06.04.2010 - Zusatzbeitrag: 400.000 Versicherte wechseln die Kasse

Rund 400.000 Versicherte haben seit Januar die Krankenkasse gewechselt. Das entspricht fast einem Prozent der insgesamt 50 Millionen Kassenmitglieder in Deutschland.

Wichtigste Ursache der Wechsel: der seit Jahresbeginn von vielen Krankenkassen erhobene Zusatzbeitrag. Laut Bundesversicherungsamt verlangen inzwischen elf Kassen einen Extra-Obolus von ihren Mitgliedern. Bei zwei weiteren Kassen werde derzeit geprüft, ob sie ebenfalls einen Zusatzbeitrag erheben dürfen.

Versicherte haben bei Einführung eines Zusatzbeitrags ein Sonderkündigungsrecht und können die Krankenkasse wechseln. Das bringt im Idealfall mehr als 500 Euro Ersparnis im Jahr, da einige Kassen einen hohen Zusatzbeitrag verlangen, andere dagegen Geld an ihre Mitglieder ausschütten. So müssen gut verdienende Mitglieder der BKK für Heilberufe und der Gemeinsamen BKK Köln (GBK) für zwölf Monate bis zu 450 Euro draufzahlen, während die G&V BKK nach einem Jahr eine Prämie in Höhe von 72 Euro ausschüttet.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass bei der Wahl der Krankenkasse nicht allein die Kosten entscheiden sollten. Werden besondere Leistungen angeboten, kann sich eine Mitgliedschaft trotz Zusatzbeitrag lohnen.

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