Newsletter, vergleich.de 1. Februar 2010

 

„Riestern“ ist in. Rund 14 Millionen Bundesbürger haben sich bereits für die staatlich geförderte Altersvorsorge entschieden. Seit November 2008 steht neben Rentenversicherungen, Fondssparverträgen und Banksparplänen auch der Wohn-Riester zur Auswahl, mit dem der Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum unterstützt wird. 
      

Auf dem Weg zum Renner - der Wohn-Riester

Wohn-Riestern – wie geht das?
Der Wohn-Riester lässt sich flexibel unterschiedlichen Bedarfssituationen anpassen. Wer schon bald Immobilienbesitzer werden möchte, braucht einen Sofortkredit. Die Top-Lösung: ein Riester-Darlehen von der Bank, ein ganz normaler Baukredit, der direkt getilgt wird. Von einem herkömmlichen Darlehen unterscheidet er sich nur durch die staatliche Förderung.

Anders der Kombikredit, den es bei Bausparkassen gibt. Er besteht aus einem Darlehen, mit dem die Bausparkasse die Bausparsumme vorfinanziert, und einem Riester-geförderten Bausparvertrag. Man tilgt den Kredit zunächst nicht, sondern zahlt nur die Kreditzinsen und die Sparraten für den Bausparvertrag. Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, löst man mit der Bausparsumme das Darlehen ab.

Wer erst in Zukunft ein Eigenheim bauen oder kaufen will, kann einfach einen Riester-geförderten Bausparvertrag abschließen.

Schließlich können Sparer auch Guthaben aus Riester-Rentenversicherungen, -Fondssparverträgen oder -Banksparplänen teilweise oder vollständig entnehmen und zur Baufinanzierung verwenden. Das kann während der Ansparphase oder zum Rentenbeginn geschehen. Im ersteren Fall benötigt man für sein Vorhaben weniger Kapital von der Bank und bekommt bessere Kreditkonditionen, im letzteren Fall kann man eine bereits vorhandene Immobilie mit dem Riester-Guthaben entschulden. Der entnommene Betrag muss nicht zurückgezahlt werden.


Mehr als 50.000 Euro sparen!
Man sollte meinen, dass dem Wohn-Riester von Anfang an nur Erfolg beschieden gewesen sein kann. Schließlich halten die Bundesbürger die eigene Immobilie mit Abstand für die beste Altersabsicherung. Und wer wollte es ablehnen, dass der Staat ihm das Eigenheim mitfinanziert? Tatsächlich war der Start des Wohn-Riester eher schwach. Das lag vor allem daran, dass sich die meisten Banken nur sehr zögerlich mit ihm beschäftigten. Viele haben bis heute kein Riester-Darlehen im Portfolio. Offenbar scheut man den bürokratischen Aufwand, der mit der Auflegung neuer Produkte verbunden ist. Lediglich die Bausparkassen haben sich des Themas wirklich angenommen.

Inzwischen ist der Wohn-Riester jedoch auf dem besten Weg, ein Renner zu werden. Sein Anteil an den Riester-Neuabschlüssen wächst stetig. Vor allem bei Familien kommt die Eigenheimrente sehr gut an.

Kein Wunder bei ihren zahlreichen Vorteilen, die weit über die beschriebene Flexibilität hinausgehen. Die staatlichen Zuschüsse mindern die Kosten einer Immobilienfinanzierung erheblich, da sie eine schnellere Tilgung ermöglichen. Zusätzlich profitieren Bauherren, deren Einkommen oft überdurchschnittlich hoch ist, von Steuervorteilen. Bei Riester-Darlehen können Familien gegenüber ungeförderten Krediten mehr als 50.000 Euro sparen, ermittelte die Stiftung Warentest. Sie kam zu dem Schluss, „dass Riesterdarlehen für Eigenheimfinanzierung erste Wahl sind“ („Finanztest“ 6/2009).


Mit dem Wohn-Riester zur Auslandsimmobilie

Durch einige gesetzliche Änderungen hat der Wohn-Riester noch einmal deutlich an Attraktivität gewonnen:

  • Seit dem 1. Januar 2010 können Sparer einfacher als bisher Guthaben aus Riester-Rentenversicherungen, -Fondssparverträgen oder -Banksparplänen entnehmen und zur Baufinanzierung verwenden. Bislang musste dafür ein Mindestbetrag von 10.000 Euro erreicht worden sein, was nun nicht mehr der Fall ist.

  • Ebenfalls seit Jahresbeginn haben nicht mehr nur Bundesbürger mit Erstwohnsitz in Deutschland ein Anrecht auf die staatliche Förderung, sondern auch Grenzgänger, „Mallorca-Rentner“ und andere mit Lebensmittelpunkt jenseits der deutschen Grenzen. Damit kann der Wohn-Riester nun auch zur Finanzierung einer Auslandsimmobilie genutzt werden.

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