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Kredit

Kredit für Selbstständige: So erhalten auch Freiberufler ein Darlehen!

Für Selbstständige ist es oft schwierig, einen Kredit zu bekommen. Banken gehen bei einem Kredit für Selbstständige oder Freiberufler von einem hohen Ausfallrisiko aus, da in vielen Fällen kein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist. Wir zeigen, welche Kredite es gibt und wie Sie eine Zusage erhalten.

Kredit für Selbstständige
  • Inhaltsverzeichnis
    • Diese Schwierigkeiten gibt es bei einem Kredit für Selbstständige

      Rund 4 Millionen Menschen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes selbstständig. In vielen Fällen ist die Einkommenssituation unregelmäßig, das Geschäft läuft mal besser und mal schlechter. Für Banken und Kreditgeber gilt diese Berufsgruppe deshalb als Risikofaktor, denn die Zahlung der monatlichen Kreditrate kann bei einer schwierigen Geschäftslage ausfallen. Besonders schwer haben es Berufsanfänger und Existenzgründer, einen Kredit für Selbstständige zu bekommen, weil sie keine Daten und Erfahrungen zum Einkommen vorlegen können, sondern nur Prognosen.

      Auch die Branche, in der die Selbstständigkeit ausgeübt wird, spielt bei der Kreditvergabe eine Rolle. Ärzte und Apotheker haben in der Regel weniger Probleme, bei Banken ein Darlehen zu bekommen als ein freischaffender Handwerker oder Taxifahrer.

      Gut zu wissen: Als selbstständig gilt, wer nicht in einem Angestellten- oder Ausbildungsverhältnis arbeitet. Selbstständig können Sie entweder als Freiberufler oder als Gewerbetreibender sein. Nach dem Einkommensteuergesetz (EstG § 18) zählen als Freiberufler z. B. eigenverantwortlich tätige Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten, Steuerberater, Dolmetscher und andere. Im Gegensatz dazu gilt als Gewerbetreibender, wer im Bereich Handwerk, Industrie, Gaststätten oder Handelsbetriebe arbeitet. Im Zweifelsfall entscheidet das zuständige Finanzamt über die Zuordnung in eine der beiden Gruppen.

      Kredite speziell für Selbstständige

      Welche Kredite für Selbstständige und Freiberufler gibt es zur privaten Nutzung?

      Grundsätzlich muss bei Selbstständigen zwischen Krediten zur privaten Nutzung und für geschäftliche Belange unterschieden werden. Im Folgenden beschreiben wir verschiedene Kreditarten, die für eine private Verwendung infrage kommen.

      Ratenkredit für Selbstständige

      Ein klassischer Ratenkredit ist die gängigste Form der Kreditaufnahme. Sie erhalten einen Kredit und zahlen dafür Kreditzinsen. Wichtig ist dabei Ihre Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt. Ist diese eingeschränkt oder nicht vorhanden, verlangen Banken höhere Zinsen oder verweigern einen Kredit. Die beste Möglichkeit, einen günstigen Kredit zu finden, bietet unser Ratenkredit Vergleich. Einige Banken wie die TARGOBANK oder die Barclaycard bieten speziell für Selbstständige Kredite bis zu 35.000 € zur freien Verwendung an.

      Ratenkredit Vergleich

      Rahmenkredit für Selbstständige

      Bei einem Rahmenkredit erhalten Sie von der Bank einen bestimmten Kreditrahmen, den Sie bei Bedarf – auch teilweise – abrufen können. Er hat damit Ähnlichkeiten mit einem Dispokredit. Die Zinsen sind allerdings höher als bei einem Ratenkredit.

      Rahmenkredit

      Sofortkredit für Selbstständige

      Ein Sofortkredit (auch Blitzkredit genannt) ist eine spezielle Form des Ratenkredites. Sie ist für Selbstständige interessant, weil innerhalb weniger Augenblicke eine Entscheidung getroffen wird, ob eine Kreditzusage möglich ist oder nicht. Auch die Auszahlung des Geldes geht deutlich schneller über die Bühne, je nach Bank eventuell schon innerhalb eines Tages.

      Sofortkredit

      Autokredit für Selbstständige

      Bei einem Autokredit gelten prinzipiell die gleichen Bedingungen wie bei einem Ratenkredit. Jedoch stehen die Chancen für Selbstständige besser, weil mit dem Auto eine Sicherheit besteht, die das Risiko der Bank verringert.

      Autokredit Vergleich

      Kleinkredit für Selbstständige

      Ein Kleinkredit wird über eine geringe Summe abgeschlossen, meistens bis zu 3.000 € oder höchstens 5.000 €. Da es sich um eher kleine Beträge handelt, haben auch Selbstständige eine gute Chance auf einen Kreditvertrag. Aber es muss ein geregeltes Einkommen vorhanden sein und nachgewiesen werden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, einen Minikredit zu beantragen. Bei dieser speziellen Form werden Kredite über einige hundert Euro vergeben.

      Kleinkredit

      Privatkredit für Selbstständige

      Auch Privatpersonen können Kredite vergeben. Vermittelt werden diese Privatkredite (auch Peer-to-Peer- oder P2P-Kredite genannt) über Online-Plattformen, die Angebote und Nachfrage zusammenführen. Der Vorteil für Selbstständige: Hier ist auch eine Kreditvergabe bei schlechter Bonität möglich. Allerdings werden dann relativ hohe Zinsen verlangt.

      Privatkredit

      Dispokredit für Selbstständige

      Besitzer eines Girokontos haben häufig auch einen dazugehörigen Dispokredit. Das ist ein Kreditrahmen, der auf dem Girokonto genutzt werden kann. Bei Selbstständigen wird diese Form Kontokorrentkredit genannt. Der Nachteil dabei sind sehr hohe Zinssätze.

      Dispokredit

      Welche Kredite für Selbstständige und Freiberufler gibt es für geschäftliche Zwecke?

      Bei Krediten, die für geschäftliche Zwecke genutzt werden, können zwei Kreditarten unterschieden werden. Entweder handelt es sich um einen Betriebsmittelkredit, der zum Beispiel zur Finanzierung von Waren genutzt wird. Oder es handelt sich um einen Investitionskredit. Mit diesem werden Güter für das Unternehmen wie etwa Maschinen oder der Fuhrpark bezahlt. Als Selbstständiger haben Sie folgende Möglichkeiten, einen dieser Kredite zu beantragen.

      Förderkredite für Selbstständige der KfW

      Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die nationale Förderbank. Sie verfolgt die Förderung von Mittelstand und Existenzgründern sowie die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben und Wohnungsbau. Mit Programmen wie „ERP-Gründerkredit – StartGeld“ und „KfW-Unternehmerkredit“ richtet sie sich gezielt an Selbstständige und Existenzgründer. Die Kredite werden zu günstigen Zinssätzen und mit tilgungsfreien Anlaufjahren vergeben.

      Staatliche Mikrokredite für Selbstständige

      Es handelt sich um ein Angebot des staatlichen Mikrokreditfonds Deutschland, bei dem ausschließlich unternehmerische Tätigkeiten finanziert werden. Je nach Situation kann der Erstkredit beispielsweise 1.000 € oder 10.000 € betragen. Wird der Erstkredit 6 Monate störungsfrei getilgt, kann ein zweiter Kredit beantragt werden. Das gesamte Kreditvolumen darf 25.000 € nicht übersteigen. Beantragen müssen Sie einen Mikrokredit beim zuständigen Mikrofinanzinstitut, wie etwa der Gesellschaft für Mittelstandsforschung.

      Förderung der Bundesländer

      Neben den Fördermöglichkeiten des Bundes existieren auch Kreditprogramme der Bundesländer, mit denen Selbstständige unterstützt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Investitionsbanken Berlin und Schleswig-Holstein, die Mikrokredite bis zu 25.000 € mit vereinfachter Antragstellung und ohne bankenübliche Besicherung vergibt.

      Firmenkredite von Banken und spezialisierten Anbietern

      Auch Banken und Sparkassen werben mit speziell auf Selbstständige und Unternehmer zugeschnittene Angebote. Einige Beispiele sollen das verdeutlichen.

      • Die Commerzbank bewirbt ein Investitionsdarlehen für neue Maschinen oder Fahrzeuge mit 10-jähriger Laufzeit in Höhe von 25.000 € bis zu 750.000 €.
      • Die Sparkassen bieten Selbstständigen die Möglichkeit, im Rahmen der Geschäftskonten einen Kontokorrentkredit, also eine Kontoüberziehung, zu nutzen.
      • Online-Plattformen wie Lendico und COMPEON vermitteln spezielle Firmenkredite. Zielgruppe sind hier insbesondere mittelständische Unternehmen und Freiberufler.

      So klappt es mit dem Kredit für Selbstständige

      Die Frage, welche Bank gibt einen Kredit für Selbstständige, kann nicht einfach beantwortet werden. In vielen Fällen ist es vorteilhaft als erstes bei der Hausbank, bei der sowieso schon das Firmenkonto läuft, nach einem Kredit zu fragen. Dort kann mit einem Blick in die aktuellen Kontodaten oftmals schon sehr schnell eine Einschätzung gegeben werden, ob die Chance auf einen Kredit für Selbstständige besteht.

      Damit es bei der Suche nach einem Kredit für Freiberufler keine Kreditablehnung gibt oder Sie sehr hohe Zinsen zahlen müssen, haben wir für Sie einige Tipps, die Ihnen bei der Kreditanfrage helfen. In allen Fällen geht es darum, der Bank Sicherheiten zu geben, mit denen Sie eventuell unregelmäßige Geschäftseinnahmen ausgleichen können.

      Tipp 1: Ein Bürge übernimmt bei Zahlungsausfall Ihre Schulden

      Ein Bürge verpflichtet sich, die Schulden einer anderen Person zu übernehmen, falls diese nicht mehr alleine die Schulden bezahlen kann. Diese Bürgschaft kann sowohl eine Privatperson – etwa ein Familienmitglied – übernehmen als auch eine Bürgschaftsbank. Das sind vom Staat unterstützte Förderbanken mit dem Ziel, Selbstständige und Freiberufler bei der Finanzierung Ihres Geschäftes zu unterstützen. In jedem Bundesland existieren Bürgschaftsbanken.

      Tipp 2: Ein zweiter Kreditnehmer erhöht Ihre Chancen auf einen Kredit für Selbstständige

      Mit einem zweiten zahlungsfähigen Kreditnehmer bieten Sie der Bank eine weitere Person, die für die Rückzahlung des Kredites verantwortlich ist. Außerdem erhöht sich das zur Rückzahlung zur Verfügung stehende monatliche Einkommen. Eine Kreditvergabe zu günstigen Zinsen wird dadurch wahrscheinlicher.

      Tipp 3: Banken sehen gerne Sicherheiten

      Jeder Art von Vermögen kann der Bank als Sicherheit dienen. Egal, ob es sich um die Geschäftsausstattung, Firmenautos, private Spareinlagen, Aktien oder Lebens­versicherungen handelt. Kann Vermögen dieser Art eingebracht werden, verringert das das Ausfallrisiko für die Bank. Je mehr Sicherheiten Sie anbieten können, desto wahrscheinlicher werden eine Kreditvergabe und günstige Zinsen.

      Tipp 4: Verträge und Absichtserklärungen erleichtern eine Prognose

      Gerade in der Phase der Existenzgründung können Selbstständige oftmals noch keine konkreten Zahlen aus der Vergangenheit vorlegen, die die Geschäftsentwicklung belegen. Banken scheuen dann oft das Risiko, einen Kredit ohne belastbare Zahlen­basis zu vergeben. Es kann helfen, zukünftige Kunden um eine Absichts­erklärung zu bitten. Darin erklärt Ihr zukünftiger Kunde, dass er in den nächsten Monaten Ihre Dienstleistung oder Produkte kaufen will. Oder es sind bereits Verträge unter­schrie­ben, die belegen, dass Sie mit Einnahmen rechnen können. Für die Bank können diese Verträge und Erklär­ungen ein Hinweis auf ein in Zukunft gut gehendes Geschäft sein.

      Kredite für Selbstständige: Welche Voraussetzungen gibt es?

      Selbstständige müssen andere Auflagen erfüllen, damit Ihnen eine Bank einen Kredit auszahlt. Worauf Sie bei einem Kredit für Selbstständige achten müssen und welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten, haben wir hier zusammengefasst.

      Voraussetzungen für einen Kredit für Selbstständige

      • 2-3 Jahre selbstständige Tätigkeit
      • Einnahmen aus der Selbstständigkeit
      • Sicherheiten wie Firmenwagen oder Privatvermögen
      • keine negativen SCHUFA-Einträge
      • die notwendigen Unterlagen (dazu gehören Kontoauszüge und Steuerbescheide – eine ausführliche Liste finden Sie weiter unten)
      • Wohnsitz und Bankverbindung in Deutschland
      • Volljährigkeit

      Gibt es einen Kredit für Selbstständige ohne SCHUFA?

      Nein, einen Kredit ohne SCHUFA oder auch ohne Einkommensnachweis wird es in der Regel nicht geben. Banken sind gesetzlich verpflichtet, die Kreditwürdigkeit (Bonität) einer Person immer zu überprüfen, bevor sie einen Kredit vergeben. Das gilt für einen Kredit im privaten Bereich genauso wie bei einem Kredit für Freiberufler oder bei einem Existenzgründerkredit. Zur Überprüfung der Kreditwürdigkeit gehört zum einen die Nachfrage nach dem SCHUFA-Score, der das Risiko eines Zahlungsausfalles wiedergibt, und zum anderen die Überprüfung Ihres Einkommens.

      Gut zu wissen: Es gibt Anbieter für Kredite ohne SCHUFA. In diesen Fällen werden Kredite für Selbstständige auch dann vergeben, wenn ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt oder es wird ganz auf die Bonitätsprüfung verzichtet. Der große Nachteil ist dabei, dass sehr hohe Gebühren und Zinsen fällig werden – der Kredit wird also sehr teuer. Im schlechtesten Fall erhalten Sie eine Kreditablehnung und müssen trotzdem hohe Gebühren bezahlen.

      Checkliste Kreditantrag für Selbstständige: Unterlagen für das Bankgespräch

      Wenn Sie einen Kredit für Selbstständige beantragen möchten, benötigt die Bank eine Reihe von Unterlagen, anhand derer sie Ihr tatsächliches Einkommen errechnet. Folgende Dokumente sollten Sie zusammen mit dem Kreditantrag bei Ihrer Bank einreichen:

      • die letzten drei Kontoauszüge (ersetzt die Lohnabrechnung der Angestellten)
      • die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
      • Einnahmen-/Überschussrechnung beziehungsweise Gewinn- und Verlustrechnung
      • gegebenenfalls Einkommenssteuerbescheide der letzten drei Jahre
      • Bilanzen und Jahresabschlüsse
      • Businessplan (Unternehmer, Existenzgründer)
      • Nachweise über Zahlungen von Kranken- und Rentenversicherungsbeträgen sowie weitere Versicherungsunterlagen
      Vergleich.de Tipp

      Ein gut formulierter Businessplan hilft bei der Beantragung eines Kredites. Er sollte alle Ziele und Strategien Ihres Unternehmens sowie die wichtigsten Zahlen zu Einnahmen und Ausgaben enthalten. Unterstützung bei der Erstellung eines Businessplanes erhalten Sie bei der Industrie- und Handelskammer Ihrer Region und unter existenzgruender.de, einem Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft.

      Schritt für Schritt zum Top-Kredit

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      Was bedeutet Bonität?

      Erfahren Sie, was hinter dem Begriff Bonität steckt, wer sie berechnet und wann sie geprüft wird. Zudem verraten wir, wie Sie Ihre persönliche Bonität ganz leicht verbessern können.

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