Geldanlage

ETF-Portfolio: So stellen Sie Ihr ETF-Depot zusammen

Wie kann man ein sicheres und rendite­starkes ETF-Portfolio aufbauen? Welche An­lage­strate­gien, Bei­spiels­depots und ETF-Muster­port­folios gibt es? Was macht ein gutes ETF-Portfolio aus? Wir zeigen Ihnen, wie Sie selbst kosten­günstig und einfach ein ETF-Depot zusammenstellen.

Was ist ein ETF-Portfolio?

Ein ETF-Portfolio ist ein Depot, das aus börsen­notierten Index­fonds besteht, die nach einer Anlage­strategie aus­gesucht und sinn­voll gewichtet sind. In Form von ETF-Muster­depots stellen wir Ihnen im Folgenden ver­schie­dene Bei­spiele vor.

Börsennotierte Indexfonds, ETFs genannt, bieten für Privat­anleger eine kosten­güns­tige Möglich­keit, in den Aktien­markt zu investieren. Dadurch dass sie einen Index wie den MSCI World oder den Nasdaq 100 passiv abbilden, benö­tigen sie keinen teuren Fonds­manager, der ent­scheidet, welche Unter­nehmen in den ETF auf­ge­nommen werden. Die Gesamt­kosten­quote TER ist bei ETFs niedrig und liegt in der Regel zwischen 0,05–0,65 % pro Jahr. Ein Aus­gabe­auf­schlag wird anders als bei aktiv gemanagten Invest­ment­fonds nicht erhoben.

„Gerade bei einer lang­fris­tigen Anlage für die Alters­vor­sorge ist ein ETF-Depot genau richtig“, sagt Uwe Paßmann von Scalable Capital, einem Online-Broker und digi­talen Ver­mögens­ver­walter. „Ich würde immer emp­fehlen, breit gestreut anzu­legen, also nicht nur einen ETF zu besparen, sondern sich ein ganzes ETF-Portfolio aufzubauen“.

Solche Portfolios liegen im Trend: Eine Geld­anlage in Form von ETFs, kurz für exchange-traded funds, wird immer beliebter. Weltweit steckte Ende 2021 ein Gesamt­ver­mögen von 10 Milliarden US-Dollar in ETFs. Auch deutsche Anleger inves­tieren gerne so. „ETFs sind eine Erfolgs­geschichte sonder­gleichen“, so Paßmann weiter. „Extrem viele Privat­kundinnen und Privat­kunden nutzen ETFs.“

Wie gehe ich beim Aufbau eines ETF-Depots vor?

Der Aufbau des ETF-Portfolios und die Auf­tei­lung der ver­schie­denen Posi­tionen stellen An­leger oft vor Heraus­for­derungen. Wir zeigen Ihnen im Fol­genden, wie Sie beim Auf­bau Ihres ETF-Depots am besten vorgehen. Diese Schritte sind wichtig:

  1. Entscheiden Sie über die Risiko-Verteilung
  2. Wählen Sie eine Portfolio-Strategie
  3. Suchen Sie die richtigen ETFs
  4. Eröffnen Sie ein Depot

Welche Risiko-Verteilung soll Ihr ETF-Portfolio haben?

Um zu entscheiden, wie Sie Ihr ETF-Portfolio auf­bauen, fragen Sie sich zunächst, wie viel Risiko sie eingehen möchten. Streben Sie ein Depot an, das zu 100 % aus rendite­starken Aktien-ETFs besteht, oder sollen sicher­heits­orientierte An­lage­pro­dukten wie Staats­an­leihen, Tages­geld oder Fest­geld eben­falls einen Teil Ihres Ver­mögens aus­machen? Über ETF-ähnliche Pro­dukte, die man ETC (exchange traded commodities) nennt, können Sie auch in Roh­stoffe, z. B. Gold investieren.

Brauchen Sie Ihr Geld even­tuell in den nächs­ten Jahren, sollte Ihre Aktien­quote in Ihrem Depot nicht 100 % be­tragen. Halten Sie dann einen Teil Ihres Geldes risiko­arm und ver­füg­bar, auch wenn Sie dabei auf Ren­dite ver­zichten. Bei Staats­an­leihen, Tages- und Fest­geld können Sie mit sich­eren Zin­sen rech­nen und kennen die Fällig­keit.

Ein ETF-Portfolio mit 100 % Aktien­quote ist risi­ko­reicher als eine Mischung mit Tages- und Fest­geld und schwankt stärker. Es wirft aber gemäß his­to­rischen Be­trach­tungen einen deut­lich höheren Gewinn ab. Eine In­vesti­tion in einen MSCI-World-ETF brachte seit 1975 im Durch­schnitt eine Ren­dite von 9 % pro Jahr. Dies über­steigt den Ertrag von An­leihen sowie Tages- und Fest­geld deut­lich. Um das Risiko von ETFs zu mini­mieren, sollten Sie einen An­lage­hori­zont von min­des­tens 15 Jahren haben. In einem sol­chen Zeit­raum hat ein An­leger mit einem MSCI-World-ETF noch nie Ver­lust gemacht.

Per Robo-Advisor automatisiert anlegen

Bei einem Robo-Advisor handelt es sich um einen digi­talen Ver­mögens­ver­walter. Sie geben an, wie riskant die Stra­te­gie sein darf und ein Computer­pro­gramm kümmert sich um die Anlage Ihres Geldes. Ein Robo-Advisor ist deut­lich güns­tiger als ein Invest­ment über den Berater bei Ihrer Hausbank. Die Gebüh­ren liegen meist bei unter 1 % pro Jahr. Aktu­elle Kon­di­tio­nen sehen Sie in unserem Robo-Advisor Vergleich.

Was ist das Pantoffel-Portfolio der Stiftung Warentest?

Das „Pantoffel-Portfolio“ der Stiftung Warentest kombiniert einen Sicher­heits­anteil und einen Rendite­bau­stein aus Aktien-ETFs, der breit gestreut in die Welt­wirt­schaft inves­tiert. Es gibt das Pantoffel-Port­folio in drei Versionen: In der aus­gewo­ge­nen Vari­an­te besteht das Port­folio aus 50 % ETFs auf der einen und 50 % Tages- und Fest­geld auf der ande­ren Seite. Das defen­sive Pantof­fel-Port­folio für vor­sich­ti­gere Anle­ger setzt dage­gen nur zu einem Vier­tel auf Aktien-ETFs und zu drei Vier­teln auf Tages- und Fest­geld. Für mutigere „Pantof­fel-Helden“ empfiehlt Finanz­test, zu 75 % in ETFs zu inves­tie­ren und 25 % als Tages- und Fest­geld anzulegen.

Die drei Varianten des Pantoffel-Portfolios

Ausrichtung

defensiv

ausgewogen

offensiv

Tages- und Festgeld

75 %

50 %

25 %

Aktien-ETFs

25 %

50 %

75 %

Quelle: Stiftung Warentest

Warum sollte ich in ein ETF-Weltportfolio investieren?

Ein ETF-Weltportfolio gilt als sehr sicheres ETF-Portfolio, denn die Welt­wirt­schaft ist quasi ausfall­sicher. Wenn es einem Unter­nehmen, einem Land oder einer Region wirt­schaft­lich nicht gut geht, wird das durch die Wirt­schafts­kraft anderer Firmen, Staaten und Konti­nente kom­pen­siert. Nach Krisen folgten bis­lang immer Erho­lungen und neue Höchst­kurse. Fach­leute und Ver­braucher­zen­tralen raten daher zu einer Inves­ti­tion in ein Welt­port­folio aus ETFs. Index­fonds sind als Geld­an­lage beson­ders kosten­güns­tig und einfach. Nach diesem Grund­ge­danken funk­tio­niert auch das Gerd-Kommer-Welt­port­folio, das nach dem Autor des Rat­gebers „Souverän inves­tieren mit Index­fonds und ETFs“ benannt ist.

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Welche ETF-Weltportfolio-Strategien gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von ETF-Welt­port­folios, die sich hin­sicht­lich ihrer Auf­tei­lung nach be­stimm­ten Kri­terien unter­scheiden, z. B. nach Regionen, Unter­nehmens­größe und Nach­haltig­keit. Was ist die beste ETF-Portfolio-Strategie für Sie? Im Fol­gen­den stellen wir Ihnen die wich­tigs­ten Weltportfolio-Arten exem­pla­risch als ETF-Muster­port­folios vor.

Gut zu wissen

Die folgenden Weltportfolios bestehen zu 100 % aus Aktien-ETFs. Wenn Sie in Ihrem Depot konser­va­tiver anlegen wollen und bei­spiels­weise nur eine Aktien­quote von 50 % anstreben, können Sie unsere Muster­port­folios trotz­dem als Vor­lage nehmen. Halbieren Sie dann einfach den pro­zentu­alen An­teil jedes ETFs für Ihr per­sön­liches Depot.

ETF-Weltportfolio nach Marktkapitalisierung mit nur einem ETF

Mit einem einzigen ETF auf den MSCI All Country World Index, kurz: MSCI ACWI, haben Sie bereits ein ein­faches Welt­port­folio realisiert. Es ist das per­fekte ETF-Portfolio für Anfänger. Mit einem MSCI-ACWI-ETF inves­tieren Sie in ca. 2.900 Unter­nehmen aus 23 Indus­trie­nationen und 24 Schwellen­länder. Der Index MSCI ACWI bildet nach Markt­kapi­tali­sierung etwa 85 % der in­ves­tier­baren Welt­wirt­schaft ab. Die Gewich­tung von Industrie- zu Schwellen­ländern beträgt 89:11.

Beispiel für ein 1-ETF-Weltportfolio

ETF

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI ACWI

100 %

0,12–0,25 %

Wenn Sie sich für das 1-ETF-Weltportfolio ent­schei­den, haben Sie wenig Ver­wal­tungs­auf­wand und je nach Depot auch geringere Kosten, als wenn Sie in mehrere ETFs investieren. Sie sparen sich zudem das regel­mäßige Ab­gleichen der Portfolio-Positionen mit dem ange­streb­ten Anlage­ver­hältnis, das man Rebalancing nennt.

70:30-Portfolio

Fans des YouTube-Channels Finanz­fluss ist das 70:30-Portfolio längst ein Begriff, denn Thomas Kehl, der Gründer des Kanals, inves­tiert auf diese Weise. Es ist aber auch ein gutes Einsteiger-ETF-Portfolio. Ein MSCI-World-ETF macht hier 70 % des Depots aus, die rest­lichen 30 % füllt ein MSCI-Emerging-Markets-ETF. Der MSCI World bein­haltet ca. 1.540 Kon­zerne aus ent­wickel­ten Ländern wie den USA, Europa und Japan. Schwellen­länder kommen durch die Emerging Markets hinzu, zu denen u. a. China, Taiwan, Indien und Brasilien zählen. Zusammen bilden die beiden Indizes ca. 85 % des welt­weit inves­tier­baren Aktien­marktes nach Markt­kapi­tali­sierung ab.

Beispiel für ein 70:30-Portfolio

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI World

70 %

0,12–0,25 %

MSCI Emerging Markets

30 %

0,14–0,65 %

Ein 70:30-Portfolio schwankt in der Regel auf­grund des höheren Schwellen­länder-Anteils stärker als das 1-ETF-Welt­port­folio. Da Emerging-Markets-ETFs in den letz­ten Jah­ren schlech­ter lie­fen als der MSCI World, brachte das 70:30-Portfolio auch eine geringere Rendite als der MSCI ACWI. Doch gerade wegen des höheren Schwellenländer-Anteils, der nach Markt­kapi­tali­sierung betrachtet über­ge­wichtet ist, be­trach­ten viele An­leger dieses Port­folio als be­son­ders zukunfts­trächtig. Sie gehen davon aus, dass Fir­men aus China und Indien in Zu­kunft über­pro­portio­nal stark wachsen werden.

MSCI oder FTSE?

Statt ETFs auf die Indi­zes von MSCI können Sie ähn­liche ETFs auf Indizes anderer An­bieter wie FTSE oder Solactive wählen. Auch diese bieten Listings für Industrie- und Schwellen­länder-ETFs an. Hier haben Sie meist weniger Index­fonds zur Aus­wahl, sparen aber oft Ver­wal­tungs­kosten, da die TER günstiger sein kann. An­stelle eines MSCI World können Sie z. B. in einen ETF auf den FTSE Developed inves­tieren, statt eines MSCI Emerging Markets kommt der FTSE Emerging in Frage.

ETF-Weltportfolio nach Bruttoinlandprodukt (BIP)

Gewichtet man die Welt­wirt­schaft nicht nach Markt­kapi­tali­sierung, sondern nach Brutto­in­lands­produkt (BIP), so ergibt sich eine Auf­teilung von Industrie- zu Schwellen­ländern von etwa 60:40. Diese Bemessung weicht noch deut­licher als das 70:30-Portfolio von der 89:11-Verteilung ab, die der der­zeiti­gen Markt­kapi­tali­sierung ent­spricht, wie sie z. B. der MSCI-ACWI-ETF umsetzt. Wer nach BIP in­ves­tiert, glaubt daran, dass die Ent­wick­lung von China, Taiwan, Indien, Brasilien & Co. eine Erfolgs­ge­schichte wird. Sie sollten darauf vor­be­reitet sein, dass ein BIP-ETF-Weltportfolio stark schwankt.

Beispiel für ein ETF-Weltportfolio nach BIP

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI World

60 %

0,12–0,25 %

MSCI Emerging Markets

40 %

0,14–0,65 %

BIP-Weltportfolio mit Small Caps

Wer seine Geld­an­lagen noch breiter streuen will, kann durch die Ein­be­ziehung von kleinen Firmen, auch Small Caps genannt, zu­sätz­liche Di­versi­fi­zierung erreichen. Sowohl ein MSCI-World-ETF als auch ein MSCI-Emerging-Markts-ETF ent­halten nur Unter­nehmen mit großer und mitt­lerer Markt­kapi­tali­sierung. Nimmt man nun einen MSCI-World-Small-Caps-ETF hinzu, deckt man auch kleine Unter­nehmen aus den Indus­trie­staaten ab.

Fehlen noch Small Caps aus Schwellen­ländern. Dafür gibt es eine ein­fache Lösung: Tauschen Sie den Emerging-Markets-ETFs gegen einen Emerging-Markets-IMI-ETF aus. Der Zusatz IMI steht für Investable Market Index. Ein ETF auf den Emerging Markets IMI um­fasst große, mitt­lere und auch kleine Unter­nehmen aus Schwellen­ländern in einem ein­zigen Index­fonds. Er ent­hält ca. 2.150 Posi­tionen gegen­über den ca. 1.300, die ein her­kömm­licher Emerging-Markets-ETF umfasst. Wegen des höheren Auf­wands sind Small-Cap-ETFs in der Regel etwas teurer.

Beispiel für ein BIP-Weltportfolio mit Small Caps

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI World

50 %

0,12–0,25 %

MSCI World Small Cap

10 %

0,35–0,45 %

MSCI Emerging Markets IMI

40 %

0,18 %

Weltportfolio nach Regionen

Sie können über ETFs auch direkt in die ein­zel­nen Re­gio­nen der Welt in­ves­tieren, wenn Ihnen die Zu­sammen­fassung der In­dus­trie­länder im MSCI World zu all­ge­mein ist. In unserem Bei­spiel sind die Regionen nach Markt­kapi­tali­sierung ge­wich­tet, aber Sie haben die Wahl, eine Auf­tei­lung nach BIP vor­zu­nehmen.

Beispiel-ETF-Portfolio: Aufteilung der Industrieländer nach Regionen

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

FTSE North America

62 %

0,10 %

Stoxx Europe 600

17 %

0,07–0,5 %

Nikkei 225

7 %

0,09–0,51 %

Solactive Core DM Asia Pacific ex Japan

3 %

0,1 %

MSCI Emerging Markets

11 %

0,14–0,65 %

Ein Vorteil der Unterteilung des MSCI World in vier Regionen-ETFs ist auch die Mög­lich­keit, dass Sie die Regionen-ETFs einzeln ver­kaufen oder nach Ihren Vor­lieben eine Region über- oder unter­gewichten können. Ein Nach­teil ist das auf­wän­dige Re­balan­cing, mit der Sie die ein­zelnen Regionen jähr­lich wieder ins rich­tige Ver­hält­nis zuein­ander setzen sollten.

Nachhaltiges Weltportfolio

Sie können ein Welt­port­folio mit einem nach­hal­tigen An­satz verbinden. Es gibt bei­spiels­weise MSCI-World-ETFs und MSCI-Emerging-Markets-ETFs, die die Unter­nehmen nach Kriterien wie Um­welt­schutz, Soziales und Unter­nehmens­führung filtern. Dabei unter­scheidet man die mildere Aus­sor­tierung mit dem Zusatz ESG und die strengere An­pas­sung, die SRI heißt. Die meisten ETFs lassen sich sowohl in einer ESG- als auch in einer SRI-Variante kaufen. Diese können Sie nach Ihrer per­sön­lichen Strate­gie kom­bi­nieren. Neben der Auf­tei­lung nach Markt­kapi­tali­sierung von 89:11 ist auch das Ver­hält­nis 70:30 oder die Ge­wich­tung nach Brutto­inlands­pro­dukt BIP in Form von 60:40 beliebt.

Beispiel für ein ESG-Weltportfolio nach Marktkapitalisierung

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI World ESG ETF

89 %

0,18–0,25 %

MSCI Emerging Markets ESG ETF

11 %

0,1–0,25 %

Beispiel für ein SRI-Weltportfolio nach Marktkapitalisierung

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI World SRI

89 %

0,18–0,27 %

MSCI Emerging Markets SRI

11 %

0,25–0,3 %

Gut zu wissen

Auch die meisten an­de­ren Portfolio-Strategien lassen sich in einer nach­hal­tigen Vari­ante rea­li­sieren, z. B. das 1-ETF-Portfolio oder das Welt­port­folio mit Small Caps. Auch ETF-Portfolios nach Regionen sind mit einem Fokus auf öko­lo­gische und ethische Kri­terien umsetzbar. Oft­mals sind die Kos­ten gering­fügig höher. Mit stei­gen­der Beliebt­heit grüner Anl­agen kann sich das ändern.

Dividenden-Portfolio

Einige Anleger streben ein pas­si­ves Ein­kommen aus Dividenden-Ausschüttungen an. Für sie ist ein ETF-Portfolio, das auf eine hohe Aus­schüttungs­quote der ent­hal­tenden Unter­nehmen achtet, eine gute Wahl. In unserem Bei­spiel haben wir eine Auf­tei­lung der Industrie- und Schwellen­länder nach Markt­kapi­tali­sierung vorgenommen.

Beispiel für ein Dividenden-Portfolio nach Marktkapitalisierung

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

STOXX Global Select Dividend 100

89 %

0,46 %

S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats

11 %

0,55 %

Ein Nachteil des Dividenden-Portfolios ist neben den hohen TER-Kosten die geringere Streu­ung, da nur Fir­men mit einer hohen Divi­den­den­aus­schüt­tung in diese ETFs auf­ge­nommen werden. Statt über 1.500 wie der MSCI World enthält ein Industrieländer-ETF auf den Index STOXX Global Select Dividend 100 nur 100 Posi­tionen. Auch der ent­sprechende Schwellenländer-Index S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats um­fasst nur 100 statt über 1.200 Unter­nehmen, die ein MSCI Emerging Markets umfasst.

Beachten Sie auch, dass die Rendite Ihres ETF-Portfolios nicht in erster Linie von der Höhe der Aus­schüt­tungen abhängt, sondern von den Ak­tien­kursen der ent­hal­tenen Unter­nehmen. Wenn die Kurse fallen, können Sie trotz hoher Divi­dende Minus machen. Außer­dem sind Divi­denden nicht garan­tiert und können ausfallen. Even­tuell kommt bei hohen Divi­denden zudem die Ab­gel­tungs­steuer auf Sie zu, wenn Ihr Frei­betrag über­schritten wird.

Core-Satellite-Portfolio

Ein Core-Satellite-Portfolio besteht aus einem sta­bilen Kern (Core), der breit ge­streut auf die Welt­wirt­schaft setzt, etwa in Form eines MSCI-ACWI-ETFs oder einer Mi­schung aus MSCI-World-ETF und MSCI-Emerging-Markets-ETF. Als Satelliten können Sie ca. 10 % Ihres ETF-Portfolios mit Einzel­in­ves­ti­tionen wie einem oder zwei spe­ziel­len Branchen-ETFs oder Trend-ETFs bestücken. Solche Posi­tionen sind Wetten auf steigende Kurse in einem eng um­rissenen Bereich und sehr riskant. Einige An­leger ziehen als Satelliten Ein­zel­aktien vor, was noch risiko­reicher ist.

Beispiel für ein Core-Satellite-Portfolio

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI ACWI

90 %

0,12–0,25 %

Solactive Clean Water

5 %

0,49 %

STOXX Global Digital Security

5 %

0,40 %

Der Vorteil eines Core-Satellite-Portfolios besteht darin, dass Sie als An­leger Ihren Hang zum Glücks­spiel aus­leben können, ohne dass Sie die Per­for­mance Ihres Port­folios allzu sehr gefährden. Legen Sie zu Beginn einen (niedrigen) Anteil am Gesamt­port­folio fest, den Ihre Satelliten nicht über­steigen dürfen.

Faktor-Portfolio

Faktor-basiertes Investieren, auch Faktor-Investing genannt, geht von der An­nahme aus, dass es bestimmte Unter­nehmens­mer­kmale gibt, die eine höhere Ren­dite als bei einer neu­tralen, markt­breiten Geld­an­lage ver­sprechen. Diese Merk­male erhöhen gleich­zeitig aber auch das Risiko.

Wissenschaftler haben in der Analyse his­to­rischer Zahlen bei einem lange An­lage­zeit­raum eine Über­ren­dite für fol­gende Fak­toren ermittelt:

  1. kleine Unternehmensgröße (Small Size Factor)
  2. niedrig bewertete Firmen, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (Value Factor)
  3. Unternehmen, die zuletzt bereits eine hohe Rendite aufwiesen (Momentum Factor)
  4. hohe Profitabilität (Quality Factor)
  5. hohes politisches Risiko, v. a. in Schwellenländern (Political Risk Factor)

Bei einer Übergewichtung von Firmen mit diesen Eigen­schaf­ten im ETF-Portfolio wird dem An­leger eine höhere Ren­dite in Aus­sicht ge­stellt, die dann „Small-Size-Prämie“, „Value-Prämie“ etc. genannt wird. Factor Investing wird oft auch als Smart Beta Investing bezeichnet. Stiftung Waren­test emp­fiehlt Faktor-ETFs nur als Bei­mischung zu einem welt­weit an­legen­den ETF-Portfolio

Beispiel für ein Faktor-Portfolio mit Multi-Faktor-Strategie

ETF auf den Index

Depot-Anteil

Kosten (TER)

MSCI World Small Cap

19,80 %

0,35–0,45 %

MSCI World Value

22,25 %

0,25–0,3 %

MSCI World Momentum

22,25 %

0,2­5–0,3 %

MSCI World Quality

22,25 %

0,25–0,3 %

MSCI Emerging Markets IMI

13,45 %

0,18 %

Mithilfe spezieller ETFs haben wir die Faktoren kleine Unter­nehmens­größe, Value, Momentum und Qualität in ein ansonsten nach Markt­kapitalisierung gewichtetes Port­folio integriert. Der Emerging-Markets-IMI-ETFs verkörpert sowohl den Political-Risk-Faktor als auch den Small-Size-Faktor für Schwellen­länder.

ETF-Portfolios im Vergleich

Welches ETF-Portfolio hat Ihnen am meisten zugesagt? Hier stel­len wir Ihnen unsere Muster­depots noch einmal ta­bel­la­risch gegen­über, um Ihnen die Ent­schei­dung für Ihr per­sön­liches ETF-Weltportfolio leichter zu machen.

ETF-Portfolio-Vergleich verschiedener Strategien für ein Weltportfolio

Welt-Portfolio

Komplexität

ETF-Anzahl

Kosten (TER)

1-ETF-Weltportfolio nach Markt­kapitalisierung

sehr gering

1

gering

70:30-Portfolio

gering

2

gering

BIP-Weltportfolio

gering

2

gering

BIP-Weltportfolio mit Small Caps

mittel

3

mittel

Weltportfolio nach Regionen

hoch

5

gering

Nachhaltiges Weltportfolio (ESG)

gering

2

mittel

Sehr nachhaltiges Weltportfolio (SRI)

gering

2

mittel

Dividenden-Portfolio

gering

2

sehr hoch

Core-Satellite-Portfolio

mittel

4

mittel

Faktor-Portfolio

hoch

5

hoch

Wie finde ich die richtigen ETFs für mein Depot?

Wenn Sie wissen, nach welcher Ausrichtung Sie Ihr ETF-Portfolio zusammenstellen wollen, geht es nun daran, die richtigen ETFs für Ihr Depot zu finden. Denn auf einen Index wie den MSCI World gibt es viele verschiedene ETFs zur Auswahl. Unter den bekanntesten Anbietern von ETFs ist die Firma Blackrock mit der Marke iShares oder Xtrackers von DWS Investment. Aber auch Invesco, Amundi, Lyxor, UBS oder Vanguard bieten große, etablierte Indexfonds an.

Wenn Sie sich fragen: „Welche ETFs soll ich für mein Weltportfolio wählen?“, sollten Sie die Indexfonds nach folgenden fünf Kriterien vergleichen:

  1. Volumen des investierten Kapitals (es sollte mindestens 100 Millionen betragen)
  2. Fondsdomizil (in Irland aufgelegte ETFs haben einen Steuervorteil bei US-Aktien)
  3. thesaurierend oder ausschüttend (wird die Dividende ausgezahlt oder im ETF behalten?)
  4. Replikationsmethode, z. B. physisch oder synthetisch
  5. ETF-Kosten, z. B. eine niedrige Gesamtkostenquote TER

Mehr erfahren Sie in unserem Artikel ETF kaufen.

Gut zu wissen

Notieren Sie sich die Kennzahl der ETFs, für die Sie sich interessieren. Diese werden als WKN- oder ISIN-Nummer angegeben. Prüfen Sie dann, welche Broker und Depot­anbieter Ihre Favo­riten im Pro­gramm haben und wo Sie be­son­ders günstig in diese ETFs in­ves­tieren können. Die Kosten können sich in der Größen­ordnung von bis zu meh­reren Hundert Euro im Jahr unter­scheiden.

Depot eröffnen: Welches Depot ist das Beste für mein ETF-Portfolio?

Für Ihr ETF-Portfolio benötigen Sie ein Depot. Beson­ders güns­tige Depots bie­ten Online-Broker wie Scalable Capital (Free Broker), finanzen.net zero und Trade Republic an. Depot­führungs­gebüh­ren müssen Sie dort nicht zah­len. Eine Trans­aktion kos­tet nicht mehr als 1 € und Spar­plan­aus­füh­run­gen sind meist kosten­los. Wählen Sie den Depot­anbieter, bei dem Sie Ihre favo­ri­sierten ETFs am güns­tigsten bekommen.

Wenn Sie alle Ihre Geld­ge­schäfte an einem Ort über­blicken wollen, können Sie ein Wert­papier­depot bei einer Bank nut­zen, die weite­re Leis­tun­gen wie ein Giro- oder Tages­geld­konto und eine Debit­kar­te bereit­stellt. Schauen Sie sich in diesem Fall die An­bie­ter von ING, DKB, Comdirect und Consorsbank genauer an. Direkt­banken haben in der Regel preis­wer­tere Ange­bote als Filial­banken. Broker, die mit besonders vielen Handels­plätzen und außer­börs­lichem Direkt­handel werben, können Sie bei Ihren Er­wägungen außen vorlassen. Sie benötigen diese Leis­tungen für Ihr ETF-Portfolio nicht.

Depot Vergleich

Haben Sie noch kein Depot, können Sie in unserem Depot Vergleich ver­schie­dene An­bie­ter unter die Lupe nehmen und das bes­te Depot für Ihre Bedürf­nisse finden.

Er­fah­ren Sie bei uns auch mehr zu Depot­kosten und da­rüber, wie Sie inner­halb weni­ger Minuten ein Depot er­öff­nen. Besit­zen Sie be­reits ein Depot, können Sie di­rekt be­gin­nen, über Ein­mal­anlagen oder per Spar­plan Ihr ETF-Portfolio auf­zu­bauen, indem Sie ETFs kaufen.

Mit einem ETF-Sparplan zum Portfolio

Über ETF-Sparpläne, bei denen Sie monat­lich eine be­stimm­te Summe inves­tieren, können Sie sich stetig ein ETF-Portfolio auf­bauen. Mehrere ETFs lassen sich auch gleich­zei­tig besparen. Oft können Sie einen ETF-Spar­plan be­reits ab 1 € pro Monat aus­führen. Die Zah­lun­gen lassen sich meist flexibel stop­pen oder an­pas­sen, falls Sie die finan­ziel­len Mit­tel vorüber­ge­hend nicht haben.

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