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Immobilienfinanzierung

KfW 261 und 262: Der Wohn­gebäude-Kredit für energie­effizientes Sanieren und Bauen

Die KfW-Programme 261 und 262 sind Teil der Bundes­för­de­rung für effi­ziente Ge­bäude (BEG). Mit dieser För­de­rung werden seit 2021 ener­gie­effi­zientes Sa­nieren und Bauen von Wohn­ge­bäuden unter­stützt, die wenig Ener­gie ver­brau­chen. Immo­bilien­be­sitzer er­hal­ten zins­güns­tige Kre­dite und hohe Tilgungszuschüsse.

KfW Programm 261/262: Mit zinsgünstigen Krediten energieeffizient sanieren und bauen

Die Wohnkredite 261 und 262 können seit dem 1. Juli 2021 im Rah­men der neu ge­schaf­fenen Bun­des­förde­rung für effi­ziente Ge­bäude (BEG) be­an­tragt werden. Diese KfW-Pro­gram­me för­dern im Auf­trag des Bun­des­minis­teri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWi) Maß­nahmen von Bau­herren und Immo­bilien­be­sit­zern, die dem ener­gie­effi­zienten Sa­nieren oder Bauen einer Immo­bilie dienen, mit zins­güns­tigen Kre­diten und Til­gungs­zu­schüssen.

Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Über­blick über die Leis­tungen der KfW-Pro­gram­me 261 und 262.

Art und Höhe der Förderung im KfW-Programm 261/262

Art der FörderungHöhe der Förderung

Kredit für Sanierung, Bau oder

Kauf kompletter Gebäude

KfW 261

bis zu 150.000 €

Kredit bei Einzelmaßnahmen

KfW 262

bis zu 150.000 €
effektiver Jahreszinsab 0,57 %
Tilgungszuschussbis zu 50 %
tilgungsfreie Jahrebis zu 5 Jahre

zusätzliche Förderung für Baubegleitung

Kredit bis zu 10.000 €

Tilgungszuschuss bis zu 5.000 €

Die KfW-Programme 261 und 262 ersetzen die vor­herigen Pro­gram­me 151, 152 und 153, die jetzt nicht mehr be­an­tragt werden können.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

„Wir wollen die Anreize für Investitionen in Ener­gie­effi­zienz und Er­neuer­bare Ener­gien spür­bar ver­stär­ken und die Sanie­rungs­rate im Gebäude­bereich steigern.“

Welche Maßnahmen werden mit den KfW-Programmen 261 und 262 gefördert?

Die Programme KfW 261 und KfW 262 fördern verschiedene bau­liche Vor­haben bei Wohngebäuden:

  • Bau eines Effizienzhauses (inklusive Bau­neben­kosten, ohne Grund­stücks­kosten)
  • Kauf eines Effizienzhauses oder einer ent­sprech­enden Woh­nung (ohne Grund­stücks­preis)
  • Komplettsanierung eines bestehenden Ge­bäu­des zu einem Effi­zienz­haus (In­klu­sive Bau­neben­kosten)
  • Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Ener­gie­bilanz bei be­stehen­den Immo­bilien (KfW 262)
  • Umwidmung von Nichtwohnfläche in Wohnfläche

Voraussetzung für eine staatliche För­de­rung durch die KfW ist in allen Fällen das Mit­wirken eines Ener­gie­effi­zienz-Experten, der ge­mein­sam mit Ihnen das ener­getische Gesamt­konzept für die Bau­maß­nahmen ent­wickelt und für die Fach­planung zu­stän­dig ist. Außer­dem be­stä­tigt er nach Ab­schluss der Ar­beiten die Ein­hal­tung der vor­ge­sehenen Ener­gie­ziele und die Höhe der im Förder­antrag an­ge­gebenen Kosten.

Experten finden

Eine Auswahl an von der KfW an­er­kann­ten Ener­gie­effi­zienz-Experten fin­den Sie unter www.energie-effizienz-experten.de.

Wie hoch ist die Förderung beim KfW-Wohngebäude-Programm 261 und 262?

Die Höhe des Förderkredites beim Wohngebäude-Programm „Haus und Wohnung ener­gie­effi­zient bauen und sa­nie­ren“ hängt von zwei Fak­toren ab. Zum einen von den ent­stehen­den Kos­ten und zum an­deren von der Effi­zienz­klasse des Ge­bäu­des, also vom ener­ge­tischen Stan­dard, der er­reicht wird. Dabei gilt die Regel: Je besser die Ener­gie­effi­zienz, desto höher die Förderung.

Kredithöhe und Tilgungszuschuss nach KfW 261 und 262

MaßnahmeKredithöheTilgungszuschuss

KfW 261

Neubau Effizienzhaus

55 bis 40 PLUS

maximal 150.000 €bis 25 %, maximal 37.500 €

KfW 261

Kauf Effizienzhaus

55 bis 40 PLUS

maximal 150.000 €

bis 25 %, maximal 37.500 €

Bonus für besondere Nachhaltigkeit + 2,5 %

KfW 261

komplette Sanierung

Effizienz­haus Denkmal

bis 40 PLUS

maximal 150.000 €

bis 45 %, maximal 67.500 €

Bonus für erneuerbare Energien + 5 %

KfW 262

Einzelmaßnahmen für

mehr Energieeffizienz

bis zu 60.000 € pro Jahr

bis 50 %, maximal 30.000 €

Bonus für individuellen Sanierungsplan bei

einzelnen und kompletten Sanierungen + 5 %

Im Folgenden beschreiben wir ausführlich die mögliche Höhe der Kredite und Til­gungs­zu­schüsse für die je­wei­ligen bau­lichen Maß­nahmen.

Fördergelder für energieeffiziente Neubauten (KfW 261)

Als Förderung für den Bau oder Kauf eines Effizienz­hauses er­hal­ten Sie einen Kre­dit­be­trag bis zu 150.000 € zu den güns­tigen Kon­di­tio­nen der KfW. Den bes­ten Ener­gie­stan­dard er­reicht das Effi­zienz­haus KfW 40 PLUS. In die­ser Klasse ist der Wärme­ener­gie­ver­brauch um 60 % geringer als bei einem ver­gleich­baren Neubau.

Zusätzlich zum Kredit können Sie einen Til­gungs­zu­schuss von bis zu 37.500 € er­hal­ten, mit dem der Kre­dit­be­trag nach Ab­schluss des Vor­habens redu­ziert wird und Sie we­ni­ger zu­rück­zahlen müssen. Auch die Höhe des Til­gungs­zu­schusses rich­tet sich nach der Effi­zienz­klasse des Gebäudes.

Fördergelder für komplette Sanierungen (KfW 261)

Für die Komplettsanierung eines be­ste­hen­den Ge­bäu­des zu einem Effi­zienz­haus gilt der gleiche Grund­satz wie bei Neu­bauten: Je besser die Effi­zienz­stufe der Immo­bilie nach der Sa­nie­rung aus­fällt, desto höher ist der Kre­dit und der Til­gungs­zu­schuss im Rah­men der KfW-För­derung. Der höchste Kre­dit­betrag liegt bei 150.000 €. Dazu kann ein Til­gungs­zu­schuss von bis zu 75.000 € ge­nutzt werden.

Bei der Sanierung eines alten Ge­bäu­des be­stehen mehr Effi­zienz­klassen (vom Effi­zienz­haus 40 PLUS über das Effi­zienz­haus 70, 85 und 100 bis zum Denk­mal) als bei Neu­bauten, des­halb exis­tieren deut­lich mehr Förderstufen.

Förderung einzelner Maßnahmen am Haus (KfW 262)

Es muss nicht immer ein ganzes Haus sein, das auf Ener­gie­effi­zienz aus­ge­richtet wird. In vie­len Fäl­len werden von Haus­eigen­tümern ein­zelne Maß­nahmen durch­ge­führt, die zu weniger Ener­gie­ver­brauch führen. Dabei kann es sich um den Ein­bau neuer, gut iso­lie­ren­der Fens­ter, um eine Wärme­pumpe oder um eine bessere Wärme­dämmung des Daches handeln. Diese Einzel­maß­nahmen werden von der KfW im Rahmen des Pro­gram­mes 262 unterstützt.

  • mit einem Kredit bis zu 60.000 € pro Kalenderjahr
  • und einem Tilgungszuschuss zwischen 20 und 50 % des Kreditbetrages

Besonders gefördert werden Maßnahmen, die eine effi­ziente Hei­zungs­tech­nik zum Ziel haben. Darum er­halten Sie die höchsten Til­gungs­zu­schüsse beim Aus­tausch einer alten Öl­hei­zung durch moderne, inno­vative Hei­zungs­tech­niken wie z. B. eine Biomasse-Anlage. In die­sem Fall werden Ihnen 50 % des Kre­dites erlassen.

Wie sind die Konditionen beim KfW Kredit 261/262?

Die Höhe der Zinsen hängt von der gewünschten Lauf­zeit des Kre­dites und von der Form der Finan­zie­rung ab. Mög­lich ist die Aus­wahl zwischen

  • einem Annuitätendarlehen und
  • einem endfälligen Darlehen.

Entscheiden Sie sich für ein Annuitätendarlehen, das Sie in regel­mäßi­gen Raten zu­rück­zahlen schwan­ken die Zin­sen zwischen 0,57 und 0,76 % Effek­tiv­zins, wie fol­gende Ta­belle zeigt.

Zinsen und Laufzeiten beim KfW-Programm 261 und 262

effektiver JahreszinsLaufzeittilgungsfreie Anlaufzeit
0,57 %4 – 10 Jahre1 – 2 Jahre
0,72 %11 – 20 Jahre1 – 3 Jahre
0,76 %21 – 30 Jahre1 – 5 Jahre

In allen Fällen besteht eine tilgungsfreie An­lauf­zeit und eine 10-jährige Zins­bin­dung, wäh­rend der der Zins­satz un­ver­än­dert bleibt. Sie können auch die Form eines end­fälli­gen Dar­lehens wählen, das Sie am Ende der Lauf­zeit in einem Be­trag zu­rück­zahlen. In diesem Fall stei­gen die Zin­sen und der effek­tive Jahres­zins be­trägt 0,89 % bei einer Lauf­zeit zwi­schen 4 und 10 Jahren.

Die Auszahlung ist sowohl in einer Gesamt­summe als auch in Teil­be­trägen mög­lich. Sonder­til­gungen eines Teils des Kre­dit­be­trages sind nicht vorgesehen.

Wer kann die KfW-Wohngebäude-Programme 261 und 262 beantragen?

Die KfW-Programme 261 und 262 stehen sowohl Privat­per­sonen als auch Unter­nehmen und Or­gani­sa­tionen wie Ver­bän­den, Kir­chen und Woh­nungs­bau­ge­nossen­schaften zur Verfügung.

Einen Förderantrag können Eigentümer, Päch­ter oder Mie­ter des Grund­stücks, des Ge­bäu­des oder des be­trof­fenen Ge­bäude­teils stellen. Außer­dem sind Con­trac­toren an­trags­be­rechtigt. Das sind Unter­nehmen, die im Auf­trag des Immo­bilien­besit­zers z. B. eine neue Hei­zungs­an­lage pla­nen und den Ein­bau durch­führen. Diese Form der Zu­sammen­arbeit ist im Ener­gie­sektor rela­tiv häufig.

Der Antrag auf Fördermittel ist grund­sätz­lich vor Be­ginn des Vor­ha­bens zu stel­len. Damit ist bei Bau­maß­nahmen der Ver­trags­ab­schluss und beim Kauf eines Ge­bäu­des die Unter­zeich­nung des Kauf­ver­trages gemeint.

Zuschuss für Baubegleitung und Fach­planung möglich

Die Förderung durch die KfW-Programme 261 und 262 ist nur mög­lich, wenn ein Ener­gie­effi­zienz-Experte für die Fach­pla­nung und Bau­be­glei­tung hin­zu­ge­zogen wird. Für die dadurch ent­ste­hen­den Kos­ten können Sie im Rah­men der Bundes­förde­rung für effi­ziente Gebäude (BEG) einen „Zu­schuss für Bau­be­glei­tung und Fach­pla­nung“ beantragen.

Dabei handelt es sich um einen zu­sätz­lichen Kre­dit mit einem Til­gungs­zu­schuss. Die Höhe rich­tet sich nach dem Um­fang der Maßnahmen.

Höhe des Tilgungszuschusses für Baubegleitung und Fachplanung

Umfang der Maßnahmenzusätzlicher KreditTilgungszuschuss

Bau, Umbau oder Kauf eines

kompletten Effizienzhauses

bis zu 10.000 €maximal 5.000 € je Vorhaben

bei energetischen

Einzelmaßnahmen

bis zu 5.000 €maximal 2.500 € je Vorhaben

Sie können die Förderbeträge erhöhen, indem Sie zu­sätz­lich einen indi­vidu­ellen Sanie­rungs­fahr­plan (iSFP) mit Ihrem Ener­gie­be­rater erstellen.

Wie kann ich die KfW-Förderung 261 und 262 beantragen?

Sie beantragen die Förderkredite der KfW-Programme nicht di­rekt bei der KfW. Das macht für Sie in Ab­spra­che mit Ihnen eine durch­lei­tende Bank. Dabei wird es sich in der Re­gel um Ihre Haus­bank han­deln, bei der Ihre Bau­finan­zierung läuft. Meist wird neben den Kre­diten aus den KfW-Förder­mitteln ein wei­terer Bau­kre­dit not­wen­dig sein, es sei denn aus­rei­chend Eigen­kapi­tal ist vorhanden.

So beantragen Sie Schritt für Schritt Ihren KfW-Antrag

Der gesamte Vorgang der Antragstellung lässt sich in vier Schritte gliedern:

  1. Sie suchen einen Energieeffizienz-Experten, der mit Ihnen alle Maß­nah­men durch­spricht und eine Be­stäti­gung aus­stellt, mit der Sie das Er­rei­chen der ener­ge­tischen Zie­le belegen.
  2. Sie sprechen mit Ihrer Bank über die ge­plan­ten Maß­nah­men und klä­ren den ge­sam­ten Finan­zierungs­bedarf. Ihre Bank be­an­tragt den KfW-Kredit für Sie.
  3. Sie beauftragen Handwerksunternehmen zur Durch­füh­rung der ener­ge­tischen Sa­nie­rung, schlie­ßen Ver­träge mit Lie­fe­ran­ten oder unter­schrei­ben den Immo­bilien­kauf­ver­trag.
  4. Nach Beendigung der Arbeiten erhalten Sie vom Energie-Experten eine Be­stäti­gung, dass die an­ge­stre­bten Ziele er­reicht wurden. Diese Be­stäti­gung rei­chen Sie bei Ihrer Bank ein, damit der Til­gungs­zu­schuss der KfW gut­ge­schrie­ben werden kann.

Beachten Sie unbedingt die Fristen zur An­trag­stellung. Sie müssen den Förder­an­trag bei der KfW vor dem Tag der Auf­trags­er­tei­lung an das aus­führende Unter­nehmen oder der Unter­zeich­nung eines Kauf­ver­trages ein­gereicht haben.

Sie können zwischen Kredit und Zuschuss wählen

Mit dem Inkrafttreten der Bundesförderung für ener­gie­effi­ziente Wohn­ge­bäude im Jahr 2021 können Sie zwi­schen einem zins­güns­ti­gen Kre­dit mit Til­gungs­zu­schuss und einem di­rek­ten In­vesti­tions­zu­schuss der KfW wäh­len. Dieser In­vesti­tions­zu­schuss wird Ihnen an­statt eines Kre­dites aus­ge­zahlt und muss nicht zu­rück­ge­zahlt werden. Dabei wird zwi­schen dem neuen KfW-Programm 461 und dem Zu­schuss beim Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle (BAFA) unterschieden.

  • Das Zuschussprogramm KfW 461 deckt die Komplett­sanierung, den Neu­bau oder Kauf eines Effi­zienz­hauses ab.
  • Der Zuschuss der BAFA fördert einzelne energetische Maß­nahmen wie z. B. den Aus­tausch einer Öl­hei­zung durch eine Gas-Hybridheizung.
Vergleich.de Tipp

Als eine Folge des weltweiten Klimawandels werden in Deutsch­land ver­mehrt Hitze- und Dürre­peri­oden er­wartet. Um Ihr Haus auf die sich ver­ändern­den Ge­geben­heiten vor­zu­be­reiten, för­dern die KfW-Pro­gram­me 261 und 262 auch den Ein­bau und die Er­neue­rung von Sonnen­schutz­ein­rich­tungen wie z. B. Sonnen­schutz­rollos oder Mar­kisen als Maß­nahme für eine ver­besser­te Energieeffizienz.

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