Lohnen sich Peer-to-Peer-Kredite als Geldanlage?

Chancen und Risiken des privaten Geldverleihs mit P2P-Krediten

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* Weiterführende und detailliertere Informationen zu den dargestellten Konditionen finden Sie auf den Seiten des Anbieters. Alle Angaben ohne Gewähr.

Das Wichtigste in Kürze

  • P2P-Kredite als Geld­anlage bieten attrak­tive Rendite­chancen, gehen aber mit höheren Risiken einher als Bank­einlagen.
  • Peer-to-Peer-Kredite eignen sich vor allem als Ergän­zung eines breit diversi­fizierten Portfolios.
  • Klassische Finan­zierungs­modelle zwischen privaten Anlegern und privaten Kredit­nehmern sind seltener geworden. Nun arbeiten P2P-Platt­formen oft mit speziali­sierten Kredit­unter­nehmen zusammen.

Lohnen sich Peer-to-Peer-Kredite als Geldanlage heute noch?

Zuständige Redakteurin für den Bereich Geldanlage
Stand: 29.07.2026

Peer-to-Peer-Kredite, kurz: P2P-Kredite, können sich als Geld­anlage lohnen – aller­dings nicht für jeden Anleger und nicht als Ersatz für sichere Anlage­formen wie Tages­geld oder Fest­geld. P2P-Kredite sind eine Geld­anlage, bei der Sie in Kredite inves­tieren. Dies bietet oft höhere Rendite­chancen als Bank­einlagen, geht aber auch mit deut­lich höheren Risiken einher, z. B. wenn der Schuldner ausfällt. Ob eine Investition in P2P-Kredite sinn­voll ist, hängt des­halb vor allem von Ihrer Anlage­strategie, Ihrem Sicher­heits­bedürfnis und Ihrer Risiko­trag­fähigkeit ab.

Innerhalb eines breit diversi­fizierten Port­folios können P2P-Kredite eine rendite­orien­tierte Beimischung sein. Für den Not­groschen oder kurz­fristige Spar­ziele sind P2P-Kredite dagegen nicht geeignet, da weder eine gesetz­liche Einlagen­sicherung besteht noch das inves­tierte Kapital garan­tiert ist. Für die private Alters­vorsorge empfehlen wir, statt in P2P-Kredite über­wiegend lang­fristig in Welt-Aktien-ETFs, z. B. auf die Indizes MSCI World oder MSCI ACWI zu investieren.

Bevor Sie sich für eine Platt­form entscheiden, sollten Sie daher zunächst prüfen, ob P2P-Kredite über­haupt zu Ihren Anlage­zielen passen.

Für wen eignen sich P2P-Kredite – und für wen nicht?

Ob P2P-Kredite zu Ihrer Anlage­strate­gie passen, hängt vor allem von Ihren persön­lichen Voraus­set­zungen und Anlage­zielen ab. Die folgende Über­sicht hilft Ihnen bei der Ein­ord­nung.

Anwendungsgebiete für eine Geldanlage in P2P-Kredite

Geeignet fürWeniger geeignet für
  • verzichtbares Geld
  • Notgroschen
  • risikobereite Anleger
  • sicherheitsorientierte Anleger
  • langfristigen Anlagehorizont
  • kurzfristen Anlagehorizont
  • breit diversifiziertes Portfolio
  • möglichst einfaches Portfolio
  • Beimischung für bestehendes Portfolio
  • Hauptbestandteil eines Portfolios
  • erfahrene Anleger
  • Geldanlage-Einsteiger
  • alternative Investments
  • Altersvorsorge

Treffen möglichst viele der genannten Punkte unter „Geeignet für“ auf Sie zu, kann eine Inves­tition in P2P-Kredite eine sinn­volle Ergän­zung Ihres Port­folios sein. Andern­falls sollten Sie zunächst prüfen, ob besser geeig­nete Anlage­formen Ihre Anlage­ziele erfüllen.

Welche Rolle spielen P2P-Kredite im Portfolio?

P2P-Kredite als Geldanlage können ein beste­hendes Portfolio sinn­voll ergänzen, sollten aber nur einen begrenzten Teil Ihres Vermö­gens aus­machen. Eine ausge­wogene Geld­anlage besteht in der Regel aus mehreren Anlage­klassen, die unter­schied­liche Auf­gaben erfüllen. Gewinn­absicht, Sicher­heit und Verfüg­barkeit sollten aus­balan­ciert sein. So lassen sich Rendite­chancen nutzen, ohne das gesamte Vermögen einem einzelnen Risiko auszu­setzen.

Eine mögliche Aufteilung könnte beispiels­weise so aussehen:

  • Notgroschen: Tagesgeld für kurz­fristig verfüg­bares Geld
  • Planbare Ausgaben: Festgeld oder Anleihen für mittel­fristige Ziele
  • Langfristiger Vermögensaufbau: überwiegend breit gestreute Aktien-ETFs
  • Diversifizierung: P2P-Kredite, Gold oder Bitcoin als mögliche Bei­mischung

Welcher Anteil für P2P-Kredite sinnvoll ist, hängt von Ihrer persön­lichen Risiko­bereit­schaft und Ihrer Vermögens­struktur ab. Wir empfehlen, alter­native Anlagen wie P2P-Kredite nur mit einem kleineren Teil des Gesamt­vermögens zu berück­sichtigen.

Was ist ein P2P-Kredit?

Ein Peer-to-Peer-Kredit (kurz: P2P-Kredit) ist ein Kredit, den Privatanleger über eine Online-Plattform finanzieren. Das Geld fließt meist an Privat­personen für Konsum­kredite, teil­weise aber auch an Unter­nehmen oder Immo­bilien­projekte. Ebenfalls gängig ist die Bezeich­nung P2P-Lending (lending: englisch für „Verleih“).

Ursprünglich war die Idee, dass sich Privat­personen über Online-Plattformen gegenseitig Geld leihen. Anleger stellten das Kapital bereit und erhielten dafür Zinsen, Kredit­nehmer zahlten die verein­barten Zinsen zurück. Heute arbeiten viele P2P-Plattformen jedoch mit speziali­sierten Kredit­unter­nehmen zusammen, die die Kredite vergeben und über die Platt­form an Anleger vermitteln.

Wie kann ich mit Peer-to-Peer-Krediten Geld verdienen?

Beim Peer-to-Peer-Kredit verleihen Sie quasi selbst Geld. Und weil Sie das nicht aus reiner Nächstenliebe tun, bekommen Sie dafür Zinsen vom Kreditnehmer. Die Vermittlung und Zusammenführung von Geldgeber und Geldnehmer übernehmen P2P-Plattformen im Internet. Außerdem nehmen die P2P-Kreditplattformen eine Bonitätseinschätzung der Kreditnehmer und deren Finanzierungsvorhaben vor. Das Ergebnis stellt die Plattform den Anlegern in einem sogenannten Bonitäts-Score zur Verfügung.

P2P-Kredite bieten Anlegern hohe Flexibilität

Auf Basis dieses Scores und Ihrer persönlichen Einschätzung des Kreditnehmers (der Kreditnehmer stellt sich und sein Finanzierungsvorhaben anonymisiert auf der Plattform vor) können Sie eine Entscheidung für oder gegen die Investition fällen. Entscheiden können Sie außerdem in der Regel über:

  • die gewünschte Anlagesumme
  • die Laufzeit
  • das Anlageland (einige Plattformen bieten auch ausländische Investitionsprojekte)
  • die Verteilung von kleineren Beträgen auf mehrere Kreditgesuche

Die Anlage in Peer-to-Peer-Kredite ist damit individueller und oft auch flexibler als herkömmliche Geldanlageformen mit häufig langen Laufzeiten und starren Konditionen.

Infografik, die verdeutlicht wie P2P-Kredite funktionieren. Weitere Details finden sich in der aufklappbaren Bildbeschreibung unter der Grafik.
  • Diese Grafik verdeutlicht, wie P2P-Kredite funktionieren. Links befinden sich Investoren, die Geld über eine P2P-Plattform investieren. Die Plattform ist in der Mitte der Grafik dargestellt. Rechts davon ist der Kreditnehmer skizziert, der die Kreditsumme über die Plattform erhält. Außerdem wird mit weiteren Pfeilen verdeutlicht, dass der Kreditnehmer die Monatsrate und Zinsen an die Plattform zahlt. Die Investoren erhalten Rückzahlungen und Rendite. 

Ein Peer-to-Peer-Kredit kann ohne Bank auskommen

Nicht jede P2P-Plattform arbeitet mit einer Bank zusammen. Viele Plattformen kooperieren heute stattdessen mit spezialisierten Kreditunternehmen, die die Darlehen vergeben. Banken oder Zahlungsdienstleister übernehmen häufig lediglich die Kontoführung und den Zahlungsverkehr. Welche Gebühren anfallen, hängt von der jeweiligen Plattform ab.

Wie hoch ist die Rendite bei Peer-to-Peer-Krediten?

P2P-Kreditplattformen versprechen teilweise Renditen über 10 %. Lassen Sie sich davon nicht blenden. Die Erfahrung zeigt, dass viele Anleger P2P-Kredite in Ihrem Portfolio haben, die ausfallen. Dadurch reduziert sich die realistisch zu erwartende Rendite für Anleger auf ca. 4 bis 6 % oder weniger. Damit liegen die Zinsen beim P2P-Lending oft noch über der Rendite von sicheren Geldanlageformen.

Wir befinden uns nicht mehr in einer Niedrigzinsphase. Das wissen all diejenigen, die heute mehr bezahlen müssen als früher, um sich Geld zu leihen, zum Beispiel um eine Baufinanzierung abzuschließen oder einen Autokredit aufzunehmen. Für Anleger sind es keine schlechten Zeiten. Eine hohe Rendite ist bei langem Anlagehorizont bei Welt-Aktien-ETFs zu erwarten. Mit klassischen Geldanlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld und deren Verzinsung können sie in etwa die Inflationsrate ausgleichen, aber keine erhebliche Rendite erzielen. 

Mit einem kleinen Prozentsatz Ihres Vermögens in P2P-Kredite zu investieren, kann eine interessante Option sein. Beachten Sie aber, dass Sie hier keinen Schutz Ihres Geldes wie die gesetzliche Einlagensicherung bei Tages- oder Festgeld haben.

Vorteile und Nachteile von P2P-Lending auf einen Blick

Vorteile:

  • hohe Rendite möglich
  • flexible Laufzeiten
  • auch geringe Anlagesummen, je nach Plattform ab 1 € oder 50 € möglich
  • Investition in eine große Anzahl an Krediten gleichzeitig
  • Risiko weitestgehend transparent und selbst wählbar
  • Portfolio individuell steuerbar
  • Ausfallrisiko
  • Risiko der falschen Bonitätseinschätzung des Kreditnehmers
  • Risiko der Insolvenz der P2P-Plattform

P2P-Plattformen: So investieren Sie in P2P-Kredite

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, dass eine Geldanlage in P2P-Kredite für Sie geeignet ist, überlegen Sie, in welcher Höhe Sie eine Beimischung in P2P-Kredite für Ihr Vermögen wünschen. Wir empfehlen, diese Anlageklasse nur mit einem kleinen Anteil zu gewichten. Dann gehen Sie beim Investieren wie folgt vor.

1. Schritt: Wählen Sie eine Peer-to-Peer-Plattform aus

Zunächst wählen Sie eine P2P-Plattform aus, auf der Sie Ihre Investition tätigen wollen. Kriterien, nach denen Sie sich für oder gegen eine Plattform entscheiden, können sein:

  • Gründungsjahr: Vorsicht bei jungen Unternehmen. Plattformen, die schon länger am Mark Bestand haben, sind in der Regel vertrauenswürdiger.
  • Unternehmenssitz: Plattformen aus Deutschland haben den Vorteil, dass die Kommunikation im Falle einer Pleite der Plattform bei gerichtlichen Auseinandersetzungen einfacher ist.
  • Anlagebetrag und Laufzeit: Prüfen Sie, wie hoch der jeweilige Anlagebetrag bei der Plattform ist und welche Laufzeiten angeboten werden. Geringe Anlagebeträge und kurze Laufzeiten ermöglichen eine hohe Flexibilität und sind damit weniger riskant.
  • Plattformgebühren: Überprüfen Sie, ob die Plattform Gebühren für die Vermittlung eines passenden Kreditgesuchs erhebt, bei einigen Peer-to-Peer Kreditplattformen ist dies der Fall.

Haben Sie sich für eine Plattform entschieden, registrieren Sie sich online. Dazu befolgen Sie die Anweisungen der jeweiligen Webseite.

P2P-Anbieter im Vergleich

UnternehmensdatenMintosBondora
Gründungsjahr20152008
UnternehmenssitzLettlandEstland
minimale Anlage­summe50 €1 €
Rendite

ca. 8–10 %

(je nach Portfolio und Risiko)

bis zu 6 %
  • Gebühren
  • Verwaltungsgebühren für automatische Portfolios
  • Kosten für Währungsumtausch möglich
  • Kosten für Sekundärmarkt möglich
  • keine Verwaltungsgebühr
  • 1 € Auszahlungsgebühr

Quelle: Vergleich.de, Stand: Juli 2026

2. Schritt: Suchen Sie ein P2P-Finanzierungsvorhaben aus

Im zweiten Schritt suchen Sie nun ein Projekt aus, in das Sie investieren wollen. Die Plattform liefert Ihnen Informationen

  1. zum Kreditnehmer oder Kreditprojekt,
  2. zum Verwendungszweck des Kredits
  3. und – besonders wichtig – zum Ausfallrisiko bereit.

Je nach Plattform erhalten Sie unterschiedliche Informationen zur Bonität. Einige Plattformen vergeben einen Bonitäts-Score für den einzelnen Kreditnehmer. Andere bewerten stattdessen das Kreditunternehmen und das Risiko des jeweiligen Kreditportfolios. Grundlage der Bonitätsbewertung sind unter anderem Auskünfte von Wirtschaftsauskunfteien sowie weitere Informationen zur finanziellen Situation des Kreditnehmers. Die Bewertung hilft Anlegern dabei, das Ausfallrisiko eines Kredits besser einzuschätzen.

Automatisch investieren durch die P2P-Plattform

Alternativ zur manuellen Auswahl von Anlageprojekten können Sie bei den meisten Plattformen die automatische Verteilung Ihres Kapitals durch einen Portfoliomanager wählen. Dafür werden häufig Gebühren fällig. Ihr Geld wird dann automatisch einem oder mehreren Krediten zugeordnet. Sie hinterlegen dazu einmalig, wie viel Risiko Sie eingehen möchten und wie hoch die Investition pro Kredit mindestens und maximal sein soll. Außerdem können Sie festlegen, ob Sie eine Refinanzierung Ihrer Gewinne wünschen.

3. Schritt: Lassen Sie sich Ihre Rendite auszahlen

Die Auszahlung Ihrer Rendite verläuft je nach Plattform auf Wunsch (das heißt, wenn Sie Ihr Investment beenden möchten) oder zusammen mit dem eingesetzten Kapital. Wenn Sie vor Ablauf der Kreditlaufzeit Ihr Geld zurückhaben möchten, können Sie den Kredit oft gegen eine Gebühr einem anderen Kreditgeber verkaufen.

Ausfallrisiko: Was passiert, wenn ein Peer-to-Peer-Kredit ausfällt?

Fällt ein Kredit aus, versuchen zunächst das Kreditunternehmen oder die P2P-Plattform, den ausstehenden Betrag einzutreiben. Dazu können Mahnungen, Zahlungsvereinbarungen oder ein Inkassoverfahren gehören. Welche Maßnahmen ergriffen werden, hängt vom Geschäftsmodell der jeweiligen Plattform ab.

Als Anleger haben Sie in der Regel keinen direkten Kontakt zum Kreditnehmer. Viele Plattformen informieren jedoch über den Bearbeitungsstand notleidender Kredite oder laufender Inkassoverfahren.

Trotz Bonitätsprüfungen und möglicher Rückkaufverpflichtungen bleibt ein Ausfallrisiko bestehen. Dieses beschränkt sich nicht nur auf den einzelnen Kreditnehmer. Auch finanzielle Schwierigkeiten des Kreditunternehmens oder der P2P-Plattform können zu Verzögerungen oder Verlusten führen. Anleger sollten ihr Kapital deshalb möglichst auf viele Kredite, Kreditunternehmen und – wenn möglich – mehrere Plattformen verteilen.

Was ist die Rückkaufverpflichtung bei Peer-to-Peer-Krediten?

Einige P2P-Plattformen, wie zum Beispiel Mintos, bieten eine soge­nannte Rück­kauf­verpflich­tung. Diese verspricht, verzö­gerte Kredite und die bis dahin ange­laufenen Zinsen vom säumigen Schuldner zurück­zukaufen, sodass der Kredit­geber entlastet wird. Das geschieht durch das mit der Platt­form kooperierende Kredit­unter­nehmen, über das die Bank­geschäfte abge­wickelt werden.

Als Anleger muss Ihnen aber klar sein, dass auch eine solche Rück­kauf­verpflich­tung theo­retisch ausfallen kann. Sollten sich Kredit­ausfälle häufen, können diese nur bis zu einem bestimmten Punkt aufge­fangen werden.

Was passiert, wenn eine P2P-Plattform pleitegeht?

Ein zweites, großes Risiko besteht in der Plattform selbst. Geht die Plattform pleite, ist im schlimmsten Fall auch Ihr Kapital weg. Es kann auch sein, dass sich Auszahlungen verzögern oder Sie nur einen Teil Ihres Geld zurückerhalten. Viele P2P-Plattformen sind relativ jung und noch nicht sehr lange am Markt. Das heißt, sie verfügen eventuell über wenig Eigenkapital und können selbst schnell Opfer von Pleiten werden.

Wenn die Plattform Finanzberichte oder Statistiken über ihr Wachstum, das vermittelte Kreditvolumen, Investoren und Ausfallraten auf ihrer Webseite veröffentlicht, sollten Sie die Zahlen verfolgen, um das Pleiterisiko einzuschätzen.

Die 3 wichtigsten Tipps für Ihre Peer-to-Peer-Anlagestrategie

Aus dem Risiko des Kreditausfalls sowie dem Risiko der Plattformpleite leiten sich auch die wichtigsten Regeln für die Geldanlage in P2P-Kredite ab:

  1. Streuen Sie das Risiko: Das bedeutet, dass Sie Ihr Kapital niemals in nur ein Projekt investieren sollten. Am besten ist eine hohe Diversifikation mit kleinen Beträgen. Fällt ein Kredit aus, wird der Verlust durch die relativ geringe Summe verschmerzbar sein.
  2. Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb: Investieren Sie auf mehreren P2P-Plattformen. Kommt es zur Pleite einer Plattform, verlieren Sie nicht Ihr gesamtes Kapital.
  3. Seien Sie geduldig: Gerade, wenn Sie wie empfohlen viele kleine Beträge investieren, braucht Ihr Investment Zeit, um sich entwickeln zu können. Geben Sie sich diese Zeit und investieren Sie lieber auf lange und sichere Sicht als kurzfristig viel zu riskieren.

Typische Denkfehler bei P2P-Krediten

Einige Anleger ordnen P2P-Kredite falsch ein. Rund um diese Anlage­form halten sich Annah­men, die zu Fehl­entschei­dungen führen können. Die wichtigsten davon finden Sie hier.

  • „Für meinen Notgroschen eignen sich P2P-Kredite wegen der hohen Zinsen besser als Tagesgeld.“ 
    Das ist ein häufiger Irrtum. Ein Not­groschen sollte jederzeit verfügbar und mög­lichst sicher angelegt sein. Da P2P-Kredite keiner gesetz­lichen Einlagen­sicherung unter­liegen, ein Verlust­risiko besteht und sie auch nicht jeder­zeit liquidiert werden können, eignen sie sich dafür in der Regel nicht.
  • „P2P-Kredite sind auch für kurzfristige Sparziele geeignet.“
    P2P-Kredite haben oft mehr­jährige Lauf­zeiten. Ein Verkauf am Zweit­markt ist nicht immer möglich oder nur mit Abschlägen. Wenn Sie das Geld in den nächsten Jahren benö­tigen, sind andere Anlage­formen meist besser geeignet.
  • „Hohe Renditen bedeuten automatisch eine gute Geldanlage.“
    Hohe Rendite­chancen gehen bei P2P-Krediten mit einem entsprechend höheren Risiko einher. Beur­teilen Sie eine Geld­anlage deshalb nicht allein nach dem Gewinn in der Ver­gangen­heit oder der für die Zukunft erwarteten Rendite, sondern berück­sichtigen Sie auch mög­liche Aus­fälle und Verluste.
  • „Eine Rückkaufverpflichtung schützt mich vor Verlusten.“
    Das stimmt nicht. Die Rück­kauf­ver­pflich­tung greift nur, wenn das jeweilige Kredit­unter­nehmen zahlungs­fähig bleibt. Gerät dieser oder die Platt­form in finan­zielle Schwierig­keiten, sind Ver­luste dennoch möglich.
  • „Wenn ich breit streue, kann ich kein Geld verlieren.“
    Eine breite Diversi­fikation verringert das Risiko einzelner Kredit­ausfälle, schließt Verluste aber nicht aus. Auch bei einer guten Streuung bleibt ein Rest­risiko bestehen.
  • „P2P-Kredite können breit gestreute Aktien-ETFs ersetzen.“
    P2P-Kredite eignen sich eher als Ergän­zung eines bereits breit aufge­stellten Port­folios. Für den lang­fristigen Vermögens­aufbau und die private Alters­vor­sorge sollten welt­weit diversi­fizierte Aktien-ETFs in der Regel die wichtigere Rolle spielen.

Wenn Sie diese typischen Denkfehler vermeiden und P2P-Kredite nur als Ergän­zung eines breit diversi­fizierten Port­folios ein­setzen, können Sie die Risiken bewusster einschätzen und fundiertere Anlage­entschei­dungen treffen.

Achtung bei der Versteuerung von Peer-to-Peer-Krediten!

Einen Fallstrick gibt es noch, den Sie bei Peer-to-Peer-Krediten unbedingt kennen müssen: die Versteuerung. Denn anders als zum Beispiel bei Aktiengewinnen wird die Abgeltungssteuer nicht automatisch einbehalten. Sie sind als Anleger selbst für die Versteuerung Ihrer Gewinne aus P2P-Krediten verantwortlich und müssen die Zinszahlungen von jedem einzelnen Kredit, in den Sie investiert haben, nachweisen.

Einige Plattformen bieten als Service die Zusammenstellung aller Zinseinnahmen, bei anderen müssen Sie die Erträge selbst ermitteln und summieren.

  • Die Gewinne, die Sie durch P2P-Kredite gemacht haben, müssen Sie in der Anlage KAP, Zeile 14 („Inländische Kapitalerträge“) in der Steuererklärung vermerken. Erzielen Sie bei mehreren deutschen Plattformen Zinsgewinne, müssen Sie die Einzelbeträge addieren und die Gesamtsumme eintragen.

  • Bei ausländischen P2P-Plattformen verhält es sich komplizierter. In der Regel erhalten Sie hier nicht automatisch einen Nachweis Ihrer Zinserträge, sondern müssen sie selbst berechnen. Folgende Kategorien müssen Sie bei Ihrer Aufstellung berücksichtigen:

    • Zinserträge
    • Verzugszinszahlungen
    • Zinsen, aus sogenannten „Interest Income on Rebuy“. Das sind Zinsen aus Krediten mit Rückkaufgarantie. Hat der Kreditnehmer länger als 60 Tage nicht getilgt, tritt bei einigen Anbietern eine Rückkaufgarantie ein und Sie bekommen den Tilgungsanteil plus Zinsen ausbezahlt.
    • Gewinne, die Sie auf dem Sekundärmarkt gemacht haben – sogenannte „Secondary Market Premium“

    Den ermittelten Gesamtbetrag tragen Sie in die Anlage KAP Ihrer Steuererklärung ein, diesmal jedoch in Zeile 15 „Ausländische Kapitalerträge“. Hilfreich für das Finanzamt kann auch ein Ausdruck des Kontoauszugs der jeweiligen Plattform sein.

  • Bei Verlusten sieht es anders aus. Verluste, die Sie durch Peer-to-Peer-Kredite erzielen, können Sie nicht, wie zum Beispiel Verluste bei Aktien, als Werbungskosten oder entgangene Einnahmen geltend machen. Das heißt Verluste mit Peer-to-Peer-Krediten wirken sich nicht positiv auf Ihren Steuerbescheid aus.

Fazit: Für diese Anleger können sich P2P-Kredite lohnen

Peer-to-Peer-Kredite können auch heute noch eine interessante Geld­anlage sein – allerdings vor allem für Anleger, die bereit sind, für höhere Rendite­chancen auch höhere Risiken einzugehen. Als Ersatz für sichere Anlage­formen wie Tages­geld oder Festgeld eignen sie sich nicht. Und für den lang­fristigen Vermögens­aufbau und die private Alters­vorsorge sollten breit gestreute Aktien-ETFs in der Regel die wichtigste Rolle spielen.

P2P-Kredite kommen daher vor allem als Ergänzung eines bereits breit diversi­fizierten Port­folios infrage. Entschei­den Sie sich für ein Invest­ment, sollten Sie sich des Ausfall­risikos einzelner Kredite sowie des Risikos einer Platt­form­insol­venz bewusst sein. Inves­tieren Sie des­halb nur einen begrenzten Teil Ihres Vermögens in P2P-Kredite und nur Beträge, deren Verlust Sie im schlimmsten Fall finan­ziell verkraften könnten.

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