01.03.2010 - Zusatzbeitrag: Versicherte empört

Der Ärger der Versicherten über den von vielen Krankenkassen bereits im laufenden Quartal erstmals verlangten Zusatzbeitrag ist größer als erwartet. 90 Prozent der Krankenkassen-Mitglieder zeigen sich über die Einführung des Extra-Obolus verärgert, 82 Prozent sprechen von einem „Skandal“.

Diese Zahlen nennt die aktuelle Ausgabe der Studie „Health Care Monitoring 2010“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics über die „Zusatzbeiträge aus Versichertensicht“. Über 800 Bundesbürger wurden zum Zusatzbeitrag, zu ihrer Wechselbereitschaft sowie zum Verhalten ihrer eigenen Krankenkasse befragt.

Verantwortlich für den Zusatzbeitrag sind nach Meinung der Versicherten vor allem eine falsche Gesundheitspolitik (36 Prozent), das schlechte Wirtschaften der Krankenkassen (28 Prozent) und zu hohe Preise der Arzneimittelhersteller (20 Prozent).

Die Einführung des Extra-Obolus könnte einen Trend zum Wechsel in eine günstigere Krankenkasse beflügeln. Bereits jetzt ist sie der mit Abstand am häufigsten genannte Grund für Wechselgedanken der Versicherten (61 Prozent), mit Abstand gefolgt vom Wunsch nach einem besseren Leistungsangebot (39 Prozent) bzw. einem besseren Service (21 Prozent).

Mehr als ein Drittel der Versicherten, die über einen Wechsel nachdenken, wären auch dann dazu bereit, wenn die meisten Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. Männer zeigen sich dabei wechselwilliger als Frauen.