Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Menschen in Deutschland steuern auf eine Rentenlücke zu. Mit gezielter Planung können Sie Ihre Versorgungslücke ausgleichen.
- Welt-ETFs sind eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, die Rentenlücke zu schließen. Sie bieten breite Streuung und historisch im Schnitt rund 8 % Rendite pro Jahr.
- Im Rahmen des von der Bundesregierung für 2027 geplanten neuen Altersvorsorgedepots können Sie jährliche Zuschüsse in Höhe von 540 € für Ihre Einzahlungen erhalten.
Was ist die Rentenlücke?
Bei der Planung der Altersvorsorge ist die Rentenlücke oder auch Vorsorgelücke ein wichtiger Begriff. Hierbei handelt es sich um die Differenz zwischen den Rentenansprüchen, die Sie im Alter haben, und der Rente, die Sie wahrscheinlich benötigen werden, um Ihren Lebensstandard zu halten. Als Bedarf wird meist 80 % des letzten monatlichen Nettogehalts vor Renteneintritt angesetzt.
Wie kann ich meine Rentenlücke berechnen?
Gehen wir als Beispiel davon aus, dass Sie bei Renteneintritt eine Nettorente in Höhe von 1.500 € erhalten. Ihre Wunschrente liegt jedoch bei 2.000 €, um Ihren bestehenden Lebensstandard halten zu können. Somit besteht eine Differenz von 500 €, die Sie im Alter zusätzlich benötigen werden. Eigentlich gar nicht so kompliziert, jedoch kommen nun die Faktoren, die die Berechnung der Rentenlücke beeinflussen:
- Alter
- Inflation
- Zinsentwicklung
- Lebenserwartung
- Steuern
Rentenlückenrechner: Jetzt Rentenlücke berechnen!
Wie hoch ist also meine Rentenlücke? Wenn Sie Ihre persönliche Vorsorgelücke berechnen wollen, ganz ohne komplizierte Formel, Taschenrechner oder Unterlagen, nutzen Sie ganz einfach unseren Rechner.
Geben Sie nur Ihr aktuelles Alter und Ihr monatliches Nettoeinkommen an. Der Rechner zeigt Ihnen dann die geschätzte gesetzliche Rente, die benötigte Rente sowie die daraus resultierende Rentenlücke an. Praktisch: Sie sehen auch auf einen Blick, mit welcher monatlichen Sparrate Sie die Lücke schließen können.
Rentenlücke: Wie viel Geld brauche ich im Alter überhaupt?
Wie viel Geld Sie im Alter benötigen, hängt von Ihrer persönlichen Situation wie auch von Ihrem gewohnten Lebensstandard ab.
- Haben Sie eine eigene Wohnung bzw. Haus oder wohnen Sie zur Miete?
- Wie wichtig sind Ihnen Urlaubsreisen?
- Verfolgen Sie kostspielige Hobbys?
All das sind Faktoren, die Ihren monatlichen Bedarf beeinflussen.
Wollen Sie Ihren Lebensstandard halten? Dann können Sie Ihre aktuellen Einnahmen als Anhaltspunkt ansetzen. Lassen Sie jedoch über die Jahre steigende Kosten nicht aus den Augen und kalkulieren Sie mit einer entsprechenden Reserve. In unserem Rentenlücken-Rechner nutzen wir den letzten Nettolohn als Referenz und kalkulieren mit 80 % davon, damit Sie den Lebensstandard halten können.
Wie kann ich meine Rentenlücke schließen?
Mit unserem Rechner können Sie nicht nur Ihre Rentenlücke berechnen. Er zeigt Ihnen außerdem an, wie viel Geld Sie für die Rente zurücklegen sollten. Dieser Wert ist allerdings nur ein Anhaltswert, den unter anderem die zukünftige Inflation sowie der Rendite Ihrer Geldanlage beeinflusst.
Suchen Sie nach möglichst renditestarken Anlageoptionen, die über die Jahre im Schnitt am besten deutlich mehr Zinsen pro Jahr erzielen, als die Inflationsrate an Kaufkraft vernichtet. Als durchschnittliche Inflationsrate rechnen Experten mit mindestens 2 %.
Die klassische private Rentenversicherung lohnt sich momentan nur selten. Das gilt insbesondere für neue Verträge. Sie sind oft unflexibel, intransparent und viel zu teuer.
Derzeit haben Sie gut Chancen sowohl bei sicheren Anlageprodukten wie Festgeld als auch renditeorientierter am Aktienmarkt. Wichtig ist hierbei, nicht alle Sparbeträge auf eine Karte zu setzen, sondern Ihr Kapital zu streuen.
Wenn Sie sich nicht mit einzelnen Aktien beschäftigen möchten, bieten sich ETFs oder aktiv gemanagte Fonds an, die oftmals auch per Sparplan bespart werden können. ETFs sind börsennotierte Indexfonds, die passiv verwaltet werden. Sie sind besonders kostengünstig und erzielen oft sogar höhere Rensiten als klassische Fonds. Auf unseren Seiten zur Altersvorsorge und ETF-Altersvorsorge erklären wir Ihnen geeignete Anlagemöglichkeiten genauer.
Sparen fürs Alter: Wie fange ich an?
Mit der Berechnung Ihrer Rentenlücke haben Sie den wichtigsten Schritt bereits getan! Nun geht es darum, auch aktiv bei der Geldanlage zu werden. Entscheiden Sie sich für Investition in Aktien oder ETFs, benötigen Sie zuerst ein Depot. Hier hilft Ihnen unser unverbindlicher Depotvergleich, den richtigen Anbieter zu finden.
Ab 2027 können Sie bis zu 540 € Zuschuss pro Jahr sowie zusätzlich 300 € je Kind in Anspruch nehmen. Denn die Bundesregierung plant ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot, das die Riester-Rente ablösen und Investitionen in kostengünstige, renditestarke ETFs ermöglichen soll. Der Bundesrat muss noch zustimmen.
Eine gute Option für alle, die sich nicht aktiv mit Ihrer Geldanlage beschäftigen aber dennoch von Schwankungen am Aktienmarkt profitieren möchten, sind Anlageroboter, sogenannte Robo-Advisors. Sie kümmern sich ganz automatisch um Ihren Anlagebetrag und haben in den vergangenen Jahren gute Renditen erzielt.
Möchten Sie erst einmal mit einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto starten, können Sie hier aktuelle Konditionen vergleichen und den passenden Anbieter auswählen.
Je jünger Sie beginnen, desto niedriger fällt die Sparrate für die Rentenlücke aus. Doch als Stundent oder junger Berufstätiger bleibt oft nicht viel Geld übrig. Die 50-30-20-Regel kann hier sehr hilfreich sein.
Wie wird die Rente versteuert?
Bei der Versteuerung der Rente gibt es eine Vielzahl von Regelungen. Sind Sie sich hier nicht sicher, empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater oder den örtlichen Lohnsteuerhilfeverein aufzusuchen. Hier wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick über Besteuerung der gesetzlichen und der privaten Renteneinkünfte geben.
Wie wird die gesetzliche Rente versteuert?
Wie bei allen Einkünften in Deutschland kommen Sie auch bei der Rente nicht am Finanzamt vorbei. Basis der Berechnung ist hierbei die Jahresbruttorente.
Am Anfang wird der Rentenfreibetrag abgezogen. Entscheidend für die Höhe des Freibetrags ist das Jahr des Rentenbeginns. Im Jahr 2026 beträgt dieser 16 % und fällt jährlich um 0,5 Prozentpunkte. Gehen Sie also erst ab dem Jahr 2058 in Rente, haben Sie keinen Anspruch auf einen Rentenfreibetrag.
Im nächsten Schritt wird der steuerliche Grundfreibetrag abgezogen. Für das Jahr 2026 beträgt er 12.348 € für Alleinstehende, bei Verheirateten ist es das Doppelte. Erhalten Sie nun einen negativen Wert, so müssen Sie keinerlei Einkommenssteuern an das Finanzamt abführen.
Steht hier ein positiver Wert, sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet und müssen auf den übrigen Betrag Steuern entrichten. Sie können dabei aber Ausgaben wie haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerkosten oder Sonderausgaben geltend machen.
Wie wird die private Rente versteuert?
Rentenzahlungen aus privaten Rentenversicherungen werden staatlich gefördert. Hintergrund ist hier, dass die Investition in die Rentenversicherung aus bereits versteuerten Geldern kam. Je nach Renteneintrittsalter muss allerdings ein gewisser Prozentsatz versteuert werden.
Beispielrechnung zur Versteuerung der privaten Rentenversicherung
Bei einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren wäre der zu versteuernde Anteil 17 %. Bei einer vereinbarten Rentenzahlung von 1.000 € pro Monat müssen also 170 € versteuert werden. Bei einem angenommenen persönlichen Steuersatz von 30 %, ergebe dies 51 € an Steuern.
Auch bei Verträgen, die eine einmalige Zahlung vorsehen, gibt es steuerliche Vergünstigungen. Hier muss unter den Bedingungen, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre lief und die Auszahlung frühestens mit 62 Jahren erfolgt, nur die Hälfte der Erträge versteuert werden. Ein Beispiel: Sie erhalten 50.000 € aus einer Rentenversicherung. Eingezahlt haben Sie 30.000 €. Dann beträgt der Ertrag 20.000 €. Zu versteuern sind hiervon also 10.000 €, während die andere Hälfte des Ertrags steuerfrei bleibt.
Fazit: So schließen Sie Ihre Rentenlücke
Am einfachsten erreichen Sie finanzielle Sicherheit im Ruhestand, indem Sie jeden Monat einen festen Betrag für Ihre private Zusatzrente anlegen, z. B. per Sparplan auf einen Welt-ETF. Je früher Sie damit starten, desto massiver greift Ihnen bei der finanziellen Altersvorsorge der Zinseszins unter die Arme. D. h., Sie müssen selbst weniger sparen, weil Ihr Geld schon für Sie arbeitet.
Dabei können Sie ab 2027 eine besondere Unterstützung vom Staat erhalten. Im Rahmen des neuen Altersvorsorgedepots profitieren Sie von Zuschüssen, die bis zu 540 € pro Jahr zuzüglich 300 € pro Kind betragen.
