Versicherungen: Die Änderungen auf einen Blick

Änderungen bei den Versicherungen 2010

Gesundheitskarte, Zusatzbeiträge, geringe Erträge bei fondsgebunden Versicherungen - das sind einige der Schlagworte aus dem Jahr 2009. Aber werden uns diese Begriffe auch 2010 beschäftigen? Hier erfahren Sie die Antwort.

 

Fondsgebundene Versicherungen nicht kündigen
Die Finanzkrise ließ auch viele Versicherungsnehmer in Deutschland nervös werden. „Inwieweit betrifft die Krise meine Versicherung?“ und „Ist mein Geld bei der Versicherung sicher angelegt?“ – so lauteten die wichtigsten Fragen. Rückblickend auf das Jahr 2009 lässt sich sagen: Alles halb so schlimm. Die Finanzkrise hat die Versicherungsbranche weit weniger getroffen als gedacht. Die Auswirkungen der Krise trafen dabei vor allem diejenigen Versicherungsnehmer, die fondslastige Versicherungen abgeschlossen haben. Deren Verzinsungen stagnierten, im schlimmsten Fall sanken sie sogar etwas.

Dennoch war es richtig, diese Versicherungen nicht Hals über Kopf zu kündigen. Denn dann hätte man als Versicherungskunde mit erheblichen finanziellen Einbußen zu rechnen gehabt. Wer dagegen an seiner fondsgebundenen Versicherung festhält, kann diesen Verlust in den nächsten Jahren wieder ausgleichen.


Das Mysterium um die Gesundheitskarte
Für Oktober 2009 war sie angekündigt: die elektronische Gesundheitskarte, die mit ihren zahlreichen Funktionen Ärzte und Patienten besser vernetzen sowie den Verwaltungsaufwand minimieren sollte. Doch nach der Bundeswahl hatten CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, das Konzept der Gesundheitskarte noch mal zu überprüfen. Dies nahm die AOK wiederum zum Anlass, die Kartenausgabe erst einmal zu stoppen. Jetzt wird die Karte zwar weiter in der Testregion Nordrhein-Westfalen ausgeteilt, doch nur in einer abgespeckten Version. Das elektronische Rezept soll es in der geplanten Form gar nicht mehr geben. Übrig geblieben sind nur das Foto auf der Karte, die Versichertenstammdaten und als freiwillige Anwendung die Anlage eines Notfalldatensatzes, der den Arzt über Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten oder wichtige Vorerkrankungen aufklären soll. Ob und wann die Gesundheitskarte auch in den restlichen Regionen der Bundesrepublik ausgeteilt wird und welche Funktionen letztendlich auf der Karte hinterlegt sein werden, will die Bundesregierung in diesem Jahr noch einmal überprüfen.


Zusatzbeiträge in 2010 wahrscheinlich
Anfang 2009 begann eine neue Ära in der gesetzlichen Krankenversicherung: Der Gesundheitsfonds startete und mit ihm die Einführung des Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent. Zum 1. Juli 2009 sank der Beitrag auf 14,9 Prozent. Um den viel diskutierten Zusatzbeitrag kamen die allermeisten Versicherten zunächst einmal herum. Doch nun müssen sich gesetzlich Krankenversicherte offenbar darauf einstellen, bald Zusatzbeiträge zahlen zu müssen. Die Bundesregierung will von dem für 2010 erwarteten Minus der Kassen in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro nur 3,9 Milliarden Euro tragen. Für das verbleibende Defizit werden wohl zumindest teilweise die Versicherten aufkommen müssen. Legt man diese Finanzierungslücke zugrunde, ergibt sich für jeden Versicherten ein Zusatzbeitrag von sechs Euro pro Monat. Bis zu acht Euro monatlich können die Krankenkassen verlangen, ohne das Einkommen der Versicherten prüfen zu müssen.


Wechsel in die Private Krankenversicherung wird leichter
Wer nicht einsieht, warum man steigende Beiträge für immer weniger Leistungen zahlen soll, kann in die private Krankenversicherung wechseln. Dies wird künftig schneller möglich sein als bislang. So will Gesundheitsminister Philipp Rösler durchsetzen, dass die für 2011 geplante Verkürzung der Wartefrist auf ein Jahr bereits in diesem Jahr umgesetzt wird. Demnach müssen Wechselwillige nicht mehr wie bisher drei Jahre, sondern nur noch ein Jahr auf den Eintritt in die private Krankenversicherung warten. Voraussetzung ist weiterhin das Überschreiten der Jahresarbeitsentgelt-Grenze von aktuell 49.950 Euro im Jahr bzw. 4.162,50 Euro im Monat.

Die Verringerung der Wartefrist soll kurzfristig umgesetzt werden. Sollte das entsprechende Gesetz nicht pünktlich zum 1. Januar 2010 verabschiedet werden, plant das Gesundheitsministerium eine rückwirkende Lösung.
 

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