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Geldanlage

Länderrating: Wie sicher ist mein Geld in Europa?

Das Länderrating entscheidet über die Kreditwürdigkeit der Länder. Die Länderbonität gibt außerdem Anlegern einen Hinweis, wie sicher ihr Geld in einem Land investiert ist. Wir erklären, wie die Noten des Ratings entstehen und geben einen Überblick über das Länderrating in Europa.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Wie kreditwürdig sind die Staaten in Europa?

      Beim Staaten-Rating ist Europa dreigeteilt: An der Spitze stehen Länder wie Deutschland, Norwegen und die Schweiz mit einer Triple-A-Bewertung als Bestnote. Es folgt ein solides Mittelfeld von sehr gut bis befriedigend bewerteten Staaten wie Belgien, Österreich, Spanien oder Finnland. Der risikoreiche Teil mit Ländern wie Griechenland oder die Türkei ist etwas für Anleger, die bereit sind bei der Geldanlage ein Risiko einzugehen.

      Rating Übersicht: Länder in Europa mit der besten Bonität

      Folgende Tabelle zeigt die europäischen Länder mit der besten Bewertung der Ratingagenturen in alphabetischer Reihenfolge. Hier können Sie bedenkenlos Geld beispielsweise auf einem Fremdwährungskonto anlegen.

      Länder mit Bestnoten im Länderrating

       S&PMoody`sFitch
      DeutschlandAAAAaaAAA
      DänemarkAAAAaaAAA
      LiechtensteinAAAKein RatingKein Rating
      LuxemburgAAAAaaAAA
      NiederlandeAAAAaaAAA
      NorwegenAAAAaaAAA
      SchwedenAAAAaaAAA
      SchweizAAAAaaAAA

      Quelle: Börsen-Zeitung, Stand: August 2019

      Länder mit hoher Bonität

      Einige europäische Länder haben keine Bestnoten, schneiden bei den Ratingagenturen aber mit der Bewertung „sehr gut“, „gut“ oder „befriedigend“ ab. Das entspricht Ratingnoten zwischen AA+ und Baa1. Nach Schulnoten wären das immer noch eine 1, eine 2 oder eine 3. Für Sie als Sparer bedeutet das, Sie können ohne großes Risiko Ihr Geld zum Beispiel auf Festgeldkonten in diesen Ländern anlegen.

      Länder mit sehr guter, guter und befriedigender Bonität

       S&PMoody`sFitch
      BelgienAAAa3AA-
      EstlandAA-A1AA-
      FinnlandAA+Aa1AA+
      FrankreichAAAa2AA
      GroßbritannienAAAa2AAA
      MaltaA-A3A+
      ÖsterreichAA+Aa1AA+
      PolenA-A2A+
      SlowakeiA+A2A+
      SlowenienAA-Baa1A-
      SpanienA-Baa1A-
      TschechienAA-A1AA-
      UngarnBBBBaa3BBB

      Quelle: Börsen-Zeitung, Stand: August 2019

      Liste zum Länderrating: Länder mit erhöhten Risiken

      Einige europäische Länder besitzen nach den Bewertungen der Ratingagenturen ein erhöhtes Risiko für Anleger. Wer hier investiert, muss damit rechnen, dass es bei weiterer Verschlechterung der Wirtschaftslage in diesen Ländern zu Zahlungsausfällen kommen kann. Geldanlagen sind riskant, sie befinden sich hier im spekulativen oder sogar hochspekulativen Bereich.

      Länder mit schlechter Bonität

       S&PMoody`sFitch
      AlbanienB+B1kein Rating
      BosnienBB3B
      GriechenlandB+B1BB-
      MazedonienBB-kein RatingBB+
      Moldawienkein RatingB3kein Rating
      MontenegroB+B1kein Rating
      SerbienBBBa3BB
      TürkeiB+B1BB
      UkraineB-Caa1B-
      WeißrusslandBB3B

      Quelle: Börsen-Zeitung, Stand: August 2019

      Was bedeuten die Noten zur Länderbonität?

      Das Triple A – also drei Mal A – ist die beste Note der Ratingagenturen bei Moody’s Rating, Standard & Poor’s Rating und Fitch Ratings und damit bei allen drei großen Agenturen gleich. Unterhalb dieser Länderbonität AAA gibt es unterschiedliche Notenbezeichnungen, wie folgende Grafik zeigt. Die niedrigste Bewertung ist D mit der Bedeutung der Zahlungsunfähigkeit eines Landes.

      Wie werden die Noten für das Länderrating ermittelt?

      Grundlage der Bewertung sind zwei Faktoren.

      • Faktor eins sind komplizierte mathematische Modelle, die die zentralen Wirtschaftszahlen wie das Bruttoinlandsprodukt und das Investitionsvolumen innerhalb eines Landes bewerten.
      • Faktor zwei sind weiche Kriterien, wie die politische Situation und soziale Stabilität eines Landes.

      Die Ratingagenturen geben aber nicht vollständig preis, wie sie zu ihren Bewertungen kommen.

      Was bedeutet Länderrating?

      Weltweit tätige Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Ländern. Dies geschieht in Form einer Benotung, die Agenturen nennen dieses Rating Bonitätsstufen. Damit wird in sehr vereinfachender Form ein Hinweis gegeben, wie kreditwürdig ein Land ist. Ein ähnliches Vorgehen kennen Sie aus der Kreditvergabe im privaten Bereich mit der SCHUFA, die die Kreditwürdigkeit von Personen mit dem SCHUFA-Score ermittelt.

      Das Länderrating gibt Ihnen auch eine Auskunft, ob eine Geldanlage in einem Land sicher oder riskant ist. Aus dem Rating der Länder entstehen Tabellen, die einen guten Überblick bieten: von sehr sicheren Ländern bis hin zu einem hohen Länderrisiko.

      Schon gewusst? Die weltweit führenden Ratingagenturen sind Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch Ratings. Alle Konkurrenzversuche, wie etwa durch das chinesische Dagong Rating, blieben bisher ohne nennenswerten Erfolg gegen diese Marktführer.

      Wo kann ich nach dem Länderrating in Europa sicher mein Geld anlegen?

      Wer auf Nummer sicher gehen will, der orientiert sich am Länderrating Europa und achtet auf eine Geldanlage in Ländern mit mindestens zweimal den Buchstaben A. Hier sind so viele positive Faktoren in die Bewertung eingeflossen, die Stabilität versprechen. Hervorstechendes Beispiel der jüngeren Zeit ist hier Großbritannien, wo die komplexen und unkalkulierbaren Folgen des Brexit bisher nichts an der Sicherheit der Anlage geändert haben. Ein anderes Beispiel ist Österreich, wo auch der plötzliche Bruch der Koalition aus ÖVP und FPÖ keine Auswirkungen hatte. Die größtmögliche Sicherheit verspricht das Triple-A.

      Tipp: Einen guten Überblick über das aktuelle Angebot für die Geldanlage in Tages- und Festgeld in vielen Ländern Europas finden Sie in unserem Tagesgeld Vergleich und in unserem Festgeld Vergleich.

      Die Bewertung der Länderbonität kann sich ändern

      Ein Beispiel aus der Finanzkrise 2007 zeigt, dass die Frage, wie kreditwürdig welche Staaten sind, sich auch durch die Bestnote nicht unbedingt verlässlich abbildet. Wenige Monate vor Ausbruch der Finanzkrise wurde nämlich Island mit AAA bewertet und stand dann bald danach trotzdem vor dem Staatsbankrott.

      Tipp: Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht über die Einstufung aller Länder weltweit, die von den drei großen Ratingagenturen bewertet werden, finden Sie bei der Börsen-Zeitung.

      Was passiert mit meiner Geldanlage bei schlechter Länderbonität?

      In solchen Ländern steigt das Risiko von Verlusten Ihrer Geldanlage. Zwar ist in den Staaten der Europäischen Union Ihre Anlage bis zu 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Diese Einlagensicherung wurde als Folge der Finanzkrise für den Verbraucherschutz eingeführt. Die Idee dahinter: Ist eine Bank pleite, übernimmt der Nationalstaat die Sicherung. Falls aber auch der Nationalstaat den Staatsbankrott erklären muss, kann dies für die Gläubiger fatal sein. Es gibt kein Insolvenzgeld für Staaten. Das heißt, in der Europäischen Union müssten etwa die anderen Mitgliedsstaaten einspringen. Der Praxistest, dass dies reibungslos läuft, steht aus.

      Wie hoch ist das Risiko bei Geldanlagen außerhalb Europas?

      Außerhalb Europas ist das Risiko eines Totalverlusts noch größer. Beispielhaft ist hier der argentinische Staatsbankrott im Jahr 2001. Vor allem ausländische Gläubiger verloren dabei ihr Vermögen ersatzlos. Außerdem gibt es bei schlechter Bonität auch ein zusätzliches Risiko: Falls die Ratingagenturen das Land nochmals abwerten, verschlechtern sich die Bedingungen für das Land am Kapitalmarkt. Dies kann eine Negativspirale auslösen, die zum Staatsbankrott führen kann.

      Vergleich.de Tipp

      Ziehen Sie die Risikogrenze für Geldanlagen spätestens bei der durchschnittlichen Bonität. Dies sind Länder mit der Bewertung BB- oder Ba3. Da die Ratingagenturen seit der Finanzkrise tendenziell strenger bewerten, verspricht ihr Geld in diesen Ländern sicher angelegt zu sein. Vermeiden sollten Sie Anlagen in Ländern, die schon jetzt als spekulativ eingestuft sind.

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