Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kredit ist auch während der Ausbildung grundsätzlich möglich.
- Entscheidend sind Einkommen, Bonität und ausreichend finanzieller Spielraum.
- Zusätzliche Sicherheiten können die Erfolgsaussichten verbessern.
- Ein Kredit eignet sich vor allem für notwendige Investitionen – nicht zur Finanzierung laufender Lebenshaltungskosten.
Können Azubis überhaupt einen Kredit bekommen?
Ja, grundsätzlich können auch Auszubildende einen Ratenkredit erhalten. Anders als häufig angenommen ist der Ausbildungsstatus allein kein Ausschlusskriterium. Banken prüfen stattdessen, ob Azubis den Kredit voraussichtlich zuverlässig zurückzahlen können.
Für die Kreditentscheidung prüfen Banken vor allem drei Fragen:
- Ist ein regelmäßiges Einkommen vorhanden?
- Bleibt nach allen Ausgaben ausreichend Geld für die Kreditrate?
- Spricht die bisherige Bonität für eine zuverlässige Rückzahlung?
Je stabiler Ihre finanzielle Situation ist, desto größer sind in der Regel die Chancen auf eine Kreditzusage. Befinden Sie sich noch in der Probezeit oder reicht Ihr Einkommen nur knapp für Ihre laufenden Ausgaben aus, kann eine Bank den Antrag jedoch ablehnen oder zusätzliche Sicherheiten verlangen.
Wann lohnt sich ein Kredit während der Ausbildung – und wann nicht?
Ein Kredit lohnt sich vor allem dann, wenn er eine notwendige Investition ermöglicht, die Ihre Ausbildung oder Ihren Beruf langfristig unterstützt. Weniger sinnvoll ist er dagegen für kurzfristigen Konsum oder laufende Ausgaben, die sich nicht dauerhaft finanzieren lassen.
Ob ein Kredit sinnvoll ist, hängt weniger davon ab, ob Sie einen erhalten können, sondern wofür Sie das Geld benötigen und ob Sie die Rückzahlung dauerhaft leisten können.
Ein Kredit kann sinnvoll sein, wenn ...
- die Finanzierung für Ausbildung oder Beruf notwendig ist,
- Sie den Führerschein für den Arbeitsweg benötigen,
- ein Auto unverzichtbar ist, um den Ausbildungsplatz zu erreichen,
- ein Umzug den Ausbildungsbeginn ermöglicht oder
- eine größere, notwendige Anschaffung nicht anders finanziert werden kann.
In diesen Fällen kann ein Kredit helfen, wichtige Investitionen früher zu ermöglichen. Dadurch entsteht häufig ein langfristiger Nutzen, der die Kreditaufnahme rechtfertigen kann.
Weniger sinnvoll ist ein Kredit für ...
- Urlaubsreisen,
- Unterhaltungselektronik,
- Freizeitkonsum oder
- laufende Lebenshaltungskosten.
Wer alltägliche Ausgaben dauerhaft über einen Kredit finanziert, gerät leichter in eine finanzielle Belastung, die sich mit einem Ausbildungsgehalt nur schwer auffangen lässt.
Für wen eignet sich ein Azubi-Kredit?
Ein Kredit kommt für Azubis vor allem infrage, wenn sie Ihre monatlichen Ausgaben realistisch einschätzen können und genügend finanziellen Spielraum für die Rückzahlung haben.
Wer dagegen bereits Schwierigkeiten hat, die laufenden Kosten zu decken, oder nicht sicher weiß, ob das Einkommen während der gesamten Laufzeit ausreicht, sollte keinen Kredit aufnehmen, sondern alternative Finanzierungsmöglichkeiten prüfen.
Für diese Auszubildende ist ein Kredit geeignet
| Geeignet | Weniger geeignet |
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Quelle: Vergleich.de
Welche Voraussetzungen verlangen Banken von Azubis?
Ob ein Kredit bewilligt wird, entscheidet keine einzelne Voraussetzung. Banken betrachten mehrere Faktoren gemeinsam und bewerten daraus das gesamte Ausfallrisiko. Wichtige Kriterien sind unter anderem:
- Regelmäßiges Einkommen: Je höher der Betrag ist, der nach Abzug aller festen Ausgaben übrigbleibt, desto besser fällt die Einschätzung der Rückzahlungsfähigkeit aus.
- Bonität: Neben dem Einkommen fließen auch Informationen zur bisherigen Zahlungsmoral in die Bonitätsprüfung ein. Einzelne verspätete Zahlungen führen nicht automatisch zur Ablehnung. Mehrere negative SCHUFA-Einträge oder offene Forderungen verschlechtern die Erfolgsaussichten jedoch deutlich.
- Dauer des Ausbildungsverhältnisses: Ein bereits länger bestehendes Ausbildungsverhältnis wirkt häufig positiver als ein gerade erst begonnener Vertrag. Befinden Sie sich noch in der Probezeit, verlangen manche Banken zusätzliche Sicherheiten oder lehnen den Antrag ab.
- Haushaltsrechnung: Banken prüfen außerdem, ob nach Abzug aller festen Ausgaben genügend Geld für die monatliche Kreditrate verbleibt. Deshalb sollten Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben möglichst realistisch kalkulieren.
Eine Kreditzusage hängt nicht allein vom Ausbildungsgehalt ab. Entscheidend ist, ob Einkommen, Bonität und monatliche Belastung gemeinsam eine zuverlässige Rückzahlung erwarten lassen.
Warum lehnen Banken Kreditanträge von Azubis häufiger ab?
Auszubildende verfügen häufig über ein geringeres Einkommen als Berufstätige und haben meist noch keine längere Kredithistorie. Dadurch lässt sich das Ausfallrisiko für Banken schwieriger einschätzen. Zu den häufigsten Ablehnungsgründen zählen:
- zu geringes Einkommen: Reicht das frei verfügbare Einkommen nicht für die Kreditrate aus, steigt aus Sicht der Bank das Ausfallrisiko.
- hohe laufende Verpflichtungen: Feste und regelmäßige Ausgaben verringern den zur Verfügung stehenden Betrag für die monatlichen Kreditraten.
- negative SCHUFA-Einträge: Sie weisen auf Schwierigkeiten bei Geldgeschäften in der Vergangenheit hin.
- laufende Probezeit: In der Probezeit besteht meist eine sehr kurze Kündigungsfrist. Das erhöht das Ausfallrisiko für die Bank.
- fehlender finanzieller Puffer für unvorhergesehene Ausgaben: Ohne Reserven können plötzlich anfallende Ausgaben nicht getätigt werden.
Eine Ablehnung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass grundsätzlich kein Kredit möglich ist. Oft lassen sich die Erfolgsaussichten durch zusätzliche Sicherheiten verbessern.
So verbessern Azubis ihre Chancen auf einen Kredit
Auch wenn die Voraussetzungen nicht ideal sind, gibt es Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit einer Kreditzusage zu erhöhen.
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Je niedriger die gewünschte Kreditsumme ausfällt, desto geringer ist das Risiko für die Bank. Gleichzeitig sinken meist auch die monatlichen Raten.
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Kann eine weitere Person mit stabilem Einkommen den Kredit absichern, verbessert das häufig die Bonität des gesamten Antrags.
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Eine längere Laufzeit reduziert zwar die monatliche Belastung, erhöht jedoch meist die Gesamtkosten des Kredits. Deshalb sollte die Laufzeit weder unnötig kurz noch unnötig lang gewählt werden.
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Pünktlich bezahlte Rechnungen, ein verantwortungsvoller Umgang mit bestehenden Verpflichtungen und eine realistische Kreditsumme wirken sich positiv auf die Kreditentscheidung aus.
Welche Kreditarten kommen für Azubis infrage?
Nicht jeder Kredit eignet sich gleichermaßen für Auszubildende. Welche Kreditart sinnvoll ist, hängt vor allem vom Verwendungszweck und der benötigten Kreditsumme ab. Hier folgt eine Übersicht.
Diese Kreditarten bieten sich für Auszubildende an
| Kreditart | Geeignet für… |
|---|---|
| Kleinkredit |
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| klassischer Ratenkredit |
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| Autokredit |
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| Bildungskredit |
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Quelle: Vergleich.de
Welche Kreditart geeignet ist, hängt vor allem davon ab,
- wie hoch der Finanzierungsbedarf ist,
- wofür das Geld benötigt wird und
- ob spezielle Förderprogramme genutzt werden können.
Entscheidend sind immer Ihre persönliche Situation und Ihr tatsächlicher Finanzierungsbedarf.
Welche Alternativen gibt es zum klassischen Kredit?
Nicht jede Finanzierung muss über einen klassischen Ratenkredit erfolgen. Je nach Situation können auch andere Möglichkeiten sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise ein Arbeitgeberdarlehen, ein Privatkredit innerhalb der Familie oder öffentliche Förderprogramme.
Gerade bei kleineren Finanzierungsbeträgen lohnt es sich, diese Alternativen vor einer Kreditaufnahme zu prüfen.
Darauf sollten Azubis vor der Kreditaufnahme achten
Ein Kredit sollte auch während der Ausbildung dauerhaft bezahlbar bleiben. Deshalb empfiehlt es sich, vor der Antragstellung einige Fragen zu klären.
Wie hoch darf die Monatsrate sein?
Die Kreditrate sollte so gewählt werden, dass auch nach allen festen Ausgaben genügend finanzieller Spielraum bleibt. Mögliche unvorhergesehene Kosten sollten ebenso berücksichtigt werden wie unregelmäßige Ausgaben, z. B. Versicherungen, Reparaturen oder Nachzahlungen. Die Kreditrate sollte auch in solchen Monaten ohne neue Schulden bezahlbar bleiben.
Wie viel Kredit wird wirklich benötigt?
Eine möglichst realistische Kreditsumme verhindert unnötige Zinskosten und erleichtert die Rückzahlung. Viele Kreditnehmer orientieren sich an der maximal möglichen Kreditsumme. Sinnvoll ist dagegen meist die niedrigste Summe, mit der sich der tatsächliche Finanzierungsbedarf decken lässt.
Welche Gesamtkosten entstehen?
Nicht nur die monatliche Rate ist entscheidend. Zwei Kredite mit identischer Monatsrate können sich bei Laufzeit und Zinssatz deutlich in den Gesamtkosten unterscheiden. Vergleichen Sie deshalb immer den Effektivzins und den insgesamt zurückzuzahlenden Betrag.
Eine niedrige Monatsrate bedeutet nicht automatisch einen günstigen Kredit. Durch eine lange Laufzeit steigen häufig die gesamten Zinskosten deutlich an.
Kreditvergleich für Azubis – wann lohnt sich der Vergleich?
Wenn Sie Ihren Finanzierungsbedarf kennen, die passende Kredithöhe festgelegt haben und sicher sind, dass die monatliche Rate dauerhaft bezahlbar ist, lohnt sich ein Kreditvergleich.
So erhalten Sie einen Überblick über mögliche Angebote und können Kreditzinsen, Laufzeiten und die Gesamtkosten miteinander vergleichen. Da viele Banken bonitätsabhängige Konditionen anbieten, empfiehlt es sich, mehrere Angebote gegenüberzustellen, bevor Sie sich entscheiden.
Fazit: Ein Kredit für Azubis ist möglich, wenn Einkommen und Rückzahlung zusammenpassen
Ein Kredit während der Ausbildung ist grundsätzlich möglich, eignet sich jedoch nicht für jede Situation. Entscheidend ist, ob die Rückzahlung dauerhaft zu Ihrem Einkommen passt. Für notwendige Investitionen kann ein Kredit sinnvoll sein, wenn die monatliche Rate realistisch kalkuliert ist und ausreichend finanzieller Spielraum bleibt. Kennen Sie Ihren Finanzierungsbedarf und erfüllen Sie die wichtigsten Voraussetzungen, lohnt sich anschließend ein Kreditvergleich, um passende Angebote gegenüberzustellen.