Private Krankenkasse: Droht dem Versicherungsmodell das Aus?

Die Private Krankenkasse verliert Mitglieder.

10.01.2012 lq - Die Private Krankenkasse könnte sich als Auslaufmodell entpuppen. Mehreren Presseberichten zufolge versuchen zehntausende Deutsche von der Privaten Krankenkasse in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Grund sind die steigenden Beiträge.

Hat die Private Krankenkasse ausgedient?

Laut dem Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ steigt die Zahl der privat Krankenversicherten, die zurück in die gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen, enorm. Im Laufe des vergangenen Jahres wechselten allein zur Barmer GEK 27.600 Privatversicherte – 9 Prozent mehr als noch 2010. Und auch die Techniker Krankenkasse (TKK) meldet 12 Prozent mehr Zulauf von der privaten Krankenkasse: Insgesamt wollten 68.000 Versicherte in die TKK aufgenommen werden.

Private Krankenkasse kämpft mit steigenden Kosten

Viele Private Krankenkassen haben zum Jahreswechsel die Beiträge erhöht, in Einzelfällen sogar um bis zu 60 Prozent. Die Zeitschrift „Finanztest“ berichtet außerdem, dass ein heute Mitte 30-Jähriger, der in die Private Krankenkasse wechselt, im Rentenalter mit Beitragssteigerungen um das Dreifache rechnen müsse. Grund für die Beitragssteigerung sind die hohen Kosten für Arzneimittel und Kliniken, die die Privaten Krankenkassen nicht mehr bewältigen können.

Gesetzliche Kassen wollen auf Zusatzbeitrag verzichten

Vor diesem Problem stehen die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht. Während des Wirtschaftsaufschwungs konnten sie Überschüsse erwirtschaften, die die Bilanzen entlasten. Zwar werden die Versicherten noch nicht mit Beitragssenkungen belohnt, doch viele gesetzliche Krankenversicherungen wollen in diesem Jahr von der Erhebung eines Zusatzbeitrags absehen. Zuletzt hatte der Zusatzbeitrag viele gesetzlich Krankenversicherte zu einem Wechsel in die Private Krankenkasse motiviert.

Ein Wechsel lohnt sich nicht immer

Der Wechsel von der Privaten Krankenkasse (PKV) in die gesetzliche Krankenkasse ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen, zum Beispiel wenn der Versicherte arbeitslos wird oder sein Gehalt unter die Einkommensgrenze von 49.500 Euro sinkt. Falls ein Übertritt ansteht, raten Experten dazu im Vorfeld genau nachzurechnen: Die „Süddeutsche Zeitung“ meldet, dass Verbraucherschützer zu bedenken geben, dass beim PKV Wechsel oft Geld verloren gehe. Sie raten deshalb zum internen Tarifwechsel bei einer Krankenkasse.

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