Newsletter, vergleich.de 1. Februar 2010

 

“Der Charme des Geldes liegt in seiner Menge”, war sich schon der Bankier Carl Fürstenberg sicher. Das der Mann recht hat, ist unbestritten. Doch was bedeutet eigentlich "Menge"? Und ist Ertrag gleichzusetzen mit Rendite? Erfahren Sie, warum nicht allein der Zinssatz einer Geldanlage entscheidend ist.      

Ertrag und Rendite

Wer Geld anlegen möchte, schaut vor allem auf den Zinssatz und rechnet sich grob aus, wie hoch der Ertrag der Geldanlage sein wird. Der tatsächliche Anlageerfolg kann sich davon allerdings erheblich unterscheiden. Grund dafür ist ein Missverständnis: Viele Anleger denken nämlich, Ertrag und Rendite ist dasselbe.

Dass dem nicht so ist, zeigt ein Beispiel:
Nehmen wir an, die Bank bietet Ihnen eine Geldanlage an, die Ihre angelegten 20.000 Euro in fünf Jahren in 30.000 Euro verwandelt. Dies entspräche einem Wertzuwachs von 10.000 Euro. Wer jetzt glaubt, mit der einfachen Rechnung "Wertzuwachs dividiert durch Anzahl der Jahre dividiert durch den anfänglichen Anlagebetrag" die Rendite errechnen zu können, irrt sich leider. Die so errechnete Rendite von 10 Prozent wäre schön – ist aber leider völlig unrealistisch.

Der Gedankenfehler liegt in der Berechnung: In unserem Beispiel wird davon ausgegangen, dass die Zinsen auf die ursprüngliche Anlagesumme gezahlt werden. Allerdings fallen mindestens einmal jährlich Zinseszinsen an. Die gutgeschriebenen Zinsen erhöhen so den angelegten Betrag. Die tatsächliche Rendite aus unserem Beispiel beträgt deshalb „nur“ jährlich 8,45 Prozent.

1. Jahr: 20.000,00 EUR + 1.689,44 EUR Zinsen
2. Jahr: 21.689,44 EUR + 1.832,15 EUR Zinsen
3. Jahr: 23.521,58 EUR + 1.986,91 EUR Zinsen
4. Jahr: 25.508,49 EUR + 2.154,75 EUR Zinsen
5. Jahr: 27.663,24 EUR + 2.336,76 EUR Zinsen


Kosten und Gebühren verringern die Rendite
Auch Kosten, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erkennen sind, können die Rendite reduzieren. Negative Auswirkungen haben beispielsweise Depotgebühren und Kaufkosten. Wer 20.000 Euro anlegt, aber für das Anlageprodukt 400 Euro Gebühren zahlt, bekommt eben nicht auf die Anlagesumme Zinsen gezahlt, sondern nur auf 19.600 Euro. Dies allein wirkt sich schon negativ auf die Rendite aus. Kommt noch eine kurze Laufzeit dazu, verringert sich die Rendite noch einmal erheblich.

Die Versteuerung hat ebenfalls Einfluss auf die Rendite der Geldanlage. Während anfallende Steuern diese verringern, können eventuelle Steuervorteile die Rendite noch steigern. Auch die Inflation kann sich als Rendite-Killer erweisen.


Geringes Risiko, gute Rendite: Tagesgeld
Wer die wahre Rendite berechnen möchte, muss also vorher alle möglichen Kosten und eventuelle Steuerpflichten mit einbeziehen. Auch das Risiko sollte bei der Wahl der Geldanlage berücksichtigt werden. Auf der sicheren Seite ist man mit Tagesgeld. Hier gibt es keine Fallstricke, wie Kontogebühren oder Kaufkosten. Aufgrund der niedrigen Inflation beträgt die Rendite zur Zeit fast genauso viel wie der angebotene Zinssatz. In den meisten Fällen werden die Zinsen monatlich ausgezahlt, so dass Sie hier zusätzlich vom Zinseszinseffekt profitieren. Tagesgeld ist zudem eine risikoarme Anlage, da das Geld im Rahmen des Einlagensicherungsfonds geschützt ist. Denn keiner spekuliert gern mit seinem hart erarbeiteten Geld. Oder um noch einmal Carl Fürstenberg zu zitieren: „Als erstes im Bankgeschäft lernt man den Respekt vor den Nullen“.

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