Die Gesundheitskarte – Eine Geschichte voller Komplikationen Was lange währt, wird endlich gut? Die Gesundheitskarte sollte schon vor drei Jahren starten, doch erst ab Oktober dieses Jahres werden die ersten Karten ausgeliefert.
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Die unendliche Geschichte der Gesundheitskarte scheint nun doch ein Ende zu finden: Ab Oktober 2009 soll die Gesundheitskarte in Deutschland eingeführt werden – fast vier Jahre nach dem geplanten Start. Denn eigentlich war der Start bereits für 2006 vorgesehen, doch die Tests in verschiedenen Gegenden Deutschlands offenbarten die zahlreichen Probleme der neuen Karte.
Die größten Probleme Für die Tests wurden verschiedene Regionen in Deutschland ausgewählt. In Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein testeten rund 63.000 Versicherte, 190 Ärzte, 115 Apotheken und 11 Krankenhäuser die neue Gesundheitskarte.
Besonders Ärzte zeigen sich von der Karte nicht begeistert. Nicht nur, dass für die Nutzung neue Geräte angeschafft werden müssen, auch die Zusatzfunktionen der Karte haben noch zahlreiche Mängel. Zum Beispiel der elektronische Arztbrief: Wie das ARD-Magazin "Monitor" in einem Praxis-Test feststellte, verhindern Softwareprobleme die Speicherung des Arztbriefes auf der Gesundheitskarte. Auch die Hinterlegung von Notfalldaten funktioniert noch nicht richtig – eine der wichtigsten Funktionen. Ebenso das elektronische Rezept: Es sollte Zeit sparen, braucht im Moment aber noch jede Menge.
Dennoch soll zumindest das elektronische Rezept bei der Auslieferung der Gesundheitskarte als Basisfunktion vorhanden sein. Alle weiteren Funktionen müssen noch optimiert werden und werden erst später auf der Karte integriert.
Finanzierung aus Versicherungsbeiträgen Die Gesundheitskarte soll laut Gesundheitsministerin Ulla Schmidt rund als 1,4 Milliarden Euro kosten. Geld, das ausschließlich aus den Versicherungsbeiträgen der Krankenversicherung kommt. Doch dabei wird es anscheinend nicht bleiben: Die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton berichtet in einer Studie von bis zu 5,4 Milliarden Euro, die in die Karte investiert werden müssten.
Ökonomie klingt anders, zumal die Gesundheitskarte erst einmal nur über die Basisfunktionen verfügt. Im schlimmsten Fall könnten die Kosten bis auf 14,1 Milliarden Euro steigen. Zudem würden alle Anwendungen erst in acht bis neun Jahren vollständig zur Verfügung stehen, schätzt Daniel Pöschkens von der eigens für die Entwicklung der Gesundheitskarte gegründeten Gesellschaft Gematik in der Sendung "Monitor".
Wie machen es andere Länder? Länder, wie Italien, Schweden, Österreich oder Dänemark, sind da schon viel weiter. Dort wird die Gesundheitskarte schon seit einigen Jahren genutzt und sorgt für erhebliche Kosteneinsparungen im Gesundheitsbereich. So werden z.B. in Schweden bereits über 50 Prozent aller Rezepte elektronisch abgewickelt. Österreich nutzt die Gesundheitskarte als Ersatz für den Papierkrankenschein und hat auf der Karte eine elektronische Signatur integriert. Neben Deutschland soll die Gesundheitskarte in den nächsten Jahren auch in Großbritannien, Frankreich und Griechenland eingeführt werden. 

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