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Geldanlage

Depotwechsel: So wechseln Sie Ihr Wertpapierdepot und sparen Kosten

Ein Depotwechsel bietet Anlegern viele Vorteile: niedrigere Kosten, attraktive Prämien und womöglich ein besserer Service. Lesen Sie hier, wie der Depotübertrag funktioniert und wie Sie Ihr altes Depot kündigen.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist ein Depotwechsel?

      Ein Depotwechsel ist im Prinzip nichts anderes als ein Umzug. Die bisher von Anbieter A verwalteten Aktien, Zertifikate oder ETFs werden zu Anbieter B übertragen. Bei einem richtigen Umzug lockt Sie vielleicht die größere Wohnung, die schönere Lage oder die niedrigere Miete, beim Depotumzug ist es der bessere Service, die niedrigeren Gebühren oder die angebotene Wechselprämie.

      Warum sollte ich das Depot wechseln?

      Viele Broker und Banken bieten neuen Kunden bei einem neuen Depot eine Wechselprämie. Das kann ein guter Grund für den Wechsel sein. Noch naheliegender ist der Übertrag, wenn Sie mit Ihrer Bank oder Ihrem Broker wegen eines schlechten Service oder nur eingeschränkter Funktionen unzufrieden sind. Außerdem kann ein Depotwechsel die laufenden Depotkosten senken. Etwa, wenn die Depotgebühr beim neuen Anbieter niedriger ist oder Transaktionen günstiger sind. Damit steigt Ihr Gewinn.

      Mit welchen Kosten ist ein Depotübertrag verbunden?

      Der Depotwechsel innerhalb Deutschlands ist grundsätzlich kostenlos. Das hat der Bundesgerichtshof höchstrichterlich entschieden. Denn die Bank kommt nur ihrer Pflicht nach, die von ihr verwahrten Wertpapiere herauszugeben. Anders ist es bei einem Umzug vom oder ins Ausland: Hier darf die Bank die tatsächlich anfallenden Kosten kassieren. Anleger, auf die dieser Sonderfall zutrifft, sollten die Kosten vorher individuell prüfen. Je nach Land können erhebliche Gebühren fällig werden.

      Depotumzug: Wie finde ich einen neuen Broker?

      Vor dem Umzug müssen Sie einen neuen Broker gefunden haben. Vergleichen Sie die vielen Anbieter, indem Sie Ihr eigenes Anlegerverhalten zu Grunde legen. Handeln Sie viel, suchen Sie nach Anbietern mit geringen Kosten für Transaktionen. Handeln Sie wenig, suchen Sie nach Anbietern mit einer geringen Grundgebühr des Depots. Beim Vergleich sollten Sie auch andere Kundenbewertungen beachten. Manche ¬– auf den ersten Blick reizvolle – Wechselprämie soll nur von einer hohen Unzufriedenheit der Bestandskunden ablenken.

      Wie kann ich ein Depot wechseln?

      Sobald Sie einen neuen Broker haben, eröffnen Sie dort ein neues Depot. Dies geht bei Filialbanken genauso wie bei Direktbanken – bei diesen müssen Sie sich normalerweise über das PostIdentverfahren identifizieren. Viele Anbieter haben einen Umzugsservice. Das heißt, Sie füllen bei ihrem neuen Anbieter ein entsprechendes Formular aus und er tauscht sich dann mit der bisherigen Bank aus und überträgt die Aktien für Sie. Alternativ können Sie bei ihrem bisherigen Broker auch veranlassen, Ihre Wertpapiere auf das neue Depot zu übertragen.

      Wie lange dauert ein Depotübertrag?

      Der Zeitraum eines Depotübertrags ist gesetzlich nicht geregelt, weshalb hier keine pauschale Antwort möglich ist. Der Wechsel kann in einer Woche erledigt sein. Er kann aber auch mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Sicherheitshalber fragen Sie bei Ihrem neuen und alten Anbieter nach, mit welcher Zeit Sie ungefähr rechnen müssen.

      Kann ich handeln, während die Aktien übertragen werden?

      Während der Umzugsphase können Sie nicht über die Wertpapiere verfügen. Es sind weder Käufe noch Verkäufe möglich. Soweit es planbar ist, sollten Sie also den Umzug in eine politisch ruhige Phase legen. Damit vermeiden Sie, auf starke Kursschwankungen nicht reagieren zu können.

      Muss ich das alte Depot kündigen?

      Nach dem Übertrag der Wertpapiere sollten Sie das alte Depot bei ihrer Bank unbedingt schriftlich kündigen und das Depot damit auflösen. Andernfalls zahlen Sie weiter Gebühren. Falls beim Depotübertrag Bruchstücke von Fondsanteilen auf Ihrem alten Depot liegen bleiben, müssen Sie diese eigenständig verkaufen. Das Geld wird Ihnen gutgeschrieben. Achten Sie auf die Fristen für eine Kündigung, diese stehen im Depotvertrag.

      Wie ist die steuerliche Behandlung beim Depotübertrag?

      Wenn der Inhaber des Depots beim Umzug identisch bleibt, gibt es keine steuerlichen Folgen. Dies ist ein sogenannter Depotübertrag ohne Gläubigerübertragung. Die alte Bank gibt auch die Anschaffungsdaten der Wertpapiere an den neuen Broker weiter. Damit ist im Fall eines Verkaufs klar, ob zum Beispiel auf die Papiere die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % fällig wird oder ob es sich womöglich um ältere, steuerfrei zu verkaufende Bestände handelt. Wenn der Depotinhaber identisch bleibt, können auch sogenannte Verlustverrechnungstöpfe übertragen werden, die zum Beispiel Verluste beim Verkauf beinhalten.

      Kann ich das Depot auf eine andere Person übertragen?

      Zum Beispiel im Fall einer Erbschaft, einer Schenkung oder eines Übertrags auf den Ehepartner kann das Depot auch auf jemand anderen übertragen werden. Die Bank meldet dies dem Finanzamt, Abgeltungssteuer wird nicht abgezogen. Liegt der Depotwert aber zum Beispiel über dem Freibetrag für eine Schenkung, wird Schenkungssteuer fällig. Steuerlich am ungünstigsten ist der Depotübertrag an einen Dritten, der keine Erbschaft oder Schenkung ist. Dies wird dann wie ein Verkauf bewertet. In diesem Fall zieht die Bank womöglich die Abgeltungssteuer direkt ab. Klären Sie vor solch einem Geschäft unbedingt mit Ihrer Bank, welche steuerlichen Konsequenzen drohen.

      Depotkündigung – wie kann ich ein Depot auflösen?

      Ein Depot vollständig aufzulösen kann in manchen Situationen sinnvoll sein. Etwa, wenn für die Anschaffung einer Immobilie sämtliches Kapital verflüssigt werden soll. Die Kündigung des Depots ist denkbar einfach:

      • Im ersten Schritt verkaufen Sie die Wertpapiere aus Ihrem Depot. Überlegen Sie aber dabei, ob der Zeitpunkt etwa nach einer längeren Phase sinkender Kurse wirklich sinnvoll ist. Oder ob Sie den Verkauf zumindest eines Teils der Wertpapiere noch etwas verschieben.
      • Der nächste Schritt nach dem Verkauf ist schon die Kündigung des Depots. Diese erfolgt schriftlich. Sie können auch mit dem Kündigungsschreiben den Verkauf veranlassen. Allerdings haben Sie dann nicht mehr die Option, den Verkaufszeitpunkt selbst zu wählen.
      • Entscheiden müssen Sie noch, was mit dem an das Depot gekoppelte Verrechnungskonto geschieht. Dieses wird üblicherweise mit dem Depot gekündigt. Falls Sie dieses Konto behalten wollen, müssen Sie das mitteilen.

      Wann kann ich mein Depot kündigen?

      Die Kündigung ist jederzeit möglich. Meist besteht eine vertragliche Kündigungsfrist von 3 Monaten. Diese ist aber unabhängig vom Bestand ihrer Wertpapiere, diese können Sie vorher verkaufen. In den Vertragsunterlagen finden Sie die Einzelheiten zur jeweiligen Kündigungsfrist.

      Kann ich auch nach der Kündigung noch das Depot wechseln?

      Machen Sie sich Gedanken über Ihre zukünftigen Anlagepläne, bevor Sie Ihr Depot kündigen. Zuerst zu kündigen und dann doch ein neues Depot zu eröffnen, ist aus folgenden Gründen die kostspieligste Variante:

      • Für den Verkauf der Anteile aus dem alten Depot müssen Sie wahrscheinlich Steuern zahlen.
      • Die Möglichkeit, für die Steuer Verlustvorträge zu übertragen, geht bei einer Kündigung vor dem Depotwechsel verloren.
      • Bei der Neuanlage ihres Kapitals im neuen Depot müssen Sie für jede Transaktion Gebühren bezahlen. 
      • Sie verschenken die Prämien für einen direkten Depotwechsel.
      Vergleich.de Tipp

      Ein Depotwechsel sollte für den routinierten Anleger so selbstverständlich sein wie der Wechsel des Stromanbieters oder der Kfz-Versicherung. Der Konkurrenzkampf ist so groß, dass immer wieder attraktive Prämien winken. Allerdings sollte bei der Wahl des Anbieters immer an erster Stelle stehen, dass die Gebühren und der Service zu Ihnen passen.

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