ETFs als Altersvorsorge: So legen Sie mit ETFs einen Rentensparplan an

ETF-Rentenspar­pläne sind eine flexible und kosten­günstige Möglich­keit, um Ihre private Alters­vorsorge zu gestalten. Sie bieten gute Rendite­chancen bei über­schau­baren Risken und Kosten. Erfahren Sie in unserem Artikel, wie Sie dabei vorgehen und welche Optionen Sie haben.

Zuständige Redakteurin für den Bereich Geldanlage
Stand: 08.04.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • ETFs sind börsennotierte Indexfonds, die passiv verwaltet werden und daher kostengünstig sind. Für die Altersvorsorge sind breit gestreute ETFs empfehlenswert.
  • Bei einem langen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren können Kursschwankungen von Welt-ETFs ausgeglichen werden. In der Vergangenheit freuten sich die MSCI-World-Anleger über eine durchschnittliche Jahresrendite von ca. 8 %.
  • Ein ETF-Sparplan bei einem Online-Broker ist günstig und jederzeit veränderbar.
  • Ab 2027 fördert der Staat über das neue Altersvorsorgedepot auch das Investieren in ETFs.

Für wen eignen sich ETFs als Altersvorsorge?

Die ETF-Altersvor­sorge eignet sich für jeden, der neben der gesetz­lichen Rente möglichst flexibel fürs Alter sparen und keine langen Vertrags­lauf­zeiten eingehen möchte. Es handelt sich dabei um eine Geld­anlage in börsen­gehan­delte Index­fonds, soge­nannte „Exchange Traded Funds“ (ETFs). Diese Wert­papiere bilden die Wert­entwicklung eines Börsen­index nach: etwa die des Deutschen Aktien­index DAX oder die des US-amerika­nischen Index Dow Jones.

Mit ETFs streuen Sie Ihre Inves­tition also auf viele unter­schied­liche Wert­papiere und beher­zigen dabei den wichtig­sten Anlage­tipp: Diversi­fikation. Zudem bleiben Sie flexibel: Die Spar­rate lässt sich jederzeit anpas­sen und Sie können Geld immer dann ent­nehmen, wenn Sie es brauchen oder lieber abziehen möchten.

Da ETFs wie alle Wert­papiere Kurs­schwan­kungen unter­liegen, müssen Sie in schlech­teren Zeiten Geduld bewahren. Das heißt, dass sie am besten mindes­tens 15 Jahre vor Renten­beginn mit Ihrem ETF-Renten­sparplan beginnen sollten.

Wie funktioniert Altersvorsorge mit ETFs?

Um in Indexfonds fürs die Alters­vorsorge zu inves­tieren, können Sie einen ETF-Spar­plan bei einem Depotanbieter Ihrer Wahl anlegen. Ab 2027 können Sie sogar Förderung vom Staat für eine Geldanlage in ETFs erhalten – sofern Sie das neue Altersvorsorgedepots nutzen. Darüber hinaus können Sie eine ETF-Renten­versich­erung abschließen oder die betrieb­liche Alters­vorsorge mit ETFs gestalten.

Privater Rentensparplan mit ETFs

Nicht nur zur Alters­vorsorge: Ein Fonds­sparplan funktioniert ähnlich wie ein Bank­spar­plan. Das Gut­haben wird aber nicht ver­zinst, sondern Gewinne werden durch Kurs­steiger­ungen am Börsen­markt erzielt. Die Kurse schwanken und können auch sinken. Im Schnitt ist die Rendite jedoch deutlich höher als bei einem klas­sischen Bank­spar­plan. Sie liegt, wenn man die Vergangenheit betrachtet, für Welt-ETFs langfristig bei ca. 7-8 Prozent pro Jahr.

Und so funktioniert ein ETF-Sparplan: Jeden Monat inves­tieren Sie eine indi­viduelle Summe in einen ETF Ihrer Wahl. Bei vielen Anbietern kann man ab 1 € sparen. Mit einer Art Dauerauftrag legen Sie regelmäßig eine feste Summe an. Grund­sätzlich können Sie Ihren ETF-Spar­plan jeder­zeit beginnen, pau­sieren oder verän­dern. Bei fin­anziel­len Engpäs­sen ist es möglich, die Spar­rate zu senken oder auch ganz auszu­setzen. Sollten Sie mehr Geld zur Verfü­gung haben, können Sie Ihre Rate auch erhö­hen.

Das Verlust­risiko ist bei einem solchen für die Alters­vorsorge vorge­sehenen Fonds-Spar­plan deut­lich geringer als bei klas­sischen Aktien. Diese Art der Geldanlage eignet sich damit beson­ders gut für Privat­anleger, die mit kleinen Summen lang­fristig Vermö­gen aufbau­en möchten. Ein beson­ders breit gestreu­ter Fonds – und damit passend für die Alters­vorsorge – ist zum Beispiel der MSCI-World-ETF.

Rentenversicherung mit ETFs

Die ETF-Rentenversicherung ist ebenfalls ein Sparvertrag. Sie legen das Geld aber mittels einer Rentenversicherung (ETF-Police) an – schließen den Vertrag also mit einer Versicherung, nicht mit einer Bank ab. Am Vertragsende erhalten Sie entweder eine lebenslange Rente oder eine einmalige Auszahlung. 

In den letzten Jahren hat sich das Angebot von ETF-Versicherungen stark ausgeweitet: Online-Konten und flexible Beitragszahlungen sind hier nun ebenso möglich wie bei der Bank. Auch die Vielfalt sparfähiger ETFs hat sich bei den Versicherern deutlich erweitert. Jedoch sind Anlagen im Versicherungsmantel in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Diese schmälern Ihre Rendite.

Betriebliche Altersvorsorge mit ETFs

Neben den privaten Anlage­modellen besteht auch die Möglich­keit, die betrieb­liche Alters­vorsorge mit ETFs auszuge­stalten. Auf diese Weise lässt sich die Rendite beson­ders bei lang­fristigen Alters­vorsorge­verträgen oft deutlich erhöhen.

Die steuerlich vorteil­hafte Basis- bzw. Rürup-Rente wurde lange nur als klas­sische oder fonds­gebun­dene Renten­versich­erung ange­boten. Kosten­günstiger sind aber auch hier Ange­bote auf Basis von ETFs, wie z.B. Weltsparen Rürup ETF*.

Wie beginne ich mit einem Sparplan für meine ETF-Altersvorsorge?

Wir erklären Ihnen nun, wie Sie in zwei ein­fachen Schrit­ten einen Spar­plan für Ihre ETF-Alters­vorsorge anlegen.

Schritt 1: Depot für den ETF-Rentensparplan eröffnen

Als erstes benötigen Sie für die Geldanlage in ETFs ein Wertpapierdepot, in dem Sie Ihre Wertpapiere verwahren können. Am günstigsten sind in der Regel Neobroker und Direktbanken, weil sie ihren Service ausschließlich digital anbieten. Zusätzlich brauchen Sie ein Girokonto, von dem die Sparraten abgebucht und auf das die Erträge gutgeschrieben werden können.

Depot Vergleich

Schritt 2: Für einen ETF und eine Sparrate entscheiden

Danach müssen Sie die Iden­tifi­kations­num­mern für die ETFs, in die Sie investieren möchten, heraus­suchen. Sie heißen ISIN und WKN. Welche ETFs sich eignen, lesen Sie weiter unten in unserem Artikel.

Entscheiden Sie sich dann noch für einen konk­reten Anlage­betrag. Meistens gibt es eine bestimmte Mindest­sparsumme, die bei einigen Online-Brokern bei nur noch 1 € pro Monat liegt. Sie können auch andere Inter­valle wählen, wann die Einzah­lungen gebucht werden sollen, z.B. quartals­weise oder halb­jährig.

Wenn Sie sich noch nicht entschie­den haben, in welche ETFs Sie als Alters­vorsorge inves­tieren sollen, hilft Ihnen unser Vergleich:

zum ETF-Sparplan Vergleich

Welche ETFs eignen sich für die Altersvorsorge?

Um Ihr Anlage­risiko breit zu streuen, empfehlen Experten für die Alters­vorsorge ETFs, die welt­weit und in mög­lichst unterschied­liche Branchen inves­tieren. Ein solcher ETF kann mehrere Tausend Aktien­titel abbil­den, sodass Krisen in einzel­nen Bereichen nicht zu stark ins Gewicht fallen. Ein beson­ders breit gestreu­ter Fonds – und damit passend für die Alters­vorsorge – ist zum Beispiel ein ETF auf den Index MSCI World, ebenso eignen sich z.B. der MSCI Emerging Markets oder der FTSE All-World.

Wenn Sie sich nicht für einen bestimmten ETF entschei­den möchten, können Sie für Ihre Rente auch einen Spar­plan mit einem Robo-Advisor einrich­ten. Gemeint ist damit ein digi­taler Anlage­berater, also eine Soft­ware, die Ihre Geldan­lage plant. Das Programm über­nimmt auf Basis von Finanz­kennzahlen und Algo­rithmen Ihre digitale Vermögens­verwaltung. Dafür zahlen Sie dem Unter­nehmen, das die Pro­gramme zur Verfü­gung stellt, eine (meist geringe) Verwaltungs­gebühr.

Finden Sie hier einen geeigneten Robo-Advisor für Ihre ETF-Alters­vorsorge:

Zum Robo-Advisor Vergleich

Fondsgebundene Rentenversicherung vs. ETF-Sparplan: Was passt zu mir?

Ob ETF-Sparplan oder ETF-Renten­versich­erung: Für beide Varian­ten gibt es gute Argu­mente. Erfahren Sie hier die Haupt­unter­schiede von fonds­gebun­dener Renten­versich­erung und ETF-Renten­spar­plan – und welches Modell sich in welchem Fall aus­zahlt.

Faktor 1: Kosten

Bei ETF-Renten­versich­erungen fallen laufende Kosten an, die Ihre jährliche Rendite mit etwa 1–2,5 Prozent­punkten belasten. Dazu können noch Gebühren für die Vermittlerprovision in Höhe von bis zu 2,5 % in den ersten 5 Jahren kommen. ETF-Spar­pläne sind mit laufenden Kosten von ca. 0,05–0,5 % deutlich günstiger.

Faktor 2: Auszahl-Garantie

Was für die ETF-Renten­versicherung spricht: Sollten die Kurse irgend­wann fallen, greift die Kapital­garantie. Auch das vorteil­hafte Umschich­ten ist Aufgabe des Versich­erers.

Zudem stellt er – bei einer Auszahlung als monat­liche Rente – die Versorgung bis zum Lebens­ende sicher: Sie erhalten die versich­erte Rente also lebens­lang, egal, ob Sie 70 Jahre oder über 100 Jahre alt werden. ETF-Spar­pläne müssten für den gleichen Effekt im Alter in eine sofort beginnende Renten­versich­erung umge­schichtet werden. Das wieder­um verursacht Kosten und ist steuer­lich von Nachteil.

Faktor 3: Insolvenzschutz

Wenn Sie in einen Sparplan für die ETF-Alters­vorsorge investieren, müssen Sie sich im Falle einer Banken­pleite keine Sorgen um Verluste machen. ETFs aus Spar­plänen gelten nämlich als Sonder­vermögen der Bank und bleiben selbst im Konkurs­fall Ihr Eigen­tum. Auch die Bestände aus Versich­erungs­ver­trägen sind geschützt: Droht einem Versich­erer die Insol­venz, wird der Gesamt­bestand auf den Sicherungs­fonds Protek­tor über­tragen und dort für Sie fort­geführt.

Faktor 4: Individuelle Rendite

Wer die Ruhe und Ausdauer hat, seine breit gestreute ETF-Anlage über Jahrzehnte nicht anzufassen und nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt umschichtet, wird über die Rendite eines privaten ETF-Sparplans wahrscheinlich mehr herausholen als mit der Versicherungslösung.

Faktor 5: Steuerliche Behandlung

ETF-Renten­versich­erungen genießen ein Steuer­privileg: Ihre Erträge sind wäh­rend der Anspar­phase abgel­tungs­steuer­neutral, das begün­stigt den Zinses­zins­effekt. Später können Sie sich entschei­den: Bei einer Aus­zahlung des Kapitals ab einem Alter von 62 Jahren nach einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren wird die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Ein­kommens­steuer­satz versteu­ert.

Bei einer Ver­rentung wird die Rente mit dem persönlichen Steuersatz versteu­ert. Besonders bei kleinen Renten kann die Steuer sehr gering ausfallen. Anders gestaltet es sich beim Sparplan für die ETF-Alters­vorsorge: Hier wird der Ertrag jährlich mit der Abgel­tungs­steuer in Höhe von 25 % plus Solidaritäts­zuschlag und evtl. Kirchen­steuer belastet. Bei Aktien­fonds (wie dem MSCI World) sind allerdings 30 % der Erträge steuer­frei, bei Misch­fonds 15 %.

Zusätz­lich sorgt der Sparer­pausch­betrag dafür, dass bis zu einer Ertragshöhe von 1.000 € pro Jahr bzw. 2.000 € bei Verhei­rateten keine Steuern abge­zogen werden, sofern Sie einen entsprech­enden Frei­stellungsauftrag bei der Bank hinter­legt haben.

Wie viel sollte man für die Altersvorsorge sparen?

Wie viel Sie für Ihre private Alters­vorsorge sparen sollten, hängt von der Versor­gungs­lücke ab: Wie hoch wird Ihre gesetz­liche Rente aus­fallen und wie gut werden Sie damit zurecht­kommen? (Wie genau Sie Ihre Renten­lücke berechnen, erklären wir Ihnen in unserem Rat­geber zur Alters­vorsorge.) Weitere Faktoren sind: Wie alt sind Sie und wie viele Jahre haben Sie noch bis zum Rente­neintritt? Für jüngere Leute reichen oft schon 50 € als monat­liche Spar­rate aus.

Zum anderen hängt es natürlich auch davon ab, wie viel Sie zum jetzigen Zeit­punkt für die private ETF-Alters­vorsorge aufbrin­gen können. Die private Alters­vorsorge mittels ETF-Sparplan hat den großen Vorteil, dass sie hinsicht­lich der Spar­rate flexibel ist und sie Ihrer jeweiligen Lebens­situation anpassen können.

Auf jeden Fall gilt: Je früher Sie mit Ihrem Spar­plan anfangen, desto besser. Durch den Zinses­zins­effekt können über lange Zeit­räume beträcht­liche Summen zusammen­kommen, selbst wenn Ihnen der monat­liche Betrag nicht hoch vor­kommt. Die schon erziel­ten Zinsen erfah­ren erneut einen Wert­zuwachs – und das Jahr für Jahr.

Fazit: Setzen Sie bei der privaten Altersvorsorge auf ETFs!

Ob als direkte Geldanlage, als Renten­versiche­rung oder im Rahmen des neuen Alters­vorsorge­depots: Börsennotierte Indexfonds (ETFs) bieten Ihnen eine kostengünstige Möglichkeit, diversi­fiziert für Ihre Alters­vorsorge zu investieren.

Versicherungen sind teurer, oft intrans­parent und weniger flexibel, bieten jedoch Sicher­heit. Bevor Sie sich für diese Lösung entscheiden, infor­mieren Sie sich über das neue Alters­vorsorge­depot, in das Sie ab 2027 inves­tieren können. Hier profi­tieren Sie von staatlichen Zulagen. Am flexibelsten bleiben Sie, wenn Sie direkt in einem persön­lichen Depot in ETFs investieren.

Je mehr Zeit Sie noch bis zum Ruhe­stand haben, desto größer kann der Anteil Ihres Vermögens sein, den Sie auf diese Weise anlegen. Die Rendite­aus­sichten von globalen Aktien-ETFs sind gut. Das Risiko, dass Sie Ihr Geld verlieren, ist ver­glichen mit Einzel­aktien sehr gering. Sie sollten jedoch einen langen Anlage­horizont von mindes­tens 15 Jahren haben. Vor dem Renten­eintritt können Sie über­legen, einen Teil Ihres Depots oder Ihr gesamtes Vermögen in Anleihe-ETFs oder Geldmarkt-ETFs umzu­schichten.

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