Was ist eine Bonitätsprüfung?
Die Prüfung der Bonität dient dazu herauszufinden, ob Ihre finanzielle Situation zum Beispiel die Rückzahlung eines Ratenkredits samt Zinsen und Gebühren zulässt. Immerhin geht der Kreditgeber durch das Überlassen eines Geldbetrags ein Risiko ein, das für ihn durch ein positives Ergebnis bei der Bonitätsprüfung etwas verringert wird. Kunden, bei denen das Risiko durch die Kreditwürdigkeitsprüfung als klein eingestuft wird, erhalten in der Regel bessere Kreditkonditionen.
Wer führt eine Bonitätsprüfung durch?
Die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern wird durch Wirtschaftsauskunfteien geprüft, von denen die bekannteste die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz SCHUFA, sein dürfte. Diese berechnet Ihre Bonität anhand eines Scores, bei der SCHUFA nennt er sich entsprechend SCHUFA-Score. Weitere große Auskunfteien sind:
- infoscore
- Creditreform Boniversum
- CRIF Bürgel
Wie funktioniert der neue SCHUFA-Score?
Seit März 2026 können Verbraucher den neuen SCHUFA-Score einsehen. Er löst den bisherigen SCHUFA-Basisscore ab und soll schrittweise auch die bisherigen Branchenscores ersetzen. In bestimmten regulatorischen Bereichen der Bankenbranche können bisherige Branchenscores während einer Übergangsphase allerdings noch bis Ende 2028 verwendet beziehungsweise ausgeliefert werden.
- Die wichtigste Änderung: Der Score wird nicht mehr als Prozentwert angegeben. Stattdessen reicht die Skala von 100 bis 999 Punkten.
- Grundsätzlich gilt: Je höher der SCHUFA-Score, desto besser wird die Kreditwürdigkeit eingeschätzt.
Außerdem ist die Berechnung wesentlich transparenter geworden. Statt mehr als 100 Merkmalen der bisherigen Branchenscores fließen beim neuen SCHUFA-Score nur noch zwölf klar definierte Kriterien ein. Das sind z. B. Zahlungsstörungen, das Alter der aktuellen Adresse und der derzeitige Kreditstatus. Für jedes Kriterium gibt es eine bestimmte Anzahl von Punkten. Dadurch können Verbraucher nachvollziehen, wie sich ihr Score zusammensetzt.
Welcher SCHUFA-Score ist gut?
Mit dem neuen Score sind die früher üblichen Aussagen wie „97,5 % sind ein guter SCHUFA-Score“ überholt. Die SCHUFA unterscheidet beim neuen Punktesystem mehrere Score-Klassen:
- Ein Score zwischen 776 und 999 Punkten bedeutet nach der SCHUFA-Systematik eine hervorragende Bonität und ein im Vergleich zur Gesamtbevölkerung geringes Zahlungsausfallrisiko.
- Bei 709 bis 775 Punkten wird die Bonität als gut eingestuft.
- Zwischen 642 und 708 Punkten gilt sie als akzeptabel.
- Bei einem Score zwischen 100 und 641 Punkten besteht dagegen ein erhöhtes bis deutlich erhöhtes statistisches Zahlungsausfallrisiko. Dadurch kann es beispielsweise schwieriger werden, einen Kredit zu erhalten.
Wichtig: Auch ein sehr guter SCHUFA-Score garantiert keinen Kredit. Banken führen eine eigene Kreditwürdigkeitsprüfung durch und berücksichtigen dabei weitere Faktoren wie Einkommen, Haushaltsausgaben und bestehende Verpflichtungen.
Wie kann ich meinen SCHUFA-Score kostenlos prüfen?
Auch hier hat sich seit dem ursprünglichen SCHUFA-System einiges geändert. Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten.
- Verbraucher können einen kostenlosen SCHUFA-Account einrichten. Nach erfolgreicher Identifikation lässt sich dort der neue SCHUFA-Score digital abrufen. Ein Erklärtool zeigt zusätzlich, wie sich die einzelnen Kriterien auf den persönlichen Punktestand auswirken.
- Daneben gibt es weiterhin die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Sie enthält die bei der SCHUFA gespeicherten personenbezogenen Daten und ist vor allem dafür gedacht, die eigenen Daten zu kontrollieren.
Die Datenkopie sollte nicht mit einem Bonitätsnachweis für Vermieter verwechselt werden. Für die Weitergabe an Dritte bietet die SCHUFA gesonderte Produkte wie den SCHUFA-BonitätsCheck an.
Die Datenkopie gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche personenbezogenen Informationen über Sie gespeichert sind. Sie enthält unter anderem Angaben darüber, woher Informationen stammen und an wen innerhalb der vergangenen zwölf Monate Daten beziehungsweise Wahrscheinlichkeitswerte übermittelt wurden. Die Datenkopie ist daher besonders geeignet, um die eigenen SCHUFA-Daten auf mögliche Fehler zu kontrollieren.
Wer darf außer mir meine Bonität überprüfen?
Unternehmen dürfen nicht beliebig SCHUFA-Daten über Personen abrufen. Für eine Bonitätsabfrage muss grundsätzlich eine datenschutzrechtliche Grundlage beziehungsweise ein berechtigtes Interesse bestehen.
Ein solches Interesse kann beispielsweise vorliegen, wenn ein Unternehmen ein finanzielles Ausfallrisiko eingeht – etwa bei einer Kreditvergabe oder bestimmten Verträgen mit Vorleistung. Bei Kreditanträgen gehört die Bonitätsprüfung daher zum üblichen Verfahren. Auch Vermieter verlangen häufig einen Bonitätsnachweis. Dabei können Mietinteressenten einen entsprechenden Nachweis selbst vorlegen.
Wann benötige ich einen Bonitätsnachweis?
Eine Prüfung der Kreditwürdigkeit beziehungsweise ein Bonitätsnachweis kann insbesondere in folgenden Situationen eine Rolle spielen:
- Aufnahme eines Kredits
- Eröffnung eines Girokontos mit Kreditrahmen
- Immobilienfinanzierung
- Anmietung einer Wohnung
- Fahrzeugleasing
- Ratenkauf
- bestimmte Mobilfunk- oder Energieverträge
Welche Informationen tatsächlich erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Vertrag und Anbieter ab.
Kann ich meinen SCHUFA-Score verbessern?
Der neue transparente SCHUFA-Score macht erstmals deutlich sichtbar, an welchen Stellen sich die persönliche Bewertung grundsätzlich verändern kann. Besonders wichtig ist ein zuverlässiges Zahlungsverhalten. Zahlungsstörungen haben einen erheblichen Einfluss auf den Score.
Folgende Maßnahmen können dabei helfen, langfristig eine gute Bonität zu erhalten:
- Bezahlen Sie Rechnungen und Kreditraten fristgerecht.
- Vermeiden Sie unnötig viele neue Girokonten und Kreditkarten innerhalb kurzer Zeit.
- Stellen Sie nicht unnötig viele Kreditanträge.
- Nehmen Sie nicht mehrere Ratenkredite gleichzeitig beziehungsweise kurz hintereinander auf, wenn dies vermeidbar ist.
- Prüfen Sie regelmäßig, welche Daten bei der SCHUFA gespeichert sind.
- Lassen Sie fehlerhafte oder unberechtigte Einträge korrigieren.
- Kündigen Sie langjährige Bankverbindungen oder Kreditkarten nicht allein in der Erwartung, damit automatisch den SCHUFA-Score zu verbessern.
Der letzte Punkt ist beim neuen Score besonders interessant: Das Alter des ältesten Bankvertrags und der ältesten Kreditkarte gehört ausdrücklich zu den zwölf Kriterien. Eine langjährige Geschäftsbeziehung kann deshalb positiv in die Bewertung einfließen.
Weitere Tipps geben wir Ihnen in unserem Artikel „SCHUFA-Score verbessern“.
Grundsätzlich werden Daten über erledigte Zahlungsstörungen weiterhin für 3 Jahre gespeichert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich die Speicherfrist jedoch auf 18 Monate verkürzen. Dafür müssen insbesondere drei Bedingungen erfüllt sein:
- Die Zahlungsstörung wurde innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung an die SCHUFA ausgeglichen.
- Innerhalb der verkürzten Speicherfrist kommen keine weiteren Negativdaten hinzu.
- Es liegen keine Informationen aus Schuldnerverzeichnissen oder Insolvenzbekanntmachungen vor.
Sind die Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Verkürzung nach Angaben der SCHUFA automatisch.
Wie seriös sind Kredite ohne Bonitätsprüfung?
Wer wegen einer schwachen Bonität Schwierigkeiten hat, einen klassischen Bankkredit zu bekommen, stößt im Internet schnell auf Angebote für einen „Kredit ohne SCHUFA“. Nicht jedes dieser Angebote ist automatisch unseriös. Verbraucher sollten jedoch besonders aufmerksam sein. Warnzeichen können beispielsweise sein:
- hohe Gebühren bereits vor der Kreditvermittlung
- kostenpflichtige Hotlines
- der Abschluss zusätzlicher Versicherungen als Voraussetzung
- unrealistische Kreditversprechen unabhängig von Einkommen und finanzieller Situation
- Aufforderungen zu Vorauszahlungen
Ein Kredit ohne klassische SCHUFA-Prüfung kann zudem deutlich teurer sein als ein gewöhnlicher Ratenkredit. Alternativ zu einem Kredit ohne SCHUFA können Sie auch darüber nachdenken, bereits bestehende Kredite zu einem günstigeren Kredit umzuschulden.
Fazit: Der neue SCHUFA-Score macht die Bonitätsprüfung transparenter
Mit der Einführung des neuen SCHUFA-Scores im März 2026 hat sich die Bonitätsbewertung grundlegend verändert. Statt eines schwer nachvollziehbaren Prozentwertes erhalten Verbraucher jetzt einen Score zwischen 100 und 999 Punkten. Noch wichtiger ist die neue Transparenz: Die Berechnung basiert auf zwölf definierten Kriterien, deren Einfluss auf den persönlichen Score nachvollziehbar ist. Über den kostenlosen SCHUFA-Account können Verbraucher ihren Score digital einsehen und dessen Zusammensetzung überprüfen.
Wer seine Bonität verbessern möchte, sollte vor allem Rechnungen und Kreditraten zuverlässig bezahlen, unnötig viele neue Kredite oder Konten innerhalb kurzer Zeit vermeiden und die bei der SCHUFA gespeicherten Daten regelmäßig kontrollieren.