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Geldanlage

Corona: Das bedeutet die Krise für Ihre Finanzen

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat die Finanzmärkte weltweit ins Trudeln gebracht. Privatanleger fühlen sich verunsichert. Was bedeutet Corona für Ihre Baufinanzierung, Ihre Geldanlage und Kredite? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt und halten Sie auf dem Laufenden.

Newsticker – die Folgen der Corona-Pandemie für Ihre Finanzen

  • 27. März +++ Lohnausgleich für Eltern beschlossen

    Eltern erhalten einen finanziellen Ausgleich, wenn Sie wegen Kita- oder Schulschließung nicht zur Arbeit können und ohne Gehalt zu Hause bleiben müssen +++ der Lohnausgleich wird individuell berechnet, beträgt höchstens 2.016 € und wird längstens für 6 Wochen gezahlt +++ ausgezahlt wird er vom  Arbeitgeber, der einen Antrag bei den zuständigen Behörde stellen muss +++ die Kinder dürfen nicht älter als 12 Jahre und eine andere Betreuung muss unmöglich sein +++ so steht es in der Neuregelung des Infektionsschutz-Gesetzes, die heute vom Bundesrat verabschiedet wurde +++

  • 26. März 2020 +++ Bankkunden bekommen Auswirkungen der Krise zu spüren

    +++ viele Bankkunden werden in den kommenden Wochen vor geschlossenen Filialen stehen +++ Deutsche Bank, Commerzbank, Sparkassen und andere Institute schließen hunderte ihrer Filialen +++ so sollen Mitarbeiter vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus geschützt werden +++ wer Bargeld abholen möchte, kann dies weiterhin an den rund 60.000 Geldautomaten sowie im Supermarkt oder an Tankstellen tun +++ Beratungen werden überwiegend telefonisch oder online durchgeführt +++

  • 26. März 2020 +++ Gold als Geldanlage wird immer knapper

    +++ viele Gold-Händler sind ausverkauft, sowohl in Ladengeschäften als auch im Online-Handel +++ die Ursache: Viele Raffinerien und Minen sind weltweit wegen der Corona-Pandemie geschlossen, dadurch erhalten Prägeanstalten keinen Nachschub und die Lieferkette ist unterbrochen +++ gleichzeitg besteht aktuell eine große Nachfrage, weil Gold als sichere Geldanlage gilt +++ 

  • 25. März 2020 +++ Bundestag beschließt Soforthilfe für Selbstständige

    +++ der Bundestag hat heute Soforthilfen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen beschlossen +++ danach hat jeder Kleinunternehmer und Selbstständiger mit weniger als zehn Mitarbeitern Anspruch auf Unterstützung +++ es handelt sich um Einmalzahlungen bis zu 15.000 € +++ mit der Förderung sollen Betriebskosten wie Mieten und Leasingraten gezahlt werden +++ Anträge müssen bei den jeweiligen Landesinvestitionsbanken gestellt werden +++

  • Inhaltsverzeichnis
    • Fallende Kurse: Sollte ich meine Aktien jetzt verkaufen?

      Es kommt darauf an. Einige Branchen sind von der Corona-Krise besonders hart getroffen: Die Touristik-Branche zählt dazu, ebenso die Luftfahrt. Ob Sie Ihr Geld hier abziehen und beispielsweise in andere Aktien umschichten sollten, hängt davon ab, ob Sie davon ausgehen, dass die Unternehmen nach der Krise wieder auf die Beine kommen. Wenn Sie Ihre Aktien verkaufen, werden Sie reale Verluste hinnehmen müssen. Können Sie das Geld momentan entbehren und glauben Sie daran, dass die Unternehmen die Krise überstehen und einen erneuten Aufschwung erleben, halten Sie die Aktien lieber. Denn solange Sie nicht verkaufen, besteht Ihr Verlust nur auf dem Papier.

      Können meine Aktien bis auf null fallen?

      Ja, möglich ist das, wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet. Da Aktionäre Miteigentümer eines Unternehmens sind, hängen sie leider auch bei einer Insolvenz mit drin – Ihr Geld ist dann weg. Da Aktionäre nicht zu den Gläubigern zählen, haben Sie auch keinen Anspruch darauf, Geld aus der Insolvenzmasse zu erhalten.

      Können der DAX und andere Indizes auf null fallen?

      Wenn alle im DAX – oder einem anderen Index – enthaltenen Unternehmen gleichzeitig pleitegehen, könnte der jeweilige Index auf null fallen. Das ist eher eine theoretische Überlegung. Aber natürlich können die Werte der Indizes noch deutlich weiter sinken, als das bislang der Fall ist.

      Sollte ich jetzt meinen Sparplan aussetzen?

      Nein, ganz im Gegenteil! Wenn Sie langfristig planen und für einen Zeitraum von mindestens 10, eher 15 Jahren investieren, wenn Sie auf das Geld in Ihrem Depot momentan nicht angewiesen sind und wegen roter Zahlen und eines (vermutlich dicken) Minus in Ihrem Depot keine schlaflosen Nächte haben, erlebt Ihr Sparplan gerade eine gute Zeit. Sind die Kurse im Keller, kaufen Sie besonders günstig Anteile ein. Angenommen, Sie zahlen jeden Monat 100 € in Ihren Sparplan ein, dann haben Sie in einer konjunkturellen Hochphase vergleichsweise wenig Anteile für diese 100 € bekommen. Nun, da die Kurse seit Tagen sinken, sind die Sparplan-Anteile entsprechend günstig. Sie bekommen für Ihre 100 € also mehr Anteile. Gehen die Kurse nach der Corona-Krise wieder rauf (und irgendwann werden sie das), profitieren Sie umso mehr.

      Was tue ich, wenn mein Aktien-Sparplan jetzt endet?

      Wenn Ihr Sparplan jetzt planmäßig endet, sollten Sie ihn – sofern Sie das Geld nicht dringend brauchen – unbedingt weiterlaufen lassen. Denn wenn Sie jetzt verkaufen, realisieren Sie vermutlich große Verluste. Solange Sie Ihren Sparplan weiterlaufen lassen, gibt es diese Verluste nur auf dem Papier (bzw. in Ihrem Online-Depot). Erst wenn Sie auf den „Verkaufen“-Button drücken, werden daraus echte Verluste. Sitzen Sie diese Phase wenn möglich aus. In der Vergangenheit war es so, dass der Aufschwung nach einer Krise meist sogar das Hoch des vorangegangenen Aufschwungs überstiegen hat. Wie lange es allerdings dauert, bis es soweit ist, kann momentan niemand sagen.

      Sollte ich jetzt an der Börse einsteigen?

      Der richtige Zeitpunkt für den Einstieg an der Börse ist immer. Denn ob die Kurse gerade jetzt so niedrig sind, dass sich der Einstieg besonders lohnt, oder ob sie in 2 Wochen oder 2 Monaten noch niedriger sind als heute, das weiß man leider immer erst im Nachhinein. Gerade wenn Sie einen Sparplan auf einen breit gestreuten Indexfond (ETF) abschließen wollen, ist der Einstiegszeitpunkt relativ egal. Denn dadurch, dass Sie regelmäßig Anteile hinzukaufen (meist monatlich oder vierteljährlich), gleichen sich die Schwankungen auf lange Sicht aus. Angenommen, Sie zahlen jeden Monat 50 € in Ihren Sparplan ein, dann kaufen Sie für diese 50 € mal mehr und mal weniger Anteile. Wichtig sind eher zwei andere Dinge:

      • Sie sollten in den nächsten Jahren nicht auf Ihr angelegtes Geld angewiesen sein: Kurz- und mittelfristig können die Kurse immer fallen. Wenn Sie dann Ihre Anteile verkaufen müssen, machen Sie unter Umständen große Verluste.
      • Ein langer Atem: Ab einer Haltedauer von 15 Jahren haben Anleger, die in den MSCI World investierten, in den vergangenen 50 Jahren nie Verlust gemacht.

      Wenn Sie Aktien kaufen möchten, ist eine Prognose schwierig. Bei vielen Titeln sind die Kurse in den vergangenen Tagen und Wochen bereits massiv gefallen. Ob sie aber gerade jetzt auf dem Tiefpunkt sind und Sie deshalb besonders günstig einkaufen, lässt sich ebenfalls nur im Rückblick sagen. Krisensicherer als mit Einzelaktien investieren Sie Ihr Geld an der Börse jedenfalls, indem Sie einen breit gestreuten ETF kaufen.

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      Wie sicher sind aktuell Tages- und Festgeldkonten?

      Um Ihr Tagesgeld und Festgeld müssen Sie sich keine Sorgen machen. Auch in Krisenzeiten wie diesen bekommen Sie immer mindestens die Summe zurück, die Sie dort angelegt haben. Seit 2014 gibt es in allen EU-Staaten Gesetze zur Einlagensicherung. Pro Person und Bank sind 100.000 € darüber abgesichert. Zumindest in Deutschland sichern viele Banken außerdem Beträge ab, die weit darüber hinausgehen. Einklagbar sind diese höheren Summen allerdings nicht. Wer also wirklich viel Geld auf Tages- und Festgeldkonten liegen hat, sollte zusehen, dass die 100.000 €-Grenze pro Bank nicht überschritten wird. Verteilen Sie Ihr Geld in diesem Fall lieber auf mehrere Banken.

      Durch Corona: So haben sich die wichtigsten Anlagewerte zuletzt entwickelt

      • DAX bricht so heftig ein wie noch nie

        Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist zwischen Mitte Februar und Mitte März um 35,2 % eingebrochen. Der bislang niedrigste Wert in der Corona-Krise lag bei 8.441,71 Punkten. Der sogenannte Leitindex spiegelt die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Unternehmen wider. Darin enthalten sind u.a. die Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW. Alle drei haben ihre Produktion in Europa vorübergehend eingestellt oder drastisch heruntergefahren. Auch in vielen anderen DAX-Konzernen sind die Umsätze bereits massiv zurückgegangen. Darüber hinaus haben viele Unternehmen einen Einstellungsstopp verhängt. All das lässt sich in der Entwicklung des DAX ablesen.

        Schaut man sich die ersten 49 Börsentage vorangegangener Krisen an (Ölpreiskrise ab 1973, Dotcom-Krise ab 2000, Finanzkrise ab 2007), verzeichnet der DAX in der aktuellen Corona-Krise den bislang heftigsten Kursverlust.

        Betrachtet man einen Zeitraum von insgesamt gut 5 Jahren ab Krisenbeginn an, sank der DAX in der Dotcom-Krise (2.206,96 Punkte am 12. März 2003) und in der Finanzkrise (3.666,41 Punkte am 6. März 2009) allerdings noch deutlich tiefer. Ob der DAX einen ähnlichen Tiefstand wie in diesen Krisen erreichen wird, ist heute noch nicht absehbar.

      • MSCI World büßt ein Drittel an Wert ein

        Der wohl bekannteste und über weltweit mehr als 1.600 Unternehmen gestreute Indexfonds MSCI World ist innerhalb eines Monats um 30,02 % eingebrochen. Der niedrigste Wert lag bei 1.682,25 Punkten (18.03.2020) Grund hierfür ist – ähnlich wie beim DAX – dass viele Unternehmen die Auswirkungen der Krise in Teilen schon spüren: Ihr Absatz ist eingebrochen, Investitionen wurden vorerst gestoppt und niemand weiß, wie lange dieser Zustand anhalten wird.

        Schaut man sich auch hier die ersten 49 Börsentage im Vergleich mit anderen Krisen der letzten Jahrzehnte an (Ölpreiskrise ab 1973, Dotcom-Krise ab 2000, Finanzkrise ab 2007), ist es der MSCI World, der den größten Einbruch verzeichnet. Auf längere Sicht (gut 5 Jahre), gab es jedoch in der Ölpreiskrise (73,15 Punkte), in der Dotcom-Krise (710,79 Punkte) und in der Finanzkrise (688,64 Punkte) noch deutlich herbere Einbrüche (Stand: 19.03.2020).

      • Gold sinkt nach vorrübergehendem Allzeithoch

        Der Goldpreis ist Mitte Februar zunächst angestiegen und hat (in Euro) sogar ein Allzeithoch erreicht. Das lag unter anderem daran, dass viele Privatanleger sich auf kleine Münzen und Barren gestürzt haben. Gleichzeitig lief deren Produktion schleppend, denn in Europa werden sie zum großen Teil im Schweizer Tessin hergestellt. Das liegt an der Grenze zu Italien, wo viele Mitarbeiter der Firmen leben. Weil ganz Italien unter Quarantäne steht, fehlten die Mitarbeiter und die Firmen kamen kaum hinterher, alle Bestellungen abzuarbeiten. Teilweise waren kleine Goldmünzen und -barren ausverkauft und die IT-Systeme mancher Händler brachen zusammen. Der gestiegene Preis hing also auch mit einer vorübergehenden Verknappung des Angebots zusammen.

        Nach dem Allzeithoch sank der Preis aber – um 5,31 % binnen vier Wochen (19.02.-19.03). Das liegt unter anderem daran, dass große Investoren ihre Goldvorräte verkauften, um in der Krise liquide zu bleiben.

      • Bitcoin stürzt um ein Drittel ab

        Der Wert der Kryptowährung Bitcoin ist zwischen Februar und März um 32,9 % abgestürzt. Manche Anleger halten den Bitcoin trotzdem gerade in Krisenzeiten für eine gute Investition. War ein Bitcoin in der Anfangszeit der Währung im Jahr 2011 zunächst nur 0,08 US-Dollar wert, stieg der Wert – von Schwankungen begleitet – auf einen Höchststand von fast 20.000 US-Dollar (17.12.2017). Seit 2018 sinkt der Wert des Bitcoins wieder und liegt aktuell bei 5.813,36 € (Stand: 19.03.2020)

      • Den Ölpreis treiben Rivalen vor sich her

        Der Ölpreis ist im vergangenen Monat schrittweise immer weiter gefallen – bis Mitte März 52,6 %. Der heftige Kurssturz hat zwei Gründe: Saudi-Arabien hat seine Produktion gesteigert und dadurch den Markt mit seinem Angebot überschwemmt. Grund dafür ist, dass das Land eine weltweite Drosselung der Produktion erwirken wollte, sich aber damit gegenüber anderen Mitgliedern der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) nicht durchsetzen konnte. Insbesondere Russland hatte sich dagegen gewehrt und seine Produktion ebenfalls hochgefahren. Seitdem liefern sich Russland und Saudi-Arabien einen Preiskrieg.

        Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass die Wirtschaftsleistung durch die Corona-Krise weltweit zurückgeht. In Teilen ist das bereits jetzt zu merken. Durch die geringere Wirtschaftsleistung wird auch weniger Öl benötigt. Mit einer weltweiten Verknappung des Angebots wollte Saudi-Arabien verhindern, dass der Ölpreis massiv abstürzt.

      Kann ich jetzt einen Kredit aufnehmen?

      Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Planen Sie unabhängig von der Corona-Krise einen Ratenkredit für eine private Anschaffung, steht dem nichts im Wege. Die Kreditzinsen sind weiterhin historisch niedrig.

      Wenn Sie beispielsweise selbstständig sind und Ihnen momentan die Aufträge wegbrechen, kann es weniger sinnvoll sein einen Kredit aufzunehmen. Auch wenn Sie bereits von Kurzarbeit betroffen sind oder fürchten, in den kommenden Wochen und Monaten davon betroffen zu sein, sollten Sie mit der Aufnahme eines Kredites lieber noch warten. Bund und Länder haben bereits Hilfsmaßnahmen angekündigt. Wie die genau aussehen, ist allerdings noch unklar. Bevor Sie nun auf Grund eines Kredits in finanzielle Not geraten, sollten Sie weitere Informationen zu diesen Hilfsmaßnahmen lieber noch abwarten.

      Was mache ich, wenn ich wegen Corona meinen Kredit nicht mehr bezahlen kann?

      Wenn Sie während der Corona-Krise Ihren Arbeitsplatz verloren haben oder in Kurzarbeit sind, können Sie Schwierigkeiten mit anstehenden Kreditraten bekommen. Dann erhalten Sie von Ihrer Bank einen 3-monatigen Zahlungsaufschub. In diesem Zeitraum ist eine Kündigung des Kreditvertrags aufgrund von Zahlungsverzug ausgeschlossen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Ratenkredit oder eine Baufinanzierung handelt.

      Das gilt für Darlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden und für Forderungen, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 fällig werden. So lauten die Regelungen des Ende März verabschiedeten Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie.

      Sie müssen bei der Bank Ihre Einnahmeausfälle nachweisen, z. B. mit einer Bescheinigung Ihres Arbeitgebers, dass Sie in Kurzarbeit sind oder mit Kontoauszügen. Es wird mit der Bank kein neuer Vertrag geschlossen oder ein formeller Antrag ausgefüllt, die Zinszahlungs- und Tilgungspflicht wird per Gesetz ausgesetzt. Der gestundete Betrag entfällt aber nicht, Sie müssen Tilgung und Zins später bezahlen, Ihr Kreditvertrag wird einfach um 3 Monate verlängert.

      Werden Immobilien jetzt teurer?

      Auf den Immobilienmarkt hat die Corona-Krise bisher keine Auswirkungen. Die Immobilienpreise für Häuser und Wohnungen sind überwiegend stabil. Unklar ist, ob sich in den kommenden Wochen oder Monaten eine mögliche Wirtschaftskrise auf den Immobilienmarkt auswirkt. Auf der einen Seite könnten weitere Anleger in Immobilien investieren, weil selbst eine niedrige Mietrendite mehr Ertrag bringt als Minuszinsen z.B. auf Staatsanleihen. Das würde die Preise in die Höhe treiben. Auf der anderen Seite könnten die Immobilienpreise infolge einer Rezession und einer stark sinkenden Nachfrage in den Keller gehen. Deshalb wird sogar vor dem Platzen einer Immobilienblase gewarnt. Dass aber überhaupt eine solche Blase existiert, halten Experten vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für unwahrscheinlich. Denn Banken sind in der Vergangenheit bei der Kreditvergabe sehr umsichtig vorgegangen.

      Wie werden sich die Bauzinsen durch die Krise entwickeln?

      Gute Nachrichten gibt es für die weitere Zinsentwicklung. Solange die Unsicherheit durch das Corona-Virus bestehen bleibt, wird sich an der Zinssituation voraussichtlich nichts ändern. Der Grund ist die hohe Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen fiel wegen der gestiegenen Nachfrage zeitweise auf einen neuen Negativrekord von -0,86 %. Banken orientieren sich bei der Höhe der Bauzinsen an den Konditionen von Pfandbriefen, die wiederum von den Renditen der Bundesanleihen abhängen. Deshalb befinden sich die aktuellen Bauzinsen weiterhin im Keller.

      Sollte ich meine Baufinanzierung jetzt möglichst schnell unter Dach und Fach bringen?

      Nein, das ist nicht notwendig. Der Zeitpunkt für eine Baufinanzierung ist nach wie vor gut, aber auch in der nächsten Zeit werden die Bauzinsen nicht steigen. Wenn Sie also planen, einen Baukredit aufzunehmen, können Sie das ruhig tun, aber ohne überstürzt zu handeln.

      Auch bei der Suche nach einer passenden Anschlussfinanzierung ist übereiltes Handeln nicht notwendig. Zurzeit ist die Nachfrage nach Forward Darlehen sehr hoch, mit denen Sie sich bis zu 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung günstige Zinsen für die Zeit danach sichern können. Dahinter verbirgt sich in vielen Fällen die Sorge, in Zukunft wegen möglicher Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit keine Anschlussfinanzierung zu erhalten. Es ist aber nicht nötig, sich jetzt übereilt festzulegen. Denn Banken prüfen Ihre Kreditwürdigkeit vor der Auszahlung erneut. Und niemand kann jetzt abschätzen, wie die Situation in mehreren Jahren sein wird. Lassen Sie sich also nicht von der Corona-Krise zu einem unbesonnenen Handeln drängen.

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      Wie hoch die Zinsen für Ihre geplante Baufinanzierung stehen und welches das günstigste Angebot ist, können Sie einfach und schnell in unserem Baufinanzierung Vergleich berechnen.

      Wie wirkt sich die Krise auf meine Altersvorsorge aus?

      Bei dieser Frage muss muss man zwischen gesetzlicher Rente und anderen Produkten zur Altersvorsorge unterscheiden:

      Entwicklung der gesetzlichen Rente ist positiv

      Die gesetzliche Rente unterliegt der sogenannten Rentengarantie und darf nicht sinken – das ist politisch so festgelegt. In der gesetzlichen Rente sind auch keinerlei Aktien enthalten. Stattdessen ist die Rente an das Lohnniveau der aktuellen Arbeitnehmer gekoppelt.

      Zuletzt sind die Renten mehrfach gestiegen, weil es der deutschen Wirtschaft gut ging und Löhne konstant gestiegen sind. Sollten die Löhne nun – auf Grund einer Wirtschaftsflaute – sinken, kann auch der Wert eines Rentenpunktes stagnieren. Das würde bedeuten, dass auch die Renten dann nicht mehr steigen. Das passiert allerdings immer erst zeitversetzt und lässt sich noch nicht absehen, denn es hängt stark davon ab, wie sehr die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Experten rechnen allerdings mit einer Rezession.

      Für alle Rentner gibt es trotzdem erst einmal gute Nachrichten: Mitte dieses Jahres sollen die Renten zunächst steigen – im Westen um 3,45 % und im Osten um 4,2 %. Grund dafür ist, dass sich die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr sehr gut entwickelt hat.

      Viele Produkte der privaten Altersvorsorge garantieren Mindestbetrag

      Altersvorsorgeprodukte wie die Riester-Rente, Lebensversicherungen oder die betriebliche Altersvorsorge garantieren in der Regel mindestens die Summe, die Beitragszahler im Laufe der Jahre eingezahlt haben. Sie bestehen in der Regel auch nur zu einem kleinen Teil aus Aktien und nutzen überwiegend Anlageprodukte, die nicht so starken Schwankungen unterliegen – beispielsweise Staatsanleihen.

      Vergleich.de Tipp

      Gutscheine sind eine Möglichkeit, mit denen Sie jetzt kleine Unternehmen in Ihrer Region unterstützen können. Denn deren Fixkosten, beispielsweise für Miete und Löhne, bleiben ja bestehen. Klar ist allerdings auch, dass Gutscheine die Krise für die Ladenbetreiber nur abfedern: Denn wenn die Geschäfte wieder öffnen, werden Kunden die Gutscheine einlösen, statt reale Umsätze zu machen. Achtung: Im Fall einer Insolvenz ist das Geld, das Sie in einen Gutschein investiert haben, vermutlich weg.

      Kredit umschulden und sparen

      In vielen alten Krediten steckt Einsparpotenzial. Wer heute einen günstigen Umschuldungskredit abschließt und das alte Darlehen ablöst, kann damit einige hundert Euro sparen.

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      Wie viel Haus kann ich mir wirklich leisten? Ist das aktuelle Zinsniveau günstig? Mit unseren Baufinanzierungsrechnern ermitteln Sie schnell und einfach alle anfallenden Kosten für Ihre Immobilie.

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      Bankenpleite: Ist Ihr Geld sicher?

      Bei einer Bankenpleite ist Ihr Geld durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Darüber hinaus gibt es noch weitere Maßnahmen, die Ihr Erspartes vor der Pleite schützen!

      Einlagensicherung
       

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