Der Zusatzbeitrag, den viele Krankenkassen bereits im laufenden Quartal verlangen, hat bislang nicht zu dem befürchteten Massenboykott geführt. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. So hieß es bei der DAK, einer der größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, es habe nur „vereinzelt Unmut und vereinzelte Kündigungen“ gegeben.
Ein DAK-Sprecher formulierte zurückhaltender: Dass bislang erst rund 1,5 Millionen Einzugsermächtigungen vorlägen, erlaube nicht den Schluss, dass es einen Massenboykott gebe. Die Zahlungsfrist laufe erst am 15. März ab. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Kunden ihren Zusatzbeitrag bezahlen werden“, betonte der Sprecher. Die DAK hat rund 4,6 Millionen zahlende Mitglieder.
Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ berichtet, Millionen Versicherte verweigerten die Zahlung des Extra-Obolus. Betroffene können bis zur ersten Fälligkeit des Zusatzbeitrags ihre Mitgliedschaft kündigen und zum Ende des jeweils übernächsten Monats in eine andere Kasse wechseln.
Bei der KKH-Allianz hieß es, man habe erst in der vergangenen Woche damit begonnen, die 1,5 Millionen Mitglieder anzuschreiben und über den fälligen Zusatzbeitrag zu informieren. Daher seien noch keine Sonderkündigungen bekannt. Viele Versicherte hätten via Internet „bereits die Einzugsermächtigung für die acht Euro erteilt“. Die BKK Gesundheit, die nach eigener Aussage 1,4 Millionen Mitglieder hat, spricht zwar von Kündigungen, will aber erst Ende März oder Anfang April die genaue Zahl nennen.