Dividende: Mit Aktien und ETFs von Dividenden profitieren

Anle­ger, die ein passi­ves Ein­kom­men an­stre­ben, set­zen oft auf Divi­den­den. Eine Divi­den­de kön­nen Inves­to­ren von einer Firma bekom­men, wenn sie deren Aktie hal­ten. Wie funk­tio­niert das, was sind belieb­te Dividen­den-Ak­tien und wel­che Vor- und Nach­tei­le hat eine Divi­den­den­stra­te­gie?

Heike Kevenhörster
Zuständige Redakteurin für den Bereich Geldanlage
Stand: 30.08.2023

Was ist eine Dividende?

Von den Unter­neh­men, die an der Bör­se notiert sind, schüt­ten eini­ge einen Teil ihrer Gewin­ne an die Aktio­näre aus. Diese Zah­lun­gen pro Geschäfts­jahr wer­den Divi­den­den ge­nannt. Sie beste­hen aus einem bestimm­ten Be­trag pro Ak­tie. Das bedeu­tet Divi­den­de, einfach er­klärt. Die Höhe der Divi­den­de wird auf der Haupt­ver­samm­lung beschlos­sen. Ande­re Aktien­gesell­schaf­ten schüt­ten keine Divi­den­de aus, son­dern inves­tie­ren diesen Betrag lie­ber in die Zu­kunft der Firma.

Da eine Aktie je nach Kon­zern unter­schied­lich teuer ist, lässt sich die ge­zahl­te Divi­den­de einer Fir­ma, also die Aus­schüt­tung pro Aktie, nur schlecht mit der Divi­den­de eines anderen Unter­neh­mens ver­glei­chen. Besser geht dies mit der Divi­den­den­rendi­te.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Divi­denden­ren­di­te ist eine Kenn­zahl, die die Höhe der Divi­den­de einer Aktien­gesell­schaft ins Ver­hält­nis zum aktu­ellen Kurs­wert der Aktie setzt. Sie wird in Pro­zent für 1 Jahr ange­ge­ben. Da der Aktien­kurs schwankt, er­gibt sich zu jedem Zeit­punkt ein etwas ande­rer Wert für die Divi­den­den­ren­dite. Mit Hilfe der Divi­den­den­ren­di­te las­sen sich die Aus­schüt­tun­gen ver­schie­de­ner Unter­neh­men ver­glei­chen. Wenn Sie die Divi­den­de berech­nen wol­len, er­rech­nen Sie am bes­ten gleich die Divi­den­den­ren­dite. Dies geht fol­gen­der­ma­ßen:

Formel zur Berechnung der Dividendenrendite

An­ge­nom­men, ein Kon­zern schüt­tet pro Aktie 4 € aus. Der Kurs der Aktie steht bei 80 €. Dann rech­nen Sie:

(4 € / 80 €) x 100 = 5

Die Divi­den­den­ren­di­te be­trägt laut diesem Divi­den­den-Rech­ner 5 %.

Welche Rolle spielt die Dividende für die Rendite der Anleger?

Bei Aktien von Unter­nehmen, die keine Divi­den­den aus­schüt­ten, ent­spricht die jähr­liche Ren­di­te der Inves­to­ren dem Kurs­ge­winn über 1 Jahr. Dies gilt, so­fern man Steu­ern und Gebüh­ren nicht berück­sich­tigt. Bei Ak­tien von Unter­neh­men, die Divi­den­den aus­schüt­ten, setzt sich die Rendi­te der Anle­ger dagegen aus Kurs­ge­winn und Divi­dende zusam­men. Dabei ist wich­tig zu wis­sen, dass die Divi­den­den­aus­schüt­tung den Aktien­kurs um die Höhe der Divi­den­de redu­ziert.

Im Folgen­den ver­glei­chen wir die Ren­di­te zwei­er gleicher Unter­neh­men, von denen nur eines eine Divi­den­de aus­schüt­tet.

Renditevergleich: Unternehmen mit und ohne Dividende

 

Muster-AG 1 mit Dividende

Muster-AG 2 ohne Dividende

Kurs Vor­jahr

100 €

100 €

Aktuel­ler Kurs

200 €

200 €

Haupt­ver­samm­lung be­schließt

10 € Dividende

keine Dividende

Kurs Folge­tag (Ex Date)

190 €

200 €

Rendite

100 €

100 €

Die Muster-AG 1 be­schließt auf der Haupt­ver­samm­lung eine Divi­den­de von 10 €. Der Aktien­kurs steht bei 200 €. Der nächs­te Tag ist der soge­nann­te Ex Date. An die­sem be­trägt der Aktien­kurs nur noch 190 €, da die Aktie dann be­reits „ex Divi­dende“, also ohne Divi­dende, gehan­delt wird. Der Kurs der Muster-AG 2, die kei­ne Divi­dende aus­schüt­tet, bleibt bei 200 €.

Für die Aktio­näre bleibt die Rendi­te in der Hö­he gleich, egal ob ein Unter­neh­men Divi­den­den aus­schüt­tet oder nicht.

Wann zahlt ein Unternehmen die Dividende?

Die meis­ten Unter­neh­men schüt­ten nach Ab­lauf des Geschäfts­jah­res die Divi­den­den an ihre Aktio­nä­re aus. Bei deut­schen Fir­men haben die Anle­ger das Geld in der Re­gel spä­tes­tens 3 Bank­arbeits­tage nach der Haupt­ver­samm­lung auf ihrem Kon­to. Im Aus­land ist es auch üb­lich, Divi­den­den-Aus­zah­lun­gen halb­jähr­lich, quar­tals­weise oder sogar monat­lich vor­zu­neh­men. Im Fol­gen­den sehen Sie Bei­spie­le für Aktien­gesell­schaf­ten und den Zeit­punkt ihrer Divi­den­den­zah­lun­gen.

Zeitpunkt der Dividendenzahlung börsennotierter Unternehmen (Auswahl)

Unternehmen

Dividendenzahlung

Allianz (D)

Mai

Apple (USA)

Februar, Mai, August, November

BASF (D)

Mai

Beiersdorf (D)

April

BMW (D)

Mai

Coca Cola Company (USA)

April, Juli, Oktober, Dezember

Diageo (GB)

April, Oktober

Fielmann (D)

Juli

Johnson & Johnson (USA)

März, Juni, September, Dezember

Münchener Rück (D)

Mai

PepsiCo (USA)

Januar, März, Juni, September

Procter & Gamble (USA)

Februar, Mai, August, November

Realty Income (USA)

monatlich

Quelle: Investing.com

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Welche Aktien mit hoher Dividende gibt es?

Als belieb­te Divi­den­den-Ak­tien gel­ten Ak­tien mit hoher Divi­den­de bzw. hoher Divi­den­den­ren­di­te. Wer zahlt die höchs­te Divi­den­de? Die Ant­wort hängt immer vom Zeit­punkt ab, da die Divi­den­den­ren­di­te mit dem Kurs schwankt. Im Fol­gen­den nen­nen wir Ihnen eini­ge Ak­tien mit ho­her Divi­den­de.

Von den DAX-Unter­neh­men wird laut „boer­se-on­line.de“ die höchste Divi­den­den­ren­di­te für die Volks­wa­gen Vor­zugs­aktie er­war­tet (Stand: 30. August 2023). Sie be­trägt 8,08 %. Über eine sehr gute Divi­den­den­rendi­te kön­nen sich auf die Aktio­näre von Mer­ce­des-Benz freu­en. Der Auto­bauer soll 7,76 % zah­len. Auch die Divi­den­den­ren­dite von BASF kann sich mit 7,55 % se­hen las­sen. Eben­falls groß­zü­gi­ge Aus­schüt­tungen be­kom­men die Anle­ger bei BMW, Alli­anz und Por­sche. Die­se lie­gen zwi­schen 5 % und 6 %.

Vorsicht: Dividenden sind freiwillig

Unternehmen sind nicht ver­pflich­tet, Divi­den­den an ihre Aktio­näre aus­zu­schüt­ten. Die Zah­lun­gen kön­nen schwan­ken. Ein Unter­schied zwi­schen Divi­den­den und Zin­sen ist, dass Divi­den­den nicht garan­tiert sind. Verlass­en Sie sich also nicht aus­schließ­lich auf Divi­den­den!

Welt­weit erhal­ten Anle­ger laut „Aktien­finder.net“ hohe Divi­den­den­rendi­ten z. B. beim bra­sili­ani­schen Pla­tin­pro­du­zen­ten Impala Platinum. Hier be­trägt die Divi­den­den­ren­di­te 14,37 % (Stand: 30. August 2023). Ebenso viel zahlt der nord­deutsche Mode­schmuck­händ­ler Bijou Brigitte. Be­acht­liche Di­vi­den­den­ren­di­ten über 14 % gibt es der­zeit auch bei US-ame­ri­ka­ni­schen Immo­bi­lien­fir­men wie AGNC Investment oder Global Net Lease. Bei ih­nen han­delt es sich um Real Estate Investment Trusts (REITs).

Welche Aktien zahlen keine oder eine niedrige Dividende?

Die Apple-Divi­dende ist nied­rig: Der US-Kon­zern zahlte in den letzten 12 Monaten 87 Cent pro Aktie, was im Verhäl­tnis zum Kurs am 30. August 2023 einer Divi­den­den­rendi­te von ca. 0,51 % entsprach. Noch schlech­ter steht es bei Google oder Ama­zon um die Divi­den­de: Diese Unter­neh­men schüt­ten wie viele Techno­lo­gie-Fir­men über­haupt keine Divi­den­de aus.

Was sind Dividenden-Aristokraten?

Als Dividenden-Aristo­kraten bezeich­net man Aktien­gesell­schaf­ten, die seit 25 Jahren ihre Divi­dende konti­nuier­lich ge­stei­gert haben. Von diesen ca. 150 Unter­neh­men erwar­ten viele Anle­ger auch in Zu­kunft sta­bile Divi­den­den. Zu den Divi­den­den-Aristo­kra­ten gehö­ren u. a. McDonalds, Procter & Gamble, Cater­pillar, Johnson & Johnson, Nestlé, Roche, IBM und Fresenius. Auch die Coca-Cola-Divi­dende ist hier einzu­ord­nen.

Was ist ein Dividenden-ETF?

Dividenden-ETFs bün­deln nur Ak­tien von Unter­neh­men, die Divi­den­den zah­len. Oft konzen­trie­ren sie sich zu­dem auf Fir­men, die beson­ders attrak­tive Divi­den­den aus­schütten. Diese Index­fonds sind manch­mal zusätz­lich auf eine bestimm­te Branche, Region oder ein Land be­schränkt. Die Divi­den­den­rendi­ten können bis zu 10 % betra­gen. Die Ausschüt­tungen finden quartals­weise, halb­jähr­lich oder jähr­lich statt.

Was sind ETFs?

ETFs sind an der Börse handel­bare Index­fonds, die an­ders als aktiv gemanag­te Aktien­fonds keine teu­ren Fonds­mana­ger beschäf­tigen, son­dern passiv einen Index ab­bil­den. Als Anle­ger profi­tie­ren Sie von günsti­gen Gebüh­ren. Welt-Indi­zes wie der MSCI World oder der MSCI ACWI umfas­sen Aktien von ca. 1.500 bzw. 3.000 Unter­neh­men und bil­den etwa 85 der Welt­wirt­schaft nach Markt­kapitali­sie­rung ab. Mit ETFs auf diese Indi­zes streu­en Sie Ihr Risi­ko breit.

Dividen­den-ETFs sind ein ein­facher und kosten­güns­ti­ger Weg, auf divi­den­den­star­ke Aktien zu set­zen. Als Anle­ger sparen Sie Zeit, da Sie nicht selbst nach divi­den­den­star­ken Titeln suchen müs­sen. Je nach den Re­geln der Zusam­men­set­zung des Index ver­schwin­den Fir­men, die nur noch eine gerin­ge­re oder keine Divi­den­de mehr zahlen, auto­ma­tisch aus dem Fonds.

Ein weite­rer Vor­teil ist, dass Sie über einen ETF gleich an vielen Unter­neh­men betei­ligt und nicht von weni­gen Kon­zer­nen ab­hän­gig sind, deren Einzel­ak­tien sie halten. Aller­dings ent­hal­ten viele Divi­den­den-ETFs im Ver­gleich zu Welt-ETFs deutlich weni­ger Aktien, viel­leicht nur 50 oder 100, und bie­ten daher weni­ger Risiko­streu­ung als ein MSCI-World-ETF.

Achtung, Verwechslungsgefahr!

Börsenneulinge bringen oft Divi­denden-ETFs und aus­schüt­tende ETFs durchei­nan­der. Das Prob­lem: Es gibt außer Divi­den­den-ETFs noch weite­re ETFs mit Divi­den­de, denn es zahlen alle aus­schüt­tenden ETFs Divi­den­de. Diese setzen in der Regel aber keinen Schwer­punkt auf Ak­tien­gesell­schaf­ten mit hohen Divi­den­den. Anders als ihr Ge­gen­part, die thesau­rie­ren­den ETFs, geben Sie die Divi­den­den der im Fonds enthal­te­nen Unter­nehmen ein­fach durch Zah­lun­gen an die Anleger weiter. Thesau­rie­ren­de ETFs inves­tie­ren die Divi­den­den statt­des­sen wieder in den Fonds.

Gibt es Investmentfonds mit Dividendenfokus?

Ja, neben ETFs gibt es auch aktiv gemanag­te Aktien­fonds, die auf laufen­de Erträ­ge durch Divi­den­den set­zen. Dazu gehört der DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119, WKN 984811). Er ver­wal­tet ein enorm hohes Ver­mö­gen von über 20 Milliarden Euro. Dieser Invest­ment­fonds strebt eine höhe­re Divi­den­den­rendi­te als der Markt­durch­schnitt an und inves­tiert welt­weit. Die laufen­den Kosten sind mit 1,46 % 3- bis 4-mal so hoch wie die Gesamt­kosten­quote TER ent­sprechen­der Divi­den­den-ETFs. Der Haupt­aktio­när der Deut­schen Gesell­schaft für Wert­papier­sparen (DWS) ist die Deut­sche Bank.

Was ist ein Dividendenkalender?

Ein Dividenden­kalen­der gibt einen Über­blick darü­ber, wel­che Unter­neh­men zu wel­chem Zeit­punkt im Jahr Divi­den­den aus­schüt­ten. Für einige Inves­to­ren ist dies von Interes­se, da Sie das Ziel ver­fol­gen, in jedem Monat Divi­den­den zu erhal­ten.

Es gibt auch Divi­den­den­kalen­der, die fest­hal­ten, in wel­chem Monat ETFs, die auf Divi­den­den­titel speziali­siert sind, Gel­der an die Anle­ger aus­schüt­ten. Dies tun ETFs maximal einmal pro Quar­tal, also vier­mal im Jahr alle 3 Mona­te. Kombi­nie­ren Sie drei dieser Divi­den­den-ETFs in Ihrem Depot mitei­nan­der, die in unter­schied­li­chen Mona­ten ausschüt­ten, so er­rei­chen Sie das Ziel, in jedem Mo­nat Geld­ein­gän­ge durch Divi­den­den zu erhal­ten.

Dividendenkalender: jeden Monat Ausschüt­tungen mit 3 Divi­den­den-ETFs

 

iShares Stoxx Global Select Dividend 100 ETF

ISIN DE000A0F5UH1

WKN A0F5UH

Fidelity Global Quality Income ETF

ISIN IE00BYXVGZ48 

WKN A2DL7E

Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility UCITS ETF 

ISIN IE00BYYXBF44  

WKN A2AHZU

Januar

x

 

 

Februar

 

x

 

März

 

 

x

April

x

 

 

Mai

 

x

 

Juni

 

 

x

Juli

x

 

 

August

 

x

 

September

 

 

x

Oktober

x

 

 

November

 

x

 

Dezember

 

 

x

Was sind die Vor- und Nachteile einer Dividendenstrategie?

Wer sich für eine Dividen­den­stra­te­gie ent­schei­det, setzt auf Aktien oder ETFs, von denen er beson­ders hohe Divi­den­den erwar­tet. Die Vor­teile und Nach­tei­le einer sol­chen Aus­rich­tung füh­ren wir im Fol­gen­den aus.

Die Vorteile einer Dividendenstrategie

  1. Psychologische Wirkung: Anleger, die in Aktien oder ETFs inves­tieren, von der sie sich eine hohe Divi­den­den­ren­di­te ver­spre­chen, werd­en in der Regel durch die Aus­schüt­tun­gen stark beim Ver­mögens­auf­bau moti­viert. Oft­mals stre­ben sie an, in jedem Jahr mehr Divi­den­de ein­zu­strei­chen. So bauen sich die Divi­den­den­jäger über die Zeit ein passi­ves Ein­kom­men auf. Sie lockt die Vor­stel­lung, irgend­wann von diesen laufenden Erträ­gen leben zu kön­nen, ohne das Aktien­ver­mögen selbst an­grei­fen zu müs­sen.
  2. Konstanter Cashflow: Durch die Dividenden haben diese Anle­ger im Unter­scheid zu jenen, die ihr Geld beispiels­weise in thesau­rie­rende ETFs anlegen, über das Jahr hin­weg mehr liquides Kapital zur Ver­fü­gung, von dem sie immer wieder neu entscheiden können, wie sie es anlegen. Dadurch sind Sie ange­hal­ten, sich mit dem Markt und den Unter­neh­men zu beschäf­ti­gen, und können flexibel auf Ände­run­gen rea­gie­ren.
  3. Steuer­pausch­be­trag wird schneller aus­ge­schöpft: Da die Ausschüt­tun­gen unter die Ab­gel­tungs­steuer fal­len, kön­nen Sie mit einer Divi­den­den­stra­te­gie Ihren Steuer­pausch­be­trag eher als bei thesau­rie­ren­den Geld­an­la­gen voll aus­schöp­fen und so gera­de zu Beginn Steu­ern sparen. Mehr er­fah­ren Sie auf der Seite ETF-Steu­ern.

Die Nachteile einer Dividendenstrategie

  1.  Dividenden verführen zum Ausgeben: Die Ausschüt­tun­gen ver­lei­ten man­chen dazu, das Geld aus­zu­ge­ben. Und zwar nicht unbe­dingt für eine neue Geld­an­lage in Aktien oder ETFs, son­dern viel­leicht für einen gemüt­lichen Restau­rant­be­such oder einen neuen Pulli. Wenn Sie zu den Anle­gern gehö­ren, die hier­für an­fällig sind, soll­ten Sie früh­zeitig gegen­steu­ern. Nur wenn Sie die Divi­den­den­zah­lun­gen nicht ver­kon­su­mie­ren, sondern re­inves­tieren, profi­tie­ren Sie lang­fris­tig so stark vom Zinses­zins­effekt wie ein Bör­sen-Anle­ger, der keine Aus­schüttun­gen erhält und nur Kurs­gewin­ne er­zielt.
Dividenden reinvestieren

Damit Ihr Vermö­gen opti­mal wach­sen kann, soll­ten Sie Ihre Divi­den­den immer di­rekt wie­der anle­gen. Dies kön­nen Sie bei­spiels­weise tun, indem Sie weite­re Ak­tien dessel­ben Unter­neh­mens oder ETFs zu­kaufen. Ach­ten Sie aber darauf, dass die Trans­aktions­kos­ten bei Ihrem Bro­ker nied­rig sind. Eini­ge bie­ten sogar eine auto­mati­sche Wieder­an­lage an, die Sie über die Konto­ein­stel­lun­gen beauf­tra­gen kön­nen.

  1. Kursentwicklung gerät aus dem Blickfeld: Nicht nur die Aus­schüt­tun­gen einer Aktien­gesell­schaft, son­dern vor allem die Ent­wick­lung des Börsen­kur­ses soll­te für An­le­ger von Interes­se sein. Hier preist der Markt die Zu­kunfts­aus­sich­ten des Unter­neh­mens ein. Ande­re Kenn­zah­len, etwa die Ver­schul­dungs­quote, das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis, das Ertrags­wachs­tum und der Cash­flow, sa­gen für viele Exper­ten mehr als die Höhe der Divi­den­de über den Zu­stand der Firma aus. Schauen Sie sich die Kon­zer­ne genau an und blicken Sie nicht nur auf die Divi­den­de. Sonst ent­ge­hen ihnen even­tuell Ren­di­ten, die Sie mit Techno­logie- oder andere Wachs­tums­ti­teln über einen Kurs­an­stieg er­zie­len wür­den.
  2. Dividenden als betriebs­wirt­schaft­liche Gefahr: Eine hohe Divi­denden­ren­dite ist mög­licher­weise sogar ein Warn­signal. Viel­leicht ist sie nur des­we­gen hoch, weil der Aktien­kurs gesun­ken ist, was an trü­ben Markt­aus­sich­ten und schlech­tem Manage­ment lie­gen kann. Die Divi­den­de könn­te vom abso­lu­ten Wert her gleich­ge­blie­ben sein und nur im Ver­hält­nis zum niedri­ge­ren Bör­sen­kurs mehr Ge­wicht erhal­ten haben. Es be­steht die Ge­fahr, dass ein Kon­zern mehr Divi­den­de aus­schüt­tet, als betriebs­wirt­schaft­lich sinn­voll ist.
  3. Dividenden sind nicht garan­tiert: Wichtig ist zudem, dass Sie im Kopf behal­ten, dass Sie keinen An­spruch auf Divi­den­den-Zah­lun­gen haben. Divi­den­den können jeder­zeit ge­kürzt oder ein­ge­stellt wer­den. Wenn Sie von einem regel­mäßi­gen passi­ven Ein­kom­men gesichert leben wol­len, sind Zin­sen auf An­lei­hen oder Fest­geld die siche­rere Wahl. Möch­ten Sie lieber voll­stän­dig an der Börse inves­tiert blei­ben, können Sie auch ohne Divi­den­den einen Aus­zahl­plan oder eine Ent­nahme­strate­gie ver­fol­gen und regel­mäßig einen gerin­gen An­teil von Ak­tien- oder ETF-Positio­nen veräu­ßern. Auch auf diese Weise erhal­ten Sie stetig Ein­kom­men aus Ihrem Ver­mö­gen, mit dem Sie bei­spiels­weise Ihre Renten­lücke schlie­ßen kön­nen.

Muss man auf Dividenden Steuern zahlen?

Ja, Dividen­den unter­lie­gen wie Zin­sen und Er­trä­ge aus reali­sier­ten Kurs­ge­winnen der Ab­gel­tungs­steuer. Sie beträgt 25 %. Auf diese Kapital­ertrags­steuer wird noch der Soli­daritäts­zu­schlag erho­ben. Da­durch liegt der Steuer­satz dann bei 26,375 %. Wenn Sie Kirchen­mit­glied sind, fällt da­rauf even­tu­ell noch Kirchen­steu­er an. Diese macht je nach Bundes­land 8 oder 9 % aus. Maxi­mal kön­nen also knapp 28 % Steu­ern auf Ihre Divi­den­den fäl­lig wer­den.

Je­doch ver­fügt jeder Spa­rer in Deutsch­land über einen Steuer­pausch­be­trag in Höhe von 1.000 € pro Jahr. Bis zu dieser Summe erhal­ten Sie mit einem Frei­stellungs­auf­trag bis zu 1.000 € Divi­den­de steuer­frei bzw. andere Kapital­er­trä­ge steuer­frei. Ver­hei­ra­te­ten steht ein gemein­sa­mer Sparer­pausch­be­trag von 2.000 € zu. Falls Sie ver­ges­sen ha­ben soll­ten, einen Frei­stel­lungs­auf­trag ein­zu­rei­chen, kön­nen Sie sich die auto­ma­tisch abge­zo­gene Abgel­tungs­steu­er über Ihre Steuer­er­klä­rung zurück­holen.

Steuern sparen mit Dividenden-ETFs aus Irland

Überlegen Sie, in einen Divi­den­den-ETF mit US-Aktien zu inves­tie­ren? Hier haben in Irland auf­ge­legte Index­fonds einen Steuer­vor­teil. Diese ETFs profi­tie­ren vom iri­schen Doppel­besteue­rungs­ab­kom­men mit den USA. Die US-Quellen­steuer auf Divi­den­den beträgt für sie nur 15 % statt 30 %.

Muss ich Dividenden in der Steuererklärung angeben?

Nein, wenn Sie in Deutsch­land steuer­pflichtig sind und Ihre Aktien und ETFs bei einem deut­schen Broker oder einer deut­schen Bank hal­ten, müssen Sie die erhal­te­nen Divi­den­den nicht in der Steuer­er­klä­rung an­ge­ben. Das Geld­haus führt die eventu­ell anfallen­den Steu­ern auto­ma­tisch für Sie ab. Falls Sie nicht aus ande­ren Grün­den eine Steuerer­klärung abge­ben müs­sen, ver­pflich­tet der Erhalt von Divi­den­den­zah­lun­gen Sie nicht zu einer Steuer­er­klä­rung.

Anders sieht es aus, wenn Sie bei einem Broker im Ausland Divi­den­den bekom­men. Dann müssen Sie eine Steuer­er­klär­ung abgeben. Als Unter­stüt­zung bekom­men Sie von Ihrem Depot­an­bie­ter oder Ihrer Bank eine Auf­stel­lung Ihrer Kapital­er­trä­ge sowie eine Über­sicht über die ange­falle­nen Kos­ten. Diese Jahres­steuer­beschei­ni­gung bil­det die Grund­lage für Ihre steuer­liche Berech­nung. Fül­len Sie die An­lage KAP Ihrer Ein­kom­mens­steuer­er­klä­rung aus.

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