23.02.2010 - Deutsche scheuen Gesundheitsreform

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen lehnt eine Gesundheitsreform zum jetzigen Zeitpunkt ab. Das ergab eine Umfrage von ARD-Deutschlandtrend/Infratest Dimap. Demnach sind 72 Prozent mit dem bestehenden System grundsätzlich zufrieden. Nur 27 Prozent der Befragten meinen, dass eine Reform nötig ist. Ein Prozent machte keine Angabe.

Der Plan von Gesundheitsminister Rösler (FDP), eine Kopfpauschale einzuführen, findet also offenbar nur geringe Zustimmung bei den Deutschen. Experten weisen auf eine durch die Reformdebatte ausgelöste große Verunsicherung in der Bevölkerung hin. Die Versicherten müssten sich derzeit auf die von den Krankenkassen verlangten Zusatzbeiträge einstellen. Die Akzeptanz für weitere finanzielle Belastungen sei daher gering.

Schon seit Jahren ist eine umfassende Gesundheitsreform im Gespräch. Im Januar 2009 führte die Bundesregierung den Gesundheitsfonds ein. Seither zahlen Versicherte einen Einheitsbeitrag von 14,9 Prozent. Kassen, deren Zuweisungen aus dem Fonds nicht zur Kostendeckung ausreichen, können einen Extra-Obolus von bis zu einem Prozent des beitragspflichtigen Einkommens eines Mitglieds verlangen, maximal jedoch 37,50 Euro.