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Bausparvertrag: sparen oder finanzieren? Was ist sinnvoller?

Tipps zum Bausparvertrag Vergleich & Fallstricke beim Bausparkredit

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Was ist ein Bausparvertrag? – Kurzfassung

Der Bausparvertrag gehört zu einer der beliebtesten Anlageformen der Deutschen – meist mit dem Ziel, eine Immobilie zu finanzieren. Abhängig von der Tarifart kann ein Bausparvertrag aber auch als Sparanlage verwendet werden.

Die Phasen beim Bausparvertrag

  1. In der ersten Phase (Sparphase) sparen Sie zunächst ein Mindestguthaben von 40-50% der Bausparsumme an. Wie hoch die Bausparsumme ausfällt, setzen Sie vertraglich mit der Bausparkasse fest.
  2. In der zweiten Phase (Zuteilungsphase) haben Sie die Möglichkeit sich das Mindestguthaben von der Bausparkasse auszahlen zu lassen und dieses mit einem Darlehen zuzüglich Zinsen in Anspruch zu nehmen. Hier spricht man auch davon, dass der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, d.h. Sie haben 40–50 % der Bausparsumme angespart.
  3. In der dritten Phase (Darlehensphase) verfügen Sie über die gesamte Bausparsumme und zahlen diese zu einem vorher vereinbarten Zinssatz ab.

Ein Bausparvertrag Vergleich lohnt sich

Beim Abschluss eines Bausparvertrags gilt grundsätzlich: Vergleichen Sie die unterschiedlichen Bauspartarife miteinander und gleichen Sie diese mit Ihrem Finanzierungsvorhaben ab – also Bausparen als Immobilienfinanzierung oder Bausparen als Sparanlage. Nur so stellen Sie fest, ob sich ein Bausparvertrag lohnt.

Das Bausparprinzip

Nach dem Bausparprinzip zahlen alle Bausparer in einen gemeinsamen Geldtopf ein. Aus diesem kommt dann das Bauspardarlehen, über das Sie in der dritten Phase verfügen können.

Die Rückzahlung des Darlehens fließt dann wiederum in den Geldtopf ein. So bleibt der Geldtopf immer gefüllt und kann für neue Bausparverträge verwendet werden, so die Leitidee des Bausparprinzips. 

Eine Garantie, dass dies so ist, wird von den Bausparkassen aber nicht gewährt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Haben nicht genügend in den Geldtopf eingezahlt, fehlt den Bausparkassen das nötige Kapital und die Auszahlung Ihrer Bausparsumme ist gefährdet.

Für wen ein Bausparvertrag sinnvoll ist

Über einen Bausparvertrag erhalten Sie stets Zugang zu einem äußerst zinsgünstigen Darlehen. Aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung und der fallenden Zinsen sind die Bausparzinsen aber nicht mehr so attraktiv wie noch vor der Finanzkrise. Was also tun? Lohnt sich ein Bausparvertrag jetzt noch? Im folgendem zeigen wir Ihnen, für wen sich ein Bausparvertrag lohnt und wann Sie besser auf andere Anlageformen zurückgreifen sollten.

Sinnvoll oder sinnlos? Der Bausparvertrag als Grundlage für den Immobilienkauf

Sinnvoll für eine langfristige Planung: Kaufen oder modernisieren Sie eine Immobilie erst in fünf, acht oder zehn Jahren, dann kann die Finanzierung über einen Bausparvertrag durchaus sinnvoll sein. Der Grund: Die Verzinsung des Bausparguthabens wird zu Vertragsbeginn festgelegt. Damit bleiben beim Bausparvertrag die Zinsen über die gesamte Vertragsdauer hinweg gleich und sind unabhängig von Zinsschwankungen des Kapitalmarktes. Ist der Bausparkredit dann zuteilungsreif, erhalten Sie den zuvor vereinbaren Zinssatz. Zudem profitieren Sie von staatlichen Förderungen, die als Prämie in den Bausparvertrag einfließen. Ein Bausparvertag ist somit besonders sinnvoll, wenn künftig mit steigenden Zinsen zu rechnen ist und Sie sich mit dem Immobilienkauf noch Zeit lassen können.

Im Klartext heißt das: Ein Bausparvertrag als Grundlage für die Immobilienfinanzierung lohnt sich nur, wenn die Zinsen bis zur Zuteilungsphase steigen und Sie den Bausparvertrag auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

Nichts für Kurzentschlossene: Da Sie beim Bausparen zunächst ein Mindestguthabens von 40–50 % ansparen müssen, ist ein Bausparvertrag nichts für Kurzentschlossene. Damit Sie den Bausparvertrag in Anspruch nehmen dürfen, müssen Sie zudem eine Mindestsparzeit von 18 Monaten einhalten. Je nach Bauspartarif kann diese kürzer oder länger ausfallen. Bei einigen Bauspartarifen ist sogar eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren möglich.

Im Klartext: Auch wenn Sie das Mindestguthaben von 40–50 % in kürzester Zeit aufbringen können, ist der Bausparvertrag erst nach frühestens 18 Monaten zuteilungsreif. Für jemanden, der sofort mit dem Immobilienerwerb loslegen möchte, ist der Bausparkredit, deshalb ungeeignet. Haben Sie bereits eine Immobilie in Aussicht, ist die Finanzierung über einen Baukredit deshalb sinnvoller. Der Grund: Sie erhalten den Baukredit sofort und müssen nicht wie beim Bausparvertrag darauf warten, bis dieser zuteilungsreif ist.

Bausparen – die ideale Lösung für Modernisierungen

Den Wert Ihrer Immobilie können Sie mit einer Modernisierung steigern. Ob der Einbau einer neuen Heizanlage, die Instandsetzung der Sanitärräume oder die Reduzierung des Energieverbrauchs mit einer Wärmedämmung, schnell belaufen sich die Kosten auf 10.000 bis 20.000 € und mehr. Mit einem Bausparvertrag lassen sich sehr gut Rücklagen für die Maßnahmen der Modernisierung bilden. Bei einer Summe von 20.000 € sparen Sie mit einem Bausparvertrag zunächst circa 40 % an, also 8.000 €. Die restlichen 12.000 € für die Modernisierung erhalten Sie dann über ein zinsgünstiges Darlehen von Ihrer Bausparkasse. 

Alternativ können Sie das Geld auch auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Steigen die Tagesgeldzinsen, ist das für Ihr Erspartes von Vorteil, denn der Zins für Tagesgeld wird täglich aktualisiert. Bedenken Sie aber, steigen Guthabenzinsen, steigen auch die Zinsen für Kredite. Dass bedeutet, wenn Sie die 8.000 € über ein Tagesgeldkonto ansparen, benötigen Sie immer noch die restlichen 12.000 €. Diese müssen Sie dann über einen teureren Kredit finanzieren lassen. Ein Bausparvertrag ist somit immer eine gute Entscheidung, um Rücklagen zu bilden. Denn Sie können sich das günstige Zinsniveau auf Jahre im Voraus sichern.

Ist der Bausparvertrag zum Sparen geeignet?

Wer seinen Bausparvertrag als reine Sparanlage nutzen möchte, sollte unbedingt die unterschiedlichen Bautarife miteinander vergleichen. Spezielle Bauspartarife ermöglichen bisweilen eine angemessene Guthabenverzinsung, die moderate Renditen verspricht. Jedoch lohnt sich das nur, wenn Sie dabei auch staatliche Förderungen erhalten. Ist dies nicht der Fall, eignet sich der Bausparvertrag nicht zum Sparen und Sie sollten besser auf Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld zurückgreifen. 

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Sie bei einem Bausparvertrag mit hohen Guthabenzinsen in der Darlehensphase höhere Bausparzinsen tilgen müssen. Einen Bausparkredit mit hoher Verzinsung sollten Sie deshalb nur zum Sparzweck verwenden und nicht beispielsweise für eine Immobilienfinanzierung. Grundsätzlich lohnt sich ein Bausparvertrag als reine Sparanlage aber nicht. Worauf Sie auf der Suche nach der passenden Geldanlage achten müssen, zeigen wir Ihnen mit unseren Anlagetipps.

Lohnt sich ein Bausparvertrag aktuell?

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus fallen die Bausparzinsen aktuell niedrig aus. Die Guthabenzinsen in der Ansparphase liegen je nach Tarif und Mindestbausparguthaben zwischen 0,10–0,5 %. Der effektive Darlehnszins, bei Inanspruchnahme des Bausparvertrags, liegt zwischen 1,2–4,8 % (Stand: 01.02.2017). Aktuell gilt deshalb:

  • Führen Sie immer einen Bausparvertrag Vergleich durch. Holen Sie sich dazu Angebote unterschiedlicher Bausparkassen ein und vergleichen Sie die Tarife und Bausparzinsen miteinander. Lassen Sie sich dabei immer Ihre Rendite im Detail aufzeigen.
  • Ziehen Sie als Alternative zum Bausparen andere Geldanlagen heran. Wer Sparen möchte, sollte Geldanlagen wie Tagegeld oder Festgeld mit dem Bausparvertrag vergleichen und prüfen, wo höhere Renditen erzielt werden können.
  • Für die Immobilienfinanzierung sollte neben dem Bausparvertrag Vergleich ein Baugeld Vergleich durchgeführt werden. Die Bauzinsen sind aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung so günstig wie nie. Im Vergleich zum Bausparvertrag kann eine Baufinanzierung möglicherweise kostengünstiger ausfallen.
  • Ein Bausparvertrag lohnt sich aktuell besonders, wenn Sie diesen als Rücklage für eine spätere Modernisierung verwenden möchten. Kleinere Darlehenssummen zwischen 10.000–50.000 € sind häufig über den Bausparvertrag günstiger als über eine klassische Immobilienfinanzierung oder einen klassischen Ratenkredit. Aber auch hier gilt: Wer Sparen möchte, muss die unterschiedlichen Angebote und Geldanlagen miteinander vergleichen.

Der Bausparvertrag Vergleich: darauf sollten Sie achten

Damit sich ein Bausparvertrag lohnt und am Ende tatsächlich zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt, ist ein Bausparvertrag Vergleich immer zu empfehlen. Im folgendem zeigen wir Ihnen, weshalb ein Vergleich so wichtig ist und worauf Sie dabei achten müssen.

Bei einem zu niedrigen Sparzins zahlen Sie bei der Abschlussgebühr drauf

In der Ansparphase sollten Sie die Abschlussgebühr über die monatlichen Sparraten verrechnen können. Die Abschlussgebühr wird von jeder Bausparkasse bei Vertragsabschluss erhoben. Die Höhe der Abschlussgebühr beläuft sich häufig auf 1,0–1,6 % der Bausparsumme. Das bedeutet: Ihr Bausparkonto wird bei Vertragsabschluss zunächst mit der Abschlussgebühr belastet. Da Sie noch nichts angespart haben, befindet Sie sich zunächst im Minus. Bei einer Bausparsumme von 100.000 € wären das beispielsweise 1.000–1.600 €, mit denen Sie Ihr Bausparkonto belasten. Diesen Betrag müssen Sie nun während der Sparphase an die Bausparkasse zurückzahlen.

Im folgenden Rechenbeispiel zeigen wir Ihnen, wie lange Sie für die Rückzahlung der Abschlussgebühr benötigen. Dabei sind Vermögenswirksame Leistungen und Guthabenzinsen nicht inbegriffen.

monatliche Sparsumme ohne VWL und ZinsenRückzahlung der Abschlussgebühr von 1.000 €Rückzahlung der Abschlussgebühr von 1.600 €
50 €1 Jahr und 8 Monate2 Jahre und 8 Monate
100 €10 Monate1 Jahr und 4 Monate
150 €7 Monate11 Monate
200 €5 Monate8 Monate

Da in unserem Rechenbeispiel keine Sparzinsen anfallen, unterstellen wir Ihnen, dass Sie die gesamte Abschlussgebühr aus der eigenen Tasche zahlen. Bei einem monatlichem Sparbetrag von 100 € benötigen Sie für die Rückzahlung der Abschlussgebühr somit circa 10 Monate.

Im Klartext bedeutet das: Mit der Ansparung des Mindestguthabens beginnen Sie erst ab dem 11 Monat. Die Ansparphase verlängert sich also automatisch und Sie müssen länger drauf warten, bis der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Achten Sie beim Bausparvertrag Vergleich deshalb auf eine möglichst hohe Guthabenverzinsung und informieren Sie sich möglichst gut über Vermögenswirksame Leistungen und staatliche Förderungen. Denn nur so können Sie während der gesamten Sparphase die Abschlussgebühr letztendlich über die Zinsen und unterschiedlichen Förderungen zurückzahlen.

Baukredit oder Bausparvertrag – Der Vergleich

Ein Bausparvertrag ist nicht für hohe Kreditsummen sinnvoll. Deshalb ist eine komplette Finanzierung des Eigenheims über den Bausparvertrag nicht zu empfehlen. Bei Vertragssummen von 200.000 € müssten Sie in der Ansparphase mindestens 80.000 € ansparen, damit der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Das bedeutet, jeden Monat ca. 670 € über 10 Jahre hinweg sparen. Auch wenn wir in unsere Berechnung die staatlichen Förderungen oder den Guthabenzins miteinbeziehen würden, bleibt die monatliche Belastung immens hoch. Diese müssen Sie nämlich neben Ihrer Miete und allen weiteren Kosten, die im Haushalt anfallen, aufbringen.

Hinzukommt, dass Sie in der Darlehensphase den restlichen Betrag von 120.000 € zurückzahlen müssen. Die Höhe der Tilgung ist vom jeweiligen Bauspartarif abhängig und wird zu Beginn der Vertragslaufzeit festgelegt. Bei einem unterstellten Bausparzins von 2,5 % müssten Sie innerhalb von 15 Jahren monatlich ca. 670 € zurückzahlen, um einen Restbetrag von Null zu erreichen.

Insgesamt benötigen Sie somit 10 Jahre, um in Ihre Traumimmobilie zu ziehen und weitere 15 Jahre, um diese abzuzahlen. Wie bereits erwähnt, ist der Bausparvertrag deshalb nichts für Kurzentschlossene.

Eine komplette Finanzierung der eigenen Immobilie über den Bausparvertrag lohnt sich aktuell also nicht. Der Bestzins für 10-jährige Hypothekendarlehen liegt aktuell bei 1,09 % (Stand: 16.02.2017, Quelle: Dr. Klein & Co. AG). Das Zinsniveau ist somit weiterhin niedrig. Es ist zudem nicht mit einem sprunghaften Anstieg der Bauzinsen zu rechnen.

Beachten Sie zudem, dass Bausparverträge schneller getilgt werden müssen als klassische Immobilienkredite. Für die Rückzahlung einer Baufinanzierung benötigen Sie rund 20 bis 40 Jahre, bei einem Bausparvertrag müssen Sie den Bausparkredit bereits in 15 bis 20 Jahren tilgen. Dass bedeutet, dass Sie bei einem Bausparvertrag mit einer höheren monatlichen Belastung rechnen müssen als bei einem Baukredit.

Aktuelle Bauzinsen

1,09 %

Repräsentatives Bsp. nach §6 PangV: effektiver Jahreszins 1,09 %, gebundener Sollzins 1,05 %, Nettodarlehensbetrag 150.000 €, Zinsbindung  Jahre, Tilgung 2 %, Zinskosten 12.014,40 €, Dr. Klein, Stand: 23.08.2017 | Beispielrechnung

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Baufinanzierung Vergleich

Kombikredite – Die Alternative zum Bausparvertrag

Einige Bausparkassen bieten aktuell Kombikredite als Alternative zum klassischen Bausparvertrag an. Der Vorteil gegenüber dem Bausparvertrag: Sie erhalten das Darlehen sofort ausgezahlt und können dieses für die Finanzierung einer Immobilie aufwenden. Der Kombikredit setzt sich dabei aus einem Bausparvertrag und aus einem Vorausdarlehen zusammen.

  • Mit dem Vorausdarlehen finanzieren Sie die Immobilie. Dabei zahlen Sie an die Bausparkasse lediglich die anfallenden Zinsen zurück. Eine Tilgung des Darlehens, also die Rückzahlung des Darlehens, findet noch nicht statt.
  • Parallel dazu überweisen Sie monatlich einen Betrag auf den Bausparvertrag. Das machen Sie solange, bis dieser zuteilungsreif ist. Mit der angesparten Summe lösen Sie dann die Immobilienfinanzierung, in Form des Vorausdarlehens, ab. Ab diesen Zeitpunkt setzt sich Ihre monatliche Rate des Bausparkredits, wie bei einem herkömmlichen Annuitätendarlehen, aus Zins und Tilgung zusammen.

Was vielversprechend klingt, hat jedoch Tücken, warnt Stiftung Warentest. Deshalb ist beim Abschluss einer Immobilienfinanzierung mit Kombikredit Vorsicht geboten!

Kostenfalle Kombikredit

Die Nachfrage nach dem klassischen Bausparmodell ist seit Jahren rückläufig, was unter anderem auf die Niedrigzinspolitik der EZB zurückzuführen ist. Da Bausparkassen aber dennoch Geld verdienen müssen – um nach dem Bausparprinzip, zuteilungsreife Verträge ihren Kunden auszahlen zu können – wurde der Kombikredit in Leben gerufen. Das Problem bei der Bausparsofortfinanzierung ist die fehlende Transparenz. Diese bezieht sich dabei auf den Effektivzins.

Anhand des effektiven Jahreszinses lassen sich Kredite leichter miteinander vergleichen. Dies ist bei Kombikrediten nur möglich, wenn der Bausparvertrag am Ende der Zinsbindung, des Vorausdarlehens, zugeteilt wird, so Stiftung Warentest. Nur dann stehen Zinsen und Raten für die gesamte Laufzeit fest. Endet dagegen die Zinsbindung des Vorausdarlehens noch bevor der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, ist ein Vergleich zwischen den Angeboten einer Bausparkasse und der Finanzierung über eine Bank nur schwer möglich. Zudem kann der Kunde in eine Kostenfalle geraten. Denn ist der Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif, aber die Laufzeit für das Vorausdarlehen abgelaufen, wird eine Zwischenfinanzierung benötigt. Diese kann teuer werden, wenn in der Zwischenzeit die Zinsen gestiegen sind.

Unsere Empfehlung

Bei so komplizierten Finanzierungen wie dem Kombikredit mit Bausparvertrag sollten Sie sich mehrere Angebote einholen, die Bausparverträge ausführlich vergleichen und sich beispielsweise von der Verbraucherzentrale neutral dazu beraten zu lassen. 

Nur so können Sie sicherstellen, ob ein Bauspar-Kombikredit, ein klassischer Bausparvertrag oder eine Baufinanzierung sinnvoller für Ihr Vorhaben ist oder ob Sie in eine Kostenfalle tappen.

Bausparvertrag abschließen – darauf sollten Sie achten

Einen Bausparvertrag können Sie einfach online beantragen oder vor Ort bei Ihrer Bank nachfragen. Grundsätzlich gilt: Entscheiden Sie sich nicht für das erstbeste Angebot! Nehmen Sie den Aufwand in Kauf, holen Sie sich Angebote unterschiedlicher Bausparkassen ein und vergleichen Sie die Bauspartarife miteinander. Nur so können Sie feststellen, ob der Bausparvertrag zu Ihren Vorhaben passt und sich am Ende tatsächlich lohnt.

1. Finden Sie den passenden Bauspartarif

Für welchen Bauspartarif Sie sich entscheiden, ist in erster Linie von Ihrem Vorhaben abhängig. Legen Sie den Fokus auf Sparen, dann ist ein Bauspartarif mit einer hohen Guthabenverzinsung zu empfehlen. Möchten Sie dagegen mit dem Bausparvertrag eine Immobilie finanzieren, ist ein Tarif mit niedrigen Darlehenszinsen wichtig. Können Sie sich aktuell aber noch nicht auf ein Vorhaben festlegen, ist Optionsbausparen die ideale Lösung. Beim Optionsbausparen entscheiden Sie erst am Ende der Sparphase, ob Sie den Bausparvertrag mit Sparzinsen in Anspruch nehmen, oder ob Sie diesen als günstiges Darlehen zur Finanzierung verwenden.

Die Verzinsung des Bausparvertrags variiert von Vorhaben und Bauspartarif. Achten Sie bei der Wahl des Bauspartarifs auf einen möglichst hohen Zinsbonus, der beim Verzicht auf das Baudarlehen gewährt wird. Fragen Sie bei Ihrer Bausparkasse zudem nach, ob ein späterer Wechsel in einen renditefreundlicheren Bausparvertrag kostenlos und jederzeit möglich ist.

2. Legen Sie die Höhe der Bausparsumme fest

Lassen Sie sich zu der Höhe der Bausparsumme ausgiebig beraten. Auf keinen Fall sollten Sie diese zu hoch ansetzen. Ist die Bausparsumme zu hoch angesetzt, dauert es nämlich lange bis der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Zum anderem müssen Sie mit höheren Kosten bei der Rückzahlung des Darlehens rechnen. Und dieses müssen Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurückzahlen.

3. Sparen Sie monatlich

Ihr Bausparguthaben wächst kontinuierlich an. Dies geschieht durch Ihre monatlichen Sparraten, die mit vermögenswirksamen Leistungen aufgestockt werden können. Je nach Vertrag können zudem eventuelle Sonderzahlungen erfolgen. Nutzen Sie die Möglichkeit der Einmalzahlung, um so das Sparziel schneller zu erreichen.

4. Beantragen Sie die staatliche Förderung

Bausparen ist eine der wenigen Geldanlagen, die auch staatlich gefördert wird. Mit etwas Glück profitieren Sie gleich doppelt von der staatlichen Förderung, da sich grundsätzlich zwei einkommensabhängige Fördermöglichkeiten unterscheiden lassen:

  • Die Arbeitnehmersparzulage erhalten alle Arbeitnehmer, die ihre vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag investieren.
  • Im Rahmen der Wohnungsbauprämie werden Einzahlungen auf einen Bausparvertrag mit staatlichen Zuschüssen belohnt.

Die Anträge auf staatliche Förderung sendet Ihnen die Bausparkasse zu. Den ausgefüllten Antrag für die Wohnungsbauprämie senden Sie an Ihre Bausparkasse zurück, den Antrag für die Arbeitnehmersparzulage reichen Sie mit Ihrer Einkommensteuererklärung beim Finanzamt ein.

5. Ihr Guthaben wird inklusive Zinsen und Zuschüssen ausgezahlt

Wenn Sie die Sparphase beendet haben, zahlt die Bausparkasse Ihr angespartes Guthaben und die restliche Vertragssumme als Baudarlehen an Sie aus. Ist dieser Zeitpunkt nach einer Laufzeit von sieben Jahren, erhalten Sie zudem Zuschüsse vom Staat, wenn Sie darauf Anspruch haben.

Wenn Sie einen Bauspartarif mit Wahlzuteilung vereinbart haben, können Sie auch schon nach zwei Jahren die Auszahlung des Darlehens beantragen, ohne das Mindestguthaben von 40–50 % angespart zu haben. Dabei entfallen jedoch die staatlichen Förderungen. Die Bedingungen für die Wahlzuteilung sind individuell mit Ihrer Bausparkasse zu vereinbaren und unterliegen bestimmten Voraussetzungen, die sich von Bausparkasse zu Bausparkasse unterscheiden.

Vorteile und Nachteile von Bausparverträgen

  • Bausparen ist eine äußerst sichere Anlageform, die Planbarkeit und Sicherheit bietet. Denn bereits bei Vertragsbeginn vereinbaren Sie den Zinssatz für die Spar- und Darlehensphase. Dieser Zinssatz ändert sich dann nicht mehr.
  • Die Verzinsung des Bausparguthabens wird zu Vertragsbeginn festgelegt. Damit bleiben die Zinsen über die gesamte Vertragsdauer hinweg gleich und sind unabhängig von den Zinsschwankungen des Kapitalmarktes.
  • Sie erhalten über Ihren Bausparvertrag Zugang zu einem äußerst zinsgünstigen Darlehen.
  • Bausparen erhält staatliche Förderung in Form von vermögenswirksamen Leistungen.
  • Sie bleiben flexibel und entscheiden nach Ablauf einer siebenjährigen Sperrfrist selbst, wofür Sie Ihr Geld später verwenden.
  • In Zeiten einer Niedrigzinsphase ist ein Bausparvertrag nur bedingt zu empfehlen, da in der Sparphase der Guthabenzins niedriger ist als bei anderen Geldanlagen.
  • Ob ein Bausparvertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt zuteilungsreif ist, wird von den Bausparkassen nicht garantiert. Haben zu wenige in den Bauspartopf eingezahlt, ist die Auszahlung des Baudarlehens ungewiss, da den Bausparkassen nicht genügend Kapital zur Verfügung steht.
  • Beim Abschluss eines Bausparvertrags fällt eine sogenannte Vermittlerprovision oder auch Abschlussgebühr genannt an, die von den ersten Spareinlagen abgezogen wird. Diese kann bis zu 1,6 % der Bausparsumme betragen.
  • Aufgrund der langen Ansparzeit sind Bausparverträge für zeitnahe Immobilienkäufe ungeeignet.

Zusammenfassung – Wann ist Bausparen sinnvoll und wann nicht?

  • Da die Mindestlaufzeit bei einem Bausparvertrag mindestens 18 Monate beträgt, ist ein Bausparkredit nichts für kurzentschlossene Immobilienkäufer. In diesem Fall ist eine klassische Baufinanzierung empfehlenswerter, da diese binnen kürzester Zeit in Anspruch genommen werden kann.
  • Steht der Immobilienkauf erst in einigen Jahren an, kann die Finanzierung der Immobilie über den Bausparkredit sinnvoll sein. Besonders, wenn beim Vertragsabschluss die Zinsen niedrig sind und mit einem Zinsanstieg zu rechnen ist. Der Grund: Bausparzinsen werden beim Vertragsabschluss einmalig festgeschrieben und unterliegen damit keinen Zinsschwankungen.
  • Zur Bildung von Rücklagen, z.B. für Maßnahmen der Modernisierung, sind Bausparkredite besonders gut geeignet. Bei geringeren Kreditsummen sparen Sie die 40–50 % Mindestguthaben verhältnismäßig schnell an und profitieren bei der Kreditaufnahme wiederum von niedrigen Kreditzinsen.
  • Möchten Sie den Bausparvertrag als reine Sparanlage nutzen, dann lohnt sich das Bausparen nur, wenn die Guthabenzinsen hoch sind und Sie zusätzlich von staatlichen Förderungen profitieren. Im Umkehrschluss bedeutet dass, das bei hohen Bausparzinsen der Bausparvertrag weniger für die Immobilienfinanzierung geeignet ist, da die Tilgung des Bausparkredits folglich auch höher ausfällt.
  • Aktuell lohnt sich ein Bausparvertrag zur Bildung von Rücklagen oder für die spätere Teilfinanzierung einer Immobilie. Bei hohen Kreditsummen sollten alternative Finanzierungsmöglichkein zum Bausparvertrag herangezogen werden, da aufgrund der niedrigen Zinsen sich hier Einsparpotenziale ergeben können.
  • Vor Abschluss eines Bausparvertrags sollte grundsätzlich ein Bausparvertrag Vergleich durchgeführt werden. Nur so können Sie feststellen, welcher Bauspartarif am besten zu Ihrem Vorhaben passt.

Bausparvertrag – die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Muss ein Bausparvertrag später zum Bauen verwendet werden?

    Nein. Sie haben die freie Wahl, ob Sie Ihr Geld später für den Erwerb von Wohneigentum, für die Modernisierungen oder in ein neues Auto investieren wollen. Reine Renditesparer erhalten bei einem Verzicht auf das Bauspardarlehen oft einen Zinsbonus, der das Bausparen noch attraktiver macht. 

  • Was passiert mit meinem Bausparvertrag, wenn ich nicht mehr bauen möchte?

    Lediglich das Baudarlehen ist an wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden, über Ihr Bausparguthaben können Sie sowohl vor, als auch nach Zuteilung Ihres Bausparvertrages frei verfügen. Sollten Sie Ihr Bausparguthaben vor Ablauf von sieben Jahren anderweitig einsetzen, verlieren Sie allenfalls die staatlichen Zulagen.

  • Kann ich meinen Bausparvertrag kündigen?

    Bei Bedarf können Sie Ihren Bausparvertrag kündigen, in der Regel mit einer drei- bis sechsmonatiger Kündigungsfrist. Hierbei entfällt jedoch Ihr Darlehensanspruch, eine etwaige Abschlussgebühren-Rückerstattung und bei einer Kündigung innerhalb der ersten sieben Jahre die staatliche Förderung.

  • Welche Bausparsumme sollte ich wählen?

    Da Sie die Abschlussgebühr prozentual auf die Bausparsumme zahlen, sollten Sie diese nicht zu hoch wählen. Als Bausparer mit Darlehensverzicht empfiehlt es sich, dass die Bausparsumme das Zehnfache Ihrer jährlichen Sparleistung beträgt. Planen Sie Sondertilgungen oder möchten Sie Ihr Geld länger als acht Jahre anlegen, sind höhere Bausparsummen empfehlenswert.

    Sie planen, Ihren Bausparvertrag zur Finanzierung von Wohneigentum anzulegen? Dann sollten Sie die Bausparsumme so wählen, dass Sie in der geplanten Zeit die Mindestsparsumme von 40–50 % der Bausparsumme erreichen. Mit jeder zusätzlichen Zahlung reduzieren Sie Ihren Darlehensanspruch, der sich aus der Differenz zwischen Bausparsumme und Sparleistung ergibt.

  • Was tue ich, wenn mein Vertrag zuteilungsreif wird?

    Sie haben folgende Möglichkeiten:

    • Sie nehmen die Zuteilung an und beantragen das Bauspardarlehen. Sie erhalten Ihr Guthaben plus Zinsen und staatlicher Förderung sowie Ihr Darlehen ausgezahlt. Es beginnt die Tilgung. Das Darlehen kann übrigens ausschließlich für die Immobilie selbst oder Dinge verwendet werden, die fest mit einer Immobilie verbaut werden.
    • Sie nehmen die Zuteilung an und erhalten Ihr Guthaben inklusive Zinsen ausgezahlt. Das Darlehen können Sie sich später auszahlen lassen. Je nach Tarif bis zu einem Jahr nach Auszahlung des Guthabens.
    • Sie verzichten auf Ihr Darlehen. So wird Ihnen Ihr Sparguthaben nebst Zinsen ausgezahlt. Manche Bausparkassen zahlen in diesem Fall einen zusätzlichen Bonuszins aus, der die Rendite Ihres Bausparvertrages erheblich steigert.
    • Sie erhöhen die Bausparsumme Ihres Vertrages und sparen weiter an.
    • Sie lassen sich das Guthaben und Darlehen erst später auszahlen und beantragen, dass die Zuteilung verschoben wird.
  • Können auch Kinder bausparen?

    Ja, Bausparen ist in jedem Alter möglich und wird sogar ab dem 16. Lebensjahr vom Staat mit Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage gefördert. Das ist zudem völlig unabhängig vom Einkommen der Eltern.

  • Wird der Bausparvertrag versteuert?

    Ja! Wie bei jeder Geldanlage, die Renditen bringt, fällt die sogenannte Abgeltungssteuer an. Diese besagt, dass Gewinne aufgrund von Zinsen oder Dividenden an das Finanzamt abgeführt werden müssen. Dies ist auch bei Bausparzinsen der Fall. Mit einem Freistellungsauftrag können Sie sich die Steuer aber sparen. Diesen müssen Sie jedoch bis Ende des Jahres bei Ihrer Bausparkasse stellen.

Fragen & Antworten zum Bausparvertrag
 

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