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Versicherung

Gewässerschadenhaftpflicht: Absicherung bei Schäden durch Heizen mit Öl

Mehr als 6 Millionen Deutsche heizen ihr Eigenheim mit Öl. Für sie ist eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung sinnvoll: Denn falls Öl ausläuft und Erde, Grundwasser, Flüsse oder Seen verseucht werden, kann das für den Betreiber der Heizungsanlage kostspielig werden.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung?

      Eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung, auch Öltankversicherung genannt, greift bei Schäden durch Ihre Ölheizungsanlage – ob die nun durch Fahrlässigkeit oder ohne Ihr Verschulden entstanden sind. Schon ein Liter Heizöl kann Hunderttausende Liter Wasser verschmutzen. Ein gewöhnlicher Öltank fasst 2000 bis 3000 Liter.

      Bei der Öltankhaftpflicht sind Sie als Inhaber der Anlage sowie alle Personen, die Sie mit der Wartung der Heizung beauftragen, versichert. Der Versicherer übernimmt im Schadensfall unter anderem die Kosten um den Gewässerschaden zu begrenzen, die Anlage zu reparieren oder verletzte Personen ärztlich versorgen zu lassen. Auch bei Versickern des Öls ins Erdreich springt die Gewässerschadenhaftpflicht ein.

      Wodurch kann ein Gewässerschaden entstehen?

      Wenn ein Rohr bricht, ein Behälter durchrostet oder jemand einen Fehler beim Nachfüllen macht, kann Öl austreten und in den Boden sickern. Die häufigsten Ursachen sind

      • Beschädigungen am Material das Tanks
      • Versagen der Schutzeinrichtungen
      • fehlerhafte Bedienung des Heizöltanks

      Etwa 700 solcher Schäden durch Ölheizungen passieren jährlich bundesweit; die Reinigung kostet nicht selten zehn- oder hunderttausende Euro, da die Erde abgetragen und als Sondermüll entsorgt werden muss. Auch diese Kosten übernimmt die Öltankversicherung.

      Wer braucht eine Gewässerschadenhaftpflicht?

      Wenn Sie in einem Trinkwasserschutzgebiet oder nahe einem Fluss oder See wohnen, ist eine Öltankversicherung sinnvoll für Sie. Auch bei Erdtanks oder in von Hochwasser bedrohten Gebieten ist das Risiko eines Unfalls erhöht. Ihre Privathaftpflicht deckt das nicht automatisch ab!

      Sie können laut Wasserhaushaltsgesetz für einen Schaden an Ihrem Öltank voll haftbar gemacht werden – auch, wenn Sie den Tank regelmäßig überprüfen lassen und Ihnen kein Verschulden nachgewiesen werden kann.

      Überprüfen Sie Ihre Ölheizungsanlage regelmäßig

      Dennoch sollten Sie die Pflege Ihres Tanks sehr ernst nehmen. Allein, um Unfälle zu vermeiden und im Schadensfall Anspruch auf Versicherungsleistung zu haben. Das sollten Sie beachten:

      • Wie oft Sie Ihre Anlage überprüfen müssen, ist je nach Bundesland unterschiedlich und in der "Anlagenverordnung wassergefährdende Stoffe" festgeschrieben. Wer die verpflichtenden Wartungstermine nicht wahrnimmt, begeht sogar eine Ordnungswidrigkeit.
      • Die Abstände zwischen den Wartungen hängen davon ab, wie groß Ihr Tank ist, ob er unter oder über der Erde installiert ist, oder ob Sie in einem Wasserschutzgebiet leben.
      • Für viele Tanks gilt ein Fünf-Jahres-Abstand: Das betrifft solche mit einer Größe von mehr als 1000 Litern, wenn sie in einem Wasserschutzgebiet liegen. Und solche, die mehr als 10.000 Liter fassen.
      • Wichtig: Ob Sie einen Fachbetrieb beauftragen müssen, regelt jedes Bundesland anders. Erkundigen Sie sich!

      Wann deckt meine Privathaftpflicht einen Gewässerschaden ab?

      In manchen Privathaftpflichtversicherungen sind Gewässerschäden durch Ölheizungen schon berücksichtigt. Besonders kleinere Öltanks können oft mitversichert werden. In diesem Fall brauchen Sie keine zusätzliche Gewässerschadenhaftlichtversicherung abzuschließen.

      Wichtig: Achten Sie darauf, ob im Vertrag von einer Höchstgrenze für das Fassungsvermögen des Tanks die Rede ist! Prüfen Sie auch unbedingt, ob in Ihrer Privathaftpflicht Einschränkungen für die Leistung der Heizungsanlage stehen!

      Welche Schäden sind bei der Öltankhaftpflicht versichert?

      Der Versicherer übernimmt in der Regel die Kosten für

      • Gutachter
      • Beseitigung der verseuchten Erde
      • Reparatur der Heizanlage
      • Schäden am Eigentum
      • Neubefüllung des ausgelaufenen Tanks
      • Behandlung von bei dem Unfall verletzten Personen und Schmerzensgeldforderungen

      Was wird von der Gewässerhaftpflichtversicherung nicht abgedeckt?

      Als Betreiber einer Ölheizung müssen Sie den Tank regelmäßig warten und reinigen lassen und die Sicherheitsvorschriften einhalten. Falls Sie ihrer Pflicht nicht nachkommen, kann der Anbieter im Schadensfall die Kostenübernahme ablehnen.

      Mancher Anbieter nimmt das Befüllen des Öltanks ausdrücklich von den Versicherungsleistungen aus. Achten Sie bei Abschluss Ihres Vertrags darauf!

      Wenn Sie Ihr Haus mit Öltank vermieten, haften in der Regel Sie – außer, Sie regeln das im Vertrag mit dem Mieter ausdrücklich anders. Es handelt sich hier um eine Gefährdungshaftung, da Sie den Betrieb der potentiell gefährlichen Anlage erlauben.

      Ist eine Öltankversicherung Pflicht?

      Der Gesetzgeber macht hier keine Vorgaben – wir raten aber, genauso wie bei Hausratversicherung und Gebäudeversicherung zum Abschluss einer Gewässerschadenhaftpflicht, denn bei einem Vorfall haften Sie in unbegrenzter Höhe mit ihrem gesamten Vermögen. Die Kosten für eine Öltankversicherung sind im Vergleich zu diesem Risiko eher gering.

      Wie hoch sind die Kosten für eine Gewässerschadenhaftpflicht?

      Je nach Größe der Anlage beginnen die Policen bei knapp 30 € pro Jahr. Falls Sie Ihren Öltank in Ihrer Privathaftpflicht einschließen wollen, erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrem Anbieter nach dem Aufschlag dafür. Übrigens: Die Wartung der Heizungsanlage kostet im Jahr etwa 100 bis 200 €.

      Worauf muss ich beim Abschluss einer Öltankversicherung achten?

      Verschiedene Anbieter bieten unterschiedliche Konditionen für Ihr spezielles Tankmodell. Diese Punkte sollten Sie dabei beachten:

      • Oberirdische Tanks – auch im Keller – sind günstiger als Tanks, die in der Erde liegen, da diese meist größeren Schaden anrichten.
      • Halten Sie ein Prüfzeugnis über das einwandfreie Funktionieren Ihrer Ölheizung bereit.
      • Erkundigen Sie sich nach dem Alter Ihrer Anlage: Anbieter lehnen eine Versicherung manchmal ab, wenn der Tank in die Jahre gekommen ist.
      • Manche Versicherer staffeln die Prämie nicht nur nach dem Fassungsvermögen, sondern auch nach der Anzahl der Tanks in Ihrem Besitz.

      Wie hoch sollte ich die Versicherungssumme wählen?

      Da bei Austritt von Öl Menschen und Natur zu Schaden kommen können, sollten Sie die Versicherungssumme bei 3.000.000 bis 5.000.000 € und höher ansetzen.

      Was muss ich beachten, wenn ich eine Eigentumswohnung mit Ölheizung kaufe?

      Meist ist eine Wohnung bereits von der Eigentümergemeinschaft des Hauses mit den wichtigsten Policen versichert. Das gilt für die Gebäudeversicherung, aber auch für die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung. Erkundigen Sie sich aber unbedingt!

      Wie gehe ich im Fall eines Gewässerschadens durch meine Ölheizung vor?

      Sie müssen den Unfall unverzüglich der Polizei, Feuerwehr, Wasserbehörde oder dem zuständigen Bezirksamt melden – und natürlich Ihrem Versicherer. Der stellt per Gutachten fest, welche Schadensersatzforderungen an Sie berechtigt sind und welche nicht.

      Vergleich.de Tipp

      Die Energieeinsparverordnung sieht vor, dass Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden müssen. Falls Sie Ihre Ölheizung renovieren müssen, denken Sie darüber nach, die Anlage ganz zu erneuern. Ölheizungen sind heute viel effizienter als früher. Außerdem können Sie das Heizen mit Öl inzwischen mit erneuerbaren Energien kombinieren.

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