­raum stark ver­teuert. In Deutsch­land ist das 2021 und 2022 der Fall. Die Preis­er­hö­hun­gen bei Strom und Gas, aber auch bei Ben­zin und Heiz­öl, füh­ren für jeden Energie­ver­brau­cher zu Mehr­aus­ga­ben von mehre­ren hun­dert Euro im Jahr.

Ein weite­rer Effekt kommt hin­zu: Die hohen Energie­prei­se kur­beln die Infla­tion an, da die Pro­dukti­on und der Trans­port vieler Gü­ter teu­rer wer­den.

Ein Begriff, mehrere Bedeutungen

Von einer Energie­krise ist in verschie­de­nen Zusammen­hän­gen die Rede. Ge­prägt wurde der Be­griff in den 70er Jah­ren, als es zu einer Ver­knap­pung von Erd­öl auf den Welt­märk­ten kam, die im Krieg zwi­schen Irak und dem Iran 1979/1980 gipfel­te. Im Grun­de han­delt es sich meist um eine Energie­preis­krise, weil das Preis­ge­füge auf­grund von Ange­bot und Nach­frage durch­einan­der­ge­bracht wird. Eine echte Energie­krise meint die Situa­tion, in der vor­han­dene Ener­gie­reser­ven nicht mehr aus­rei­chen, um den Be­darf der Welt zu decken.

Auswirkungen der Energiekrise 2021/22

Wenn lebens­not­wen­dige Ener­gie immer teu­rer wird, hat das Fol­gen für jeden Einzel­nen beim Hei­zen, beim Tan­ken und im Haus­halt. An vier Bei­spie­len zeigen wir die dras­tischen Preis­an­stiege:

  1. Strom: Der durchschnittliche Strom­preis ist nach An­ga­ben des Bundes­ver­ban­des der Energie- und Wasser­wirt­schaft im Januar 2022 fast 13 % höher als 1 Jahr zuvor. Das bedeu­tet, ein Haus­halt mit 3.500 kWh Jahres­ver­brauch zahlt zum Jahres­be­ginn 2022 im Durch­schnitt 36,10 ct/kWh. Bis zur jahresmitte ist der Durchschnittspreis auf 37,30 ct/kWh gestiegen.
  2. Gas: Die Groß­handels­prei­se für Erd­gas haben im De­zem­ber 2021 einen Re­kord er­reicht. Für eine Mega­watt­stun­de muss­ten Gas­an­bie­ter beim Ein­kauf 211,50 € zah­len, damit hatte sich der Gaspreis inner­halb von 2 Wochen fast ver­dop­pelt. In der Folgezeit stiegen die Gaspreise weiter, Erhöhungen die zum Teil an die Ver­brau­cher weiter­ge­ge­ben werden.
  3. Benzin: Mitte März 2022 war der Preis für Super­ben­zin der Sorte E10 so teuer wie nie zuvor. Im bundes­wei­ten Tages­durch­schnitt kos­tete ein Liter 2,195 €.
  4. Heizöl: Der Durch­schnitts­preis für Heiz­öl lag am 09. März 2022 bei 214 € pro 100 Liter. Das ist ein absoluter Höchst­wert. Damit müsste ein Haus­halt, der einen 3.000-Liter-Tank fül­len möch­te, ca. 6.400 € aus­ge­ben. 1 Jahr zuvor war die­sel­be Men­ge Heiz­öl ca. 4.000 € billi­ger.

Heizen und Strom im Mittelpunkt

Im Folgenden kon­zen­trieren wir uns auf die Bereiche Strom und Heizen, weil es hier in den ver­gan­ge­nen Mona­ten die größ­ten Preis­sprün­ge gab. Die Preis­an­stiege bei Strom und Gas waren zum Jahres­wech­sel 2021/22 sogar so hef­tig, dass einige Energie­ver­sor­ger wie z. B. Stromio und Eny­way Insol­venz an­mel­den muss­ten, weil sie Strom und Gas teu­rer ein­kau­fen müs­sen als sie an ihre Kunden ver­kau­fen kön­nen. Nach An­ga­ben der Bundes­netz­agen­tur muss­ten 39 Energie­ver­sor­ger 2021 ihr Ge­schäft auf­ge­ben.

Das hat zu einer Kündi­gungs­welle ge­führt und zehn­tau­sende Kun­den ver­lo­ren ihre bes­tehen­den Strom- und Gas­tarife. In der Folge lan­de­ten die Betrof­fe­nen in teuren Tari­fen der Grund­ver­sor­gung, die Mehr­aus­ga­ben von meh­re­ren hun­dert Euro pro Mo­nat bedeu­ten kön­nen.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Besonders betrof­fen sind energie­auf­wän­dige Produk­tio­nen wie in der Chemie- und Metall­indus­trie. Der Betrieb der Produktions­an­la­gen ver­teu­ert sich wegen der hohen Energie­kos­ten, was wiede­rum zu Preis­steige­run­gen bei den End­produk­ten führt. Durch die­sen Vor­gang steigt insge­samt die In­fla­tion: Im Juli 2022 lag sie bei 7,5 %.

Die Ursachen der Energiekrise

Warum sind Heiz­öl, Gas und Strom so teuer gewor­den? Die ho­hen Heiz­öl-, Strom- und Gas­prei­se in Deutsch­land haben mehre­re Ur­sachen. Das sind zum einen eine welt­weit stark gestie­ge­ne Nach­frage und zum ande­ren politi­sche Rahmen­bedin­gun­gen.

Stark gestiegene Nachfrage

Einige Ur­sachen der Energie­krise haben mit der Welt­wirt­schaft und der Coro­na-Pande­mie zu tun, wie der deut­sche Bundes­ver­band der Ener­gie- und Wasser­wirt­schaft (BDEW) auf Nach­frage von Ver­gleich.de betont:  „Auf deren Höhe­punkt stürz­ten viele Volks­wirt­schaf­ten regel­recht ab. Ver­gange­nes Jahr setzte dann welt­weit eine wirt­schaftli­che Er­ho­lung ein. Das führ­te in allen Welt­regio­nen zu einer stark erhöh­ten Nach­frage nach Roh­stof­fen und Energie und ließ so die Preise flächen­deckend stei­gen“, sagt BDEW-Pressesprecher Jan Ulland.

Hinzu kamen nach An­sicht des BDEW weite­re globa­le Fakto­ren:

  • ein lang­anhal­ten­der Winter 2020/2021 mit der Folge stark gesun­ke­ner Gas­speicher­füll­stände
  • ein un­ge­wöhn­lich heißer Som­mer in China, der die Strom­nach­frage stark an­stei­gen ließ
  • eine große Energie-Nach­frage in Asien (Japan, Süd­korea, Tai­wan), ins­beson­dere nach Flüssig­gas-Liefe­run­gen
  • eine er­höh­te Nach­fra­ge nach Gas im süd­ameri­kani­schen Raum, ins­beson­de­re in Brasi­lien in­fol­ge ei­ner lang­an­hal­ten­den Dürre, die zum Produktions­stopp bei Wasser­kraft­wer­ken führte
  • eine ver­rin­ger­te Gas-För­de­rung in Nor­we­gen, weil an Gas-Pipe­lines War­tungs- und Repa­ra­tur­ar­bei­ten not­wen­dig waren
  • eine Wind­flau­te 2021 in Euro­pa, so­dass Wind­kraft­an­la­gen weni­ger Strom produ­zier­ten
  • eine gestie­ge­ne Nach­fra­ge nach Erd­öl (begrün­det u. a. durch hohe Gas­prei­se, denn Be­trei­ber von Kraft­wer­ken stei­gen aus Kosten­grün­den auf Erd­öl als Brenn­stoff um)

Der Krieg in der Ukraine beeinflusst die Gaskrise

Russland hat bereits 2021 seine Gas­liefe­run­gen nach Deutsch­land ein­ge­schränkt und zeit­weise sogar ge­stoppt. Das führt zu Eng­päs­sen an den Gas-Groß­märk­ten und zu höhe­ren Prei­sen. Mit dem Ausbruck des Ukraine-Krieges hat sich die Situation weiter verschärft. Unsicherheiten an den Märkten und die Diskussionen über ein Gas-Embargo westlicher Staaten führten zu weiteren Preissteigerungen.

Zusätzliche Ausgaben für den Klimaschutz

Auch die klima­poli­ti­schen Ziele der EU spie­len eine Rol­le bei der Preis­ent­wick­lung. Bis 2030 soll der CO2-Aus­stoß in Euro­pa um 55 % ge­senkt wer­den. Des­halb wurde in Deutsch­land das „Klima­paket“ beschlos­sen, das einen Preis für CO2 ent­hält. Diese CO2-Steuer wird seit 2021 ver­langt und im Jahres­rhyth­mus er­höht. Ein Effekt, der sich auch beim Heiz­öl bemerk­bar macht. Der Heiz­öl­preis stieg we­gen der CO2-Ab­ga­be An­fang 2021 um ca. 8 Cent je Liter und ver­teuer­te sich An­fang 2022 noch ein­mal um knapp 1,6 Cent pro Li­ter.

Darü­ber hin­aus be­steht euro­pa­weit seit 2013 das System des Emissions­han­dels mit CO2-Zerti­fi­katen. Der BDEW weist darauf hin, dass sich der Preis für CO2-Zerti­fi­kate in den ver­gan­ge­nen 24 Mona­ten mehr als ver­dop­pelt hat. Mit dem Kauf die­ser Zerti­fi­kate er­wirbt ein Un­ter­neh­men das Recht, eine bestimmte Men­ge an CO2 zu pro­du­zie­ren.

Die erste globale Energiekrise 1973

Die ara­bi­schen Öl­förder­staa­ten dros­sel­ten be­wusst die Produk­tion von Erd­öl, um die west­lichen Staa­ten mit einem Öl­liefer­boy­kott unter Druck zu set­zen. Hinter­grund waren poli­tische For­de­run­gen nach Gebiets­ab­tre­tun­gen von Is­ra­el. Die Prei­se für Ben­zin stie­gen schlag­ar­tig auf Rekord­wer­te von 70 Pfen­nig (ca. 35 Cent). Es kam in Deutsch­land zu Fahr­ver­boten und Tempo­limits.

Experten-Interview mit Carina Vogel, Referentin Energie bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Seit Monaten steigen die Preise für Gas, Strom, Heiz­öl und Ben­zin. Doch ein Ende der Energie­krise ist noch nicht ab­zu­sehen. Wir ha­ben mit Carina Vogel gespro­chen, sie ist Refe­ren­tin Ener­gie bei der Verbraucher­zen­trale Schleswig-Hol­stein, und nach Mög­lich­kei­ten ge­fragt, wie Ver­brau­cher ihre Energie­kos­ten im eigenen Haus­halt mit ein­fachen Mit­teln sen­ken kön­nen.

Frau Vogel, die Bundes­re­gie­rung und viele Exper­ten rufen zum Ener­gie- und insbe­son­de­re zum Gas­sparen auf. Wie viel kann ein durch­schnitt­licher Haus­halt mit ein­fachen Maßnahmen am Gasver­brauch ein­spa­ren?

Carina Vogel: Es kommt auf den Ist-Zustand an. Wie gut oder schlecht ist das Haus ge­dämmt und wie nutzen die Bewoh­ner ihre beheiz­ten Räume? Die Daumen­regel lautet: Jedes Grad weniger beheizte Raum­tempe­ra­tur spart 6 % Heiz­ener­gie ein. Wenn das Haus oder die Woh­nung also von 24 auf 20 °C runter­ge­re­gelt wird, ergibt dies allein eine Ein­sparung von 24 % der Heiz­kos­ten.

Das Heizen spielt eine große Rolle beim Energie­spa­ren. Was ist mit der Hei­zung an sich – muss unbe­dingt eine neue moder­ne Heiz­an­lage her?

Carina Vogel: Man kann auch seinen Energie­ver­brauch senken, indem man seine Heizung opti­miert, ohne gleich die Hei­zung tau­schen zu müs­sen. Fakt ist: Einstel­lun­gen an der Hei­zung wer­den oft jahre­lang nicht mehr ver­än­dert. Im Extrem­fall befin­det sich die Steue­rung noch in der Werks­ein­stel­lung bei Aus­liefe­rung und wurde nie auf das jeweilige Gebäu­de ange­passt! Wenn Sie die Heizungs­an­lage richtig ein­stel­len, können Sie 10–15 % Ener­gie ein­spa­ren.

Besonders in Gebäu­den aus den 1960er und 70er Jahren sind Heiz­körper­nischen in Außen­wän­den sehr häufig an­zu­tref­fen und noch nicht ge­dämmt. Durch die geringere Wand­stärke und die hohe Tempe­ratur des Heiz­kör­pers auf der Wand­innen­seite ist der Wärme­verlust beson­ders hoch. Im Jahr gehen so pro Quadratmeter Heiz­kör­per­nische bis zu 15 € Heiz­wärme ver­loren!

Außerdem sind ungedämmte Rollladen­käs­ten bei vielen Gebäu­den ein Schwach­punkt, da sie nur sehr dünne Wän­de haben und zudem konstruk­tions­be­dingt nie ganz wind­dicht schlie­ßen. In vielen Fällen ist eine Däm­mung mit geringem Auf­wand mög­lich.

In welchem Bereich im Haus­halt kann ich den Energie­ver­brauch noch effek­tiv sen­ken?

Carina Vogel: Rund 13 % der Energie­kos­ten eines Haus­halts gehen auf das Konto von Warm­wasser. Wer drei­mal wöchent­lich für je 10 Minuten duscht und sein Warm­wasser per Gas-Nieder­tempe­ra­tur­heizung oder Gas­eta­gen­heizung erwärmt, zahlt rund 280 € Energie­kos­ten im Jahr. Eine sinn­volle Anschaf­fung ist ein Spar­dusch­kopf. Er kostet etwa 20 € und spart bis zu 50 % des Warm­wasser­ver­brauchs. Ent­schei­dend ist, wie viel Wasser pro Minu­te durch den Dusch­kopf fließt. Bei normalen Dusch­köp­fen sind das oft 10 bis 12 Liter. Bei einem Spar­duschkopf deut­lich weni­ger.

Was kann über Sparmaßnahmen beim Hei­zen hinaus getan wer­den?

Carina Vogel: Stromsparen ist ebenso wichtig. Strom­sparen hat eine direkte Aus­wir­kung auf Ihr Konto, denn hier kann es zu hohen Nach­zah­lungen kom­men, besonders in Zeiten von stei­gen­den Strom­prei­sen. Es lohnt sich also zu sparen! Die Kosten las­sen sich bis zu 50 % redu­zieren.

Es gibt für Verbraucher die Mög­lich­keit eine Energie­bera­tung durch die Ver­braucher­zen­trale zu erhal­ten. Wie ist das orga­ni­siert und was be­in­hal­tet diese Bera­tung?

Carina Vogel: Die bundes­ge­förderte Energie­be­ra­tung ist für alle End­ver­brau­cher da. Die Verbraucher­zentra­le bietet eine kosten­freie Energie­bera­tung an. Unsere Energie­exper­ten geben Tipps, wie Sie Ihre Maß­nah­men zur Dämmung effek­tiv planen und um­set­zen. Ob Heizungs­optimie­rung, Wärme­däm­mung oder die Nut­zung von erneuer­baren Ener­gien, Maß­nah­men zum Energie­spa­ren verbes­sern die Wohn­quali­tät und stei­gern den Wert Ihres Hau­ses. Und Sie können unsere Energie­bera­ter fragen, welche Förder­möglich­keiten für Ihr Haus in Frage kommen. Die Bera­tung erfolgt per Video, persön­lich oder tele­fonisch.

Strom- und Gaskrise: Wie können Verbraucher Kosten sparen?

Strom, Gas und Heiz­öl werden immer teu­rer – eine Ten­denz, die voraus­sicht­lich noch länge­re Zeit an­hält. Als Kunde von Energie­liefe­ran­ten haben Sie eini­ge Mög­lich­kei­ten, Ihren Ver­brauch zu sen­ken und so Ihre Aus­ga­ben zu redu­zie­ren. Darauf weist Leono­ra Holling, die Vor­sit­zen­de des Bundes der Energie­ver­brau­cher, hin. Sie rät:„Bei Strom und Gas der­zeit auf jeden Fall den eige­nen Ver­brauch kontrol­lie­ren und mini­mie­ren. Nicht zu Billig­an­bie­tern wech­seln, die unseri­ös er­schei­nen.“ Was das bedeu­tet, beschreiben wir in den folgen­den Ab­sät­zen.

Wie kann ich kurzfristig meine Energiekosten reduzieren?

Sie haben zwei Mög­lich­kei­ten, Ihre Aus­ga­ben für Strom, Gas und Co. zu ver­rin­gern. Auf der einen Seite kön­nen Sie Ihren Ver­brauch redu­zie­ren. Wir ha­ben für Sie da­zu viele Tipps auf unse­rer Rat­geber­seite „Strom spa­ren“ zusammen­ge­stellt.

Auf der anderen Seite kön­nen Sie zu einem güns­tigen Gas- oder Strom­an­bie­ter wech­seln, dessen Gas- und Strom­tari­fe besser zu Ihnen pas­sen. Die Suche nach seriö­sen An­bie­tern geht einfach über unseren Gas­ver­gleich und Strom­ver­gleich. Dort fin­den Sie nach Ein­gabe eini­ger Daten güns­tige Ange­bote für Ihren Wohn­ort.

Wie erkenne ich seriöse Strom- und Gasanbieter?

Ver­brau­cher­schüt­zer em­pfeh­len auf fol­gen­de Punk­te zu ach­ten, um seriö­se Strom- und Gas­an­bie­ter zu erken­nen:

  • kurze Vertrags­lauf­zei­ten (höchs­tens 12 Monate)
  • Ver­län­ge­rung des Ver­tra­ges um max. 1 Monat
  • kurze Kündi­gungs­fris­ten (4–6 Wochen)
  • keine Vor­aus­zah­lung
  • monat­liche Zah­lun­gen
  • klare und trans­pa­ren­te Infor­ma­tio­nen auf der Web­site des An­bie­ters
  • posi­tive Kunden­bewer­tun­gen auf Ver­gleichs­por­ta­len

Eine effiziente Heizung bedeutet weniger Ausgaben für Energie

Die Ver­braucher­zen­tra­len wei­sen da­rauf hin, dass der Ein­bau einer neuen effi­zien­ten Hei­zung mittel­fris­tig viel Ener­gie spart und es damit zu einer Sen­kung der Heiz­kos­ten kommt. Denn Heiz­kes­sel, die bereits viele Jahre in Be­trieb sind, ar­bei­ten oft in­effek­tiv und erhö­hen den Energie­ver­brauch.

Das be­deu­tet: Wenn Sie schon län­ger Ihr Haus bewoh­nen, ein al­tes Haus sanie­ren oder ein Haus kau­fen, lohnt sich die Über­le­gung, wel­ches Heizungs­sys­tem und wel­cher Energie­trä­ger zu­künf­tig die meis­ten Vor­tei­le bie­ten. Even­tu­ell ist der Um­stieg auf eine Pellet­hei­zung oder Solar­thermie-An­lage für Sie die beste Lö­sung.

Hinzu kommt, dass nach dem Gebäude­energie­gesetz (GEG) vie­le Öl­hei­zun­gen, die älter als 30 Jahre sind, aus­ge­tauscht wer­den müs­sen und ab 2026 kei­ne neuen Öl­heizun­gen mehr ein­ge­baut wer­den dür­fen.

Staatliche Förderung beachten!

Da eine Heizungs­moder­ni­sie­rung bis zu 20.000 oder 30.000 € kos­ten kann, för­dert der Staat diese Maß­nah­men mit der Bundes­förde­rung für effi­ziente Ge­bäu­de (BEG) und Zu­schüs­sen von bis zu 55 % für den Heizungs­tausch. Zu­dem bie­ten viele Bundes­län­der eige­ne Pro­gram­me im Rah­men der Wohnungs­bau­förde­rung.

Zur Moder­nisie­rung der Hei­zungs­an­lage wird in den meis­ten Fäl­len eine Finan­zie­rung benö­tigt. Dabei kommt in vie­len Fäl­len ein Moder­ni­sie­rungs­kre­dit in­fra­ge.

Wie reagiert die Politik auf die Energiekrise?

Bisher hat die Regierungs­koalition mehrere Entlastungs­pakete verabschiedet und zum Teil umgesetzt, die die Folgen der Belastungen durch gestiegene Energie­preise abfedern sollen.

Sofortmaßnahmen zur Entlastung der Haushalte

Zu den Maß­nah­men, die eine sofor­ti­ge Wir­kung erzie­len und bereits beschlossen oder umgesetzt wurden, gehö­ren z. B.

  • höhere Heiz­kosten­zu­schüsse für ein­kommens­schwache Haus­hal­te
  • eine Einmal­zah­lung in Höhe von 300 € für jede steuer­pflichtige Person
  • eine Absenkung der Energie­steuer für 3 Monate zur Reduzierung der Spritpreise
  • die frühe­re Ab­schaffung der EEG-Umlage am 1. Juli 2022
  • ein Einmalbonus von 100 € für jedes Kind
  • ein besonders günstiges Ticket für 9 € für den Öffent­lichen Personen­nahverkehr
  • eine Erhöhung der Pendler­pauschale

Langfristige politische Maßnahmen

Zusätz­lich zu den so­fort spür­baren Maß­nah­men sind Gesetzes­ände­run­gen mög­lich, die Ver­brau­cher in Zu­kunft besser schüt­zen.

  • Um eine weite­re Kündi­gungs­welle von Strom- und Gas­an­bie­tern wie zum Jahres­wech­sel 2021/22 zu verhin­dern, könnte das Energie­wirt­schafts­gesetz verän­dert wer­den. Vor­ge­sehen ist eine gesetz­lich gere­gelte Kündi­gungsfrist von 3 Mona­ten. Die Bundes­regie­rung über­legt auch, ein­heit­liche Tarife in der Grund­ver­sor­gung vor­zu­schrei­ben.
  • Der Bund der Energie­ver­brau­cher schlägt als weite­re Maß­nahme vor, die Befug­nisse der Bundes­netz­agen­tur zur Prü­fung un­soli­der Geschäfts­prakti­ken von Energie­ver­sor­gern zu stär­ken.
  • Es wird daran geabeitet, die Ab­hängig­keit von russi­schen Gas­lieferun­gen zu redu­zieren. Deutsch­land und die EU ver­suchen mit weiteren Gas­lieferan­ten wie den USA, Aser­bai­dschan und Katar zu koope­rie­ren.
Kostenlose Hilfe bei Streitfällen

Bei Proble­men mit Ihrem Gas- oder Strom­an­bie­ter kön­nen Sie sich an die Schlich­tungs­stel­le Ener­gie wen­den. Sie hat die Auf­gabe Streitig­kei­ten zwischen Ver­brau­chern und Energie­ver­sor­gungs­unter­nehmen außer­gericht­lich bei­zu­legen. Getra­gen wird sie von den Ver­bän­den der Energie­wirt­schaft und dem Verbraucher­zen­trale Bundes­ver­band.

Wie entwickeln sich die Energiepreise 2022?

Viele Ver­brau­cher fra­gen sich, wie teuer wird Gas noch werden und wie lange bleibt Strom so teuer? Eine konkre­te Prog­nose ist schwie­rig. Leonora Holling, vom Bund der Energie­ver­brau­cher, wagt nur eine unge­fähre Vor­aus­sage: „Wie rech­nen leider nicht mit fallen­den Prei­sen. Mittel­fris­tig sind kaum Prog­no­sen mög­lich.“

Ähn­lich sehen es Exper­ten aus der Wirt­schaft, der Politik und vom Ver­brau­cher­schutz. Die Fach­leute sind sich einig, dass 2022 die Prei­se weiter stei­gen wer­den. Das wird mit der un­ver­än­dert hohen Nach­fra­ge nach Ener­gie und stei­gen­den Netz­ent­gelten be­grün­det. Hinzu kommt die Krisensituation in der Ukraine. Außer­dem sei durch die hohen Beschaf­fungs­preise an den Roh­stoff­märk­ten kaum noch Spiel­raum für güns­tige Ange­bote vor­han­den. Fazit: Ener­gie wird auch 2022 teurer - wie teuer genau, das ist unge­wiss.

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