Das Wichtigste in Kürze
- Um Ihre Rentenlücke zu schließen, sollten Sie privat vorsorgen. Je früher Sie anfangen, desto weniger Geld müssen Sie investieren, da der Zinseszins als Vermögensbooster wirkt.
- Am flexibelsten sind Direktinvestitionen in börsennotierte Indexfonds (ETFs). Besonders einfach und günstig geht das mit einem monatlichen Sparplan.
- Welt-Aktien-ETFs haben in der Vergangenheit, alle Krisen eingerechnet, im Schnitt 7–8 % Rendite pro Jahr erzielt.
- Ab 2027 können Sie nach jetzigen Plänen für ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot jährlich Zulagen vom Staat erhalten.
Sparen fürs Alter – wie geht es am besten?
Eine private Rentenversicherung lohnt sich beim Sparen für die Rente meist kaum: Hohe Kosten und eine geringe Rendite sprechen dagegen. Es werden erhebliche Verwaltungs- und oft auch Abschlusskosten veranschlagt. Die werden selbst dann einbehalten, wenn Sie den Vertrag vorzeitig kündigen. Zudem liegt der garantierte Zinssatz bei neuen Verträgen ungefähr bei mageren 1 %. Rechnen kann sich die Versicherung deshalb nur, wenn Sie sehr alt werden.
Zum Sparen fürs Alter sind andere Produkte zur Geldanlage besser. Banksparpläne, Aktien und ETFs bieten häufig bessere Chancen auf eine gute Rendite und sind darüber hinaus flexibler. Welche Optionen Sie bei der Geldanlage und Altersvorsorge haben, erklären wir Ihnen im Folgenden.
Profitieren Sie von 540 € an Zuschüssen jährlich plus 300 € pro Kind: Die Regierung will die private Altersvorsorge attraktiver machen und greift dafür tief in die Tasche. Ab 2027 soll es ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot als Ersatz für die Riester-Rente geben, mit dem Sie auch in kostengünstige, renditestarke ETFs investieren können. Der Bundesrat muss noch zustimmen.
Weitere Themen
Fokus auf Sicherheit: Welche Optionen habe ich bei der Geldanlage zur Altersvorsorge?
Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Geld zur Altersvorsorge mit klassischen Sparanlagen längerfristig anlegen.
Tagesgeld
Bei einem Tagesgeldkonto handelt es sich um ein verzinstes Konto ohne feste Laufzeit. Sie können jederzeit über Ihre Geldanlage und Altersvorsorge verfügen, aber auch lange fürs Alter sparen. Die Verzinsung ist in der Regel höher als beim Sparbuch. Sie ist allerdings nicht festgeschrieben, sondern kann sich täglich nach oben oder unten verändern.
Festgeld
Bei einem Festgeldkonto legen Sie Ihr Geld über einen festgelegten Zeitraum an. Die Laufzeit beträgt mindestens 1 Monat und maximal 10 Jahre. Das bedeutet, dass Sie für diese Zeit nicht an Ihr Altersvorsorge-Festgeld herankommen. Dafür kann die Verzinsung höher als bei einem Tagesgeldkonto sein. Je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto höher gestaltet sich oft auch der Zins.
Banksparpläne
Rente und Sparen: Sparpläne sind eine praktische Methode, um jeden Monat Geld zu sparen und über die Jahre ein Vermögen für Ihre Altersvorsorge aufzubauen. Daher bieten Sparpläne die Möglichkeit, auch mit geringem Einkommen langfristig Vermögen aufzubauen.
Klassische Banksparpläne sind selten geworden. Die Rendite liegt zudem oft unter den Top-Zinsen für Tages- und Festgeld. Banksparpläne funktionieren so: Jeden Monat zahlen Sie eine definierte Summe in Ihren Sparplan ein. Viele Sparpläne starten bereits ab 25 € monatlich. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Sparplänen: Es gibt geförderte Riester-Sparpläne und Sparpläne ohne staatliche Förderung.
- Der Riester-Sparplan ist eine staatlich geförderte Zusatzrente. Sie zahlen monatlich einen Betrag in diesen speziellen Banksparplan ein und bekommen dazu eine Riester-Zulage. Dieses Modell bieten kaum noch Banken an. 2027 wird die alte Riester-Förderung zudem vom neuen Altersvorsorgedepot abgelöst. Für die wenigsten Menschen ist es lohnend, jetzt noch das alte Produkt abzuschließen.
- Im Unterschied zu Riester-Sparplänen sind Sparpläne ohne staatliche Förderung etwas flexibler: Banksparpläne etwa ähneln Festgeldkonten, man zahlt aber regelmäßig Geld als Geldanlage zur Altersvorsorge ein. Die Laufzeit liegt bei 3 bis 10 Jahren, manchmal auch bis zu 20 Jahren. Bevor man einen Sparplan fürs Altersvorsorge-Sparen über 10 Jahre oder noch länger abschließt, sollte man sich die Bedingungen genauer anschauen. Die Produkte sind oft unflexibel. Nicht immer sind Banksparpläne vor Ende der Laufzeit kündbar.
Fokus auf Rendite: Welche Möglichkeiten gibt es zur Geldanlage und Altersvorsorge?
Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Rente mit Aktien und Immobilien-Fonds, Robo-Advisors und Crowdinvesting aufbessern können.
ETFs und ETF-Sparpläne
Die Altersvorsorge per ETF eignet sich für jeden, der neben der gesetzlichen Rente möglichst flexibel fürs Alter sparen und keine langen Vertragslaufzeiten eingehen möchte. Es handelt sich dabei um eine Geldanlage in börsengehandelte Indexfonds, sogenannte „Exchange Traded Funds“ (ETFs). Diese Wertpapiere bilden die Wertentwicklung eines Börsenindex nach: etwa die des Deutschen Aktienindex DAX oder die des US-amerikanischen Index S&P 500. Mit ETFs streuen Sie Ihre Investition also auf viele unterschiedliche Wertpapiere und beherzigen dabei den wichtigsten Anlagetipp: Diversifikation.
„ETFs sind eine Erfolgsgeschichte sondergleichen“, sagt Uwe Paßmann von Scalable Capital. „Extrem viele Privatkundinnen und Privatkunden nutzen ETFs.“ Dadurch werde Diversifikation unkompliziert möglich gemacht: „Mit wenigen ETFs kann man direkt eine sehr breite Streuung bei seinen Anlagen herbeiführen. Mit ETFs ist eine Investition in Tausende Aktien weltweit einfach, effizient und transparent möglich.“
Insbesondere ETF-Sparpläne sind dabei eine flexible und kostengünstige Möglichkeit, um Ihre private Geldanlage und Altersvorsorge zu gestalten. Sie bieten gute Renditechancen bei überschaubaren Risiken und Kosten. Die Sparrate lässt sich jederzeit anpassen und Sie können Geld immer dann entnehmen, wenn Sie es brauchen oder lieber abziehen möchten.
Da ETFs wie alle Wertpapiere Kursschwankungen unterliegen, sollten Sie in schlechteren Zeiten Geduld bewahren. Das heißt, dass sie am besten mindestens 15 Jahre vor Rentenbeginn mit Ihrem ETF-Rentensparplan beginnen sollten. Um einen ETF-Rentensparplan zu eröffnen, benötigen Sie ein Depot, in dem Sie Ihre Wertpapiere verwahren können. Am günstigsten sind in der Regel Online-Broker oder Direktbanken, weil sie ihren Service ausschließlich digital anbieten.
Zusätzlich brauchen Sie ein Girokonto, von dem die Sparraten abgebucht und auf das die Erträge gutgeschrieben werden können. Entscheiden Sie sich dann noch für einen konkreten Anlagebetrag. Oft geht es schon bei 1 € los. Manchmal gibt es jedoch eine Mindestsparsumme von 25 € oder 50 € pro Monat. Sie können auch andere Intervalle wählen, wann die Zahlungen gebucht werden sollen, z. B. quartalsweise oder halbjährig. Wenn Sie sich noch nicht entschieden haben, in welche ETFs Sie als Geldanlage und Altersvorsorge investieren sollen, hilft Ihnen unser Vergleich:
Aktien
Aktien sind für Ihre Geldanlage und Altersvorsorge langfristig wegen der möglichen hohen Rendite sehr interessant. Jedoch ist das Risiko für Kursverluste oder für die Insolvenz einer Aktiengesellschaft hoch, verglichen mit ETFs und anderen Aktienfonds, die das Risiko streuen. Peilen Sie mindestens eine Laufzeit von 10–15 Jahren an. Erfahrungsgemäß gleichen sich viele Kurseinbrüche an den Börsen in diesem Zeitraum wieder aus.
Tipp: Statt Ihr ganzes Geld auf eine Karte zu setzen, sollten Sie es über mehrere Unternehmen bzw. Wertpapierarten streuen. Behalten Sie Ihr Portfolio außerdem immer im Blick, verfolgen Sie die Kursentwicklungen und schichten Sie – falls nötig – um. Ein günstiges Depot für Ihre Aktienanlage finden Sie in unserem Depot Vergleich.
Fonds
Neben ETFs, die passiv gemanagte Indexfonds sind, gibt es auch aktiv gemanagte Fonds. Dies sind Fonds, die Anleger in der Regel über ihre Hausbank kaufen. Hier sind hochbezahlte, professionelle Fondsmanager beschäftigt, die versuchen, mehr Rendite als der Index zu erzielen. In der Praxis gelingt dies selten. Aktiv gemanagte Fonds sind teuer. Sie müssen mit laufenden Kosten von ca. 2 % pro Jahr rechnen. Transaktionskosten und Erfolgsgebühren können dazukommen. Zusätzlich fallen meist beträchtliche Abschlusskosten (Verkaufsprovisionen), oft Ausgabeaufschlag genannt. Diese liegen oft bei 4–6 %.
Außerdem gibt es fondsgebundene Rentenversicherungen, also eine Geldanlage und Altersvorsorge mit Fonds. Hier wird der Sparanteil in ertragreiche Anlageformen gesteckt. Bedenken Sie, dass hier zusätzlich oft erhebliche Kosten für den Versicherungsmantel auf Sie zukommen. Vorteile dieser Produkte können Sicherheit und Steuervorteile sein.
Robo-Advisors
Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Anlageberater, der von einem Programm gesteuert wird und Ihre Geldanlage zur Altersvorsorge auf Basis von Finanzkennzahlen und Algorithmen verwaltet: Er analysiert die individuellen Bedingungen und schlägt anhand Ihrer Rentenziele ausgewählte Investitionen vor. Die Algorithmen überprüfen regelmäßig, ob Ihr Portfolio Ihren zuvor angegebenen Zielen für den Renteneintritt entspricht. Dazu nehmen die Algorithmen die Entwicklung von Aktien, ETFs und anderen Werten unter die Lupe. Bei entsprechender Marktlage werden Ihnen Käufe oder Verkäufe vorgeschlagen bzw. automatisch durchgeführt. So können Sie mit Ihrer Geldanlage auf aktuelle Entwicklungen reagieren.
Man unterscheidet zwei Formen: Robo-Advisors mit einem aktiven Ansatz schichten Ihr Anlagevermögen fürs Alter fortlaufend um. Sie reagieren auf aktuelle Marktereignisse und übernehmen durch ihre Komplexität alle erforderlichen Schritte für Änderungen der Geldanlage ohne weitere Nachfragen beim Kunden. Mit dieser offensiven Anlagestrategie ist ein höheres Risiko verbunden.
Robo-Advisors mit einem passiven Ansatz überprüfen nur ein oder zweimal im Jahr, ob das Portfolio noch den anfangs festgelegten Zielen entspricht, und dann werden Verbesserungen vorgeschlagen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um relativ sichere Anlageformen wie ETFs, also um Fonds, die einen bestimmten Aktienindex wie den DAX nachbilden.
Welchen Ansatz ein Robo-Advisor verfolgt, können Sie auf dessen Website erfahren. Bedenken Sie aber, dass nicht jeder Robo-Advisor eindeutig einer der beiden Gruppen zugeordnet werden kann. Zum einen bieten einige Anbieter mehrere Modelle an und zum anderen gibt es Mischformen, die Elemente beider Ansätze enthalten.
Crowdinvesting
Lange waren Investitionen in Immobilien oder Bauprojekte mit einer hohen Anlagesumme verbunden, da Sie als Investor in der Regel allein ein komplettes Objekt finanziert haben. Eine noch recht junge Alternative zum Kauf einer eigenen Immobilie ist das Crowdinvesting. Dabei suchen Unternehmen viele einzelne Kapitalgeber, die sich daher auch mit kleinen Beträgen ab 500 € beteiligen können. Die Höchstgrenze liegt bei 10.000 €.
Neben Immobilien lässt sich per Crowdinvesting auch in Start-ups, Sammlerstücke oder Energieprojekte investieren. Grundsätzlich ist diese Anlageform nur etwas für risikofreudige Anleger. Oft werden auf den Anbieter-Plattformen Renditen zwischen 4–13 % in Aussicht gestellt. Jedoch ist auch ein Totalverlust möglich. Wenn alles gutgeht, erhalten Sie das von Ihnen eingezahlte Kapital nach einem überschaubaren Zeitraum von einigen Monaten oder wenigen Jahren verzinst zurück.
Immobilien
Neben dem Kauf und eventuell der Vermietung von Immobilien gibt es weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihre Altersvorsorge mit Immobilien-Invests gestalten können. Dabei wird zwischen dem direkten und indirekten Investment unterschieden. Zu den indirekten Immobilien-Investments gehört das Crowdinvesting, wie wir es oben beschrieben haben. Eine weitere Form sind Immobilienaktien: Mit Immobilienaktien erwerben Sie Anteile an Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden und in der Immobilienbranche tätig sind. Dabei kann es sich um Wohnungsbaugesellschaften, große Immobilienmakler, Hausverwaltungs- oder Bauunternehmen handeln. Einen Gewinn erwirtschaften Sie entweder durch die Ausschüttung einer Rendite am Ende des Geschäftsjahres oder wenn Sie die Aktie teurer verkaufen, als Sie sie gekauft haben.
Immobilienfonds wiederum werden von professionellen Investoren zusammengestellt. Diese Fonds-Manager sammeln Geld von Privatanlegern und investieren es in Unternehmen der Immobilienbranche. Es gibt offene Immobilienfonds, deren Volumen unbegrenzt ist. Hier können Sie jederzeit Ihre Anteile am Fonds verkaufen. In geschlossenen Immobilienfonds ist die Geldmenge begrenzt und Sie müssen Ihren Anteil über eine festgelegte Laufzeit halten.
Bei einem Immobilien-ETF werden die Aktien von Unternehmen, die in der Immobilienbranche tätig sind, zusammengefasst. Es handelt sich also um ein ganzes Paket, das nach bestimmten Kriterien zusammengestellt ist. Mit einem ETF-Sparplan können Sie regelmäßig monatlich kauch kleine Summen in Immobilien investieren.
Immobilienanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere von Unternehmen der Immobilienbranche. Sie erhalten regelmäßige Zinsen und Ihr eingesetztes Kapital nach dem Ende der Laufzeit zurück. Das bedeutet, Sie als Anleger geben dem Unternehmen einen Kredit. Anleihen werden an der Börse gehandelt.
Wie viel sollte ich monatlich für die Rente sparen?
Um zu wissen, wie viel Geld Sie für die Rente anlegen sollten, verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre späteren Finanzen. Im Ruhestand werden einige Ausgaben wegfallen, zum Beispiel Fahrkosten für den Weg zur Arbeit oder auch manche Versicherungen (etwa Berufsunfähigkeit). Bestenfalls werden Sie mit dem Renteneintritt Ihre Baufinanzierung abbezahlt haben und somit nur noch Instandhaltungs- und Nebenkosten für Ihre Immobilie zahlen. Auf der anderen Seite haben Sie im Ruhestand mehr Zeit für Hobbys und Reisen, die Geld kosten.
Experten raten, etwa 60 % des letzten Bruttoeinkommens bzw. 80 % des letzten Nettoeinkommens als monatlichen Bedarf im Alter einzuplanen. In welchem Umfang Sie monatlich sparen müssen, um diesem Ziel näher zu kommen, hängt natürlich auch von Faktoren wie Ihrer persönlichen Lebenserwartung, der Rendite des jeweiligen Anlageprodukts und einer möglichen Inflation ab.
Falls Sie als Arbeitnehmer in die gesetzliche Rente einzahlen, schreibt Ihnen die Deutsche Rentenversicherung jedes Jahr in der Renteninformation, welche Bezüge Sie im Alter zu erwarten haben. Dafür rechnet sie den Durchschnitt Ihrer Beiträge der letzten 5 Jahre hoch bis zur Regelaltersgrenze. Daher ergeben sich ganz individuell hohe Beträge. Fachleute gehen von einem Richtwert von 35–47 % Ihres letzten Nettoeinkommens aus.
Um Ihre individuelle Rentenlücke mit wenigen Klicks zu ermitteln, nutzen Sie einfach unseren Rechner:
Welche Steuern fallen bei der Altersvorsorge an?
In Deutschland werden verschiedene Vorsorgearten unterschiedlich besteuert. Auf Einkünfte aus Kapitalvermögen erhebt der Staat grundsätzlich Abgeltungssteuer, eine Form der Einkommenssteuer. Zu Einkünften aus Kapitalvermögen gehören Zinsen und Dividenden genauso wie Erträge aus Investmentfonds, Zertifikaten und Kursgewinnen. Auch Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen, die bei Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge anfallen, sind steuerpflichtig. Der Steuersatz der Abgeltungssteuer liegt bei 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % sowie ggf. Kirchensteuer. Im Ergebnis beträgt die Steuer 26,375 bzw. für Kichenmitglieder bis zu ca. 28 %. Bei Aktienfonds und -ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 %.
Steuerfrei dürfen Sie pro Jahr nur 1.000 € Kapitalerträge (Paare: 2.000 €) einstreichen. So hoch ist Ihr Sparerpauschbetrag. In dieser Höhe dürfen Sie einen Freistellungsauftrag erteilen. Die kontoführende Bank führt die Abgeltungssteuer direkt ans Finanzamt ab, sofern diese Ihren Freistellungsauftrag übersteigt.
Wie kann ich die Abgeltungssteuer im Alter vermeiden?
Als Rentner haben Sie in einigen Fällen die Möglichkeit, sich durch eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) von der Besteuerung Ihrer Kapitalerträge im Zuge der Geldanlage und Altersvorsorge befreien zu lassen. Die Beantragung lohnt sich, wenn Ihre Kapitalerträge über dem Sparer-Pauschbetrag liegen, obwohl Ihre Einkünfte so gering sind, dass sie den steuerlichen Grundfreibetrag nicht überschreiten. Dieser beträgt für das Steuerjahr 2026 12.348 € und für 2025 12.096 € pro Person und bezieht sich auf das gesamte zu versteuernde Einkommen. Neben Gehalt fallen darunter beispielsweise auch Renten, private Altersvorsorgen sowie Vermietung und Verpachtung.
Mit einer gültigen NV-Bescheinigung können auch Erträge, die über dem Sparer-Pauschbetrag liegen, steuerfrei vereinnahmt werden. Vordrucke für die Beantragung einer NV-Bescheinigung finden Sie auf der Homepage Ihres Finanzamtes. Wenn Sie bei mehreren Banken Kunde sind, brauchen Sie auch mehrere NV-Bescheinigungen, die Sie nach Genehmigung bei den Instituten einreichen.
Wie werden private Rentenversicherungen und Riester-Renten versteuert?
Unterschiedlich. Während Riester-Verträge oft während der Ansparphase Vergünstigungen in Form von Zulagen und Steuerstundungen erhalten, werden die Renten daraus später voll versteuert. Der Steuersatz hängt vom Einkommen ab. Auch das neue Altersvorsorgedepot soll nachgelagert besteuert werden.
Bei privaten Rentenversicherungen sieht es anders aus: In der Auszahlphase wird das Geld nur teilweise besteuert. Dabei gibt es zwei Varianten, aus denen Sie wählen können. Entscheiden Sie sich für eine lebenslange Rente, ist nur der Ertragsteil steuerpflichtig. Nehmen Sie stattdessen die Einmalzahlung, ist oft nur die Hälfte der Gewinne zu versteuern. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre lief und die Auszahlung frühestens mit 62 Jahren erfolgt.
Fazit: Starten Sie jetzt und nutzen Sie den Vermögensbooster!
Je früher Sie anfangen, Geld für Ihre Altersvorsorge anzulegen, desto mehr greift Ihnen der Zinseszins unter die Arme. Mit einem monatlichen ETF-Sparplan auf einen globalen Aktienindex legen Sie einfach, kostengünstig und renditeorientiert an. Aufgrund des langen Anlagehorizonts, der mindestens 15 Jahre betragen sollte, können Sie zwischenzeitliche Kursrücksetzer an der Börse aussitzen. In der Vergangenheit wurden Anleger dafür mit durchschnittlich 7–8 % Rendite pro Jahr belohnt.
Nach den Plänen der Bundesregierung soll 2027 das neue Altersvorsorgedepot kommen. Dann können Sie auf Ihre regelmäßigen Investitionen in ETFs staatliche Zulagen von hunderten Euro pro Jahr erhalten.
