Führerschein finanzieren: Diese Möglichkeiten gibt es!

Der Führerschein zählt mit 4.000 € oder 5.000 € zu den ersten großen Ausgaben im Leben. Können oder wollen Ihre Eltern diesen Betrag nicht übernehmen, stellt sich die Frage, wie Sie den Führerschein auf Raten bezahlen können. Wir haben für Sie alle Infos zum Thema Führerschein-Finanzierung zusammengestellt.

Zuständiger Redakteur für die Bereiche Kredit und Versicherung
Stand: 27.03.2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Je nach Bundesland und Fahrschule kostet ein Pkw-Führer­schein der Klasse B in vielen Fällen zwischen 3.000 € und 6.000 €. Damit ist er heute deut­lich teu­rer als vor einigen Jahren.
  • Die Kosten setzen sich aus der Grund­gebühr, den Fahr­stunden und zusätz­lichen Aus­gaben für Sehtest, Pass­fotos und Erste-Hilfe-Kurs zusammen.
  • Es gibt verschiedene Mög­lich­keiten der Finanzierung, z. B. direkt bei der Fahr­schule oder mit einem Raten­kredit bei einer Bank.
  • Eine Führerschein-Finanzierung setzt voraus, dass Sie voll­jährig sind, ein Ein­kommen und eine aus­reichende Bonität haben.

Wie kann ich meinen Führerschein finanzieren?

Wenn Sie Ihren Führerschein finanzieren wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die häufigsten stellen wir Ihnen vor.

Führerschein auf Ratenzahlung bei der Fahrschule

Fahrschulen wissen, dass Schüler und junge Erwachsene nicht immer einen Geldpuffer angelegt haben, um den Führerschein direkt zu bezahlen. Daher bieten viele die Möglichkeit an, die Kosten für den Führerschein auf Raten zu finanzieren, also in Teilrechnungen. Möglich sind Raten von beispielsweise 100 €, 200 € oder 300 € pro Monat, die regelmäßig überwiesen werden müssen.

Viele Fahrschulen bieten auch die Zahlung pro Fahrstunde an. Achten Sie auch darauf, ob die Fahrschule bei Ratenzahlung höhere Preise verlangt. Wenn das der Fall ist, vergleichen Sie genau mit anderen Finanzierungsmöglichkeiten.

Führerschein-Kredit direkt bei der Fahrschule

Einige Fahrschulen bieten auch die sogenannte Führerschein-Finanzierung an. Dabei arbeitet die Fahrschule mit einer Bank zusammen und vermittelt Ihnen deren Ratenkredit. Das ist für Sie insofern komfortabel, als Sie nur einen Ansprechpartner haben – die Fahrschule. Die gesamte Kreditsumme wird direkt an diese überwiesen. Wenn die Kosten geringer ausfallen als zuvor angenommen, erhalten Sie die Differenz zurück. Wenn Sie mehr Stunden benötigen, können Sie den Kredit aufstocken.

Nachteile sind: Sie erhalten nur das Kreditangebot der kooperierenden Bank und können nicht mit anderen Anbietern vergleichen. Zudem kann es zu Problemen und Verzögerungen kommen, wenn Sie die Fahrschule wechseln möchten. Denn der Vertrag mit der Fahrschule ist mit dem der Bank gekoppelt.

Ratenkredit bei der Bank zur Führerschein-Finanzierung

Ein klassischer Ratenkredit kann auch für die Finanzierung eines Führerscheins eine sinnvolle Alternative sein. Hier nehmen Sie bei einer Bank Ihrer Wahl eine feste Kreditsumme auf, die Sie über einen vorher festgelegten Zeitraum in konstanten Raten zurückzahlen. Die Zinsen sind sehr viel günstiger als z. B. die Dispozinsen Ihres Girokontos.

Der klare Vorteil des Ratenkredits ist, dass Sie bei der Fahrschule die gesamten Kosten auf einmal bezahlen können. Manche Fahrschulen bieten hier Rabatte an, es lohnt sich also, nachzufragen.

Führerschein finanziert bekommen

Zusätzlich zur Finanzierung Ihres Führerscheins bei der Fahrschule oder bei einer Bank, gibt es weitere Möglichkeiten. In bestimmten Situationen können der Arbeitgeber oder das Jobcenter einspringen.

  • Führerschein finanzieren mit Arbeitgeber: Manche Arbeitgeber bezahlen ihren Mitarbeitern den Führerschein, wenn dieser den Aufgabenbereich erweitert. Für den Arbeitgeber sind diese Kosten von der Steuer absetzbar, also eine direkte Investition in den Betrieb. Es lohnt sich, beim Chef nachzufragen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Kosten teilweise oder sogar ganz bezahlt zu bekommen.
  • Führerschein finanzieren mit Jobcenter: Sie können im Fall der Arbeitslosigkeit beim Jobcenter eine Kostenübernahme des gesamten Führerscheins beantragen. Diese wird jedoch nur gewährt, sofern sie konkret an die Zusage einer Arbeitsstelle geknüpft ist. Im Antrag müssen Sie die Kosten für den Führerschein detailliert auflisten und nachweisen, dass Sie diese nicht selbst tragen können.

Folgende Tabelle fasst die beschriebenen Möglichkeiten zur Finanzierung des Führerscheins sowie deren Vor- und Nachteile zusammen.

Übersicht der Finanzierungsarten für einen Führerschein

Finanzierungsart Vorteile Nachteile
Ratenzahlung bei der Fahrschule ist weit verbreitet, bequeme Lösung möglicherweise hohe Zinsen
Kredit-Finanzierung bei der Fahrschule bequem, alles in einer Hand keine Auswahl, Partnerbank ist vorgegeben, event. hohe Zinsen
Ratenkredit bei einer Bank große Auswahl an Banken, Vergleich der Zinsen bringt Ersparnis eigener Kreditantrag, Voraussetzung ist gute Bonität
Jobcenter im Rahmen einer Weiterbildung (Bildungsgutschein) viele Voraussetzungen wie z. B. Arbeitslosigkeit und vorliegendes Jobangebot, liegt im Ermessen des Jobcenters
Arbeitgeber direkte Absprache mit Arbeitgeber, zusätzliche Qualifikation mögliche Probleme beim Verlassen des Unternehmens
Tipp

In unserem Ratenkredit Vergleich können Sie die aktuellen Angebote abfragen. Geben Sie lediglich die gewünschte Kreditsumme sowie die Laufzeit und den Verwendungszweck „Freie Verwendung“ in die Suchmaske ein und schon erhalten Sie eine Übersicht.

1.000-Euro-Kredit für den Führerschein

Fehlt Ihnen nur eine Teilsumme, um den Führerschein zu finanzieren, kann auch ein 1.000-Euro-Kredit eine passende Option sein. Da es sich um eine relativ niedrige Kreditsumme handelt, ist die Vergabe bei den Banken oft sehr unkompliziert und steht auch Geringverdienern offen. Zinssätze zwischen 5–7 % sind wesentlich besser als den Dispokredit zu belasten.

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Wie viel kostet ein Führerschein?

Fahrschulen unterliegen keiner Gebühren­ordnung, daher vari­ieren die Preise für Fahr­stunden stark. Je nach Bundes­land, Region und Fahr­schule be­laufen sich die Kosten auf rund 3.000­–6.000 €. In den vergangenen Jahren ist der Führerschein deutlich teurer geworden, was u. a. an höheren Sätzen für die Fahr­stunden und der gestiegenen Anzahl von Pflicht­stunden liegt.

Bis Sie Ihren Führerschein in Händen halten können, müssen Sie einige Leis­tungen er­bringen, die alle mit Kosten ver­bunden sind: Für einen Pkw-Führer­schein Klasse B fallen die Grund­gebühr sowie Gebühren für Übungs­materialien, Fahr­stunden, Erste-Hilfe-Kurs, Pass­bilder, Sehtest und schließ­lich die Prüfungen an. In der folgenden Tabelle haben wir alle Leistungs­bereiche und die damit ver­bundenen durch­schnitt­lichen Kosten für den Pkw-Führer­schein Klasse B für Sie aufgelistet.

Das kostet der Führerschein Klasse B

Leistungen durchschnitt­liche Kosten
Antrag bei der zuständigen Behördeinklusive Ausstellung des Führerscheindokuments 60 €

Grundgebühr

für Anmeldung,Theoriestunden und Unterrichtsmaterialien

800 €
regulärer Fahrunterricht bei 20 Stunden zu 60 € 1.800 €
Sonderfahrten (Nachtfahrten, Autobahnfahrten, Überlandfahrten) bei 10 Stunden zu 120 € 1.200 €
Erste-Hilfe-Kurs und Seh-Test 80 €
Passfotos für das Führerscheindokument 15 €
Gebühren für die Prüfungen (Theorie und Praxis) 450 €
Gesamtsumme 4.405 €

Quelle: Vergleich.de, Stand: 27.03.2026

Bei diesem Beispiel entstehen Kosten von rund 4.400 €. In der Übersicht wird jedoch deutlich, dass die Anzahl der Fahrstunden diese Kosten am meisten beeinflusst – benötigen Sie weniger, können Sie die Kosten automatisch drücken.

Für Minder­jährige, die mit 17 Jahren am Programm „Begleitetes Fahren“ teil­nehmen möchten, fallen noch zusätz­lich Ge­bühren von 50–100 € für die Anmeldung einer Begleit­person an.

Ratenkredit in einem Jahr abzahlen

Ein Ratenkredit zur Finanzierung der Führerscheinkosten in Höhe von 4.400 € kann schon in 2 Jahren zurückgezahlt sein. Das geschieht mit Raten in Höhe von knapp unter 200 €. Wer diesen Kredit mit nur rund 100 € Monatsraten zurückzahlen möchte, benötigt dafür 4 Jahre.

Wieviel kostet ein Motorradführerschein?

Die Kosten für einen Motorradführerschein der Klasse A sind etwas geringer als beim Pkw-Führerschein, sie liegen in vielen Fällen zwischen 3.000 € und 4.000 €. Allerdings können Sie diesen in der Regel erst ab dem 24. Lebensjahr machen.

Die Kosten für einen Mofa-Führerschein der Klasse AM sind günstiger als die Führerscheine der Klasse A oder B, da hier keine praktische, sondern nur eine theoretische Prüfung vorgesehen ist. Mit etwa 1.000 € sind Sie hier dabei.

Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich einen Kredit für den Führerschein?

Bei der Finanzierung Ihres Führerscheines gelten dieselben Bedingungen wie bei einem klassischen Ratenkredit. Zu den Voraussetzungen für einen Kredit gehören:

  • Sie müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • Sie müssen Ihren Hauptwohnsitz und eine Bankverbindung in Deutschland haben.
  • Sie sollten in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen.
  • Sie müssen ein regelmäßiges Einkommen nachweisen.
  • Ihr SCHUFA-Score muss positiv sein.

Diese Voraussetzungen erfüllen junge Fahranfänger oftmals nicht. Doch sollten Sie sich nicht abschrecken lassen, denn sowohl bei Banken als auch bei der Finanzierung über die Fahrschule können Sie beispielsweise die Eltern oder Großeltern als Bürgen oder zweiten Kreditnehmer einsetzen. Damit erhalten Banken eine Sicherheit für die Kreditvergabe.

Worauf sollte ich bei einem Kredit für den Führerschein achten?

Wir haben drei Tipps für Sie, worauf Sie bei der Finanzierung Ihres Führerscheins achten sollten.

  • Tipp 1: Achten Sie darauf, dass Ihnen im Kreditvertrag die Möglichkeit zur sogenannten Sondertilgung gewährt wird. Dann können Sie den Kredit durch Geldgeschenke oder ähnliche unvorhergesehene Einnahmen mit Zusatzraten unkompliziert senken und sind somit den Kredit schneller los als gedacht.
  • Tipp 2: Fragen Sie nach der Möglichkeit einer Ratenpause. Diese sichert Sie ab, sollten Sie den Kredit einmal nicht bedienen können. Dann können Sie für eine kurze Zeit mit der Rückzahlung aussetzen. Die Ratenpause wird bei vielen Banken einmal im Jahr gewährt.
  • Tipp 3: Kalkulieren Sie auch die Möglichkeit ein, dass Sie eine oder beide Führerscheinprüfungen nicht auf Anhieb bestehen. Das ist keine Schande, über ein Drittel aller Fahrschüler fällt beim ersten Versuch durch eine der Prüfungen. Das macht im Anschluss aber weitere Fahrstunden notwendig und erhöht die Kosten. Daher ist ein kleiner Puffer in der Kalkulation sinnvoll.

Kann ich einen Führerschein finanzieren trotz negativer SCHUFA?

Nein. Banken fragen für jede Form der Finanzierung standardmäßig Ihre Bonität ab. Es gibt zwar Kreditangebote, meist von Privatanbietern, die keine SCHUFA-Abfrage fordern, jedoch bezahlen Sie hierbei meist sehr viel höhere Zinsen und die Angebote sind teilweise unseriös. Daher sollten Sie hiervon die Finger lassen.

Wie funktioniert Führerscheinsparen?

Viele Banken bieten für Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren das sogenannte Führerscheinsparen an. Dies ist ein eigens eingerichtetes Sparbuch mit besonderen Konditionen, die direkt auf den Führerschein zugeschnitten sind. Schon ab einem monatlichen Sparbetrag von 10 € oder weniger können Sie für den Führerschein Geld zurücklegen.

Das Geld wird ab dem 18. Geburtstag oder zur ersten Rechnung von der Fahrschule frei und kann direkt in den Führerschein investiert werden. Neben Sparzinsen sind hier meist auch noch weitere Leistungen wie kostenlose Übungsstunden, ein Erste-Hilfe-Kurs oder eine vergünstigte Kfz-Versicherung für den Anschluss dabei. Dies variiert von Bank zu Bank. Es lohnt sich also, Angebote zu vergleichen.

Weitere Möglichkeiten zum Sparen für den Führerschein sind die Geldanlage auf einem Tagesgeldkonto, auf einem Festgeldkonto oder in einem ETF Sparplan. Der übergreifende Vorteil: Die Zinsen decken über die Jahre die Kosten für einen Teil der Fahrstunden.

Fazit: Mit der passenden Finanzierung zum Führerschein

Ein Führerschein ist in den ver­gangenen Jahren mit Kosten zwischen 3.000 € und 6.000 € sehr teuer ge­worden. Es be­stehen verschie­dene Optionen, den Führer­schein zu finan­zieren: entwe­der direkt bei der Fahr­schule, mit einem Raten­kredit, über das Job­center oder über den Arbeit­geber.

Jede der genannten Varianten hat ihre Vor- und Nach­teile. Die Finan­zierung bei der Fahr­schule ist bequem, weil alles aus einer Hand kommt, könnte aber hohe Zinsen mit sich bringen. Bei einem Raten­kredit bei einer Bank haben Sie eine große Aus­wahl und finden ein Ange­bot mit günstigen Zinsen. Aller­dings müssen Sie einen Kredit­antrag stellen und Ihre Bonität nach­weisen. Die Finanzierung über das Job­center oder den Arbeit­geber ist an spezielle Voraus­setzungen gebunden und liegt in deren Er­messen.

Entscheiden Sie, welche Finanzierung am besten zu Ihnen passt, dann klappt es auch mit dem Führerschein.

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