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Geldanlage

Sparkonto im Ausland: Was Fremd­währungs­konto & Co. an Zinsen bringen

Sparen lohnt sich kaum noch, denn die Zinsen sind im Keller. Trotzdem lassen die meisten Deutschen ihr Geld auf niedrig verzinsten Sparbüchern dahindümpeln. Aber immer mehr Sparer weichen auf das besser verzinste Fremdwährungskonto oder Sparkonten in Europa aus. Doch ist das sicher?

Wie funktioniert ein Fremdwährungskonto?

Ein Fremdwährungskonto ist ein Konto, das ausschließlich in ausländischer Währung, sogenannten Devisen, geführt wird. Das heißt, Sie haben ein Sparkonto bei einer deutschen oder in Deutschland tätigen Bank, das nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung ausgewiesen wird. Ein Fremdwährungskonto wird beispielsweise von Firmen mit internationalen Geschäftsbeziehungen genutzt, um Zahlungen schnell und sicher abzuwickeln.

Es gibt aber auch Angebote für Privatpersonen, die in ausländischen Währungen sparen wollen. Denn Devisenkonten locken mit bis zu 7 % Sparzinsen. Vermehrt kommen diese Angebote nicht direkt von Banken, sondern von Vermittler-Unternehmen wie WeltSparen oder Zinspilot, die mit verschiedenen Banken kooperieren. In der Regel brauchen Sie hier nur ein Sparkonto eröffnen und die Währung aussuchen, in der Sie Geld anlegen wollen. Alles Weitere gehört zum sogenannten Anlegerservice. Die Vermittler finanzieren sich dabei beispielsweise durch Provisionen der ausländischen Banken.

Hohe Zinsen durch Sparkonten im Ausland

Ein Geldanlage Vergleich verrät, warum diese Anlagemöglichkeiten immer beliebter werden: Sparer, die ihr Geld im Ausland anlegen, erhalten oft deutlich höhere Zinsen als bei einer Geldanlage in Euro bei einer heimischen Bank – sogar höher als der garantierte Zinssatz für die ersten Monate, mit dem deutsche Banken oft werben.

Tagesgeld-Zinssätze in Deutschland in Vergleich zu Geldanlagen im Ausland (Stand: August 2016, Quelle: Tagesgeld Vergleich):

Währung höchster Zinssatz ab 10.000 € Anlagebetrag Besonderheiten
Euro (Deutschland) 0,30 % in den ersten Monaten ab Kontoeröffnung Angebote bis 1,10 % für Neukunden möglich
Türkische Lira 5,75 % Währungskonto (über die Einlagensicherung des Herkunftslandes der Bank abgesichert)
Südafrikanische Rand 4,25 % Währungskonto (über die Einlagensicherung des Herkunftslandes der Bank abgesichert)

Berücksichtigen Sie die Steuern auf Ihre Zinserträge

Der Zinsertrag von ausländischen Sparkonten wird geschmälert durch verschiedene Steuern, die Sie als Sparer bezahlen müssen. Je nachdem, wo die Bank ihren Sitz hat, über die Sie ein Fremdwährungskonto abgeschlossen haben, wird die Abgeltungssteuer entweder direkt an das Finanzamt abgeführt oder Sie müssen selbst Auskunft über Ihre Zinseinnahmen geben. Das machen Sie über die Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) Ihrer Einkommenssteuererklärung.

Wenn Sie Ihr Sparkonto beispielsweise über einen Vermittler abgeschlossen haben, der mit einer Bank in Belgien zusammenarbeitet, wird die Abgeltungssteuer nicht automatisch abgeführt und Sie müssen Ihre Zinserträge beim Finanzamt angeben. Dazu kommt, dass viele Länder eine Quellensteuer auf Ihre Zinserträge einbehalten. Bis zu 15 % davon werden aber mit der deutschen Abgeltungssteuer verrechnet. Das bedeutet, Sie können sich die Steuer zumindest anteilig über Ihre Steuererklärung zurückholen.

Wechselkurs macht ein Sparkonto in Devisen riskant

Die attraktiven Konditionen eines Fremdwährungskontos haben ihren Preis: In der Regel sind sie als Ausgleich für das hohe Risiko zu verstehen, das Anleger eingehen. Denn eine Geldanlage in Devisen ist immer spekulativ. Das heißt, es ist nicht vorhersehbar, wie sich der Wechselkurs zwischen dem Euro und der Fremdwährung entwickelt. Da sich die Rendite bei einem Fremdwährungskonto aus der Summe aus Zinsertrag plus Gewinn oder Verlust beim Wechselkurs ergibt, müssen Sie mit Einbußen rechnen, wenn der Wert der Fremdwährung sinkt.

Beispielrechnung: Währungskonto mit Verlust beim Wechselkurs

Um die Bedeutung des Wechselkurses beim Sparen mit Devisen zu verdeutlichen, hier eine Beispielrechnung für eine Festgeld-Anlage über zwei Jahre

  • in Türkische Lira (TRY)
  • mit einem Zinssatz von 7 % und
  • jährlicher Zinsausschüttung: 
  TRY
Wechselkurs zum Zeitpunkt der Einzahlung (2014) 1,00 2,80
Anlagebetrag 10.000,00 28.000,00

Ihr Zinsertrag beträgt nach zwei Jahren 4.057,20 TRY. Sie haben somit 32.057,20 TRY auf dem Frendwährungskonto angespart. In diesem Zeitraum ist der Wechselkurs gestiegen. Deshalb ergibt sich Folgendes:

  TRY
Wechselkurs zum Zeitpunkt der Auszahlung (2016) 1,00 3,20
Guthaben nach Wechselkurs 10.017,88 32.057,20

Umgerechnet erhalten Sie also nach zwei Jahren und 7 % Zinsen pro Jahr 10.017,88 € ausgezahlt. Das heißt, Ihre Rendite beträgt lediglich 17,88 €. Sie zahlen fast den gesamten Zinsertrag dafür, Ihr Guthaben wieder in Euro umzutauschen. Der Grund dafür ist, dass der Wert der Fremdwährung gesunken und damit der Wechselkurs gestiegen ist. Wäre der Kurs noch höher gestiegen, hätten Sie womöglich sogar Minus gemacht.

Beispielrechnung: Währungskonto mit Gewinn beim Wechselkurs

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Sinkt der Preis der Fremdwährung, steigt Ihr Gesamtertrag. Hier eine Beispielrechnung für eine Geldanlage über zwei Jahre

  • in US-Dollar ($)
  • mit einem Zinssatz von 1 % und
  • jährlicher Zinsausschüttung:
  $
Wechselkurs zum Zeitpunkt der Einzahlung (2014) 1,00 1,40
Anlagebetrag 10.000,00 14.000,00

Der Zinsertrag beträgt nach Ende der Laufzeit 281,40 $. Somit befinden sich 14.281,40 $ auf Ihrem Konto. Zum Zeitpunkt der Auszahlung ist der Wechselkurs gesunken, es ergibt sich damit folgende Rechnung:

  $
Wechselkurs zum Zeitpunkt der Auszahlung (2016) 1,00 1,10
Guthaben nach Wechselkurs 12.983,10 14.281,40

In diesem Fall beträgt Ihre Rendite ganze 2.983,10 €. Dank des gefallenen Kurses können Sie  zu Ihrem Zinsertrag einen Gewinn durch den Wechsel des günstigeren Dollars in Euro zählen.

Für wen ist ein Fremdwährungskonto als Sparkonto geeignet?

Wie die Beispielrechnungen oben zeigen, ist ein Devisenkonto nur für risikobereite Anleger mit Toleranz gegenüber möglichen Verlusten zu empfehlen. Zwar sind die Zinssätze von Fremdwährungskonten oft deutlich höher als die von Sparkonten hierzulande. Allerdings besteht beim Sparen mit Devisen eher das Risiko, durch Währungsverluste Geld zu verlieren. Und nur wer über ausreichend Kapital verfügt, kann die möglichen Verluste eher verschmerzen.

Alternative zum Währungskonto: Anlagemöglichkeiten in Euro

Für Sparer mit geringer Risikobereitschaft eignen sich eher Anlagemöglichkeiten innerhalb der Euro-Zone - also entweder in Deutschland oder einem anderen Land, in dem der Euro die Landeswährung ist. Dazu gehören folgende Länder:

Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.

Aber auch in der Euro-Zone gibt es große Unterschiede bei den Zinsangeboten. Während der höchste Zinssatz für ein 3-jähriges Festgeld von einer deutschen Bank bei vergleichsweise mickrigen 1,21 % liegt, bietet eine Bank aus Portugal sogar 2 % Zinsen, danach folgen Angebote von Banken aus Bulgarien oder Kroatien mit 1,95 % und 1,90 % (Stand: August 2016, Quelle: Festgeld Vergleich). Auch diese Zinsangebote erhalten Sie über Sparkonten der bereits erwähnten Vermittler.

Warum die Zinsen auf Sparkonten im Ausland höher sind

Der Grund, warum Banken aus dem europäischen Ausland höhere Zinsen auf Ihren Sparkonten anbieten als die Banken hierzulande, ist nicht, dass es ihnen besonders gut geht und sie sich deshalb hohe Zinssätze leisten können. Vielmehr geht es häufig darum, sich so Geld zu beschaffen, mit dem sie ihre Kreditgeschäfte refinanzieren können. Für das Geld, das sie sich bei der EZB leihen können, müssen sie Sicherheiten, beispielsweise in Form von Staatsanleihen, hinterlegen. Mit dem Geld der Sparer hingegen können sie ohne diese Abhängigkeit arbeiten. Zinsen sind auch in diesem Fall als Risikoausgleich zu verstehen: Die Anleger erhalten hohe Zinssätze dafür, dass sie ihr Geld in finanziell wenig stabilen Ländern parken.

Als Sparer riskieren Sie allerdings, dass Sie Ihr Geld verlieren, falls es zu einer Bankenpleite oder einer Pleite des gesamten Landes kommt. Bestes Beispiel dafür ist die isländische Kaupthing Bank, die 2008 zahlungsunfähig wurde und infolgedessen viele deutsche Anleger um Ihr Erspartes bangen mussten.

Wie sicher ist das Geld in Europa?

Wir werden von unseren Usern oft gefragt, wie sicher eine Geldanlage bei einer Bank mit Sitz im Ausland ist. Grundsätzlich gilt: Im gesamten EU-Raum sind Spareinlagen bis 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Das heißt, dass Sie Ihr Geld im Falle einer Bankenpleite zurückbekommen.

Wir raten dennoch dazu, dass Sie sich vor der Kontoeröffnung bei einer Bank mit Sitz im Ausland über die finanzielle Lage des Landes informieren. Denn sollte es zu einer Krise im gesamten Bankensektor des Landes kommen, muss letztendlich der Staat für die Einlagen der Bankkunden aufkommen. Und wenn der auch zahlungsunfähig sein sollte, müssen Sie höchstwahrscheinlich auf Ihr Geld verzichten. Eine Liste der Einstufungen der Kreditwürdigkeit einzelner Länder erhalten Sie bei der Börsen-Zeitung. Bei dieser Tabelle handelt es sich um eine regelmäßig aktualisierte Zusammenstellung der Einschätzungen von den renommierten Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Die Ratings reichen von AAA für höchste Bonität bis D für schlechte Bonität. Ab einem Rating von BB spricht man vom spekulativen Bereich, es ist also mit einen Zahlungsausfall zu rechnen.

Warum die Zinsen in Deutschland so niedrig sind

Dass die Zinsen in Deutschland so niedrig sind, liegt nicht daran, dass es deutschen Banken besonders schlecht geht. Vielmehr ist das Fundament für die niedrigen Zinsen der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Das ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Banken Geld von der EZB leihen können, um damit beispielsweise Kredite zu refinanzieren. Steht der Leitzins tief, kommen die Banken also günstig an Geld, haben Sie kein Interesse an Geld durch Spareinlagen ihrer Kunden. Deshalb brauchen Sie auch nicht mit guten Angeboten in Form von Sparkonten mit hohen Zinsen locken. Dazu kommt speziell in Deutschland das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Deutschland gilt aktuell als stabil, kreditwürdig und sicher. Deshalb haben Investoren großes Interesse daran, hier ihr Geld anzulegen. Und weil die Nachfrage groß ist, müssen die Banken keine hohen Zinsen anbieten, Interessenten gibt es genug.

Für wen ist eine Geldanlage in Europa geeignet?

Eine Geldanlage innerhalb der Euro-Zone eignet sich vor allem für Sparer mit geringer Risikobereitschaft. Denn es gibt keine Wechselkursschwankungen und Ihre Spareinlagen sind in allen EU-Ländern durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Wenn Sie auf Ihre Spareinlagen angewiesen sind und Verluste nicht so einfach verschmerzen, empfehlen wir Tagesgeld und Festgeld in Euro-Ländern mit guten Ratings.

Vergleich.de Tipp

Wenn Sie Ihr Geld auf Sparkonten außerhalb der Euro-Zone anlegen wollen, empfehlen wir, lieber in Tagesgeld als in Festgeld zu investieren. Denn so können Sie darauf reagieren, falls der Wechselkurs sinkt. Auf Tagesgeld können Sie jederzeit zugreifen, während Sie beim Festgeld an die vereinbarte Laufzeit gebunden sind.

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Eröffnen Sie ein Online-Konto, muss Ihre Identität sichergestellt werden. Das sogenannte Postident-Verfahren dient der Identifizierung. Was sich kompliziert anhört, ist aber in wenigen Schritten erledigt.

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