Banken-Pleite: Herstatt-Bank

Herstatt-Pleite
26. Juni 1974: Die Pleite der Herstatt-Bank erschüttert die Branche. Mehr über die Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel.

Hintergründe der Herstatt-Pleite

Am 26. Juni 1974 ordnet das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen an, dass die Herstatt-Bank endgültig ihre Schalter in Köln und Bonn schließen muss.

In einer von der Bundesbank in Frankfurt/Main veröffentlichten Erklärung hieß es, bei Herstatt sei "wegen starker Verluste bei Devisen-Termingeschäften", die in den Büchern unrichtig dargestellt worden seien, eine starke Überschuldung eingetreten. Auch nach Gesprächen mit den Großaktionären, den Großbanken und der Bundesbank habe man keine Möglichkeit gesehen, das Bankgeschäft fortführen zu lassen. Bankchef Herstatt sah dies bis zu seinem Tode im Jahre 1995 völlig anders. Dass der Konkurs nicht notwendig gewesen sei, beweise "allein die hohe Auszahlungsquote an die privaten Gläubiger", wie Herstatt in seinem im Jahre 1992 erschienen Buch "Die Vernichtung" schrieb.

Für die Bankaufsicht stand dagegen fest: Die Bank hatte sich mit ihren Devisengeschäften völlig verkalkuliert. Der Schaden wurde zum damaligen Zeitpunkt auf rund eine halbe Milliarde Mark geschätzt. In Wirklichkeit betrugen die Verluste 1,2 Milliarden DM, wie sich später herausstellen sollte.

Die Ansprüche der privaten Gläubiger konnten zum Teil erfüllt werden, aus dem Restvermögen der Bank, dem Feuerwehrfonds des Bankenverbandes und dem Vermögen von Bankchef Iwan D. Herstatt, der 30 Millionen Mark bereitstellte.

Folgen der Krise

Die Herstatt-Pleite zog weite Kreise. Nur wenige Tage nach dem Zusammenbruch des Bankhauses musste das Gastronomieunternehmen Blatzheim Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens stellen. Das Unternehmen ließ damals verlauten, es sei nicht mehr liquide und sehe sich als Opfer des Bankenzusammenbruchs.

Auch einige Kommunen gingen schweren Zeiten entgegen. Größter Gläubiger des zusammengebrochenen Institutes war die Stadt Köln mit Einlagen in einer Größenordnung von 190 Millionen Mark. Die Stadt Bonn stand mit 12,2 Millionen Mark ebenfalls auf der Gläubigerliste.

Durch diese Pleite aufgeschreckt, intensivierte das Bundesaufsichtsamt seine Arbeit und die Banken schufen das heute in Europa konkurrenzlose System der Einlagensicherung deutscher Banken.

 


Artikel:  empfehlen



In diesem Artikel finden Sie weitere Informationen zum Thema Bankenpleiten:

Geldanlage Vergleich


  • Alle Angebote online vergleichen
  • Hier beantragen oder abschließen
  • Mit Aktualitätsgarantie


Tagesgeld

Tagesgeld

Mit einem Tagesgeldkonto legen Sie Ihr Geld nicht nur sicher an, sondern Sie können auch täglich darüber verfügen – bei uns vergleichen Sie garantiert die besten Konten.

Tagesgeld


Weitere Informationen zum Tagesgeld:
Tagesgeldkonto vs. Sparbuch Was unterscheidet beide Anlageformen
Tagesgeldkonto Was gibt es dabei zu beachten?
Risikolos sparen Schutz der Einlagen beim Bankkonkurs.

Lexikon Geldanlage


Hier erläutern wir Ihnen alle wichtigen Fachbegriffe rund um das Thema Geldanlage.

 


Newsletter: Geldanlagen

Newsletter Geldanlagen

Sie möchten wissen, wo sich Geldanlegen lohnt oder welches das richtige Girokonto für Sie ist?

Im Newsletter von vergleich.de finden Sie stets alle aktuelle Informationen rund um den Bereich Geldanlagen und zu vielen weiteren interessanten Themen.

Jeden Monat kostenlos: Jetzt zum Newsletter anmelden!