Rente: Wirtschaftsweise halten Renteneintritt mit 69 für vertretbar

Kommt die Rente mit 69?

04.01.2012 lq - Müssen Arbeitnehmer zukünftig noch länger arbeiten? Der Rat der Wirtschaftsweisen hält ein Renteneintrittsalter von 69 Jahren für möglich und vertretbar. Doch schon die Einführung der Rente mit 67 trifft auf harsche Kritik von der Opposition und Gewerkschaftsvertretern. Diese sprechen sich für eine verpflichtende Einstellungs-Quote für ältere Arbeitnehmer aus.

Kommt die Rente mit 70?

Die Rente mit 67 ist kaum eingeführt, da werden schon Stimmen laut, die ein reguläres Renteneintrittsalter von 69 oder 70 Jahren fordern. Der Rat der Wirtschaftsweisen erklärte am Dienstag, ein Renteneintrittsalter von 69 Jahren sei durchaus vertretbar. Laut der Zeitung „BILD“ geht der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Prof. Michael Hüther sogar so weit, die Rente mit 70 als zwingend erforderlich zu beschreiben. Sonst steige der Beitragssatz „schnell auf 25 oder mehr Prozent“ oder das Rentenniveau müsse von 46 auf 42 Prozent vom letzten Nettogehalt sinken.

Steigende Lebenserwartung bringt Sozialsysteme aus dem Gleichgewicht

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung gerät das Rentensystem immer mehr aus der Balance. Zu viele Rentner und zu wenig Berufstätige belasten die Rentenkassen. Hinzu kommt, dass schon jetzt jeder zweite Rentner das reguläre Eintrittsalter von 65 Jahren nicht erreicht und sich frühberenten lässt. Dafür nehmen die Frührentner sogar hohe Abschläge im Kauf.

Kritik an der Rente mit 67

Die Rente mit 67 gilt seit diesem Jahr für die ab 1947 Geborenen. Schrittweise wird das Renteneintrittsalter nun bis 2031 auf 67 Jahren angehoben. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kritisierte die Rente mit 67 am Dienstag stark und kündigte einen Gesetzesentwurf zur Aussetzung der neuen Regelung an. Zunächst müsse es genügend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer geben und mindestens 50 Prozent der 60- bis 64-jährigen in einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigungsverhältnis stehen, zitiert sie die Düsseldorfer „Rheinische Post“

Einführung einer Ü-60-Quote

Um ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt besser zu integrieren, fordern Vertreter von Politik und Gewerkschaften eine verpflichtende Quote für Unternehmen. Nur wenn Unternehmen auch auf die Arbeitskraft Älterer zurückgreifen, kann der Fachkräftemangel behoben und von weiteren Rentenkürzungen abgesehen werden.

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