Andere Länder, andere Häuser: Landestypische Unterschiede bei Bauweise und Finanzierung
Das Massivhaus in Deutschland, das Blockhaus in Finnland oder das „Mobile Home“ in den USA: Schaut man in andere Länder, bemerkt man, dass jedes Land seine eigene Bauweise für Häuser hat. Auch bei der Finanzierung gibt es oft verschiedene Herangehensweisen. Wer über den Tellerrand hinaus schaut, sieht: Die Bauweise von Häusern unterscheidet sich von Land zu Land. Ähnliches gilt für die Finanzierung von Immobilien, auch hier gibt es oft landestypische Eigenheiten. Einige Beispiele:
Die typisch skandinavische Bauweise: Das urige Blockhaus
Wohnen, egal wo auf der Welt, ist geprägt durch die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen. Auch die wirtschaftlichen, sozialen und geografischen Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Ganz deutlich sieht man dies an der Bauweise der finnischen Blockhäuser. Gebaut werden sie meist aus nordischem Kiefernholz, das sich besonders durch seine guten Dämmeigenschaften auszeichnet. So bietet das Blockhaus nicht nur Schutz vor den teils harten Witterungsbedingungen in Skandinavien, sondern sorgt auch dafür, dass die Heizkosten in kalten Wintern nicht so hoch ausfallen. Kiefernholz ist außerdem dafür bekannt, Schadstoffe, Gerüche und überschüssige Luftfeuchtigkeit aufzunehmen und so für eine hohe Wohnqualität und ein angenehmes Raumklima zu sorgen.
Deutschland: Stein auf Stein zum Eigenheim
Deutsche sind treu: Haben sie sich für ein Haus entschieden, möchten sie darin in der Regel auch alt werden. Ein Haus zu besitzen, bedeutet für die Mehrheit der Deutschen ein Plus an Lebensqualität, aber auch finanzielle Sicherheit fürs Alter. Deshalb planen sie den Bau oder Kauf sehr gründlich und geben in der Regel mehr Geld aus als Immobilienbesitzer in anderen Ländern.
Als Bauweise bevorzugt wird die Massivvariante, denn diese verspricht Witterungsbeständigkeit und eine gute Wärmedämmung. Längst sieht nicht mehr jedes Haus gleich aus, vielmehr lassen viele Bauherren ihre individuellen Wünsche einfließen. An Beliebtheit zugenommen hat auch das Fertighaus. Der Vorteil: Es ist schneller gebaut und meist um einiges günstiger als ein Massivhaus.
USA: Schnelle und günstige Fertighäuser aus Holz
Während die Deutschen eine Bauweise aus Stein oder Beton bevorzugen, ist es in den USA durchaus üblich, Häuser aus Holz zu bauen. So dominiert zwar in den Städten und in einigen Regionen die Massivbauweise, in ländlichen Gegenden findet man jedoch oft Fertighäuser, die vollständig aus Holz gebaut wurden. Diese Bauweise geht zurück auf die Tradition der Siedler, die schnell ein Dach über dem Kopf brauchten. Zudem ist ein Holzhaus nicht nur günstig in der Anschaffung, sondern auch schnell gebaut. Da die Einzelteile vorgefertigt sind, dauert ein Hausbau oft nicht mehr als drei Monate. Manch Amerikaner schätzt auch die Flexibilität der Holzhäuser: Einige Modelle, die so genannten „Mobile Homes“, ziehen mit ihrem Besitzer um.
My Home is my Castle: Engländer kaufen am liebsten
Für Engländer gilt das Motto: Kaufen statt Mieten. Wohnraum ist besonders in den Städten knapp, deshalb sind die Mieten sehr hoch – besonders, wenn man sie mit Deutschland vergleicht. Viele Briten geben darum lieber einmal ein bisschen mehr Geld aus, leben dafür aber in ihrer eigenen „Burg“. Aber sie kaufen meist nicht, um ein Leben lang in derselben Immobilie zu wohnen, vielmehr passen sie ihre Wohnsituation der aktuellen Lebenslage an. Man kann durchaus mehrmals im Leben ein eigenes Haus erwerben, so die Meinung der Engländer. Sehr beliebt sind übrigens Haus-Wohngemeinschaften, in denen die Kosten untereinander aufgeteilt werden.
Die typisch englische Bauweise ist meist massiv und zeichnet sich durch Natur- und Backsteinfassaden aus. Auch Fachwerkhäuser findet man noch. Viele Sprossenfenster und Giebel geben den Häusern das original englische Aussehen.
Länderspezifische Unterschiede bei der Baufinanzierung
Nicht nur die Bauweise von Immobilien unterscheidet sich von Land zu Land, auch beim Abschluss der Baufinanzierung bevorzugen die Länder verschiedene Modelle. So werden in Deutschland die meisten Baufinanzierungen mit einem Festzins vereinbart. Meist beträgt die Dauer der Zinsfestschreibung zwischen 1 und 20 Jahren. Der Vorteil hierbei: Die finanzielle Belastung über die Jahre ist bekannt und somit kalkulierbar. Außerdem gibt es kein Zinsrisiko, sollten die Zinsen in der Zwischenzeit einmal steigen. Allerdings wird für eine längere Zinsfestschreibung oft auch ein höherer Zinssatz veranschlagt als für kurze Laufzeiten.
In vielen Ländern, wie beispielsweise in den USA, Spanien, Irland und Großbritannien wird deshalb die variable Baufinanzierung bevorzugt. Der Zinssatz wird dabei nach einem festgelegten Zeitraum, meist drei Monate, an das aktuelle Zinsniveau angepasst. Durch diese kurzen Laufzeiten ist ein variables Darlehen meist günstiger als ein Festzinsdarlehen. Allerdings besteht ein Zinsrisiko, denn wenn die Immobilienzinsen steigen, müssen auch Bauherren tiefer in die Tasche greifen.
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