Die Versicherungssumme wird aber erst ab einem gewissen Grad der Berufsunfähigkeit ausbezahlt. Außerdem werden manche Krankheiten durch eine Berufsunfähigkeits-Police nicht abgedeckt, oder es entsteht eine Versorgungslücke, weil der Kunde wegen Vorerkrankungen erst gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhält. Dread Disease Policen: Schutz gegen gefürchtete Krankheiten wie KrebsEine Alternative oder Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung stellen Dread Disease Versicherungen dar, die gegen gefürchtete (englisch: dread) Krankheiten wie etwa Krebserkrankungen absichern. Die Police deckt in der Regel ebenso medizinische Notfälle wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle ab. Darüber hinaus können sich die Kunden gegen weitere Erkrankungen versichern, sofern der Anbieter dem jeweiligen Krankheitsbild zustimmt. Dazu gehören unter anderem Krebs, Blind- und Taubheit, Bandscheibenvorfälle, Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose. Ersetzt die Dread Disease Versicherung eine Risikolebensversicherung?Einer der größten Unterschiede zur Berufsunfähigkeitsversicherung liegt auf der Hand: Bei einer Dread Disease Absicherung ist es im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung unwichtig, ob der Versicherte nach seiner Erkrankung seinen Beruf noch ausüben kann. Eine Dread Disease Police funktioniert vielmehr wie eine Risikolebensversicherung. Die Versicherungssumme wird ausbezahlt, wenn eine der abgesicherten Krankheiten eintritt, auch wenn der Versicherte seine Gesundheit völlig wiederherstellen kann. Inzwischen erhält die Dread Disease Versicherung noch wegen eines weiteren Aspekts hohe Beachtung: Einige Anbieter vermarkten die Policen auch als „Burn-out-Versicherungen“. Allerdings lohnt es sich hierbei, die Erläuterungen im Vertrag genau zu studieren. Zwar bieten einige Versicherer eine Zusatzkomponente gegen psychische Erkrankungen an, meinen damit aber in vielen Fällen Schizophrenie oder Demenz. Da Burn-Out (noch) keine anerkannte Berufskrankheit ist, kann es schwer werden, die Versicherung von einer nachhaltigen psychischen Beeinträchtigung durch Burn-Out zu überzeugen. Dread Disease Versicherungen in DeutschlandEntstanden ist die Dread Disease Versicherung übrigens schon zu Beginn der 80er Jahre in Südafrika, von wo sie sich über das angloamerikanische Gebiet ausbreitete. Seit 1993 ist sie auch in Deutschland zugelassen. Inzwischen vertreiben auch hiesige Anbieter wie AXA, Allianz, Gothaer und Nürnberger Dread-Disease-Policen, teilweise in Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die jeweiligen Beitragssätze unterscheiden sich je nach Alter, Vertragslaufzeit und Abdeckungssumme deutlich – bis zur endgültigen Umstellung auf Unisex-Tarife am 21. Dezember 2012 kann sich auch das Geschlecht des Versicherten auf die Beitragshöhe auswirken. Darüber hinaus kommt es darauf an, welche und wie viele Krankheiten im jeweiligen Dread Disease Produkt enthalten sind. Deshalb sollten sich Interessierte ein unverbindliches Angebot von mehreren Anbietern erstellen lassen. Wer sich für eine Police interessant, sollte sich klarmachen, wie viele und welche Krankheitsbilder von der Versicherung übernommen werden, auf welche Weise die Versicherungssumme im Ernstfall ausbezahlt wird und welche Form von Renten- oder Risikoversicherung sich hinter dem Produkt verbirgt. Für viele reicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung völlig aus gerade für Versicherte ohne Chance auf eine Berufsunfähigkeitspolice stellen Dread Disease Versicherungen aber eine beachtenswerte Alternative dar.


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